35. Der mysteriöse Hund

Ginny huschte leise in den Krankenflügel. Mit einem kurzen Blick vergewisserte sie sich, dass Madam Pomfrey am anderen Ende zu tun hatte, dann ging sie hinüber zu dem mit Vorhängen von den anderen abgetrennten Bett. Harry saß am Fußende des Bettes und blickte zu seiner Schwester. Er war blass und er sah aus als ob er in letzter Zeit schlecht geschlafen hätte. Was er vermutlich auch getan hatte, denn man musste ihn förmlich von Emilys Bett wegziehen. Es war fast so wie im letzten Jahr, als Emily versteinert worden war.

„Harry?", fragte Ginny leise und Harry zuckte erschrocken zusammen. „Hat sich irgendwas geändert?"

„Nein", seufzte Harry und nahm die Brille ab um sich über die rotgeränderten Augen zu reiben. Seit einer Woche lag Emily schon im Koma. Madam Pomfrey hatte gesagt wenn sich nicht innerhalb der nächsten zwölf Stunden etwas ändern würde, dann würde man Emily ins St. Mungos verlegen.

„Geh nach unten in die Große Halle und iss etwas. Danach gehst du schlafen", schlug Ginny vor. „Hermine und Ron warten schon auf dich."

„Ich möchte Emily nicht alleine lassen", protestierte Harry.

„Ich bleibe bei ihr", erwiderte Ginny. „Wenn etwas passiert, sage ich dir Bescheid."

„Wirklich?"

„Ja. Und jetzt geh. Es hilft keinem wenn du auch noch umkippst, weil du nichts isst", sagte Ginny bestimmt.

Harry nickte und rutschte vom Bett hinunter. Bevor er ging, drehte er sich noch einmal um. „Danke." Er verschwand ohne zu sehen, dass Ginnys Wangen sich tiefrot färbten. Es war bestimmt albern aber sie war schon immer in Harry verliebt gewesen. Vorsichtig setzte sie sich ans Fußende und begann mit ihrer stillen Wache.

Das grelle Licht stach in Emilys Augen als sie vorsichtig versuchte sie zu öffnen. Ihre Lider flatterten und dann wurde es plötzlich etwas dunkler. Emily atmete tief ein und merkte wie ihr Brustkorb leicht schmerzte. Dann erinnerte sie sich wieder. Sie war beim Quidditchspiel vom Besen gefallen und dann waren da die Dementoren. Sie spürte die kühlen Laken unter denen sie lag und die ihr verrieten, dass sie nun wahrscheinlich im Krankenflügel war.

„Emily?", fragte jemand vorsichtig. In Emilys Blickfeld tauchte langes rotes Haar auf. Und dann erkannte Emily, dass Ginny neben ihrem Bett stand. Sie hatte wahrscheinlich auch das Licht gedimmt. „Bist du wach?"

Emily versuchte zu sprechen, doch nur ein Krächzen kam aus ihrer Kehle. Ginny sah nichtsdestotrotz erleichtert aus. „Willst du was trinken?"

Emily nickte nur als Antwort und Ginny reichte ihr vorsichtig ein Glas Wasser mit einem Strohhalm. Als die kühle Flüssigkeit ihre Kehle herunter rann, seufzte Emily erleichtert auf. „Was ist passiert?" Ihre Stimme klang rau und ihr Brustkorb schmerzte immer noch.

„Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll." Ginny setzte sich wieder auf das Bett und wandte sich zu Emily. „Wir haben nicht viel von dem Spiel gesehen, also kenne ich nicht alle Details. Na ja, der Sturm war so schlimm, dass wir die Spieler immer nur kurz gesehen haben, wenn sie über unsere Köpfe flogen. Und dann sind irgendwann die Dementoren aufgetaucht." Sie schauderte bei der Erinnerung an die schrecklichen Wachen von Askaban.

„Es war als ob man nie wieder glücklich sein würde. Dann fiel Harry plötzlich durch die Luft und Dumbledore rannte aufs Feld und verlangsamte seinen Fall. Und dann hat er die Dementoren vertrieben. Alle dachten Harry wäre tot. Er wurde nach oben in den Krankenflügel gebracht. Es geht ihm wieder gut", fügte Ginny hastig hinzu als sie Emily besorgten Blick sah.

