"Ich warne dich Anoa'i. Sollte ich ihm begegnen, dann reiße ich dir den Schädel ab", schnaubte Kayla.
Matt lachte kurz und hielt ihr die Türe zur Arena auf.
"Jetzt sei mal ehrlich Honey. Wenn du ihm wirklich nicht sehen willst, warum bist du dann mitgefahren? Außerdem lässt es sich nicht vermeiden. Wir gehen nämlich gleich Backstage."
"Du bist so ein Arsch. Sorry Koa, so was sagt man nicht", sagte sie, als Matt's Sohn sie grinsend ansah. "Im Saal wäre ich ihm sicher nie begegnet. Ich mache das nur, weil deine Mutter mich darum gebeten hat."
"Für sie bist du eine Anoa'i. Das war schon immer so."
"Ich weiß", antwortete Kayla und lächelte jetzt.
Für Joe's Mutter Lisa war damals eine Welt zusammengebrochen, als Joe ihr erzählte, dass sie sich getrennt hatten. Lange plagte Kayla ein schlechtes Gewissen, weil sie es nicht über das Herz brachte, es Leati und Patricia selber zu sagen. Von heute auf morgen hatte sie das Haus der Anoa'i nicht mehr betreten und den wahren Grund verschwiegen. Kayla konnte nicht im geringsten ahnen, was Lisa ihrem Sohn an den Kopf geworfen hatte, als damals alles rausgekommen war. Denn im Gegensatz zu ihr konnte Joe seine Eltern nicht so einfach belügen.
Die Junge Frau lief jetzt hinter Matt und Koa her, die zum Popcorn Stand wollten. Madison war schon mit ihren Großeltern zu den Plätzen gegangen. Überall in der großen Arena hingen Bilder von Joe und sie musste schmunzeln, als sie die ganzen jungen Mädchen sah, die davor Fotos machten. Matt und sein Sohn kauften zwei große Eimer Popcorn und die drei schlenderten nun zu einer großen Türe, vor der zwei Männer postiert waren. Der Security grüßte Matt und winkte die drei durch.
"Hey Matt, schön dich zu sehen? Wie geht es dir?, rief Colby von weitem und zog Matt in seine Arme.
"Wieder gut. Danke."
"Sind die anderen noch nicht da?"
"Doch, aber die sitzen schon auf den Plätzen. Mum ist so nervös und sie denkt, dass sie Joe auch nervös macht. Darf ich dir übrigens Kayla vorstellen."
Colby reichte Kayla die Hand. "Das ist also Kayla. Ich habe schon viel von dir gehört. Schön dich kennenzulernen."
"Danke", stammelte Kayla. Sie hätte zu gerne gewusst, was Joe seinen Jungs erzählt hatte.
"Hi Pa... Kayla. Was machst du denn hier", hörte sie Joe's Stimme hinter sich und sofort verkrampfte sich ihr Magen.
Als sie sich umdrehte, musste sie die Luft anhalten, denn er sah in seinem Ringgear einfach toll aus.
"Deine Mum hat mich gebeten mitzukommen. Und du weißt, ich konnte ihr noch nie etwas abschlagen", antwortete sie tapfer lächelnd.
Er musste schmunzeln und erinnerte sich.
FLASHBACK 08.10.2000
"Das könnt ihr vergessen Leute, ehrlich mal", fauchte Kayla und sah in den riesigen Spiegel des Brautmodengeschäft.
Joe und Matt saßen auf ihren Hockern und bissen sich auf die Unterlippen, um nicht laut loszulachen.
"Es steht dir so gut. Und es ist doch nur dieser eine Tag. Summer heiratet doch nur einmal", sagte Patricia.
"Ja, und irgendwann heiratet Vanessa und dann Joe...puh." Sie sah erneut in den Spiegel und zog die Nase kraus.
"Du siehst aus wie..." Joe hielt kurz inne.
"Sag das Richtige Babe, ansonsten kastrier ich dich." Sie sah ihn durch den Spiegel scharf an.
"Wie ein süßer Cupcake." Gleichzeitig prusteten er und Matt los.
"So das war's", schrie Kayla und hüpfte vom Hocker.
"Lass dich nicht ärgern. Du siehst toll aus. Joe, lass sie in Ruhe." Patricia schlug ihrem Sohn auf den Oberarm.
