Kapitel VI – Wolfsmond Part 2
Es war Hermine wie eine Ewigkeit vorgekommen, als sie endlich den Waldrand erreichte. Rasch zog sie ihren Zauberstab um sich den Weg leuchten zu können. Das Heulen war für kurze Zeit verstummt, doch sie war sich sicher, dass er noch im Wald war. Sie musste ihn einfach finden, damit nicht wieder jemand zu Schaden kam. Dass sie dabei selbst zu Schaden kommen könnte, kam ihr dabei nicht in den Sinn.
Ohne einen Gedanken zu verschwenden rannte sie in den Wald hinein, in der Hoffnung ihn finden zu können. Sie folgte jedem Geräusch das sie hörte. Verdrängte die Angst vor allem, was ihr eventuell begegnen könnte. Verflucht, sie war Hermine Granger! Sie hatte miterlebt, wie sich jemand vor ihren Augen in einen Werwolf verwandelte! Sie ging in einem uralten Schloss zur Schule, in welchem Geister herumschwirrten und Portraits sprechen konnten! Sie hatte keine Angst alleine in der Nacht in den verbotenen Wald zu gehen, in welchem sich nun besagter Werwolf aufhielt.
Beinahe wäre sie über eine Wurzel gestolpert, konnte sich doch gerade noch auf den Beinen halten und rannte sofort weiter, innerlich fluchend, dass sie nicht richtig aufgepasst hatte. Ihr Herz raste und hämmerte unruhig gegen ihre Brust. Ihr Blut schoss aufgeregt durch ihre Venen und trieb sie immer weiter voran. Immer wieder entdeckte sie im Augenwinkel etwas vorbeihuschen. Doch es war verschwunden, sobald sie die Richtung geändert hatte. So lief sie ziellos durch den Wald und glaubte beinahe, dass sie nicht einmal mehr aus dem Wald herausfinden würde, selbst wenn sie gewollt hätte. Abrupt blieb sie stehen und stieß einen verzweifelten Schrei aus. Wie hatte sie nur so naiv sein können, dass sie das alles alleine schaffen würde? Sie schlug die Hände vor ihr Gesicht und unterdrückte ein Schluchzen, während heiße Tränen begannen sich in ihren Augen zu sammeln. „Scheiße...", ächzte sie. Plötzlich hörte sie eine Stimme rufen. Alarmiert schreckte sie auf und sah sich um. Wieder ein Rufen. Jemand rief ihren Namen! Hermine hob ihren Zauberstab an um mehr sehen zu können. „Hallo?", rief sie laut, in der Hoffnung, die Person würde ganz in der Nähe sein. Einen Moment lang glaubte sie sich die Rufe nur eingebildet zu haben, bis: „Hermine!" Sie kannte diese Stimme! Sogar sehr gut. Es musste... „Ginny!", rief Hermine nun lauter und Erleichterung machte sich in ihr breit. „Ginny! Ich bin hier!", wiederholte sie und es dauerte nicht lange, bis eine rothaarige Hexe ihr entgegenrannte und sie stürmisch in die Arme schloss. „Hermine! So ein Glück, dass ich dich gefunden habe! Ich habe dich überall gesucht. Oh bei Merlin, dir geht es gut.", Ginny war völlig außer Atem, doch in ihren Augen funkelte Freude auf. „Was machst du hier? Wieso hast du mich gesucht?", fragte Hermine mit brüchiger Stimme. Sie stellte fest, dass ihr die Tränen die Wange herunterliefen und sie wischte sie mit dem ganzen Ärmel von ihrem Gesicht. „Es tut mir Leid, Mine. Aber ich war in Sorge um dich und bin dir hinterhergelaufen. Nach ein paar Ecken habe ich dich aus den Augen verloren und bin ziemlich ziellos durchs Schloss gewandert. Plötzlich habe ich dieses Vieh... diesen Werwolf durch das Schloss laufen sehen. Zum Glück hat er mich nicht bemerkt. Ich bin sofort zum Gemeinschaftsraum und hab Harry und Ron geweckt. Wir sind dem Werwolf hinterher und die beiden wollten ihn rauslocken, damit er nichts anstellen konnte. Ich habe ihn mit einem Zauber belegt, dass er nicht so laut ist. Ich sagte ihnen, dass sie ihn weiter rauslocken sollen und ich würde dich suchen gehen.", erklärte sie rasch und stolperte dabei einige Male über ihre Worte. Ginny schluckte schwer und blickte Hermine aus großen Augen an. „Das ist Malfoy, stimmt's? Er ist der Werwolf und dabei wolltest du ihm helfen.", ihre Stimme war ruhig und nicht mit dem vorwurfsvollen Ton versetzt, den Hermine erwartet hatte. Sie nickte knapp. Dann hörten sie aus der Ferne ein lautes Jaulen und sie zuckte merklich zusammen. „Wir müssen ihn finden bevor irgendjemand verletzt wird!", mit diesen Worten rannte Hermine auch sogleich los. Ginny rannte ihr hinterher und sprühte dabei mit ihrem Zauberstab rote Funken in den Himmel. In der Ferne konnte sie die Antwort darauf sehen und sie beschleunigten ihre Schritte. Wieder ein Jaulen, dann ein Aufschrei.
