Blossom kreischte und verschwand blitzschnell auf einem der Bäume.
Draco und Ginny fuhren auseinander.
Vier riesige Gramière stürzten in ihre Richtung, die silbernen Augen blitzten unheilverkündend, und sie fauchten mörderisch.
Draco stieß Ginny aus dem Weg und warf das Chakra. Es verfehlte die erste Katze nur um Haaresbreite, und er fluchte lauthals.
„Los, machen wir es wie Blossom, rauf da!"
Ginny konnte sich nicht erinnern, je so schnell geklettert zu sein. Hinter sich konnte sie Draco hören, der jetzt das Schwert, was er Maynew abgenommen hatte, wie einen Speer warf. Einer der Gramière fiel zu Boden und blieb liegen, doch die anderen drei fingen nun an, mit aller Kraft abwechselnd Tatzen und Körper gegen den Baum zu hämmern.
Ginny rutschte ab und konnte sich gerade noch festhalten.
„Der Baum ist total morsch, das hält der nie lange durch!" rief sie verzweifelt.
„Dein Schwert!"
„Die treffe ich doch nie im Leben!"
Ein grauenvolles Geräusch von abbrechenden Ästen antwortete ihr, als Draco den Halt verlor und auf den Boden stürzte.
„Draco!" Ginny warf ebenfalls ihr Schwert, aber wie sie vermutet hatte, es landete weit neben seinem Ziel und blieb im Morast stecken.
Zwei der verbliebenen Gramière umkreisten den Slytherin drohend, während der letzte weiter versuchte, Ginny wie eine reife Frucht vom Baum zu schütteln.
Draco richtete sich halb auf und erstarrte dann, als eine der Katzen ihm direkt ins Gesicht sah. Der silberne Blick war lähmend, und gegen seinen Willen sank er wieder auf die Erde zurück, die Augen immer noch in das unheimliche, metallene Glitzern versenkt.
Ginny klammerte sich an einen der Äste und sah entsetzt, wie Dracos Augen leer wurden.
Der Gramièr bellte triumphierend, jetzt hörte er sich eher wie ein Hund als eine Katze an. Dann packte er vorsichtig ein Bein des Slytherins mit den Zähnen und begann, ihn fortzuschleifen.
„Oh nein, das tust du nicht!" Ginny schleuderte erst ihre Tasche, und dann kleinere Äste auf die Katze. Die schüttelte sich nur gereizt und ließ sich nicht beirren. Ihr Griff verkrampfte sich um den modrigen Stamm des Baumes, der durch die gewaltige Kraft des Gramièrs hin- und herschwankte.
Etwas wie ein Flüstern erhob sich. Nicht nur Ginny hörte es, sondern auch die Katzen. Sie standen auf einmal still wie Salzsäulen und spitzten unruhig die Ohren.
Das Licht der Elmsfeuer schien sich plötzlich zu verstärken, und das merkwürdige Geräusch wurde lauter. Dann erhob sich mitten aus dem Sumpf eine riesige Hand aus Morast und Schlamm, eingetaucht in grünes Leuchten.
Ginny starrte ungläubig darauf, während die Gramière in Bewegung kamen. Sie versuchten, die Hand anzugreifen, bissen jedoch nur in Erde, die auseinander fiel und sich sofort danach wieder in die Erscheinung manifestierte.
Dann schlug die unheimliche Hand zu. Eine der Katzen heulte auf, als sie in das nächste Sumpfloch geworfen wurde. Sie versuchte, sich herauszuwinden, und fauchte dann wie wild, als etwas sie nach unten zog. In Sekundenschnelle war sie verschwunden, als hätte sie nie existiert.
Die anderen beiden Gramière versuchten nun zu fliehen, aber auch sie hatten keine Chance und wurden genauso schnell ergriffen wie der erste. Ginny hörte Knochen brechen, als die Hand beide Katzen umschlang und dann ebenfalls in den Sumpf warf.
Die Erscheinung blieb einen Moment regungslos über dem Sumpf stehen. Dann machte sie ein oder zwei Bewegungen in Ginnys Richtung und zerplatzte – besser konnte man es nicht beschreiben. Erde, Schlamm und Sumpfpflanzen regneten auf den Boden, und das glühende Leuchten erlosch schlagartig.
