Call it bittersweet

Kapitel 16

Impertinente Gefühle des Glücks

„Wo haben Sie gesteckt?"

Snape blinzelte. „Ich bitte um Verzeihung, Miss Granger. Aber ich wüsste nicht, was Sie das angeht."

Hermine holte Luft. Sie war vor lauter Aufregung komplett außer Atem. Der Spagat zwischen Draco und Snape war einfach zu viel für sie.

„Wir haben eine Abmachung, Professor", sagte sie eindringlich. „Und Sie waren zwei Tage lang wie vom Erdboden verschluckt ..."

„An die ich mich gehalten habe, wenn Sie sich erinnern", unterbrach er sie mit funkelnden Augen.

Hermine schluckte. Der hatte ja vielleicht Nerven! Während sie sich die größten Sorgen gemacht hatte, wie es weitergehen sollte, tat er so, als wäre alles in bester Ordnung.

Wie vor den Kopf geschlagen ließ sie sich auf dem Stuhl vor seinem Schreibtisch nieder, woraufhin er sie mit einer hochgezogenen Braue musterte.

„Sie sehen aus, als könnten Sie etwas Schlaf gebrauchen", bemerkte er süffisant.

Hermine schnaubte. „Sie haben keine Vorstellung davon, was in mir vorgeht! Ich weiß überhaupt nicht mehr, wann ich das letzte Mal richtig geschlafen habe. Diese ganze Aufregung um meine Ehe ist zu groß, als dass ich auch nur eine ruhige Minute finden würde. Draco geht mir auf die Nerven. Und noch etwas: Ihr Grinsen gefällt mir ganz und gar nicht, Professor. Es ist abwertend und ungerechtfertigt. Wie können Sie nur so reagieren, während ich fast vor Kummer umkomme?"

Snape straffte seinen Oberkörper. „Miss Granger, Sie mögen mich zwar für Ihre Zwecke missbrauchen, dennoch haben Sie kein Recht dazu, mich mit Vorwürfen zu bombardieren, verstanden? Was ich tue und sage, sowie der Umstand, wo ich bin, ist immer noch meine Angelegenheit, wenn nicht sogar die des Dunklen Lords."

Er sah sie so scharf an, dass sie kleinlaut nachgab und tief in ihren Stuhl zusammengesunken nickte. „Ja, Sir."

Endlich entspannte sich seine versteifte Muskulatur. Er seufzte, nahm die Hände hoch und rieb sich mit spitzen Fingern die Schläfen.

„Wenn Sie gekommen sind, um unser nächstes Meeting zu besprechen, können Sie bleiben. Sollten Sie jedoch weiterhin vorhaben, mich anzukeifen, wäre es an der Zeit, jetzt zu gehen."

Nachdenklich biss sie sich auf die Lippe. Warum sie so übertrieben reagiert hatte, war ihr selbst ein Rätsel. Vermutlich jedoch hing es mit einem Anflug von Panik zusammen, die sie bei der Vorstellung empfunden hatte, ihm könnte etwas zugestoßen sein.

„Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was mit mir passiert, wenn Sie nicht nach Hogwarts zurückkehren?", fragte sie vorsichtig.

Snape verzog die Mundwinkel zu einem höhnischen Grinsen.

„Und wieso sollte mich das kümmern? Außerdem bin ich immer zurückgekommen, Miss Granger. Machen Sie sich und Ihren Freunden also keine Hoffnungen, mich loszuwerden."

Am liebsten hätte sie bei seinen Worten laut losgeheult. Begriff er denn immer noch nicht, worum es hier ging?

„Ich glaube, Sie verstehen mich falsch", erklärte sie unbeholfen. „Was Sie da sagen, klingt alles andere als beruhigend, Professor. Ich bin auf Sie angewiesen, schon vergessen?"

Er nickte matt. „In der Tat. Deshalb wird es keine weiteren Diskussionen darüber geben, wo ich war und was ich getan habe."

Hermine senkte betreten den Blick. „Aber ich dachte, wir hätten das geklärt. Wir wollten uns eingehender miteinander befassen, um endlich voranzukommen. Ich mag nicht – ich kann es nicht mehr einfach nur auf die Art tun, wie wir es bisher getan haben."

Er machte ein Gesicht, als würde er bereits ahnen, dass es unangenehm werden könnte. Hermine aber plapperte ungehalten weiter.

