Disclaimer:
Die Rechte an den Charakteren und der Serie haben Entertainment One und der kanadische TV Sender Space! Die Idee stammt von der Autorin Kelley Armstrong! Nichts davon gehört mir, aber ich leih sie mir gern noch mal aus!
AN: Dann machen wir mal mit FaC weiter :) Einen großen Dank an SunniGummi für die Hilfe :) Der Plot ist echt gut! Während des Einkaufs hat Clay keine große Lust mehr den Babysitter für Ethan zu spielen und verdrückt sich ... Viel Spass beim Lesen! Eure Vanessa
Nachdem das Trio den Wagen in einer Seitenstrasse geparkt hatte, schlenderten sie langsam durch die Strassen ihrer kleinen Stadt! Jetzt um die frühe Mittagszeit, stand die Sonne ziemlich hoch und es war nicht mehr so kalt wie heute Morgen. Wolken waren auch nicht zu sehen.
"Elena," sagte der Junge schüchtern, als er seinen Kopf zu ihr drehte und zuckte die Schultern. "Ich hab kein Geld für Klamotten! Eigentlich können wir wieder umdrehen und-"
Er blieb nachdenklich auf dem Bürgersteig stehen und wollte wieder zurück gehen, doch die Wölfin legte ihm einen Arm um die Schulter und drückte ihn vorwärts, während sie die anderen Menschen, die an ihnen vorbei kamen, vorsichtig in Augenschein nahm um eventuelle Gefahren abschätzen zu können.
"Ist schon gut, Ethan! Jeremy bezahlt! Also keine Sorge!"
Wieder liefen sie ein paar Schritte und Elena rechnete noch mal durch wieviel Geld Jeremy ihr vorhin gegeben hatte und was sie alles für den Neuankömmling besorgen mussten.
Theoretisch mussten sie Alles besorgen oder? Denn Ethan hatte wirklich rein gar nichts bei sich gehabt, was man Hab und Gut nennen konnte. Außer die Klamotten, die er am Leib getragen hatte und die jetzt in der Waschmaschine in einem der Kellerräume auf Stonehaven herumgeschleudert wurden.
"Warum gibt Jeremy eigentlich so viel Geld für mich aus? Warum tut er das überhaupt?! Er hätte mich gestern Abend auch einfach da liegen lassen können!"
"Das ist nicht sein Stil," erwiderte Elena Michaels. "Jeremy kann Ungerechtigkeit gegenüber Schwächeren nicht wirklich leiden! Und du wurdest in seinen Augen sehr ungerecht behandelt!"
"Okay ..."
Elena zuckte die Schultern. "Er mag dich! ... Und du brauchst was zum Anziehen oder?"
Die Frau lächelte ihn an und Ethan lächelte zurück. Clay, der bis jetzt stumm geblieben war und sich mit jedem Schritt wünschte, diese Einkaufstour wäre schon längst zu Ende, fasste sich vorsichtig an seinen wunden Hintern.
"Enttäusch ihn bloß nicht," sagte Clay leise.
"So wie du heute," fragte seine Verlobte frech.
Clayton ließ die Schultern hängen und seufzte. "Musst du nicht eigentlich zu mir halten, Darling?!"
"Nachdem wie du mit Ethan umgehst," fragte sie zurück. "Hier rein!"
Sie deutete mit dem Finger auf einen Laden fünf Meter weiter, der Anziehsachen verkaufte - es war der einzige in diesem Abschnitt der Stadt!
Langsam schlenderte Clay hinter dem Duo durch die Glastür in das chicke Geschäft, was sich über ganze zwei Etagen erstreckte.
Elena lächelte der Verkäuferin freundlich zu und Ethan folgte ihr durch die Gänge bis in die Männerabteilung! Dort betrachtete sie Ethan einmal von oben bis unten, schätzte seine Größe ab und durchstöberte den ersten Ständer mit Jeanshosen, während sich Clay etwas gelangweilt vier Meter weiter postierte und sein Mobiltelefon aus der Tasche zog.
