Call it bittersweet
Kapitel 55
Erwartungen
Das Ende der Sommerferien stand bevor. Bis zum Schulbeginn lagen nur noch wenige Tage vor Snape. Für ihn war es keine Frage, dass sich fortan alles ändern würde. Nach dem Tod der ehemaligen Muggelkundelehrerin, deren Dahinscheiden Lord Voldemort auf dem Gewissen hatte, gab es eine Reihe an Neubesetzungen in Hogwarts. Ganz besonders Alecto und Amycus machten ihm Sorgen. Sie waren die beiden Todesser, die fortan mit ihren ganz eigenen Methoden in der Schule unterrichten sollten und nicht gerade als Lehrer geeignet. Jedenfalls noch weitaus weniger als er.
Auch Hermine war besorgt. Die wenige Zeit, die sie mit ihm hatte, nutzte sie so gut es ging, um mit ihm alleine sein zu können. Selbst die anderen Bewohner des Grimmauldplatzes zeigten Verständnis für ihre Lage, obwohl niemand so recht Snape leiden konnte. Voldemort und seine Pläne für die Zukunft von Hogwarts mochten sie jedoch noch weitaus weniger.
In den frühen Morgenstunden, wenige Tage vor dem offiziellen Schulbeginn, schreckte Hermine plötzlich aus dem Schlaf auf. Ein unangenehmer Traum rief ihr wieder ins Bewusstsein, wie sehr sie sich davor fürchtete, die kommende Zeit durchzustehen, wenn Severus wieder in Hogwarts war, denn dort war er mehr oder weniger den anderen Todessern ausgeliefert. Außerdem würde er nicht mehr so einfach aus dem Schloss wegkommen, wenn die Schüler erst einmal da waren.
Beruhigend legte der Professor seinen Arm um ihre Hüfte und zog sie zu sich heran. Das Gefühl, ihn hinter sich zu spüren, entschädigte für alles andere, womit sie sich instinktiv an ihn drückte, um voll und ganz in den Genuss seiner Nähe zu kommen. Da dauerte es auch nicht lange und Hermine nahm seine harte Männlichkeit wahr, die durch die Unterwäsche hindurch aufreizend gegen ihren Po stach. Vorsichtig fasste sie nach hinten und fing an, ihn durch die Unterhose hindurch zu streicheln, sodass er leise aufstöhnte.
Hermine schauderte wohlig und befreite ihn, sodass sein Fleisch nackt und pulsierend in ihrer Hand lag. Vergnüglich benetzte sie mit der Zunge ihre Lippen und fuhr fort, ihn zu streicheln, bis sein Atem immer schneller ging. Der Reiz, ihn dazu zu bringen, sich gehen zu lassen, war so unbeschreiblich groß, dass sie dabei ganz vergaß, dass sie seit der Geburt ihres gemeinsamen Kindes noch immer nicht miteinander geschlafen hatten.
Ihr ganzer Unterleib wurde weich wie Butter, so sehr wollte sie ihn besitzen. Immer fester drückte er mit seinem Schaft gegen ihren Po, immer schneller bewegte sie ihre Hand, während seine Atmung noch geräuschvoller wurde. Zugleich fing er an, sie ebenfalls zu streicheln. Zuerst an den Armen, dann wanderten seine Hände lüstern über ihren Körper und liebkosten ihre Brüste und die spitzen Nippel.
Als sie seine Zunge an ihrem Ohr spürte, atmete Hermine wie befreit auf und streckte den Kopf nach hinten, um ihm mit dem Mund entgegenzukommen. Spielerisch prallten ihre Lippen aufeinander und gaben den Weg zu ihren Zungen frei. Nicht lange darauf waren beide so erhitzt, dass sie sich fühlte, als würde sie in seinen Armen zerfließen. Das unruhige Heben und Senken seines Brustkorbs bestätigte nur zu deutlich, was in ihm vorgehen musste.
Nach Atem ringend ließ sie von ihm ab und Snape nutzte die Gelegenheit, ihr Höschen zur Seite zu schieben. Im nächsten Moment war er auch schon in ihr.
Leise stöhnte sie auf und er mit ihr. Fast war ihr, als würde er nach einer langen Reise heimkehren. Es war an der Zeit, sich ihm wieder zu schenken, ihn wieder kennenzulernen.
