Disclaimer: Die Rechte an den Charakteren und der Serie haben Entertainment One und der kanadische TV Sender Space! Die Idee stammt von der Autorin Kelley Armstrong! Nichts davon gehört mir, aber ich leih sie mir gern noch mal aus!
Jeremy's Adoptivsohn Clay spazierte in blauem Shirt seit fünf Minuten lustlos mit beiden Händen in den Jeanstaschen vor dem großen Haus auf dem feinen Kies auf und ab. Er trat gelangweilt ein paar der feinen Steinchen weg, während er versuchte mit einem Ohr die Zufahrtsstraße des Anwesens zu ... überwachen.
Am Liebsten wäre er vor zwei Stunden gemeinsam mit Jeremy in die Stadt gefahren! Clay machte gerne Besorgungen in Bear Valley! Auch wenn es nur um ein paar Lebensmittel, Benzin und andere Kleinigkeiten ging wie Heute. Die Hauptsache war, dass er draußen sein und sich genug bewegen konnte.
Doch leider hatte es sich der jüngere Wolf diesmal etwas zu sehr mit Jeremy verscherzt und Elena war für ihn eingesprungen.
Clay sah vor sich auf den Boden, als sich der Wind stärker bemerkbar machte und die hohen Bäume leicht zu schwingen begannen. Er konnte Nick hören, der in der Küche bereits alles für das BBQ vorbereitete und Peter, der hinter dem Haus das Feuer im Auge behielt. Und dann hörte er einen Wagen herankommen.
Vorsichtig sah er nach rechts und auf die lange Zufahrtsstraße, wo er etwas weiter hinten zwei Scheinwerfer erkennen konnte, die schnell größer und heller wurden. Ganz kurz blieb Clay noch wo er war um abzuschätzen, ob es sich wirklich um Jeremy und Elena handelte oder vielleicht doch einen unangekündigten Besucher.
Mist ...
Drei Sekunden später dann, hatte er seine Antwort, drehte sich blitzschnell zur Seite und raste mit langen Schritten auf die Eingangstür zu!
Er erreichte im Nu die Treppe, während er dann schon den Pick-Up hinter sich hören konnte, der wahrscheinlich nur noch an die 200 Meter entfernt war. Clay sprang die Stufen hinauf und die dunkelbraune Tür wurde von innen geöffnet. Mit einem gekonnten Sprung wetzte Jeremy's Adoptivsohn über die Türschwelle und kam in der schönen Lobby neben Antonio wieder zum Stehen, der immer noch die Türklinke festhielt!
Während Clayton sich aufrichtete, applaudierte der glatzköpfige Antonio anerkennend mit beiden Händen und wandte sich von der Tür ab.
"Wow! Der Sprung war weltklasse! ... Kommt Jeremy etwa zurück?"
Clayton wirbelte genervt herum.
"Wieso sagst du mir nichts?!"
Antonio Sorrentino zuckte die Schultern. "Weil du vor 15 Minuten noch im Keller warst, als ich dich das letzte Mal gesehen habe?"
Clay schüttelte wütend den Kopf und raufte sich die langen Haare, ehe er Antonio antwortete, hörte er das leise Quietschen der Bremsen von Jeremy's Wagen, der vor dem Haus geparkt wurde.
"Verdammt," fluchte der junge Danvers leise. "Er hat mich gesehen! Garantiert!"
Autotüren wurden zugeschlagen!
"Wenn unser Alpha in den letzten Jahren nicht blind geworden ist, dann hat er das wahrscheinlich," gab Sorrentino grinsend zurück und schnüffelte dann vorsichtig ...
"Riechst du das," fragte er Clay und sah auf die immer noch offene Eingangstür.
"Er hat einen Mutt dabei," folgerte Jeremy's Bodyguard sofort.
Clayton ging an Antonio vorbei, doch dieser hielt ihn an der Schulter fest, so dass er die Tür nicht erreichen konnte, ohne sich los zu reißen! Der junge Danvers sah ihn wieder an.
