Kapitel 20: Reach for my hand, let's show them that we can
See who I am,
Break through the surface.
Reach for my hand,
Let's show them that we can
Free your mind and find the way.
The world is in our hands,
This is not the end.
I hear their silence
Preaching my blame.
Will our strength remain
If their power reigns?
Within Temptation – See who I am
Leise betrete ich das Schlafzimmer. Ich will dich nicht schon wieder wecken. In den letzten Nächten bin ich schon mitten in der Nacht nach Hause gekommen und jedes Mal bist du aufgewacht.
Sicherlich weiß ich, dass es dich nicht stört aber verhindern will ich es trotzdem. Ich schleiche ins Bad und schäle mich aus meinen blutigen Klamotten. Ein Blick in den Spiegel verrät mir nur, dass ich duschen gehen sollte. In meinem Gesicht klebt Schlamm, Staub und Blut und meine Haare stehen n alle Richtungen ab und sehen auch nicht besser aus.
Ich werfe mir selbst einen bösen Blick zu und stelle dann die Dusche an. Das wird ihn jetzt garantiert wecken, aber auch nach 10 Minuten später hast du dich immer noch nicht gerührt. Sehr seltsam.
Ich runzele die Stirn, gehe rüber zum Bett und kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ich hatte heute Morgen, was eigentlich nicht meine Art ist, meine Schlafsachen auf dem Bett liegen lassen und nun drückst du mein Shirt fest an dich, das Gesicht im Stoff vergraben und schläfst seelenruhig weiter.
Es ist schon ein niedlicher Anblick. Aber ich brauche mein Shirt. Vorsichtig versuche ich es zu entwinden, doch du lässt einfach nicht los. Stattdessen runzelst du die Stirn und fängst an leise im Schlaf zu murren ehe du aufwachst.
„Tom? Musst du schon wieder so früh aufstehen?" fragst du leise und öffnest ein Auge.
„Ich will mich eigentlich grade hinlegen." antworte ich und lache leicht, während du dich verschlafen umschaust.
„Wie spät ist es?" murmelst du und setzt dich auf. Ich ziehe mein Shirt endlich über und lege mich hin.
„4 Uhr Morgens. Lass uns schlafen. Ich hab eine anstrengende Nacht hinter mir." sage ich und schließe meine Augen. Doch ich komme nicht zum einschlafen. Es dauert nicht lang, da drückst du dich eng an mich und lässt deine Finger ruhelos über mein Bein fahren und dein heißer Atem streicht über meine Haut.
Ohne meine Augen zu öffnen ziehe ich eine Augenbraue nach oben
„Hat da jemand Lust?" frage ich dich mit einem breiten Grinsen und lasse meine Hand wie zufällig in deine Shorts wandern. Ein heiseres Stöhnen ist deine Antwort.
„Dann mein Lieber, musst du heute die Initiative ergreifen ich hab nämlich keine Lust mich zu bewegen." lache ich und umfasse deinen Hintern als du dich auf meine Hüfte setzt.
Ich wache leise seufzend auf. Wieder haben meine Träume mich zurück in meine Vergangenheit geführt.
Ich liege auf einer alten, schäbigen Couch und starre an eine feuchte Decke, Dieses Haus hat auch schon mal bessere Zeiten erlebt.
Ich hatte erst überlegt zurück in das Anwesen meines Vaters zu gehen aber die Gefahr das Auroren dort schon auf mich warten ist einfach zu groß.
Also hatte ich mich gestern Abend für das Dorf Godrics Hollow entschieden. Hier hat damals alles angefangen.
Seufzend blicke ich aus dem gegenüber liegt das zerstörte Haus der Potters. Ich kann mich noch genau an diese Nacht erinnern.
Im Nachhinein kann ich nicht mal behaupten das es mir leid tut das ich seine Eltern getötet habe, Er hatte es mir auch nie wirklich vorgehalten. Wenn wir uns gestritten haben dann ging es meistens nur um verletzte oder getötete Freunde. Bei den meisten war ich persönlich beteiligt.
