Call it bittersweet
Kapitel 35
Zwischenfälle
Warum konnte er ihr nicht einfach sagen, dass alles gut werden würde? Warum musste er immerzu ernst und wahr das offenlegen, was sie nicht auszusprechen wagte?
Hermine hatte getan, was sie tun musste, um den Anforderungen des Ministeriums gerecht zu werden, sogar dann, wenn das hieß, alle anderen, die ihr vertrauten, zu hintergehen; ihre Freunde, ihre Eltern, sogar sich selbst. Jetzt, wo sie an diesem Punkt ihres Lebens angelangt war, wusste sie nicht weiter. Vielleicht war es ja zu spät, noch etwas zu bewegen. Vielleicht sollte sie einfach den Dingen, die sich um sie herum ereigneten, ihren Lauf lassen und nicht weiterkämpfen. Vielleicht wäre es sogar besser, den Professor entgegen all ihrer Gefühle ziehen zu lassen...
Snape hatte sich kaum gerührt, seit sie sich an ihn geschmiegt hatte, dennoch wusste sie, dass es in ihm arbeitete. Es war paradox, sich von ihm Halt zu erhoffen, wo er doch selbst nichts tun konnte. Seine Lage und der Schwur, den er für Draco abgelegt hatte, um seine Tarnung für den Orden zu schützen, machte es ihm schier unmöglich, noch länger für sie da zu sein. Sie konnte einfach nicht mehr leugnen, dass es unmöglich war, ihn weiter in Schwierigkeiten zu bringen, wenn sie sich an ihn klammerte. Alleine in diesen dunklen Stunden mit ihm im Krankenflügel zu sein, war gefährlich.
Die Erkenntnis traf Hermine wie ein Schlag. Kraftlos nahm sie den letzten Rest der Selbstbeherrschung zusammen, der noch in ihr steckte und setzte sich auf. Mit der Hand wischte sie sich die Tränen beiseite, dann sah sie ihn an. Ihre Blicke trafen sich und Snape legte bestimmt die Hand auf ihre Schulter.
„Sie sollten jetzt gehen, Miss Granger", murmelte er durch seine dünnen und nahezu unbeweglichen Lippen hindurch.
Hermine nickte. Erneut war ihr zum Heulen zumute. Trotzdem stand sie auf, spürte, wie seine Hand sich ihr entzog und er seine Haltung straffte.
Verunsichert stand sie vor ihm und blickte ihm ins Gesicht. Dass sie nicht gehen wollte, konnte nicht einmal ihm verborgen bleiben. Manchmal aber sah man einfach keinen anderen Ausweg als das zu tun, was man am wenigsten wollte.
„Auf Wiedersehen, Professor."
Ihre Stimme, die so schwach war, kam ihr fremd vor. Die simple Botschaft dahinter aber offenbarte zweifelsohne, dass es an der Zeit war, ihn loszulassen.
Schnurstracks biss Hermine die Zähne zusammen und lief mit Tränen in den Augen in ihren Turm. Da Ron noch ein Weilchen brauchen würde, ehe er sich erholt hätte, entschied sie sich, Harry alles, was sie in Bezug auf Rons Vergiftung vermutete, zu erzählen. Dass er von dieser Nachricht nicht angetan war, verstand sich von selbst.
"Du meinst also, dass Draco dahintersteckt?", fragte er wütend nach.
Hermine nickte. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Geschenke von ein und derselben Person stammen."
Harry schüttelte ungläubig den Kopf. "Wir sollten Ron erst mal nichts davon erzählen, bis er wieder fit ist. Malfoy kann was erleben, wenn ich ihn sehe. Da kannst du drauf wetten. Und wenn es hundert Jahre dauert, bis ich es ihm heimzahle, soll es mir recht sein. Irgendwann wird er dafür büßen, sich so üble Scherze zu erlauben."
