Leon S. Kennedy 1977: Ich bin jetzt auch froh, dass die beiden sich ausgesprochen haben. Das war eines meiner Lieblingskapitel zu schreiben. :) Weskers Gedanken wirst du gleich sehen. Ich sage nur, er wird die ganze Geschichte fundamental beeinflussen.

Alexa- Wesker: Ich weiß noch nicht, wie viele Kapitel es insgesamt werden, aber ich kann garantieren, dass es noch sehr viele sein werden. :) Trau dich und lade deine Geschichten hoch. :)

Ich weiß, das Kapitel ist sehr kurz und ich wollte auch zuerst noch was anderes schreiben, aber ich glaube, so wie es für sich alleine stehenbleibt, wirkt es am Besten.


Es war alles so klar, so eindeutig. Vor seinem geistigen Auge formte sich alles zu einem Bild. In dem Gespräch mit Jake war er alles noch einmal durchgegangen und endlich hatten die Dinge einen Zusammenhang bekommen.

Albert eilte so schnell er konnte zurück zur B.S.A.A.- Zentrale, um mit Alex zu sprechen. Vorher jedoch musste er noch etwas anderes erledigen.

Er spürte wie das Adrenalin durch seinen Körper gepumpt wurde und das Blut in seinen Ohren rauschte. Er hatte es. Er hatte die Lösung.

Als er das Gebäude erreichte, zögerte er keinen Moment und steuerte das Zimmer von Ada Wong an.

Ada saß am Fenster, als Wesker ohne anzuklopfen, die Tür aufriss. Sie schrak zusammen und starrte ihn entgeistert an.

„Was ist los?! Was willst du?"

„Ada, ich muss etwas wissen", sagte Albert.

„Und was?"

„Als du in diesem U-Boot warst und die Videoaufnahme gefunden hast", sie sah ihn eindringlich an, „welchen Auftrag gab Simmons Carla Radames? Ich muss es wissen. Ich muss wissen, welchen Wortlaut er benutzt hat."

Sie musterte ihn verwundert, doch dann antwortete sie: „Sie sollte herausfinden, ob Jake Muller, der in Edonien lebt, Antikörper gegen den C- Virus besitzt."

„Verdammter Mist", murmelte Wesker zu sich selbst. „Danke."

Mit diesen Worten war er bereits wieder hinausgerauscht und Ada konnte nur verwirrt zurückbleiben.


„Albert, was ist denn los?!", fragte Alex besorgt, als Albert dessen Zimmer betrat. „Du bist ja völlig… aufgelöst."

Albert zitterte. Ihm war heiß und er spürte, wie der Schweiß seinen Rücken hinablief. Als er sprach, klang seine eigene Stimme fremd in seinen Ohren.

„Ich weiß es endlich, Alex, ich weiß endlich, was wir übersehen haben. Ich kenne endlich das entscheidende Teil, das uns gefehlt hat."

„Was meinst du?"

„Wo ist Faiths Malblock mit den zerlaufenen Bildern?", fragte Albert schnell. Er wirkte gehetzt.

„Ähm, in meiner Tasche… Aber warum willst du…?"

Alex hatte keine Zeit, etwas zu sagen, als Albert bereits zu dem Rucksack gestürmt war und den Block herausgeholt hatte.

„Wir brauchen einen Computer, wo wir uns das Bild einscannen und unter Vergrößerung ansehen können."

„Albert…"

Albert hörte nicht auf Alex. Er rauschte eilig wieder aus dem Raum, einen völlig verwirrten Alex auf den Fersen, der beinahe laufen musste, um mit ihm mitzuhalten.

Sie erreichten das Labor und Albert fuhr sofort einen Computer hoch, an dem ein Scanner angeschlossen war. Er riss das letzte Bild, auf dem das meiste zu erkennen war, aus dem Block heraus und legte es in das Gerät.

„Albert, könntest du mir bitte mal erklären, was du tust?!", fragte Alex ungeduldig. Er kam sich langsam wie ein Idiot vor. Albert brachte ihn mit einer Handbewegung zum Schweigen. Seine Hände zitterten, als er nervös wartete, bis der Computer das Bild auf dem Schirm zeigte, und er merkte, wie Hitze in ihm aufstieg. Sein Herz klopfte heftig gegen seine Rippen, als wittere es das bevorstehende.