Die Mädchen konnten gerade noch sehen wie Harry beiseite geschleudert wurde, sich jedoch sofort wieder aufraffte und zusammen mit Ron die Bestie einkesselte, die Zauberstäbe erhoben. Beide wirkten erschöpft und Hermine wusste nicht, wie lange sie den Werwolf – Draco - schon in Schach hielten, doch sie schlugen sich gut. „Habt ihr Dumbledore Bescheid gegeben?", rief Harry herüber, die Augen fest auf den Werwolf fixiert. „Nein, das dürfen wir nicht! Er ist... ein Schüler.", erklärte Hermine verzweifelt und glaubte nicht daran, dass sie es verstehen würden. Hätten sie die Zeit dafür gehabt, dann hätten sie ihre Freundin wohl ungläubig angestarrt. Doch immer wieder mussten sie dem Werwolf ausweichen und ihn mit Zaubern von sich stoßen. Auch Ginny half ihnen jetzt. Er flüchtete jedoch nicht, als hätte er die beiden zu seinem Abendmahl auserwählt und außerdem schien er mehr als angriffslustig zu sein. Hermine hatte ihren Zauberstab noch immer erhoben, traute sich jedoch nicht einen einzigen Zauber zu sprechen. „Bitte, ich werde es euch erklären! Helft mir nur ihn ruhig zu stellen.", flehte sie, wobei plötzlich die Aufmerksam des Wolfes auf sie gerichtet war. Das Mondlicht wurde in seinen Augen gespiegelt und ließen sie bedrohlich aufblitzen. Bevor er reagieren konnte traf ihn ein Zauber an der Seite und schleuderte ihn zurück gegen einen Baumstamm. Hastig reagierten die vier und ketteten ihn mit einigen Zaubern an den Baum. Kurz darauf fing der Werwolf sich wieder und begann wie wild an den Ketten zu zerren, welche jedoch nicht nachgeben wollten. Hermine legte zur Sicherheit weitere Zauber auf die Ketten, damit sie nicht so einfach zerreißen würden.
Erleichtert atmeten sie auf, ehe sie sich an Hermine wandten. „Kannst du mal erklären, was hier abgeht?", fragte Ron beinahe entsetzt und wagte es nicht, seinen Blick allzu lange von diesem Biest am Baumstamm abzuwenden. „E-es tut mir Leid. Ich wollte euch da nicht mit reinziehen.", stammelte sie vor sich hin und begann am ganzen Leib zu zittern. Ginny legte ihr eine Hand auf die Schulter und schenkte ihr ein aufmunterndes Lächeln, das Jaulen des Werwolfs im Hintergrund ignorierend. „Jetzt erzähl' schon, was los ist.", forderte sie ruhig. Hermine nickte schwach. Jetzt war es ohnehin zu spät. So atmete sie tief ein und wieder aus, ehe sie begann alles zu erzählen, was die letzten Monate geschehen war. Wie sie herausgefunden hatte, dass Draco ein Werwolf war. Wie sie ihm angeboten hatte ihm zu helfen und wie sie die erste Verwandlung miterlebt hatte. Sie kam sich so unendlich dumm vor, dass sie geglaubt hatte einen Werwolf alleine im Schach halten zu können.
