Disclaimer: Die Rechte an den Charakteren und der Serie haben Entertainment One und der kanadische TV Sender Space! Die Idee stammt von der Autorin Kelley Armstrong! Nichts davon gehört mir, aber ich leih sie mir gern noch mal aus!

AN: Hallo!


Ein paar Minuten später waren die ersten Fleischfladen gut durchgebraten und Peter deponierte sie auf einem großen Teller auf dem einfachen Holztisch, den sie mit Stühlen auf die Wiese gestellt hatten. Elena brachte die Getränke und Nick die restlichen Burgerzutaten und das Gemüse, was er aufgespießt hatte, um es über dem Feuer zu garen.

Nick ließ noch mal seine Augen über den gedeckten Tisch wandern um zu überprüfen ob noch etwas fehlte, dann setzte er sich auf seinen Platz und Elena nahm den Stuhl auf der anderen Seite, so dass sie die Sitzordnung, die auch im Haus galt, nicht veränderten.

Als nächstes kamen Antonio und Clay aus dem Hintereingang und brachten die Brötchen, die sie im Backofen aufgewärmt hatten. Clayton trug ein paar Fackeln unter dem Arm, die er am lodernden Feuer entfachte und dann mit Hilfe seiner Wolfskraft nahe an der Sitzgruppe in Abständen in den relativ harten Boden rammte. So hatten sie wenigstens etwas Licht hier draußen. Kurz betrachtete er sein Werk und ließ sich gegenüber von Elena auf seinem Platz nieder.

Laute von Eulen waren zu hören, die hoch oben in den Wipfeln der Bäume hockten und alles zu beobachten schienen. Hier und da knackte es im dichten Wald um das Haus herum.

Nachdem auch Antonio und Peter sich gesetzt hatten, waren nur noch zwei Stühle frei! Die bereits Anwesenden fingen an ihre Burger zu bauen, doch ließen sie dann fertig auf ihren Tellern liegen. So lange der Alpha noch nicht am Tisch saß und den ersten Bissen genommen hatte, durfte auch sein Rudel nicht mit dem Essen beginnen.

Clay betrachtete sein Essen skeptisch und warf einen Blick auf das Haus, wo sich leider immer noch nichts tat.

"Wo bleiben die denn," fragte er leise.

"Ich glaube, Jeremy wollte den armen Jungen noch schnell zusammenflicken, bevor der hier noch irgendwelche Körperflüss-"

Elena verzog angewidert das Gesicht. "Danke, Antonio! Genau dieses Bild hab ich jetzt noch in meinem Kopf gebraucht!"

"Entschuldige, Kleines ... AH! Da ist er ja!"

Sofort warf Clay seinen Kopf herum. Nur um seinen Vater zu sehen, der gemeinsam mit dem fremden Mutt das Haus verließ und auf die kleine Gruppe zusteuerte.

Der Wolf sah etwas genauer hin ...

"Hat der Typ etwa meine Klamotten an," fragte Clay verärgert.

"Nein, Clay," sagte dann Nick grinsend, als er seine blauen Jeans und das T-Shirt erkannte. "Das sind meine!"

Jeremy kam vor dem Tisch und an seinem Stuhl am Kopfende zum Stehen und legte dem Mutt die linke Hand auf die Schulter. Er sah kurz in die Runde und öffnete dann den Mund, während ihm der gute Fleischgeruch in die Nase stieg.

"Also! Diesen jungen Mann hier haben Elena und ich vorhin in der Stadt aufgesammelt! Er wurde von zwei stärkeren Mutts bedroht und ihr wisst, dass ich da nicht einfach wegsehen kann," erklärte Jeremy die Situation. "Leider hat er noch kein Wort gesagt, aber ich denke, das wird sich legen, sobald er den Schock verarbeitet hat. ... Nick? Ist es okay für dich, dass ich ihm ein paar Sachen von dir gegeben habe?"

Nick zuckte die Schultern. "Klar!"

"Danke," sagte Jeremy nickend und nahm dann seine Hand weg. Er wies auf den Stuhl zwischen Elena und Peter, der noch frei war. "Setz dich und mach dir einen Burger fertig!"

