„Wie lange ist er da drin?" Fragte B. A. mit einem Entsetzen in der Stimme während er seinen Werkzeugkoffer auf den kleinen Tisch an der Wand stellte.
„Seitdem du eben zum Van gegangen bist… schätze 20 oder 30 Minuten vielleicht."
Beide starrten ungläubig zum Nebenraum, in dem das Funkgerät stand. Die Tür war geschlossen und von innen kamen Geräusche, die annehmen ließen, daß diese Hotelrechnung etwas höher wie gewöhnlich werden würde.
„Mann, der schlägt ja alles kurz und klein! Wenn der mein Funkgerät kaputt macht, dann werde ich ihm wehtun müssen!" B. A. konnte sich nicht entscheiden, ob er über das, was er dort hörte nur verwundert oder eher entsetzt sein sollte. „Und hoffentlich macht er die Fotos nicht kaputt, die er eben entwickelt hat..." Er zog die Augenbrauen hoch und kratzte sich verlegen am Kopf "Und hoffentlich beschweren sich nicht gleich die Zimmernachbarn..."
Murdock spielte nervös mit einem Stift, sein Gesicht war blass.
„Er hat kein Wort gesprochen, seitdem wir da raus sind. Kein einziges! Er hat erst hier am Tisch gesessen und die Karten studiert, dann ist er eben aufgestanden, hat die Tür hinter sich zugemacht, und plötzlich angefangen, da drin auszurasten…."
„Ich hab ihn noch nie so erlebt."
Immer noch klebte Murdocks und B. A.s Blick auf der Tür, aus der die Geräusche von brechendem Hotelinventar zu hören waren.
„Wir haben Probleme B. A. und ich glaube, diesmal Richtige…"
„Hör auf so 'nen Scheiß zu labern Murdock!"
Murdocks Stimme wurde laut „Was glaubst du denn, was los ist? Ihm fehlt das Fitness-Studio oder was?"
B. A. packte Murdock am Kragen „Ich will nicht, daß du so was sagst! Klar Mann?!"
„Lass mich los! Und ich sage was ich will!" Murdock versuchte sich aus der rüden Umklammerung zu befreien „Hast du ihn jemals so ausrasten sehen? Hast du ihn überhaupt schon mal ausrasten sehen? Was glaubst du was los ist? Große Scheiße ist los!"
„Halts Maul Murdock, ich sag's dir zum letzten Mal!"
„Sag du mir nicht, was ich sagen soll!"
„Und ob ich dir sage, was du sagen sollst" Er hob drohend die rechte Faust und knurrte. „Und ich sage dir, hör jetzt auf, sonst …."
„AUFHÖREN! Alle beide, Sofort!"
Hannibal stand in der Tür, das Gesicht rot und verschwitzt. Er ging auf die beiden Männer zu, legte wortlos eine große Fotografie auf den Tisch, ging zum Fenster und starrte nach draußen. Die Situation verunsicherte die beiden Männer immer mehr, Hannibals Verhalten war ihnen fremd. Murdock griff zaghaft nach dem Foto.
„B. A! Fuck - ist das Face? – Und was ist das für eine Akte und da .." Er versuchte den Text auf dem Foto besser zu erkennen „ da sind Daten über ihn…" Was hatte das zu bedeuten?
„Hannibal? Hannibal was ist mit ihm?" Verwirrt ging er mit dem Foto auf Hannibal zu. Was auch immer es hieß, es konnte nichts Gutes sein.
„Hier steht VERKAUFT!" B. A. hielt ein weiteres Foto aus dem Nebenraum hoch. Murdocks irritierter Blick traf ihn.
„Die, die, - die handeln mit Menschen?!"
Hannibal nickte stumm, hielt seinen Blick irgendwo in der Ferne fest.
„Und die verkaufen Face!" B. A.s Stimme klang voller Empörung
Hannibal schwieg immer noch. Er konnte nicht sprechen. Ihm fehlten die Worte. Nicht, weil Face verletzt war. Es war schlimm genug, aber es war etwas Anderes.
