Lieder für dieses Kapitel sind: "Something" The Beatles, "Once upon a december" Anastasia OST, "The Biolumininescence of the Night" Avatar OST, "Transformation" The Cinematic Orchestra, "Nil S'en La" Celtic Woman...
63. Yule Ball
Bereits in der Eingangshalle herrschte ein dichtes Gewusel. Von draußen kamen die Schüler von Beauxbatons und Durmstrang herein, während gleichzeitig die Schüler von Hogwarts aus allen Ecken kamen. Jeder suchte irgendwen, seinen Partner oder seine Freunde und so war es unglaublich laut. Da es noch nicht acht Uhr war, hatten sich die Türen zur Großen Halle noch nicht geöffnet.
Als Emily und Leo die Treppe hinunter kamen, ließ sie ihren Blick über die Menge schweifen auf der Suche nach einem bekannten Gesicht. Harry war leicht zu finden, denn er stand neben Parvati die mit ihrem rosa Kleid deutlich heraus stach. Ron und Padma standen ebenfalls dort, während von Hermine keine Spur zu sehen war. Dafür fand sie Fred, George und Ginny die mit ihren Partnern und Katie Bell, Inga und Lee beieinander standen.
„Sollen wir zu Inga rüber?", fragte Emily und deutete auf die Freundin.
Leo nickte und bot Emily seinen Arm an um ihr die Treppe hinunterzuhelfen, den Emily auch dankbar annahm, denn sie trug zum ersten Mal in ihrem Leben Schuhe mit Absatz um wenigstens heute Abend nicht so klein zu sein, außerdem war es ungewohnt in einem langen Kleid zu stecken. So schafften sie es unfallfrei durch die Menge.
Inga grinste breit als sie die beiden sah, sagte aber ausnahmsweise mal nichts. Dafür begrüßten die anderen Emily und Leo lautstark. Zwischendurch tauchte auch Katies Partner auf, Aaron Macmillan, ein Cousin von Ernie und ein Sechstklässler aus Slytherin.
Emilys Aufregung legte sich immer mehr je länger sie bei ihren Freunden stand und als sich endlich die Türen der Großen Halle öffneten, war sie fast schon entspannt. Fred und George stürmten vor um gute Plätze für alle zu sichern, während die anderen langsamer folgten.
In der Großen Halle schwebten an diesem Abend noch mehr Kerzen als für gewöhnlich, so dass alles in ein weiches helles Licht getaucht war. Die Sterne funkelten und das Schwarz des Himmels schien aus Samt zu bestehen. Die Wände schienen aus Eis zu bestehen, überall hingen Mistelzweige und Efeu. Die großen Haustische hatte man verschwinden lassen, stattdessen standen dort jede Menge runder Tische, die in der Mitte Platz für eine Tanzfläche ließen. Auf dem Podium, wo sonst der Lehrertisch stand, würden heute Abend die Juroren und Champions essen.
Die Weasleyzwillinge hatten einen Tisch relativ nah an der Tanzfläche ergattert an dem alle zwölf von ihnen Platz fanden. An einem der Nachbartische saßen Susan und Hannah mit ihren Partnern, während ganz am anderen Ende der Halle die anderen Gryffindors aus Emilys Jahrgang saßen.
Mit einem Mal ertönte lauter Applaus und die Champions zogen mit ihren Partnern in die Große Halle ein. Hermine winkte Emily verlegen zu als sie an ihr vorbeikam, doch an ihrem Gesicht sah man, dass sie doch glücklich war. Es drehten sich unglaublich viele Köpfe zu Hermine um als man sie erstmal erkannte. So richtig wollte keiner glauben, dass ausgerechnet der Bücherwurm Hermine mit dem Superstar Krum zum Ball ging und auch noch so unglaublich schön aussah.
„Ich glaube da sind so einige Mädchen gerade grün vor Neid geworden", flüsterte Inga Emily und Ginny zu als Hermine an ihnen vorbei war. „Aber so richtig."
Emily und Ginny kicherten leise. „Das haben sie aber auch verdient", meinte Ginny nur.
„Die Kerle sind bestimmt auch eifersüchtig auf Davies", fügte Emily hinzu und deutete auf den Quidditchkapitän von Ravenclaw, der es geschafft hatte mit Fleur zum Ball gehen zu dürfen und nun nicht mehr den Blick von ihr nehmen konnte.
Harry hingegen sah eher so aus als ob er gute Miene zum bösen Spiel machen würde und am liebsten ganz weit weg sein wollte. Parvati hatte wohl den Spaß ihres Lebens, denn sie strahlte fröhlich und winkte allen zu. Emily lächelte ihrem Bruder aufmunternd zu, doch er hatte kaum einen Blick für seine Umgebung übrig, so angespannt war er. Sie war froh, dass sie selbst nicht auf dem Präsentierteller stehen musste, sondern in Ruhe den Abend genießen konnte.
Als die Champions am Tisch Platz genommen hatten, setzen sich auch alle anderen wieder und sofort begannen die Gespräche zwischen allen.
