7. Kapitel: you know you've got everybody fooled

Perfect by nature
icons of self indulgence
just what we all need
more lies about a world that

Never was and never will be
have you no shame don't you see me
you know you've got everybody fooled

Evanescence-Everybody's fool

Sanfte Finger reißen mich aus meinen trübsinnigen Gedanken.

„Trotzdem danke." murmelt Potter leise und sein Gesicht kommt meinem langsam näher. Als ich seinen Atem auf meinen Lippen spüre bricht Panik in mir aus.

Ich zucke zurück und nehme Abstand ein.

Ich kann nicht zulassen, dass er mich so schwach macht.

„Manchmal frage ich mich warum es nicht geklappt hat…" murmelt der Schwarzhaarige leise und mustert mich aufmerksam.

Ich ziehe die Augenbrauen zusammen und schaue ihn böse an, während Wut in mir hochsteigt.

„DU fragst MICH warum es nicht geklappt hat? Du kleines…" Ich schlucke eine Beleidigung hinunter. Es würde mich nicht weiterbringen.

Ich drehe mich um und gehe.

Ich hasse es wenn ich ihm helfen will und er einfach alles ausschlägt.

Ich werfe ihm einen letzten kalten Blick zu und verschwinde dann in mein Zimmer. Vielleicht kann ich ja noch ein wenig schlafen.

Tja. Da habe ich zu viel gehofft. Ich kann natürlich kann ich nicht einschlafen.

Wie auch. Ich spüre seinen heißen Atem immer noch auf meiner Haut und ich zittere am ganzen Körper. Manchmal hasse ich mein Leben wirklich.

Ich beobachte vom Bett aus wie die Sonne aufgeht.

Das Leben kann so beschissen sein.

Während ich in Selbstmitleid versinke bemerke ich nicht wie jemand an meine Tür klopft und eintritt.

Erst als sich die Matratze neben mir senkt blicke ich erschrocken auf.

Die Lovegood schaut mich verträumt lächelnd an.

„Guten morgen. Ich dachte mal ich schauen nach ihnen." murmelt sie und ich vergrabe mein Gesicht im Kissen.

„Lassen sie mich in Ruhe!" fauche ich in mein Kissen und sie lacht leise.

„Ich habe schon mit einer solchen Antwort gerechnet. Mal ganz ehrlich. Was ist zwischen ihnen und Harry passiert. Er hat noch nie von einem Mr. Hunt erzählt und plötzlich wohnen sie bei ihm. Finden sie das nicht ein wenig merkwürdig?"

Ich schaue sie verwirrt an.

„Potter wird schon seine Gründe haben warum er nicht von mir erzählt hat. Aber da fragen sie im Moment den Falschen Ms. Lovegood."

„Vielleicht hat er ja nicht von dir erzählt weil du es ihm verboten hast Voldemort." Sie beugt sich zu mir runter und ihre Augen verengen sich gefährlich. Nichts ist mehr übrig von dem verträumten Ausdruck vorher.

„Woher..?"

„Es ist einfach zu offensichtlich. Außerdem hat er mir damals von eurer Beziehung erzählt. Wenn man das Beziehung nennen darf."

Ich setze mich auf und funkel sie an.

„Nichts gibt dir das Recht über mich und die Beziehung zu urteilen. Gar nichts." knurre ich und greife nach meinem Zauberstab.

„Wenn du nicht wieder in Azkaban landen willst dann solltest du jetzt lieber lassen." Plötzlich lächelt sie mich wieder an.

„Ich urteile nicht über eure damalige Beziehung. Ich habe nur meine eigene Meinung dazu. Also…

Was ist jetzt zwischen dir und Harry?"

„Gar nichts." Ich schaue an ihr vorbei und hoffe, dass sie nun endlich verschwindet.

Ich muss mir überlegen wie ich sie loswerde. Töten kann ich sie nicht und wenn ich ihr Gedächtnis verändere würde Potter es sofort bemerken.

Jedes weitere Wort von Lovegood bekomme ich schon gar nicht mehr mit.

Nach einer Weile gibt sie auf und verschwindet aus meinem Zimmer.

Leise und mit vorsichtigen Schritten gehe ich nach unten in die Küche.

Ich will nicht, dass mich irgendjemand bemerkt. Weder Potter noch die Lovegood.

Beide gehen mir einfach total auf die Nerven. Potter mit seinem ewigen Schweigen und den bösen Blicken, die er mir zuwirft wenn ich in der Nähe bin und Lovegood, die die ganze Zeit versucht zwischen uns zu schlichten.

Ich verziehe das Gesicht leicht und versuche die Tür zur Küche so leise wie möglich zu öffnen, was nicht so einfach ist, weil das Ding schrecklich laut quietscht.

Schnell schließe ich sie hinter mir nachdem ich eingetreten bin.

Ich hätte auch einfach einen Stummzauber über mich und die Tür legen können, fällt mir ein und ich schüttel meinen Kopf.