„…mit Face?"
„Was?" Gedankenverloren schreckte er auf, als Murdock ihm die Hand auf die Schulter legte.
„Hast du ihn gesehen? Was ist mit Face? Ist er …. "
„Er lebt" Hannibal senkte den Kopf. „Naja, eingesperrt halt."
„Und hast du mit ihm sprechen können?"
Mit ihm sprechen? Theoretisch konnte man es so nennen. Ja, gesprochen hatte er mit ihm. Irgendwie. Irgendwas. Etwas, was keiner hören wollte. Nicht mal er selbst.
„Hannibal?"
„Ja was?"
„Was stimmt nicht mit dir? Was ist da drin passiert?" Murdock war beunruhigt und blickte hilfesuchend zu B. A., der noch weitere Fotos aus dem Nebenzimmer geholt hatte.
„Hier sind ja zahlreiche solcher Akten. Ist er weg?"
„Nein, er ist da."
„Hannibal, verdammt jetzt, raus mit der Sprache!"
Er konnte es nicht aussprechen. Räuspern. "Er - er ist verletzt, ich weiß nicht wie schwer. Aber er hat mit mir gesprochen" Mit der linken Hand holte er umständlich eine Zigarre aus seiner Jackentasche, der Blick immer noch abwesend in die Ferne gerichtet.
„Und weiter? WAs ist da los?" B. A. wurde ungehalten. "Die tun ihm weh! Ich fahr da jetzt hin und hau denen eins aufs Dach!"
„B.A. - " Hannibal versuchte sich irgendwie wieder zu sammeln und drehte sich zu seinen Männern: „B.A. – es, - wir können da nicht einfach reinmarschieren. Es ist zu stark bewacht, keine Fluchtwege, zu viele Männer. Die Zellen sind tief unter der Erde."
„Was hat er gesagt, Colonel?" Murdock war immer noch blass. Doch seine Stimme war jetzt auf auffällig ruhig, fast schon gefasst. Zu gefasst.
„Es ist unmöglich, da einfach rein zu spazieren und Krawall zu schlagen." fuhr Hannibal fort: "Wir brauchen einen verdammt guten Plan. Face wird Hilfe benötigen, wenn wir da rausgehen. Er wird das allein nicht schaffen."
„Was hat er gesagt? Hannibal?!" er wiederholte die Frage immer wieder
Hannibal blickte Murdock direkt an, er konnte kein Wort sagen. Noch zwei Männer enttäuschen? Wie konnte er nur so versagen?
„Hannibal, was zur Hölle hat er gesagt?" Diesmal schwappte Murdocks Stimme über
„Ich -," er räusperte sich übertrieben „hab ihm sagen müssen, er muß uns vergessen. "
Erdrückende Stille im Raum. Der Aufschlag einer Stecknadel hätte selbst auf dem Teppichboden einen lauten Aufprall erzeugt und für einen kurzen Moment schien die Welt aus ihren festen Angeln gehoben.
Hannibal senkte den Kopf, fühlte sich mies. Er sah unbeweglich zu, wie Murdock bleich zurückwich und sich auf einen Stuhl fallen ließ. Murdock! So ein Mist.
„Murdock. - Murdock, es mußte sein." Hannibal eilte zu ihm und blickte in das verstörte Gesicht.
„Wir holen ihn nicht da raus?"
„Doch, natürlich wir holen ihn raus!"
„Die foltern ihn, HANNIBAL, und du sagst ihm, er muß uns vergessen? Wie konntest du das tun?" „Murdock. Bitte lass mich erklären…"
„Welche Hoffnung hat er jetzt noch? Wie kann er jetzt noch durchhalten? Was ist nur los mit dir?"
„Ich mußte es tun, um ihn zu schützen. Vor uns!"
