54. Rückkehr, Ankündigungen und Party
Die Abfahrt nach King's Cross war wie immer ziemlich chaotisch. Mr Weasley wurde frühmorgens zur Arbeit gerufen weil es einen Überfall auf einen ehemaligen Auror gegeben hatte und nun ein paar Gegenstände verrückt spielten. Mrs Weasley hatte ein paar Muggeltaxis bestellt, deren Fahrer ganz und gar nicht begeistert waren von den vielen Koffern und den Tieren, aber irgendwie schafften sie dann doch alles zu verstauen und sie machten sich auf den Weg zum Bahnhof. Es war eine ziemlich unbequeme Fahrt und so waren alle froh als sie endlich in King's Cross ankamen.
Zusammen mit Ron, Harry und Hermine machte sich Emily als erste Gruppe auf den Weg zum Gleis 9 ¾ und schnell hatten sie die geheime Absperrung überwunden. Der Zug stand wie immer in wabernde Schwaden aus Dampf eingehüllt da, während auf dem Bahnsteig dichtes Getümmel herrschte. Doch die vier kümmerten sich nicht darum, sondern brachten lieber ihr Gepäck in den Zug und suchten sich ein Abteil, dann stiegen sie noch einmal aus um sich von Mrs Weasley, Bill und Charlie zu verabschieden.
Die beiden ältesten Brüder schmissen mal wieder mit mysteriösen Andeutungen um sich, doch auch auf die Nachfragen aller anderen waren sich nicht bereits etwas zu sagen, sondern grinsten nur. Auch Percy hatte schon ein paar Mal solche Andeutungen gemacht, aber die hatte nie jemand wirklich ernst genommen. Sie mussten sich wohl alle noch bis abends gedulden.
Als ein schriller Pfiff ertönte, sprangen alle schnell wieder in den Zug zurück und winkten den dreien noch zum Abschied zu. Der Regen wurde immer stärker je weiter sie nach Norden kamen, doch im Zug war es warm und gemütlich. Zumindest solange bis sie Dracos Stimme aus dem Flur hörte wo er sich beschwerte, dass er nicht nach Durmstrang gehen durfte. Er wollte lieber die Dunklen Künste lernen, was Emily ein Stirnrunzeln entlockte. Ein Vierzehnjähriger der die Dunklen Künste lernen sollte? Aber Emily war sich auch nicht sicher ob Draco nicht nur das nachplapperte was sein Vater ihm beibrachte.
Zwischendurch stand sie auf und machte sich auf die Suche nach den Hufflepuffs, wo sie bestimmt auch Leo finden würde. Ziemlich weit vorne fand sie sie auch, sie hatten sich zu siebt in eins der Abteile gequetscht, so dass es dort kuschlig warm war. Emily quetschte sich zu Neville, Inga, Leo und Hannah auf die Bank.
„Platz ist auch der kleinsten Hütte", verkündete Ernie fröhlich.
„Fragt sich nur wie viel", gab Inga lachend zurück und ächzte daraufhin auf als Neville sich auf ihre Hand setzte. „Na die ist platt."
Schallendes Gelächter antwortete ihr und Hannah reichte Inga zum Trost einen Keks. Die Fahrt verging schnell, denn alle holten aus irgendwelchen Ecken noch Süßigkeiten und erzählten begeistert von ihren Erlebnissen aus den Ferien. Irgendwann kam das Gespräch auf das geheimnisvolle Ereignis zu sprechen, dass in Hogwarts stattfinden sollte.
„Ich glaube mein Onkel hat Draco davon erzählt", sagte Leo. „Er prahlt auf jeden Fall die ganze Zeit damit, dass er es weiß. Aber ich schalte meistens auf Durchzug wenn sie reden." Er lächelte schwach.
„Meine Eltern wissen auch Bescheid", erzählte Susan. „Sie wissen es von meiner Tante Amelia. Aber sie wollten es mir natürlich auch nicht sagen."
„Ich kann mir auch nicht vorstellen was es sein soll", fügte Ernie hinzu. „Aber wenn das Ministerium eingebunden ist, dann muss es schon etwas ziemlich Großes sein, oder?"
Emily nickte. „Bagman und Crouch haben damit auch zu tun, wenn ich sie richtig verstanden habe als sie sich mit Mr Weasley unterhalten haben. Und die beiden haben schließlich die Weltmeisterschaft organisiert."