Seit wann benutze ich meine Magie so wenig. Früher habe ich keinen Finger krumm gemacht außer um den Zauberstab zu bewegen.

Wahrscheinlich bin ich es nicht mehr gewohnt.

Ich gehe zum Kühlschrank und schaue ob irgendetwas da ist auf das ich Appetit habe, man weiß ja nie.

Wenn ich gewusst hätte, dass es so beschissen hier wird wäre ich nie mitgekommen.

Aber einen kleinen Triumph hatte ich ja schon.

Potter hat zugegeben, dass ich im Recht damals war. Ich wusste von Anfang an, dass der alte Spinner nichts Gutes im Schilde führte. Nicht das ich damals besser gewesen wäre aber ich habe ja immer reinen Tisch gemacht. Zwar hat es den meisten Menschen nicht geschmeckt aber es hätte ihnen noch weniger gefallen wenn sie gewusst hätten wie Dumbles in Wirklichkeit ist.

Versunken hocke ich vor dem Kühlschrank und schaue hinein, ohne irgendwas zu fixieren.

„Wenn du nichts möchtest dann mach die Tür wieder zu." werde ich plötzlich angeknurrt und ich schaue erschrocken über meine Schulter. Potter steht hinter mir und funkelt mich böse an. Schulterzuckend stehe ich auf und mache was er gesagt hat.

„Wenn es dir jetzt besser geht." murmle ich und will an ihm vorbei gehen.

„Was ist los mit dir? Du warst doch früher nicht so unterwürfig." fragt er mich plötzlich und ich halte, mit der Türklinke in der Hand, inne.

„Was meinst du?" Ich schaue ihn stirnrunzelnd an. Worauf will er denn jetzt hinaus?

„Du bist noch nicht einmal abgehauen und hast auch noch nicht einmal versucht mich zu verhexen. Du hast sogar die Kühlschranktür zu gemacht. Früher hättest du sie einfach offen stehen lassen. Was ist los? Azkaban kann dich schlecht so krass verändert haben." Warum klingt er so angriffslustig?

Ich drehe mich nun vollends um und lehne mich mit dem Rücken an die Tür.

„Jetzt passt es dir nicht mal das ich versuche mich zu bessern. Kann man dir überhaupt was recht machen?" sage ich mit ruhiger Stimme und beobachte ihn weiter. Er kaut auf seiner Unterlippe rum und schaut mich fast schon erwartungsvoll an.

„Du hast erwartet das ich genau wie früher werde und kommst jetzt nicht damit klar, dass ich auch irgendwie normal sein kann." murmel ich als ich endlich verstehe was in ihm vor sich geht.

Sein rechtes Auge zuckt leicht und ich bemerke, dass ich genau ins Schwarze getroffen habe.

„Normal ist anders." antwortet er leise und weicht meinem Blick aus.

Ich gehe auf ihn zu bis ich direkt vor ihm stehe.

„Wünscht du dir etwa das ich genauso bin wie vorher?" flüstere ich und hebe mit Daumen und Zeigefinger sein Gesicht an.

„Nein. Und Ja. Dann hätte ich weniger Grund mich schlecht zu fühlen." faucht er und reißt sich von mir los und nimmt wieder Abstand zu mir. Ich verkneife mir ein Grinsen und folge ihm.

Er macht einen Schritt zurück und ich einen vor.

Einer zurück.

Einer vor.

Einer zurück.

Einer vor.

Dann kommt die Wand.

Er weiß, dass er mir nicht mehr entkommen kann.

„Vielleicht habe ich mich ja gar nicht verändert. Vielleicht bin ich immer noch derselbe und spiele dir nur vor ich wäre ein Anderer geworden." sage ich leise und mit verführerischer Stimme.

„Geh. Lass mich einfach in Ruhe." keucht Potter nun und stemmt seine Hände gegen meine Brust. Doch ich war ihm schon immer körperlich überlegen.

Ich sehe die Panik in seinen Augen und lasse mich von dieser inneren Befriedigung erfassen.

Dann lasse ich ihn los, drehe mich um und will gehen.

„Noch so ein Ding und du wanderst wieder nach Azkaban." knurrt er plötzlich und ich kann ein Lachen nicht verkneifen.

Ich appariere das kurze Stück wieder zurück zu ihm und grinse ihn eiskalt an.

„Ich will sehen wie du mich kriegst."

Seine Miene verhärtet sich und seine Augen funkeln mich wieder an.

„Ich nehme alles zurück. Du bist immer noch das gleiche Arschloch. Ich frage mich immer wieder was ich mal an dir gefunden habe." faucht er leise und ich sehe an seinem Blick das er es ganz genau weiß.

Innerlich zucke ich bei seinen Worten zusammen.

Schweigend drehe ich mich um und verlasse endgültig den Raum.

Ich rausche nach oben und knalle die Tür hinter mir zu.

Lovegood ist zum Glück heute Morgen gegangen.

-7. Kapitel Ende-