Endlich nach einer gefühlten Ewigkeit wurde das Bild angezeigt. Die schwarze zerlaufene Tinte wirkte in Vergrößerung unscharf und man erkannte das Motiv fast überhaupt nicht mehr. Albert betrachtete die Zeichnung, die einst irgendetwas auf dem Meer draußen darstellen sollte, ohne ein Wort zu sagen. Er zoomte an einen bestimmten Abschnitt heran, vergrößerte und schärfte ihn so gut es ging.

„Verdammt", murmelte er leise. Sein Verdacht hatte sich tatsächlich bestätigt. Das letzte Puzzleteil war an seinen Platz gefallen. Er starrte das Bild an und wich ein paar Schritte zurück.

„Albert", sagte Alex ruhig. „Albert, was ist los? Du bist völlig durch den Wind. Sag es mir bitte."

Albert bemerkte erst, als Alex ihn durch seine Worte aus seinen Gedanken riss, dass er laut hörbar atmete. Sein Puls raste immer noch.

„Ich kann endlich alles aufklären. Ich weiß, wer meine Beziehung mit Anna zerstört hat. Ich weiß sogar, wer Faith ermordet hat. Und wer Simmons alles erzählt hat."

Alex´ Augen weiteten sich. „Was?!"

Albert nickte. Sein ganzer Körper schien sich wie in einem Schockzustand zu befinden.

„Sieh es dir selbst an, Alex", sagte er und deutete auf den Bildausschnitt, an den er herangezoomt hatte.

Alex betrachtete das Bild, aber er schüttelte nur den Kopf. „Es tut mir Leid, aber… Wo siehst du etwas?"

„Erkennst du das Symbol nicht? Das Schlangenemblem." Albert deutete mit den Fingern die Konturen des Abzeichens nach.

„Aber das würde ja bedeuten, dass…", sagte Alex leise. „Du meinst… „die Familie"?"

Albert nickte abermals. „Es ist alles so klar und einleuchtend."

Er schritt nervös auf und ab. „Ich war bei Jake und habe mit ihm gesprochen. Ich habe ihm alles erzählt: von dir und Faith, von mir und Anna, was bei dem Geschäftsessen passiert ist, von den Unterlagen und unserer Trennung, alles. Und da ist es mir klargeworden, was wir die ganze Zeit übersehen haben. All das hat einfach keinen Sinn ergeben. Weil wir den entscheidenden Schlüssel nicht hatten. Für uns waren das alles nur zusammenhanglose Dinge, die einfach passiert sind. Aber sie haben einen Sinn. Das war alles kein Zufall."

Alex hörte ihm zu, aber auf seinem Gesicht war abzulesen, dass er Alberts wirrem Gerede nicht folgen konnte. „Albert, zum Teufel, erklär mir endlich, was du meinst!", forderte er energisch. „Ich werde echt langsam sauer, du kommst hierher und…"

„Hast du dich nie gefragt", unterbrach ihn Albert, „wie man euch auf der Insel finden konnte, obwohl niemand davon wusste? Es ist passierte ausgerechnet in 2003, nach Umbrellas Vernichtung. Und ist es nicht äußerst merkwürdig, dass Anna auf dem Geschäftsessen beschimpft wird, eine Woche darauf, sie mir von Jake erzählen will, aber ihr innerhalb eines Zeitfensters von gerade einmal ein paar Tagen, die besagten Dokumente zu gespielt werden? Und ist es nicht merkwürdig, dass ausgerechnet dann, als sie mir erzählen will, dass sie schwanger ist, sie von meiner Kindheit erfährt? Es war klar, dass wir uns trennen mussten. Derjenige, der ihr die Unterlagen geschickt hat, hat genau darauf spekuliert."

„Ich… begreife nicht ganz, auf was du hinauswillst, Albert", sagte Alex langsam.

Albert schüttelte den Kopf. „Die ganze Zeit dachte ich immer, man hätte das gemacht, um mir innerhalb der Firma zu schaden. Ich war ein blödes Rindvieh. Ich wollte das Offensichtliche nicht sehen. Es war nicht wegen Umbrella. Anna hat die Unterlagen nur aus einem einzigen Grund bekommen: Man wollte, dass sie verschwindet. Man wollte gezielt unsere Beziehung zerstören. Und derjenige muss von Jake gewusst haben."

