Disclaimer: Sämtliche Twilight-Figuren, und alles was dazu gehört, ist aus Stephanie Meyers Feder. Mir gehören lediglich die Storyline dieser Geschichte, sowie die OCs (Martha, Eva, Sofie, Amelie und einige andere)
Kein Zurück! (No Way Out!)
Bibliothek
Beeindruckt lässt sie ihren Blick über die deckenhohen Regale schweifen, jedes ist mit einer Leiter versehen um auch an die obersten Fächer zu gelangen. Langsam läuft Martha die Bahnen ab während die Wache an der Tür wartet. Es dauert einige Minuten um sich einen groben Überblick zu verschaffen, in welchen Regalen welche Themengebiete behandelt werden. Doch im Gegensatz zu normalen Bibliotheken findet man hier keine Liebesschriften, Dramen oder Kriminalromane. Den größten Anteil machen wohl historische Niederschriften aus, dicht gefolgt von industriellen Texten. Die Volturi mögen zwar auf altertümliche Weise leben, dennoch müssen sie sich den technischen Fortschritt stets vor Augen halten. Die Menschheit ist keine niedere Rasse mehr, die einzig als Nahrungsquelle dient. Sie haben sich zu einer hochqualifizierten Spezies entwickelt, die den Vampiren gefährlich werden könnte, sollten sie jemals von der Existenz dieser Rasse erfahren. Demzufolge ist es auch nicht verwunderlich, dass hier ebenfalls Vampirromane zu finden sind. Schließlich können sie auf diese Art und Weise heraus finden, ob ihre Lügen immer noch weit verbreiteter Volksglaube sind. Gerade hat sich Martha für eine leicht verwitterte Schriftrolle aus dem antiken Griechenland entschieden, als die Tür zur Bibliothek geöffnet wird. Erschrocken, da sie nicht einmal Schritte gehört hatte, blickt sie auf.
Dicht gefolgt von zwei Wachen durchstreift Caius den Raum, er steuert direkt eine Tür im hinteren Teil an, vor der sich eine Wache positioniert hat. Direkt nach seinem Eintreten hat er schon gemerkt, dass sich einer ihrer Besucher in der Bibliothek aufhält. Sein Gehör und Geruchssinn ist geschult und die abgestellte Wache an der Tür hat dies nur bestätigt. Während er sich nun auf den Weg zu dem geheimen Abschnitt, der ausschließlich für ihn und seine beiden Brüder zugänglich ist, macht, bemerkt er Martha zwischen den Gängen. Sein Blick gleitet unmittelbar zu ihr und auch sie sieht ihn an, wenn auch etwas erschrocken. Er kann sich keinen Reim darauf machen, warum er sich so von dieser Nomadin angezogen fühlt. Sie ist nichts, nur ein Gast, hat keine Gabe und dennoch verspürt er den Drang in ihrer Nähe zu sein. Erbärmlich, denkt er verärgert und wendet seinen Blick nun wieder zur Tür. Dort angekommen bedeutet er den Wachen zu warten, während er den Raum betritt. Nur kurze Zeit später verlässt er diesen wieder mit einigen Schriftstücken in den Händen. Diese breitet er auf einem der riesigen Tische im Eingangsbereich aus und studiert die Texte. Er weiß, dass keiner der beiden Untergebenen sich wagen würde einen Blick auf die geheimen Akten zu werfen. Andernfalls wären sie die längste Zeit ihres Lebens ein Vampir gewesen.
Kurz schüttelt Martha ihren Kopf um wieder klare Gedanken fassen zu können. Als Caius in dem Raum verschwunden ist, den sie bis dahin noch nicht einmal bemerkt hatte, richtet sie ihren Blick auf das Pergament in ihren Händen. Vorsichtig streicht sie das Papier glatt, stets darauf bedacht es nicht zu beschädigen, und legt es auf einen kleinen Tisch im Gang. Nur für einen kurzen Moment sieht sie wieder auf als der blonde Meister wieder die Bibliothek betritt und seine volle Aufmerksamkeit den Dokumenten auf dem Tisch widmet. Auch dieses Mal hat sie ihn nicht kommen hören, lediglich das Öffnen und Schließen der Tür hatte sie aufblicken lassen. Erleichtert sich für den Tisch im Gang entschieden zu haben, beginnt sie die Schriften vor sich zu lesen.