„Ich versteh nicht?" B. A. hatte die Stirn in tiefe Falten gelegt.
„Ich hab ein Gespräch belauscht. Die sind offenbar ziemlich sauer, weil es mit ihm nicht so klappt, wie geplant. Aus irgendwelchen Gründen sind sie in Zeitnot."
„Also hat er nicht aufgegeben, das ist doch sehr gut!"
„Nein B. A. Es ist sogar ein echtes Problem."
„Aber du hast doch gerade gesagt…"
„B. A. - Verdammt noch mal!" Hannibal wurde laut: "Er ist keine vier Tage da drin, er sieht wirklich scheiße aus und –„ er machte eine kurze Pause, drehte nervös die Zigarre in seinen Fingern „ - er weiß nicht mal mehr wer ich bin, verfluchte Scheiße!"
Dieser Satz brannte in der Luft, aber noch viel stärker brannte er in Hannibals Kopf. Er drehte sich um und trat wütend gegen die kleine Kommode zu seiner Rechten. Er spürte so viel Wut und es machte ihn nur noch wütender, daß er sich nicht unter Kontrolle hatte.
"Wie zur Hölle kann das denn so schnell gehen?" fragte B. A. fassungslos
Hannibal schaute betroffen zu Boden: „Amy muß das für uns Nachforschen - die haben ihm offenbar irgendwas gespritzt, aber Face hat sie wohl mit seinem Sturkopf etwas in Aufregung versetzt." Ein schwaches Lächeln lief über seine Lippen.
„Er sagte mir, Hannibal wäre schon vor langem gefallen. Und er ließ sich nicht davon abbringen. Ganz ehrlich - ich weiß nicht, ob er überhaupt noch weiß, wer er selbst ist."
Er schaute zu seinen Jungs auf: „Es tut mir leid. Ich mußte es sagen. Das ist seine einzige Chance zu überleben."
Das grelle Licht der Neonröhren ließ den weiß gefliesten Raum noch kälter und steriler wirken. Einige befremdliche, große Apparaturen waren am Rand aufgestellt, eine stand in der Mitte des Raumes, das Becken davor gefüllt mit unruhigem Wasser. Daneben eine metallischer, großer Tisch. Merkwürdige Werkzeuge lagen fein sortiert nebeneinander, ließen unangenehme Vorstellungen über ihre Verwendung aufkommen.
Das kalte Wasser perlte von seinem bloßen Oberkörper ab und bildete um ihn herum eine große Pfütze, die nassen Haare klebten in seinem bleichen Gesicht.
Doch Face spürte nichts.
Er spürte nicht die Pfütze, in der er lag, nicht den kalten Raum, den harten Fußboden, seine Hände und Beine, sein Körper.
Und seine Gedanken, die waren irgendwo. Nicht in seinem Kopf. Nicht in diesem Raum, an diesem Ort. Einfach nicht hier. Er wußte nicht wo sie waren - sie waren einfach weit weg.
Er war weg, wo auch immer das sein mochte. Er hatte seine Augen geschlossen, war sich selbst nicht mehr sicher, ob er noch bei Bewußtsein war. Da waren Stimmen, die sagten etwas. Er verstand kein Wort. Warum waren sie nicht einfach still? Er wollte seinen Atem hören.
Atmen.
Atmen fühlt sich gut an.
Es war ein Geschenk. Nicht jeder durfte Atmen. Er spürte die Luft in seinen Lungen und glaubte, daß sie warm und angenehm war. Er wollte nicht ausatmen, seine Angst war zu groß, nicht mehr einatmen zu können. Er wollte sie behalten. Nicht mehr gehen lassen. Wunderbare Luft. Sauerstoff. Er zog seine Arme näher an sich heran, rollte sich enger zusammen, um sich selbst festzuhalten, um die kostbare Luft festzuhalten. Er war dankbar. Dankbar, daß er atmen durfte. Schwarze Punkte erschienen vor seinen Augen, Schatten. Zerrten ihn unentwegt in die Bewusstlosigkeit. Doch sein Körper wollte ihn nicht gehen lassen, wollte offenbar überleben, um jeden Preis. Warum nur?
