Hannibal wanderte in der kleinen Zelle auf und ab, seine Hände hielten den hellgrauen Cowboyhut, drehten ihn im Kreis vor sich her.
„B. A. kriegst du diese Metallringe auf?"
„Nein, verdammt, nicht ohne mein Werkzeug, ich hab's schon versucht."
B. A. saß neben Face auf dem Boden, den Rücken an die Wand gelehnt und zog die Beine zu sich heran. Mit den Augen verfolgte er Hannibals Auf und Ab: „Hey, Mann, Ich würde sie durchbeißen, wenn ich könnte!"
Hannibal blieb stehen, fuhr sich mit der Hand durch die grauen Haare und kniete sich dann neben Face. Er konnte es nicht vertragen, wenn an einem Menschen dauerhaft irgendwelche Dinge befestigt waren, um ihn zu kontrollieren. Und schon gar nicht an seinem Lieutenant.

„Hey. Wir gehen nach Hause Kid, hast du verstanden?" Als er freundschaftlich seine Hand auf Face's Oberschenkel legte, zuckte Face zusammen und hielt sichtbar den Atem an.
„Ich muß denen wehtun, Hannibal, das weißt du…?"
Hannibal ignorierte B. A.s Hinweis, beugte sich vor und betrachtete Face' Gesicht, dann seinen Oberkörper. „Er sieht wirklich schlecht aus." Er tastete vorsichtig einige Rippenbögen ab, Face quittierte es mit einem schwachen Ächzen. „Ein paar Rippen sind übel geprellt, hoffentlich nicht gebrochen. Die Lippen sind viel zu blass - Wie lange hat er nichts zu trinken bekommen, Pizzotti?"

Pizzotti saß auch mit dem Rücken an die Wand gelehnt und versuchte Hannibals bohrenden Blick auszuweichen.
„Wer zur Hölle seid ihr?"
B. A. sprang auf, griff wütend an Pizzotti's Kragen und zerrte ihn auf seine Füße: „Der Mann da hat dich was gefragt!"
"Gestern oder vorgestern, was weiß ich."
"Ich mach dich platt, wenn …"
"B. A! Heb dir das für später auf! Vielleicht ist er uns noch nützlich."
Hannibal seufzte laut und blickte wieder zu Face, als plötzlich ein dumpfer Schlag zu hören war. Die Wände zitterten leicht und etwas Staub rieselte von der Decke.

„Ist TwinLakes ein Erdbeben Gebiet?" B. A. bekam einen entsetzten Gesichtsausdruck und schubste Pizzotti von sich.
Noch ehe jemand sprechen konnte, folgte der zweite dumpfe Schlag und erneut rieselte Schmutz von den Wänden.
„Hannibal - das ist doch ein Erdbeben oder nicht? IST das ein Erdbeben?"
„Shhhht!" Hannibal machte mit Hand eine stoppende Bewegung und lauschte angestrengt
„Das ist kein Erdbeben!" Er richtete sich auf und legte beruhigend die Hand auf B. As Schulter, als ein dritter dumpfer Schlag die Zelleninsassen zusammen zucken ließ. Hannibal grinste: „Das ist die Kavallerie!"
„Bist du dir sicher?" B. A.s Gesicht war noch immer unentspannt. „Meinst du Murdock?"
„Ich weiß es nicht - aber wer auch immer es ist, er fährt ziemlich schweres Geschütz auf."
Es war kurz Stille, dann konnte man aufgeregtes Stimmengewirr durch die Gänge hören, dazwischen vibrierten erneut die felsigen Wände. Hannibal lächelte siegessicher: „Entspann dich B A. Was oder wer auch immer es ist, es kann nur positiv für uns sein."
„Das hoffe ich für dich, Hannibal!"
„Wenn wir hier rauskommen, bringst du Face raus, ich versuche euch den Weg frei zu machen. Was auch immer passiert: Face zuerst! Klar, Sergeant?" Seine Stimme bekam einen Befehlston. Ein klares Indiz, daß Hannibals Uhrwerk zu ticken anfing: B. A. nickte.