Er tippte auf den kleinen Tasten herum und begann dann eine Kurzmitteilung zu verfassen, während er mit seinen empfindlichen Ohren bei den anderen Rudelmitgliedern war und der netten Verkäuferin, die sich jetzt von rechts genähert hatte, um vielleicht bei der richtigen Auswahl behilflich zu sein.
Clay schielte kurz zu Ethan hinüber, der jetzt eine dunkelblaue, verschlissene Jeans in den Händen hielt und skeptisch betrachtete und schickte die SMS dann mit einem Tastendruck an Dr. Logan Jonsen weiter, der jetzt höchstwahrscheinlich Mittagspause machte und irgendwo in Toronto in einem der gemütlichen Cafes bei einer starken Tasse Kaffee sass.
Nachdem Clay den Psychologen mit eigener Praxis über den Neuzugang informiert hatte, überprüfte der junge Mann noch seine E-Mails ...
Er hörte leises Gekicher!
Als Clay wieder einen Blick durch den fast leeren Laden warf, drehte er seinen Körper ganz zu den anderen beiden Wölfen um und machte ein wütendes Gesicht. Das was er sah und was sich nur ein paar Meter von ihm entfernt abspielte, brachte Clay beinahe dazu laut und aggressiv zu knurren!
Ethan stand für seinen Geschmack etwas zu dicht an der Seite seiner Verlobten und Elena rieb ihm gerade äußerst liebevoll mit ihrer zarten Hand über den Kopf!
Was?! Macht der Kleine sich jetzt auch noch an Elena ran?
Es kostete Clayton jetzt gerade alles an Selbstbeherrschung was er aufbringen konnte, um nicht dort hinüber zu stolzieren und Ethan von ihr wegzuzerren und ihm dann eine Hand abzubeißen! Jeremy würde das ganz sicher nicht gefallen. Und auch die übrigen Menschen in dem Geschäft und die Verkäuferinnen würden sicherlich etwas seltsam gucken ...
Also atmete Clay tief durch und machte sich eine gedankliche Notiz, dass er später mal mit Ethan sprechen würde, um ihm ein für alle mal klar zu machen, dass Elena Michaels zu ihm gehörte und er seine Pfoten von ihr lassen sollte! Ein ganz privates Gespräch unter vier Augen versteht sich!
Viele Minuten später kamen Elena und Ethan wieder zu ihm hinüber. Ethan trug zwei Jeanshosen, zwei T-Shirts und einen warmen, schwarzen Kapuzenpullover in den Armen. Clay ließ das Handy sinken.
"Schon fertig," fragte er seine Verlobte hoffnungsvoll aber etwas verbissen.
Doch Elena schüttelte den Kopf. "Wir brauchen noch Unterwäsche!"
Sie sah auf Ethan's alte Turnschuhe, die beinahe auseinanderfielen ... "Und ein paar neue Schuhe wären auch ratsam!"
"Ohne mich," entgegnete der Sohn von Jeremy Danvers' sofort. "Ich kaufe doch keine Unterhosen für den!"
Elena grinste wieder. "Du warst doch letzte Woche mit Jeremy auch hier um-"
"Das ist doch was ganz anderes," rechtfertigte Clayton seinen Einkauf mit seinem Vater sofort. "Er wollte halt mal raus und dann bin ich natürlich mitgefahren um ... Klamotten zu kaufen!"
Jetzt rollte Elena mit den Augen! "Ja, das ist was völlig anderes, Clay!"
"Ich bin sein Bodyguard," gab Clay ihr zu bedenken und schüttelte den Kopf. "Also musste ich dabei sein, oder nicht?"
Elena neckte ihn weiter. "Ich wär auch noch frei gewesen! ... Aber er hat explizit nach dir verlangt, als sein Shopping-Buddy, hm? Und du hast natürlich nicht Nein gesagt!"
"Wenn er etwas verlangt, kann ich ja wohl schlecht Nein sagen, Elena, das weisst du!"