Ich schüttele den Kopf und verlasse dann das alte, herunter gekommene Haus. Mit wenigen Schritten stehe ich vor dem Ruinen des Gebäudes, dass damals fast mein Grab geworden wäre.
Es ist teilweise herunter gebrannt und die zerschlagenen Fenster blicken fast schon anklagend auf mich herunter.
Wieder einmal frage ich mich, was mich hier getrieben hat.
Ich kann nicht anders und öffne das kleine Tor. Genau wie damals gehe ich zügig auf die Eingangstür zu und öffne sie. Nur diesmal springt mir nicht James Potter in den Weg und ich höre auch nicht Lily Potters eilige Schritte auf der Treppe.
Nachdenklich schaue ich mich um. Niemand hat hier etwas seit dieser Nacht verändert. Zerbrochene Möbel und Glassplitter liegen auf dem Boden. Nur die Leichen wurden entfernt.
Ich gehe ins Wohnzimmer, welches ich damals nicht verwüstet habe, doch hatten die Flammen einen Teil davon zerstört. Auf dem Sims über dem Kamin stehen immer noch Bilderrahmen.
Das Glas war durch die Hitze gesplittert und eine dicke Staubschicht liegt über den Fotos, doch trotzdem will ich sie mir anschauen.
Vorsichtig damit ich mich nicht verletze, streiche ich den Dreck weg und betrachte die Szene.
Die beiden Potters wie sie fröhlich in die Kamera winken.
Das zweite Bild zeigt sie mit ihrem Kind auf dem Arm, nicht ahnend das sie schon ein Jahr später sterben würden.
Ich habe die beiden nicht gekannt, aber gerade in diesem Moment frage ich mich was aus Harry geworden wäre, hätte ich ihm nicht seine Eltern genommen hätte.
Was für ein Mensch wäre er geworden?
Und warum habe ich mich damals für Harry und nicht für den Longbottom-Jungen entschieden?
Ich stelle die Bilder zurück und gehe dann die Treppe hinauf. Direkt in Harrys Kinderzimmer. Jetzt kommen die Erinnerungen deutlicher zurück. Ich hatte so leise das Zimmer betreten das Lily, die mit dem Rücken zur Tür stand und beruhigend auf ihren Sohn einredete, mich nicht bemerkte.
Aber der kleine Junge tat es und anstatt in Tränen auszubrechen oder zu schreien, schenkte er mir ein strahlendes Lächeln und diese unglaublich grünen Augen sind mir in all den Jahren nie aus dem Kopf gegangen..
Doch dann tötete ich seine Mutter und der kleine fing an zu weinen. Eigentlich wollte ich ihn damals nicht töten. Ich wollte nur, dass er mir gehört. Mir ganz allein aber als er mich an gelächelt hatte, ist etwas in mir aufgetaut und ich wusste, dass wenn ich ihn am Leben lasse, er mein Untergang werden würde.
All das hatte ich ihm nie erzählt. Er hatte mich mal gefragt, was damals genau passiert ist aber ich habe dazu geschwiegen.
Vorsichtig streiche über das Gitter des Kinderbettes und betrachte das Spielzeug.
„Ich hätte nie im Leben erwartet, dass ausgerechnet du hier her zurück kommst." sagt jemand hinter mich und ich wirble erschrocken herum. Schließlich hatte ich niemanden hinauf kommen hören und genauso wenig kenne ich die Stimme.
Ich habe mit allem gerechnet, nur nicht mit dem was ich jetzt sehe.
In der Tür steht der Geist von Sirius Black und grinst mich schelmisch an.
Ich zieh eine Augenbraue nach oben.
„Was willst du von mir?" frage ich misstrauisch.
„Wir alle wissen, dass du ohne Harry nicht leben kannst und willst." sagt jemand neues vom Fenster aus. Als ich die Person anschaue ist es wieder ein Geist. U genauer zu sein. Zwei. Lily und James Potter.