Da Hermine wusste, dass Harry immer so reagierte, sobald es um Draco ging, wunderte sie sich nicht weiter darüber. Sie selbst fand es ungeheuerlich, dass Draco soweit gehen würde, seinen Frust an anderen auszulassen, denn dass das kein harmloser Scherz mehr war, den sich ein Teenager erlauben konnte, war offensichtlich. Wie würde es da erst werden, wenn sie eines Tages gezwungen war, mit ihm auf Malfoy Manor zu leben?
Für geraume Zeit wurde es daraufhin ruhig um Hermine. Sie hatte sich regelrecht dazu gezwungen, Snape nicht mehr zu besuchen. Auch der Unterricht in Verteidigung gegen die Dunklen Künste mit ihm als Lehrer verlief reibungslos, soweit man bei seinen üblichen Stimmungsschwankungen davon sprechen konnte. Trotzdem schmerzte es zutiefst, ihn sehen zu müssen, ohne dabei näher mit ihm in Kontakt treten zu können. Im Großen und Ganzen konnte man sagen, dass der sich einstellende Frühling etwas Wehmütiges mit sich brachte, dem sie nur wenig Freude abgewinnen konnte. Auch die Aussichten auf die bevorstehenden Osterferien machten das nicht viel besser. Wer würde die schon gerne auf Malfoy Manor verbringen? Ihr einziger Trost waren die Jungs, die beide zu spüren schienen, dass es ihr nicht sonderlich gut ging, womit sie sich darum bemühten, Hermine zur Seite zu stehen, so gut sie konnten. Und das, obwohl sie nicht alle Details ihres Kummers kannten.
Trotz seiner Wut auf Draco hatte es bisher keine Gelegenheit für Harry gegeben, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Seine Drohung hing somit noch immer in der Luft, bis sich eines Tages alles ändern sollte.
Vollkommen fassungslos stand Hermine im verlassenen Schlafsaal der Gryffindors und betrachtete in einem kleinen Handspiegel, den sie mithilfe eines Zaubers an ihre Körpergröße angepasst hatte, ihre Figur. Der Anblick ihres eigenen Bauchumfangs erschreckte sie jedes Mal wieder aufs Neue. Zu allem Überfluss musste sie sich auch noch eingestehen, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis jemand mitbekommen würde, dass sie schwanger war. Noch konnte sie die stets zunehmende Wölbung unter ihrer Schuluniform verbergen. Die Frage war jedoch, wie lange das so weitergehen würde.
Gerade als sie den Spiegel verstaut hatte und sich die Strickjacke zuknöpfte, platzte Ginny in den Schlafsaal. "Hier steckst du also", verkündete sie aufgeregt. Ich hab schon überall nach dir gesucht …"
Überrumpelt rang Hermine nach etwas, das sie sagen konnte, schließlich hoffte sie inständig, dass ihre Freundin nichts gemerkt hatte.
Ginny für ihren Teil plapperte ohnehin ungehalten weiter. "Etwas Schreckliches ist passiert. Du sollst sofort in Dumbledores Büro kommen."
xxx
Hermine spürte einen seltsamen Stich, als Dumbledore von Dracos plötzlichem Tod berichtete. Nicht weil sie ihn besonders gemocht hatte, sondern weil es paradox schien, dass es ausgerechnet ihn getroffen hatte, wo sie doch mit ihm verheiratet war.
Obwohl die Vorstellung, plötzlich Witwe zu sein, etwas Erlösendes an sich hatte, schließlich war sie zu der Ehe gezwungen worden, hatte sie nicht gewollt, dass er stirbt. Er war zu jung gewesen und hatte noch fast sein ganzes Leben vor sich gehabt, ebenso wie sie selbst.
Im Beisein von ihren Freunden Ginny und Ron erfuhr sie auch von dem tödlichen Duell, das Harry und Draco sich in einer Toilette geliefert hatten. Fast fühlte sie sich schuldig, weil sie nichts unternommen hatte, um die angestauten Aggressionen zu besänftigen, die so unerwartet aus Harry hervorgebrochen waren, dass die Auseinandersetzung zwischen ihm und Draco ein solch jähes Ende nehmen konnten.