Ginny saß immer noch mit offenem Mund auf dem Baum. Hatte die Hand ihr eben zugewinkt?
Draco hatte eine kräftige Schlammdusche abbekommen, und richtete sich nun auf.
„Was zum ...", murmelte er und sah sich dann wild um. „Wo sind die Gramière hin?"
Ginny kletterte eilig nach unten und rannte zu der Stelle, an der er saß.
„Hast du das auch gesehen?" keuchte sie.
„Was gesehen? Ich weiß nur noch, wie das Vieh mir in die Augen gestarrt hat – und dann nichts mehr, alles schwarz. Wo sind die hin? Und warum bin ich voll Dreck?"
„Wenn ich dir das erzähle, hältst du mich verrückt."
„Tu ich sowieso schon, gib dir keine Mühe." Draco war eindeutig wieder der alte.
Ginny erzählte, was passiert war. Sie zögerte kurz, aber dann erwähnte sie sogar das Winken der Erscheinung.
„Irgendwas ist hier", sagte Draco nachdenklich, nachdem sie geendet hatte.
Sie sah sich unbehaglich um.
„Du meinst – etwas im Sumpf? Etwas, was jeden unserer Schritte verfolgt?"
„Na ja." Draco stand auf und wischte sich die Erde vom Gesicht. „Ich glaube eher, es ist der Sumpf selbst. Jelin sagte, wenn die Leute aus Falínga ihm nicht opfern würden, würde der Sumpf immer näher an die Stadt herankriechen und sie schließlich verschlingen. Ob's stimmt, weiß ich natürlich nicht."
„Klingt logisch. Ein normales Moorgebiet würde sich entweder ausbreiten oder nicht, aber sich bestimmt nicht von einem Opfer beeinflussen lassen."
„Und ich wette, ich weiß auch, warum Es das tut. Es besteht eine Verbindung zwischen Falínga und Yorga, das wissen wir von Jelin. Und dieses Es scheint kein Freund von Tanadryl zu sein, sonst hätte es doch die Gramière nicht aufgehalten."
„Was ist Es dann? Ein Tier? Eine Pflanze? Nur ein Bewusstsein, dass sich überall befindet? Was?"
„Woher soll ich das wissen? Begnügen wir uns einfach mit der Antwort, dass es uns freundlich gesonnen ist – das ist meiner Ansicht nach das einzige, was zählt."
Ginny schüttelte sich.
„Es ist ein unheimliches Gefühl. Es hat uns sicher beobachtet, seitdem wir hier sind."
Dann fiel ihr noch etwas ein, und sie wurde rot.
Draco hatte ihren Gedankengang erraten, und er grinste.
„Komm schon, Scrawny, es ist ja nicht so, dass es sich aufmacht und überall erzählt, was wir hier gemacht haben. Übrigens, dabei fällt mir gerade etwas ein." Das Grinsen wurde breiter.
Ginny konnte seine Augen funkeln sehen, und das machte sie prompt misstrauisch.
„Und, was wäre das?"
„Du hast beim aufstehen gesagt, heute Nacht kann ich mit dir machen, was ich will." Er lehnte sich vor und flüsterte ihr etwas ins Ohr.
„Draco!"
„Und, habe ich dir zuviel versprochen?" Draco meinte das nicht ernst, man konnte es seiner Stimme anhören.
Ginny antwortete deshalb gar nicht erst und kuschelte sich in seinem Arm zusammen.
„Eine Frage hätte ich da mal", sagte er nach einiger Zeit.
„Hmm .. was denn?" fragte Ginny ungnädig. Sie hatte schon fast geschlafen.
„Du und Maynew ... habt ihr ... ich meine ... seid ihr ... oder überhaupt ... du weißt schon."
Ginny unterdrückte ein Lächeln. Sie hatte Draco Malfoy noch nie um Worte ringen hören, und beschloss, ihn ein wenig länger zappeln zu lassen.