Harry und Ron starrten sie entgeistert an. „Das ist Malfoy?!", wiederholte Ron ungläubig und starrte den Werwolf an, welcher zu seinem Unglück zurückstarrte und ihn zurückschrecken ließ. „Warum hast du Dumbledore nichts gesagt? Oder wenigstes McGonagall oder Snape?", fragte Harry unsicher. Hermine senkte betroffen den Blick. „Ich dachte, ich würde alleine damit klarkommen. Er wollte nicht, dass es jemand weiß. Das ist doch verständlich, oder?", antwortete sie kleinlaut und wieder sammelten sich Tränen in ihren Augen. Ein leises Seufzen glitt über Ginnys Lippen. „Wir müssen es erzählen, Hermine. Das darf nicht wieder passieren und Dumbledore wird ihn sicherlich nicht einfach von der Schule werfen. Die können ihm viel besser helfen.", warf sie ein und die Jungs nickten zustimmend. Keiner von ihnen stellte in Frage, warum sie ihm geholfen hatte. Keiner von ihnen warf es ihr vor und das war etwas, was Hermine erleichterte. Sie hatte geglaubt, dass ihre Freunde verständnislos reagieren würden. Dass sie vielleicht abfällig werden würden, doch sie hatte sich zum Glück geirrt. Egal wie wenig sie den Slytherin auch leiden konnten, so zweifelten sie nicht an ihr und das war beruhigend. Hermine blickte auf und zwang sich zu einem leichten Lächeln. „Ich weiß. Ich werde ihn dazu überreden zu Dumbledore zu gehen.", sie schniefte laut und sah zu Draco herüber, welcher sich noch immer wie ein Berserker gegen die neuen Ketten wehrte. In den letzten Vollmonden hatte er sich nicht so schrecklich gegen die Ketten gewehrt. In dieser Nacht war er viel aggressiver und sie glaubte zu wissen, wieso. Langsam blickte sie gen Himmel und entdeckte den blutroten Mond, welcher bereits dabei war unterzugehen. Es war ein seltener Mond. Ein roter Mond. Er musste die Werwölfe auf der Welt aggressiver machen als sonst. Irgendwo in den Büchern hatte sie darüber gelesen, doch es schien noch ungeklärt zu sein, wieso dem so war.
Während sie darauf warteten, dass die Sonne endlich aufging, setzten sie sich in einen Kreis auf den moosbedeckten Waldboden und redeten. Sie sagten nicht viel. Es waren kaum ein paar Worte, dennoch wirkte es beruhigend auf Hermine. Irgendwie war sie erleichtert nicht mehr alleine mit der Situation umgehen zu müssen, auch wenn sie nicht wusste, wie sie weiterhin darauf reagieren würden. Sie war sich sicher, dass sie Draco weiterhin dabei zur Seite stehen würde. Sie wollte ihm helfen damit leben zu können und sie wollte einfach für ihn da sein. Es war so anders gewesen mit ihm in dieser Zeit und eigentlich war es wirklich schön gewesen. Sie sorgte sich um ihn. Nicht einfach, weil er ihr leidtat. Sondern wirklich seinetwegen. Sie hatte gelernt ihn aus einer völlig anderen Perspektive zu sehen und sie wusste, dass auch er sie nun anders sah. Er hatte sie bei sich haben wollen. Nicht von Anfang an, aber jetzt. Das hatte er ihr nicht sagen brauchen, nein er hatte es ihr gezeigt indem er ihr vertraute. Und sie gestand, dass auch sie ihm vertraute.
Als die Sonne langsam aufging erhob Hermine sich. Wie die anderen bemerkte sie, dass die Rückverwandlung langsam einsetzte und sie traute sich nun auf ihn zuzugehen. Rasch zauberte sie eine Decke hervor und legte sie ihm über, ehe er vollständig zurückverwandelt war. Dann löste sie die Ketten. Ihre Freunde saßen schweigend hinter ihr und betrachteten das Schauspiel. Hermine kniete sich vor ihn und konnte nicht umhin wieder zu weinen, doch dieses Mal aus Erleichterung und Freude. Draco sackte leicht zur Seite, doch sie legte die Arme um ihn, damit er nicht fiel. Sie hörte wie er kurz nach Luft rang, ehe er wieder zu Verstand kam und sie panisch anstarrte. Irgendwo in seinem Unterbewusstsein musste er wissen, was geschehen war, denn er schlang die Arme um sie und begann laut zu schluchzen, was dazu führte, dass Hermines Tränen nur mehr flossen.
