24. Die Karte des Rumtreibers
Direkt am nächsten Tag fragte Hermine Lockhart nach der Unterschrift, und ganz wie Emily es vermutet hatte, unterschrieb Lockhart das Papier ohne nachzufragen welches Buch sie überhaupt haben wollten. Die Tatsache, dass Hermine eins seiner Bücher lobend erwähnte, trug nicht unwesentlich dazu bei. Sie holten das Buch bei Madam Pince ab und gingen dann direkt in die Mädchentoilette der Maulenden Myrte.
Jetzt hatten sie zwar das Rezept, doch ihnen fehlte der Großteil der Zutaten. Das bedeutete, dass sie sie aus Snapes Büro stehlen mussten. Ron war höchst erstaunt, dass Hermine sie dazu ermutigte so viele Regeln zu brechen, doch es war die beste Idee die sie hatten. Auch wenn sie noch einen Monat warten mussten, denn solange brauchten sie um den Trank zu brauen.
Doch wichtiger für Emily und Harry war das nächste Quidditchspiel. Es war wieder einmal gegen Slytherin. Weil sie am Tag des Spiels nicht mehr schlafen konnte, ging Emily schon früh nach unten in die große Halle zum Frühstück. Der Großteil des Teams saß schon dort, aber keiner sagte viel. Die Aussicht gegen ein Team zu spielen, das die schnellsten Rennbesen besaß, war nicht unbedingt aufmunternd, vor allem weil jeder von ihnen unbedingt Slytherin besiegen wollte. Emily wurde wieder einmal von Leo gezwungen etwas zu essen, doch er selbst war zu nervös, denn für ihn hatte es auch eine persönliche Bedeutung. Inga kam von Hufflepufftisch herüber. Wie immer waren die drei anderen Häuser gegen Slytherin vereint. Inga trug sogar einen Gryffindorschal den sie irgendwo aufgetrieben hatte.
"Hey ich wollte euch nur viel Glück wünschen", sagte Inga. "Hufflepuff drückt euch schon mal die Daumen!"
"Danke.", sagte Emily lächelnd.
"Und bitte, bitte tretet diesen arroganten Slytherins so richtig in den Hintern!", rief Inga und fuchtelte mit ihren Händen durch die Luft.
"Wir werden uns bemühen", erwiderte Emily. "Nicht, dass wir das nicht sowieso vorhätten."
Kurz darauf rief Oliver Wood schon sein Team zusammen und gemeinsam mit den anderen ging Emily zum Quidditchfeld hinunter. Sie zogen die scharlachroten Umhänge an und setzten sich um Olivers Rede zuzuhören.
„Slytherin hat vielleicht die besseren Besen als wir", sagte er. „Aber wir haben die besseren Leute auf den Besen. Wir haben härter trainiert als sie, wir sind bei jedem Wetter geflogen."
Er wandte sich zu Harry und sagte: „Es hängt an dir, Harry, ihnen zu zeigen, dass ein Sucher mehr haben muss als einen reichen Vater. Schnapp dir den Schnatz bevor Malfoy es tut, oder stirb bei dem Versuch weil wir gewinnen müssen."
Emily schüttelte den Kopf. Manchmal übertrieb es Oliver einfach mit seiner Leidenschaft für Quidditch.
„Also kein Druck", sagte Fred zwinkernd.
Gemeinsam liefen sie auf das Feld hinaus, Emily zwischen Angelina und Katie, den beiden anderen Jägerinnen. Als sie nach draußen traten, ertönte lauter Jubel von den Gryffindors, Hufflepuffs und Ravenclaws während die Slytherins buhten. Auf Madam Hoochs Signal erhoben sich die vierzehn Spieler in die Luft.
Katie erkämpfte sich den Quaffel, die Zwillinge jagten den Klatschern nach und Harry schwebte hoch über dem Feld auf der Suche nach dem Schnatz. Emily konzentrierte sich auf den Quaffel, doch die Tatsache, dass die Slytherins die schnellen Besen hatten machte sich deutlich bemerkbar. Es wurde immer schwerer ihnen zu folgen, vor allem als es zu allem Überfluss noch zu regnen anfing und so kam es, dass die Slytherins bald führten.