Überwältigt von ihren Gefühlen für ihn versuchte sie, einen Blick auf sein Gesicht zu erhaschen, das so voller Konzentration hinter ihr aufragte. So voller Begierde und Sehnsucht, dass es ihr vorkam, als hätte sie nie einen schöneren Anblick erlebt als ihren Professor, der sich ihr hingab.
Leise, fast zu leise, um es zu hören, sagte sie ihm, wie sehr sie ihn vermisst hatte, wie sehr sie ihn brauchte.
Snape traf ihren Blick und schluckte kaum merklich. Er konnte sich erinnern, dass sie hin und wieder aus Sorge so zu ihm gesprochen hatte. Trotzdem erschreckte es ihn jedes Mal wieder aufs Neue. Beinahe ein Jahr war vergangen, seit sie damals vor ihm gestanden und ihn um Hilfe gebeten hatte. Ein Jahr, in dem er sich so schuldig gefühlt hatte, wie lange nicht mehr. Ihretwegen und des Kindes wegen.
Am ganzen Körper bebend spürte er das erlösende Pulsieren und schloss die Augen, als der Höhepunkt ihn ereilte. Obwohl offensichtlich so viel zwischen ihnen geschehen war, fiel es ihm nach wie vor schwer, zu glauben, dass sie trotz all seiner Fehler an ihm festhalten wollte. Was wohl geschehen wäre, wenn alles anders gekommen wäre, daran wagte er nicht zu denken. Auf eine gewisse Weise war er immer noch beeindruckt von ihrem Mut, sich ihrem Schicksal zu stellen, anstatt einfach aufzugeben. Nichtsdestotrotz brachte er es kaum über sich, ihr mitzuteilen, wie sehr er gelernt hatte, für sie zu fühlen. Die langen Jahre der Einsamkeit hatten ihn stumpf werden lassen wie ein abgewetztes Messer.
Die tiefe Furche zwischen seinen Brauen arbeitete voller Konzentration. Sie sollte es wissen, sie sollte es erfahren. Selbst dann, wenn er nicht in der Lage war, es ihr zu sagen, verdiente sie die Wahrheit.
xxx
Die weitere Suche nach den Horkruxen gestaltete sich schwieriger und langwieriger als erwartet. Allen Beteiligten war klar, dass es unumgänglich war, Harry irgendwann wieder ins Schloss zu schleusen, wo sie weitere Horkruxe vermuteten. Doch solange sie nicht mit Sicherheit wussten, wo sie versteckt waren, hatte es keinen Sinn, ein solches Unterfangen in Betracht zu ziehen.
Mehrmals hatten sich die drei Freunde nun schon am Tisch zusammengesetzt und alles zusammengetragen, was sie über Rom Riddles verwunschene Seelenbruchstücke herausgefunden hatten. Das Ergebnis der Untersuchungen blieb jedoch jedes Mal dasselbe, es war schlichtweg enttäuschend und deprimierend.
Während Harry immer ungeduldiger wurde, fing auch Ron an, sich mehr und mehr über die mangelnden Fortschritte zu beklagen, wodurch die allgemeine Stimmung im Grimmauldplatz nahezu unerträglich wurde. Beide hatten das Warten satt und spielten unablässig mit dem Gedanken, einfach zu türmen. So gerne Hermine ihnen dabei widersprochen hätte, fiel es ihr schwer, ihnen einen Vorwurf zu machen. Wäre sie nicht an Harrison oder Severus gefesselt gewesen, hätte sie dem Drängen der Jungs bestimmt nachgegeben.
Als dann eines Morgens Tonks mit einer frischen Ausgabe des Tagespropheten auf der Bildfläche erschien, gab es zum ersten Mal seit Tagen wieder etwas Abwechslung im Haus. Gebannt drängten sich alle in der Küche zusammen, um zu sehen, was für Neuigkeiten die magische Welt bereithielt. Lediglich Ginny fehlte, die es für gewöhnlich vorzog, bei Harrison zu bleiben, wann immer es etwas Heißes zu diskutieren gab.
