Kyoko rannte wie wild durchs ganze Schulhaus, sie suchte Schutz. Sie trug die immer noch bewusstlose Ayano auf ihren Schultern, sie wurde langsam schwer. Sie ging in die Turnhalle, nahm einen Besen und versperrte somit die Tür. Sie setzte Ayano ab und schnaufte schwer. ‚Was ist nur mit Yui? Sie hat vollkommen den Verstand verloren', dachte sich Kyoko angsterfüllt. Sie bemerkte, dass ihr T-Shirt voll mit Blut war wegen Ayano. Kyoko ließ sich auf den Boden sinken und schlug die Hände vors Gesicht. Tränen flossen ihre Wange hinunter, sie war vollkommen verzweifelt. „Kyoko!" Sie hörte Yuis Stimme von außerhalb der Turnhalle. „Lass mich in Ruhe! Sonst ruf ich die Polizei!", drohte Kyoko schlurzend. „Ich hab dein Handy! Du kommst hier nicht raus! Heute ist Freitag! Niemand kommt in die Schule, erst am Montag!" Yui war sich eines Sieges sicher und Kyoko weinte noch heftiger. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Sie hörte Yui die ganze Zeit gegen die Tür hämmern, aber war sicher vor ihr. Kyoko hatte Angst, große Angst. Sie hatte auch Angst um die bewusstlose Ayano, deren Arm noch immer sehr stark blutete. „Ok, bleib ruhig drin. Sieh zu wie deine Freundin stirbt!" Yuis Worte schmerzten Kyoko sehr, die Blondine schrie nur noch. Nach einiger Zeit war von Yui nichts mehr zu hören, aber Kyoko ging auf Nummer Sicher und blieb in der Halle. Sie nahm Ayanos Kopf und legte ihn sich in den Schoss. Sie strich sanft durch ihr lilafarbenes Haar. ‚Ayano! Bitte sei nicht tot!', dachte sich Kyoko und vergoss noch viele weitere Tränen. Ayano regte sich nicht und ihre Klamotten waren rot von dem Blut. Kyoko krempelte Ayanos Ärmel hoch und sah, wie tief die Wunde war. Sie riss von ihrer Uniform ein Stück ab und verband den Arm ihrer Freundin damit. Danach küsste sie sie auf die Stirn. „Alles wird gut, Ayano!", flüsterte Kyoko in Ayanos Ohr. Ihr floss wieder eine Träne die Wange hinunter. Dann fing sie an zu schreien, sie schrie Ayanos Namen. ‚Wie sie leidet, wie beide leiden!', dachte Yui amüsiert und setzte sich vor die Tür. Sie würde warten bis Kyoko angekrochen kommt und sich ergibt. Aber die Blondine dachte gar nicht daran, sie sorgte sich nur weiterhin um Ayano. Sie legte ihren Kopf auf Ayanos Brust um zu prüfen ob sie noch atmete. Kyoko atmete auf, als sie den leisen Atem ihrer Freundin hörte. ‚Sie lebt noch!' Sie war erleichtert, dass Ayano nicht sterben würde, noch nicht. Kyoko schloss die Augen, es flossen wieder Tränen ihre Wangen hinunter. Dieses Mal waren es aber Freudentränen. Auf einmal spürte sie etwas an ihren Arm. Sie öffnete wieder ihre Augen und sah Ayano, die Augen halb geschlossen, ihren Arm greifen. „Ayano! Du bist wach!", schrie Kyoko vor Freude und schloss das lilahaarige Mädchen in ihre Arme. Danach setzte sie sich neben die Blondine hin und versuchte sich über die Situation klar zu werden. „Kyoko…" Ayanos Stimme war sehr schwach. „Was ist passiert?" „Du bist zusammengebrochen, ich trug dich dann hierher. Yui ist vor der Tür und lässt uns nicht raus. Wir sind hier gefangen", erklärte Kyoko ihrer Tsundere. Ayano nickte nur benommen, sie war noch nicht ganz bei Sinnen. Sie bemerkte den Verband an ihren Arm. ‚Ist das nicht Kyokos Uniform?', dachte sie und blickte dann zu Kyoko. Tatsächlich war ein Stück ihrer Uniform abgerissen und dieses Stück diente nun Ayano als Verband. Sie wurde leicht rot, sie war gerührt, dass Kyoko sich so um sie gekümmert hatte. „Ayano? Woran denkst du?", fragte Kyoko leicht verführerisch, woraufhin Ayano noch mehr errötete. Kyoko lehnte sich rüber zu Ayano und fing an sie zu küssen. Kyoko legte sich dabei auf ihre Tsundere drauf und fing an sie am Hals zu küssen. „Kyoko!" Ayano drehte sich von ihrer Freundin weg, sie war noch nicht bereit. Kyoko verstand sofort und zog sich zurück. „Du willst es langsam angehen lassen, oder?", fragte die Blondine sanft. Ayano nickte nur stumm, ihr ging das alles jetzt zu schnell. „Ich liebe dich, Ayano!", sagte Kyoko und küsste ihre Geliebt auf die Wange. „Ich liebe dich auch, Kyoko!", erwiderte Ayano und griff vorsichtig nach Kyokos Hand. ‚Sie ist so warm', dachte die Tsundere und legte Kyokos Hand auf ihre Wange. Die Blondine lächelte nur, sie war irgendwie glücklich. Dann hörten die beiden wieder Yui gegen die Tür hämmern. „Hört auf mit dem Gesülze!", schrie sie und versuchte weiterhin die Tür irgendwie auf zu bekommen. Ayano kuschelte sich näher an Kyoko heran, sie hatte Angst vor Yui, die den Verstand verloren hat. Die Tsundere wimmerte leise, Kyoko streichelte ihren Kopf und versuchte sie zu beruhigen. „Ayano, ich beschütze dich vor ihr!", flüsterte die Blondine ihr ins Ohr. Kyoko spürte wie sehr Ayano vor Angst zitterte, sie sah, dass sie wirklich Angst hatte. „Yui! Geh! Verschwinde!", schrie Kyoko in Richtung Tür, aber Yui hörte nicht auf sie. „Ayano, alles wird gut", versuchte sie nun wieder Ayano zu trösten und wischte ihrer Freundin die Tränen aus dem Gesicht. „Tränen stehen dir nicht", sagte Kyoko lächelnd und auch Ayano lächelte kurz. „Komm, schlaf etwas! Morgen sieht die Welt schon anders aus!" Sie legte Ayanos Kopf in ihren Schoss und strich durch das lilafarbene Haar. „Willst du nicht auch schlafen?", fragte Ayano leicht rot. „Nein, ich bleib wach! Schlaf jetzt, meine Süße!" Ayano nickte und schloss die Augen.
Ja, hier ist das nächste Kapitel. Inzwischen geht die Story in eine andere Richtung als ich eigentlich wollte, aber hoffe es gefällt euch :)
