(EFw Teil 7)

Kapitel 1

Als John die Augen öffnete sah er in Camerons friedliches Gesicht. Dieses Mal schien er vor ihr -wach- geworden zu sein. Ein paar Sekunden später hörte er das Anlaufen ihrer Systeme.

„Morgen Schlafmütze", sagte John mit einem Lächeln.

„Guten Morgen John", entgegnete Cameron ebenfalls lächelnd.

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„Hey Derek", sagte Katie zu dem eben erst Erwachten.

„Mmmmmhmm", antwortete dieser schlaftrunken.

Katie klapste Derek auf die Wange damit dieser richtig wach wurde.

Derek öffnete die Augen und wurde sich der roten Haarflut gewahr, die von Catherine Weavers Kopf baumelte. Unmittelbar zuckte Derek zurück. „Verdammt Katie, erschreck mich n...". Derek unterbrach sich als Catherine Weaver mit dem Daumen über ihre Schulter zeigte.

Derek hob den Kopf und sah über Catherines Rücken hinweg zum Fußende des Bettes. Dort stand Savannah Weaver mit wütender Mine und Tränen in den Augen.

„DU BIST NICHT MEIN DADDY!" schrie sie, bevor sie ihr Stofftier in Dereks Richtung warf und mit Tränen in den Augen aus dem Zimmer lief.

Derek lies den Kopf ins Kissen zurückfallen. „Umpf, hab´ ich tatsächlich vergessen die Tür abzuschließen?" Fragte Derek resignierend.

„Jep", entgegnete Catherine kurz.

Plötzlich öffnete Derek die Augen ganz. Er hob den Kopf und sah Catherine an. „Warum bist Du nicht einfach Katie geblieben? Das hätte das Problem gelöst".

Catherine schüttelte den Kopf. „Ersteinmal war es ein Reflex und dann sind wir hier in Catherines Schlafzimmer".

Derek zog die Augenbrauen hoch. „Das macht Sinn. Was tun wir jetzt wegen Savannah?" Fragte er schließlich.

Jetzt lächelte Catherine und morphte zurück in Katie. „Das überlassen wir jetzt mal lieber Sarah, die bekommt nämlich gerade Besuch", entgegnete sie und zeigte mit dem Finger nach Oben. „Nachher rede ich dann mal mit Savannah.

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Sarah erwachte schlagartig, als ihre Tür aufgerissen wurde. Herein stampfte eine wütend dreinblickende Savannah, die sich mit Tränen in den Augen zu Sarah ins Bett kroch. Sarah war erstarrt und bewegte sich erst wieder, als sich Savannah mit dem Rücken gegen sie schob. Sie umfing das aus Wut weinende Mädchen mit den Armen und legte sich wieder hin.

„Was ist los Savannah?" Fragte Sarah, während sie deren Stirn Streichelte und auf sie herabsah.

Savannah atmete tief durch. Mein Dad ist fort und jetzt hat mir Onkel Derek auch noch meine Mommy weggenommen", sagte sie mit wütendem Ton. Dann drehte sie sich halb herum und sah Sarah in die Augen. „Willst Du meine Mommy sein?" Fragte sie dann.

Sarah war sprachlos über diese Frage. „Savanna Liebes, das geht nicht. Catherine ist doch deine Mommy".

Als sie sah, dass Savannah erneut in Tränen ausbrechen wollte, öffnete sie den Mund um etwas zu sagen aber Savannah war so schnell aus ihrem Bett und durch die Tür, dass sie nicht mehr dazu kam.

Das Nächste was zu hören war, war Sarah die laut seufzte.

Katie und Derek küssten sich leidenschaftlich, als es an der Tür klopfte. Sofort löste sie sich von ihm, schob sich rückwärts aus dem Bett und verwandelte sich grinsend in Catherine nebst Morgenmantel. Als sie die Tür öffnete blickte sie in die Mündung einer Waffe.

Kapitel 2

FBI Agent James Ellison stöberte wieder einmal in seinen Unterlagen über den Fall Sarah Connor. 8 Jahre lang hatte er geglaubt, sie wäre bei der Explosion einer Bank umgekommen. Dann hatte er zufällig die Aufzeichnung einer Handykamera gesehen, die exakt die drei Personen zeigte, die damals in der Bank umgekommen sein sollten und außerdem schien keine der drei Personen gealtert zu sein. Zum fünften Mal an diesem Tag und zum vielleicht 50. Mal insgesamt hatte er den Polizeibericht des Einsatzkommandos, das als Erstes vor Ort gewesen war, gelesen. In der anderen Hand hielt er die Zusammenfassung der Aussagen einiger Schüler der Red Valley High School.