Emily hatte gerade den Quaffel und schoss auf das Tor zu. Plötzlich kam mitten aus dem Nirgendwo ein Klatscher und haute Emily fast vom Besen. Sie musste ausweichen und konnte nicht mehr werfen. Irritiert, dass keiner von den Zwillingen den Klatscher abgewehrt hatten, sah sie sich nach ihnen um und entdeckte sie ungefähr zwanzig Fuß über ihr. Sie umkreisten Harry und wehrten den zweiten Klatscher ab, der anscheinend ständig Harry attackierte. Ein Pfiff von Madam Hooch bedeutete Time out und die Gryffindors landeten.
„Was ist los?", fragte Oliver.
„Der Klatscher versucht anscheinend Harry umzubringen", erklärte George. „Und wir versuchen ihn davon abzuhalten."
„Die Slytherins müssen ihn verhext haben", fügte Fred hinzu.
„Hört zu", mischte sich Harry ein. „Mit euch beiden um mich herum fange ich den Schnatz nur wenn er mir direkt in die Hand fliegt. Geht zurück zum Rest des Teams und ich kümmere mich um den besessenen Klatscher."
„Sei nicht dämlich", sagte Fred. „Er wird dir den Kopf abreißen."
Oliver sah von den Weasleys zu Harry als Madam Hooch zu ihnen kam. „Bereit zum Weiterspielen?"
Oliver nickte. „Fred, George ihr habt Harry gehört, lasst ihn alleine."
Emily war zwiegespalten. Einerseits wusste sie das Harry alleine mit dem Klatscher klarkam und auch keine Hilfe akzeptieren würde, aber andererseits würde sie sich besser fühlen wenn ihm zumindest einer von den Zwillingen helfen würde. Aber Harry würde es schon schaffen. Das Team erhob sich wieder in die Luft und das Spiel ging weiter.
Emily warf ab und zu Blicke nach oben zu ihrem Zwilling, doch der war damit beschäftigt dem verrückten Klatscher auszuweichen. Sie richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf das Spiel als sie plötzlich einen scharfen Stich in ihrem rechten Arm. Harry, schoss es ihr sofort durch den Kopf. Sie wendete sofort und flog auf ihren Bruder zu, der gerade seinen anderen Arm ausstreckte und den Schnatz fing. Sein rechter Arm hing nutzlos an seiner Seite, was auch erklärte warum Emily den Schmerz gefühlt hatte.
Plötzlich verlor Harry den Halt und trudelte durch die Luft. Noch bevor Emily ihn erreichen konnte, traf er auch schon auf dem Boden auf. In seiner Hand war immer noch der Schnatz gefangen und die Zuschauer brachen in lauten Jubel aus. Emily landete und kniete sich neben ihren Bruder.
„Aha", sagte er. „Wir haben gewonnen." Dann fiel er in Ohnmacht. Emily war wie erstarrt vor Sorge, erst als Lockhart auftauchte, registrierte sie wieder ihre Umwelt. Die anderen aus dem Team waren ebenfalls gelandet und standen um sie herum.
Lockhart lächelte breit, seine jadegrünen Roben wehten hinter ihm her als er sich neben Harry nieder kniete.
„Ich werde ihn in Nullkommanichts heilen", sagte er und schob affektiert eine blonde Locke aus seinem Gesicht. „Ich habe so etwas schon oft gemacht."
„Sie kommen Harry nicht zu nahe!", rief Emily aufgeregt. Der Regen hatte sie komplett durchnässt und sie tropfte. „Wir warten bis Madame Pomfrey hier ist!" Sie schrie fast, doch das kümmerte sie nicht. Sie vertraute Lockhart kein bisschen und schon gar nicht wenn es um das Wohlergehen ihres Bruders ging.
„Ach Kindchen, du musst dich nicht aufregen", erwiderte Lockhart, sein breites Lächeln ungestört. „Wie ich in Jahr mit dem Yeti schrieb, habe ich so etwas schon öfters gemacht. Du brauchst dir keine Sorgen zu machen."
„Oh, nein, nicht Sie", stöhnte Harry plötzlich. Er war wieder aufgewacht.
„Weiß nicht was er sagt", rief Lockhart. „Keine Sorge, ich kriege deinen Arm schon wieder hin."
