56. Der Feuerkelch und die vier Champions

Am Morgen des 30. Oktobers saßen sie alle in der Großen Halle beim Frühstück als Hedwig auf Harry zugesegelt kam. Das erinnerte Emily daran, dass Sirius Antwort schon längst überfällig war. Als Harry den Brief fertig gelesen hatte und ihn schnell in der Tasche verstecken wollte, riss Emily ihn aus der Hand.

Netter Versuch, Harry,

ich bin wieder im Land und gut versteckt. Es gibt sowieso noch einige Sachen die ich hier klären muss. Ich möchte, dass du mich über alles, was in Hogwarts vor sich geht, per Brief auf dem Laufenden hältst. Nimm nicht mehr Hedwig, wechsle ständig die Eulen und mach dir keine Sorgen um mich, pass nur auf dich und Emily auf. Vergiss nicht was ich über deine Narbe gesagt habe.

Das gleiche gilt auch für Emily.

Sirius

Emily runzelte die Stirn. Das war nicht die Antwort, die sie nicht erwartet hatte, das hieß, dass Harry in der Zwischenzeit Sirius noch einmal geschrieben haben musste. „Was hat Sirius beim letzten Mal geantwortet?", hakte sie nach. „Und warum hast du mir nicht gesagt, dass er geantwortet hat?"

Harry sah sie verlegen an. „War ja nicht so wichtig der Brief. Er wollte zurück, nur wegen meiner Narbe und das soll er auf keinen Fall."

Irgendwie konnte Emily ihn verstehen, sie hätte wahrscheinlich nicht anders reagiert. „Aber sag mir bitte nächstes Mal Bescheid wenn ein Brief kommt, ja? Und abhalten hätten wir ihn ja sowieso nicht, oder?" Sie warf Harry ein verschmitztes Lächeln zu.

Lächelnd schüttelte Harry den Kopf. „Nein, da hast du schon Recht."

Es beruhigte Emily, das Sirius nun in der Nähe war, auch wenn sie sich Sorgen um ihn machte, dass er zu wagemutig wurde und in Gefahr geriet. Alle Gedanken um Sirius gerieten in den Hintergrund als sie sich abends vor der Schule aufstellten um auf die Delegationen der anderen Schulen zu warten. Weil Emily so klein war, hatte sie sich einen Platz ziemlich weit vorne gesichert und hatte nun die beste Aussicht von allen. Die ganze Schule hatte sich nach Häusern getrennt versammelt und überall hörte man Rätseleien wie die anderen Schüler wohl nach Hogwarts kommen würden.

Beauxbatons reiste in einer riesigen fliegenden Kutsche an die von ebenso riesigen geflügelten Pferden gezogen wurde. Krachend schlug die Kutsche auf dem Boden auf, so dass die ersten Reihen geschlossen zurückwichen.

Emily schwor sich jetzt schon den Pferden nicht nahe zukommen, so hübsch sie auch waren, denn die hatten sie schneller zertreten als ihr lieb war.

Doch die Pferde und die Kutsche waren nicht das Einzige was riesig war, denn die Tür öffnete sich und eine Frau die sogar Hagrid übertraf, dabei aber erstaunlich elegant war, stieg aus und wurde von Dumbledore begrüßt. Wie es sich herausstellte war dies Madame Maxime, die Schulleiterin von Beauxbatons. Als sie in das Licht trat erkannte Emily das sie eine hübsche Frau mit großen dunklen Augen war. Dicht folgte ihr eine Schar hellblaugekleideter Schüler, die jämmerlich in der schottischen Kälte froren. Warum sie nichts Wärmeres dabei hatten, war Emily nicht begreiflich und so huschten die französischen Schüler alle schnell in die Wärme des Schlosses.

„Der See", rief Lee ein paar Minuten später in die gespannte Stille hinein. „Seht euch den See an!"

Die schwarze Wasseroberfläche schien im Aufruhr zu sein, große Blasen drangen nach oben und wilde Strudel zogen sich über das dunkle Wasser. Ein langer Mast schob sich langsam aus dem Wasser, dicht gefolgt von der Takelage und einem Schiffsrumpf. Majestätisch glitt das Schiff von Durmstrang über den See, die kleinen Fenster geisterhaft beleuchtet. Einer nach dem anderen kamen die Schüler von Bord, alle in dicke Pelze gepackt.

Der Schulleiter Igor Karkaroff begrüßte Dumbledore überschwänglich, doch Emily kam er ziemlich falsch vor. Er war so groß und schlank wie Dumbledore, doch sein weißes Haar war kurz geschnitten. Neben ihm im Dämmerlicht, so dass man ihn erst spät erkannte, stand Viktor Krum, der Sucher von Bulgarien, was zu einiger Aufregung bei den Schülern von Hogwarts führte.