„Was gibt es denn?", wollte Harry neugierig wissen. „Hast du wieder mal -"
Er verstummte mit offenem Mund, als er Snapes Konterfei auf der Titelseite der Zeitung erblickte, der ihn mit wie gewohnt starrem Gesicht und lebendigen schwarzen Augen anzufunkeln schien. Selbst seine dunklen Brauen bewegten sich auf unfreundliche Weise. Rechts und links von ihm, etwas in den Hintergrund gerückt, waren die beiden Carrows zu sehen.
„Oh", stieß Harry nüchtern aus.
Natürlich hatten sie alle längst gewusst, was auf die Schule zukommen würde. Dennoch versetzte ihnen das Bild der drei Todesser, deren Mittelpunkt Snape bildete, einen Stich.
Hermine fühlte sich stolz und kindisch zugleich, während sie ihn betrachtete. Sie fand, dass er trotz seines Alters und der Lebensumstände auf dem Foto durchaus attraktiv aussah und fragte sich, wann sie angefangen hatte, so von ihm zu denken, wo sie ihn doch früher nie hatte leiden können. Zwar hatte er sich von seinem Sturz erholt, litt aber zuweilen immer noch unter den Folgen seiner Erschöpfung. Die Jahre, in denen sein Körper die Bestrafungen Voldemorts erdulden musste, zehrten an ihm und würden vermutlich immer deutlicher zu spüren sein, je älter er wurde. Obwohl er deutlich hagerer geworden war und die Schatten um seine Augen in den letzten Wochen an Intensität gewonnen hatten, schloss sie darauf, dass es sich um ein Foto aus den letzten Tagen handeln musste.
„Er hat mir gar nicht gesagt, dass sie ihn fotografiert haben", murmelte sie gerührt.
Ihn so zu sehen, versetzte ihr einen Stich, der ihr wieder einmal verdeutlichte, wie viel in seinem Leben sich abseits ihrer Kenntnis abspielte.
Unbeholfen räusperte sie sich. „Kann ich das haben?"
„Wozu?", grunzte Ron. „Du hast doch den echten Snape."
Traurig biss Hermine sich auf die Lippe. Hatte sie das wirklich? Sie ging zwar mit ihm zu Bett, wenn er sie besuchte, neuerdings schlief sie auch wieder mit ihm. Recht viel mehr jedoch schien ihr nicht von ihm zu bleiben.
Mit Tränen in den Augen nahm sie die Zeitung hoch, die Tonks zu ihr hinüber geschoben hatte und drückte sie an sich.
„Ich glaube nicht, dass du das verstehst, Ron", sagte sie bissig. „Es gibt nicht ein einziges Bild von uns beiden. Na, bist du jetzt zufrieden?"
Ron lugte zu Harry hinüber, der jedoch zuckte nur mit den Schultern, als würde er ebenso wenig wie er verstehen, was das zu bedeuten hatte.
Schniefend zog Hermine die Nase hoch. „Ich geb's auf mit euch. Ihr beide seid hoffnungslos verloren! Die Frauen, die euch mal heiraten, tun mir jetzt schon leid."
Tonks gluckste leise auf und drehte sich von ihnen weg, um plötzliches Interesse am leeren Rahmen von Phineas' Portrait zu bekunden.
Damit war der Vormittag im Grimmauldplatz erst einmal gelaufen und sämtliche Nachforschungen in Bezug auf die Horkruxe auf Eis gelegt.
In ihrem Zimmer riss Hermine das Foto vorsichtig aus der Zeitung und knickte die beiden Todesser nach hinten um, sodass von ihnen so gut wie nichts mehr zu erkennen war und nur noch Severus zu ihr emporblickte. Fast eine halbe Stunde lang saß sie dann mit dem Bild von Snape auf dem Bett und starrte es an. Nichts deutete darauf hin, was in ihm vorgegangen war, als das Foto gemacht wurde. Sie wusste dennoch, wie sehr er es verabscheute, im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stehen.
Nachdem Harrison sie aus ihren Gedanken gerissen hatte, steckte sie das Foto zu ihren Büchern ins Regal, nahm ihn aus seinem Bettchen und drückte ihn an sich. Die genetische Verbindung zu Severus war schon jetzt deutlich erkennbar. Harrison hatte eindeutig seine wachen Augen geerbt, nicht die Spur einer Ähnlichkeit würde darauf hindeuten, dass der Kleine zu den Malfoys gehörte.