Clay sah äußerst wachsam zu dem Jungen hinüber, der sich langsam auf den Stuhl zubewegte und sich hinsetzte. Er zog den Stuhl ein Stückchen näher zum Tisch und wartete ab. Schnell reichte Elena ihm ein paar Zutaten, während nun auch endlich Jeremy am Kopfende Platz nahm und sich ebenfalls seinen ersten Burger bastelte ...

"Er ist also noch ein John Doe, ja," fragte Clayton vorsichtig seinen Adoptivvater, während alle hungrig darauf warteten, dass der junge Mutt endlich mit den Vorbereitungen fertig wurde und sie essen konnten. "Darf ich ihn dann John nennen, solange du seinen Namen noch nicht kennst?"

"Ja, das kannst du," seufzte Jeremy leise.

Jetzt beugte sich Peter zu John hinüber und flüsterte leise. "Beeil dich mal was, die Burger bleiben nicht ewig heiß!"

Beschämt sah der Junge in die Runde und merkte, dass er ausnahmslos von allen angestarrt wurde - und er war immer noch nicht fertig ...

So langsam verlor nicht nur Peter die Geduld sondern auch Clay! Er hatte so großen Hunger, dass ihn schon die Verspätung von Elena und seinem Vater genervt hatte. Und jetzt schaffte es dieser Trottel noch nicht mal einen anständigen Burger hinzukriegen?

Clayton fixierte John wütend und knirschte mit den Zähnen, während er mit dem Schuh unter dem Tisch ausholte und ihn schräg nach vorn donnern ließ. Doch zu seinem Entsetzen riß nicht John die Augen vor Überraschung auf - sondern Elena!

"AU! Clay, verdammt," fauchte die schöne Blondine wütend und knurrte dann laut und aggressiv. "Behalt deinen blöden Stiefel gefälligst bei dir!"

"Tschuldigung, ich," versuchte Jeremy's Sohn sich schnell zu rechtfertigen, während er Elena bittend an sah. "Das ... war nicht für dich bestimmt."

Elena's Knurren wurde leiser und John neben ihr schien die Warnung von Clay verstanden zu haben und beeilte sich jetzt mit seinem Essen.

"Clay," rief Jeremy ihn plötzlich leise. Sein Sohn drehte seinen Kopf zu ihm und der Alpha des Rudels zog eine Augenbraue in die Stirn. "Nimm deine Füße nach hinten und unter den Stuhl bitte. Damit dir nicht noch mal ein ... Schuh ausrutscht! In Ordnung?"

Clayton verdrehte in Gedanken die Augen bei dieser Anweisung. "Ja ..."

"Gut," nickte Jeremy.

Während Clay dem Befehl nach kam und seine Füße unter seinem Stuhl nach hinten verschränkte, was für ihn äußerst unbequem war, nahm Jeremy endlich den Burger zwischen die Finger und biß hinein. Kauend sah er sein Rudel an, was ihn beobachtete, schluckte und leckte sich kurz über die Lippen.

Peter war darauf hin der erste, der sich seinen Burger schnappte und seine Zähne hineinschlug. Die anderen Mitglieder folgten seinem Beispiel nur kurze Zeit später. Sogar John Doe schien es zu schmecken, auch wenn er immer noch kein Wort mit Irgendwem gesprochen hatte. Selbst als Jeremy seine Wunden gesäubert und einigermaßen verbunden hatte, hatte der junge Werwolf sich damit begnügt auf Fragen des Alphas mit Nicken oder Kopfschütteln zu antworten.

Das Abendessen verlief weitgehend ruhig und friedlich. Clay versuchte den Neuling einfach zu ignorieren, auch wenn ihm das manchmal äußerst schwer fiel, denn seine bloße Anwesenheit gefiel Jeremy's Adoptivsohn überhaupt nicht und John aß und aß, so als ob er Tage lang hatte hungern müssen.

Zwischendurch versuchte Elena krampfhaft ein kleines Gespräch mit ihm zu beginnen und ihn so etwas auszufragen, doch der Mutt mit den dunkelbraunen Haaren und den Schrammen im Gesicht wollte nicht wirklich auf den Versuch eingehen. Also ließ Elena Michaels es irgendwann sein und kaute an ihrem zweiten Burger herum, während sich Peter bereits den dritten in den Mund steckte.

