Matt hatte wirklich unbeschreibliches Glück gehabt und konnte nach drei Wochen wieder entlassen werden. Stephanie wollte Fastlane ein wenig spannender gestalten und hatte Joe einfach untertauchen lassen. Und so saß er jetzt mit seinem Bruder auf der Terrasse seines Elternhauses und genoß zwei Wochen Freizeit.
"Courtney hat mich übrigens morgen auf eine "Back to Highschool" Party eingeladen. Ich glaube das Klassentreffen hat sie geprägt", erzählte Joe und nippte an seinem Cappuccino.
"Seitdem sie schwanger ist, kommt sie eh auf die Verrücktesten Ideen", sagte Matt lachend.
"Ich finde die Idee ja nicht so wird sicher auch da sein."
"Natürlich. Du kennst Minimaus. Sie wird nichts unversucht lassen, dass ihr beide euch versöhnt.
"Unsere Minimaus. Die Mutter Theresa aus Pensacola."
"Und nach der Sache damals ist sie noch schlimmer geworden. Sie arbeitet ehrenamtlich im Frauenhaus."
"Hat eigentlich von Charles noch jemand etwas gehört?"
"Er hat nach seiner Freilassung seine Eltern noch einmal kurz besucht und ist dann nach Kanada gezogen."
"Besser für ihn. Ich denke nicht, dass er hier lange überlebt hätte."
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Am nächsten Abend betrat Joe mit einem mulmigen Gefühl das Haus von Courtney und ihrem Ehemann Greg. Und kaum stand er im Wohnzimmer, da sah er sie. Kayla stand mit zwei Frauen am Kamin und unterhielt sich. Joe schluckte hart, denn seid dem Klassentreffen war er wieder da. Dieser Drang, wenn er sie sah. Er wollte sie nur noch an sich ziehen und sein Gesicht in ihren Haaren zu vergraben. Nie hätte er gedacht, dass er noch solche Gefühle für sie haben könnte. Als würde ein Blitz ihn treffen, zuckte er kurz zusammen, als ihr Blick den seinen traf. Kurz nickte sie ihm zu und widmete sich dann wieder der Dame rechts von sich.
"Hey Mister Sexy", hörte er Courtney neben sich.
"Hi Minimaus. Danke für die Einladung. Ihr habt es sehr schön hier?"
Courtney nestelte an seinem Hemdkragen. "Du hast dir natürlich die Einrichtung angesehen?"
Joe grinste sie an und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. "Ich seh lieber dich an."
"Als ob", lachte sie.
Joe's Handy klingelte und er drückte die Annahmetaste. "Yup Jon, was gibt es. Na, da kannst du lange stehen. Ich bin auf einer Party. Warum hast du nicht geschrieben, dass du kommst."
"Ist das der Verrückte?", wollte Courtney wissen und Joe nickte.
Sie nahm ihm grinsend das Telefon ab. "Hey Jon, hier ist Courtney. Chipley Ave Nr. 10. Natürlich bist du Willkommen. Bis gleich." Dann drückte sie Joe das Handy in die Hand. "So macht man das."
Joe schüttelte lachend den Kopf und ließ sich von ihr zum Tisch ziehen, wo ihre Eltern saßen. Sofort war er in einer angeregten Unterhaltung mit ihrem Vater, sodass er Kayla für den Moment vergessen konnte.
"Hey, Bro, alles klar", hörte er Jons Stimme hinter sich.
"Das ging aber flott. Bist du geflogen?"
"Nein, aber der Taxifahrer war wohl im früheren Leben Rennfahrer", antwortete der Blonde.
Er schüttelte den Herrschaften am Tisch die Hände und platzierte sich neben Ben.
"Was darf ich dir anbieten Jon?"
Kayla stand neben ihm mit einem voll beladenen Tablett und lächelte ihn an. Joe hatte sofort seinen Blick auf ihr und seufzte leise auf.
"Ein Bier bitte", antwortete Jon und Kayla stellte es vor ihn auf den Tisch.
"Ein Tonic für dich Joe?"
"Ja, danke", sagte er.
Er sah sie durchdringend mit seinen grauen Augen an und Jon spürte sofort, wie nervös Kayla neben ihm wurde. Grinsend nippte er an seinem Glas.
Nach einigen Stunden und etlichen Bieren ging Jon in den Garten und zündete sich eine Zigarette an. Er ließ seinen Blick schweifen und sah Kayla mit Courtney einige Meter weiter auf einer der Bänke sitzen. Als Courtney ihn sah, winkte sie ihn zu sich er ging zu den beiden rüber.
"Hast du mal ein Auge auf sie. Ich hole ihr mal ein Glas Wasser."
"Zuviel intus, huh?"