Erneut fühlte Hermine einen unbändigen Stolz in sich erwachen, was sie früher nie für möglich gehalten hätte. Es war ein Wunder, dass sie sich soweit zusammengerauft hatten und trotz aller Widrigkeiten zueinander gefunden hatten. Ein Wunder, dessen Ausmaß nur durch die Unsicherheit im Umgang mit ihm und ihre Angst vor der Zukunft getrübt wurde.
Als Severus an diesem Abend zu ihr kam und das Bild von sich im Bücherregal erblickte, warf er ihr einen eigenartigen Blick mit hochgezogener Braue zu.
"Ich hoffe, du hast nicht die Absicht, das da stehenzulassen", sagte er wenig begeistert von der Vorstellung, sein eigenes Abbild anstarren zu müssen.
Hermine verkniff sich ein Lächeln, kam auf ihn zu und legte die Arme um seine Hüften. "Wieso nicht? Ich finde, du hast durchaus Charakter."
Er brummte leise, entgegnete aber nichts darauf.
Beschwichtigend streckte sie sich zu ihm hoch und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen. "Es ist das einzige Foto, das ich von dir habe", erklärte sie mit Bedacht. "Du siehst darauf sehr gut aus und das gefällt mir, Severus."
Er schnaubte. "Hättest du das vor einem Jahr auch gesagt, hätte ich dich für verrückt erklärt."
"Ich weiß. Ist schon komisch, wie sich die Dinge ändern können, nicht wahr?"
Snape machte sich vorsichtig von ihr los und zog sie mit sich aufs Bett nieder. Nicht lange darauf lag er nackt auf ihr und strich mit der Hand über ihre entblößten Brüste.
"Morgen fängt die Schule wieder an", murmelte er abwesend und umfing mit seinen Lippen ihren rechten Nippel.
Hermine sog scharf die Luft in sich ein. Inniglich vergrub sie ihre Finger in seinen Haaren und zog seinen Kopf zu sich, sodass sie ihm ungebrochen in die Augen sehen konnte.
"Ich weiß."
Snape senkte seine Lippen auf ihre herab, ohne den Blickkontakt zu ihr zu unterbrechen.
"Und es gibt nichts, was wir dagegen tun können", murmelte er mit rauer Stimme hervor.
Hermine spürte seine Hand zwischen ihren Beinen und spreizte sie bereitwillig.
"Dennoch werde ich hier auf dich warten", hauchte sie in seinen Mund. "Wir werden hier auf dich warten."
Er schluckte hart und schob sich mit einem Stoß in ihre Mitte. Beide stöhnten auf.
Augenblicklich begann er, sich auf ihr zu bewegen. Er war so ungeduldig, so voller Sehnsucht, dass sie binnen kürzester Zeit außer Atem waren. Nass vom Schweiß verschmolzen ihre Körper, als würden sie zu einem werden. Nichts deutete mehr darauf hin, wie sehr sich alle beide dagegen gesträubt hatten, diese Vereinigung zuzulassen. Die Abscheu, die sie voreinander gehabt hatten, rückte in immer weitere Ferne.
Brennend vor Lust schlang Hermine ihre Beine um seinen Körper und ließ ihn noch tiefer in sich ein, während er ihren Rücken umfasste und sie an sich drückte. Mit einem Ruck stemmte er sie sodann gemeinsam hoch und setzte sich mit ihr auf seinem Schoß auf das Bett. Tief in ihr begraben bewegte er sich weiter und sah sie an. Keine Worte konnte das ausdrücken, was zwischen ihnen geschehen war. Es war ohnehin kaum zu verstehen.
Seine Hände kamen hervor und umfassten ihr Gesicht. Noch immer sah er sie an, überwältigt, sprachlos. Dann, als er spürte, wie sie sich dem Höhepunkt näherte, ließ er sich von ihr führen. Er küsste sie und sah sie wieder an, streichelte sie und hielt sie in seinen Armen, bis ihre Wellen verebbten.
Nach Atem ringend sah Hermine ihn an. "Egal was kommt, Severus, ich bin stolz auf dich."