„Wie geht es voran?"
Monselan stieß erneut mit dem Fuß gegen Face, ohne ein Reaktion zu erhalten. „Ist er bewußtlos oder schon tot? Bin ich froh, wenn wir den los sind! Bekomme ich jetzt endlich mal einen Bericht?!" er drehte sich um und schaute mit zusammengekniffenen Augenbrauen in die Runde.
Ein grauhaariger Mann im weißen Kittel trat auf ihn zu: „Es geht gut."
„Oh das ist ja mal was Neues. Es geht gut. Das gefällt mir. Kann man das auch näher beschreiben, Doc?"
„Was wollen Sie hören?" Der Doc schob seine Nickelbrille höher.
„Wissen Sie Brown, gelegentlich würde ich mich sehr über ein paar Einzelheiten freuen. Einfach, damit ich weiß, wohin mein Geld täglich verschwindet. Sagen wir, aus reiner Neugier"
„Also mein Stuhlgang war gut, Mr Monselan. Und was ihre Gelder betrifft, ein anderes Toilettenpapier würde sicherlich zur Mitarbeitermotivation beitragen."
„Brown, ich versenk' Sie im See und zwar höchstpersönlich!"
Doc Brown seufzte überlegen und notierte etwas in einer Akte: „Wenn Sie ihren Patienten meinen - er ist zur Zeit etwas angeschlagen. Aber nachdem er seit gestern offenbar noch mal über alles nachgedacht hat, kam er wohl zu dem Entschluß, daß er sehr froh sein darf, bei uns zu sein. Ich will sagen, um es etwas einfacher für Sie darzustellen: Er wird kooperieren. Wir brauchen vermutlich kein weiteres Antimnesin mehr."
„Vielen Dank, Mr Brown. Sehr erfreulich" Zynismus lag in seiner Stimme. Was haßte er diesen alten, verbitterten Sadisten-Opa. Wie pervers war das, aus reinem Spaß Menschen zu quälen? Vermutlich würde der auch kleine Kinder essen. Kranker Typ. Leider einer der Besten auf seinem Gebiet und es war gut, ihn hier zu haben. Er war effizient und schnell, genau das was Mario Monselan mochte.
„Wie lange brauchen wir, bis ich ihn anbieten kann?"
„Mr Monselan, ich weiß, daß sie keinen Sinn für meinen Beruf haben und den damit verbundenen Tätigkeiten, aber sehen Sie sich doch das Elend dort an. Der erbärmliche Anblick ist ja wohl selbsterklärend."
Monselan versuchte seine aufkommende Wut zu unterdrücken, doch es gelang ihm nur bedingt. ER ging bedrohlich auf Doc Brown zu: „Ich will den hier weg haben! Sehen Sie zu, daß der nächste Woche auf den Beinen ist und vernünftig aussieht."
„In welchem Märchenland leben Sie denn eigentlich? Was meinen Sie, was wir mit dem gemacht haben? Wellnessurlaub? Ich sagte, falls sie zugehört haben: er WIRD kooperieren. Futur, Mr. Monselan. Für so einen hartnäckigen Fall können Sie locker noch drei Wochen einrechnen, bis das Ganze sicher ist."
„DREI WOCHEN? - auf keinen Fall! Das ist inakzeptabel"
„Was soll ich machen? Zaubern?"
„Das ist mir egal. Denken Sie sich was aus. Der bleibt hier keine drei Wochen!"
Er drehte sich um und blickte wieder zu Face, der immer noch regungslos auf dem Boden lag „Was zur Hölle macht diesen Typ so hartnäckig?"
„Vielleicht eine militärische Ausbildung oder sowas. War die ganze Zeit ziemlich konzentriert, hat mich beeindruckt."
