Die Kutschfahrt war ziemlich ruhig verlaufen. Draco redete nicht mehr viel, nachdem er Siri seine Freunde vorgestellt hatte, aber die 3 anderen Jungs, die mit in der Kutsche saßen laberten in einer Tour irgendwelchen Blödsinn. Draco nannte sie Crabbie, Goyel und Zabini.

„Boah ey," entfloh es Siri wobei sie auf Crab und Goyel zeigte, „könnt ihr beiden Trottel mal den Rand halten! Ihr müsst Draco nicht permanent fragen, was er dieses Jahr mit irgendwem anstellen will. Wie er seine Vormachtsposition beibehalten will. So was nervt. Müsst ihr auch fragen wann ihr ein- und ausatmen dürft? Oder wann ihr aufs Klo dürft?" Die beiden Jungen starrten die Neue vollkommen perplex an. Draco grinste in sich hinein, verzog aber nach außen hin keine Miene.

Den Rest der Fahrt über waren alle ziemlich still. Am Schloss angekommen wartete eine schlanke ältere Hexe in Robe und Spitzhut und beäugte jede Kutsche. Als sie die Kutsche mit Siri drin sah, trat sie auf sie zu und beäugte die Gruppe missbilligend.

„Miss Black," sagte die ältere Frau, „mein Name ist Prof. McGonagall und ich habe die Aufgabe Sie in die Große Halle zu führen, wo Sie wie die Erstklässler von dem sprechenden Hut in ein Haus eingeteilt werden." Damit drehte sich die Professorin um und schritt schnell aber bestimmt davon. Siri sprang aus der Kutsche und musste der Lehrerin förmlich hinterher rennen.

„Professorin?" fragte das junge Mädchen, „kann ich nicht einfach in das Haus meiner Eltern? In Amerika gab es so was auch nicht, da wäre ich in der 3. Klasse und gut. Ich hab noch keine Liste bekommen, wie ich meine Kurse zu wählen habe. Denn ich habe keine Lust so was wie Wahrsagen machen zu müssen. Dann wäre ich gern wieder in dem Fortgeschrittenen Kurs, also der Arbeitsgruppe neben dem Unterricht, von Verteidigung…" weiter kam Siri nicht, denn die Professorin schnitt ihr mit einer Handbewegung das Wort ab. „Soetwas haben wir hier nicht. Sie bekommen Ihren Stundenplan heute Abend und auch für die Wahlfächer wurden Sie eingeteilt, denn diese wurden Ende letzten Schuljahres schon ausgesucht. Aber keine Sorge, Sie werden schon Ihrem Können etsprechend eingeteilt worden sein! Und nur zu Ihrer Information: SIE SIND NICHT MEHR IN AMERIKA, und das dank ihres eigenen Verhaltens. Hogwarts hat Sie auf Bitten Ihrer Mutter und Ihres alten Direktors aufgenommen!" Siri traute sich nicht, noch etwas zu sagen. „Aber da wir Ihren Lehrplan von der Academy of Magic kennen kann ich Ihnen schon jetzt sagen, Sie werden hier in der 3. Klasse ein wenig unterfordert sein. Nur ändern können wir daran nichts. Machen Sie einfach das beste draus und helfen Sie ihren Mitschülern, welche nicht so gut sind, wie Sie."

Professorin und Schülerin betraten die Große Halle. Diese füllte sich nach und nach.

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Siris Sicht

Ich betrat mit der Professorin McGonagall eine riesige Halle. Die Raumdecke war dem Himmel draußen nachempfunden. Eigentlich ganz schön. Die Halle ist ein bisschen streng aufgebaut. Über 4 langen Tischen hingen Banner. Womöglich sind das die Hausbanner, damit die Schüler wissen, an welchen Tisch sie müssen. Ich grinste ein bisschen überheblich in mich hinein. „Professorin," meinte ich dann, „diese Tische, sind die Hausintern, oder kann sich jemand aus einem anderen Haus zu seinen Freunden aus einem anderen Haus setzen und mit denen essen?" Die Lehrerin schnaubte. „1. heißt es Professor. Egal ob Sie einen weiblichen oder männlichen Lehrer haben. 2. Nein, die Tische sind Hausintern. Am Gryffindortisch sitzen die Gryffindorschüler, am Slytherin die Slytherins und so weiter. Warum fragen Sie?" „Weil es den Schluss zulassen könnte, das diese Schule nicht möchte, das die Schüler hausübergreifend Freundschaften schließen, wenn es so ist, wie Sie sagen, Professor." „Miss Black," jetzt war die Hexe sauer auf mich, ich hab wieder mal meinen Mund nicht halten können, „Sie können gern außerhalb der Mahlzeiten mit Ihren Klassenkameraden aus anderen Häusern Zeit verbringen. Aber ich will Ihnen eins sagen, was Ihnen Ihre Eltern auch schon hätten sagen können…" Ich starrte die Professorin mit offenem Mund an, sie merkte selbst, was sie gesagt hatte und brach mitten im Satz ab. „Professor McGonagall, bei allem Respekt! Mein Vater konnte mir NIE etwas über diese Schule erzählen, denn er sitzt im Gefängnis, falls Sie das nicht wissen. Und meine Mom redet nicht gern und viel über ihre Schulzeit, denn darin sind schreckliche, verlustreiche Erinnerungen!" Damit stapfte ich in Richtung des Lehrertisches und wartete vor einem Podest, wo der Tisch der Lehrer erhöht stand.