„Kommt ihr auch alle zu der Party heute Abend?", wechselte Ernie das Thema.
Auf Ingas Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. „Natürlich. Ich freue mich seitdem ich in Hogwarts bin da drauf." Sie sah zu den drei Gryffindors. „Ihr seid hiermit offiziell eingeladen."
Die anderen Hufflepuffs nickten bestätigend. „Kommt einfach heute Abend zu unserem Gemeinschaftsraum und lasst euch nicht erwischen", fügte Hannah hinzu.
„Wir doch nicht", erwiderte Leo lachend. Die anderen fielen in sein Lachen ein.
Kurz darauf kamen sie auch schon in Hogsmeade an und sie kletterten aus dem Zug. Es regnete in Strömen und sie waren sofort klatschnass. Emily traf in der Schülermasse wieder auf Harry, Hermine und Ron und bestieg mit ihnen und Neville eine der Kutschen die sie hinauf zum Schloss bringen würden. Der Regen hatte sich inzwischen zu einem echten Unwetter entwickelt, Blitze zuckten über den Himmel und die Kutsche wackelte bedrohlich im Wind.
Auch auf dem Hof zerrte der Wind ganz schön an Emily während sie in Richtung des Eingangs sprinteten. Als sie drinnen waren, waren sie so nass, dass sie das Wasser literweise aus ihren Schuhen kippen konnten. Die meisten Schüler sahen auch nicht besser aus als sie. Emily ließ den Blick durch die Halle schweifen, die Schüler schienen vollzählig zu sein, doch am Lehrertisch waren noch einige freie Plätze. Insgeheim fragte sie sich wer dieses Jahr den Posten des Lehrers für Verteidigung gegen die Dunklen Künste übernehmen würde, doch der Professor schien noch nicht da zu sein.
Professor McGonagall führte die Erstklässler herein, die wohl eher über den See geschwommen waren so nass waren sie. Dieses Jahr schienen sie alle noch kleiner zu sein als vorher. „Waren wir auch mal so klein?", flüsterte sie Harry zu.
„Ich bestimmt nicht", erwiderte Harry. „Du wahrscheinlich schon."
Als Antwort bekam Harry nur einen Stoß in die Rippen, Emily richtete ihre Aufmerksamkeit lieber auf den Sprechenden Hut der sich vorne bereitmachte sein Lied zu singen.
Eintausend Jahr und mehr ist's her,
seit mich genäht ein Schneiderer.
Da lebten vier Zaubrer wohl angesehn;
ihre Namen werden nie vergehn.
Von wilder Heide der kühne Gryffindor,
die schöne Ravenclaw die tiefe Schlucht erkor.
Die gute Hufflepuff aus sanftem Tal,
der schlaue Slytherin aus Sümpfen fahl.
Sie teilten einen Wunsch und Traum,
einen kühnen Plan, ihr glaubt es kaum –
junge Zauberer gut zu erziehn,
das war von Hogwarts der Beginn.
Es waren unserer Gründer vier,
die schufen diese Häuser hier
und jeder schätzte eine andere Tugend
bei der von ihm belehrten Jugend.
Die Mutigsten zog Gryffindor
bei weitem allen andern vor;
für Ravenclaw die Klügsten waren
alleine wert der Lehrerqualen.
Und jedem, der da eifrig lernte,
bescherte Hufflepuff reiche Ernte.
Bei Slytherin der Ehrgeiz nur
stillte den Machttrieb seiner Natur.
Es ist vor langer Zeit gewesen,
da konnten sie noch selbst verlesen,
doch was sollte später dann geschehen,
denn sie würden ja nicht ewig leben.
's war Gryffindor, des Rates gewiss,
der mich sogleich vom Kopfe riss.
Die Gründer sollten mir verleihn
von ihrem Grips 'nen Teil ganz klein.
So kann ich jetzt, an ihrer statt,
sagen, wer wohin zu gehen hat.
Nun setzt mich rasch auf eure Schöpfe,
damit ich euch dann vor mir knöpfe.
Falsch gewählt hab ich noch nie,
weil ich in eure Herzen seh.
Nun wollen wir nicht weiter rechten,
ich sag, wohin ihr passt am besten."