„Voldemort. Du bist der einzige der ihn noch glücklich machen kann. Du musst diesen sinnlosen Krieg endlich beenden." sagt sie und macht einen Schritt auf mich zu. Ich ziehe eine Augenbraue nach oben und betrachte die drei Geister skeptisch.
„Ihr bittet grade allen ernstes euren Mörder und den dunkelsten Magier auf dieser Welt, euren zu beziehungsweise euer Patenkind zu beschützen und weiterhin bei ihm zu bleiben? Das Jenseits muss euch ganz schön das Hirn vernebelt haben." murmele ich und schüttele den Kopf. Black fängt an zu lachen.
„Wir waren nicht im Jenseits. Schließlich mussten wir ja noch ein Weilchen auf unseren Harry aufpassen, bis du endlich diesen Job übernehmen kannst." grinst er und tausend Fragen tauchen über meinem Kopf auf.
„Ich habe damals sein Lächeln gesehen. Kurz bevor ich starb und mir war klar, dass ihr euch nie wirklich hassen würdet. Man könnte es Schicksal nennen." sagt Lily leise und legt den Kopf schief während sie mich betrachtet.
„Nur hätten wir nie gedacht das ihr auf diese... besondere Art und Weise zueinander findet." sagt James und lächelt leicht.
„Verdammt nochmal. Was wollt ihr von mir?" fauche ich genervt. Ich habe keine Lust mir das sinnlose Geschwafel von Toten an zu hören. James seufzt theatralisch.
„Während Harry nach dir gesucht hat, ist er unserem gutem, altem Dumbledore in die Finger geraten." sagt er und ih zucke zusammen.
„Das ist jetzt nicht euer Ernst?" frage ich fassungslos und meine Stimme bricht zum Schluss.
Wenn Harry, MEIN Harry, sich wirklich in den Klauen dieses alten Zausels befindet, dann werde ich ganz England niederbrennen um ihn wieder zu bekommen.
Die belustigten Mienen waren ernsten Gesichtern gewichen und ich weiß das sie die Wahrheit sagen.
„Wo ist er?" frage ich und beiße die Zähne vor Wut zusammen.
„Im Ministerium. Aber..." Ich lasse sie gar nicht ausreden und appariere direkt in mein Anwesen.
Alle hetzen durch die Gegen und ich halte Ausschau nach Malfoy. Der läuft genau in diesem Moment an mir vorbei und ich packe ihn am Arm.
„Was ist hier los?" frage ich zischend und er bemerkt sofort meine unterdrückte Wut.
„Miss Granger kam vor 20 Minuten schwer verletzt zurück und berichtete uns dass Dumbledore Potter gefangen hat und im Ministerium eingesperrt hat. Wir bereiten und grade auf einen Angriff vor." sagt er und hält meinem funken sprühenden Blick stand.
„Alles klar. Kommt sofort zum Ministerium nach wenn ih bereit seid." sage ich und gehe dann schnell auf den Ausgang zu.
„Mylord wollt ihr etwa allein vorgehen?" ruft der junge Malfoy mir noch nach doch ich antworte nicht und appariere direkt vor den Besuchereingang des Ministeriums. Ich überlege kurz wie ich am schnellsten und am unauffälligsten da hinunter komme, denn sonst würde ich jetzt einfach ein riesiges Loch in den Boden sprengen.
„Oh. Hallo Tom. Soll ich dich mit hinunter nehmen?" fragt mich eine verträumte Stimme. Wie hieß das Mädchen nochmal? Luna? Ich glaube das wars.
Sie lächelt leicht, doch ihr Blick ist kalt und hart. Als sie wieder spricht, hat sie alles träumerische aus ihrer Stimme verbannt und es war eher ein eiskaltes Zischen.
„Wenn er Harry auch nur ein Haar gekrümmt hat, dann wird der alte Mann sterben. Und es wird kein schneller Tod sein." Ich hebe eine Augenbraue und nicke dann.