„Sehen Sie, Professor, was letztes Mal geschehen ist, war eine Gelegenheit für uns beide, einander näher zu kommen. Deshalb dachte ich, es wäre ein Fortschritt, wenn wir versuchen würden, einander im gegenseitigen Einverständnis Vergnügen zu bereiten."

Seine Brauen rutschten in die Höhe. "Sie erwarten doch nicht etwa von mir, dass ich dieses Thema vertiefe?"

Hermine sah ihn mit einer Aufrichtigkeit im Blick an, die ihn schaudern ließ. Offenbar hatte er mit allem gerechnet, nur nicht damit.

"Sir, mir ist selbst bewusst, dass es ungewöhnlich ist. Aber ..."

Er schüttelte energisch den Kopf. "Kein Aber mehr, Granger. Sie wissen gar nicht, in welche Lage Sie mich gebracht haben."

"Trotzdem hat es Ihnen gefallen, habe ich recht? Und wagen Sie ja nicht, etwas anderes zu behaupten."

Seine Züge verhärteten sich. "Was Sie da sagen, ist über alle Maßen impertinent."

„Das ist mir gleich", schnappte sie zurück. „Irgendjemand sollte Ihnen mal die Wahrheit sagen, Professor."

„Die Wahrheit?"

„Ja. Es liegt in der Natur des Menschen, sich Vergnüglichkeiten zu widmen."

„Das trifft ganz bestimmt nicht auf mich zu, Miss Granger."

„Dafür haben Sie neulich aber ziemlich zufrieden ausgesehen."

„Ich verbitte mir derartige Bemerkungen!"

Hermine rollte mit den Augen. „Kommen Sie! Was spricht schon dagegen, wenn wir es auf diese Art miteinander versuchen? Schlimmer kann es ja kaum noch kommen."

Hermine stand auf. Langsam umrundete sie den Tisch und kam auf ihn zu. Snape ließ sie keine Sekunde aus den Augen. "Was haben Sie vor?", fragte er abschätzig. "Wollen Sie mir etwa erneut Befriedigung verschaffen?"

Etwas Spöttisches schwang in seiner Stimme mit, doch sie ignorierte es und blieb vor ihm stehen.

"Vielleicht, Professor. Aber eigentlich hatte ich gehofft, Sie würden mir etwas entgegenkommen."

Er zog die Brauen zusammen und drehte sich ihr zu, sodass sie sich genau gegenüber waren. "Das ist lächerlich, Granger. Nichts auf der Welt berechtigt uns dazu, das zu tun."

Hermine zuckte mit den Schultern. Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und hockte sich breitbeinig vor ihn auf seinen Schreibtisch, was ihm keinesfalls gefiel. Alarmiert fuhr er herum, um sie zu konfrontieren.

"Ich rate Ihnen dringlichst, auf Ihren Platz zurückzukehren."

"Warum, Professor? Wollen Sie etwa, dass das Ministerium gewinnt? Dass Voldemort gewinnt? Vergessen Sie für einen Augenblick, wer Sie sind. Vergessen Sie die Konventionen und Vorschriften und widmen Sie sich dem, was uns vorwärts bringen könnte."

Er legte den Kopf schief. "Und was sollte das Ihrer Meinung nach sein, Miss Granger?"

Seine schwarzen Augen bohrten sich fragend und unnachgiebig in ihre.

Hermine schauderte. Sie wusste, dass sie nichts zu verlieren hatte und so griff sie mit der Hand in seinen Nacken und zog ihn mit einem Ruck zu sich heran. Nur wenige Zentimeter lagen zwischen ihren Gesichtern und noch immer sahen sie sich an. Sein Atem prallte unruhig auf ihre Haut. Seine Brust hob und senkte sich angespannt.

"Miss Granger", sagte er in einem strengen Raspeln. "Was erhoffen Sie sich davon?"

Sie schluckte. "Vergnügen. Pures Vergnügen, Professor."

Er klappte unschlüssig den Mund auf. "Ich ..."

"Nicht. Ich bin es leid, eine Marionette zu sein, die von Ihnen abhängig ist. Wenigstens einmal möchte ich mehr spüren als den Schmerz und die Kälte, die Sie mir bescheren, Professor. Verstehen Sie? Ich will leben. Ich will etwas Schönes spüren, das mich all meine Ängste und Sorgen vergessen lässt. Bitte verwehren Sie mir das nicht."