Bevor Emily oder Harry weiter protestieren konnten, hatte Lockhart schon seinen Zauberstab gezückt und murmelte etwas. Emily sah wie Harrys Gesicht ganz blass wurde als die Magie zu wirken begann. Sie blickte zu Harrys Arm und keuchte erschrocken auf. Anstelle den Knochen zu heilen, hatte Lockhart alle Knochen in Harrys Arm entfernt und der Arm schwang nutzlos durch die Luft. Emily drehte sich der Magen um bei dem Anblick. Sie hatte noch nicht mal die Kraft Lockhart dafür anzubrüllen.
„Ah", sagte Lockhart. Sein Lächeln sah jetzt leicht gezwungen aus. „Das kann schon mal passieren. Aber der Punkt ist, dass die Knochen nicht länger gebrochen sind. So, Harry geh jetzt am besten zum Krankenflügel hinauf- ah, Mr Weasley, Miss Granger würden sie ihn begleiten? Madam Pomfrey wird in der Lage sein ein bisschen –ähm- aufzuräumen."
Emily half ihrem Bruder auf die Füße und begleitete ihn ungefragt hinauf ins Schloss. Irgendwo in der Eingangshalle fand sie auch ihre Sprache wieder.
„Bei Merlin", murmelte sie. „Was bildet sich dieser Idiot ein? Er ist doch total unfähig. Selbstverliebt und arrogant kommt ja noch dazu. Ich wette er hat seine ganzen Erlebnisse nur erfunden. Ich hätte niemals zulassen sollen, dass er dir zu nahe kommt. Nicht länger gebrochen? Merlin, er hat alle deine Knochen weggezaubert. Du hast überhaupt keine! Das hätte selbst Neville besser gemacht! Dieser- dieser, ach ich hab keine Worte dafür! Merlin."
Harry grinste schief als er den Wortschwall seiner Zwillingsschwester hörte. Es war ein gutes Gefühl zu wissen, dass man jemanden hatte der einen liebte und der sich um einen Sorgen machte. Ein Gefühl, das er lange vermisst hatte.
Madam Pomfrey war nicht sehr erfreut als sie Harrys Arm sah. „Du hättest sofort zu mir kommen sollen! Ich kann Knochen in Sekunden heilen, aber sie wachsen lassen- Du musst über Nacht hierbleiben und es wird wehtun."
Sie holte eine große Flasche Skele-Wachs und verabreichte Harry eine gute Portion. "Mal ehrlich, kann nicht ein Spiel vergehen, ohne dass einer von euch beiden im Krankenflügel landet?, murmelte sie.
Dann kletterte er ins Bett. Plötzlich öffnete sich die Tür zum Krankenflügel und das Gryffindorteam trat ein. Sie alle waren, genauso wie Emily, dreckig und patschnass. Die restlichen fünf stellten sich um Harrys Bett herum.
„Unglaublich wie du geflogen bist", sagte George. „Ich habe gerade Marcus Flint gesehen wie er Malfoy angeschrien hat. Irgendwas von den Schnatz über dem Kopf haben, aber ihn nicht sehen. Malfoy sah nicht sehr glücklich aus."
Emily konnte ein Grinsen nicht unterdrücken als sie das hörte. Eigentlich geschah es Draco ja zu Recht. Das Team hatte Kuchen und Kürbissaft mitgebracht und sie wollten eigentlich ihren Sieg über Slytherin feiern, doch Madam Pomfrey schmiss sie hinaus mit den Worten: „Der Junge braucht Ruhe, ihm fehlen dreiunddreißig Knochen die wieder wachsen müssen! Raus! RAUS!"
Und weil keiner den Zorn der Krankenschwester auf sich ziehen wollte, verließen sie alle zögerlich den Krankenflügel in Richtung Gemeinschaftsraum. Nach einer langen heißen Dusche saß Emily unten im Gemeinschaftsraum vor dem Kamin. Plötzlich winkten die Weasleyzwillinge, die in der anderen Ecke saßen, sie zu sich hinüber. Neugierig ging sie hinüber, denn die Zwillinge grinsten breit, was meistens hieß, dass sie einen neuen Streich geplant hatten.