„Es wäre prima wenn du mich mit hinunter nehmen würdest." antworte ich und wir drängen uns beide in die Telefonzelle. Die Fahrt in diesen beengenden Verhältnissen kommt mir ewig vor. Die blecherne Frauenstimme reizt mich bis aufs Blut und als wir endlich unten akommen bin ich kurz vorm explodieren.
Vorsichtig strecke ich meine mentalen Fühler nach Harry aus. Wir nutzen unsere Verbindung nicht oft und trotzdem ist sie immer da. Egal wie weit wir voneinander entfernt sind, aber diesmal von ihm und ich knurre leise.
„Wenn du Dumbledore wärst, wo würdest du ihn hinbringen?" frage ich Luna und sie überlegt einen Augenblick.
„Mysteriumsabteilung." antwortet sie nach einer kurzen Zeit und ich nicke zustimmend. Das wäre ganz der Stil dieses widerlichen Kerls. Im schnellen Laufschritt begeben wir uns zu den Fahrstühlen. Das alles hier geht schon wieder viel zu langsam. Ich werfe einen kurzen Blick auf meine Uhr. Die anderen müssten in ungefähr 5 Minuten auch hier auftauchen. Aber eins steht fest.
Wenn auch nur eins von Harrys Haaren falsch liegt wird das hier ein Gemetzel, das nicht viele überleben werden.
Als der Fahrstuhl endlich verkündet dass wir in der entsprechenden Abteilung angekommen sind und die Türen aufgehen renne ich schnell den Gang runter. Ich reiße die Tür zur Mysteriumsabteilung auf und gehe dann auf die erstbeste Tür in dem runden Raum zu.
„Wir sollten die Türen, die wir schon hatten markieren." meint Luna und zieht ihren Zauberstab. Ein kleiner Wink und ein Kreuz graviert sich in die Tür.
„In meinem 4. Schuljahr sind wir schon mal hier gewesen. Damals haben wir magisches Feuer benutzt aber das hielt nicht lange." erklärte sie kurz und ich nicke. An diesen Abend kann ich mich noch gut erinnern.
Dann öffne ich die Tür und wir stehen in dem Raum wo der Schleier untergebracht ist. Doch außer uns ist niemand hier. Ich schleiche die Treppen hinunter, darauf bedacht bloß nicht zu viele Geräusche zu machen. Es scheint wirklich niemand hier zu sein.
Ich gebe Luna ein Zeichen, dass wir weiter gehen sollten, als plötzlich der Alarm los geht. Die Anderen scheinen hier zu sein.
Sehr gut. Das beschäftigt wenigstens die Auroren.
Wir gehen zurück in den runden Raum und es dauerte nur einen Augenblick, da fingen die Türen auch schon an sich zu drehen. Dank Lunas Markierung wissen wir aber wo wir hin müssen..
Kurz darauf stürmen ein paar Männer an uns vorbei, raus aus der Mysteriumsabteilung.
Sie scheinen uns nicht bemerkt zu haben aber wenigstens können wir uns jetzt denken wo Dumbledore sich aufhält.
Ich öffne auch diesmal leise die Tür und befinde mich nun in dem riesigen Lager in dem m Millionen von Prophezeiungen aufbewahrt werden. Damals als meine Todesser hier gegen die Schüler gekämpft haben wurde ein großer Teil zerstört und somit hatte man hier um geräumt.
In der Mitte des Lagers hatte man einen riesigen Freiraum geschaffen.
Und da hinten sitzt Harry. Von weitem sieht er unverletzt aus aber er rührt sich nicht. Mein Herz bleibt einen Moment stehen. Er sitzt auf dem Stuhl der eigentlich in den Gerichtsräumen steht und sein Kopf hängt schlaff herunter. Bei genauerem hinsehen entdecke ich einen Dementor. Und jetzt ist mir klar warum ich ihn nicht hatte erreichen können.. Er hatte seinen Geist vor mir verschlossen, damit ich nichts davon merke und wird dann ohnmächtig geworden sein. Ich knirsche mit den Zähnen.