Donnernder Applaus brandete in der Halle auf als der Hut verstummte. Nach und nach wurde allen Erstklässlern der Hut aufgesetzt und der Hut verkündete mit lauter Stimme das Haus. Neben Emily wurden die Jungen schon ungeduldig weil sie Hunger hatten, doch auch Emily musste sich eingestehen, dass sie froh als alle eingeteilt waren, denn auch ihr Magen knurrte schon, die Kekse im Zug hatten nicht wirklich geholfen. Aber wie jedes Jahr wurde ihnen ein wahres Festessen aufgetischt, die Hauselfen in der Küche hatten wirklich ganze Arbeit geleistet.
Vom Kopflosen Nick erfuhren sie, dass es beinahe kein Festessen gegeben hätte weil Peeves die Küche verwüstet hatte und die Hauselfen erschreckt hatte. Hermine war total geschockt als sie erfuhr, dass es in Hogwarts Hauselfen gab und sie weigerte sich sofort weiterzuessen. „Sklavenarbeit", sagte sie nachdrücklich und schob ihren Teller von sich weg. „Das steckt hinter diesem Abendessen. Sklavenarbeit."
Emily betrachtete ihr Essen nachdenklich. Sie kannte die Hauselfen von Hogwarts, sie war schon oft genug unten in der Küche gewesen, doch es kam nicht so vor als ob ihr die Hauselfen unglücklich wären. Emily war sich sicher, dass die Hauselfen in Hogwarts gut behandelt wurden, im Gegensatz zu den Hauselfen woanders. Sie musste ja nur an Winky und Dobby denken, die von den Malfoys und von Crouch wirklich wie Sklaven gehalten wurden. Von daher sah sie erstmal keinen Grund in den Hungerstreik zu treten.
Nach dem Essen sprach Dumbledore seine üblichen Worte der Warnung und kündigte zum Schock aller an, dass Quidditch dieses Jahr ausfallen würde. „Der Grund ist eine Veranstaltung, die im Oktober beginnt", erklärte Dumbledore. „und die den Lehrern das ganze restliche Schuljahr viel Zeit und Kraft abverlangen wird- doch ich bin mir sicher, ihr werdet alle viel Spaß haben. Mit größten Vergnügen möchte ich ankündigen, dass dieses Jahr in Hogwarts-"
Er wurde von einem ohrenbetäubenden Donnerknallen unterbrochen, dass vom Krachen der großen Flügeltüren begleitet wurde. Im Türrahmen tauchte die dunkle Silhouette eines Mannes auf, der sich schwer auf einen langen Stock stütze. Sie wurde für den Bruchteil einer Sekunde von einem der vielen Blitze erhellt. Er schien nicht zu bemerken, dass jeder Blick in der Halle auf ihn gerichtet war und lief den Mittelgang entlang zum Lehrertisch. Ein dumpfes Klonk bei jedem zweiten Schritt verriet Emily, dass er wohl ein Holzbein haben musste.
Im Licht des nächtens Blitzes konnte sie auch sein Gesicht erkennen, dass unglaublich roh wirkte, denn ihm fehlte ein Stück seiner Nase und die Haut bestand mehr aus Narben als aus allem anderen. Zusätzlich fehlte ihm ein Auge, das nun durch ein künstliches ersetzt wurde und unaufhörlich in alle Richtungen zuckte. Man fühlte sich unwohl unter diesem stechenden Blick.
Der Fremde unterhielt sich kurz mit Dumbledore und dann ließ er sich am Tisch nieder, während Dumbledore ihn als Professor Moody vorstellte, den neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Die Schüler waren viel zu fasziniert von dem Neuen um für ihn zu klatschen und so wandte Dumbledore sich wieder seiner Ankündigung zu.
„Wie ich eben erwähnte", fuhr er fort. „werden wir in den kommenden Monaten die Ehre haben Gastgeber einer sehr spannenden Veranstaltung zu sein, eines Ereignisses, das seit über einem Jahrhundert nicht mehr stattgefunden hat. Mit allergrößten Vergnügen teile ich euch mit, dass dieses Jahr in Hogwarts das Trimagische Turnier stattfinden wird."
„Sie machen Witze", schrie Fred quer durch die Halle und löste lautes Lachen bei allen aus.