Harry saß derweil stumm im Abseits vom Geschehen und wurde mit finsteren Blicken aus Snapes Richtung gestraft, der mit steif vor der Brust verschränkten Armen in der hintersten Ecke des Raumes verschwunden war. Auch McGonagall wirkte erschüttert und in sich selbst zurückgezogen, jedenfalls hatte sie noch kein Wort von sich gegeben, seit Hermine das Büro des Schulleiters betreten hatte.
Vergeblich versuchte Hermine, einen Blick von ihrem Professor zu erhaschen, bis sie merkte, dass Dumbledores stechende Augen sie fixierten. "So furchtbar diese Tragödie auch ist", sagte er eindringlich, "kommen wir nicht umhin, sofort zu handeln. Wenn seine Eltern und das Ministerium erst darüber in Kenntnis gesetzt wurden, wird es hier nur so vor Neugierigen wimmeln."
Hermine blinzelte ihn erstaunt an. "Sie haben es noch niemandem gesagt?"
Er intensivierte seinen Blick noch mehr. "Ganz recht, Miss Granger. Severus war sofort zur Stelle, doch es war zu spät, um noch etwas für Draco zu tun. Wir haben den Unfallort umgehend abgeriegelt, sodass niemand weiter davon erfahren hat. Aufgrund dessen war ich in der Lage, uns etwas Zeit zu verschaffen. Zeit, die wir dringend benötigen, um unsere Pläne auszuführen."
Sie schüttelte verständnislos den Kopf. Soweit sie aus den Gesichtern ihrer drei Freunde schließen konnte, ging es ihnen nicht recht anders. "Ich verstehe das nicht, Professor. Was hat das alles zu bedeuten?"
"Sie und Ihre Freunde müssen Hogwarts umgehend verlassen. Zu Ihrem eigenen Schutz. Und zum Wohl derer, die weiterhin hier bleiben werden. Die Schule wird tun, was sie kann, um zukünftig allen Schutzsuchenden Asyl zu gewähren. Wenn Sie jedoch bleiben, wird das Ministerium unter der Hand Voldemorts nicht davor zurückschrecken, sie alle zu verhaften und einzusperren. Was danach passiert, lässt sich unmöglich sagen."
Hermine fiel die Kinnlade herunter. "Was? Wieso?"
Er beugte sich zu ihr vor und faltete auf dem Tisch die Hände ineinander. "Können Sie sich das nicht denken, Miss Granger? Sie sind hier nicht länger sicher. Genauso wenig wie Mr. Potter."
Sprachlos schluckte sie. In ihrem Inneren tat sich das ungute Gefühl auf, dass er mehr wusste, als ihr lieb war. Sollte Dracos tödlicher Unfall am Ende dafür sorgen, dass die Sache mit ihrer Schwangerschaft ans Tageslicht kam? Bestimmt würde Snape alles andere als begeistert davon sein.
"Nun denn, wir sollten nicht länger tatenlos hier herumsitzen. Mr. Weasley, Sie und Ihre Schwester werden umgehend zum Grimmauldplatz reisen. Er ist im Moment das sicherste Versteck, das uns zur Verfügung steht. Alles Weitere erfahren Sie in Kürze dort. Ihre Eltern sind informiert, das Gepäck werden wir Ihnen nachschicken."
Ron starrte fragend zwischen seinen Freunden umher, doch sofort kam McGonagall auf ihn zu und hielt ihn dazu an, den Anweisungen des Schulleiters Folge zu leisten. "Kommen Sie. Der Kamin ist sicher. Aber beeilen Sie sich. Wir wissen nicht, wie lange noch."
Als Ron und Ginny fort waren, regte sich endlich das Leben in Harry. Er erhob sich von seinem Stuhl, auf dem er die ganze Zeit über schweigend gesessen hatte und trat mit wackligen Beinen vor Dumbledores Schreibtisch. "Was wird jetzt passieren, Professor?"
Hermine hielt den Atem an. Auch Dumbledore zögerte und schien sich seine Antwort genau zu überlegen.