Courtney nickte." Normalerweise trinkt sie nicht."
"Ok, verstehe. Es hat wohl einen Grund, warum sie es heute getan hat", grinste er sie an.
"Yup. Der Grund sitzt drinnen am Tisch trägt Bart und wird der nächste WWE Champion."
"Pfft, also bist du kein Fan von mir. Schäm dich", antwortete Jon lächelnd.
Er setzte sich neben Kayla, als Courtney in Richtung Haus zurück ging und sah sie an. "Alles gut?"
"Klar", sagte sie leise, doch man hörte, dass er ihr überhaupt nicht gut ginge.
Er hörte, wie sie tief einatmete und dann ihren Kopf in seine Richtung drehte.
"Ich kann es nicht einfach vergessen, verstehst du das? Ich nehme an, dass er dir davon erzählt hat."
Instinktiv griff Jon nach ihrer Hand und nickte mit dem Kopf. "Natürlich verstehe ich das. Aber Joe..."
"Ja ich weiß. Er war jung und dumm. Das habe ich schon so oft gehört. So oft. Alle haben ihm zugehört. Nur mir hat niemand wirklich zugehört."
Sie lehnte sich zurück und er sah, wie ihre Tränen die Wangen hinabliefen.
"Ich höre dir zu", flüsterte er.
FLASHBACK
Es war Halloween und Gwyn Porter hatte alle zu einer großen Party eingeladen. Die Stimmung war ausgelassen und Kayla war auf der Suche nach Joe. Sie ging in den ersten Stock und traf dort auf Bettany, die völlig aufgelöst aus dem Gästezimmer kam.
"Was ist los, Bet?"
Doch die Blondine sah sie nur kurz an und rannte die Treppe hinunter. Neugierig ging Kayla in Richtung des Zimmers, aus der sie gekommen war und sah Charles nur mit Hose bekleidet vor dem Bett stehen.
"Charles, was ist passiert?" Besorgt sah sie ihn an.
"Du fehlst mir gerade noch", zischte er sie an.
Kayla betrat das Zimmer und stellte sich vor ihn. "Was ist mit dir los? Hast du dich mit Bet gestritten?"
Sie wollte ihren Arm auf seine Schulter legen, doch er packte ihr Handgelenk und blickte sie wütend an.
"Es ist immer dasselbe. Ihr tut immer so, als würdet ihr mich nett finden und dann lasst ihr mich abblitzen."
"Vielleicht solltest du mal überlegen, ob es nicht an dir liegt, wenn die Frauen das tun. Und jetzt lass mich los. Du tust mir weh", fauchte sie ihn jetzt an.
Doch er ließ nicht los, sondern zog sie an sich, drehte sich mit ihr und trat mit seinem Fuß die Türe zu. Grinsend schloss er diese dann ab.
"Was soll das Charles? Hör auf mit dem Blödsinn. Du bist betrunken."
"Ich will dich Kay, ich wollte dich schon immer. Aber nein, mein Freund musste sich dich ja krallen."
"Charlie, hör auf damit."
Er drückte sie jetzt gegen die Wand und sah sie durchdringend an. Kayla erschrak, als er langsam näher kam und anfing mit der Zunge ihr Ohr entlang zu lecken. Sie wollte aufschreien, doch er riss seine Hand nach oben und umfasste ihren Hals.
"Keinen Ton", knurrte er und presste seinen Lippen auf die ihren.
Die Dunkelhaarige spürte seine Zunge an ihrer Unterlippe und roch seinen Atem, der aus einer Mischung von Whiskey und Rauch bestand. Wieder wollte sie losschreien, doch sofort drückte er seine Hände zusammen und sie röchelte auf.
"Charles", keuchte sie.
"Charles, immer nur Charles. Der nette Charles, der Kumpel. Sag mir, warum er und nicht ich."
"Ich liebe ihn", wimmerte Kayla.
"Ich liebe ihn", äffte er sie nach.
Seine linke Hand griff jetzt unter ihren Rock und Kayla schüttelte den Kopf. "Bitte nicht."
"Als ob du nicht drauf stehen würdest", fauchte er und ließ ihren Hals jetzt los.
Ehe sie noch reagieren konnte, spürte sie seine Faust in ihrem Gesicht und sogleich diesen Geschmack von Eisen im Mund. Er griff in ihr Haar, zog sie herum, sodass sie mit dem Gesicht zur Wand stand. Seine rechte Hand umschloß sofort wieder ihren Hals und Kayla riss die Augen auf, als er ihren Slip zur Seite schob. Mit einer Hand öffnete er seine Hose und drang in sie ein.
"Nein", schluchzte sie.
Doch Charles stöhnte ihr nur ins Ohr und rammte sein Glied immer wieder in sie hinein.