„Ich mache keine Witze, Mr Weasley." Dumbledore schmunzelte. „Nun einige von euch werden nicht wissen worum es bei diesen Turnier geht, und ich hoffe, dass die anderen mir verzeihen wenn ich es kurz erkläre, sie können ja inzwischen weghören."
„Das Trimagische Turnier fand erstmals vor etwa siebenhundert Jahren statt, als freundschaftlicher Wettstreit zwischen den drei größten europäischen Zaubererschulen – Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang. Jede Schule wählte einen Champion aus, der sie vertrat, und diese drei mussten im Wettbewerb drei magische Aufgaben lösen. Die Schulen wechselten sich alle fünf Jahre als Gastgeber des Turniers ab, und alle fanden, dies sei der beste Weg, persönliche Bande zwischen jungen Hexen und Magiern verschiedener Länder zu knüpfen – bis allerdings die Todesrate so stark zunahm, dass das Turnier eingestellt wurde."
„Todesrate?", flüsterte Hermine. Auch Emily sah besorgt zu Dumbledore. Wer kam bitte auf die Idee so etwas Gefährliches in einer Schule abzuhalten? Doch ihre Besorgnis wurde von den meisten nicht geteilt, denn die meisten flüsterten aufgeregt miteinander.
Aber Dumbledore sprach schon weiter und erklärte, dass dieses Jahr dafür gesorgt werden würde, dass niemand in tödliche Gefahr geriet. Im Oktober würden auch die anderen Schulen eintreffen und dann würden die Champions bestimmt. Als Preis winkten Ruhm, Ehre und 1000 Galleonen. Viele sahen sich schon als Champions, doch Dumbledore zerstörte ihre Hoffnungen sehr schnell als er sagte, dass niemand unter 17 daran teilnehmen durfte.
Emily sah zu den Weasleyzwillingen und wusste, dass solche Regelungen zumindest diese beiden nicht aufhalten werden würden. Die beiden begannen schon eifrig miteinander zu flüstern während sich alle auf den Weg zu ihren Gemeinschaftsräumen begaben. Auch Ron schien der Idee mitzumachen nicht ganz abgeneigt zu sein, wie so viele andere.
„Und willst du auch mitmachen?", fragte Emily Leo.
Leo schüttelte entschieden den Kopf. „Diese Alterslinie wird schon ihren Sinn haben, außerdem was will ich mit Ruhm und Ehre? Ich denke sowieso nicht, dass ich eine Chance haben würde."
„Wenigstens einer ist hier mal vernünftig", seufzte Emily. „Ich glaube das ganze Gerede von Ruhm und Ehre hat so manchen den Kopf verdreht."
Wie Recht Emily hatte zeigte sich abends. Zusammen mit Leo, Neville, Lavender und Parvarti schlich sie sich aus dem Gryffindorgemeinschaftsraum um auf die legendäre Party der Hufflepuffs zu gehen. Die beiden anderen Mädchen waren von Justin eingeladen worden. Ein paar aus den älteren Jahrgängen schlossen sich ihnen an, darunter auch Fred, George und der Rest des Quidditchteams.
„Wir wollen doch heute Abend nicht etwa auf eine Party?", wisperte ihr George ins Ohr.
„Ich doch nicht", antwortete Emily unschuldig. „Du etwa?"
„Ich bin ganz unschuldig." George grinste sie an. „Wie immer."
Emily schnaubte leise. „Wers glaubt wird selig. Wer hat euch eingeladen?"
„Tamsin", sagte George.
Emily erinnerte sich an sie nur schemenhaft. Soweit sie wusste war Tamsin Applebee eine der Jägerinnen von Hufflepuff und im gleichen Jahrgang wie George. Und so wie George grinste als er ihren Namen sagte, mochte er Tamsin wohl ziemlich gerne.
„Aha." Emily hob wissend eine Augenbraue und grinste ebenfalls. „Läuft da etwas zwischen euch?"
George wurde ein bisschen rot. „Vielleicht", erwiderte er dann doch recht selbstbewusst. „Kommt auf heute Abend an. Es kann schließlich keiner dem zauberhaften Weasleycharme widerstehen."