„Ich weiß gar nicht, was du damit sagen willst", antwortete sie deshalb unschuldig.
„Hör auf zu grinsen, du weißt genau, was ich meine. Vergiss nicht, dass du im Gegensatz zu mir kitzelig bist."
„Das wagst du nicht! Draco, hör auf!" Ginny versuchte lachend, ihn abzuwehren - vergeblich. „Okay, okay, ich werde antworten, aber nur, wenn du aufhörst!"
„Und?"
Sie wurde schlagartig wieder nüchtern.
„Nein, habe ich nicht. Weder mit Maynew noch mit sonst irgendjemandem. Zufrieden?"
„Ja, eigentlich schon." Er strich mit einem Finger über ihre Lippen. „Willst du denn?"
Ginny blieb einen Moment stumm. Sie war sich nicht sicher, was sie antworten sollte.
„Ich weiß nicht", sagte sie dann zögernd. „Irgendwie habe ich mir das immer ein bisschen anders vorgestellt."
„Blumen und ein romantisches Abendessen vorweg?" Das klang spöttisch.
„Jetzt mach dich nicht auch noch lustig über mich!" entgegnete sie heftig. „Und, was ist, wenn es so wäre? Jedenfalls möchte ich mit Sicherheit nicht, dass mir ein Schlammmonster dabei zusieht, oder ich jeden Moment Angst haben muss, dass mich wieder eine dämliche Katze angreift!"
Wütend drehte sie sich um.
„Scrawny, du übertreibst."
„Mein Name ist Ginny, falls du dir das endlich mal merken kannst!"
Draco merkte, dass sie ernstlich sauer war, und verdrehte die Augen.
„So habe ich das nicht gemeint. Und wenn du eine Entschuldigung hören willst – gut, ich entschuldige mich hiermit. Könnte ich jetzt wieder mit deinem Gesicht reden und nicht mit deinem Rücken?"
Ginny stellte sich taub. Seine Frage hatte zweierlei Gefühle in ihr vorgerufen, die sich in ihrem Inneren nun bekriegten. Auf der einen Seite wollte sie es und hatte es von Anfang an gewollt, aber die andere Empfindung war schlicht und ergreifend Angst.
„Ich brauche einfach noch Zeit. Mir geht das alles ein bisschen zu schnell", sagte sie dann unterdrückt.
„Du hast mich völlig falsch verstanden, Scra ... Ginny. Das sollte nicht heißen, unbedingt heute Nacht, oder morgen - schließlich können wir uns auch so ganz gut beschäftigen", sagte Draco, wieder mit einer Spur Spott in der Stimme. Wie zum Beweis fing er an, ihren Hals zu küssen, und seine Hand wanderte über ihren Oberkörper, um dort ihre Brüste zu streicheln.
Ginny spürte, wie er seinen nackten Körper an ihren Rücken presste, und stöhnte unwillkürlich leise.
„Es ist nur so, dass ich ...", begann sie, aber Draco griff nach ihrer Schulter und drehte sie herum.
„Du brauchst dich nicht rechtfertigen", murmelte Draco und zog ihren Kopf in Kussreichweite. „Wenn du sagst, du brauchst Zeit, dann kriegst du die auch. Hauptsache, ich kann davon ausgehen, dass die Antwort irgendwann mal ja ist."
„Ich hätte nie gedacht das ausgerechnet mal aus deinem Mund zu hören."
„Was hast du erwartet? Dass ich über dich herfalle oder dich zwingen würde, ja zu sagen? Was würde mir das bringen? Ich habe dir gesagt, ich habe mich endgültig entschieden, was ich tun werde, wenn wir wieder nach Hause kommen. Es wäre ein absolut glänzender Start für mich, wenn ich zugeben müsste, dass ich meine Freundin vergewaltigt habe, oder?"
Ginny sah ihn unverwandt an.
„Was ist, hat es dir die Sprache verschlagen?"
„Irgendwie schon. Du hast mich das erstemal als deine Freundin bezeichnet."
„Ja, und? Würde dir was anderes besser gefallen?" Er überlegte, gespielt übertrieben. „Lass mal sehen – wie wäre es mit Betthäschen? Gespielin?"