Sein Ausdruck, so starr und entsetzt er auch wirkte, schien mit einem Mal wie verändert. Wortlos senkte er den Blick und ließ ihn langsam über ihren Körper gleiten, der so voller Erwartung vor ihm aufragte. Dann, ohne länger zu zögern, fasste er links und rechts nach ihren Hüften und positionierte ihren Unterleib so vor sich, wie er es für richtig hielt.

Hermines Herz klopfte. Ihr war gleich, dass sie sich wie ein unerfahrenes Ding vor ihm lächerlich machte, schließlich hatte er sie schon ganz anders erlebt. Insgeheim aber hoffte sie, dass er sie erhören würde, denn nichts wäre beschämender für sie gewesen als seine Zurückweisung.

Noch während sie versuchte, aus seinem Ausdruck schlau zu werden, betrachtete sie innig sein Gesicht. So eigenartig es auch war, je mehr Zeit sie mit ihm verbrachte, umso mehr verlor sie die Scheu vor ihm und seinem Äußeren. Selbst seine rätselhaften langen Strähnen hatten ihre ganz eigene Faszination bekommen.

Zaghaft ließ sie ihre Finger durch die schwarzen Haarspitzen gleiten. Im nächsten Moment fühlte sie, dass er sie zielgerichtet und beständig mit der flachen Hand auf den Tisch niederdrückte. Pergament und Schularbeiten wurden unter ihr begraben, doch Snape schien sich nicht weiter darum zu kümmern.

Kaum lag sie vor ihm, trafen sich wie vereinbart ihre Blicke. "Schließen Sie die Augen, Miss Granger."

Mit anfänglicher Skepsis in der Magengegend blinzelte sie ihn an. "Warum?"

Er intensivierte den ohnehin schon durchdringenden Blick seiner Augen. "Tun Sie, was ich sage."

Fast schon untertänig gehorchte sie. Dunkelheit hüllte sie ein. Doch was dann geschah, ließ sie alles um sich herum vergessen. Snape öffnete ihre Jeans und schob sie ein Stück weit ihre Schenkel hinunter. Unsagbar sanft berührte er mit seinen Fingerspitzen ihre Haut, sodass sie wohlig schauderte.

Es war das erste Mal überhaupt, dass sie eine seiner Handlungen in seiner Gegenwart so etwas wie Lust empfinden ließ. Jedenfalls nahm sie es bewusster war als alles andere zuvor.

Ein sanftes Stöhnen entfuhr ihr. Schon alleine diese kleine, zaghafte Geste seiner Hände sorgte dafür, dass sie bereit war, alles mit sich geschehen zu lassen, was er ihr antun würde. Sie wusste, dass er sie nicht mit Absicht zu etwas zwingen würde, was sie nicht wollte.

Befreit lauschte sie seinem Atem, folgte mit ihren Sinnen seinen Berührungen. Dann, ganz plötzlich, schoss ein Blitz durch ihren Körper, als er sie mit dem Mittelfinger durch ihr Höschen hindurch direkt zwischen ihren Beinen streifte.

Hermine bäumte den Oberkörper auf.

"Bleiben Sie liegen, Granger", hörte sie seine Stimme in ihr Ohr dringen.

Angestrengt atmend biss sie sich auf die Lippe und legte sich zurück auf die Tischplatte wie befohlen. Am liebsten hätte sie ihm einen schiefen Blick zugeworfen, da sie aber hoffte, er würde mit seiner Exkursion fortfahren, ließ sie es bleiben. Jede Unterbrechung ihrerseits könnte ihr kleines Experiment gefährden und Snape wieder auf seinen altbewährten Kurs zurückbefördern.

Gebannt wartete sie darauf, was als Nächstes geschehen würde und wurde dabei nicht enttäuscht, denn kaum hatte sie sich in ihr Schicksal ergeben, spürte sie die Berührung erneut. Ihr ganzer Körper reagierte darauf und beinahe hätte sie sich gehen lassen und sich aufgerichtet. Stattdessen erinnerte sie sich an seine mahnenden Worte und reckte lediglich das Becken empor. Der Effekt war so grandios, dass sie dabei seinen beiden Fingern entgegen spielte, die sich in die feuchte Hitze ihres Höschens gruben.

Wie elektrisiert fasste sie nach der Tischkante, um sich irgendwo festzuhalten. Dann ließ sie sich hemmungslos von ihm streicheln, bis sie flehentlich wimmernd vor lauter Glückseligkeit den Höhepunkt erreichte.