„Was ist denn?", fragte Emily. „Habt ihr einen neuen Streich geplant?"
„Heute ausnahmsweise mal nicht", antwortete Fred grinsend.
„Wir haben was anderes vor", fügte George hinzu. „Komm mit."
Emily folgte den beiden aus dem Gemeinschaftsraum, hinein in ein leeres Klassenzimmer. Fred schloss die Tür, damit keiner sie unbeabsichtigt finden konnte, dann zog er aus seiner Tasche ein zusammengefaltetes Stück Pergament. Emily zog fragend eine Augenbraue hoch.
„Was ist das?", fragte sie. „Ihr wollt doch nicht plötzlich anfangen zu lernen?"
„Nein, das auf keinen Fall", antworteten Fred und George unisono.
„Was wir dir hier zeigen ist das Geheimnis unseres Erfolges", sagte Fred geheimnisvoll. „Genau", fügte George hinzu. „Mit ein bisschen Übung würdest du nämlich die perfekte Ergänzung zu uns beiden darstellen. Natürlich nur wenn du möchtest?"
Emily nickte eifrig. Natürlich wollte sie mitmachen. Die beiden waren mit ihre besten Freunde und sie liebte ihre Streiche. Emily hatte zwar erst bei einem ihrer Streiche mitgemacht und sie mussten leider fliehen bevor Filch sie erwischte. Und danach war Emily zusammen mit Harry, Ron und Hermine damit beschäftigt den Stein der Weisen zu retten.
„Ich bin dabei", sagte sie und sah in die leuchtenden Gesichter der Zwillinge. Fred breitete das Pergament aus und zog seinen Zauberstab hervor.
„Ich schwöre feierlich ich bin ein Tunichtgut!", sagte Fred und tippte das Pergament an. Sofort bildeten sich Tintenspuren auf dem Pergament und formten ein paar Worte. Emily beugte sich über das Pergament und las: Die hochwohlgeborenen Herren Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone präsentieren stolz – Die Karte des Rumtreibers
Tatze, Wurmschwanz, Krone und Moony. Die Namen kannte sie! Es waren die Namen aus den Büchern über Animagi. Sie runzelte die Stirn, anscheinend steckte mehr hinter den vieren als nur vermutlich illegale Animagi.
Es war eine Karte die jedes kleine Detail von Hogwarts zeigte als sich die Tinte über das ganze Pergament streckte und sich zu den Gängen, Hallen und Räumen der Schule formte. Aber das Bemerkenswerte war, dass sich über das Pergament kleine, beschriftete Punkte bewegten, sie zeigten wo sich jeder im Schloss befand. Snape war unten in den Kerkern, Albus Dumbledore lief in seinem Büro auf und ab und Filch war irgendwo unten in der Eingangshalle. Und noch etwas fiel Emily auf, die Karte zeigte mehrere Gänge aus dem Schloss hinaus, einige führten direkt nach Hogsmeade.
„Sie zeigt dir alles und jeden in Hogwarts", erklärte George. „Die Karte lügt nie."
„Und wo sind wir gerade?", fragte Emily neugierig. Fred deutete auf drei kleine Punkte in der Nähe des Gryffindorturms. Emily warf einen genaueren Blick darauf und erschrak. Neben den zwei Punkten die Fred Weasley und George Weasley hießen, war der dritte Punkt der hieß Emily Potter. Alle Farbe war aus ihrem Gesicht gewichen. Die Karte lügt nie, schoss es ihr durch den Kopf.
„Ich glaube ich muss euch etwas erklären", sagte Emily seufzend und setzte sich auf einen der Tische.
„Musst du nicht.", sagte Fred lächelnd.
„Wir wissen schon alles", fügte George ebenfalls lächelnd hinzu.
„Wie? Was?", war alles was Emily sagen konnte.
„Wir haben Mum und Dad damals belauscht als sie über dich gesprochen haben. Sie sagten, dass du endlich gefunden worden bist und dass Snape dich zu uns bringen würde, damit du den Rest der Ferien bei uns verbringst. Leider hat Mum uns erwischt und uns schwören lassen, dass wir niemandem etwas sagen, noch nicht einmal dir. Sonst würden wir jeden Tag einen Heuler bekommen und den Rest unseres Lebens keinen Nachtisch. Du weißt, wie unsere Mum ist wenn sie wütend ist.", erklärte Fred.