"Und neben der ganzen Aufpasserei, hat er dir noch beiläufig neue Schuhe und andere Kleinigkeiten gekauft," feixte sie.
"Wie gesagt, das war was völlig anderes und jetzt hör bitte auf!"
Endlich hob die junge Frau beschwichtigend die Hände, als sie merkte, dass Clay nicht mehr lange ruhig bleiben konnte. Sie wollte ihn nicht weiter provozieren, während Ethan direkt neben ihnen stand.
Auch Ethan schien nicht wirklich begeistert von der Idee zu sein mit einer Frau, die er gerade mal 18 Stunden kannte, in einem fremden Geschäft, Boxershorts kaufen zu gehen! Er räusperte sich und öffnete den Mund.
"Kannst du das nicht auch allein? Ich meine das- ... ist echt peinlich!"
"Da stimme ich ihm mal zu," pflichtete Clayton ihm leise bei und rollte mit den Augen.
"Es ist peinlich Unterwäsche zu kaufen," fragte das weibliche Mitglied etwas irritiert nach. "Oder ist es peinlich mit mir Unterwäsche zu kaufen?!"
Ethan zuckte kurz die Schultern. "Ja!"
"Okay, dann gib mir die Klamotten und ihr geht zum Wagen und wartet ..."
Sofort stürzte Clay an ihr vorbei und in Richtung Ausgang! Er stopfte das Handy in seine Hosentasche zurück, nickte der Kassiererin wieder freundlich zu und war im Nu auf dem Bürgersteig, wo er den Rückweg zu seinem Wagen einschlug!
Als er Ethan hinter sich hörte, versuchte Clay einen Schritt schneller zu gehen, was seinem Po allerdings ganz und gar nicht gut tat. Er begann etwas zu humpeln und wurde dann kurz vor der Ecke, die in die Seitenstrasse führte, wieder langsamer, so dass Ethan ihn prompt eingeholt hatte.
"Warte, Clay!"
Der Angesprochene drehte sich um. "Was?!"
"Kannst du mir mal sagen, was ich dir getan habe," fauchte jetzt Ethan Conway etwas haltlos.
Clay ging auf ihn zu. Ethan blieb stehen. Frustriert und wütend! Als Clay schließlich dicht vor ihm stand, hob er die Hand in die Luft und zeigte mit Feuer in den Augen auf Ethan's Nasenspitze.
"Du. Existierst!"
"W-"
Er machte noch einen gefährlichen Schritt auf Ethan zu. "Du schleichst dich in dieses Rudel. In mein Rudel! Machst sofort auf gut Freund mit meinem Vater und machst dich an meine Verlobte ran, Ethan! Nenn mir einen guten Grund, warum ich dir nicht gleich hier den Kopf abbeißen soll?!"
Geschockt riss Ethan die Augen auf! "Aber das wi-"
Doch wieder unterbrach der wütende Clayton ihn sofort!
"Wer sagt mir eigentlich, dass du dieses Rudel nicht unterwandern willst?! Haben die anderen Mutts dich vielleicht verwandelt und gestern absichtlich in dieser Gasse angegriffen, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen?"
Clay sah Rot!
"Hast du vielleicht gewusst, dass Jeremy und Elena zu dieser Uhrzeit hier sein würden, Ethan? Hast du uns beschattet? ... War das alles nur geplant, um ins Rudel aufgenommen zu werden? Was ja Gott sei Dank noch nicht offiziell passiert ist?!"
Er nahm den Finger wieder herunter.
Ethan schluckte schwer. Was sollten diese Anschuldigungen denn? Irgendwie fühlte sich der junge Wolf gerade nicht sehr sicher mit Clay ...
"Hör auf mit dem Mist," versuchte Ethan ihn zu beruhigen und fuchtelte mit den Händen herum. "Warum rastest du jetzt wieder aus?"
"Ich raste nicht aus! Ich versuche nur zu begreifen, warum du so plötzlich hier aufgetaucht bist," erklärte Danvers zwischen zusammen gebissenen Zähnen und mit einem wütenden Blick. "Jeremy ist in seiner Position anversich nicht so schnell bereit einen Fremden in sein Haus zu lassen! Keine Ahnung warum er gerade bei dir eine Ausnahme macht!"