Ginny schüttelte nur mit dem Kopf.
„Erst machst du mir ein Kompliment, und dann reißt du wieder Witze darüber. Du bist echt ein Buch mit sieben Siegeln für mich."
„Das ist halt meine Art, großartigen Gefühlsduseleien aus dem Weg zu gehen, gewöhn dich besser dran. Ich wurde nicht dazu erzogen, meine Gefühle offen zu zeigen, aber das heißt nicht, dass sie nicht da sind, kapiert?"
„Ähem", machte Ginny.
„Was ist jetzt schon wieder?"
„Nichts. Deine ... Gefühle liegen nur gerade offen vor mir", sagte sie zuckersüß und wies mit dem Finger nach unten.
Draco sah an sich herunter. Die ‚Bettdecke' war weggerutscht, und entblößte nun seinen Unterkörper.
„Und dich habe ich mal für schüchtern gehalten."
Während der nächsten Tage passierte nichts aufregendes.
Sie durchquerten den Sumpf nun zügig. Dann und wann regte sich etwas in den Tümpeln, aber es erwies sich immer nur als irgendein Wassertier.
Blossom schien sich aufrichtig darüber zu freuen, Ginny und Draco endlich als Paar zu sehen. Die Echse wuselte von einem zum anderen und quietschte immer begeistert, wenn sie sich ab und zu flüchtig küssten. Draco hatte sie sogar eines Abends energisch verscheuchen müssen, nachdem sie sich neben ihren Schlafplatz gelegt und sie nicht aus den Augen gelassen hatte.
Slytherin und Gryffindor stritten sich nach wie vor mindestens zwanzigmal am Tag, aber der scharfe Ton war daraus verschwunden.
Ginny hatte sich schließlich sogar ein Herz gefasst und ihn nach dem Herrn der Ringe gefragt – sie war einfach neugierig, woher Draco das Muggelbuch kannte.
„Ich lese eben viel", bekam sie als Antwort. „Um nicht vor Langeweile zu sterben. Das meiste, was wir im Unterricht beigebracht bekommen, musste ich schon vorher zigmal in Malfoy Manor über mich ergehen lassen. Außerdem gibt es mir immer eine gute Gelegenheit, mich in meinem Zimmer ein- und Pansy auszusperren."
„Pansy Parkinson?" Ginny horchte auf. „Wieso auszusperren? Ich dachte immer, ihr wärt ein Paar?"
„Ja, das war auch genau das, was Hogwarts denken sollte – ganz zu schweigen von Pansy. Ich habe vielleicht einen schlechten Geschmack", er blinzelte in Ginnys Richtung, die ihm daraufhin eine kräftigen Tritt gab, „aber so schlecht ist er nun auch wieder nicht."
„Und warum hast du sie dann nicht einfach da hingeschickt, wo der Pfeffer wächst?"
„Weil unsere Familien einen Deal gemacht haben, Weasley. Oder ein Heiratsversprechen, wenn dir das lieber ist. Vater hätte mich umgebracht, wenn ich gegen diese Vereinbarung verstoßen hätte. Ich habe so getan als ob, aber mehr als ein bisschen Rumgeknutsche hat's nicht gegeben. Merlin sei Dank." Er machte ein angewidertes Gesicht.
Ginny war stehen geblieben.
„Aber heißt das dann nicht, dass du dich daran halten musst?"
„Ich muss überhaupt nichts", stellte Draco klar. „Wenn wir nach Hause kommen, wird sich so einiges ändern. Wahrscheinlich muss ich dann aufpassen, dass mich nicht ganz Slytherin verprügelt." Das hörte sich recht düster an.
Sie versuchte, ihn abzulenken.
„Das mit Parkinson habe ich ja nun verstanden. Aber warum ausgerechnet Muggelbücher? Du kannst Muggel doch nicht ausstehen!"