Remus Lupin lächelte mir leicht zu. Irgendwie kam ich mir ein bisschen blöd vor. Diese Szene hatte bestimmt die ganze Halle mitbekommen und ich stand nun genau vor allen diesen Schülern, die mich fragen beäugten, untereinander flüsterten und genau wussten, dass ich die Tochter des Massenmörders Sirius Black bin. Alle glaubten zumindest, dass er ein Mörder und Verräter ist. Ich glaubte meiner Mutter.

Aber das tut hier jetzt nichts zur Sache, ich stand also zwischen einer flüsternden Menge Schüler und einem Lehrertisch mit Lehrern die alle bescheid wissen, wer ich bin und wer meine Eltern sind.

Nach gefühlten Stunden, wobei es eigentlich nicht mal 5 Minuten waren, kam Professor McGonagall wieder in die Halle. Ich hatte nicht mal beachtet, dass sie raus gegangen war oder an mir vorbei zum Lehrertisch oder so. In ihren Händen trug sie einen Hocker mit einem ziemlich alten fast schon zerfleddert aussehendem Hut drauf und stellte beidem vor den großen Lehrertisch wo alle Tische einen guten Blick drauf hatten.

„Ich hole schnell die Erstklässler und dann geht's los," flüsterte die Professorin zu mir. Ich denke, sie wird sich noch bei mir entschuldigen. Und ich mich auch bei ihr, aber das hat auch bis morgen Zeit. Ich möchte nämlich gern wissen, was mich in meinem Gemeinschaftsraum erwartet. Ich möchte meinen Stundenplan kennen lernen und ich möchte immer noch zurück nach Hause. Obwohl diese Halle, bzw dieses ganze Schloss ziemlich atemberaubend ist.

Schon kam Professor McGonagall mit den Erstklässlern wieder und ich gesellte mich zu den Kleinen.

Die waren so aufgeregt, wie ich damals war. Aber das ist schon ziemlich furcht einflößend hier, ich denke, mit elf hätte ich mir bestimmt fast in die Hose gemacht, wäre ich hier eingeschult worden.

„Siri Black," riss mich die Professorin aus meinen Gedanken.

Vorsichtig schlich ich zu dem Hocke und setzte mich. Die Lehrerin setzte mir langsam den Hut auf.

„Oho, jemanden wie dich hatten wir lange nicht mehr," hörte ich eine Stimme in meinem Kopf. Ich hoffte inständig, dass es der Hut war und ich nicht verrückt werde. „Ja, ich kann mit dir reden und alle sind ein klitzekleines bisschen verrückt. Du auch, sonst wärst du nicht von deiner alten Schule geflogen. Und dir würden nicht so viele Streiche durch den Kopf schwirren!" Dieser Hut war vollkommen crazy!

„So jetzt aber weg von deinem und meinem Geisteszustand. Wo wollen wir dich jetzt hinschicken?" „Nach Hause," dachte ich darauf. „Ja dein Haus wird dein zu Hause," konterte der Hute und lachte leise. „Aber welches Haus wird dein zu Hause? Du hast viel Potential. Bist strebsam, aber ich denke in Ravenclaw wärst du nicht glücklich. Loyalität ist auch eine deiner stärken, aber sie tritt nicht genug hervor. Dann also Gryffindor oder Slytherin." „Ich denke, es ist vollkommen egal. Pack mich in ein Haus. Denn ich mach bei diesem das Haus ist dein zu Hause und deine Familiequatsch nicht mit. Ich werde mich mit allen gut verstehen, die nett sind! Und da sind mir die Rivalitäten egal!"

„Sehr trotzig, auch wenn du nicht hier sein willst. Ich verspreche dir, du wirst hier eine wunderbare Zeit haben und viele neue Freunde finden, ob nun in den anderen 3 Häuser und in deinem eigenen!" Dann machte der Hut eine Pause und es kam mir so vor als würde er tief durchatmen.

Siri's Sicht Ende

Es war still in der Halle. Der Hut brauchte ziemlich lange um Siri in ein Haus einzuteilen. Siri schnitt ein Gesicht, was danach aussah als würde sie mit jemandem diskutieren, der nicht ganz richtig im Kopf war, trotzdem rutschte sie aufgeregt auf dem Stuhl hin und her.

Auch der Hut machte Bewegungen, als würde er überlegen. Sie Spitze wackelte ein bisschen hin und her, die Krempe ein bisschen hoch und runter.

Dann war der Hut einen Moment bewegungslos und riss seinen Mund auf:

„….