„Diggory hat den Schnatz gefangen und Hufflepuff hat gewonnen. Das Spiel wurde abgepfiffen und alle sind wieder gelandet. Angelina und Katie hatten schon gemerkt, dass du fehlst, aber sie wurden durch die Dementoren abgelenkt. Auf jeden Fall wussten dann alle, dass du fehlst und sie haben begonnen nach dir zu suchen. Sie machen sich alle fürchterliche Vorwürfe deswegen."

Emily schüttelte den Kopf. „Das brauchen sie nicht. In der Suppe da oben hat man fast nichts gesehen. Sie trifft keine Schuld."

Ginny lächelte. „Erzähl ihnen das am besten selbst, damit sie dir glauben. McGonagall hat dich hinter der Ravenclawtribüne außerhalb des Stadiums gefunden. Ich habe sie noch sie aufgelöst gesehen wie als sie dich hinein getragen haben."

„Ich muss ja wirklich schlimm ausgesehen haben" Emily schnitt eine Grimasse.

„So kann man es auch sagen. Ich habe dich nur kurz gesehen auf der Trage, aber du warst einfach nur dreckig, nass und von Kopf bis Fuß mit Blut beschmiert. Selbst deine Haare konnte man nicht erkennen."

Emily hob die Hand und fuhr sich durch die Haare. Plötzlich stutzte sie. Die längsten Haare reichten ihr gerade mal bis zum Kinn, früher waren ihre schulterlang gewesen.

„Madam Pomfrey hat sie abgeschnitten, warum musst du sie fragen" Dann erzählte Ginny, dass Emily für den Rest der Woche im Koma gelegen hatte und dass sie kurz davor war, dass man sie ins St. Mungo's verlegen müsste. Und dass, eigentlich immer jemand an ihrem Bett gesessen hatte und beinahe Madam Pomfrey in den Wahnsinn getrieben hätte. „Die halbe Schule hat dich besucht. Harry musste man von deinem Bett weg zwingen."

„Wo ist er denn jetzt?", fragte Emily neugierig.

„Beim Abendessen", antwortete Ginny. „Er hat kaum geschlafen und gegessen. Ich hab ihn nach unten zu Hermine und Ron geschickt." Sie errötete und kurz und Emily lächelte. „Du magst Harry immer noch sehr gerne, oder?"

Ginny errötete noch mehr und nickte verlegen. „Für ihn bin ich nur Rons kleine Schwester. Und das kleine Mädchen, dass er aus der Kammer retten musste."

„Dann zeig ihm, dass du genau das nicht bist", erwiderte Emily. „In dir steckt soviel mehr. Ich bin mir sicher, dass er irgendwann erkennt wie toll du bist."

„Danke", sagte Ginny leise und ließ den Kopf hängen.

„Was ist denn?", hakte Emily besorgt nach. Noch etwas schien Ginny Sorgen zu machen.

„Ich kann nicht glauben, dass ich vor ein paar Minuten noch so eifersüchtig auf dich war", gab Ginny kleinlaut zu.

Emily runzelte die Stirn und dann dämmerte es ihr. Vorsichtig setzte sie sich auf und sah Ginny direkt in die Augen. „Ginny, ich wollte nie und ich werde auch niemals etwas von Harry wollen. Er ist für mich wie ein Bruder. Und nicht mehr."

„Tut mir leid. Ich weiß ich bin albern", sagte Ginny. „Es ist nur so, dass ich dachte, es steckt mehr dahinter, weil ihr immer die Ferien zusammen verbringt."

Emily lachte bitter auf. „Es gibt einen anderen Grund warum ich immer mit Harry die Ferien verbringe. Ich glaube ich sollte, dir den wahren Grund nennen, solange du mir versprichst es keinem zu sagen. Niemanden außerhalb deiner Familie."

Ginny sah sie verwundert an, nickte aber.

„Harry ist nicht wie ein Bruder für mich, er ist mein Bruder. Mein Zwilling um genau zu sein."

Ginnys Kinnlade fiel herunter und sie starrte Emily verwundert an. Dann schien sie wieder aus ihrer Starre zu erwachen und sagte: „Das erklärt einiges. Warum ihr zum Beispiel am gleichen Tag Geburtstag habt."

Emily schmunzelte. „Ja. Und bitte sag wirklich niemanden etwas. Es geht um die Sicherheit-"

„Wegen Sirius Black?", unterbrach Ginny sie.

„Unter anderen", sagte Emily. „Würdest du mir einen Gefallen tun und Harry holen?"

„Klar", sagte Ginny und rutschte vom Bett. „Und danke für alles."