„Was?", fragte Alex ungläubig. „Wenn nicht mal du eine Ahnung hattest…"

„Gleichzeitig muss derjenige aber auch von Faith gewusst haben und wo ihr zu finden seid. Es gibt eigentlich nur eine Erklärung dafür, warum man Jake aufgespürt hat. Man wollte die Antikörper gegen den C- Virus haben. Simmons gab den eindeutigen Auftrag, herauszufinden, ob Jake ein Träger ist."

„Ja und?"

„Man hat es vorher schon einmal versucht. Und zwar erfolglos. Sie ist ja keine Trägerin. Das ist der Grund für Faiths Ermordung."

Alex war zu sehr vor den Kopf gestoßen, um etwas erwidern zu können. Er starrte Albert an, als sei dieser nicht bei Trost.

„Und es gibt nur eine Möglichkeit, wie Simmons sowohl von Faith, als auch von Jake erfahren hat. Es gibt nur eine Person, die die entscheidende Verbindung zwischen all diesen Dingen schafft."

Alex musterte Albert eindringlich.

„Die Schwester deiner Frau, Alex, und deine Schwägerin, Sheila."

„Wa- Sheila soll etwas damit zu haben?", fragte Alex.

„Ja. Und es gibt keine andere Erklärung dafür", antwortete Albert mit Bestimmtheit.

„Wie? Ich verstehe das alles nicht!", entgegnete Alex. „Erklär mir bitte, wie das alles von statten gegangen sein soll!"

„Das werde ich in der Tat tun, Alex", sagte Albert. „Es ist nämlich alles so… einfach, so dermaßen simpel."

„Ich bin ganz Ohr."

„Hör dir erst alles an, dann urteile. Denn ich muss zugeben, der erste Teil der Geschichte ist leider nur reine Spekulation", sagte Albert. „Erst später werden die Zusammenhänge deutlicher."

Alex nickte nur und deutete ihm, endlich anzufangen.

„Oswell E. Spencer beauftragt, vielleicht um 1990 herum, Sheila Yamamoto damit, uns beide zu beobachten und auszuspionieren, weil er ein Interesse daran hat, über unser Privatleben Bescheid zu wissen und es gezielt zu steuern."

„Moment mal", Alex musste hier bereits unterbrechen. „Das ist doch abenteuerlich."

„Warum, Alex? Denkst du, Spencer hätte kein Interesse daran gehabt, dass wir Kinder haben? Das wäre doch ein Traum für ihn gewesen. Er musste nur dafür Sorge tragen, dass wir früher oder später eine Frau finden und Kinder zeugen. Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Kinder so geworden wären wie wir, war abzusehen. Womit Spencer mit Sicherheit nicht gerechnet hätte, war, dass Sheila eine Art Obsession mit mir entwickelt hat und deshalb nicht mehr ganz neutral war."

Alex schmunzelte skeptisch.

„Sie versuchte es erst mit dir, aber das funktionierte ja nicht. Als sie dir ihre kleine Schwester vorgestellt hat, funkte es. Spencer muss sehr zufrieden damit gewesen sein, dass du eine Tochter bekommen hast. Bei mir ging das ja nicht so einfach. Er erkundigte sich immer öfter nach meinem Privatleben und wie es mir ging. Vor allem, nachdem ich mich in die andere Abteilung habe versetzen lassen und mich seinem Einfluss. Das passte ihm gar nicht. Und siehe da, kurze Zeit darauf fängt Sheila ebenfalls im Information Department an. Es ist doch erstaunlich, wie sie das als Dolmetscherin, die für Fremdsprachenkorrespondenz zuständig war, ohne Beziehung geschafft hat. Spencer hätte ihr diese Stelle verschaffen können."

Albert schritt nervös auf und ab und Alex´ skeptischer Blick machte ihn nur noch unruhiger. Seine Kleidung war bereits nassgeschwitzt und er hatte das Gefühl, die Raumtemperatur mit seiner Körperwärme zu erhöhen.