Endlich durften auch sie wieder zurück in die Große Halle, wo die ausländischen Schüler in ihren bunten Uniformen zwischen den schwarzgekleideten Hogwartsschülern wie bunte Papageien auffielen. Die Hauselfen hatten sich nicht lumpen lassen und ein riesiges Festmahl aufgetischt und zu Ehren der anderen beiden Schulen gab es sogar Gerichte aus deren Heimat.

Emily probierte sich fröhlich durch alle Gerichte und musste feststellen, dass die Franzosen einfach den besseren Nachtisch machen konnten als die Briten. Während des Essens ließ sie ihren Blick immer wieder zu den anderen Schülern wandern. Die Durmstrangs saßen zwischen den Slytherins und schienen sich im Gegensatz zu denen von Beauxbaton am Ravenclawtisch wenigstens zu amüsieren. Die Halle schwirrte vor lauter Gelächter und den vielen aufgeregten Gesprächen, erst als Dumbledore am Ende des Festmahls aufstand, legte sich eine gespannte Stille über alle.

„Der Augenblick ist gekommen", sagte Dumbledore. „Das Trimagische Turnier kann nun beginnen. Ich möchte einige erläuternde Worte sagen, bevor wir die Truhe hereinbringen nur um unser diesjähriges Verfahren zu erklären." Danach stellte er noch kurz Mr Crouch und Mr Bagman vor, die ebenfalls zu den Richtern gehören würden.

Dumbledore winkte Filch hinein, der eine große juwelengeschmückte Truhe trug und sie vor Dumbledore absetzte. „Wir haben drei Aufgaben über das ganze Schuljahr verteilt, die das Können der Champions auf unterschiedlichen Weise auf die Probe stellen… ihr magisches Können – ihre Kühnheit – ihre Fähigkeit zum logischen Denken – und natürlich ihre Gewandtheit im Umgang mit Gefahren." Es schien als ob die ganze Halle den Atem anhalten würde.

„Wir ihr wisst kämpfen im Turnier drei Champions gegeneinander", fuhr Dumbledore fort. „von jeder teilnehmenden Schule einer. Wir werden benoten, wie gut sie die einzelnen Aufgaben lösen und der Champion mit der höchsten Punktzahl nach drei Aufgaben gewinnt den Trimagischen Pokal. Ein unparteiischer Richter wird die Champions auswählen… der Feuerkelch."

Knarrend öffnete sich die Truhe und zum Vorschein kam ein großer geschnitzter Holzkelch. Das bemerkenswerte an ihm waren die blauweißen Flammen mit denen er gefüllt war. Für Emily strahlte es etwas Bedrohliches aus, auch wenn es zugleich wunderschön anzusehen war.

Dumbledore erklärte ihnen noch, dass sie ihren Namen innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden in den Kelch werfen müssten wenn sie teilnehmen wollten. Zum Schutz würde er den Kelch mit einer Alterslinie umgeben, so dass auch wirklich niemand unter siebzehn sich auch nur bewerben konnte.

„Schließlich möchte ich allen, die teilnehmen wollen, eindringlich nahelegen mit ihrer Entscheidung nicht leichtfertig umzugehen. Sobald der Feuerkelch einen Champion bestimmt hat, wird er oder sie das Turnier bis zum Ende durchstehen müssen. Wenn ihr euren Namen in den Kelch werft, schließt ihr einen bindenden magischen Vertrag. Überlegt euch daher genau ob ihr zum Spiel bereit seid. Nun denke ich ist es Zeit schlafen zu gehen. Gute Nacht euch allen."

Sofort brachen wieder aufgeregte Gespräche zwischen den Schülern aus und der Lärm war fast ohrenbetäubend. Überall wurden mögliche Champions diskutiert, wie man die Alterslinie überqueren wollte oder ob man sich überhaupt bewerben sollte. Tausend Galleonen, Ruhm und Ehre für die Schule waren für die meisten ein starkes Lockmittel.

Fred, George und Lee schleppten Emily auf dem Weg nach oben in einen verlassenen Nebengang. Sie ahnte schon worum es ging und Freds erste Worte bestätigten das nur. „Duuu, wir bräuchten da mal deine Hilfe…"

Emily seufzte. „Lasst mich raten, ihr braucht Hilfe bei dem Alterungstrank, oder?"

George grinste breit. „Du kennst uns einfach zu gut."