Nach dem Essen räumten Clay, Elena und Peter den Tisch ab und brachten noch ein paar kalte Flaschen Bier. Jeremy bekam sein Glas Whisky, was er normalerweise immer um diese Uhrzeit im Salon und an dem offenen Kamin trank, während er über den gelaufenen Tag nachdachte.

Clay schenkte seinem Alpha ein und stellte die teure Flasche Single Malt wieder dicht vor Jeremy ab. Er setzte sich wieder, nahm brav die Füße unter den Stuhl und öffnete seine Flasche Bier mit einer Hand locker an der Tischkante.

Sie tranken, quatschten, lachten und die Zeit verging ...

Jeremy hatte sein zweites Glas geleert und warf einen Blick auf seine Armbanduhr. Es war bereits weit nach Mitternacht!

"Elena," sagte er leise und die Frau setzte die Flasche Bier wieder ab. "Wärst du so freundlich und zeigst John wo er schlafen kann? Mach mit ihm eine kleine Tour durch das Haus - Erd- und Dachgeschoß! Ich denke, dieser Tag war lang genug." Hier sah er seinen Sohn an. "Für uns alle!"

Elena stand auf und wies den Mutt an, ihr zu folgen, während Clay überlegte, was dieser Blick seines Vaters sollte. Sehr lange überlegen brauchte er nicht, denn Jeremy erhob sich jetzt von seinem Stuhl. Er wartete ganz kurz bis das Duo fast am Haus war und krümmte dann seinen Zeigefinger mit dem er Clay stumm zu sich rief.

Sofort stand auch Clay auf und Jeremy stapfte Richtung Haus. Clay folgte ihm schweigend, während der Rest des Rudels noch immer am Tisch saß und sich noch ein Bier schmecken ließ.

Doch Jeremy ging nicht direkt zum Haus ... Kurz davor drehte er ab und lief rechts an der Mauer entlang, während Clay den Kopf hängen ließ und dann seinen Lauf beschleunigte um mit ihm Schritt zu halten. Was sollte das denn jetzt?!


Nachdem sie einige Meter zurückgelegt hatten, kamen die beiden Danvers' auf dem Vorplatz an. Clay runzelte die Stirn. Er wusste nicht wirklich, was Jeremy ihm zeigen wollte.

Will er mir überhaupt was zeigen oder ...?

Als sie dann das mächtige Haus hinter sich ließen und der Alpha mit gleichmäßigen Schritten über den Kies ging und über den Weg der zum Tor führte, dämmerte es Clay so langsam ... Etwas überrascht öffnete er den Mund und versuchte seinem Adoptivvater diese Bestrafung wieder auszureden.

"Jeremy, bitte," rief Clay ihn leise, während der Alpha einfach weiter marschierte. Clay ließ sich stur zurück fallen, obwohl er es besser wusste. "I-ich weiss was Hausarrest bedeutet, okay? ... Das hier- das muss nicht sein! Komm schon!"

"Clay? Du hast es drauf angelegt, oder nicht?" Jeremy sah wütend hinter sich. "Ziehst du jetzt mal das Tempo etwas an oder muss ich nachhelfen?!"

Mist ... Sofort legte der jüngere Wolf wie gewünscht einen Zahn zu! Clayton wetzte nach vorn und reihte sich dicht neben Jeremy ein.

Sie gingen schweigend die Zufahrtsstraße entlang und kamen nur ein paar Sekunden später an dem alten und etwas vermoderten Tor an. Clay warf einen Blick in den Himmel. Inzwischen war es so dunkel, dass der Mond und die Sterne, die einzige Lichtquelle waren. Er sah wieder Jeremy an, der sich jetzt von ihm entfernte und durch das Tor ging. Sein Sohn folgte ihm hindurch und blieb drei Meter entfernt wieder stehen.

Jeremy ging noch ein paar Schritte und sah auf den Boden wo er sich dann an der rechten Mauer bückte um etwas hoch zu nehmen.

Clay brauchte nicht wirklich hinzusehen. Er wusste, was es war!