"In Anbetracht dessen, dass du schon immer Schwierigkeiten mit Draco hattest, wird das Ministerium zweifelsohne eine Untersuchung des Vorfalls anleiern. Obwohl ich davon überzeugt bin, dass es ein Unfall war, ist fraglich, wem sie glauben werden, Harry. Du weißt, dass du schon einmal glimpflich davon gekommen bist, als du wegen des Vorfalls aufgrund der Zauberei Minderjähriger angeklagt warst. Damals konnte ich die Geschworenen davon überzeugen, dass du allen Grund hattest, dich und deinen Cousin gegen die Dementoren zu verteidigen, die euch so plötzlich überrascht haben. Diesmal werden wir nicht so viel Glück haben. Im Ministerium sitzen mehr Todesser als du es dir vorstellen kannst. Der Mord einer ihrer Gleichgesinnten wird nicht ohne Folgen bleiben."
"Und weiter?"
"Vorerst werdet ihr alle euch verstecken, bis wir einen Plan ausgeklügelt haben, wie es weitergehen soll."
"Sie sagten, dass das Ministerium eine Untersuchung anleiern wird, Sir. Was genau hat das für Hogwarts zu bedeuten?"
Dumbledore seufzte träge. Erst jetzt fiel Hermine auf, wie außerordentlich erschöpft er wirkte. Ob seine geschwärzte Hand etwas damit zu tun hatte? Seit geraumer Zeit war ihr aufgefallen, dass der Schulleiter nicht mehr in derselben körperlichen Konstitution von einst war. Er wirkte schlicht und ergreifend alt.
"Das wissen wir noch nicht", antwortete er matt.
"Sie denken doch nicht, dass Voldemort die Schule übernehmen wird?", fragte Harry weiter. Die Unsicherheit stand ihm ins Gesicht geschrieben.
"Sir, bitte antworten Sie mir!"
Hilfesuchend blickte er zu Professor McGonagall, doch auch sie blieb stumm. Niemand der Anwesenden wagte offenbar auszusprechen, dass der Vorfall weitläufige Konsequenzen für die Schule nach sich ziehen würde.
Noch während seine Frage in der Luft hing, löste sich Snapes Gestalt aus seiner Ecke und schwebte auf Harry zu. "Wenn Sie im Augenblick nichts Besseres vorhaben, sollten Sie sich jetzt ebenfalls auf den Weg zum Grimmauldplatz machen, Mr. Potter. Alles andere kann warten. Es sei denn, Sie bevorzugen es, noch mehr Unheil anzurichten, indem Sie die Zaubersprüche einsetzen, die andere Leute erschaffen haben."
Harry wirbelte herum und starrte seinem Professor hasserfüllt in die Augen. "Dann waren die Anmerkungen in dem Buch für Zaubertränke also von Ihnen? Jetzt wird mir so einiges klar. Wie konnten Sie nur so nachlässig sein und das Buch für jeden zugänglich herumliegen lassen, wenn es so gefährliche Sachen enthält?"
"Niemand hat Sie gebeten, die Schränke des Klassenzimmers zu durchwühlen, um etwas zu finden, womit Sie bei meinen Kollegen punkten können, Potter", entgegnete Snape steif. "Ich hoffe, Sie sind zufrieden, denn Dank Ihrer Neugierde ist Draco jetzt tot."
Nur vage konnte Hermine erahnen, dass es um Harrys mysteriöse Erfolge in Zaubertränke ging, die er mithilfe eines alten Lehrbuchs erzielt hatte. Sie war einfach zu beschäftigt mit sich selbst gewesen, um sich weiter damit auseinanderzusetzen, wie er es geschafft hatte, vor Slughorn zu brillieren. Doch so langsam dämmerte ihr, dass das Buch alles andere als harmlos gewesen war.
"Von Anfang an hätte mir bewusst sein müssen, dass nur Sie hinter diesen Zaubersprüchen stecken können", schnaubte Harry. "Mir scheint ohnehin, dass hier jeder über etwas bescheid weiß, das ich nicht erfahren soll. Doch ich bin der, der wohl am meisten von allen das Recht hat, zu wissen, was vor sich geht. Voldemort hat sich entschieden, mich auszuwählen. Ich bin es, der ihm am Ende gegenüberstehen muss!"