„1991 lerne ich Anna kennen und komme mit ihr zusammen. Sheila habe ich zu diesem Zeitpunkt mehrmals einen Korb gegeben, was sie wahrscheinlich nur noch energischer hat versuchen lassen, mich auf sie aufmerksam zu machen. Bei dem Geschäftsessen sieht sie, dass ich eine andere Freundin habe. Sie pöbelt Anna an, beschimpft sie und sagt vielleicht Dinge wie `Albert gehört mir, halt dich von ihm fern.´. Sie stiftet damit Unruhe in unserer Beziehung. Wahrscheinlich hat sie aber auch mitbekommen, wie Anna sich auf der Toilette übergeben hat und hat als Frau eins und eins zusammengezählt. Kurz darauf trennen Anna und ich uns wegen den Dokumenten und sie kommt nicht mehr dazu, mir von ihrer Schwangerschaft zu erzählen. Es passt alles zusammen. Statt Spencer von meiner Situation zu erzählen, will sie lieber dafür sorgen, dass Anna verschwindet, weil Sheila ja der Meinung ist, ich gehöre ihr."

„Du meinst also, dass Sheila… Anna aus dem Weg räumen wollte?"

Albert nickte. Plötzlich verzog er vor Schmerz das Gesicht. Seine Gliedmaßen taten weh und er musste sich anstrengen, sich aufrecht zu halten.

„Alles OK?", fragte Alex sofort. Albert wehrte ihn mit einer Handbewegung ab.

„Überleg, Alex, es wäre so einfach gewesen. Sheila bekommt mit, wie Anna sich übergeben muss. Der erste Verdacht keimt in ihr. Danach wäre es ein Leichtes gewesen, sie zu verfolgen, wie sie vielleicht zu einem Frauenarzt geht oder sich einen Schwangerschaftstest kauft. Ich bin mir sicher, dass Sheila den Gedanken, dass sie mich nie haben würde und dass ich mit einer anderen Frau ein Kind habe, nicht ertragen konnte. Sie ignorierte Spencers Auftrag und sorgte dafür, dass Anna verschwand. Durch ihre Position hatte sie Zugang zu diesen Dokumenten und das erklärt auch, warum mein Gesundheitszeugnis aus dem Wesker- Projekt da drin war. Es war der ultimative Test. Sie konnte voraussehen, wie Anna reagieren würde, wenn sie wirklich schwanger war, und dass sie mir nicht von unserem Kind erzählen würde, weil sie Angst hatte."

Er stützte sich auf einen Labortisch. „Du hast selbst gesagt, dass Sheila danach wie ausgewechselt war. Sie schottete sich ab, brach jeden Kontakt ab, aber ihr habt ihr von Faith erzählt und ich schätze auch mal, dass ihr ihr gesagt habt, dass ihr auf der Insel seid."

„Meine Frau hat es ihr gesagt", sagte Alex nachdenklich. „Aber warum sollte Spencer warten? Er hat nie etwas unternommen."

„Ganz einfach. Im Gegensatz zu uns, die er uns unseren Familien entrissen hat, konnte er das bei Faith nicht machen. Ihre Eltern waren ja da und wie hätte das ausgesehen, wenn er sich einfach dein Kind genommen hätte? Er musste warten, bis sie größer war und er sie gezielt beeinflussen konnte. Leider kam ihre Ermordung dazwischen und er stand mit leeren Händen da."

Alex´ Augenbrauen zogen sich zusammen. „Faith war die Tochter ihrer Schwester! Ihre eigene Nichte! Ich meine, sie kannte Faith zwar nicht und sie hatten keinen Kontakt, aber…"

„Alex, es ist die einzige Möglichkeit. Sie war die einzige, die abgesehen von Spencer von der Insel wusste. Sheila kündigt im Information Department, tritt eine andere Stelle an. Umbrella bricht zusammen. Simmons will jemanden finden, der Antikörper gegen den C- Virus hat. Sheila weiß natürlich davon. Sie muss es Simmons gesagt haben, dass sie jemanden kennt, der dafür in Frage kommt. Es war alles geplant. Sie kamen zu der Insel, entführten deine Tochter, testeten ihr Blut und vielleicht hätten sie sie danach einfach wieder gehen lassen, wenn sie das bekommen hätten, was sie gebraucht hätten. Aber Faith ist keine Trägerin."