Die Stimmen wurden lauter und hektischer, und jetzt waren auch Maschinenpistolen deutlich zu hören.
„Was zur Hölle geht da draußen vor?" Pizzotti wurde nervös, spielte unruhig mit seinen Fingern.
B. A. duckte sich instinktiv, als die Wände schon wieder durch einen dumpfen Schlag erzitterten „Die haben Sprengstoff?!". Immer mehr aufgeregte Männerstimmen hallten durch die Gänge, immer wieder Gewehrschüsse. In den Gang drängte sich plötzlich eine kleine Staubwolke - irgendwo in unmittelbarer Nähe mußte der Fels nachgegeben haben.
„Verdammt, ich hoffe das artet jetzt hier nicht aus! Und wo ist der Russe?"
Das Licht flackerte.
„Bogdanov? Der ist immer der Erste der zur Flucht aufbricht, wenn's brenzlig wird. Ich wette, der ist längst über alle Berge"
„Bogdanov? Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Woher kenne ich den Namen?"
Hannibal schaute Pizzotti mit einem fragenden Blick an, als unerwartet eine vertraute Stimme in der Nähe zu hören war: „Zellen durchsuchen, Gefangene sofort befreien!"
„Das ist doch - „ B.A. strahlte „Murdock!"
Das Grinsen fror in seinem Gesicht fest, als vier Männer in Army-Uniform vor ihm erschienen.
„Ich hab doch gesagt, da kommt die Kavallerie!" Hannibal grinste selbstgefällig und verschränkte die Arme vor seiner Brust.

„Mayor, fünf Personen, davon eine offenbar verletzt." Ein junger Soldat gab die Meldung ab und drehte sich dabei zu seinem Mayor um.
Der Mayor schob seinen Helm nach hinten und blinzelte verschmitzt in die Zelle: „Sofort befreien. Lassen Sie sich was einfallen, wie sie die Tür öffnen!" Zwei der Soldaten eilten sofort los, um entsprechendes Werkzeug zu organisieren. Murdock lachte und legte brüderlich den Arm auf den Soldat neben ihm:
„So junger Soldat, ist das nicht einfach herrlich ein paar Menschenleben zu befreien? Genießen Sie das Gefühl! Und Sie..." - er drehte sich zu dem anderen: „auch Sie sollten den wahnwitzigen Moment des Krieges auskosten, wo ein paar hilflose Geiseln um ihre Gunst wimmern! HACH!"
Er atmete tief durch die Nase ein und drehte dabei den verwirrten Soldat mit dem Rücken zu den Gitterstäben. Eine Sekunde später schnellten B. A.s Arme durch das Gitter, schlugen den Mann mit voller Wucht mehrfach zurück, bis er schließlich bewusstlos zu Boden sank. Murdock wirbelte herum und schickte mit einem gezielten Treffer den zweiten Soldat zu Boden.