„Immerhin irgendetwas Sinnvolles an dem Kerl." er ging auf Face zu und beugte sich zu ihm hinunter:
„Hey aufwachen!" er stupste ihn am Arm an
„Du warst also beim Militär? - Navy wohl eher, solange wie du die Luft anhalten kannst." er lachte kurz. Doc Brown rollte genervt die Augen. „Erwarten Sie jetzt auf Ihre Frage wirklich eine Antwort?"
Monselan ignorierte ihn und griff Face unsanft ins Gesicht um es zu sich zu drehen: „HEY Junge!"
Atmen.
Weiter atmen.
Er versuchte tiefer Luft zu holen, doch seine Lunge schmerzte so stark und ließ den tiefen Atemzug nicht zu. Alles würde er tun wollen, nur um weiter atmen zu können. Er versuchte zu antworten, doch es fehlte die Kraft. Seine Bemühungen endeten in einem schwachen Husten.
„Ich kann dich nicht hören! Wo kommst du her?"
„weiß… nich..". Die Worte waren kaum verständlich. Monselan beugte sich tiefer um besser verstehen zu können
„Was?"
„weiß nich"
„Du weißt nicht?" Seine Stimme wurde unerwartet mild: „Aber das macht doch überhaupt nichts! Kann ja mal passieren, daß man sowas vergißt." Er klopfte ihm freundschaftlich auf die Schulter und fragte in den Raum hinein: „wie lange hat er nichts mehr zu Essen und Trinken gehabt?"
„Schon was länger" Der Dunkelhaarige brachte ein großes Handtuch und reichte es Monselan, dessen Hand immer noch auf Face' Schulter ruhte
„Möchtest du etwas trinken? Und vielleicht auch essen?" Er legte das Handtuch über Face' Oberkörper
„Wie heißt du, mein Freund?"
„weiß... nicht" wieder schmerzendes Husten. Monselan grinste entspannt.
„Freunde müssen sich helfen, nicht wahr?… Du bekommst was zu essen, und den bösen Mann da hinten" er blickte grimmig zu Brown, "den schicke ich erst mal weg."
Doc Brown machte eine abwertende Handbewegung, wandte sich mit einem Murren ab und verließ den Raum.
Monselan stand auf, um seine Männer zu kommandieren: „Vorwärts, Essen und Getränke für meinen Freund! Und vielleicht auch was Trockenes zum Anziehen, der Arme ist ja ganz naß. Der holt sich noch den Tod."
Zwei seiner Männer zerrten Face grob aus dem kalten Raum hinaus. Das Handtuch fiel auf den Bode, Monselan hob es seufzend auf „Tss, so wird mit meinen Freunden umgegangen!"
„Hey Mario!" Riccardo Pizzotti eilte hinter ihm her.
„Ja, was denn?"
„Telefon für dich!"
„Wenn das Toni ist, sag ihm ich rufe später zurück
„Nein, es ist Bogdanov"
Monselan verdrehte die Augen und nahm zähneknirschend das Funktelefon entgegen: „Der hat mir jetzt noch gefehlt! -
„Alexejew! Lange nicht gehört!"
...
„Die Geschäfte gehen gut und selbst?"
...
„Nein. Das läuft nicht!" Seine Stimme wurde laut „Wir haben 50.000 vereinbart und du hast sogar noch einen neuen Mitarbeiter von mir bekommen. Ich denke, das reicht völlig aus."
...
„Jetzt werd' nicht unverschämt, Alexejew!"
...
„Der Schund, den du mir lieferst, ist keine 70.000 Wert, das ist dir bewußt. Du hast bekommen, was das Zeug wert war. Wir haben darüber gesprochen. Du kannst jetzt nicht ankommen und mehr wollen. Der Deal war perfekt"
...
„Ich seh' das nicht ein. Liefer' mir vernünftiges Zeug! Mir sind an dem gepanschten Mist schon zwei Leute verreckt. Wer bezahlt das?"