Sie hörte hinter sich ein Rascheln, welches von ihren Freunden kommen musste und warf einen Blick zu ihnen, Draco noch immer in den Armen haltend. Ron blickte sie nicht an, Harry und Ginny dagegen warfen ihr einen verständnisvollen Blick zu, ehe sie sich langsam von ihnen entfernten. Hermine würde später weiter mit ihnen reden, das hatte sie sich fest vorgenommen. Doch in dem Moment brauchte Draco sie.
„E-es tut mir so leid.", schluchze er und drückte sie noch mehr an sich heran. Bereitwillig ließ sie es zu und legte ihre Arme ebenfalls fester um ihn. Sein Gesicht war in ihrem Haar vergraben und er murmelte weitere Entschuldigungen. Sein Körper zitterte heftig und sie spürte, wie sein Herz gegen seine Brust hämmerte, als wolle es fliehen. „Ist schon gut... alles ist gut.", flüsterte Hermine ihm beruhigend zu und strich ihm mit der Hand über den Rücken. Auch ihr Herz begann schneller zu schlagen, doch viel mehr aus der Faszination heraus ihm so berauschend nahe zu sein. Wie er sich suchend an sie klammerte und ihr zeigte, wie sehr er sie wirklich brauchte. „I-ich hätte dich t-töten können, Hermine! I-ich wollte dir nicht wehtun!", stammelte er völlig aufgelöst und sie spürte, wie einige seiner Tränen auf ihre Schulter fielen. Es brach ihr das Herz ihn so zu sehen. „Bitte beruhige dich, Draco. Es ist nichts passiert. Niemand ist zu Schaden gekommen.", versuchte sie abermals ihn zu beruhigen und dieses Mal blieb er ruhig.
Eine Weile lang lagen sie sich einfach in den Armen und genossen die Ruhe. Draco hatte aufgehört zu zittern und zu schluchzen. Sein Herzschlag war noch immer schnell, aber dennoch ruhiger als zuvor. „Deine Freunde haben geholfen, oder?", fragte er plötzlich aus dem Nichts heraus, ließ sie dennoch nicht los. Hermine nickte. „Sie wissen Bescheid und ich finde, dass Dumbledore auch Bescheid wissen sollte. Er wird dich sicher nicht rausschmeißen und dir he-", doch bevor sie zuende sprechen konnte unterbrach Draco sie bereits: „In Ordnung, ich werde zu ihm gehen. Ich will nicht, dass so etwas noch einmal passiert oder Schlimmeres." Schließlich löste er sich etwas von ihr und blickte sie mit einem traurigen Lächeln an, welches Hermines Herz höher schlagen ließ. Irgendwie erinnerte es sie daran, wie er sie angesehen hatte, als sie nebeneinander gelegen hatten und sie plötzlich an sich gezogen hatte. Hermine erwiderte sein Lächeln zaghaft. Er würde es ihretwegen tun. Plötzlich begriff sie, dass nicht nur sie angefangen hatte sich um ihn zu sorgen, sondern dass auch er angefangen hatte, sich um sie zu sorgen. Vielleicht verstand sie erst jetzt, was Ginny damit gemeint hatte, sie sehe doch, wie sie einander anschauten. Sie hatten begonnen einander zutiefst zu vertrauen.
Langsam kroch die Kälte in Hermines Knochen als der Herbstwind aufkam und durch den Wald fegte. „Wir sollten zurück zum Schloss.", sagte sie leise, den Blick nicht von ihm abwendend. Er nickte, ließ nun vollständig von ihr ab und zog die Decke näher an seinen Körper. Sie half ihm beim Aufstehen und nahm seine Hand, welche nicht die Decke festhielt, ehe sie zurück zum Schloss liefen. Immer wieder warf sie ihm aus dem Augenwinkel einen Blick zu. Er wirkte erschöpft und müde, dennoch schien er beinahe zufrieden zu sein. Sie lächelte in sich hinein und dachte daran, wie verrückt es war. Doch sie bereute es keinesfalls. Es hatte ihr die Chance gegeben ihn wirklich kennenzulernen und was sie dabei entdeckt hatte, ließ sie einfach lächeln.