„Hilfst du uns denn jetzt?", hakte Lee eifrig nach.

Emily runzelte die Stirn, doch dann kam ihr eine Idee und sie grinste. „Nur wenn ich dafür etwas bekomme…"

„Alles was du willst", beteuerte George. „Wir haben nämlich keine Ahnung von so etwas und es soll alles möglichst perfekt sein."

„Alles?"

„Alles", bestätigten die drei wie aus einem Munde.

Emilys Grinsen wurde noch breiter. „Also, Lee du schaffst es endlich Inga anzusprechen."

Lee wurde unter der dunklen Haut ganz rot, nickte aber tapfer.

„Und für euch beide überlege ich mir noch etwas." Sie sah zu den Zwillingen, die sie als Antwort nur angrinsten. „Perfekt. Dann wollen wir mal. Schließlich haben wir keine Zeit zu verlieren."

So kam es, dass die vier sich, nachdem sie in einer etwas abenteuerlichen Tour durch das Schloss alle Zutaten und das Rezept besorgt hatten, in einem der verlassenen Geheimgänge verschanzten und bis spät in die Nacht den Trank brauten. Irgendwann gegen Mitternacht verließ Emily die Jungen, denn der Trank musste eh nur noch für ein paar Stunden ruhen, dass würden sie noch hinkriegen. Fred und George hatten nur ein Talent für Zaubertränke wenn es darum ging etwas Explosives oder etwas ganz und gar Unakademisches herzustellen und von Rezepten hielten sie sowieso nicht viel. Lee war in dieser Hinsicht auch nicht viel besser.

Emily hatte den dreien auch nur bei dem Trank geholfen weil sie wusste, dass Dumbledores Alterslinie wirken würde, denn die würde sich bestimmt nicht von einem simplen Alterungstrank austricksen lassen. Aber die Jungen hätten sich auch nicht von ihrem Plan abhalten lassen und so war es besser wenn sie sich zumindest nicht an ihrem eigenen Trank vergifteten, sondern das Ganze erst morgen peinlich werden würde.

Morgens war die Eingangshalle schon ziemlich voll, die meisten Leute hatten ihr Frühstück einfach hier hin verlegt um zuzuschauen wer seinen Namen in den Feuerkelch warf. Emily schnappte sich nur ein paar Toasts, dann suchte sie sich einen Platz bei den Gryffindors und Hufflepuffs aus ihrem Jahrgang.

„Und schon was spannendes passiert?", fragte Emily zwischen zwei Bissen.

„Nö", antwortete Inga, den Blick immer noch auf den Feuerkelch gerichtet.

„Die aus Durmstrang haben wohl schon ihre Namenszettel eingeworfen", berichtete Hermine.

In diesem Moment kamen Fred, George und Lee die Treppe hinuntergestürmt, alle drei ein siegessicheres Grinsen auf dem Gesicht.

„Das war's", flüsterte Fred Harry, Ron und Hermine zu. Emily stand nah genug um alles mitzuhören.

„Was denn?", fragte Ron.

„Den Alterungstrank, ihr Dumpfbeutel", erwiderte Fred und legte den Arm um Emilys Schulter. „Letzte Nacht noch meisterhaft gebraut."

„Jeder einen Tropfen", fügte George hinzu. „Wir müssen ja nur ein paar Monate älter werden."

„Wenn einer von uns gewinnt, dann teilen wir die tausend Galleonen zwischen uns auf", erklärte Lee grinsend.

„Hast du ihnen etwa geholfen?", fragte Hermine misstrauisch, die Stirn gerunzelt.

Emily versuchte sie so unschuldig wie möglich anzusehen. „Lass ihnen doch den Spaß."

Hermine warf ihr einen bösen Blick zu, dann wandte sich den Weasleyzwillingen und Lee zu. „Ich an eurer Stelle wär mir nicht so sicher, dass es klappt. Dumbledore hat das sicher schon bedacht."

Doch den dreien war es egal. „Fertig?", fragte Fred. „Also dann ich gehe voraus." Er zog einen Fetzen Pergament mit seinem Namen drauf hervor und trat an die Linie. Mit einem großen Schritt überquerte er die dünne goldene Linie und es geschah… nichts.

Sofort sprang George ihm mit Triumphgebrüll hinterher und die Weasleyzwillinge wollten sich schon zu ihrem Erfolg beglückwünschen, doch dann ertönte ein lautes Zischen und im hohen Bogen flogen die beiden wieder aus dem Kreis hinaus. Ein paar Meter entfernt schlugen sie auf dem Boden auf und ihnen sprossen zu allem Überfluss auch noch weiße lange Bärte, die Dumbledore auch bestimmt gut gestanden hatten.