„Kein Problem. Dafür sind Freundinnen doch da", sagte Emily lächelnd und ließ sich wieder in die weichen Kissen sinken. Ihr Brustkorb schmerzte noch mehr von dem ganzen Sprechen und ihr Körper fühlte sich so an als ob sie geschlagen worden wäre. Ein paar Minuten später kam Madam Pomfrey an und gab Emily mehrere verschiedene Medikamente. Danach fühlte Emily sich schon besser, auch wenn sie dafür jetzt müde war.

Von Madam Pomfrey erfuhr sie auch, dass sie sich bei dem Sturz fast 2/3 aller Knochen im Körper gebrochen hatte, inklusive eines Schädelbasisbruchs und dem Bruch sämtlicher Rippen. Die Haare hatten abgeschnitten werden müssen, weil sie komplett mit Blut und Dreck verklebt waren und die Versorgung der Wunde behinderte. Emily lehnte das Angebot ab sie wieder lang zaubern zu lassen. Sie mochte den Haarschnitt. Ihre roten Locken waren jetzt mehr gebändigt und sahen nicht mehr so wild aus. Genauso wie Harry hatte sie das Haar ihres Vaters geerbt.

„Wann kann ich hier wieder raus?", fragte Emily neugierig.

Madam Pomfrey schmunzelte. „Das dauert noch ein paar Tage. Nicht jeder fällt mal eben so hundert Meter durch die Luft. Du brauchst noch ein bisschen Ruhe."

Sie wurde unterbrochen, denn laute Schritte ertönten hinter dem Vorhang und Harry, das Quidditchteam, Hermine, Inga, Leo, Ron und Ginny standen nun um Emilys Bett herum. Emily grinste während Madam Pomfrey überhaupt nicht erfreut war. „Emily braucht Ruhe", sagte sie streng. „Würdet ihr bitte gehen?"

„Bitte", begann Fred.

„Wir wollen nur kurz nach Emily sehen", fügte George hinzu und lächelte die Krankenschwester an.

„Nur fünf Minuten!", rief Harry und setzte sich auf den Stuhl neben dem Bett. Der Rest nickte zustimmend.

„Nun gut", stimmte Madam Pomfrey widerstrebend zu. „Aber wirklich nur fünf Minuten." Sie drehte sich um und ging, aber auch sie konnte ein kleines Lächeln nicht verbergen. Kaum dass sie gegangen war, brachen sofort die Fragen über Emily herein.

„Wie geht es dir?"

„Wir haben uns Sorgen gemacht, weil du nicht aufgewacht bist."

„Geht es dir jetzt wieder besser?"

Emily lachte laut auf, auch wenn durch ihren Brustkorb ein scharfer Stich fuhr. Aber es tat einfach zu gut ihre Freunde wieder zu sehen. „Stopp, stopp. Ich kann doch gar nicht antworten."

Sofort erstarben alle und richteten ihren Blick auf sie. „Danke, dass ihr alle hier seid. Es geht mir gut, aber ich darf erst in paar Tagen hier raus." Sie unterhielten sich fröhlich, bis Madam Pomfrey Emilys Besucher nach zehn Minuten endgültig hinauswarf. Nur Harry durfte noch bleiben.

„Ich hab mir ganz schöne Sorgen gemacht als ich da so liegen sah. So blass und still", sagte Harry leise. "Selbst dich in den Träumen besuchen hat nicht geklappt." Er hatte es jede Nacht probiert.

„Es tut mir Leid", erwiderte Emily ebenso leise. „Aber wie geht es dir? Die Dementoren…" Sie musste nicht weitersprechen, beide wussten auch so worum es ging. „Ich habe unsere Mutter gehört. Kurz bevor Voldemort sie-" Emily musste schlucken. „sie getötet hat. Es war schrecklich."

Harry nickte. „Ich hab sie auch gehört. Aber Lupin hat mir versprochen, uns beizubringen wie man die Dementoren abwehrt." Sein Gesicht hellte sich deutlich auf, als er davon sprach. „Aber leider erst Anfang des nächsten Jahres. Er ist immer noch ein bisschen krank."

"Immerhin", sagte Emily. „Ich kann es kaum abwarten." Sie musste ein Gähnen unterdrücken. „Sorry. Hat jemand eigentlich meinen Nimbus wieder gefunden? Ich muss gestehen, ich war etwas abgelenkt."

Harry grinste schief, doch es erstarb schnell. „Nein. Von deinem Besen gibt es keine Spur. Meiner ist in die Peitschende Weide geflogen und sie hat zurück geschlagen. Hagrid hat gesagt, er schaut mal nach ob sie deinen Nimbus im Verbotenen Wald wieder finden. So lange müssen wir mit den Schulbesen fliegen."