In letzterer wurde ein Mann mit einem -Roboterbein- , in ersterer ein der Beschreibung nach zumindest ähnlicher Mann beschrieben, dessen Gesicht ebenfalls Metallteile zeigte.

James Ellison starrte seit mehr als einer halben Stunde aus dem Fenster. Langsam machte Alles Sinn. Alles was Sarah Connor gesagt hatte machte mehr und mehr Sinn. Wenn sie nur nicht für den Tod von Myles Dyson verantwortlich wäre. Wenn sie nur Cyberdyne nicht zerstört hätte.

James Ellison sympathisierte mit Sarah Connor. Er konnte sich das selbst nur nicht eingestehen. Es gab noch zu viele Puzzleteile, die nicht zusammenpassten. Die letzten Spuren, die er hatte waren ein toter Dermatologe und ein ebenso toter plastischer Chirurg. In Jedem Fall spielten Spuren von unnatürlichem Blut eine Rolle, die auch im Fall Sarah Connor immer wieder eine Rolle spielten.

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Catherine Weaver schielte auf die Mündung der Waffe. Als der T1001 ihren Blick auf die Person hinter der Waffe fokussierte blickte sie in das Gesicht einer ärgerlichen Sarah Connor.

Catherine legte den Kopf schräg. „Diese Waffe ist untauglich Schaden an mir zu verursachen.

Sarah verdrehte die Augen. „Das weiß ich auch, ich wollte aber meinen Standpunkt verdeutlichen". Sie lies den Arm sinken und schob sich an Catherine vorbei ins Zimmer. „Warum hat mich eben ein kleines Mädchen gefragt, ob ich ihre Mommy sein will", fragte sie Derek, der daraufhin den Kopf gegen die Rückwand des Bettes sinken ließ und stöhnend die Augen schloss.

Sarah hatte sich herumgedreht und sah die nun wieder rückverwandelte Katie an, die mit dem Rücken an die Tür gelehnt stand, die sie nach Sarahs eintritt wieder geschlossen hatte.

Katie wies lächelnd mit dem Kopf auf Derek. „Der Dummkopf hat vergessen die Tür abzuschließen. Als ich Savannah kommen hörte bin ich reflexhaft in Catherine Weaver zurückgemorpht also hat die Kleine ihre Mommy mit Derek zusammen im Bett erwischt.

„Allmächtiger!" Rief Sarah mit ausgebreiteten Armen und starrte kurz in Richtung Zimmerdecke. „Und jetzt?" Fragte sie dann und blickte zwischen Derek und Katie hin und her.

Katie starrte vor sich hin. „Ich bin eine Maschine, Soldatin und nicht wirklich geübt mit Kindern. Riley nimmt mir die meiste Arbeit mit Savannah ab und ich gebe mir ja Mühe aber perfekt bin ich noch lange nicht. Es wäre schön, wenn Savannah noch eine Bezugspers..." Katie hatte aufgesehen und sah Sarah in die Augen.

„Ohhhhh Nein", unterbrach Sarah Katie gedehnt, schüttelte den Kopf und winkte ab. „Nicht mit mir, ich habe schon zwei Kinder, um die ich mich kümmern muss.

Derek blickte auf. „Zwei Kinder?" Fragte er.

Sarah lächelte und kratzte sich am Kopf. „Jep, zwei Kinder, anders kann ich Cameron nicht mehr nennen. So sehr ich manchmal auch wünschte sie wäre nur eine Maschine...", sagte Sarah vor sich hin sinnierend. „...kann ich nicht leugnen, dass sie und John untrennbar zusammengewachsen sind. Einen zu verlieren würde bedeuten Beide zu verlieren". Der letzte Satz war nur noch ein Flüstern.

Bevor Katie oder Derek noch etwas sagen konnten trat von Außen Jemand gegen die Tür.

Kapitel 3

Katie ging an Sarah vorbei zur Tür. Sarah hatte ihre Waffe erneut gezogen und hielt sie hinter ihrem Rücken außer Sichtweite.