Fred und George nahmen es mit Humor und stimmten in das schallende Gelächter ihrer Mitschüler ein. Emily quetschte sich durch die Menge zu den beiden hinüber, Lee war ebenfalls näher gekommen.

„Ich habe euch gewarnt", sagte mit einem Mal Dumbledore, der aus der Großen Halle kam. „Ich schlage vor ihr beide geht hoch zu Madam Pomfrey. Sie kümmert sich bereits um Miss Fawcett von Ravenclaw und Mr Summers von Hufflepuff, die ebenfalls auf die Idee kamen sich ein wenig älter zu machen. Allerdings muss ich sagen, dass ihre Bärte bei weitem nicht so schön geworden sind wie eure."

Fred und George machten sich ohne zu Murren auf den Weg zum Krankenflügel, begleitet von Lee und Emily. In letzter Sekunde schloss sich ihnen auch Inga an mit den Worten „Ich glaube das wird lustig, ich komme mit."

Scherzhaft stritten sich Fred und George wer denn den schöneren Bart von den beiden hatte und sie nicht vielleicht doch ihn wachsen lassen sollten. Es würde ihnen doch ein etwas weiseres Aussehen verleihen.

„Als ob euch das jemand abkaufen würde", prustete Emily. „Weise ist das letzte Wort was einem im Zusammenhang mit euch einfällt."

George steckte ihr einfach die Zunge heraus. „Du hast ja gar keine Ahnung was für verborgene Talente noch in uns schlummern."

„Aber es wäre doch zu schön gewesen wenn wir es wirklich geschafft hätten", sagte Fred etwas träumerisch und strich sich über den langen Bart.

„Naja, weise seid ihr wirklich nicht, wenn ihr geglaubt habt ihr könntet Dumbledore austricksen", meldete sich Inga zu Wort, aber sie grinste dabei breit. „Bart hin oder her."

„Versuch macht klug", war da nur Freds Antwort.

Madam Pomfrey erwartete sie schon, in der Hand eine große Flasche Zaubertrank. „Aha, die nächsten beiden die unbedingt am Turnier teilnehmen wollten. Warum wundert es mich nicht, dass ausgerechnet Sie beide es versucht haben?"

„Ich hab die Kamera", rief Emily freudestrahlend und kam schlitternd vor den anderen zu stehen. Auf dem Weg war sie abgebogen und in ihren Schlafsaal gerannt um die Kamera zu holen und die Bärte für die Nachwelt festzuhalten. „Bitte einmal lächeln."

Fred und George schmissen sich sofort in Pose, während Madam Pomfrey ihnen kopfschüttelnd zusah, aber ausnahmsweise nichts sagte. Wahrscheinlich hatte sie selbst ihren Spaß daran. Nach einem halben Film und viel Gelächter, verabreichte Madam Pomfrey den beiden dann endlich ihren Trank und innerhalb von Minuten waren die Bärte auch wieder verschwunden.

George strich sich über das nun bartlose Kinn. „Ich muss schon sagen der Bart hatte was."

„Naa, ohne sehen wir besser aus", sagte Fred entschieden und betrachtete sich in dem Spiegel den Emily ihm entgegenhielt. „Ich zumindest. Aber ich war ja auch schon immer der besser aussehende von uns beiden."

Diese Worte trugen Fred einen Schlag gegen die Schulter von George und das schallende Gelächter der anderen ein. Madam Pomfrey schickte die fünf schnell wieder hinaus bevor sie noch den ganzen Krankenflügel in Aufruhr versetzen konnten.

Den Rest des Tages verbrachte Emily zusammen mit den Hufflepuffs, Leo und Neville unten im Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs. Ihren Bruder, Ron und Hermine konnte sie nicht finden, aber sie dachte sich nichts dabei. Nur weil sie Zwillinge waren mussten sie nicht die ganze Zeit zusammen sein als ob sie an der Hüfte zusammen gewachsen waren. Erst abends in der Großen Halle sah sie die drei wieder, sie hatten Hagrid besucht und über das Turnier gequatscht.

„Was hast du gemacht?", fragte Harry als er sich neben sie auf die Bank setzte.

„Ich war bei den Hufflepuffs", erwiderte Emily. Dann grinste sie. „Und ich habe Fotos von Fred und George mit Bart gemacht."

Rons Augen leuchteten auf. „Kannst du mir welche davon geben? Man weiß ja nie wofür man die brauchen kann."