Emily musterte neugierig die Speisekarte die vor jedem lag. Es gab eine große Auswahl an den verschiedensten Gerichten und sie konnte sich einfach nicht entscheiden was sie nehmen sollte. Am Ende bestellte sie einfach irgendwas, die Hauselfen von Hogwarts hatten sie bis jetzt noch nie enttäuscht. Die anderen hatten es genauso gemacht und da jeder etwas anderes bestellt hatte, konnte sie reihum probieren. Interessant fand Emily vor allem, dass es auch russische und französische Gerichte gab. Die Mousse au Chocolate war der beste Nachtisch den Emily je gegessen hatte.
Während des Essens unterhielten sich alle lebhaft und irgendwie kamen sie auf Quidditch zu sprechen. Aber da auch die meisten selbst spielten oder zumindest verrückt nach diesem Sport waren, war das auch kein Wunder. Dank Ginny war Emily mittlerweile Fan der Holyhead Harpies, genauso wie Katie, Angelina und Tamsin, während die Zwillinge für Puddlemere United waren und Lee, Inga und Aaron für die Kenmare Kestrels.
Inga lehnte sich zu Emily herüber. „Ich hab soviel von der Mousse gegessen, ich glaub ich kann gleich nicht mehr tanzen", flüsterte sie und seufzte.
Emily musste leise lachen. „Tanz und du kannst noch mehr davon essen."
Inga warf einen sehnsüchtigen Blick auf ihren Teller. „Auch wieder wahr."
Inzwischen war den Zwillingen und Ginny auch aufgefallen, dass Percy oben am Tisch der Richter saß, in dem vorherigen Trubel hatte nicht wirklich jemand darauf geachtet und das Essen war ebenfalls interessanter gewesen. Neben Percy saß Harry, der mit jedem Augenblick immer gelangweilter aussah.
„Was macht Percy überhaupt hier?", zischte Fred seinem Bruder zu.
George zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Crouch ist nicht da, bestimmt muss unser lieber Bruder ihn vertreten."
Ginny kicherte. „Ob Crouch wohl schon Percys Namen kennt? Wie war das noch mal? Weatherby?"
„Naja, ich glaube zumindest Harry wünscht sich Crouch herbei", lachte Fred. „Aber ich würde es auch keine zwei Minuten neben Percy aushalten."
„Und es gibt noch nicht mal Alkohol um sich das Ganze lustig zu trinken", meinte George mit einem Seufzer, was ihm einen Stoß in die Rippen von Tamsin einbrachte.
Doch schon bald stand Dumbledore auf, ebenso wie die Schüler, damit er die Tische zur Seite zaubern konnte. Sofort legte sich gespannte Erwartung über die versammelte Menge, denn alle wussten jetzt würden die Tänze beginnen.
Auf der einen Seite der Großen Halle stürmten die Schwestern des Schicksals die Bühne, eine Gruppe Männer in langen fellbesetzten Mänteln und mit dunklen zotteligen Haaren. Alle Schüler klatschten begeistert auf und einige Mädchen schienen geradezu durchzudrehen.
Traditionell gehörte der erste Tanz des Abends immer den Champions und so machten sich die vier zusammen mit ihren Partnern auf den Weg zur Tanzfläche. Harry sah eher so aus als würde er zu seiner eigenen Beerdigung gehen, während Parvati fröhlich lächelte und Harry hinter sich herzog.
Die Schwestern des Schicksals stimmten eine langsame Melodie und die Champions begannen mit ihrem Tanz. Fleur und Cedric sahen sehr elegant aus, sie schienen beinahe über die Tanzfläche zu schweben. Wie Roger Davies es überhaupt schaffte vernünftig zu tanzen, blieb Emily ein Rätsel, denn er hatte nichts anderes im Blick als Fleur. Auch Krum bewegte sich erstaunlich grazil, dafür, dass er eher stämmig und ein Quidditchspieler war. Hermine strahlte den ganzen Tanz über, Harry hingegen versuchte wenigstens zu lächeln, auch wenn das eher gequält aussah.
Kurz darauf führte Dumbledore Madame Maxime auf die Tanzfläche, was bei so manchem Schüler großes Gelächter hervorrief, denn sein Hut kitzelte gerade mal ihr Kinn. Das war dann auch das Zeichen für die Schüler die Tanzfläche zu stürmen.
„Möchtest du tanzen?", flüsterte Leo Emily ins Ohr.
Sie nickte und lächelte. Er nahm ihre Hand und zog sie dann in die zwischen die anderen Schüler. Emily sah für einen kurzen Moment zu Leo hinauf, sein schmales Gesicht war konzentriert, er lauschte der Musik um den Takt abzupassen, doch auf seinen Lippen lag ein Lächeln. Und an diesem Abend lag auch nicht der immer währende Ernst in seinen braunen Augen. Sein blondes Haar war länger geworden und dunkler als noch im Sommer. Für einen winzigen Moment dachte sie auch Sirius ihn im zu erkennen, doch dann fiel ihr ein, dass die beiden ja miteinander verwandt waren. Ob Sirius wohl wusste, dass er nicht der Einzige Blacknachkomme in Gryffindor war?