Emily musste ihr Lachen unterdrücken, damit sie in den verlassenen Gängen nicht auffielen. Es war zwar noch nicht Ausgangssperre, aber es war doch schon auffällig wenn so eine große Gruppe von Schülern durch das Schloss lief. Dennoch hatten sie Glück und kamen unbeschadet bei den Hufflepuffs an. Deren Gemeinschaftsraum lag in der Nähe der Küche und man hatte einen Schüler davor postiert um Wache zu halten.
Von außen hörte man nichts von der dröhnenden Musik, erst als sie über die Schwelle traten, war die Lautstärke beinahe erschlagend. Es war rappelvoll in dem Raum und Emily sah sich neugierig um. Man hatte die Sofas an die Wände geschoben um so Platz zu machen für eine große Tanzfläche. Am anderen Ende führten zwei Türen wohl zu den Schlafsälen. Der Gemeinschaftsraum lag ebenso wie der der Slytherins unterhalb des Sees, doch es war hier erstaunlich gemütlich. In dem großen Kamin loderte ein Feuer obwohl es hier schon ziemlich warm war und verleihte allem einen sanften Schimmer.
Die älteren Gryffindors verschwanden sofort in der Menge, während Emily, Leo und Neville zusammen blieben. Lavender und Parvarti wurden kurze Zeit später von ein paar Hufflepuffs zum Tanzen aufgefordert, während Inga sich durch die Menge quetschte. Sie trug ein weißes Beatlestshirt und ihre Augen leuchteten.
„Hier seid ihr ja", rief sie über den Lärm hinweg. „Hier." Sie reichte Emily ihre Flasche Butterbier. „Trink aus, dann gehen wir tanzen."
„Du verschwendest auch keine Zeit", sagte Emily belustigt und trank den Rest der Flasche aus.
„Nö." Inga drehte sich zu Neville um, der sich schüchtern an den Rand presste und nur neugierig die Menge betrachtete. „Die anderen sind auch irgendwo auf der Tanzfläche, zumindest waren sie dort als ich sie das letzte Mal gesehen habe. Ich glaube Susan schafft es heute endlich mal Aidan zu überzeugen, dass sie zusammen gehören." Aidan Summerby war ein Jahr über ihnen und hoffnungslos in Susan verknallt, nur leider viel zu schüchtern.
Emily lachte leise und ließ sich dann von Inga auf die Tanzfläche ziehen. Vorher griff sie noch schnell nach Leos Hand und zog ihn hinter sich her. Neville verschwand irgendwo im Gedränge, wahrscheinlich auf der Suche nach Hannah, Justin und Ernie.
Es herrschte ein dichtes Gedränge auf der Tanzfläche und Emily fragte sich insgeheim wie viele Schüler sich heute Abend in diesen Raum gequetscht hatten und ihre Rückkehr zur Schule feierten. Die Musik wummerte laut, eine Mischung aus Muggel- und Zauberermusik und nur dank ziemlich vieler Silencio-Zauber war draußen nichts davon zu hören.
Anfangs war es ungewohnt zu der Musik zu tanzen, doch Ingas gute Laune steckte Emily schnell an und sie ließ sich von der Musik mitreißen. Selbst Leo taute neben ihnen auf und tanzte fröhlich. Inga verschwand immer wieder, dafür sah Emily immer wieder ein paar andere die sie kannte. George verschwand mit Tamsin in einer Ecke, während Fred mit Angelina tanzte, auch Katie tanzte mit einem Jungen aus Ravenclaw. Sogar ein paar Slytherins erkannte Emily, wenn auch keiner aus ihrem Jahrgang hier war.
Irgendwann konnte Emily nicht mehr und zusammen mit Leo suchte sich einen Platz auf den Sofas am Rande der Tanzfläche. Leo brachte ihnen beiden noch Butterbier, das Emily dankend annahm.
„Ich hätte echt nicht gedacht, dass die Hufflepuffs so gute Partys feiern können", sagte Emily nachdem sie einen Schluck von den Butterbier getrunken hatte.
Leo nickte zustimmend. „Ich auch nicht. Da hat Inga nicht zu viel versprochen."