Als Catherine Weaver schließlich die Tür öffnete erstarrte sie. Sie blickte verwundert hinunter auf ein rothaariges Mädchen, das mit wütendem Gesicht zu ihr hinaufsah. „Savannah? Was…?"

„Ich gehe!?" Rief Savannah wütend, mit in die Hüften gestemmten Fäusten. „Keiner will meine Mommy sein also such ich mir selber eine."

Sarah ging zur Tür. Sie musste ein Schmunzeln unterdrücken, als sie Savannah da stehen sah. Vollständig angezogen, ihr kleiner Koffer stand zu ihren mit Häschenpantoffeln bekleideten Füßen.

Als Catherine den Mund öffnete um etwas zu sagen, legte Sarah die Hand auf deren Schulter. Mit dem Kopf bedeutete Sarah dem verwirrten T1001 ihr zu folgen. Sie gingen in eine Ecke des Raumes.

„Du kannst ihr unauffällig folgen?" Fragte Sarah die verblüffte Maschine.

Catherine dachte einen Moment nach und nickte dann schließlich.

„Dann lass sie gehen", sagte Sarah leise aber eindringlich.

„Aber…" wollte Catherine aufbegehren.

Sarah schüttelte nur den Kopf. „Lass sie gehen, beobachte sie. Sie wird nicht weit gehen, weil sie nicht weiß Wo hin. Dann wird sie sich wütend irgendwo hinsetzen". Sarah warf einen Seitenblick auf Savannah, die noch immer an der Tür stand, diesmal hielt sie ihren Koffer in der Hand. „Wenn sie sitzt, dann setz Dich wortlos zu ihr. Sie wird wahrscheinlich eine Weile schweigen und dann hinterher langsam wieder auftauen".

Katie blickte Sarah verwirrt an. „Woher willst Du das wissen?"

Jetzt lächelte Sarah. „Weil ich weiß was die Kleine fühlt. Ich hab das selbst zwei oder drei Mal gemacht, als ich klein war".

Catherine blickte Sarah zweifelnd an. „Ich soll eine Sechsjährige wegschicken?"

„Vertrau mir", sagte Sarah lächelnd. „Du passt doch auf sie auf".

Katie sah auf Savannah. Schließlich nickte sie gedankenverloren. „Na gut", entgegnete sie immer noch zweifelnd. Dann ging sie zu Savannah. „Ist gut, Du kannst gehen", sagte sie schlicht.

Sarah sah Derek an und verdrehte die Augen. ‚Typisch Maschine. Pragmatismus pur'. Dachte Sarah belustigt. ‚Eigentlich sollten diese Maschinen ja logisch denken aber bei so was sind sie immer furchtbar direkt'.

Savannah blickte zu ihrer Mommy auf, die sie anscheinend nicht mehr lieb zu haben schien. Zögerlich drehte sie sich herum und ging zur Haustüre. Sie öffnete die Türe, blickte dann noch einmal zurück. Ein trauriger Ausdruck hatte sich auf ihrem Gesicht breit gemacht.

„Was ist denn hier los?" Fragte John, der mit Cameron zusammen, Riley im Schlepptau von oben gekommen die letzte Szene beobachtet hatte.

„Savannah ist abgereist, sich eine neue Mami suchen, weil Derek versagt hat", sagte Sarah grinsend. Ihr Grinsen wurde Breiter, als Johns Gesicht einen dümmlichen Ausdruck annahm.

Catherine hatte ihren Blick nicht von der Haustür abgewandt. Ihr Kybernetisches Gehör arbeitete auf Maximalleistung. Sie verfolgte jedes Geräusch, das Savannah Draußen auf dem Kies verursachte. Schließlich drehte sie den Kopf und sah Sarah an.

Sarah bemerkte den Blick und sah aus dem Fenster. Savannah hatte nur noch ein paar Meter bis zur Straße. Sie sah den T1001 an und nickte.

John wich hastig mit ausgebreiteten Armen zwei Schritte zurück als Catherine plötzlich silbern schimmerte. Ihre Masse zuckte förmlich zu Boden, wo sich eine silberne art Aal bildete und dann schließlich mit großer Geschwindigkeit in Richtung Haustür verschwand. Ein Tentakel bildete sich, öffnete die Tür und dann verschwand die silberne -Lebensform-.