Er holte wieder Luft. "Wäre ich gestern Abend an Elena's Stelle gewesen, hätte ich dich dort liegen lassen und wäre nicht das hohe Risiko eingegangen, dass Jeremy etwas passieren könnte!"
Jetzt machte Clay einen Schritt von ihm weg und zischte leise, aber drohend.
"Das eine sag ich dir, Ethan ... Solltest du meinem Vater auch nur ein einziges Haar krümmen oder dich noch mal an Elena ranmachen ... Werde ich dich töten und es wird ein sehr langsamer und qualvoller Tod werden, das versichere ich dir, Kleiner! Verstanden?"
Clay knurrte noch mal drohend, so dass Ethan einen vorsichtigen Schritt nach hinten machte und Clay marschierte an ihm vorbei und auf die Strasse zurück, wo er sich dann kurz umsah und dann hinter einer Häuserwand verschwand.
Schnell rannte Ethan hinter her und über die Strasse auf die andere Seite, wo Clay vor der Eingangstür der Kneipe stehen geblieben war und schon mit den Fingern an der Klinke hing, als Ethan hinter ihn trat.
"Elena hat doch gesagt, dass wir am Wagen warten sollen," sagte der Junge ungehalten. "Andererseits können wir auch da drin warten oder?"
Clayton drehte seinen Kopf herum und sah über seine Schulter. "Elena ist nicht Jeremy oder?!"
"N-nein, ab-"
Schon hatte Ethan wieder einen Finger vor seinen Augen! Clay versuchte ruhig zu bleiben und seinem Anhängsel nicht die Hand zu brechen als er die Klinke wieder los ließ.
"Ich werde jetzt was trinken und du wirst schön wieder zurück zum Wagen gehen und dort brav auf Elena warten, Ethan! Du kommst hier eh noch nicht rein! Also verschwinde endlich und geh mir aus den Augen, bevor wirklich noch was passiert, ja?"
Plötzlich trat ein älterer, grauhaariger Mann hinter Ethan und betrachtete dann Clay, der direkt vor der Tür seiner Stammkneipe stand ...
"Wollt ihr jetzt rein oder nur die verdammte Tür blockieren?!"
"Ich ja - er nicht," gab Jeremy's Sohn zischend zurück und stieß dann die Tür auf! "Wir sehen uns nachher, Ethan und benimm dich! Lass dir mein Auto nicht klauen!"
Mit diesen Worten machte der Wolf einen Schritt in die Kneipe und der Alte folgte ihm sofort in den warmen, dunklen Raum.
Ethan sah ihnen nach, drehte sich dann langsam um und marschierte wieder zurück in die Seitenstrasse, wo das Auto geparkt war. Etwas sauer und lustlos zog er an dem Türgriff und wollte einsteigen. Nichts geschah! Erst jetzt fiel Ethan ein, dass Elena ja immer noch die Schlüssel hatte ...
Gefrustet ließ sich Conway mit dem Rücken gegen die Beifahrertür sinken und wartete.
Einige Zeit später stand Clay immer noch an der Theke der Bar und nahm einen großzügigen Schluck von dem vorzüglichen Whiskey, den der Barmann ihm ausgeschenkt hatte. Vorsichtig leckte er sich über die Lippen und setzte das Glas auf dem alten Holz ab, während hinter ihm eine kleine Gruppe die Bar wieder verließ.
Jetzt waren nur noch er und vier andere Bewohner von Bear Valley mit ihren Drinks beschäftigt ...
Clay streckte seine langen Beine durch und sah kurz auf den leeren Hocker neben sich, doch zog es immer noch vor, lieber stehen zu bleiben - seinem wunden Hintern zu Liebe!
Er trank das kleine, breite Glas leer und schob es zu dem Barkeeper hinüber. "Noch Einen, bitte!"