Hermine warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu. „Ron! Du willst doch nicht etwa-"

„Reg dich ab", antwortete Ron gelassen. „Noch habe ich gar nichts damit vor." Und schon waren die beiden mitten im schönsten Streitgespräch.

Emily und Harry tauschten einen amüsierten Blick aus. „Die beiden ändern sich wohl nie", flüsterte Emily ihm ins Ohr und Harry nickte.

Wieder einmal wurde ihnen ein Festmahl aufgetischt, dass jedoch kaum Beachtung fand, schließlich warteten alle gespannt auf die Verkündung der Champions. Selbst den Lehrern schien es nicht besser zu gehen und so warfen alle immer wieder Dumbledore neugierige Blicke zu.

Als er dann endlich aufstand breitete sich sofort Stille in der Großen Halle aus. „Nun, der Kelch ist gleich bereit, seine Entscheidung zu fällen. Wenn die Namen der Champions ausgerufen werden, bitte ich Sie, hier aufs Podium zu kommen und am Lehrertisch vorbei in diese Kammer zu gehen." Dumbledore schwenkte einmal kurz seinen Zauberstab, so dass das einzige Licht nur noch von ein paar Kerzen kam und die Halle im gespenstischen Halbdunkel lag. Der Kelch schien nun ein Leuchtfeuer in der Dunkelheit zu sein und zog endgültig alle Blicke auf sich.

Die Flammen färbten sich blauweiß, gleißend und hell. Er schien Funken zu sprühen, dann wurden die Flammen wieder rot und ein Stückchen Papier flog in Dumbledores Hand. „Der Champion für Durmstrang ist Viktor Krum!"

Donnernder Applaus schallte durch die Halle, unterbrochen von den dunklen Jubelrufen der Durmstrangs. Krum stand auf und ging nach vorne. Als er in der Kammer verschwand, wurde es schnell wieder still in der Halle.

Erneut färbten sich die Flammen rot und ein zweites Stück Pergament kam heraus. „Champion für Beauxbatons ist Fleur Delacour." Fleur war ein hübsches silberhaariges Mädchen, das sich elegant durch die Menge bewegte während einige ihrer Klassenkameradinnen ernsthaft in Tränen ausbrach.

„Müssen die so ein Drama machen?", flüsterte Emily und Harry und Leo, die neben ihr saßen, brachen in unterdrücktes Gelächter aus, denn das Schluchzen hörte man bis zu ihrem Tisch. Doch keinen der Hogwartsschüler kümmerte es groß, denn jetzt war die Spannung auf ihrem Höhepunkt angelangt und es würde nicht mehr lange sein bis auch Hogwarts seinen Champion hatte. Selbst Emily fieberte mit und konnte ihren Blick nicht vom Feuerkelch losreißen.

Das Feuer färbte sich ein letztes Mal rot und wiederum flog das Pergament durch die Luft. „Der Hogwartschampion ist Cedric Diggory!"

Alle Hufflepuffs waren aufgesprungen und feierten sich selbst und ihren Champion. Die Jubelschreie waren unglaublich laut, untermalt von Klatschen und Stampfen. Inga und Hannah hüpften begeistert herum, während Cedric Diggory breit grinsend nach vorne ging. Emily gönnte es den Hufflepuffs, dass der Champion aus ihrem Hause kam. Diese Nacht würde dort wohl keiner zur Ruhe kommen, denn sie alle würden feiern.

„Schön, wir haben nun drei Champions", rief Dumbledore als es endlich etwas leiser wurde. „Ich bin mir sicher, ich kann mich darauf verlassen, dass ihr alle, auch die nicht ausgewählten Schüler aus Beauxbatons und Durmstrang, euren Champion mit äußerster Kraft unterstützt. Indem ihr euren Champion anfeuert, könnt ihr durchaus dazu beitragen-

Bei den letzten Worten hatte ihm eh schon fast keiner mehr zugehört, denn das Feuer im Kelch hatte sich erneut rot gefärbt. Mit einer Stichflamme flog ein viertes Stück Pergament durch die Luft, direkt in Dumbledores ausgestreckte Hand.

Emily wurde von einer schrecklichen Vorahnung erfüllt als sie beobachtete wie Dumbledore den Namen auf dem Pergament las und ihn nicht sofort verkündete. Es konnte nichts Gutes bedeuten, es hieß nur, dass wieder einmal alles änderte und es ein weiteres Jahr voller Gefahr werden würde.

Das Blut schien in ihren Adern zu gefrieren und ihre Angst wurde mit Dumbledores Worten bestätigt.

„Harry Potter."