Es vergehen einige Stunden in denen Martha voller Begeisterung in den Schriften vor sich versunken ist. Nachdem sie nun auch den letzten Absatz gelesen hat, rollt sie die Schriftrolle wieder zusammen und legt sie zurück auf ihren Platz. Verwundert stellt sie fest, dass sie alleine im Raum ist, abgesehen von den beiden Wachposten an den Türen. Zum dritten Mal für diesen Tag konnte sie keine seiner Bewegungen hören. Schulterzuckend begibt sie sich in einen anderen Teil der Bibliothek. Amüsiert streichen ihre Finger über die Buchrücken der Vampirromane, ehe sie sich für eines der Bücher entscheidet. Es ist nicht besonders dick und umfasst gerade mal 586 Seiten, doch die Darstellung ihrer Spezies amüsiert sie. Immer wieder muss sie leise kichern und einmal sogar herzhaft lachen. Für sie ist es eine groteske Vorstellung eine Liebesbeziehung mit einem Sterblichen anzufangen. Sie müsste sich viel zu sehr kontrollieren und außerdem aufpassen, dass sie in der menschlichen Gesellschaft nicht auffällt. Mal ganz abgesehen davon, dass es verboten ist. „In der Sonne verbrennen?" Ein weiteres amüsiertes Kichern verlässt ihre Kehle, als sie liest, wie der Vampir seiner menschlichen Freundin die Vor- und Nachteile seines Daseins erklärt. „Die Menschen waren schon immer sehr leichtgläubig", ertönt plötzlich eine dunkle, monotone Stimme. Verwirrt und auch ein wenig erschrocken über ihre Unachtsamkeit sieht sie auf. Am Ende des Ganges steht Caius und sieht die Vampirin durchdringend an. „Sie sind eben nur Menschen; zu jung", entgegnet ihm Martha möglichst ruhig, doch sie kann ihre Nervosität und Unsicherheit nicht vollkommen verbergen. Mit langen Schritten geht der Volturi Meister auf sie zu. Die Augen permanent auf sie gerichtet. Nun ist sich Martha klar warum sie seine Bewegung nie mitbekommen hat. Seine Art und Weise sich zu bewegen ist sehr elegant und leicht; es wirkt beinahe so als würde er schweben. Neben ihr kommt er zum Stehen und nimmt ihr das Buch aus den Händen. Mit einer hochgezogenen Augenbraue betrachtet er das Werk und überfliegt die Seite, die sie soeben gelesen hatte. „In der Tat!", meint er nachdenklich auf ihre Aussage hin, ehe er ihr das Buch wieder hinhält. „Das ist eines der neueren", er macht eine ausladende Handbewegung und fährt herablassend fort, „nennen wir es mal Werke." Caius begibt sich zu einem der Regale und nimmt mit einem geübten Handgriff ein alt-aussehendes Buch heraus. Die Hülle, die zum Schutz dienen soll, wirkt etwas porös doch die orange-gelbliche Färbung scheint beabsichtigt. Titel und Autor sind deutlich in roten Buchstaben aufgedruckt. Es wurde keine Tinte für irgendwelche Grafiken oder sonstige Aufdrucke verwendet. „Dies ist eines der wenigen Bücher, das zumindest unserer Natur näher kommt, obgleich es auch mit einigen unserer Lügen bestickt ist", beginnt er erneut. Ein sadistisches Schmunzeln ziert sein Gesicht als er mit seinen Fingern behutsam über den Buchrücken fährt. Wortlos legt er das Buch vor Martha auf den Tisch, für einen kurzen Augenblick sieht er noch in ihre Augen, ehe er den Raum innerhalb von Sekunden verlässt. Zurück bleibt eine mehr als nur verwirrte Martha, die noch immer auf den Platz starrt auf dem der Meister zuvor noch gestanden hat. Um ihre Gedanken wieder zu ordnen schüttelt sie kurz ihren Kopf und blickt auf das Buch, das er ihr mehr oder minder empfohlen hat. Automatisch schließt sie das Buch in ihren Händen und legt es beiseite. Betont behutsam nimmt sie das Werk mit dem Titel „Dracula" und beginnt zu lesen. In einem kann sie Caius zustimmen, dieses Buch kommt ihrer wahren Natur wirklich nahe. Sie kennt keinen Vampir, der ohne eigenen Nutzen daraus zu ziehen, einen Menschen verschonen würde. Manche Szenen sind dafür allerdings wieder entweder mit Lügen übersehen, wie beispielsweise die Gefahr vor Sonne und Kruzifixen, oder eben absolut absurd. Doch der Schreibstil des Autors gefällt ihr und so liest sie dieses Buch komplett durch. Mit einem leichten Schmunzeln stellt sie es anschließend wieder in das Regal, ehe sie zur Tür geht an der noch immer die Wache steht, die sie hierher geführt hatte. Nun befindet sie sich auf dem Weg zurück in ihre vorübergehende Unterkunft und ist schon gespannt zu hören, was ihre Schwestern unternommen hatten.