„Mom?" Fragte John erschüttert.

Sarah sah John grinsend an. „Kleine Mutter Kind Lektion". Dann sah sie zu Derek und ihr Grinsen verschwand. „Wahrscheinlich eine von Vielen", fügte sie gedankenverloren hinzu.

Johns Gesichtsausdruck war weiterhin ziemlich dümmlich.

Sie saßen Alle im Wohnraum vor dem Fernseher, als Stunden später unverhofft die Haustür aufgestoßen wurde.

Kapitel 4

Alle Köpfe fuhren gleichzeitig zur Haustür herum. Sie sahen Catherine Weaver, die lächelnd eine verstaubte aber schlafende Savannah auf dem Arm hielt.

Sarah zwinkerte Catherine zu, die mit einem fast unmerklichen Nicken erwiderte und dann Savannah nach oben in ihr Zimmer brachte.

Als Catherine nach 5 Minuten zurückkehrte, sich in Katie zurückverwandelte und sich neben Derek auf die Couch fallen lies, blickten ihr Alle neugierig entgegen.

Katie blickte in die neugierigen Gesichter und begann dann zu erzählen.

Stunden zuvor:

Katie in ihrer Aal Form glitt am Kiesweg entlang durch die Büsche. Beunruhigt stellte sie fest, dass ihre Sensoren Savannah nicht mehr wahrnehmen konnten. Sie erhöhte ihr Tempo und schlängelte sich schnell über den Boden.

Schließlich erreichte sie die Straße. Sie scannte die Straße Rauf und schließlich Runter. Ein Stück weit entfernt entdeckte sie Savannahs Wärmesignatur. Das Mädchen ging mit hängendem Kopf die Straße entlang, den Koffer auf der Straßenseite.

Katie folgte dem Mädchen. Sie kannte sie erst ein halbes Jahr, deshalb konnte sie mit ihr noch nicht wirklich etwas anfangen. Katie wünschte sich, das Mädchen wäre alt oder zumindest reif genug um ihr Alles zu erklären aber das ging noch nicht. Die Sechsjährige würde die Situation und vor Allem die Natur Katies nicht begreifen. Das könnte in der Schule Probleme bringen, wenn das Mädchen von zu Hause erzählte.

Irgendwann einmal, so hoffte der T1001, wenn sie John-Henry entwickelt hatten und Savannah den ersten Kontakt mit einer Künstlichen Lebensform hergestellt hatte, würde Savannah beginnen sich zu der aufgeschlosssenen Person zu entwickeln, die Katie aus der Zukunft kannte.

In der Zukunft war Savannah eine der besten Temporal- Ingenieure und Kybernetiker. Vor Allem aber sah sie in Menschen UND Maschinen ersteinmal das Gute. Sie war es auch, der es gelang einige fortschrittlichere Maschinen wie z.B. die T888 dazu zu überreden sich John Connor freiwillig anzuschließen.

Katie fühlte nicht besonders viel Zuneigung zu Savannah, hoffte aber dass sich das in der Zukunft noch ändern würde. Immerhin waren sie und zukunfts- Savannah gute Freunde gewesen.

Längere Zeit folgte sie dem Mädchen ungesehen. Nach einigen Kilometern in denen alle Fahrzeuge an dem Kind vorbeigefahren waren stoppte schließlich ein Wagen neben Savannah.

Katie beschleunigte ihr Tempo, blieb aber in Hörweite außer Sicht.

Der Fahrer, ein schwitzender dicker Mann öffnete die Beifahrertüre. „Na Mädchen, was machst Du hier so alleine?" fragte er Savannah mit einem aufgesetzt wirkenden Lächeln, während er immer wieder die Straße vor und hinter seinem Fahrzeug beobachtete.

Savannah blickte kurz auf. „Ich such mir eine neue Mommy", sagte sie zögerlich.

„Was ist denn mit Deiner alten Mommy passiert?" Fragte der Mann und näherte sich der Beifahrertür.

„Meine alte Mommy mag mich nicht mehr", sagte sie leise.

„Och, warum denn nicht?"

„Das hat Onkel Derek gemacht. Er hat mir meine Mommy weggenommen", sagte Savannah verzweifelt.

„Das ist aber ein böser Onkel", sagte der Mann mit Nachdruck. Wieder war er ein Stück näher zur Beifahrertür und damit zu Savannah gerutscht.