"Sie wissen, dass sie schon drei Whiskey hatten? Und ein Bier," fragte der junge Mann vorsichtig. "Mr. Danvers?"
Natürlich wollte er Geschäfte machen und eigentlich war es ihm egal, ob Jemand bereits am Mittag oder frühen Nachmittag mit einer großen Fahne seine Bar verließ, jedoch kannte er die Danvers' und irgendwie hatte er das Gefühl, dass Clay bereits genug hatte.
Clay seufzte. "Ja und? Geben sie mir noch einen und dann verschwinde ich!"
Mit hängenden Schultern drehte der Barkeeper sich um, nahm die Flasche aus dem vollen Regal hinter sich, öffnete und schenkte seinem Gast noch ein Glas ein. Clayton nahm es zwischen die Finger und trank, als sich plötzlich sein Handy meldete.
Gelassen zog Clay das Mobiltelefon aus der Hosentasche, setzte den Whiskey wieder ab und warf einen Blick auf die Anzeige. Elena Michaels calling ...
Wie auch die anderen zwei Male, drückte er auf den roten Knopf und würgte den Anruf ab! Hatte er ein schlechtes Gewissen? Nein! Warum auch? Wahrscheinlich wollte sie ihm nur berichten, dass sie noch Schuhe, Socken und einen Morgenmantel für Ethan besorgt hatte und ob Clay mit der Farbe zu frieden war!
Ha! Er hatte weitaus Besseres zu tun, als den Babysitter zu spielen! Trinken nämlich! Sollte Elena sich doch um ihn kümmern ...
Nachdem Clay dann endlich das Glas geleert hatte, waren seit Elena's letztem Anruf ganze zehn Minuten vergangen. Er schob dem Barkeeper 15 Dollar über die Theke, nahm das Wechselgeld entgegen und spazierte langsam vom Alkohol benebelt durch den Raum und zur Tür hinüber.
Er trat auf den Bürgersteig und ließ die Tür hinter sich zu fallen. Clay atmete tief durch, hörte das SMS Signal seines Handys und machte sich auf den Weg über die Strasse. Als er um die Ecke bog, blieb er abrupt stehen und sah geradeaus.
Dort wo vor etwa einer halben Stunde noch sein schöner Wagen geparkt war, war jetzt ... eine leere Seitenstrasse!
"Was zum Teufel ...?"
Er drehte sich um, rannte dann dorthin, wo der Pick-Up gestanden hatte und wurde blass. Hatte wirklich Jemand seinen Wagen gestohlen? Frustriert fuhr sich Clayton Danvers mit den Fingern durch das lange, braune Haar, sah sich angestrengt um und machte zwei Schritte vorwärts, als ihm ein feiner Eisengeruch in die Nase stieg.
Clay hatte Blut gerochen.
Zügig suchte er die Strasse ab und fand nur ein paar Sekunden später rote Blutstropfen auf dem kalten Asphalt. Als Clay in die Hocke ging und vorsichtig mit dem Finger die rote Flüssigkeit berührte, erkannte er dass es frisch war.
"Elena," flüsterte der Wolf leise.
Doch natürlich erhielt er keine Antwort. Elena, der Wagen und auch Ethan waren verschwunden.
Er ließ die Schultern hängen. Dann fiel ihm ein, dass sie ja versucht hatte ihn zu erreichen! Clay zog wieder sein Smartphone aus der Hosentasche und drückte die Taste für den SMS Eingang. Als er die Nachricht las, schluckte er hilflos. Sie war von Elena!
"Wurden angegriffen! Konnte sie gerade noch abwehren. Sind auf dem Weg nach Hause! WO STECKST DU?!"
Verdammt!
Clayton sah sich noch mal um. Mit schnellen Schritten begab er sich dann wieder hinaus auf die Hauptstrasse von Bear Valley. An der Ecke überlegte er sich vielleicht ein Taxi zu nehmen. Doch bis der Wagen hier war, würde es dauern.
