Kapitel 11: Would you mind if I hurt you?
Would you mind if I hurt you?
Understand that I need to
Wish that I had other choices
Than to harm the one I love
Within Temptation-What have you done
Nachdenklich streiche ich Potter durch die Haare. Ich kann die Situation zwischen uns beiden nicht wirklich einschätzen. Irgendwas hat sich verändert. Zwischen uns. In mir.
Völlige Ruhe herrscht um uns herum und wir verlieren kein Wort.
Es ist schon wirklich seltsam.
Ich habe das Gefühl in der Zeit zurück versetzt worden zu sein, denn es ist lange her, dass mich seine Nähe so mit Zufriedenheit erfüllt hat.
Ich weiß nicht wie lange wir hier schon stehen, doch innerlich hoffe ich das dieser Moment nie vorüber geht.
„Wollen wir mal langsam was essen gehen?" fragt Potter plötzlich und schaut zu mir hoch. Ich zeige keine Gefühlsregung und nicke einfach nur.
Er macht zwei Schritte rückwärts und ich kann deutlich die Enttäuschung in seinen Augen sehen.
Doch ich traue dem Frieden zwischen uns beiden nicht.
Wer weiß wann das Fass wieder bei ihm über läuft und er der Meinung ist das man mich stoppen sollte.
Auch wenn ich aus dem letzten Mal gelernt habe und beschlossen habe, es nie wieder so weit kommen zu lassen.
Er geht vor und gemeinsam betreten wir die Küche.
Die anderen Fünf hatten schon ohne uns gegessen. Mir ist es herzlich egal. Dann habe ich wenigstens meine Ruhe.
„Wie soll das nun alles weiter gehen?" fragt er mich plötzlich und ich schaue ihn erstaunt an.
Was meint Potter?
„Das mit uns…"murmelt er und ich bemerke die leichte Röte auf seinem Gesicht.
Ich seufze und setze mich an den Tisch.
Eine der Hauselfen taucht neben mir auf und schaut mich mit großen Augen an.
„Was möchte Master essen?" fragt sie mit piepsiger Stimme und ich denke kurz nach.
„Mach mir irgendwas. Was willst du?" frage ich Potter und er zuckt mit den Schultern.
Verwirrt eilt der Hauself davon.
Während wir auf unser Essen warten schaue ich ihn in Gedanken versunken an während er nervös mit seinen Fingern spielt.
Ich seufze wieder.
Nachdem wir schweigend gegessen haben verziehen wir uns auf unsere Zimmer.
Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass es eine doofe Idee gewesen ist, Potter sein altes Zimmer zu geben.
Jetzt liegt es genau neben meinem alten und die beiden sind auch noch durch eine Tür miteinander verbunden.
Ich raufe mir die Haare und setze mich auf mein Bett.
Ein seltsames Gefühl hat sich in mir breit gemacht seitdem wir Arm in Arm in meinem Büro gestanden haben.
Als würde… Nein das kann doch nicht wahr sein.
Ich mach mir schon wieder Hoffnungen.
Verdammte Scheiße. Ich wollte ihn mir aus dem Kopf schlagen. Und genau das werde ich verdammt nochmal tun.
Ich lasse mich nach hinten fallen und starre an die Decke.
Wie oft habe ich früher so gelegen als Potter in Hogwarts gewesen ist und ich darauf gewartet habe, dass er wieder kommt?
Ich weiß es nicht mehr aber es ist mir herzlich egal.
Ich sollte es nicht mehr machen.
Ich sollte nicht mehr auf ihn warten wie ich es die letzten Jahre immer wieder getan habe.
Ich setze mich wieder auf und ein klopfen an meinem Fenster richtet meine Aufmerksamkeit darauf.
Eine Schneeeule sitzt davor und schaut mich erwartungsvoll an.
„Hedwig?" frage ich leise als ich das Fenster öffne. Sie gibt ein gurrendes Geräusch von sich und setzt sich auf meine Schulter.
Sie scheint erst zu überlegen, streckt dann aber ihr Bein für mich auf.
„Du scheinst mir immer noch zu vertrauen." murmel ich und sie knabbert zärtlich an meinem Ohr.
Ich lache leise und streichel ihr übers Gefieder während ich das Pergament löse.
„Das sollten wir aber zu dem eigentlichen Empfänger bringen" sage ich und gehe durch die Tür ins angrenzende Zimmer.
