Kyoko immer noch geschockt von Yuis Vorhaben überlegte, wie sie die Situation bewältigen könnte. Würde sie mit der Polizei kommen, würde Yui Ayano töten und das wollte Kyoko mit Sicherheit nicht. ‚Wie kann ich sie nur befreien?' Sie war am Rande der Verzweiflung, vollkommen aufgelöst. Ihr kamen die Tränen. Sie hatte keine andere Wahl, als Yuis Bedingungen zu akzeptieren und Ayano zu verlassen. ‚Ich kann sie nicht verlassen, ich liebe sie! Aber ich habe keine Wahl.' Kyoko entschloss sich zu Yui zu gehen um Ayano zu befreien. ‚Es wird wehtun, sowohl mir als auch Ayano. Sollte ich vielleicht doch die Polizei rufen?' Kyoko starrte an die Decke und dachte darüber nach. Aber es schien ihr einfach zu gefährlich, sie wollte Ayano nicht jetzt schon gehen lassen. Kyoko würde sich selbst die Schuld geben, deshalb hielt sie es für besser auf Yuis Angebot einzugehen. ‚Ayano wird es verstehen, sie weiß, dass ich Yui nicht liebe', dachte sie hoffnungsvoll und ging aus dem Zimmer Richtung Tür. „Kyoko, wo willst du so spät noch hin?", fragte sie ihre Mutter, da es schon spät war. „Ich geh noch zu einer Freundin, Hausaufgaben und so", log Kyoko sie an und schwieg kurz. „Wenn ich um 12 nicht zurück bin, ruf die Polizei", fügte die Tochter noch hinzu und ging ohne die Antwort ihrer Mutter abzuwarten aus der Tür zur Schule.

„Wie mir scheint kommt Kyoko nicht, du weißt, was das heißt!" Yui drohte der noch immer an den Stuhl gefesselten Ayano. ‚Kyoko, wo bist du?', fragte sie sich in Gedanken vollkommen angsterfüllt. Yui stand vor ihr mit einem Messer in der Hand und kam immer näher. Sie legte dem lilahaarigen Mädchen das Messer an die Kehle. „Letzte Worte?", fragte Yui teuflisch. „Du wirst damit nicht durchkommen!", schrie Ayano schlurzend. Yui lachte nur und nahm das Messer weh, sie amüsierte sich über die Tsundere. „Gib´s auf! Sie kommt nicht! Und weißt du auch warum? Weil sie dich nicht liebt!" In Ayano stieg eine unbändige Wut auf, sie wollte Yui schlagen, konnte es aber nicht. „Falls ich hier lebend raus komme, dann geh ich zur Polizei!", drohte Ayano und schrie um Hilfe. Yui lachte wieder, sie schien das Ganze zu genießen. Auf einmal hörte sie auf, sie hörte Schritte. Sie schlug auch Ayano, damit sie aufhörte zu schreien. Yui stellte sich hinter Ayano und legte ihr wieder das Messer an die Kehle.

„Wer ist da?", fragte Yui leicht nervös. „Ich bin´s Kyoko!" Die Tür öffnete sich und die Blondine trat in den Raum. „Ayano! Was hat sie dir angetan?" Kyoko rannte zu ihrer Freundin, aber Yui warnte sie. „Ein Schritt näher und sie ist tot!" „Lass sie in Ruhe!", schrie Kyoko und wollte sich den beiden nähern. Yui schnitt Ayano leicht in den Hals und sowohl Ayano als auch Kyoko schrien auf. „Hör auf! Ich geh auf dein Angebot ein", sagte die Blondine um ihre Tsundere zu beschützen. Yui grinste und legte das Messer auf den Tisch daneben. „Ich will einen Beweis! Küss mich!" Kyoko wich dem schwarzhaarigen Mädchen aus. „Lass vorher Ayano frei!" Yui gab nach, was ein Fehler war. Sie schnitt mit dem Messer die Seile durch, aber ließ sie noch nicht gehen. „Sie muss zuschauen, wie du mich küsst!", stellte Yui als Bedingung und hielt Ayano am Arm. Ayano war nicht wohl dabei, sie könnte es nicht ertragen. Kyoko nickte nur und beugte sich vor. Yui beugte sich ebenso vor und ließ Ayano los. Yui hatte ihre Augen geschlossen, also griff Kyoko nun nach Ayanos Hand, schlug Yui auf den Kopf und rannte dann davon. „Na wartet!", schrie Yui den beiden hinterher. Sie rannten durchs Schulhaus, durch jeden Gang. Plötzlich stoppte Ayano. „Kyoko, ich kann nicht mehr!", schrie Ayano schnaufend und hielt sich an der Wand. ‚Sie wird zusammen brechen! Was soll ich tun?' Erst jetzt bemerkte Kyoko, dass aus Ayanos Armen literweise Blut lief. „Ayano!", schrie Kyoko, aber das lilahaarige Mädchen antwortete nicht. Sie sank zusammen, Kyoko war ergriffen von Panik, da Yui die beiden verfolgte. Sie nahm Ayano auf die Schultern und rannte weiter. „Ayano, keine Sorge. Ich bring dich ins Krankenhaus und Yui wandert danach in den Knast!" Kyoko versuchte mit der bewusstlosen Ayano zu reden, aber wusste, dass es keinen Sinn hatte. An der Tür angekommen, bemerkte sie, dass sie verschlossen war. Kyoko rüttelte am Griff, aber sie ging nicht auf. ‚Scheiße! Wir sitzen hier fest!', dachte sie panisch und Yui kam den beiden immer näher. Der Tod kam ihnen immer näher!

Es hat gedauert, aber hier ist das nächste Kapitel. Hatte lange Zeit ein Blackout und ist ein bisschen kurz geworden. Aber ich hoffe ihr mögt die Story ;)