„Das sind ja tolle Aussichten", stöhnte Emily und gähnte jetzt doch. „Ich glaube, der Schlaftrank von Madam Pomfrey wirkt jetzt."

„Ich sollte besser gehen", sagte Harry und stand auf.

Emily schüttelte den Kopf und rückte ein Stückchen zur Seite. „Kannst du nicht noch ein bisschen bleiben?"

Harry lächelte und legte sich zu Emily ins Bett. „Weißt du, dass Leo die ganze Zeit ziemlich besorgt um dich war? Er hat kaum etwas gesagt, das ist sogar mir aufgefallen."

„Er hat es nicht leicht mit seiner Familie", erwiderte Emily. „Er ist ein Außenseiter, selbst in Gryffindor. Und dass alles nur weil er in die falsche Familie hinein geboren wurde. Er hat nicht viele Freunde hier."

„Davon habe ich nichts gewusst", sagte Harry betroffen.

„Das habe ich gemerkt." Emilys Stimme klang schläfrig und ihre Augen fielen zu. Ein paar Minuten später war sie eingeschlafen.

„Gute Nacht, Schwesterherz." Kurz darauf war auch Harry eingeschlafen. Madam Pomfrey, die ein paar Minuten später ihre abendliche Runde durch den Krankenflügel drehte, brachte es nicht über das Herz, die beiden wieder zu trennen.

Ein paar Tage später wurde Emily endlich aus dem Krankenflügel entlassen. Dank der vielen Besucher hielt sich ihre Langeweile auch in Grenzen. Sogar Hagrid hatte sich in den Krankenflügel gequetscht und brachte ihr seine selbstgebackenen Kekse mit. Ansonsten beschäftigte sie sich damit die verpasste Arbeit nach zu holen und Madam Pomfrey genauestens nach allen Heilmitteln zu fragen, bis diese entnervt aufgab und Emily ihre Bücher zur Verfügung stellte.

Dennoch war sie froh, dass sie endlich wieder zurück in den Gryffindorturm durfte. Die Krankenschwester ließ Emily mit dem dringlichen Hinweis es nicht zu übertreiben, wieder ziehen. Emily war noch ein bisschen wackelig auf den Beinen, das hielt sie aber nicht von ihrer guten Laune ab. Vor allem weil außerdem Freitag war und sie das ganze Wochenende vor sich hatte.

In einem der Gänge zwischen Krankenflügel und dem Turm traf sie auf Katharina Lestrange, die anscheinend ganz zufällig hier war.

„Na endlich wieder auf den Beinen?", zog Katharina sie auf. „Haben dich die Dementoren so erschreckt, du arme Kleine."

„Es waren nicht die Dementoren, wenn du es genau wissen willst", erwiderte Emily ruhig, obwohl sich in ihr der Ärger bildete. „Und wenn du mich jetzt bitte vorbeilassen würdest?" Emily sah Katharina auffordernd an, doch die machte keine Anstalten sich zu bewegen. „Lass meinen Bruder in Ruhe. Du setzst ihm nur närrische Ideen in den Kopf. Er ist ein Lestrange."

„Ich weiß", zischte Emily. „Das brauchst mir nicht zu sagen. Aber ich werde Leo bestimmt nicht in Stich lassen. Es sind keine närrischen Ideen, aber das geht bestimmt nicht in dein Köpfchen hinein, oder?"

Katharinas dunkle Augen blitzten gefährlich auf. „Wage es ja nicht mich zu beleidigen. Nur weil du in Gryffindor bist. Eine Bande von Schlammblütern, wie diese Granger und Blutsverrätern."

„Wer beleidigt hier gerade wen?", sagte Emily gefährlich leise. Sie zog ihren Zauberstab aus ihrem Umhang. „Ich würde aufpassen was ich sage."

„Du würdest es nicht wagen mich zu verhexen", sagte Katharina und lachte. In ihrem Lachen, das den leeren Gang entlang hallte, schwang ein Hauch Wahnsinn mit. „Teufelskind."

Das war zuviel für Emily und ihr letzter Geduldsfaden riss. Mit der einen Hand drückte sie Katharina gegen die Wand und richtete ihren Zauberstab auf sie. Ihre Rippen protestierten etwas, aber darum kümmerte sich Emily nicht. Erst Edwin und jetzt Katharina. Doch bevor Emily etwas tun konnte, hörte sie Schritte in dem Korridor und beide Mädchen fuhren herum. Vor ihnen stand Snape.