Kaum hat Martha die Tür geöffnet, fallen ihr schon Sofie und Amelie in die Arme und bringen sie aus dem Gleichgewicht. Verdutzt blickt die Älteste zuerst auf die beiden Schwestern, die sie fest umklammert haben, und schließlich auf ihre Anführerin die in dem Sessel sitzt und herzhaft lacht. „Ich war mir bewusst, dass ich irgendetwas verpassen würde", Martha versucht sich aus dem Klammergriff der beiden zu lösen, jedoch vergeblich. „Aber könnte mit bitte einer erklären was hier los ist?" Amelie und Sofie lösen sich beide grinsend von ihrer Schwester und helfen ihr auf. „Tut mir Leid Schwesterchen", beginnt Sofie. Amelie hustet einmal gespielt „Lügnerin", wofür sie sich einen Seitenhieb von ihrer Schwester einfängt. „Also was ich sagen wollte", startet Sofie erneut „es tut mir … uns Leid. Wir haben dich nur einfach so doll lieb!" Eva wischt sich sinnbildlich die Lachtränen weg. „Martha dein Gesichtsausdruck ist unbezahlbar." Seufzend, aber dennoch lächelnd sieht die Angesprochene auf. „Gut ihr beiden, was wollt ihr?" Die Jüngsten tauschen einen kurzen Blick, der so viel heißen soll wie ‚Sind wir so einfach zu durchschauen?' Kurz räuspert sich Amelie und dirigiert Martha zur Couch. „Gut, also wir wollten dich fragen, ob du mit uns morgen Abend nach Pisa gehst." – „Du weißt schon, die Menschen ein bisschen aufmischen. In einem dieser Clubs", fährt Sofie begeistert fort. „Ach ich weiß nicht", murmelt Martha nachdenklich. „Es wäre wirklich mal ein bisschen Abwechslung", stimmt nun auch Eva mit ein. „Verräter!", erwidert die Angesprochene grinsend. Dann wird sie wieder ernst. „Eva, du weißt doch von unserer Vereinbarung was Menschen angeht." – „So etwas haben wir doch schon öfter gemacht. Wir wollen ja kein Massaker veranstalten, sondern lediglich ein bisschen Spaß haben", erstickt die Schwarzhaarige den Protest im Keim. Ergeben seufzt Martha auf. „Na schön. Ich bin dabei! Aber warum erst morgen Abend und nicht heute?" Synchron heben die beiden Jüngsten eine Augenbraue während Eva zu einem von Vorhängen verdunkelten Fenster geht. Sie hält einen Vorhang zur Seite und lässt das abendliche Sonnenlicht einfallen. „Du scheinst wohl in der Bibliothek die Zeit vergessen zu haben. Du warst den ganzen Tag dort!" Schockiert sieht Martha zu ihren Schwestern. „Und wir wollen uns auch noch ein wenig in dem Kasten hier umsehen", fährt Amelie fort, wofür sie einen missbilligenden Blick seitens Eva erhält. Doch der Neuzugang verdreht nur die Augen.
„Wie dem auch sei, ich werde mich gleich noch mit Aro unterhalten", sagt die Anführerin und begibt sich zur Tür. Dort wendet sie ihre Aufmerksamkeit noch einmal an ihre Schwestern. „Sofie möchtest du nicht mitkommen?" Verwundert blickt die Angesprochene auf. „Gerne", stottert sie und verlässt gemeinsam mit ihrer Schwester das Zimmer. „Das kam unerwartet", meint Amelie nach kurzer Zeit. Dem kann Martha nur nickend zustimmen. Plötzlich klatscht sie in die Hände und sieht ihre Schwester auffordernd an. „So und was machen wir beide?" Kurz überlegt die Angesprochene und rennt zu ihrer kleinen Tasche, in der sie sämtliche Dinge sammelt, die ihre Opfer bei sich trugen und für sie interessant sein könnten. Grinsend dreht sie sich um und hält ihrer Schwester ein Kartenspiel entgegen. „Kanaster", flötet Amelie euphorisch und beginnt die Karten zu mischen. Diabolisch grinst ihr Martha entgegen. „Dieses Mal gewinne ich. Keine Gnade!" Amelie legt den Stapel auf den Tisch, nachdem sie die Karten verteilt hatte. „Hah! Ich habe nichts anderes erwartet, aber mach dir keine zu großen Hoffnungen", wissend sieht sie ihre Schwester an „denn vergiss niemals wer dir das Spiel beigebracht hat." Martha winkt ab. „Du weißt doch, dass der Schüler den Lehrer immer überholt", stichelt sie weiter. „Ausnahmen bestätigen die Regel!", entgegnet ihr Amelie schmunzelnd und dann beginnt das Spiel.