"Was?!"
Antonio grinste. "Ich würde mein Glück nicht überstrapazieren, Clay! Warte doch einfach ab, bis sie reinkommen, hm? ... Geh in die Küche und hilf Nick ein bißchen, wenn du etwas zu tun haben willst!"
Der andere Wolf ließ die Schultern hängen, als er die leisen Stimmen von Elena und Jeremy hören konnte, die sich am Wagen unterhielten. Von dem Mutt war nichts zu vernehmen ...
"Ja," erwiderte Clayton dann etwas lustlos. "Vielleicht vergißt er dann, dass er mich draußen gesehen hat!"
Antonio lachte bitter. "Das glaub ich nicht ... Ich werd ihnen mal beim Ausladen helfen!"
Als er hinaus geeilt war, drehte auch Clay sich einmal herum und machte sich auf den Weg durch den kleinen Flur und in die geräumige, alte Küche!
Der Gasherd war aus. Da das Barbequeue ja im Garten stattfand, mussten Nick und sein Vater, Antonio nicht wirklich etwas vorgaren oder braten, denn das würde der große Grill erledigen. Clay ging auf Nicholas zu, der mit einem scharfen Messer bewaffnet an dem Tisch stand und Zuchhinis in Scheiben schnitt und zu den Maiskolben auf einen Teller legte.
Clay räusperte sich leise und beugte sich von der anderen Seite über den Tisch.
"Wenn Jeremy gleich hier rein kommt, dann sag ihm ja nicht, dass ich mich draußen rumgetrieben habe, Nick!"
"Wieso," fragte der jüngere Mann, während er sich die großen Pilze vor nahm. "Ist er gerade zurück gekommen und hat dich gesehen oder-"
Nicken. "Er hat irgendeinen fremden Mutt dabei und ich hoffe, dass der ihn jetzt etwas ablenkt. ... Kann ich was tun?"
Doch ehe Nick etwas erwidern konnte, kamen Antonio und Elena in die Küche spaziert. Alle mit großen Papiertüten gepackt! Elena deponierte ihre Tüten auf der Arbeitsplatte und begann sie auszuräumen, während Clay sich ein Stück Zucchini vom Teller schnappte, es sich in den Mund schob. Kauend wartete er darauf, dass auch sein Ziehvater erscheinen würde, doch nach ein paar Sekunden war immer noch nichts geschehen.
"Wo ist Jeremy," fragte er Elena leise.
Elena zuckte die Schultern. "Noch vor dem Haus mit dem Mutt!"
"Hat der Kerl keinen Namen?!"
Sie seufzte. "Clay? Geh doch einfach raus und frag ihn selbst! ... Oh, Moment! Du darfst ja keinen Schritt vor die Tür machen. Entschuldige, hab ich vergessen."
"Danke, dass du mich daran erinnerst, Elena!"
Clay nahm noch ein Stück Zucchini zwischen die Zähne und packte dann selbst eine der Einkaufstüten aus, als die Hintertür aufgeschoben wurde und Peter seinen Kopf hinein streckte. Grinsend betrachtete er die Arbeit von Nick und schob sich dann an ihm vorbei, um die bereits fertig portionierten Burgerfladen aus dem Kühlschrank zu fischen.
Schnell marschierte er wieder an den anderen Wölfen vorbei und auf die Tür zu, als Clay sich ihm in den Weg stellte und die Arme vor der Brust verschränkte.
"Wehe, du sagst nicht Bescheid, wenn was fertig ist, Bruder," warnte er den Jüngeren.
Peter's Augen funkelten wütend. "Was willst du denn damit sagen?! Ich muss doch probieren, ob die Dinger auch durch sind!"
"Ja! Und dann probierst du aber immer gleich drei oder vier Burger, Pete!"
Peter ließ die Schultern hängen und verließ dann wortlos die Küche, um sich wieder dem Feuer und dem Fleisch zu widmen. Auf einen solch sinnlosen Streit mit Clayton hatte er nun wirklich keine Lust! Die Hintertür fiel ins Schloß und es war einen kurzen Moment lang still.