Als sich er ältere Danvers wieder zu ihm drehte, trug er an die fünf hell-weißen Steine in den Händen. Jeder in etwa so groß wie ein Viertel eines Fußballs. Ziemlich gelassen sah Clay seinem Vater beim Abstecken seiner persönlichen Begrenzung zu!

Jeremy stellte sich mit dem Rücken an die kleine Mauer des Tors und machte dann drei lange Schritte weit weg Richtung Stadt! Dort ließ er einen der Steine in die Erde fallen. Er drehte sich auf dem Absatz um 90 Grad und wandte sich nach rechts und machte drei Schritte in diese Richtung! Wieder ein Stein! Drei weitere Schritte und der dritte Stein plumpste in die weiche Erde ...

Wenn er sich jetzt mit dem Kopf nach rechts drehte, konnte er sein Haus sehen, denn er stand direkt vor der Öffnung des Tores! Clay konnte nur mit hängenden Schultern zu sehen. Er trat seinem Adoptivvater aus dem Weg, als dieser weitere vier Schritte in Richtung Haus machte und den vorletzten Stein in die Erde warf.

Wieder drehte Jeremy sich einmal herum und spazierte mit dem letzten Stein in der Hand ungefähr zwei Meter von der Innenmauer entfernt parallel weiter bis er in etwa ein Quadraht mit den hellen Steinen gezogen hatte. Dort warf er seinen letzten Stein herunter und schob ihn mit dem Schuh noch ein Stückchen näher an die niedrige Mauer heran, so dass zu dem Stein ungefähr zwei Meter Abstand waren.

Sein Sohn betrachtete sein Gefängnis skeptisch und auch wehleidig, bis ihn Jeremy wieder von der anderen Seite der Mauer zu sich rief.

"Clay!"

Clay trottete in Sichtweite seines Alphas und sah auf die Steine vor sich. Der andere Mann hob einen Finger und deutete in das Stein-Vieleck was er um die Mauer gelegt hatte und ein Teil des Tors mit Mauer quasi hineinragte.

Ohne Gegenwehr machte Clay einen großen Schritt in den Kreis hinein, drehte sich zu Jeremy um, so dass er jetzt das mächtige Haus im Blick hatte und seufzte müde.

"Wie lange muss ich hier ... drin bleiben?"

"Ich hole dich Morgen wieder ab!"

Clayton verzog das Gesicht, als er den kalten Wind spürte, der an seinen Hosen zerrte. "Wann Morgen, Dad?!"

"Morgen Abend?"

"Ah," machte der junge Mann und schüttelte den Kopf. "Komm schon! Meinst du M-morgen früh, wenn die Sonne aufgeht?"

Jeremy schüttelte verneinend den Kopf.

"Morgen ... nach dem Frühstück," versuchte es Clay noch einmal. Sein Adoptivvater blieb immer noch stumm und Clayton ließ wieder seine Schultern hängen. "Vor dem Mittagessen?!"

"Clay," warnte der Alpha mit erhobenem Finger. "Treib es bitte nicht zu weit! Ich werde dich Morgen hier abholen und es wird ganz sicher nicht Mittag werden! Hm? ... Außer vielleicht du machst einen Schritt über diese Grenze!"

Jeremy stellte einen Schuh auf den Stein neben sich. "Dann könnte dein Arrest hier draußen noch ganze 24 Stunden länger andauern! Habe ich mich klar ausgedrückt?"

"Ja, Dad," sagte der jüngere Wolf schnell. "Ich bleibe hier und ... zähl ein paar Sterne!"

Der Alpha ging auf ihn zu, streichelte Clay sanft im Nacken, drückte ihn dann kurz an sich und flüsterte leise in sein Ohr.

"Ich vertraue dir, dass du genau hier bleibst. Du kannst dich Hinsetzen oder auch Hinlegen, wenn du das willst, allerdings wird es diese Nacht etwas ... kühl und du könntest dich ziemlich schnell erkälten. Also bleib lieber etwas in Bewegung."

Clay wurde los gelassen und sah seinen Vater etwas ungläubig an. "Wie soll ich denn in Bewegung bleiben, wenn ich irgendwann schlafen will, Dad?"

