Am Morgen des nächsten Tages, waren meine Mom und ich unterwegs nach Kings Cross. Also zum Bahnhof. Wir würden mit dem Zug zur Schule fahren. Na klasse. Ich hasse Züge. Viel zu laut, viel zu langsam. Aber was soll man machen in einem Land voller Neandertaler. Wie ich schon sagte, ich bin Amerikanerin und das wird sich auch nicht ändern. Wir sind viel Fortgeschrittener. In America kommen wir per Flohpulver von zu Hause in die Schule.
Dann musste ich durch eine Mauer laufen, meinen Kofferwagen vor mir her.
Der Bahnsteig war voller Leute. Hexen und Zauberer. Junge und Alte. Manche in Umhängen, manche in ganz normalen Alltagsklamotten und einige Kinder und Jugendliche hatten schon ihre Schuluniform an. Mir fiel in diesem Moment siedend heiß auf, dass ich ja auch so ein Ding tragen musste, wenn ich in Hogwarts angekommen war. Schuluniformen sind gegen jegliche Individualität. Und ich mag Individualität. Zwar trage ich keine kaputten Leggings oder auffällig gefärbte Haare, aber wie alle anderen aussehen? Na wunderbar. Warum muss ich nur immer so viel Mist bauen?
Ich hievte meinen Koffer in den Gepäckwagen und stand dann einen Moment bei meiner Mutter. Sie sah traurig aus. Nein, sehnsuchtsvoll. Ach keine Ahnung. Hinter ihr sah ich ein Fahndungsplakat. Haben Sie diesen Mann gesehen? stand in großen Buchstaben geschrieben, Der Massenmörder Sirius Black ist aus Askaban ausgebrochen! Das war mein Vater. Aber wir mussten so tun, als währe uns das egal, denn sonst würde das Ministerium denken, wir würden ihm helfen. Mom würde ihm eh sofort helfen, wenn er sich melden würde. Aber vielleicht hatte er seine Familie ja auch vergessen und war wirklich wahnsinnig geworden, wie alle sagten.
„Schätzchen, ich werde dich vermissen," die Stimme meiner Mutter war ein bisschen belegt. „Ich dich doch auch Mommy, aber ich bin noch nicht zu alt, dass du mich nicht vielleicht doch in den Arm nehmen könntest?" Sie lächelte und zog mich sofort in ihre Arme. „Ich hab dich lieb, du bist mein ganzer Stolz und deinem Vater so unbeschreiblich ähnlich!" Ja ja, das kannte ich auch alles schon. Mein Vater… blablabla. Oft war es schon passiert, dass meine Mutter mir stundenlang von ihm erzählte. Als ich noch Klein war, waren das die besten Geschichten. Jetzt nervt es mich nur noch, weil ich genau weiß, mir nützen diese Informationen über Dad nichts, denn er ist in Askaban und alle Leute in der Zaubererwelt denken er ist ein Diener von dem teuflischsten Zauberer der Welt.
Ich stieg in den Zug ein, welcher gleich losfuhr und suchte ein freies Abteil. In der Schule musste ich mich noch lange genug mit den anderen Schülern rumärgern. Wie lange würde der Zug nach Hogwarts brauchen?
Es waren bestimmt schon 3 Stunden vergangen, als ich aus dem Augenwinkel irgendwas am Zug vorbeihuschen sah. Nur durch den prasselnden Regen, der vor einiger Zeit eingesetzt hatte, konnte man draußen nicht viel sehen. Ein Geräusch an der Abteiltür ließ mich zusammenzucken, da ich nicht mit irgendwem gerechnet hatte.
Ein weiß-blonder Haarschopf steckte seinen Kopf in das Abteil, und schaute mich gleich böse an. „Ah, Malfoy der Verlierer, " platzte es aus mir heraus.
Seine grauen Augen funkelten mich an. Mist, der Junge war einfach heiß. Ein Trottel, ja, aber trotzdem heiß. Der Zug bremste plötzlich ab, kam schnell zum stillstand und dieser Junge fiel in mein Abteil. Der Malfoy lag mir vor den Füßen. Aber dann hielt ich ihm doch die Hand hin, nachdem ich ein wenig abgewogen hatte, ob ich so freundlich sein sollte. Wieder funkelten mich seine Augen an, schlug meine Hand weg und rappelte sich selbst hoch. „Ein Malfoy braucht keine Hilfe," war alles was von ihm kam.
„Ich würde sagen, wir sind quitt", meinte ich dann zu ihm. Sein Blick zeugte von Verwirrtheit über meine Worte. „Ich würde niemals…", ich hob meine Hand um ihn zu unterbrechen. Hier war etwas überhaupt nicht ich Ordnung. „Klappe und Tür zu," sagte ich ihm in einem Ton, der keine Widerrede dulden konnte. Trotz das ich das von ihm erwartet hätte.
Plötzlich wurde es kalt. Es war als würden die Fenster gefrieren. Nein, es war nicht nur so. Die Fenster gefroren tatsächlich. Die Lichter im Zug gingen aus. Siri hörte neben sich ein wimmern. Das war dieser Blonde. Das er ein Feigling war, war ihr ja schon klar gewesen, aber das er das auch noch zeigte? Er musste sich wirklich sehr fürchten.
„Bleib genau hinter mir und denk nicht an irgendwas, was dich glücklich macht! Sondern an das traurigste und grausamste, was dir einfällt!" Siri flüsterte und zog ihren Zauberstab. Ihre Gedanken rasten. Dementoren. Die hatten sie im Aufbaukurs Verteidigung für Fortgeschrittene durchgenommen. Sie wurden bis zu 3 Metern groß, waren die bösesten Wesen, unterschieden nicht unter dem den sie suchen oder der der sich in den Weg stellt. Sie orientieren sich an Gefühlen, an glücklichen Gefühlen, sind blind. Dann hörte sie den rasselnden Atem des Dementors.
Ein Gefühl von Angst, Traurigkeit und das fehlen sämtlichen Glücks breitete sich in dem Abteil aus. Der Junge hinter ihr zitterte am ganzen Leib und wimmerte leise vor sich hin.
‚Welcher Zauber war noch mal gegen diese Wesen einzusetzen?,' dachte Siri, ‚Professor Gilmore hatte die Gruppe nur den Zauber üben lassen, bis sie einen Patronus in einer Gestalt hinbekamen… Patronuszauber! Richtig'
Ende Siris Sicht