"Ich schätze mal so hart hat er es dir noch nicht besorgt. Dafür ist der gute Joe viel zu romantisch", knurrte er.
Kayla wünschte sich nur noch weit weg. Sie dachte an das Landhaus ihrer Oma in Kentucky, wo sie als Kind immer in den Ferien war. Sie dachte an Joe, ihren Joe, den sie so abgöttisch liebte. Leise fing sie an ihren Lieblingssong zu summen und stumm liefen die Tränen über ihr Gesicht.
Nach für sie unendlichen Minuten zog er sich aus ihr heraus und sie sah, wie er sich eins von den Shirts nahm, die auf dem Sessel im Zimmer lagen und aufstöhnte. Sie war aus Angst wie gelähmt und sah ihn nur stumm an. Langsam zog er seine Hose hoch, kam auf sie zu und packte ihren Arm.
"Er wird mir glauben, verlass dich drauf. Ich werde ihm einfach sagen, dass du mich verführt hast, weil ich betrunken war. Also sagst du am Besten nichts. Ich hoffe, du hast unseren Fick so genossen wie ich, du Schlampe."
Dann drehte er sich um und verließ den Raum.
FLASHBACK ENDE
"Den Rest wird Joe dir ja sicher erzählt haben", sagte sie leise und sah Jon, der sie einfach nur anstarrte.
"Es tut mir so leid Kayla", kam dann irgendwann leise von ihm. Er nahm ihre linke Hand und küsste sie behutsam.
"Ich kann ihm einfach nicht verzeihen. Wir waren auch seit Kindertagen befreundet und ich dachte das er mich kennt. Natürlich habe ich Charles nicht gemocht, aber das hätte ich ihm doch nicht angetan."
"Natürlich nicht."
"Hier ist dein Wasser", hörte sie Courtney hinter sich schluchzen. Sie setzte sich neben ihre Freundin und legte den Kopf auf deren Schulter. "Ich wollte nicht lauschen."
"Schon gut. Vielleicht hätte ich mit dir drüber reden sollen, denn du weißt, wie ich mich fühle."
"Kay, siehst du nicht, wie er leidet. Verdammt, er würde alles dafür geben, um es ungeschehen zu machen."
"Oh ja, das würde er. Weißt du, was er jedes Jahr an eurem Trennungstag macht?", kam von Jon.
Kayla hob den Kopf und sah in sein Gesicht. Dann hob sie fragend ihre Schultern.
"Er betrinkt sich."
"Joe?", kam es gleichzeitig aus den Mündern der beiden Frauen.
"Es ist nur dieser eine Tag und danach schwört er jedes Mal, es im nächsten Jahr nicht mehr zu tun. Glaubt mir, es ist nicht angenehm, wenn man mit seinem besten Freund auf der Toilette ist und ihm die Haare festhält, damit er sich in Ruhe auskotzen kann."
"Ich hätte nicht gedacht, dass er nach so langer Zeit noch dran denkt. Das er an mich denkt."
"An deinem Geburtstag, an euren Jahrestag und so weiter. Er hat dich nie vergessen und wird es auch nicht. Hast du dich nicht mal gefragt, warum er keine Freundin hat oder warum er nicht verheiratet ist? Du bist der Grund."
Kayla stand jetzt langsam auf und fasste sich mit der Rechten Hand durch ihre langen Haare. "Das ist jetzt gerade ein bisschen viel. Courtney, sei mir nicht böse, aber ich werde mir ein Taxi nehmen und nach Hause fahren. Ich komm den Wagen dann morgen Nachmittag abholen."
"Ist gut, Süße", antwortete diese.
Die Rothaarige beugte sich noch einmal zu Jon und küsste ihn sanft auf die Wange. "Danke fürs Zuhören. Und bitte nicht böse sein, aber ich brauche etwas Zeit."
"Er hat Dreizehn Jahre gewartet. Da kommt es auf ein paar Tage mehr auch nicht an. Schlaf gut."
Sie lächelte ihn noch einmal an und ging dann durch den Garten. Jon sah ihr hinterher, bis sie in der Dunkelheit verschwunden war. "Das wird ne harte Nuss Sweet Mummy. Meinst die schaffen das?"
"Ich bin mir sicher. Und wie hast du mich gerade genannt?"
"Sweet Mummy", antwortete er schelmisch grinsend.
"Nein, ist das süß Ich hätte nie gedacht, dass Dean... du so gefühlvoll bist", sagte Courtney, drückte ihm einen Schmatzer auf die Wange und schob ihn Richtung Haus.
" Aber nicht verraten. Sonst muss ich dich umbringen und irgendwo in Vegas verbudeln."