"Ist nicht mein Problem, Sohn oder," entgegnete Jeremy ihm. "Gute Nacht und bis Morgen!"

Nachdem Jeremy von ihm weggetreten und sich umgedreht hatte, atmete Clay tief aus und verdrehte die Augen. Jeremy sah das Gott sei Dank nicht mehr. Schützend schlang der junge Danvers seine Arme um seinen Körper, während er zu sah, wie der andere Wolf in gleichmäßigen Schritten von dem Tor wegging und sich auf den Weg zurück zu dem warmen und hellerleuchteten Haus machte.

Als Clayton ihn nicht mehr richtig sehen konnte und Jeremy um die Baumecke verschwunden war, ließ er sich frustriert mit dem Rücken gegen die graue Steinmauer fallen.

Nach wenigen Minuten, in denen es auch nicht wirklich viel wärmer geworden war sondern eher umgekehrt, stieß er sich mit der Schulter von dem Stein ab, drückte seine Hände in die Taschen der Jeans und begann langsam in seinem Gefängnis mit unsichtbaren Gitterstäben umher zu laufen.

Ganz so wie vor vier Stunden - nur mit einem weitaus engeren und kleineren Radius!


Gegen zwei Uhr nachts war Clayton Danvers immer noch nicht müde und spazierte weiterhin in seinen knapp acht Quadratmetern auf und ab. Noch einmal sah er zum Haus hinüber - seinem zu Hause - wo immer noch ein Lichtschein aus Elena's Zimmer kam. In dem Zimmer seines Adoptivvaters war es bereits dunkel. Doch das hieß nicht, dass Jeremy schon schlief. Sehr oft, saß der ältere Danvers noch bis weit spät in der Nacht im Salon in seinem Stuhl und am Feuer und grübelte über irgendetwas!

Wenn sich Clay jetzt konzentrieren würde, würde er sogar hören, ob Jeremy mit jemandem sprach oder nicht. Doch Lauschen war etwas, das sein Vater nicht wirklich leiden konnte und Clay hatte das schon einige Male zu hören und auch zu spüren bekommen, wenn er versucht hatte private Gespräche zwischen ihm und Rudelmitgliedern oder gar Telefonate mitanzuhören.

Clayton sah auf den weichen Waldboden zu seinen Schuhen. Und auf die Markierung, die sein Vater gelegt hatte. Kopfschüttelnd über seine eigene Ignoranz und Dummheit wandte er sich wieder um und machte ein paar Schritte um das Tor herum, so dass er sich an die Mauer lehnen und den dichten Wald betrachten konnte.

Kalter Wind kam von den Bergen her zu ihm herunter gefegt! Auch wenn es am Tag noch sonnig und relativ warm gewesen war, waren die Nächte hier draußen auf Stonehaven verdammt kalt und unangenehm. Ganz besonders wenn man an diesem Tor stehen und darauf warten musste, dass endlich die Sonne aufging! Mit zusammengebissenen Zähnen drehte Clay seinen Kopf herum und spähte über die Mauer.

Dort war es ganz sicher um einiges wärmer als hier draußen!

Clay sah wieder auf die hellen Steine ... Und wieder zum Haus ...

Nein, vergiß es! Sobald ich nur ein paar Sekunden da vorne stehe, merkt er das doch und dann gibt es noch mehr Theater ...

Er drehte sich wieder um und sank dann auf den kalten Boden. Clay zog die Knie an seinen Bauch, als er die Mauer in seinem Rücken spürte, schlang die Arme um seine Beine und schloß die Augen.

Nach ein paar Minuten hörte er ein leises Geräusch hinter sich und er schlug die Augen wieder auf, als er Elena riechen konnte. Vorsichtig erhob sich Clayton wieder von der Erde und wollte gerade um die Mauer herum gehen, als sich die junge blonde Frau schon von der Seite näherte. Elena hatte sich eine Jacke übergezogen und trug eine sehr warm aussehende graue Wolldecke in den Armen.

Die Wölfin sah auf die Steine ... "Darf ich rein kommen?!"

"Wenn du dir die Schuhe abputzt," antwortete Clay mit einem Grinsen im Gesicht und machte einen Schritt rückwärts. "Ich hab gerade gefegt ..."