„Stimmt." Emily erinnerte sich daran wie sie unten am Seeufer gesessen hatten und über Vorurteile gesprochen hatten. Damals hatte Inga sich schon total auf diese Party gefreut. Wie lange das schon her war. Sie schüttelte den Kopf um die Erinnerungen zu vertreiben und ließ stattdessen ihren Blick über die Menge schweifen. Im Moment saßen viele am Rand und unterhielten sich mit ihren Freunden während sie Butterbier und Feuerwhiskey tranken. Bei dem Lärm verstand Emily nur ein paar Fetzen, doch das Hauptthema schien das Trimagische Turnier zu sein. So viele brüsteten sich damit, dass sie mitmachen wollten, doch Emily war sich sicher, dass aus den meisten eh nur der Alkohol sprach.
„Weißt du", begann Emily mit einem Mal. „Ich bin echt froh, dass du nicht bei dem Trimagischen Turnier mitmachen willst."
Leos graue Augen wandten sich ihr zu und er runzelte die Stirn. „Wieso? Wie kommst auf einmal darauf?"
Emily zuckte mit den Schultern, sie wusste in diesem Moment selbst nicht wieso sie darauf kam. „Weil ich viel zu viel Angst um dich hätte wenn du da mitmachen würdest." Sie sah in Leos Augen.
Sein ganzes Gesicht schien für einen Moment aufzuleuchten als ob diese Worte für ihn die Welt bedeuteten und sein Lächeln ließ Emily auch lächeln. „Danke", wisperte Leo so leise, dass sie ihn beinahe nicht verstand. „Danke, dass du dich um mich sorgst."
In seinen Worten lag nichts als die raue Wahrheit und Dankbarkeit, so dass es Emily beinahe die Kehle zuschnürte. Weil sie nicht wusste was sie darauf antworten sollte, nahm sie vorsichtig seine Hand und drückte sie kurz. Sie hoffte einfach nur, dass Leo sie verstehen würde, dass Emily sich immer um ihn sorgen würde, dass sie ihn nicht alleine lassen würde, dass er ihr wichtig war.
Sie spürte wie Leo den Druck erwiderte und sie merkte wie sehr sie das Gefühl ihrer verschränkten Hände mochte. Viel wichtiger war aber, dass Leo sie verstand.
Am nächsten Morgen kam Emily nur schwer aus dem Bett, den sie war viel länger bei den Hufflepuffs geblieben und hatte sich ja danach noch durch das Schloss geschlichen. Hermine musste ihre Freundin wecken, sonst wäre sie gleich am ersten Tag zu spät gekommen. Viele der älteren Schüler sahen noch müder aus als Emily und der Kaffeekonsum musste an diesem Morgen wohl ziemlich hoch sein.
In der ersten Stunde traf Emily auch wieder auf Inga, denn Gryffindor und Hufflepuff hatten zusammen Kräuterkunde. Inga musste andauernd gähnen und schien beinahe im Stehen einzuschlafen während die anderen Hufflpuffs nicht ganz so schlimm aussahen. Diese Stunde war wieder mal eine Bestätigung für Emily und Inga warum sie dieses Fach hassten, denn sie mussten Eiter aus Bubotuberpflanzen drücken.
„Ich fände es schon cool wenn ich bei dem Turnier mitmachen könnte", sagte Inga während sie die Pflanze so weit wie möglich von sich weg hielt. „Ich hätte nichts gegen ein bisschen Ruhm und Ehre. Würde Hufflepuff auch mal ganz gut tun."
„Dann kannst du schon mal anfangen dir einen Plan auszudenken wie du dich älter machst", hielt Emily dagegen.
„Es wird sowieso keiner gegen Dumbledores Zauber ankommen", erwiderte Inga. „So doof ist der ja auch nicht, dass man ihn so leicht austricksen könnte. Ne ne, das tue ich mir nicht an. Ich schaue mir das aus sicherer Entfernung an und mache dann bei der nächsten Wiederholung mit, dann habe ich schon alle möglichen wichtigen Tipps gelernt und erledige die drei Aufgaben mit links." Sie grinste breit, doch es verschwand schnell als der Eiter aus der Pflanze quoll. „Mensch, ist das eklig."
Für Emily ging es noch ekliger weiter, denn Hagrid stellte ihnen in Pflege magischer Geschöpfe neue Kreaturen vor, die Knallrümpfigen Kröter, die absolut hässlich waren und stanken. Emily konnte sich nicht entscheiden was schlimmer war: der Eiter oder die Kröter. Nur weil sie Hagrid wirklich mochte fütterte sie eins der Dinger, das jedoch vor ihren Augen explodierte. Sie fragte sich ernsthaft was der Sinn dieser Tiere war, aber da es anscheinend noch nicht mal Hagrid selbst wusste, sparte sie sich diese Frage.