...
„Ja meinetwegen, dann komm eben vorbei. Aber meine Meinung ändert sich nicht. Das Zeug ist Schrott und 50.000 ist schon zu viel. Ich tue das aus Nettigkeit."
...
„Alexejew, ich hab zu arbeiten. Ciao"
Monselan drückte wütend auf den „Beenden" Knopf und drückte das Telefon Pizzotti wieder in die Hand. „Der nervt mich. Wir müssen aufpassen, ich habe das Gefühl, das war noch nicht die letzte Diskussion mit ihm. Er droht übrigens vorbei zukommen. Verdoppel' die Wachen."
„Und damit du es weißt Hannibal, ich hab das für Face gemacht."
„Zickt Amy gerade etwas rum?"
„Murdock, ich kann dich hören!" rief Amy durch die Lautsprechanlage des Telefons und B. A. warf ihm einen grimmigen Blick zu: „Soll ich ihn für dich verhauen Amy?"
„Nein, B. A. keine Mühe bitte. - Also, die Schweizer haben nun eure Kontaktnummer und eine $10.000 Anzahlung für gesonderte Beratung erhalten. Das Geld ist auch schon angekommen, die Mitarbeiterin hat mir das per Email bestätigt und schickt sogar eine Rechnung mit." Amy klang noch immer darüber erstaunt: „Und ich hab da ganz schön rumtelefonieren müssen, bis die mich mit jemand verbunden haben, der zuständig war"
„Kid, das macht auch Sinn, denn schließlich wollen wir ja etwas Illegales kaufen." Hannibal wühlte dabei in einer Kiste, die B. A. aus dem Van geholt hatte. Sie war schon sehr abgenutzt und auf dem Deckel war ein kaum lesbares Schild mit der Aufschrift „Requisiten 435/15" „Genaugenommen haben die haben Mr Lee's Sicherheits-System geklaut und offenbar hast du den Test bestanden"
„Ich habe, genau wie du es gesagt hast, mich als persönliche Assistentin von Mr John Smith ausgegeben und mußte zahlreiche Fragen über mich ergehen lassen, und mit jedem Mitarbeiter, den ich am Telefon hatte, wurden die Fragen wiederholt und wiederholt. Da hat man große Lust gleich aufzulegen."
Hannibal hielt sich verschiedene graue Schnurrbärte über die Lippe: „und gibt es schon Anweisungen, wie es weitergeht? Uns drängt die Zeit, Amy!"
„Es tut mir leid, ich habe denen gesagt, daß es sehr dringend ist, weil Mr John Smith in wenigen Tagen nach Brasilien fliegen wird und nicht so viel Zeit hat. Ein Außendienstmitarbeiter wird mit uns in Kontakt treten, um weitere Details persönlich zu klären."
„Das wird Pizzotti sein" Vermutete B. A.
„Ja das denke ich auch." Hannibal nickte „ich hoffe, der ist sich der Bedeutung des Wortes „dringend" bewußt" er kramte erneut in der Kiste „ich denke, wir werden dafür noch mal Geld benötigen. Wir brauchen noch mal $10.000, Amy"
„10.000 ?"
„Hmm ja, du hast Recht. Klingt ein bißchen wenig. Sollen wir lieber 15 machen? Vielleicht - mit 20 werden wir auf der sicheren Seite sein."
„Nein Hannibal ich meinte eigentlich, 10.000 - wo soll ich das jetzt noch mal hernehmen? …"
„Genauso, wie du die letzten 10.000 organisiert hast. Das wird schon klappen. - Und Amy?"
„Jaha?"
Hannibals Stimme wurde sehr ernst „Wir brauchen das.".
„Ich weiß Hannibal."
„Ok, dann ruf an, sobald sich etwas tut"
„Das mach ich. - Und Hannibal?"
„Ja?"
„Bitte bringt ihn heil heim!"