So machten sie sich ungesehen in den frühen Morgenstunden auf den Weg in die Kerker, damit Draco sich umziehen konnte, bevor sie ins Büro des Schulleiters gingen. Er wollte es nicht aufschieben, auch wenn Hermine wusste, dass er Angst davor hatte. Sie wartete, während er in den Gemeinschaftsraum verschwunden war. Als er wieder herauskam wirkte er geordneter, auch wenn ihm die Müdigkeit ins Gesicht geschrieben stand und ihr selbst wohl auch. Mit einem Lächeln nahm sie wie selbstverständlich seine Hand und ging mit ihm zu Dumbledores Büro.
Der Schulleiter hatte sie zwar freundlich, aber mit einem fragenden Blick empfangen. Hermine hatte gemerkt, wie sich Dracos Hand fester um ihre geschlossen hatte, als sein Blick dem von Dumbledore begegnete. Sie hatten sich gesetzt und Draco hatte mit brüchiger Stimme angefangen zu erklären, was passiert war. Der alte Zauberer hatte dabei aufmerksam zugehört und hier und da verstehend genickt. Sie selbst hatte kaum etwas gesagt. Natürlich hatte er ihre Entscheidung betadelt, dass sie allein gehandelt hatte, doch er hatte auch ihren Mut gelobt. Er versicherte ihnen, dass er Draco helfen würde und dass niemand, außer dem Lehrpersonal, etwas davon erfahren müsse. Sofort lockerte sich der Griff um ihre Hand und sie schien förmlich zu spüren, wie ihn die Erleichterung durchströmte, welche sie ebenfalls erreichte. „Ich danke Ihnen, Professor.", sagte der Slytherin ruhig und auch Hermine bedankte sich mehrmals, ehe sie das Büro wieder verließen. In den nächsten Tagen würde noch viel auf sie zukommen, dass wussten sie beide. Es musste viel arrangiert werden und Draco würde noch viel erklären müssen. Doch in diesem Moment zählte es einfach nur, dass es in Zukunft leichter werden würde. Dass er sie vielleicht nicht mehr brauchen würde, versetzte ihr jedoch einen Stich...
Wie selbstverständlich hatten sie das Schloss wieder verlassen und fanden sich auf den Ländereien wieder, als Hermine stehen blieb und sich ihm zuwandte. Unsicher sah sie ihn an und fand in seinem Blick wieder diese Neugierde, diese Faszination, die ein wohliges Kribbeln in ihr auslöste. „Nun, dann wirst du mich in Zukunft wohl nicht mehr brauchen. Schade, ich werde es vermissen dich einzusperren oder mir deine bissigen Kommentare anzuhören, während wir essen.", gab sie plappernd von sich und grinste leicht, um ihre Unsicherheit zu überspielen. Doch er sah sie noch immer so durchdringend an, als würde er ihr direkt in den Kopf schauen können. Sie wandte den Blick ab, als sie dem seinen nicht mehr standhalten konnte. „Draco, ich wollte dir nur sagen, dass-", doch weiter kam sie nicht. Abrupt hatte er ihr Gesicht in seine Hände genommen, sich zu ihr hinuntergebeugt und fast bedächtig seine Lippen auf ihre gelegt. Für eine Sekunde war Hermine geschockt, ehe sie sich fallen ließ und dieses berauschende Gefühl genoss, welches durch ihren Körper strömte. Sie schloss die Augen und schlang die Arme um seinen Nacken, um ihn noch näher zu sich heranzuziehen. Seine Lippen pressten sich warm und weich gegen ihre und für einen Moment schoss ihr durch den Kopf, wie perfekt sie sich aneinander schmiegten. Er ließ von ihrem Gesicht ab und legte seine Arme um ihre Taille, wobei er den Kuss noch intensivierte. Ihr Herz schien beinahe auszusetzen und mit einem Mal wurde ihr heiß. So plötzlich wie er sie geküsst hatte löste er sich auch wieder von ihr und bedachte sie mit einem leichten Grinsen, als sie ihn völlig außer Atem anblickte, schweigend. „Ich wusste doch, dass selbst du Mal sprachlos sein kannst.", meinte er und sein Grinsen wurde etwas sanfter, „Weißt du eigentlich, wie wundervoll du duftest?". Wie hatte sie dieses Grinsen in den letzten Tagen vermisst! Sie erwiderte sein Grinsen. „Verfluchter Köter.", zischte sie und zog ihn zu einem erneuten Kuss zu sich hinunter. Es schien so, als würde er nicht einfach so aus ihrem Leben verschwinden. Vielmehr schien es so, als würde er sie nicht so einfach gehen lassen...