„Colonel Smith? Mir wurde mitgeteilt, sie bräuchten Verstärkung?"
„Ja Captain Murdock… ähm Mayor?"
Murdock fummelte verlegen an den Abzeichen herum, die auf seiner Jacke angebracht waren: „Ja, ich musste vorübergehend meinen Dienstgrad wechseln, denn jemand anderes wollte mir seine Uniform nicht leihen"
„Der Irre hat Decker gerufen?"
B. A. starrte ihn fassungslos an und bekam ein schelmisches Grinsen zurück. „Ja und das Onkel Deckerchen wird sicherlich gleich hier unten sein, also sollten wir uns beeilen!"
Er kramte in der Jackentasche und zog einen Schlüssel hervor. „So, die Herrschaften. Bereit?"
„Woher hast du denn den Schlüssel?" Hannibal war überrascht
„Aus dem Schlüsselkasten."
„Ah ja - und der Schlüsselkasten war wo?"
„In der Schlüsselkastenkammer?" Murdocks Stimme wurde vorwurfsvoll.
„Schlüsselkastenkammer - klar..." Hannibal zog die Augenbrauen hoch und sah zu, wie Murdock die Tür öffnete. Sinnlos, der Frage weiter nach zugehen.
„Ok, dann los!." Hannibal hielt die Tür offen, damit B. A. Face nach draußen helfen konnte. Er hatte Face' Arm um seine Schultern gelegt und zwängte sich mit ihm durch die Tür. Hannibal seufzte innerlich, als er B. A. und Face beobachtete. „Murdock, wie ist die Lage?"
„Decker ist mit der kompletten Mannschaft angerückt, und die beschießen sich gerade mit allem, was da oben rumläuft. Wir sollten ihnen nicht unbedingt in die Arme laufen. "
„Ein zweiter Ausgang ist vorhanden. Wir müssen es nur an Monselans Büro vorbei schaffen."
„ich weiß."
„Du weißt was?"
„Na der zweite Ausgang." Er kramte in seiner Tasche und zog ein Blatt Papier hervor. „Der ist hier mit eingezeichnet."
„Woher zur Hölle hast du das?" Er wartete kurz, beantwortete dann die Frage selbst: „Schlüsselkastenkammer?"
„So ein Blödsinn Colonel! Von Amy natürlich!"
„Über den Hauptgang zum Büro - das ist ziemlich riskant, Hannibal."
„Ich weiß B. A., aber wir haben weder eine Wahl, noch genügend Zeit. Ich hoffe einfach, daß das Hauptgefecht von Decker im vorderen Bereich stattfindet. Wir nehmen also den direkten Weg nach draußen."
„Ok - es wird gehen." Murdocks Blick wanderte auf Face „Wenn auch nicht ganz einfach."
„Dann verlieren wir lieber keine Zeit. Gehen wir!"

„Murdock, sichern!"
Murdock, als Einziger mit einer Waffe, eilte den Gang entlang um den vorderen Teil und die Abzweigungen zu sichern. Eile war geboten, die Schüsse in den anderen Gängen schienen näher zu kommen, ständig rannten Männer an ihnen vorbei. Überraschenderweise schien sich wirklich niemand an ihrer Flucht zu stören. Der Geräuschkulisse nach zu urteilen, hatte Decker offenbar einen mittleren Krieg begonnen, denn jeder war nur noch damit beschäftigt sich selbst zu retten. Pizzotti hatten sie, zusammen mit den zwei Soldaten, in der Zelle eingesperrt zurückgelassen. Jemand von Deckers Leuten würde sich ihrer sicher in Kürze annehmen. Hannibal lächelte bei dem Gedanken, und schob Face' Arm zurecht, den er sich um seine Schultern gelegt hatte um B. A. zu helfen. Er war sich nicht sicher, ob Face bei wirklich bei vollem Bewußtsein war, oder irgendwo in einem Zustand dazwischen. Er mühte sich so etwas wie Schritte zu machen, doch seine Beine trugen ihn kaum, sein Blick war abwesend auf den Fußboden unter ihm gerichtet.

„Es ist nicht mehr weit, da vorn ist das Büro und von da sind wir schnell draußen. Ich kann die Tür schon sehen."
„Ich weiß Mann, ich bin mit dir reingekommen!" B.A. schnaufte genervt.
„Ich will dich nur motivieren…"
„Spar' dir das Hannibal. Wenn ich endlich jemand umhauen könnte… Das würde mich motivieren!"
„Keine Sorge B. A., die werden noch dafür bezahlen."
„Hey Mann - wo ist Murdock?"
Hannibal blickte auf, schaute den Gang entlang und im gleichen Moment sah er Murdock rückwärts aus der Abzweigung vor ihnen kommen, in der er eben verschwunden war.
Ein Augenzwinkern später erschien ein Gewehrlauf direkt vor seiner Brust, gefolgt von zwei schwarz gekleideten Männern.

