Kapitel 19: It's over now, what have you done?

I know I'd better stop trying
You know that there's no denying
I won't show mercy on you now
I know, should stop believing
I know, there's no retrieving
It's over now, what have you done?

What have you done now!

I've been waiting for someone like you
But now you are slipping away ...oh
Why, why does fate make us suffer?
There's a curse between us, between me and you

Within Temptation - What have you done now

Wir sind bei einer großen Versammlung und ich lasse meinen Blick gelangweilt durch die Menge streifen. Ich stehe etwas abseits, damit mich keiner erkennt beziehungsweise niemand auf mich achtet.
Harry hält wie immer eine Rede und spricht den Anwesenden Mut zu. Doch wirklich konkrete Sachen werden nicht besprochen. Wie immer. Wir haben ja auch nicht wirklich Informationen. Zumindest reichen sie nicht, um den entscheidenden Schlage gegen Dumbledore auszuführen. Langsam hätten wir sicherlich genug Leute, die uns unterstützen, trotz des Wissens, dass ich hier dran mitwirke, aber da wir Dumbles Aufenthaltsort nicht kennen, wissen wir nicht, wo wir zuschlagen sollen.
„Lassen wir doch diese Farce!", wird plötzlich aus der Menge gerufen und ich schrecke aus meinen Gedanken. Die junge Weasley tritt vor und ich fokussiere das kleine Biest mit verengten Augen. Was will sie denn schon wieder?
„Wir alle wissen das Voldemort uns „unterstützt.", spuckt sie aus und deutet auf mich, „Wenn er diesen Kampf gewonnen hat, dann werden wir von einem Tyrannen zum nächsten übergehen. Nichts! Wirklich gar nichts wird sich ändern. Und alle nehmen es einfach so hin." Alle starren sie seltsam an. Den meisten hatten wir die Situation geklärt und keiner hatte bisher erlebt, dass ich das Kommando übernommen habe noch war es zu Übergriffen seitens der Todesser oder von mir gekommen. Die meisten schienen wirklich zu glauben, dass ich mich geändert habe. Was ja auch stimmte. Mittlerweile geht mir der ganze Kram hier am Arsch vorbei und ich helfe nur noch, weil ich Harry nicht damit allein lassen will.
Doch ich wusste, dass die Aussage eines Einzigen die ganze Situation kippen würde. Also trete ich vor und schaue die kleine Hexe böse an.
„Nennen sie mir einen Beweis, dass ich vorhabe die Macht an mich zu reißen.", knurre ich und verschränke die Arme. Ihr Gesicht wird knall rot und sie zieht ihren Zauberstab. Funken sprühen aus der Spitze und ihre Stimme bebt vor Wut.
„Du bist und bleibst ein psychopathischer Mörder, der eigentlich den Rest seines Lebens in Azkaban verbringen sollte, nachdem er von den Dementoren geküsst wurde. Aber selbst das wäre noch zu gnädig.", brüllt sie und schleudert mir einen Fluch entgegen. Blitzschnell beschwöre ich ein starkes Schild vor mir, welches den Zauber verpuffen lässt.
„Miss Weasley. Sie beweisen hier grade allen Anwesenden, dass Sie hier die Einzige sind, die hier Ärger macht", sage ich und lasse meine Abwehr sinken.
Die Leute haben um uns herum einen Kreis gebildet und Harry fasst mir vorsichtig auf die Schulter.
„Tom. Lass dich nicht von ihr provozieren.", murmelt er und tritt nun auch vor.
„Ginny. Er hat uns in den letzten Monaten nicht einmal den Anlass gegeben, daran zu zweifeln, dass er sich geändert hat. Was für Bedenken hast du also?", fragte er und schaute sie durchdringend an.
„Er hat dir einen Liebestrank gegeben!", brüllt sie und stampft wie ein kleines Kind mit dem Fuß auf. Ich kann mir ein Lachen wirklich nicht verkneifen und Harry sieht ziemlich verwirrt aus.
„Wie kommst du denn auf die Idee?", fragte er und sie hob den Zauberstab.
„Es gibt keinen anderen Grund, warum du dieses Monster mir vorziehst.", knurrt sie und nun bekomme ich einen Lachkrampf. Die Kleine hält eindeutig zu große Stücke auf sich.
Grade noch rechtzeitig kann ich einem Zauber ausweichen, mein Grinsen weicht mir aber nicht vom Gesicht. Klar ist es nicht gerade prickelnd, dass alle so von unserer Beziehung erfahren, aber ändern kann man es jetzt nicht mehr.
Ich ziehe nun auch kampfbereit meinen Zauberstab und deute auf sie.
„Gib mir nur einen Grund, dich ins nächste Jahrtausend zu hexen und ich werde meine Chance ergreifen.", sage ich mit kalter Stimme, lächle sie dabei aber immer noch hämisch an.
„Tom!", ruft Harry und ich hebe meine freie Hand.