Er erwiderte ihren Blick und suchte nach Worten. Was sie ihm in all der Zeit gegeben hatte, war mehr als alles andere, das er von jemandem sonst bekommen hatte. Er wusste, dass sie einen Narren an ihm gefressen hatte, wenngleich es ihm rätselhaft erschien, dass das möglich war. Ihre Gefühle für ihn gingen weit über Sorge und Zuneigung hinaus. Aber verdiente er das auch?
Verunsichert senkte er den Blick zwischen ihre eng aneinander gepressten, feuchten Körper. Strähnen fielen ihm ins Gesicht und Hermine strich sie ihm zärtlich auf die Seite, um ihn besser betrachten zu können: seine geröteten Wangen, die vom Schweiß benetzten Schläfen...
"Du bist alles, was ich brauche, Severus", sagte sie sanft. "Mein einziger Wunsch ist der, dass du am Ende des Schuljahres zu mir zurückkommst und bei uns bleibst."
Seine Lippen vibrierten. Bis zuletzt hatte es keinen Sinn ergeben, dass sie das wollte. Seine Zugehörigkeit zu ihr hatte sich falsch angefühlt. Er war zu alt für sie. Er war nicht gut genug für sie. Und dennoch war es das, was sie wollte.
"Das werde ich", sagte er mit rauer Stimme. "Ich verspreche es."
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Mit hinter dem Rücken verschränken Händen stand er am Küchenfenster und überlegte. Draußen gab es immer wieder verdächtige Bewegungen von Todessern oder Spitzeln, die vermutlich darauf aus waren, zufällig Potter zu schnappen.
Sollten sie es nur versuchen! In dieses Haus würden sie jedenfalls nicht eindringen.
Sein Entschluss stand fest. Ehe er irgendjemandem die Gelegenheit geben würde, ihm das wenige, was er sich erkämpft hatte, zu nehmen, wollte er vorbereitet sein.
Blitzschnell schoss sein Zauberstab aus dem Ärmel hervor. Dann zögerte er, während er ihn betrachtete. Es fiel ihm jedes Mal schwer, das zu tun. Sein Patronus war immer mit Lily verknüpft gewesen und er war sich fast sicher, dass es auch zukünftig so bleiben würde, schließlich würde sie immer einen Platz in seinem Leben haben, den niemand sonst einnehmen könnte; das, was er mit Hermine hatte, war nicht weniger bedeutsam. Es war eben einfach nur anders.
Um sicherzugehen, das er sich nicht irrte, richtete er den Zauberstab aus und sprach: „Expecto patronum!"
Ein silberner Lichtstrahl erschien vor ihm und wandelte sich in die silberne Hirschkuh. Voller Erwartung stand sie vor ihm und sah ihn mit ihren großen Augen an und er erkannte, dass es ihm nicht genauso wie Tonks ergangen war, deren Patronus sich durch ihre Verbindung mit Lupin in einen Wolf verwandelt hatte.
Erleichterung durchströmte ihn. Er hatte versprochen, alles zu tun, um Potter durchzubringen. Sich selbst hatte er geschworen, Lily nie zu vergessen. Jetzt, nachdem er auf Hermine zugegangen war, wusste er, dass er sich nicht länger davor fürchten musste, Lily zu verlieren. Sie gehörte nicht ihm. Aber sie war auch nicht gänzlich verschwunden. Ein Teil von ihr war da und lebte in Harry, genauso wie Dumbledore es gesagt hatte. Albus, dieser alte, geniale Narr!
Ungeduldig tänzelte sie vor ihm auf und ab, ehe er leise seufzend den Lichtstrahl hinauf in Harrys Zimmer schickte.
"Potter. Kommen Sie in die Küche."
Durch die Zimmerdecke hörte er über sich ein aufgeregtes Kreischen – eindeutig eine Mädchenstimme. Sofort zierte ein zufriedenes Grinsen seine dünnen Lippen. Auch dann, wenn er Gefahr lief, dass die beiden es ihm irgendwann heimzahlen würden, konnte er es nicht lassen, Potter und Miss Weasley einen Schrecken einzujagen. Wie er Potter allerdings die Angelegenheit mit der Hirschkuh erklären würde, war eine andere Sache, um die er sich später kümmern musste.
Erneut dröhnte seine Stimme durch das Haus.
„Etwas schneller, wenn ich bitten darf. Ich unterbreche Ihr Geknutsche wirklich nur ungern, aber wir sollten uns dringend unterhalten."