Potter liegt auch auf dem Bett und starrt gedankenverloren an die Decke.
„Du hast Post." sage ich als ich direkt neben ihm stehe. Er zuckt zusammen, scheint gar nicht mitbekommen zu haben das ich reingekommen bin.
Verwirrt schaut er zwischen mir und seiner Eule hin und her.
„Wieso hast du den Brief, wenn er doch für mich ist." fragt er und ich höre den misstrauischen Unterton ganz genau aus seiner Stimme heraus.
Ich zucke mit den Schultern, was Hedwig ein wenig erschreckt.
Sie gibt einen hohen Ton von sich und fliegt los. Vor sich hin meckernd setzt sie sich auf einen Schrank.
„Sie ist daran schuld. Mecker sie voll." sage ich nur und setze mich dann zu Potter auf das Bett.
Er schaut mich vorsichtig an.
Ich will wissen was drin steht. Das er von der Granger ist hab ich schon mitbekommen." grinse ich frech und er öffnet den Brief.
„Sie meint sie würde mich mit Freuden unterstützen. Wenn ich will kann ich sie gleich abholen." murmelt er während seine Augen über das geschriebene huschen.
Ich nicke.
„Dann lass uns gleich mal los."
Wir tauchen in einer dunklen Gasse in der Nähe des „Tropfenden Kessels" auf.
Schweigend gehen wir durch den Pub in die Winkelgasse und in den Zauberstabladen.
Die Glocke hallt ungewöhnlich laut durch den Raum und die Granger kommt sofort zu uns gelaufen.
„Hey." sie stockt mitten in der Bewegung und ich zucke kaum merklich zusammen. Hat sie uns durchschaut?
Doch ihr Blick bleibt auf Harry gerichtet.
„Bist du wahnsinnig? Du kannst doch hier nicht einfach so durch die Gegend laufen! Dumbledore ist hinter dir her." Wie auf Kommando tauchen plötzlich Auroren vor dem Laden auf und stürmen auf die Tür zu. Potter und Granger gehen in Angriffsstellung doch ich habe eine bessere Idee.
„Scheiße." fluche ich leise. In den Läden kann man nicht apparieren. Nur mit ganz viel Kraftaufwand.
Ich packe Potters und Grangers Hand und konzentriere mich auf ihre Magie.
Seit-an-Seit-Apparieren ist echt schwer vor allem mit all den magischen Störungen um mich herum aber dann auch noch zwei mitnehmen?
„SECTUMSEMPRA!" höre ich noch einen der Angreifer brüllen bevor wir uns auflösen. Ich spüre deutlich wie meine Haut auf dem Rücken reißt und brennender Schmerz durch mein Körper jagt.
Keuchend schlage ich in der Eingangshalle meines Anwesens auf.
Potter und Granger rappeln sich schnell wieder auf und ich versuche krampfhaft nicht ohnmächtig zu werden.
So effektiv wie dieser Fluch auch ist er hätte nie in Umlauf gebracht werden dürfen.
„Tom? Hey. Alles ok mit dir?" fragt Potter mich plötzlich und ich kann mir ein bissiges Kommentar nicht verkneifen.
„Klar. Alles ist in Ordnung. Erlebt man schließlich täglich das man aus einem Laden der Winkelgasse apparieren muss und dann noch mit zwei Anhängseln. Ist doch ein Klacks." knurre ich und kämpfe mich auf die Beine.
Ich höre ein erschrockenes Keuchen von Granger. Muss das Mädchen auch direkt hinter mir stehen?
„Scheiße, Harry. Er hat den Fluch abbekommen." sagt sie und zerrt mir den Umhang von den Schultern. Ich ziehe scharf die Luft ein und breche fast wieder zusammen.
Schnell drehe ich mich um und funkel sie böse an.
„Fass mich nie wieder an!" fauche ich und reiße ihr meinen Umhang aus der Hand.
„Du musst dich verarzten lassen." sagt Potter nun vorsichtig und ich werfe ihm einen giftigen Blick zu.
„Das krieg ich schon alleine hin." knurre ich und versuche hoch in mein Zimmer zu gehen.
Es klappt natürlich nicht, denn ich habe schon so viel Blut verloren das ich auf halben Weg ohnmächtig werde.
Ich begrüße die Schwärze fast schon dankbar, weil sie mir die Schmerzen nimmt.
-Kapitel elf Ende-