„Hannibal, ich da hab ein paar neue Freunde kennengelernt…"
Der Mann mit dem Gewehr stieß es vor Murdocks Brust, um Murdocks Tempo zu beschleunigen. Hannibal schloss genervt die Augen und atmete laut ein: „B. A., Langsam glaube ich an so etwas wie schlechtes Karma."
Kaum hatte er ausgesprochen, trat Alexejew Bogdanov um die Ecke, eine Pistole in seiner Hand:
„Oh. Mr., ähm, Smith richtig? Mr. Smith möchte seine dringenden Termine wahrnehmen?" Er lachte während zwei weitere Männer hinter ihm erschienen.
„Schlechtes Karma, sag ich doch."
„So ein Zufall, wir wollten auch gerade gehen." Bogdanov zielte mit der Pistole direkt auf Hannibal und trat dabei auf ihn zu: „Und wie ich sehe, willst du deinen Einkauf mitnehmen. Allerdings," er blieb unmittelbar vor Hannibal stehen, zielte jetzt auf seinen Kopf: „Bist du betrogen worden, werter Freund.".
„Was wollen Sie, Bogdanov?" fragte Hannibal emotionslos, fast schon genervt.
„Der junge Mann da gehört mir. Und es ärgert mich sehr, daß ich nun die beiden anderen nicht auch mitnehmen kann." Er nahm die Pistole zurück, lächelte künstlich und blickte kurz zu seinen Männern, die sich mit geladenen Pistolen und Gewehren um ihn herum aufgebaut hatten. Die Kampfgeräusche aus den anderen Gängen hallten laut und vergrößerten die Anspannung aller.

„Genaugenommen habe ich für die schon vor langer Zeit bezahlt"
„Ich glaube nicht, Bogdanov. Das ist Menschenhandel und dafür gibt's viele Jahre in einer kuschligen Zelle."
„Was für ein furchtbares Wort!" Er lachte erneut - dann verstummte sein Lachen abrupt: „Also ich sehe hier ein paar seltsame Typen, die meinen Mitarbeiter entführen. Ich sehe mich gezwungen ihn zu befreien!" Seine Männer nickten zustimmend. Ein Bulliger Typ gleich hinter Bogdanov lachte.
B. A. griff mit seiner freien Hand an Bogdanovs Mantelkragen und knurrte bedrohlich „Wage dich nicht ihn anzufassen, das wirst du bereuen!"
Einer der Männer war in Sekundenschnelle neben Bogdanov, richtete seine Waffe auf B. A.
„B. A!"
Hannibal's Puls begann sich zu beschleunigen. Wo zur Hölle war Decker wenn man ihn brauchte?
Widerwillig ließ B. A. Bogdanovs Mantelkragen los und wich zurück.
„Nun," Bogdanov glättet seinen Mantelkragen „nachdem wir das geklärt hätten, bekomme ich nun bitte meinen Mann? Ihr müßt verstehen, ich habe es ein wenig eilig." Er deutete mit dem Kopf in die Richtung der Kampfgeräusche. Wieder hob er seine Pistole, zielte diesmal direkt auf Face' Kopf.
„Und ich werde ja das Gefühl nicht los, daß euch irgendetwas an ihm liegt…?"
Hannibal schwieg.
„Ich habe Recht, stimmts?"
Schweigen.
Bogdanov spannte ganz langsam den Abzug seiner Pistole und schaute dabei mit einem fragenden Blick zu Hannibal.