"Dieser Arrest steigt dir echt langsam zu Kopf, was," fragte plötzlich Nick leise, der immer noch mit dem Messer hantierte und auf den Teller starrte. "Beruhig dich mal, Clay! Ich glaube, du tust dir keinen Gefallen damit, wenn du jeden Moment austickst!"
Der Wolf in Clayton Danvers knurrte jetzt leise, aber drohend und Nick sah von seiner Arbeit auf und ihm in die Augen.
"Siehst du und genau das meine ich!"
"Halt doch einfach die Klappe, Nick!"
Nicholas grinste. "Du willst mir den Mund verbieten? Dann komm mal!"
"Nick," warnte sein Vater Antonio seinen Sohn jetzt gezielt. "Hört bitte auf!"
Noch bevor Clay einen gefährlichen Schritt auf Nick zumachen und ihm eine runterhauen konnte, spürte er die Präsenz seines Vaters hinter sich. Clayton wandte seinen Kopf herum, nur um in das nicht gerade hoch erfreute Gesicht von Jeremy zu blicken.
Der Alpha musterte seinen Adoptivsohn, bevor er schließlich an dem Tisch vorbei trat und die Hintertür öffnete.
"Clay!"
Die Stimme des Rudelführers war scharf gewesen! Jeremy zog die Tür noch weiter auf und gab dann seinem Sohn einen Wink mit dem Kopf, dass er hinaus gehen sollte. Clay warf kurz Nick einen entschuldigenden Blick zu, doch dann fügte er sich sofort und spazierte mit gesenktem Kopf an dem Tisch vorbei und hinaus in den dunklen Garten.
Jeremy folgte ihm sofort, doch ließ die Tür offen stehen. Die restlichen Rudelmitglieder sahen ihnen nach und dann kam Peter, der eigentlich auf die Burger und das Feuer achten sollte, zurück in die Küche. Er schloß die Tür hinter sich und fischte ein Stück Möhre von dem Teller.
Er kaute und schluckte das Gemüse hinunter, bevor er dann mit dem Kopf hinter sich zeigte und leicht grinste.
"Privatgespräch!" Peter zuckte die Schultern. "Ein Vater-Sohn-Ding ..."
"Bin ich froh, dass ich jetzt nicht Clay bin," schmunzelte Elena und räumte ein paar Lebensmittel in den Kühlschrank.
Antonio ging Richtung Ausgang und Lobby. "Ich werde mal nach unserem Gast sehen!"
Als er schon fast aus der Tür war, drehte sich Jeremy's alter Freund noch mal um und hob mahnend einen Finger in die Luft.
"Und ihr hört bei dem Gespräch bitte nicht zu, okay? Das ist und bleibt privat und geht nur Clay und Jeremy etwas an! Also bleibt mit euren Ohren hier in diesem Raum, Kinder!"
Peter lächelte. "Ich glaube, da will keiner von uns wirklich dabei sein ..."
Als Antonio gegangen war, widmete sich der Rest des Rudels wieder den Grillvorbereitungen!
Das große Lagerfeuer prasselte vor sich hin, als Clay zwei Holzscheite nahm und sie vorsichtig in die Flammen legte. Geballte Hitze schlug ihm entgegen, doch es war nicht unangenehm. Als er die leichten Schritte von Jeremy hörte, stand der junge Mann auf und putzte sich die schmutzigen Hände an der Jeans ab, bevor er nachdenklich in das Feuer blickte.
Der starke, runde Rost des Grills hing bereits über der Feuerstelle und schwankte durch den Wind ganz leicht umher, während die sieben Burger langsam durchgebraten wurden. Der Duft war einfach phänomenal!
"Was sollte das gerade in der Küche," fragte der Alpha leise.