„Luna kannst du dich bitte um den Dementor kümmern. Den kann ich jetzt gar nicht gebrauchen." knurre ich und die junge Frau schaut mich verwirrt an.
„Warum machst du es nicht selbst? Ist doch ganz einfach..." flüstert sie zurück. Ich rolle mit den Augen.
„Glaubst du allen ernstes das ich auch nur eine Erinnerung habe, die glücklich genug ist um einen vollen Patronus zu beschwören?" fauche ich und unterbreche sie damit. Jetzt rollt sie mit den Augen und beschwört dann sofort ihren Patronus, welcher sich sofort auf den Dementor stürzt.
„Du gehst rechts rum und ich links rum. Egal was passiert kümmer dich um Harry." murmle ich und mache mich dann auf den Weg. Fast lautlos bewege ich mich zwischen den Regalen ohne mein Ziel auch nur länger als nötig aus den Augen zu lassen. Er wacht langsam wieder auf. Das kann ich am zucken seiner Hände und dem leisen Stöhnen erkennen.
Ich sehe Luna am anderen Ende, doch sie ist nicht so schnell wie ich. Als sie mir einen kurzen Blick zu wirft bedeute ich ihr zu warten und sie bleibt stehen. Jetzt wird es kritisch.
Ich muss mich aufs freie Schussfeld begeben um ihn da raus zu holen und Dumbledore hat sich immer noch nicht gezeigt. Doch ich weiß, dass er hier irgendwo sein muss. Es ist eine Falle, das ist ganz offensichtlich. Erst will er mich töten dann Harry.
Psychopathen sind so einfach gestrickt. Ich meine, ich hätte es genauso gemacht.
In geduckter Haltung laufe ich rüber zu ihm und hebe seinen Kopf an. Er öffnet langsam die Augen und blinzelt schwer.
„Bin ich tot?" fragt er mit kratziger Stimme und ich schüttel den Kopf.
„Nein. Ich hol dich hier raus." flüster ich und mache mich an seinen Fesseln zu schaffen. Ich hatte durch Zufall mal erfahren wie man diese Schlösser öffnet. Ich bin gerade mit fertig als ich schnelle Schritte hinter mir und einen warnenden Ruf von Harry höre.
Doch schon eine Sekunde später spüre ich einen brennenden Schmerz der von meinem Rücken bis zu meinem Bauch geht. Ich höre wie meine Rippen brechen während eine lange Klinge sich durch meinen Körper schiebt.
Ein metallisch-bitterer Geschmack sammelt sich in meinem Mund und etwas warmes klebriges läuft zwischen meinen Lippen hervor. Ich schaue in Harrys weit aufgerissene Augen und sehe das sich mein Blut auch über ihn verteilt hat. Dann blicke ich an mir herunter und sehe ungefähr 20 Zentimeter todbringenden Stahl aus meinem Bauch heraus schauen und dann wie er mit einer leichten Drehung und etwas Zug aus mir entfernt wird. Ich gebe meinem Angreifer nicht die Genugtuung ihm zu zeigen wie sehr es schmerzt.
Mit hasserfülltem Blick drehe ich mich im und schleudere Dumbledore einen Fluch entgegen. Der grinst nur und weicht ihm aus.
„Na das ging ja schneller als gedacht." lacht er und richtet seinen Zauberstab auf mich. Das Schwert hat er fallen gelassen.
„Was ist los Albus? Es gibt deutlich schnellere Arten jemanden zu töten. Selbst mit einem Schwert." knurre ich. Ich bin so nicht schnell genug um gegen ihn zu kämpfen. Die Schmerzen vernebeln meine Sinne und der Blutverlust ist jetzt schon zu hoch. Aber ich darf nicht aufgeben.
„Sicherlich aber ich will das du dabei zusiehst wie ich das einzige töte was du jemals geliebt hast." sagt er und schleudert nun einen Fluch in meine Richtung. Doch der soll nicht mich treffen sondern Harry der direkt hinter mir sitzt. Ich hechte in die Flugbahn. Egal was kommt ich werde nicht zulassen, dass Dumbledore ihm etwas tut. Nicht so lange ich atme.