Emily nickte. Mrs Weasleys Drohung war ziemlich einschüchternd, außerdem erinnerte sie sich nur zu gut an die Strafpredigt nachdem die Weasleyzwillinge und Ron sie von den Dursleys geholt hatten und an den Heuler den Ron am Anfang des Schuljahres bekommen hatte.
„Und wir haben unser Versprechen gehalten", sagte George stolz.
„Danke, Jungs", sagte Emily. „Gut, dass ihr mir damals nicht erzählt habt, denn erstens wusste ich noch nicht mal wer Harry überhaupt ist und zweitens nicht, dass er überhaupt mein Bruder ist."
„Mum sagte so etwas, ich glaube Dumbledore sollte es euch sagen", sagte Fred. „Aber egal, es macht doch alles einfacher, dass es jetzt alle wissen. Bill und Charlie wissen es wahrscheinlich auch. Laut Mum sind sie alt und vernünftig genug es zu wissen."
„Die einzigen die es nicht wissen sind Percy, Ron und Ginny", fügte George hinzu.
„Ron weiß es auch", stellte Emily richtig. „Ihm und Hermine durften wir es sagen. Aber es muss ein Geheimnis bleiben! Wegen unserer Sicherheit! Versteht ihr?"
„In Ordnung", sagte George.
„Wir wollen schließlich nicht Mums Zorn auf uns ziehen", fügte Fred hinzu. Er schnitt eine Grimasse. „Ich habe Hunger. Sollen wir in die Küche gehen?"
Emily lachte laut auf und passend dazu grummelte ihr Magen. Jetzt war es an den Zwillingen in Lachen auszubrechen. „Wo ist denn die Küche? Und dürfen wir denn da dahin?"
„Die zweite Frage haben wir jetzt mal überhört. Selbst wenn wir nicht dahin dürfen, würden wir es trotzdem machen, denn die Hauselfen lieben es uns etwas zu essen geben", erklärte Fred und verdrehte die Augen. „Hier nimm die Karte und führ uns hin. Kannst schon mal üben."
„Ach und bevor wir es vergessen, wenn du fertig bist, dann tippe die Karte mit dem Zauberstab an und sage Missetat begangen. Dann verschwindet alles wieder", sagte George. „Die Karte bleibt unser Geheimnis, muss ja nicht jeder alles wissen."
Bevor sie den Raum verließen, zog Emily die Zwillinge noch in eine Umarmung. „Danke für alles", flüsterte sie.
„Keine Ursache", sagten die beiden gleichzeitig, danach machten sie sich endgültig auf den Weg in die Küche. Emily nahm die Karte und führte sie quer durch das Schloss bis sie einen hellen, sauberen Gang landeten der im Untergeschoss des Schloss lag. An einer Wand hing ein Bild einer Obstschüssel. Fred trat vor und kitzelte die Birne. Emily beobachtete erstaunt wie sich die Birne in einen Türgriff verwandelte. Sie kletterten durch die Öffnung und standen nun in der riesigen Küche. Hunderte von kleinen Hauselfen wieselten umher und verrichteten ihre Arbeit. In der Mitte standen vier große Tische, genauso wie in der großen Halle.
Ein Hauself kam auf sie zugelaufen und zog sie durch die Küche an einen kleineren Tisch. Ein paar Minuten später lag vor ihnen jede Menge zu essen. Es wurde ein lustiger Abend mit leckerem Essen und einer hitzigen Diskussion über das Quidditchspiel. Als sie gingen, bedankten sie sich bei den Elfen, die sich sehr über ihren Besuch gefreut hatten.
Sie kehrten in den Gemeinschaftsraum zurück und setzten sich in eine Ecke. Emily holte sich ihre Zeichensachen und setzte sich vor den Kamin. Es war lange her, dass sie die Zeit dazu gefunden hatte. Als sie vor dem Schlafengehen endlich den Bleistift weglegte, musste sie kurz grinsen. Unbewusst hatte sie lauter Hunde, Katzen und jede Menge andere Tiere gemalt.