„Sie will einen Kampf mit mir und den soll sie bekommen.", sage ich und betrachte sie mit Argusaugen.
Sie hat sich wirklich kein Stück unter Kontrolle. Genauso wie ihr älterer Bruder es nie konnte. Deswegen war er jetzt auch tot und wenn sie so weiter macht, dann wird sie ihm folgen.
„Miss Weasley, ich mag mich vielleicht geändert haben, aber ich schrecke trotzdem nicht vor den Unverzeihlichen zurück, wenn ich mein Leben in Gefahr sehe. Ich hoffe, dass ist Ihnen bewusst." Man sollte sie und die anderen ja wenigstens mal vorwarnen. Ich habe zwar nicht mehr vor die Weltherrschaft und so einen Quatsch an mich zu reißen, aber, verdammt noch mal, ich würde nicht vor alt bewährten Methoden zurück schrecken.
Ein Raunen geht durch die Menge und ich weiß, dass ich allein mit dieser Aussage eine Menge Vertrauen wieder zunichte gemacht habe, aber es ist mir egal. Diese ganzen Speichellecker und Arschkriecher sind mir egal. Schwaches Getier, dass sich hinter Stärkeren versteckt und allein nichts auf die Reihe bekommt.
'Tom. Beruhige dich.', murmelt Harry in meinen Gedanken und ich atme einmal tief durch. Ja, es ist für mich noch ein weiter Weg, ehe ich sagen kann, dass ich halbwegs normal denke und ich keine Angst mehr haben muss, dass ich mich wieder in meinem Hass verliere.
Und Miss Weasley trägt im Moment leider nicht viel zu der Verbesserung meines Geisteszustandes bei.
„Los komm. Zeig uns, dass du dich nicht einen Deut geändert hast. Zeig uns, dass du immer noch der selbe Psychopath bist, der du früher warst.", lachte sie triumphierend und ich lasse meinen Zauberstab sinken.
Ich beiße mir auf die Unterlippe und schaue zu Harry. Der schaut das rothaarige Monster wütend an und beachtet mich gar nicht. Also drehe ich mich um und verlasse den Saal. In mir brodelt es. Ich könnte grade jemanden zum Foltern gebrauchen. Ich hätte sogar einen geeigneten Kandidaten. Sie hat rote Haare und steht im Saal und ist wahrscheinlich verwirrt, weil ich einfach gegangen bin. In diesem Moment fasse ich einen Entschluss.
Eine halbe Stunde später betritt Harry mein Büro und setzt sich auf die Lehne von meinem Stuhl. Sanft fährt er mir durch die Haare. Ich schaue ihn nicht an.
„Sie muss gehen.", sage ich kurz angebunden und reiße wütend einen Brief auf.
„Wie bitte?", fragt er verdutzt und hält in seiner Bewegung inne.
„Miss Weasley. Sie muss gehen."
„Das hab ich schon verstanden, aber du weißt, dass wir jede Hilfe brauchen.", sagt er und ich schnaube.
„Okay. Du scheinst nicht so genau verstanden zu haben, was sie da vorhin gemacht hat." Ich springe auf und tigere durch mein Büro.
„Entweder sie geht oder ich.", knurre ich und er schaut mich fassungslos an.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst?", haucht er.
„Doch. Ich ertrage es nicht, wenn sie sich dir anbiedert. Ich könnte ihr jedes Mal ihren kleinen, dürren Hals umdrehen, wenn sie dich nur anschaut, weil ich weiß, dass sie dich will. Sie versucht mich dazu zu bringen, irgendetwas Schreckliches zu tun, nur um allen andern zu beweisen, dass ich mich nicht geändert habe.", fauche ich und trete gegen meinen Schreibtisch. Den Schmerz in meinem Fuß ignoriere ich.
„Hör auf, mich dazu zu zwingen. Ich möchte mich nicht zwischen meinen Freunden und dir entscheiden.", grollt Harry und ich bleibe stehen.
„Dieses Biest ist definitiv nicht deine Freundin. Siehst du denn nicht, was sie da macht?" Ich merke, wie meine Stimme lauter wird, aber es ist mir egal.
Er verschränkt die Arme und sein Blick wird abweisend.
„Tom. Ich werde mich nicht zwischen dir und meinen Freunden entscheiden. Lass mich wenigstens noch einmal mit ihr reden.", sagte er und schaut mich dann bittend an. Doch ich ignoriere es.
„Ich habe dir alles dazu gesagt, was es zu sagen gibt.", fauche ich und verlasse mein Büro. Ich bin durch mit dem Thema und wenn die Weasley nicht verschwindet, dann gehe ich. Punkt.
Ich schnappe mir meine Tasche, als ich im Schlafzimmer ankomme und packe die wichtigsten Sachen zusammen. Ich werde nicht länger hier bleiben.
Ich lasse meinen Blick durch den Raum schweifen, damit ich auch nichts Wichtiges vergesse und rausche dann aus meinem Anwesen. Hinter dem Apparierschutz disappariere ich. Keine Ahnung wohin. Hauptsache weg.

-Kapitel 19 Ende-