Der alte Mann ist so auf mich fixiert, dass er gar nicht merkt, das Luna sich von hinten an ihn heran schlecht. Der Fluch trifft mich an der rechten Schulter und zerfetzt sieht. Ich beiße mir auf die Zunge damit ich nicht zusammen breche. Ich muss ihn unbedingt ablenken.
„Ihr alle habt euch wirklich lange an der Nase herum führen lassen und auch jetzt gibt es Menschen die mir bedingungslos vertrauen." lacht Dumbles und ich verenge die Augen.
„ Du hättest es dir viel leichter machen können, Albus." sage ich und lege den Kopf leicht schief. „Du hättest einfach nur Minister werden müssen."
Er lacht und macht ein paar Schritte auf mich zu und damit auch weg vom Schwert. Luna nutzt die Chance um es sich zu greifen.
„Das hätte nie funktioniert und ich hätte nie den Einfluss gehabt wie ich es immer wollte. Außerdem hast du mir immer im Weg gestanden." knurrt er und hebt nun seinen Zauberstab, „Doch das werde ich jetzt ändern." Sein Gesicht ist zu einer Grimasse verzogen.
„Tom! Jetzt!" ruft Luna und wirft mir das Schwert zu. Ich hechte nach vorne und fange es auf. Es dauert einen Moment ehe Dumbledore versteht was da gerade passiert.
Trotz der Schmerzen in meinem Oberkörper und meiner Schulter, die mich fast um den Verstand bringen hole ich weit aus.
„Avada..." weiter kommt er nicht und ich hole weit aus und jage ihm das Schwert in die Kehle. Er gibt nur noch ein heiseres Röcheln von sich und bricht dann zusammen.
„Ich hab doch gesagt es gibt schnellere wege jemanden mit einem Schwert zu töten, Arschloch." knurre ich während Luna auf mich zu geeilt kommt.
„Ach du scheiße. Wenn wir dich nicht sofort hier raus bringen und versorgen, wirst du das nicht überleben." keucht sie und will mich aus dem Raum zerren, doch ich sträube mich mit dem letzten Rest meiner Kraftreserven.
„Ich gehe nicht ohne ihn." keuche ich und bin erstaunt darüber wie gurgelnd sich meine Worte anhören. Und da kommt auch schon ein schwall Blut aus meinem Mund. Sofort setzt mein Würgereflex ein und ich erbreche noch mehr. Ich muss wirklich einen erbärmlichen Anblick abgeben.
Plötzlich ergreift jemand meinen Arm und zieht ihn über eine Schulter und stützt mich.
„Los komm. Wir müssen hier raus." murmelt mir Harry ins Ohr.
„Wie bist du...?" frage ich und schaue ihn erstaunt an, doch er schüttelt nur den Kopf.
„Erstmal versorgen wir dich und dann gibt es Erklärungen. Du hast mir selber genug zu erzählen." sagt er und kurz darauf werde ich ohnmächtig.
Als ich wieder aufwache, finde ich mich in klinisch weißer Umgebung wieder.
Ist das etwas das St. Mungos? Ich drehe vorsichtig meinen Kopf um das Dröhnen, das ich sowieso schon in den Ohren habe, nicht noch zu verstärken. Mein kompletter Oberkörper steckt in Verbänden und in einem Sesseln neben meinem Bett sitzt Harry und schläft.
Tiefe Augenringe zeichen sein Gesicht und er sieht nicht gerade so aus als wäre sein Nickerchen wirklich erholsam.
Vorsichtig setze ich mich auf. Vor meinen Augen explodieren Farben und alles dreht sich aber ich atme tief durch und versuche diesen Schwächeanfall ab zu schütteln. Als sich alles wieder etwas beruhigt hat schwinge ich meine Beine ober die Bettkante und versuche auf zu stehen. Das klappt noch aber nach zwei Schritten merke ich ein unangenehmes Zerren an meiner Hand.