Katie machte sich bereit notfalls einzugreifen. Sie hatte von Männern gehört, die kleine Mädchen oder Jungen aufgriffen, um ihnen etwas anzutun.

„Weißt Du", sagte der Mann nach kurzer Überlegung, „Ich kenne da einen Laden in der Stadt. Da bekommen Kinder wie Du eine neue Mommy geschenkt", sagte er lächelnd.

„Ehrlich?" Fragte Savannah und ihr Gesicht hellte sich auf.

„Ganz ehrlich sagte der Mann". Mittlerweile war er so nah, dass er Savannah ergreifen konnte. „Ich könnte Dich dahin mitnehmen", fügte er noch hinzu.

Savannahs Blick irrte ins Leere. „Ich darf nicht mit Fremden mitfahren", sagte sie schließlich.

Der Mann streckte die Hand aus. „Nun steig schon ein. Bis zur Stadt ist es noch weit. Alleine kommst du da nie hin", erklärte er.

Savannah zögerte. In der ersten Stunde in der Schule hatte man ihr beigebracht niemals zu Fremden ins Auto zu steigen oder mit ihnen mit zu gehen.

Savannah wich vor der ausgestreckten Hand des Mannes zurück. „Ich darf nicht", sagte sie energisch.

„Schade", sagte der Mann und tat, als wolle er sich abwenden. Dann als er aus den Augenwinkeln bemerkte, wie das Mädchen sich entspannte schnellte er plötzlich vor und ergriff das Kind.

Kapitel 5

„Und was war dann?" Fragte Sarah, die bei Katies Erzählung immer nervöser geworden war.

Vorher auf der Straße:

Der Mann zerrte Savannah in seinen Wagen, obwohl diese mit ihren kleinen Fäusten auf ihn einschlug. Der Kerl hatte ein dreckiges Grinsen im Gesicht als er neben seinem Wagen aus dem nichts eine silberglänzende Gestalt erblickte.

„Was zum Teufel?" Fragte er mit aufgerissenen Augen als sich die Silbergestalt in eine wütend blickende blonde Frau verwandelte. Entsetzt beobachtete der Mann, wie die unheimliche Frau einen Arm in eine gefährlich aussehende -Lanze- verwandelte und diese auf ihn richtete.

Zutiefst erschüttert stieß der Mann Savannah aus dem Wagen hinaus und gab Gas. Katie wollte sich schon vor das Mädchen werfen, um den Dreck aufzuhalten, der umher flog als das Mädchen sich geistesgegenwärtig mit vor dem Gesicht verschränkten Armen an den Straßenrand rollte.

Katie war unschlüssig was sie tun sollte. Zu Savannah gehen und ihr helfen oder wieder in Deckung verschwinden. In Sekundenbruchteilen entschied sie sich für letzteres.

Als der Wagen ein Stück weit weg war Nahm Savannah die Arme vom Gesicht und sah vom Boden aus hinter dem Wagen her. Dann sprang sie auf. Mit Wut im Gesicht bückte sie sich und hob einen Stein auf, den sie dem Wagen hinterher warf.

Katie beobachtete, wie das sonst relativ scheue Kind sich den Staub von der Kleidung klopfte und schließlich ihren Koffer ergriff. Dann ging sie unverdrossen weiter die Straße entlang.

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Einige Zeit später blieb Savannah plötzlich stehen. Sie kletterte über die Leitplanke und setzte sich seufzend am Straßenrand mit dem Rücken an einen großen Stein.

Katie sah, wie das Mädchen ihren Koffer öffnete. Hätte sie einen Mund gehabt, dann hätte sie gelächelt. Katie sah in dem Koffer, dass Savannah ihren Teddy eine Flasche Wasser und ein paar Schokoriegel eingepackt hatte. Sonst war der Koffer leer.

Versonnen sah Savannah den Hügel hinab auf den Wald als sie aus den Augenwinkeln eine Bewegung wahrnahm.

Katie hatte einen Moment mit sich gehadert. Sie erinnerte sich daran, was Sarah Connor gesagt hatte. Sie war sich nicht sicher ob dies schon der richtige Moment war aber sie beschloss sich Savannah zu nähern.