„Ein paar Dinge, Weasley. Erstens, ich habe überhaupt nichts gegen Muggel. Zweitens, wenn ich das je zugegeben oder auch nur ansatzweise gezeigt hätte, hätte mich mein Vater – wie im Fall Pansy – gegrillt und danach filetiert, und drittens sind diese Bücher, die ich gelesen habe – Fantasy, Science Fiction, Horror und so was – von Muggeln geschrieben worden, die von einer Welt wie der unseren träumen. Das macht die Sache eben interessant."
„Und wenn sie jemand in deinem Zimmer gefunden hätte? Dann wäre doch das ganze aufgeflogen. Ich meine, ich weiß ja, dass du als Vertrauensschüler dein eigenes Zimmer hast, aber das Risiko erscheint mir doch enorm hoch."
„Wenn mal jemand in meinem Zimmer war – und das ist nicht oft passiert, ich kann es nämlich nicht leiden – dann hat er nur Bücher über Magie gesehen. Der Zauber, den ich um sie gewirkt habe, ist so stark, dass ich selbst meinen Vater damit getäuscht habe. Für so schlau müsstest du mich eigentlich halten."
„Hm." Ginny ließ sich das durch den Kopf gehen. „Wie hast du das ausgehalten? Ich meine, dieses lebenslange Versteckspiel? Gibt es überhaupt jemanden, der weiß, was für eine Maskerade du da abgeliefert hast?"
„Vier Leute. Außer dir. Meine Mutter, Severus, ein Freund von mir – und Remus Lupin. Obwohl ich stark vermute, dass Dumbledore ebenfalls etwas ahnt. Der weiß doch immer alles."
„Was? Lupin? Wie passt der denn da rein?"
„Ich weiß nicht, wie er es gemacht hat, aber er hat mich von Anfang an durchschaut. Vielleicht hat das irgendwas mit dem Spürsinn von Werwölfen zu tun, was weiß ich. Schöne Ironie eigentlich – meinen eigenen Vater konnte ich was vorspielen, aber ihm nicht. Aber er hält den Mund."
„Was ich immer noch nicht so ganz verstehe ..." begann Ginny, und Draco stöhnte.
„Könnten wir die Psychoanalyse Draco Malfoy jetzt bitte mal beenden?"
„Nur eins noch. Wenn du gewusst hast, wie deine Entscheidung im Endeffekt ausfallen würde – warum hast du dich nicht viel eher entschlossen, die Maske fallen zu lassen? Ich meine, dir muss klar gewesen sein, wie sie ausfallen wird, sonst hättest du doch keine schauspielerische Meisterleistung hinlegen müssen."
„War es mir eben nicht. Verdrängung ist eine ziemlich große Versuchung, und manchmal spielt man seine Rolle so gut, dass man hinterher gar nicht mehr weiß, dass man sie überhaupt spielt. Wäre Voldemort nicht wieder aufgetaucht, wäre ja auch alles bestens gewesen – bis auf die Parkinson Sache, aber da hätte ich schon irgendwie ´ne Lösung gefunden. Sein erneutes Wiederaufleben zwingt mich dazu, die Schauspielerei aufzugeben – endgültig."
„Das heißt, wir hätten am Ende des Schuljahres eine ziemliche Überraschung erlebt, oder wie sehe ich das?"
„Möglich. Besser ist, man fängt gar nicht mit diesem ‚Was wäre wenn' Spielchen an. Vielleicht wäre ich auch einfach nur abgehauen und hätte mir eingeredet, dass es so das Beste ist. Undenkbar ist es nicht."
„Hui. Ziemlich kompliziert, das ganze."
„Du hast ja keine Ahnung."
Beide gingen eine Weile schweigend nebeneinander her.
„Erzählst du mir, worum's geht? In dem Buch?" fragte Ginny ein bisschen später.
„Was, hier?"
„Was sollen wir sonst machen? Hey, so habe ich das nicht gemeint!" sagte sie hastig, als er schon wieder begann, sie mit den Augen auszuziehen. „Es interessiert mich einfach, außerdem ist es dann nicht mehr ganz so still hier."
„Ob ich das noch zusammenkriege?" Draco sah jetzt skeptisch aus. „Es ist schon Jahre her."
„Bitte."
„Na gut, aber wehe du lachst."