„Ok, Bogdanov. Er gehört dir."
„HANNIBAL!" Murdock konnte seine Empörung nicht zurückhalten. Als er entsetzt vortrat, schlug der Mann neben ihm mit dem Gewehrkolben ihm in die Magengrube, so daß Murdock ächzend zu Boden ging.
Die zwei anderen packten Face' Arme und zerrten ihn zu Boden, dann schleiften Sie ihn an den Armen hinter sich her.
Bogdanov richtete die Waffe erneut auf Hannibal, als aufgeregte Männerstimmen in unmittelbarer Nähe zu hören waren. Befehle wurden gebrüllt, Funkgerätstimmen waren zu hören
„Heute ist dein Glückstag, Opa!"
Er drehte sich um und rannte los. Nur den Bruchteil einer Sekunde später erreichte Colonel Decker hinter ihnen mit zwei Soldaten den Gang „KEINE BEWEGUNG!" Decker bewegte sich vorsichtig auf sie zu, die Waffe schussbereit. „Hannibal Smith. Ich fasse es nicht!"
„Was glauben Sie, was ich alles nicht fasse, Decker?"
Hannibal rollte genervt mit den Augen, als er Decker's Pistole in seinem Rücken spürte.
„Schlechtes Karma hat sogar einen Namen, B A.! Decker, lass' uns gehen, das ist ein Notfall!"
„Ja natürlich, Smith. Bei Notfällen drücke ich natürlich ein Auge zu." Er stieß seine Pistole erneut in Hannibals Rücken „wo ist ihr Freund Peck?"
„Du Idiot, die Russen haben ihn gerade mitgenommen und du hältst uns hier fest!" B. A.s Wut verzerrte seine Stimme. „Verdammt, lass uns gehen, sonst wickel ich dir deine Knarre um den Hals!"
„Das stimmt wirklich Decker, er ist in Gefahr. Lass uns gehen, oder meinetwegen komm halt mit!"
„Es tut mir leid, aber darauf bin ich nun schon zu oft reingefallen!"
„Ich sage es wirklich nur ungern, aber bitte lass uns gehen. Die haben Vorsprung!"
„Oh, ein „Bitte" von dem berühmten Hannibal Smith? Dann muß es ja wirklich ernst sein. Lass mich kurz nachdenken…hmmmm….. Nein! - Handschellen!"

Hannibal atmete aus. Nicht sein Tag heute. Oder vielmehr, nicht seine Woche.
„B. A. mein Freund, du siehst so unmotiviert aus. Liegt das an Deckers dämlicher Visage?"
Decker wollte gerade auf die Frechheit antworten, als B. A.s Faust zurückschnellte und er seine eigene Nase brechen hörte. Hannibal nutzte die Verwirrung, schlug dem Mann mit den Handschellen in den Magen, als der andere ihn von hinten angriff. Niemand hatte Murdock beachtet, der sich still am Boden verhalten hatte, das Gesicht hinter seinem Army-Helm verborgen. Er sprang hoch, zerrte Hannibals überraschten Angreifer zurück und wollte gerade zuschlagen, als B. A.s Faust zuerst das anvisierte Ziel traf.
„Och Menno B. A.!"
„Tut mir leid Decker, ich wäre ja diesmal sogar wirklich mitgekommen." Er griff nach den Waffen „Aber erst hole ich meinen Freund zurück." ER drehte sich zu seinen Jungs: „Beeilt euch!"


„B. A.! kriegst du den Jeep an?"
Hannibal schnappte nach Luft. Für solche Sprints war er einfach langsam zu alt. Wie gut, daß ihm sein hoher Adrenalinspiegel schon immer über körperliche Defizite hinweg half.
B. A. antwortete nicht, riß stattdessen die Fahrertür auf und zog die Drähte unter dem Lenkrad hervor, während Murdock und Hannibal auf der anderen Seite hineinsprangen.
„Sie können nur dort hinten hergefahren sein, alles andere ist zu dicht bewachsen!" Hannibal zeigte in die von ihm angenommene Richtung.