Es ist nur ein Tropf mit einer Kochsalzlösung. Nichts wichtiges. Also rupfe ich mir die Nadel aus der haut und gehe dann endlich zu Harry.
Ich weiß das ich ganz schön schwanke also halte ich mich an der Sessellehne fest und beuge mich über ihn. Mit der freien hand streiche ich über seine Wange und betrachte sein gesicht. Unter seinem linken Auge ist eine kleine Wunde die genäht worden war sowie ein paar Schrammen auf seiner Stirn und seinen Händen.
Aber alles in allem sieht er gut aus. Ich seufze erleichtert und gehe vor ihm auf die Knie. Es fällt mir zusehends schwerer mich auf den Beinen zu halten. Plötzlich öffnet er seine Augen und als er erkennt, dass ich vor ihm hocke wird sein Blick sofort besorgt
„Was machst du denn hier? Sofort zurück ins Bett." murrt er und steht auf. Etwas unsanft packt er mich am Arm und bugsiert mich zurück in die Kissen. Als ich wieder liege fange ich an zu grinsen.
„Ok Mutti. Ich bleib jetzt ganz brav liegen." lache ich leise und bin innerlich erschrocken darüber wie kratzig meine Stimme klingt.
Er wirft mir einen bösen Blick zu und zieht dann die Decke über mich.
„Das ist kein Scherz, Tom. Du wärst beinahe gestorben. Klinisch gesehen warst du sogar 2 Minuten tot. Ich habe gedacht..." seine Stimme bricht zum Schluss hin ab und seine Hände verkrampfen sich in meiner Decke.
„Hey. Alles ist gut." flüstere ich und ziehe ihn dann in meine Arme. Das scheint ihm den Rest zu geben und er fängt hemmungslos an zu weinen.
„Ich dachte wirklich ich hätte dich verloren. Ohne auc nur eine Chance bekommen zu haben mich bei dir zu entschuldigen." schluchzt er und klammert sich wie ein Ertrinkender an mich.
„ich hätte mir es nie verzeihen können, wenn du nur wegen mir gestorben wärst und nie erfahren hättest wie schrecklich Leid mir alles tut." Ich streiche ihm beruhigend über den Rücken, sage aber erstmal nichts. Nach ein paar Minuten hat er sich wieder beruhigt, drückt sich aber weiterhin an mich.
„Mir geht's gut." murmel ich und streiche ihm durch die Haare. Plötzlich öffnet sich die Tür und eine Heilerin kommt herein. Empört reißt sie den Mund auf und beginnt sofort zu meckern.
„Mr. Potter. Der Patient braucht dringend Ruhe. Sie hatten versprochen, dass er diese auch bekommt. Ansonsten müssen sie den Raum verlassen." faucht sie und ich blitze sie böse an. Harry will sich von mir entfernen aber ich halte ihn eisern fest.
„Wie wäre es wenn sie es mal meine Entscheidung sein lassen und jetzt verschwinden bevor ich mich vergesse." knurre ich zurück und ihr fällt die Kinnlade herunter. Harry fängt an meiner Schulter leise an zu kichern. Stotternd ringt die Heilerin nach Worten und rauscht dann aus dem Zimmer.
„Die wird garantiert den Oberheiler holen." schmunzelt er und ich küsse ihn sanft auf die Stirn.
„Soll sie doch. Mir ist das egal.- Wichtig ist nur, dass du bei mir bleibst." flüstere ich und verschließe seine Lippen mit meinen. Nie wieder werde ich ihn gehen lassen. Nie wieder an ihm zweifeln. Ihm scheint es nicht anders zu gehen, so verzweifelt wie er sich an mich klammert.
„So jetzt erzähl mir doch mal was jetzt passiert ist während ich geschlafen habe." grinse ich und er zieht mit skeptischen Blick eine Augenbraue nach oben.
„Geschlafen? Tom du hast fast zwei Wochen im Koma gelegen." sagt er und ich nicke leicht.