"Was genau meins-"
Jeremy machte einen Schritt auf Clay zu, während ein lautes Knurren seiner Kehle entwich. Etwas erschrocken über die Reaktion seines Ziehvaters schluckte Clay heftig und nahm sofort Blickkontakt auf! Der Ältere hob warnend einen Finger vor das Gesicht seines Sohnes.
"Spiel keine Spielchen mit mir, Clay! Du weisst, das kann ich nicht leiden und es wäre sehr viel besser für dich, wenn du dich langsam mal zusammenreißt! Wir haben einen Gast, den ich euch gleich zusammen vorstellen will und gerade mein Sohn sollte dann einen guten Eindruck hinterlassen. Oder ist das zu viel verlangt?"
Das Feuer knisterte leise. Das wenige Fett der Burger, was durch die groben Gitterstäbe in die Flammen tropfte, zischte leise als es verbrannte ... Clay sah für einen kurzen Moment in die heißen Flammen vor sich.
"Nein," antwortete er respektvoll und sah Jeremy in die blauen Augen. "Sir! Es tut mir leid, ich- habe kurz die Kontrolle verloren. Das Rumsitzen und die Enge haben mir zu schaffen gemacht. Das ist Alles! Ich hätte ihm nichts getan!"
Jeremy grinste ironisch. "Ja, das will ich auch sehr stark hoffen, Clay!" Er seufzte. "Hast du heute deinen Hausarrest gebrochen? Bevor ich mit Elena und dem Jungen zurückgekommen bin?"
Ehm ...
Sein Instinkt schrie ihn an, dass er lügen solle! Doch Jeremy hatte ihn ja gesehen, da war sich Clay eigentlich 100-prozentig sicher ...
Also ... "Ja, okay! Nur für fünf Minuten, Jeremy! Ich musste mal an die frische Luft! Es tut mir leid!"
"Ach wirklich," fragte der Alpha mit hochgezogener Augenbraue. "Unsere Fenster funktionieren aber alle noch weitgehend ohne Probleme oder?"
Clay ließ seine Schultern noch tiefer sinken, wenn das überhaupt noch möglich war. Aus der Nummer kam er nicht mehr raus, egal was er seinem Adoptivvater noch sagen würde. Er sah betreten in die heißen Flammen vor sich und Jeremy entließ ihn sogar für einen Moment und blickte zu seinem Haus hinüber.
Doch die Stille währte nicht sehr lange ...
"Du hast meine Authorität untergraben, Clay! ... Du wolltest also unbedingt raus?! Dann werde ich das später für dich arrangieren!"
Clay sah ihm etwas überrascht in die Augen. Das klingt jetzt nicht gut ... Kurz überlegte er, was Jeremy ihm damit sagen wollte, doch er kam erstmal nicht drauf.
"Tut mir leid, wirklich, Jeremy," entschuldigte sich Clay dann noch mal. "Es kommt nicht wieder vor!"
"Als ob ich mich darauf verlassen könnte," sagte der Alpha mehr zu sich selbst und trat um das Feuer herum. "Geh jetzt rein und hilf Nick mit dem Essen! Ich muss mich noch ein bißchen um den Jungen kümmern."
Sein Sohn nickte und machte sich auf den Weg zurück zum Haus, als er sich noch mal zu Jeremy umdrehte, der noch in die Flammen starrte.
"Hat er dir eigentlich seinen Namen gesagt? Oder wo er her kommt?"
Jeremy Danvers wandte seinen Blick ab. Langsam kam auch er um das Feuer herum, auf dem das Hackfleisch brutzelte und trat neben seinen Sohn.
Sie gingen ein paar Schritte und stoppten dann vor der geschlossenen Hintertür. Als Clay den Türknauf packte, um sie für Jeremy zu öffnen, sah der ältere Danvers ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue fragend an.
"Er hat noch gar nichts gesagt!"
Tbc ...
AN: Tja da hat Jeremy ihn wohl wirklich draußen gesehen was? Dieser kleine Ausflug vom Arrest wird noch unschöne Folgen für Clayton haben ... Bis dann! Wir lesen uns! Danke für die lieben Reviews! Eure Vanessa