Wütend blickte er zu Hermine, als würde er sich von ihr eine Antwort auf seine Fragen erhoffen. Hermine aber senkte hilflos den Blick. Sie wusste selbst nicht, was sie von dem halten sollte, was geschehen war.
Snape wurde es zu bunt. Energisch packte er Harry am Arm und schubste ihn zum Kamin hinüber. "Nach Ihnen, Potter." Seine Stimme, die ein einziges Knurren war, jagte Hermine fast Angst ein.
Am Rande seiner Beherrschung funkelte Harry seinen verhassten Professor an. Snape starrte mindestens ebenso lieblos zurück. Die Anspannung im Raum war so gewaltig, dass Hermine fürchtete, es würde jeden Moment zu einem Eklat zwischen den beiden kommen. Immerhin hatte Harry den Jungen getötet, für den der Professor Kopf und Kragen riskiert hatte.
"Geh mit deinen Freunden zum Grimmauldplatz und warte dort auf weitere Anweisungen, Harry", sagte Dumbledore plötzlich. Seine Haltung verriet, wie ernst es ihm war, seine Stimme jedoch war vollkommen ruhig, was Hermine den Anschein vermittelte, dass er nichts anderes von den beiden Streithähnen erwartet hatte.
Ruckartig riss Harry sich aus Snapes Griff los und rollte mit den Schultern, die Augen angriffslustig auf Snapes schwarze Augen gerichtet. Das Bild dessen, wie sich die beiden taxierten, erinnerte Hermine an eine Begegnung, die sich in ihrem letzten Schuljahr zwischen Snape und Sirius ereignet hatte. Es hatte etwas Unwirkliches an sich, wenn man bedachte, dass Harry derjenige war, der Draocs Leben auf dem Gewissen hatte. Andererseits war Harry bekannt dafür, keine Gelegenheit auszulassen, Snape an etwas die Schuld zu geben, was er selbst nicht wahrhaben wollte.
"Ich hoffe, Sie haben eine Erklärung für all das, wenn wir uns wieder gegenüberstehen, Professor", sagte er hart. "Andernfalls sehe ich keinen Grund, Ihre Visage noch länger zu ertragen."
Mit diesen Worten warf er sich in den Kamin und verschwand in einer grünen Stichflamme, die ihn zum Grimmauldplatz geleitete.
Hermine atmete auf. Doch um sich von der nervlichen Anspannung zu erholen, blieb ihr keine Zeit. Dumbledore räusperte sich und sah sie an. "Bevor Sie gehen, Miss Granger, lassen Sie mich Ihnen meine Glückwünsche übermitteln. Bis jetzt gab es keinen Anlass, der es mir erlaubt hätte, Sie damit zu überfallen. Doch in Anbetracht dessen, dass sich die Umstände so unerwartet geändert haben, halte ich es für angemessen, Ihnen alles Gute zu wünschen."
Hermine starrte ihn entgeistert an. Seine Worte ließen keine Zweifel, dass Snape ihrem Schulleiter von der Schwangerschaft berichtet hatte. "Seit wann wissen Sie davon?", fragte sie mit belegter Stimme. Die Lage, in der sie sich befand, behagte ihr gar nicht. Genau genommen war es ihr sogar ziemlich unangenehm, so direkt von ihm auf ein so heikles Thema wie dieses angesprochen zu werden.
"Seit einer Weile", murmelte Dumbledore gelassen.
Hermine nickte mit hochroten Wangen. "Verstehe. Und wissen Sie auch von den Einzelheiten?"
"Sie meinen die Tatsache, dass der rechtmäßige Vater Ihres Kindes einer meiner Professoren ist? Glauben Sie mir, Miss Granger, in meinem Alter habe ich schon viel erlebt. Aber das war noch nicht dabei." Er lächelte matt. "Gehen Sie. Severus wird in wenigen Augenblicken bei Ihnen sein. Für mich wird es Zeit, Dracos Eltern zu informieren."