Alex wich Alberts Blick aus. Er überlegte. Seine Gedanken rasten. „Aber Albert, das erklärt immer noch nicht, warum man erst fast ein Jahrzehnt später zu Jake gekommen ist."

„Ganz einfach, Sheila hat das Geheimnis um meinen Sohn all die Jahre in sich getragen und hat es nie jemandem erzählt. Sie konnte das mit Sicherheit nicht ertragen und wollte Anna Muller bloß weit weg wissen. Und wahrscheinlich hat sie Jakes Existenz nur verdrängt. Irgendwann jedoch", Albert richtete sich mühsam auf. Mittlerweile schmerzte sein gesamter Körper. Er fühlte sich, als stünde er in Flammen. „konnte sie es vor Simmons nicht länger geheim halten. Er muss es irgendwie aus ihr raus bekommen haben. Aber lass sie ihm nur einen vagen Hinweis gegeben haben. Da kommen Ada Wong und gewisse Gerüchte ins Spiel. Der Auftrag, den Simmons Carla Radames gab, war eindeutig. Sie sollte nicht herausfinden, ob es einen Sohn von mir gibt, sondern ob Jake Muller, Albert Weskers Sohn, der in Edonien lebt, Antikörper gegen den C- Virus hat. Und hier schließt sich der Kreis. Sheila wusste, dass Anna aus Edonien ist. Nach Annas Tod 2008 und meinem 2009 hatte Simmons freie Bahn auf Jake."

„Das heißt, ein Schiff der Familie mit Sheila an Bord ist zu dieser Insel gefahren und hat meine Tochter ermordet?", fragte Alex.

„Es kann nicht anders sein, Alex. Sheila ist die Figur, die alles miteinander verbindet."

„Aber wie ist Simmons auf Sheila gekommen? Das kann doch kein Zufall sein?"

Alberts Hände zitterten und er spürte wie ein Kälteschauer ihn durchfuhr. „Faiths Tod fällt in das Jahr als Umbrella zusammenbrach. Glaubst du wirklich, die Familie hätte kein Interesse an Umbrellas Geheimnissen gehabt? Er brauchte nur jemanden, der die Möglichkeit hatte, ihm all das zu liefern, was er brauchte."

„Ich… ich weiß nicht, was ich sagen soll", meinte Alex.

Alberts Stimme zitterte und Übelkeit stieg in ihm auf, als er die nächsten Worte aussprach, von der er nicht sagen konnte, ob sein Körper sie verursachte oder nicht vielmehr die Abscheu gegen sich selbst, als ihn die entscheidende Erkenntnis traf. „Die ganze Zeit wollte ich den Zusammenhang nicht sehen. Dabei war es so offensichtlich. Aber ich war so dumm." Er schlug mit der Faust auf den Labortisch, wo er eine Delle im Metall hinterließ. „Sheila hat meine Beziehung mit Anna zerstört und wegen ihr habe ich Jake nie kennengelernt. Der Junge hatte keine Chancen in seinem Leben. Und Anna? Sie ist tot, sie ist umsonst gestorben, nur weil ihre Medikamente zu teuer waren. All das, nur weil ich zu blind war, um die Wahrheit zu erkennen. Ich habe nur an die beschissene Firma gedacht, die mein Leben ruiniert hat. Wenn ich…"

„Albert…", sagte Alex mitfühlend.

„Wesker!" In diesem Moment trat Chris Redfield ins Labor. „Wo zum Teufel bist du gewesen?!"

Alberts gesamter Körper schien nur noch aus Schmerz zu bestehen. Er konnte sich kaum aufrecht halten. Er zitterte und ihm war eiskalt, doch gleichzeitig rann ihm der Schweiß übers Gesicht. Die Übelkeit wurde so stark, es war unerträglich, und schließlich musste er sich übergeben. Er erbrach Blut in seine Hand. Er kippte seitlich weg und fiel zu Boden.

Er sah noch Alex, der sich über ihn beugte und er konnte Chris irgendwo in weiter Ferne etwas sagen hören, aber er kümmerte sich nicht darum. Die Dunkelheit, die ihn einschloss, war viel zu wohltuend.