Joe stand auf, stellte sich hinter Kayla und schlang seine Arme um sie. "Sorry Panda. Ich wollte dich nur ärgern. Du siehst fabelhaft aus."
"Ehrlich?"
"Ehrlich."
FLASHBACK ENDE
"Hey Kay, schön dich zu sehen", hörte sie Jon's Stimme hinter sich.
Er beugte sich zu ihr runter und drückte ihr einen Schmatzer auf die Wange. "Darf ich dir meine Freundin Renee vorstellen?"
Kayla lächelte die Blondine an. "Ich wusste doch, dass da was läuft. Wenn ihr zwei ein Interview gebt, dann brodelt die Luft."
"Merkt man das echt?", meinte Renee und ihre Wangen färbten sich zartrosa.
"Yup"
Jon begrüßte Matt und hob Koa durch die Luft.
"So, wir müssen auf unsere Plätze. Kommst du Kay?", meinte Matt und zupfte an ihrem Arm.
"Ähmm ja natürlich . Viel Glück euch Dreien", stotterte die Rothaarige und folgte Matt.
'"Sie ist wirklich sehr nett Joe", sagte Renee und strich ihm sanft über den Arm.
"Hmmm. Shit, nun bin ich nervös", antwortete er und fuhr sich mit der Hand durch seine nassen Haare.
Er sah Stephanie vor dem Vorhang stehen und atmete tief ein und aus, als sie ihn zu sich winkte.
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Die Show war gelaufen und die Zuschauer machten sich langsam auf den Weg in Richtung Ausgänge. Kayla wusste, dass Joe's Familie auf ihn warten würde und verabschiedete sich schnell, um ein weiteres Zusammentreffen zu vermeiden. Am Eingang legte sie sich ihre Jacke über die Schulter und machte sich auf den Weg zum Parkplatz.
"Kay, warte bitte", hörte sie plötzlich Jon rufen und drehte sich um. Sie schluckte, als sie sah, dass Joe ihm folgte.
Als Jon bei ihr war, sah er sie flehend an.
"Gib ihm eine Chance und hör ihm zu. Bitte?"
Ihre Augen füllten sich mit Tränen und stumm ließ sie sich von Jon zurück in seine Richtung führen.
"Warum läufst du immer vor mir weg?" Joe fuhr sich nervös durch seine Haare und sah sie an.
Stumm zuckte sie mit den Schultern.
"Kayla, vor Dreizehn Jahren habe ich den wohl größten Fehler meines Lebens gemacht. Ich habe meiner besten Freundin, meiner Freundin, der Liebe meines Lebens nicht geglaubt. Du willst gar nicht wissen, wie oft ich Mums böse Blicke noch heute dafür kassiere, wenn wir über dich reden."
Kayla lachte jetzt leise auf und konnte sich bildlich vorstellen, wie Lisa mit ihrem Sohn umgesprungen war.
"Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und ich weiß das du mir vielleicht nie verzeihen kannst. Aber seitdem ich dich wiedergesehen habe, kann ich dich nicht vergessen Panda."
Langsam hob sie ihren Kopf und sah in seine grauen Augen.
"Ich habe gedacht, dass ich dich vergessen kann und ich dachte das ich es auch geschafft habe bis zum Klassentreffen. Ich will wie damals mein Gesicht in deinen Haaren vergraben, obwohl ich den Geruch schon ewig kenne. Du bist sehr verletzt und das verstehe ich. Aber können wir nicht versuchen wenigstens wieder Freunde zu sein. Das würde mir reichen... Nein, das würde es nicht, aber ich würde es akzeptieren, wenn du nur wieder in meinem Leben wärst. Ich möchte meine beste Freundin wieder haben. Ich habe mittlerweile zwei beste Freunde, aber die können dir nicht das Wasser reichen. Was sagst du Panda? Gibst du mir die Chance, wieder ein Teil deines Lebens zu werden. Nur als gute Freundin", sagte Joe und sah sie flehend an.
Kayla atmete tief ein und aus, straffte ihre Schultern und sah ihn fest an. "Nein, das kann ich nicht Joe."
Langsam ließ Joe den Kopf senken, presste seine Lippen zusammen und nickte langsam. Er wollte sich gerade umdrehen, als Kayla seinen Arm umfasst, nah an ihn ran trat und ihre Lippen kurz auf seine legte. "Ich will mehr."