Und als ob der Tag nicht besser werden könnte, trafen sie in der Eingangshalle vor dem Abendessen auf Malfoy, der sich über die Weasleys lustig machte weil im Tagepropheten ein Artikel über Mr Weasley und die Pannenserie im Ministerium erschienen war. Eine Hexe des Ministeriums war nämlich verschwunden und es gab immer noch Kritik wegen der fehlenden Sicherheitsmaßnahmen bei der Weltmeisterschaft. Zusätzlich gab es jetzt auch noch Stress für Mr Weasley wegen dem Zwischenfall mit Moody.
Ron, Emily und Harry waren richtig wütend und Emily griff schon nach ihrem Zauberstab, doch Malfoy war schneller und durch die Luft zischte ein Fluch direkt auf Harry zu, der Malfoy den Rücken zugedreht hatte. Bevor allerdings noch irgendjemand anderes reagieren konnte, flog ein zweiter Fluch durch die Luft und traf Malfoy.
„Oh nein, das machst du nicht, Freundchen!" Die Stimme gehörte zu Moody, der gerade die Treppe hinunter kam. Er war es auch der Malfoy verflucht hatte, denn der Slytherin kroch gerade als ein reinweißes Frettchen auf dem Boden herum. In der Eingangshalle war es totenstill geworden.
Keiner konnte so wirklich glauben, dass ein Lehrer gerade Malfoy in ein Frettchen verwandelt hatte. Crabbe versuchte es noch aufzuheben, doch Moody hielt ihn schnell davon ab. Mit dem Zauberstab deutete er auf das Frettchen und ließ es durch die Luft sausen. „Ich mag Leute, die angreifen, wenn ihnen der Gegner den Rücken zukehrt, überhaupt nicht." Klatschend fiel das Frettchen wieder auf den Boden. „Widerlich, feige, gemein ist das…"
Emily runzelte die Stirn. So sehr sie Moody auch zustimmen musste, dass es feige war jemanden von hinten anzugreifen, so wenig war sie mit seiner Strafe einverstanden. Es tat weh sich so zu verwandeln, dass wusste sie aus Erfahrung und auf die Steinstufen zu klatschen war auch nicht gerade schmerzfrei. Das hatte selbst Malfoy nicht verdient.
Zum Glück kam gerade Professor McGonagall die Treppe hinunter und ließ vor Schreck erst einmal ihre Bücher fallen. „Was tun Sie da?"
„Unterrichten", war Moodys trockene Antwort.
„Unter… Moody, ist das ein Schüler?"
„Jep."
„Nein!" McGonagall schwang sofort ihren Zauberstab und keinen Augenblick später stand Malfoy wieder vor ihnen. Er sah ziemlich mitgenommen aus, doch Emily konnte es ihm nicht verdenken. McGonagall fuhr sofort Moody an und hielt ihm einen Vortrag über die richtige Bestrafung von Schülern, doch Moody schien höchst unbeeindruckt und schleppte Malfoy in Richtung Kerker davon. Emily wusste nicht wer ihr mehr Leid tun würde, Malfoy oder Snape den Moody nämlich sehr zu hassen schien.
„Im Augenblick will ich von euch kein Wort hören", sagte Ron als sich die vier an den Tisch in der Großen Halle setzten.
„Warum nicht?", fragte Hermine überrascht.
„Weil ich das für immer in mein Gedächtnis einbrennen will", erwiderte Ron. „Draco Malfoy, das sagenhafte hopsende Frettchen…"
Jetzt musste sogar Emily in das Lachen der drei einstimmen, denn Rons glückseliger Gesichtsausdruck war einfach göttlich. "Jetzt hätte ich gerne meine Kamera dabei gehabt."
Auch Leo der die ganze Unterhaltung mitbekommen hatte, musste lachen. „Jetzt habe ich endlich etwas womit ich Draco in den Ferien ärgern kann wenn er mir zu sehr auf die Nerven geht."
Emily grinste ihn an. Es tat gut wieder zurück in Hogwarts zu sein.