Also entschied sich Clayton zu Fuß nach Stonehaven und zu seinem Rudel zurück zu laufen. Er schob das Handy zurück in die Tasche und spazierte langsam über den Asphalt. Mit jedem noch so kleinen Schritt spürte er den pochenden Schmerz in seinem Hinterteil und die Enttäuschung seines Vaters von heute Vormittag nur noch mehr.
Elena fuhr jetzt in gemäßigtem Tempo durch das alte Tor und über den Waldweg, der bis zum Haus führte. Ethan hockte neben ihr. Die Augen geöffnet. Blut tropfte aus seiner Nase und die Lippe war aufgeplatzt! Er sah wirklich nicht gut aus. Mit einer Hand hatte sich der Junge an die Tür gekrallt - die andere presste er mit einem Taschentuch auf seine Nase.
Als sie vorhin mit den Einkäufen zu Ethan zurückgekommen war, hatte er bereits am Boden gelegen. Drei düster aussehende Kerle waren über ihn gebeugt und hatten ihn getreten und geschlagen!
Elena hatte sofort die Tüten fallen lassen und war knurrend und mit ausgefahrenen Krallen auf die Angreifer zugestürmt. Zwei der fremden Wölfe hatten sich zu ihr gedreht und sich dann ebenfalls wütend auf sie gestürzt!
Der darauf resultierende Kampf war nicht gerade sehr fair gewesen.
Sie hatte ein paar Schläge abbekommen, doch dank ihrer ausgezeichneten Kampftechniken, die ihr Clay und auch Jeremy beigebracht hatten, waren die Mutts doch recht schnell in ihre Schranken verwiesen worden und dann in die andere Richtung geflüchtet. Elena hatte ihnen mit ihren blauen Augen knurrend hinterher gestarrt.
Am Liebsten hätte sie einen von ihnen noch gefangen genommen und Jeremy als Geschenk mitgebracht, um herauszufinden was sie von Ethan wollten, doch da sie ja leider allein gewesen war und sich auch um Ethan kümmern musste, war eine Verfolgungsjagd quer durch die Stadt nicht möglich gewesen.
Sie seufzte. Ich bring dich um, Clayton Danvers!
"Wir sind da," sagte Elena leise und warf einen prüfenden Blick auf Ethan. "Jeremy sieht sich das gleich an!"
Der Wagen hielt vor dem Haus und auf seinem üblichen Platz! Die Wölfin stellte den Motor ab, nahm die Schlüssel und stieg aus Clayton's Auto! Zügig ging sie um das Fahrzeug herum und öffnete Ethan die Beifahrertür.
Elena war sauer! Sauer auf ihren Verlobten, der es nicht einmal geschafft hatte an sein verdammtes Telefon zu gehen und von dem sie nicht wusste, wo er gerade steckte!
Vorsichtig nahm sie Ethan am Arm, der sich das Taschentuch auf die Nase hielt und versuchte den Kopf so weit wie möglich oben zu halten und lief mit ihm über die flache Treppe, als sich die Haustür öffnete.
Peter sah ihnen verdutzt entgegen und trat zurück. "Jeremy?!"
Langsam betraten sie und Ethan das Haus und Peter schloß die Tür hinter ihnen. Jeremy erschien auf der Treppe und sah verdutzt und überrascht auf den blutenden Ethan. Schnell nahm er die letzten Stufen und betrat seine Lobby, wo sich bereits Elena zu Ethan umgedreht hatte und vorsichtig das Taschentuch von seiner Nase nahm.
"Was ist passiert," fragte Danvers schockiert.
Mit einem routinierten Blick begutachtete er die Nase und die aufgeplatzte Lippe von Ethan, bevor er sich dann an Peter wandte.
"Hol die Erste-Hilfe Tasche und bring sie in den Salon!"
Nicken. "Ja!"
Und dann war Peter auch schon weg um den Befehl auszuführen. Jeremy drehte sich jetzt zu Elena um, die auf die Haustür zusteuerte, um die Einkäufe aus dem Wagen zu holen. Ein gezielter Blick von Jeremy genügte, um die junge Frau davon abzuhalten.