Sekunden später ließ B. A. den kurzgeschlossenen Motor aufheulen und gab Gas. Die rasche Beschleunigung warf Hannibal zurück in den Sitz.
„Murdock, zeigt deine Karte auch etwas von der Umgebung? Als Pizzotti uns abholte sind wir fast 25 min gefahren, aber ich bin mir sicher, daß er Umwege gefahren ist. Der Hubschrauber kann nicht so weit weg sein!"
„Die Karte nicht, aber die Mine ist wirklich nicht weit von der Lichtung. Wenn ich mich nicht täusche, dann sollten wir uns westlich halten".
Mit hoher Geschwindigkeit quälte B. A. den Jeep durch das unwegsame Gelände. Zum Glück war die frische Fahrspur des anderen Jeeps schnell wieder auf dem Boden sichtbar und machte es leicht, ihr zu folgen. Es dauerte keine 10 min und die Lichtung war schon in Sichtweite.
„Los B. A., ich seh' den Hubschrauber!"
„ich hab das Blech schon fast durchgetreten, Hannibal!"
„Bereithalten Murdock" Hannibal spannte den Hahn seine Pistole, als er durch das Gestrüpp die sich bewegenden Rotorblätter sehen konnte.

„SCHNELLER!"
„Ich kann nicht mehr aus der Kiste rausholen" B. A. brüllte, um den dröhnenden Motor zu übertönen.
Als sie fast die Lichtung erreicht hatten, begannen sich die Bäume und Büsche zu biegen, das Motorgeräusch des Hubschraubers übertönte das Heulen des Jeeps. B. A. riss das Lenkrad des Jeeps zur Seite und schlidderte quer auf die Lichtung. In dem Moment hob sich der Hubschrauber langsam vom Boden ab und einer von Bogdanovs Männern feuerte aus der geöffneten Tür auf den Jeep. Mit einer schnellen Bewegung folgte B. A. Hannibals Sprung aus dem Wagen, um hinter ihm Schutz zu finden. Murdock und Hannibal nahmen sofort das Feuergefecht auf, doch der Hubschrauber entfernte sich schnell immer weiter vom Boden.
„Murdock!" Hannibal nahm seine Pistole zurück „Hör auf Murdock!"
Er blickte zu Murdock, nicht sicher ob er ihn bei dem Lärm verstanden hatte.
Hannibal versuchte noch lauter zu sprechen „Es macht keinen Sinn! Wir sind nicht ausreichend bewaffnet…und wir könnten ihn auch schlecht vom Himmel holen." Er schaute dem abdrehenden Hubschrauber nach, der wenige Sekunden später hinter den Bäumen verschwand. Einen kurzen Moment sprach niemand ein Wort, bis das Geräusch der Rotorblätter nur noch leise zu hören war. Dann stand Hannibal auf, wandte sich ab, als wolle er weggehen, drehte sich aber wieder zurück und trat mit voller Wucht gegen den Kotflügel des Jeeps.
„VERDAMMTE SCHEISSE!

Er stützte die Hände auf die Motorhaube, den Kopf rot vor Zorn. „VERDAMMT!"
„wir müssen ihnen nachfahren…." Murdocks Stimme wirkte unsicher
„Wie willst du das machen Murdock?" Hannibal drehte sich um und ging forsch auf ihn zu „ Sag mir Murdock, wie willst du das machen? Wie willst du hier, mitten in der Pampa, einen Hubschrauber verfolgen? Erklär's mir, ich bin lernfähig!"
„Ich, ich weiß nicht, aber wir müssen doch irgendwie…" Murdock wich einen Schritt zurück, als Hannibals Stimme immer lauter wurde:
„"Ich weiß nicht." Wunderbar Murdock! Und soll ich dir mal was verraten? So ganz im Vertrauen, unter Freunden?" Hannibal trat einen Schritt auf ihn zu:
„ICH WEISS ES AUCH NICHT!"