Katie glitt ein ganzes Stück zurück die Straße entlang und verwandelte sich dann außer Sicht in Catherine Weaver.

Catherine Weaver näherte sich dem Mädchen langsam. Als sie sie ereichte setzte sie sich wortlos neben das Mädchen und sah ebenfalls hinunter auf den Wald.

Savannah hatte nur kurz neben sich geblickt aber nichts gesagt.

Eine Zeit lang saßen -Mutter- und Tochter stumm nebeneinander bis Savannah Catherine schließlich einen halbzerschmolzenen Schokoriegel hin hielt.

„Danke", sagte Catherine und nahm den Schokoriegel. Sie öffnete die Verpackung und aß innerlich verkrampft die weiche klebrige Masse. Sie wusste es würde Stunden dauern, bis sie dieses Zeug wieder aus ihrem Inneren entfernt hatte.

Wieder verging einige Zeit.

„Warum bist Du mir gefolgt Mommy?" Fragte Savannah plötzlich.

Catherine sah auf ihre -Tochter- hinab. Unzählige Antwortmöglichkeiten liefen über ihr HUD, trotzdem dauerte es nur zwei Sekunden, bis sie eine adäquate Antwort gefunden zu haben glaubte.

„Weil ich dich ganz doll lieb habe", sagte sie schließlich ohne den Blick von dem Mädchen zu nehmen.

Savannah sah auf in das Gesicht ihrer -Mommy-. „Und was ist mit Daddy?" Fragte sie nach einigen Sekunden.

Katie blickte wieder hinunter auf den Wald unterhalb. „Deinen Daddy habe ich auch lieb aber er wird nicht wieder kommen und weißt Du, deine Mommy möchte auch gestreichelt werden".

„Das kann ich doch machen", sagte das Mädchen dann.

Catherine streichelte dem Mädchen über den Kopf. „Das ist lieb von Dir Savannah aber Mommys und Daddys streicheln sich anders.

Savanna sah ins Leere. „Oh, das wusste ich nicht". Dann sah sie wieder hinunter auf den Wald.

Minutenlang geschah gar nichts, bis Savannah schließlich den Kopf gegen Catherines Schulter legte.

Etwas unsicher legte Catherine einen Arm um ihre Tochter. Längere Zeit sagte keiner der Beiden ein Wort, bis dem T1001 schließlich auffiel, dass das Mädchen eingeschlafen war.

Gegenwart:

„Genau so habe ich mir das gedacht", sagte Sarah schließlich, nachdem Katie ihren Bericht beendet hatte.

„Dann habe ich es richtig gemacht?" Fragte Katie neugierig.

„Jup", sagte Sarah kurz.

„Was machen wir mit diesem widerlichen Typen?" Fragte John schließlich.

„Tja, da wir nicht wisse wer…", begann Sarah.

„Ich habe mir natürlich das Kennzeichen gemerkt", sagte Katie in diesem Moment. „Ich werde Catherine Weavers Kontakte benutzen ihn mal zu durchleuchten und notfalls statte ich Ihm dann einen kleinen Besuch ab.

„Keine Toten", sagte Sarah schnell.

„Keine Sorge, ich würde ihn höchstens ein wenig ängstigen", sagte Katie lächelnd. „Das aber gründlich", sagte sie mit dem Gedanken an Savannah.

Epilog:

Katie fand heraus, wer der Mann war. Ein paar Tage später fand man einen völlig verwirrten Mann, der nur mit einem Pyjama bekleidet vor sich hin stammelnd durch die Straßen lief. Die zusammengestotterten Worte veranlassten die Behörden den offensichtlich Geistesgestörten vorläufig in Pescadero einzuweisen.

Katie sorgte dafür, dass er nicht als geheilt entlassen wurde.

(ENDE)


A/N

Das war der vorerst letzte Teil meiner Season 5. Wann es hier weitergeht kann ich noch nicht sagen. Von dem WIE habe ich einige grobe Ideen.

Wie auch bei meiner Season 3 habe ich damals aufgehört zu schreiben, weil ich einfach von Ideen für andere Storys überflutet worden bin und dachte, ich könnte "zwischenzeitlich" erstmal etwas Anderes schreiben.

Gerade deshalb sehe ich Storys und Autoren, die ein ganzes Epos schreiben eher kritisch. Wie man hier immer wieder sieht verzettelt man sich dabei recht häufig.