„Miss Lestrange, Miss Evans", sagte er ruhig. „Würden Sie mir bitte erklären was hier vor sich geht?"

„Sie hat mich einfach angegriffen", sagte Katharina und deutete anklagend auf Emily. „Ich habe nichts gemacht."

„Bei Merlins Bart, jetzt hör auf zu lügen", rief Emily verärgert. „Katharina hat Gryffindor beleidigt. Sie sagte, wir wären eine Bande von Schlammblütern und Blutsverrätern." Ihre Stimme zitterte leicht als sie das Schimpfwort aussprach.

"Gehen Sie jetzt besser, Miss Evans", sagte Snape ruhig, ohne irgendwelche Anstalten zu machen Katharina zu bestrafen.

„Aber sie –", widersprach Emily heftig, doch Snape unterbrach sie abrupt: „Falls Sie nicht möchten, dass ich Gryffindor Punkte abziehe, dann sollten Sie besser gehen."

Emily murmelte: „Ja, Sir." Dann drehte sie sich um und stapfte wütend davon. Sie hörte noch wie Snape fünf Punkte von Slytherin abzog, was sie überraschte. Snape hatte noch nie seinem eigenem Haus Punkte abgezogen. Eigentlich hatte sie gedacht, dass er Slytherin mal wieder ungeschoren davon kommen lassen würde.

Im Gemeinschaftsraum traf sie auf Fred und George, die in einer Ecke hockten und die Köpfe zusammen steckten. Als sie Emily sahen, winkten sie sie sofort herbei. Emily setzte sich zu den beiden.

"Gehts dir wieder besser?", fragte Fred besorgt.

George rollte mit den Augen. "Wäre sie sonst aus dem Krankenflügel entlassen worden?"

Emily musste lachen. "Ja, es geht mir wieder gut. Aber danke der Nachfrage."

"Man wird ja wohl fragen dürfen", verteidigte Fred sich. "Aber was ich eigentlich fragen wollte, ist kennst du diesen schwarzen Hund? Er hat uns nach dem Spiel zu dir geführt."

"Nein, eigentlich nicht", erwiderte Emily. "Ich habe ihn einmal im Ligusterweg gesehen während der Ferien und dann wieder beim Spiel. Er saß auf der Tribüne und schien dem Spiel zuzusehen. Aber warum sollte er das machen?"

Fred und George zuckten mit den Schultern. Sie wussten es beide auch nicht. "Aber woher wusste er dann wo er dich zu finden hatte?", überlegte George.

"Nachdem ich gestürzt bin, ist er an meiner Seite aufgetaucht. Auch als die Dementoren kamen ist er bei mir geblieben." Emily erinnerte sich gut daran. Das nasse Fell unter ihren Händen, das einzig Lebendige in der Kälte der Dementoren. Ein Anker, bis sie dann endgültig losließ und in die Schwärze der Bewusstlosigkeit fiel. "Ab dann kann ich mich an das Meiste nicht erinnern."

"Normalerweise gibt es keine Hunde in Hogwarts. Die einzige Ausnahme ist Fang", sagte Fred. "Woher ist er dann gekommen?"

"Vielleicht aus Hogsmeade?", schlug George vor.

"Aber warum ist er dann überhaupt auf den Ländereien gewesen?", hielt Emily dagegen. "Hat jemand wieder den Hund gewesen nach dem Spiel?"

"Nein." Fred schüttelte bedauernd den Kopf. "Er bleibt verschwunden. Niemand hat ihn gesehen außer McGonagall, uns beiden und dir."

Emily runzelte die Stirn. Alles wurde immer mysteriöser. Eingebildet hatte sie sich den Hund definitiv nicht. Aber was steckte dann dahinter?

sonnenscheinnici: Ja das wäre auch eine Möglichkeit gewesen :) Aber sie hätten die Karte ja auch erst noch holen müssen & an McGonagall vorbeischmuggeln müssen :D

Anonymia: Mehr verrate ich nicht :)

Julsfree: Dankeschön :) Solange es jemand liest werde ich über alle Bücher schreiben :) Ich liebe Fred auch, aber über sein Schicksal habe ich noch nicht entschieden :) Du hast auf jeden Fall schon mal gut geraten, aber es werden bestimmt noch einige Szenen kommen in denen du bestimmt die richtige Lösung errätst :D