Die junge Frau trat über die unsichtbare Grenze und stellte sich mit Decke in den Armen dicht neben Clayton, der sich jetzt wieder etwas weiter an die schützende Mauer stellte, wo ihn der Wind nicht ganz so stark erwischen konnte.

Clay warf einen Blick auf die Decke. "Ist die etwa für mich?"

"Wenn ich jetzt sage, die hab ich mir mitgebracht, damit ich nicht friere, wärst du dann beleidigt?"

Nicken. "Ja!"

Er ließ die Schultern hängen und sie lächelte breit. "Grüße von Jeremy! Und wenn du es wagst irgendwann zum Feuer zu gehen, um dich zu wärmen und rumzulaufen, landest du Morgen Vormittag über seinem Tisch! ... Soll ich dir sagen!"

"Dann danke für die Decke! Ich hab schon ein bißchen an seinem Verstand gezweifelt!"

"Ich würd das nicht zu laut sagen, Clay," gab sie zurück und warf einen Blick hinter sich über die Mauer und zum Haus hinüber.

Clayton folgte dem Blick und schluckte leicht. "Ist er noch wach?!"

Sie ließ die Schultern hängen. "Was glaubst du wie ich an die Decke gekommen bin? Ich werde unseren Alpha garantiert nicht bestehlen!"

"Ich dachte, du liebst den Nervenkitzel?"

"Das kommt drauf an ..."

Elena reichte ihm die Decke und Clay schlang sie sich über die Schultern und hielt sie vorne mit einer Hand zu. Ganz, ganz langsam wurde ihm wärmer.

"Es kommt darauf an, ob," fragte Jeremy's Adoptivsohn frech und zog eine Augenbraue in die Stirn. "Ob was genau, Darling?"

"Ob ich mit den Konsequenzen umgehen kann, die mich erwarten," gab sie Schulter zuckend zurück.

"Willst du mir das genauer erklären?"

Die Wölfin grinste leicht. "Ich glaube, du müsstest eigentlich sehr genau wissen, wie ich das meine, Clayton Danvers!"

"Okay, okay," erwiderte der junge Mann schnell. "Wie lange darfst du ... bleiben?"

"Ich geh jetzt wieder," sagte seine Verlobte lächelnd. "Ich wollte dir nur die Decke bringen und dir eine gute Nacht wünschen!"

"Du willst also jetzt wieder zu deinem neuen Freund, ja?"

Elena rollte mit den Augen. Dann rammte sie ihm einen Ellbogen in die Seite, so dass Clay sich ein Stückchen von ihr zurückzog und die Decke fallen ließ.

"AH!"

"Erstens! Er ist nicht mein Freund und zweitens ... Das war für den Tritt vorhin, du Idiot! Wie kannst du das auch direkt vor Jeremy's Augen machen?"

Clayton hob eine Augenbraue. "Wie war das noch mit dem Nervenkitzel, Schatz?"

Der Wind wurde wieder stärker und die Baumspitzen begannen sich zu biegen. Elena wandte sich ab. Sie verabschiedete sich von ihm und marschierte dann um die Mauer herum den Weg entlang der zum Haus führte, wo es ganz sicher wärmer war als hier.

Schnell bückte sich Clay nach seiner Decke und schlang sie sich wieder fest um die Schultern. Gedankenverloren starrte er in die Sterne, die über ihm aufblitzten. Gähnend rutschte er dann wieder dem Boden entgegen und lehnte sich mit dem Kopf an die Mauer. Clay versuchte wach zu bleiben, doch nach nur einer halben Stunde, war auch dieses Vorhaben gescheitert und der junge Danvers schlief langsam ein.

Tbc ...


AN2: Tja, Clay! Jeremy vergißt nie etwas ;) Nett, dass er ihm dann doch noch eine Decke gönnt und Elena sie ihm vorbeibringen darf. Sein Sohn soll ja nicht krank werden! Ob die Nacht jetzt friedlich verlaufen wird? Und der Morgen? Wann spricht 'es' denn endlich mal?! Bis zum nächsten Kapitel dann! Eure Vanessa