„Cool. Deswegen fühle ich mich auch so ausgeruht." sage ich und streiche mir übers Gesicht. „Und ich sollte mich dringend mal rasieren." murmel ich und betrachte Harrys Gesicht.
Wieder schwingt die Tür auf und die Heilerin kommt wieder hinein gestürmt, zusammen mit dem Oberheiler. Der holt gerade Luft um mir eine Standpauke zu halten aber ich bin schneller.
„VERDAMMT NOCHMAL! ICH WILL MEINE RUHE! VERSCHWINDEN SIE!" brülle ich so laut ich kann und die beiden Heiler hinterlassen nur eine Staubwolke so schnell verschwinden sie.
„Hach ja. Das Leute herum kommandieren wirst du wohl nie verlernen, oder?" fragt Harry mich belustigt und ich schüttel lachend den Kopf.
„Also wie hast du es geschafft, dass die mich hier im Mungos behandeln ohne das sie mich sofort wieder nach Azkaban schicken.?" frage ich nach einer Weile.
„ganz einfach. Ich habe erzählt was du in der Mysteriumsabteilung geleistet hast." grinst er und ich lasse mit einem genervten Geräusch meinen Kopf nach hinten fallen.
„Sag mir bitte nicht, dass ich jetzt der Held der Nation bin." jammere ich und schlage mir die Hände vors Gesicht.
„Oh doch mein Lieber. Du hast ihren größten Helden gerettet und den größten Tyrannen ausgeschaltet." lacht er und ich linse ihn durch meine Finger hindurch an.
„Aber sie wollen mich doch jetzt hoffentlich nicht auch noch als Minister, oder?" frage ich fast schon verzweifelt. Er schüttelt den Kopf. „So weite geht deren Vertrauen in dich dann doch nicht. Aber sie wollten mich."
„Und?"
„Ich habe abgelehnt und Luna vorgeschlagen. Ich glaube sie ist perfekt für den Job." grinst er und auch ich kann eine Lächeln nicht verkneifen. Die Frau hat definitiv mehr drauf als man glaubt.
„Wie bist du eigentlich von dem Stuhl frei gekommen?" frage ich nach einiger Zeit.
„Nachdem der alte Drecksack tot war sind die Fesseln von ganz allein aufgegangen." antwortet er mit einem Schulterzucken. Vorsichtig streicht er mir übers Gesicht und zieht meine Hände fort.
„ich bin so froh, dass das jetzt alles vorbei ist." murmelt er und küsst mich sanft. Ich lächle leicht und vergrabe meine Hände in seinen Haaren. Ein Räuspern unterbricht uns. In Erwartung das es wieder einer dieser Quacksalber ist werfe ich der Person einen tödlichen Blick zu. Doch Miss Granger lässt sich davon nicht beeindrucken.
„Mrs. Brown ist gerade etwas schockiert bei mir aufgetaucht und meinte, dass du ausgerastet wärst." sagt sie mit vor der Brust verschränkten Armen und einem leichten Grinsen in ihrem Gesicht. „Aber ich weiß schon warum ihr nicht gestört werden wollte." Ich grinse zurück und Harry wird rot.
„Sie sagten ich bräuchte Ruhe aber sie waren diejenigen die mich gestört haben. Nicht Harry." sage ich und lege meine Arme wieder besitzergreifend um ihn. Seine Ohren fangen an zu glühen und seine Schultern zucken verdächtig. Ich schiebe meine Unterlippe vor und mache einen Schmollmund.
„Die bösen Leute wollten mir mein Lieblingsspielzeug wegnehmen." Das ist zu viel für Harry aber auch für Miss Granger. Beide fangen hilflos an zu lachen. Ich grinse in mich hinein und streiche Harry sanft durch die Haare. Ich denke jetzt können wir wirklich so etwas wie eine gemeinsame Zukunft aufbauen.
Epilog:
"Tom?"
"Ja, Harry?"
"Hast du eigentlich schon mal über Kinder nachgedacht?"
"Wie bitte?"
~~~~~~~~~Ende?~~~~~~~~