Elena legte eine Hand auf die Klinke. Noch ohne, dass Jeremy eine Frage gestellt hatte, wusste sie, dass er eine Erklärung verlangte - und zwar jetzt!
"Ethan wurde angegriffen, als ich ... noch ein paar Anziehsachen besorgen wollte," sagte sie schuldbewußt.
Die Frau senkte sofort den Blick. In die Augen sehen, wollte sie Jeremy jetzt eigentlich gerade nicht.
"Elena?"
Sie holte wieder Luft und zwang sich dann doch wieder den Kopf anzuheben, bevor er sie noch einmal mündlich dazu auffordern konnte.
"Es waren Mutts! Aber nicht die selben wie gestern! Es war ein etwas unfairer Kampf, denn Ethan lag ja schon am Boden un-"
Die Frau stoppte in ihrem Rapport sofort wieder, als sie sah, dass Jeremy den Mund öffnete.
"Darf ich fragen, wo Clayton jetzt gerade steckt," fragte der Alpha sie leise. Er hatte schon vor zwei Minuten bemerkt, dass sein Sohn nicht da war und auch nicht draußen herumlief. "Und wo er die ganze Zeit über war, als ..."
Er drehte seinen Kopf zu dem verletzten Ethan um ... "Das passiert ist, Elena?"
Jeremy zog eine Augenbraue nach oben in die Stirn als er sich zu Elena umdrehte und wartete. Doch sein weiblicher Tracker zog es jetzt lieber vor den Mund zu halten und ihren Partner nicht so vorschnell dem Zorn seines Adoptivvaters auszuliefern.
"In den Salon," sagte Danvers leise. "Alle!"
Elena räusperte sich entschuldigend. "Darf ich noch zum Wagen und die Sachen rein holen?"
"Ja," seufzte ihre Vaterfigur leise.
Jeremy drehte sich von ihr weg und marschierte mit Ethan in den schönen Salon, wo Peter bereits den Tisch etwas frei geräumt und die blaue Tasche geöffnet hatte.
Als Elena wieder ins Freie getreten war und die Wagentür öffnete, klingelte ihr Handy.
Schnell zog sie das Smartphone aus der Jacke und machte ein wütendes Gesicht, als sie auf die Caller-ID starrte. Sie nahm das Gespräch an, während sie mit der anderen Hand die erste Plastiktüte hoch nahm.
"Tolles Timing, Clay," fauchte sie so leise wie möglich, damit ihr Rudelführer sie nicht hören konnte. "Wo hast du gesteckt?!"
"Geht es dir gut," fragte Clayton besorgt zurück.
"Du ...," begann sie sauer. "Wo bist du jetzt?!"
"Tut mir leid, dass ich noch nicht da bin, aber Jemand hat meinen Wagen genommen und konnte nicht auf mich warten! Ich komme zu Fuß und bin in dreißig Minuten da!"
"Beeil dich lieber! Irgendwer hat Ethan aufgelauert und ihn dann verprügelt, Clay! Ich hatte wirklich Mühe sie wieder los zu werden!" Kurz sah sie zum Haus hinüber und schlang sich dann die anderen Tüten unter den Arm, bevor sie die Tür zudrückte. "Etwas Hilfe von dir wäre wirklich nett gewesen! Aber scheinbar warst du zu beschäftigt, um bei Ethan zu bleiben, oder?!"
Stille.
"Clay," fragte sie etwas leiser. "Mir geht es gut ..."
"Okay," sagte Clayton erleichtert. "Ich bin auf dem Weg!"
Dann war die Verbindung tot. Elena nahm das Telefon herunter, starrte es einen Moment an und stopfte es zurück in die Jackentasche. Schnell verriegelte sie den Wagen und balancierte die Tüten hinüber zum Haus.
Ob sie Jeremy sagen sollte, dass Clay sich gemeldet hatte?
Andererseits hatte der Rudelführer den Anruf vielleicht auch schon von selbst mitbekommen, wenn er sich nicht geradezu sehr auf Ethan konzentrierte.
Tbc ...