Doch alle Gedanken daran schwanden als sie begannen zu tanzen. Anfangs hatte Emily noch Angst gehabt über ihr Kleid zu stolpern oder mit den Schuhen zu stürzen, doch Leo hielt sie und sie fühlte sich in seinen Armen wohl. Und weil sie noch das Tanzen geübt hatte, schaffte sie es auch Leo nicht auf die Füße zu treten.
Emily sah Mattis und Yuna, die ein langes stahlblaues Kleid mit einem riesigen Rückenausschnitt trug. Zum ersten Mal erkannte Emily, dass Yunas Arme mit Tattoos bedeckt waren und über ihren Rücken zog sich das Bild eines Drachens, der sich sogar bewegte. Sie zwinkerte Emily zu als sie mit Mattis vorbeitanzte.
Fred und Angelina tanzten so ausgelassen, dass die meisten anderen einen großen Sicherheitsabstand hielten. Krum wirbelte Hermine immer noch über die Tanzfläche, Lee und Inga schienen ebenfalls ihren Spaß zu haben, denn sie lachten so sehr, dass sie mitten drin stehen blieben. Von Harry und Ron war keine Spur zu sehen, dafür hatte sich Hagrid getraut und Madame Maxime aufgefordert und auch Dumbledore war gut dabei und tanzte jetzt mit McGonagall, die tatsächlich sehr gut tanzen konnte.
Die Schwestern des Schicksals stimmten ein schnelleres Lied an, dass sehr viel Gekreische vom Leadsänger beinhaltete und von dem Emily immer nur „Hippogriff" verstand, aber das war ihr auch egal, denn es machte einfach viel zu viel Spaß.
Irgendwann konnte Emily nicht mehr und sie verließ zusammen mit Leo die Tanzfläche. Harry und Ron saßen missmutig am Rand und so lief Emily kurz zu ihnen herüber, Leo im Schlepptau.
„Was ist denn mit euch los?", fragte Emily erstaunt.
Ron zuckte nur mit den Schultern und starrte stur, wie Emily erst jetzt erkannte, weiter zu Hermine, die immer noch mit Krum tanzte. Emily musste trotz der Situation lächeln, doch sie wandte ihre Aufmerksamkeit wieder ihrem Bruder zu, der ihr immer noch keine Antwort gegeben hatte. Wahrscheinlich trauerte er immer noch Cho Chang hinterher.
„Los komm", sagte sie zu Harry. „Du tanzt jetzt wenigstens einmal mit mir." Sie sah zu Leo. „Ist doch in Ordnung, oder?"
Leo lachte nur. „Klar. Soll ich uns so lange etwas zu trinken holen?"
„Das wäre nett." Emily griff nach Harrys Hand und zog ihn von seinem Stuhl hoch. „Gekniffen wird hier nicht."
Harry murmelte etwas Unverständliches, ließ sich aber dennoch widerstrebend mitziehen. Zu seinem Glück spielten die Schwestern des Schicksals gerade wieder ein ruhiges Lied.
„Ist doch gar nicht so schlimm", grinste Emily als sich die beiden über die Tanzfläche drehten.
„Hmm", erwiderte Harry, lächelte aber dennoch.
„Wo ist Parvati denn hin?"
„Keine Ahnung."
Emily widerstand der Versuchung mit dem Kopf zu schütteln und zu seufzen. Sie konnte sich das nur zu gut vorstellen, dass Parvati sich jemand anderes gesucht hatte weil Harry keine Lust zum Tanzen hatte.
„Bälle sind halt nichts für mich", verteidigte Harry sich leise. „Wer hat sich so etwas überhaupt ausgedacht?"
„Wieso, dass macht doch Spaß", hielt Emily dagegen.
„Du bist ja auch ein Mädchen", widersprach Harry.
Die Zwillinge sahen sich für einen Moment an und beide mussten lachen. Zumindest sah Harry jetzt etwas glücklicher aus und mehr konnte sie an diesem Abend wohl nicht von ihm verlangen. Das Lied hörte auf und Harry hatte es ziemlich eilig wieder von der Tanzfläche zu verschwinden, nicht, dass ihn noch jemand aufforderte. Emily kehrte mit ihm zu Ron und Leo zurück, zu denen sich mittlerweile auch Inga gesellt hatte.
Inga strahlte Emily an. „Lee hat mich gefragt ob ich das nächste Mal mit ihm nach Hogsmeade gehen will", berichtete Inga leise.
„Und was hast du gesagt?"
„Ja, natürlich", erwiderte Inga entrüstet. „Ich kanns kaum erwarten."
„Hast du eigentlich irgendwo Hermine gesehen?", fragte Emily. Sie hatte Hermine schon länger nicht gesehen.
„Das letzte Mal standen sie draußen in der Eingangshalle mit ein paar von Viktors Freunden und haben Punsch getrunken", erzählte Inga.
„Hallo", tönte eine Stimme neben ihnen und als sie aufsahen, erkannten sie Yuna. „Ich wusste gar nicht, dass man in Hogwarts so gut feiern kann." Ihre Wangen waren gerötet als ob sie gerade erst vom Tanzen kam.
„Wir haben da schon so eine gewisse Erfahrung darin", grinste Inga. „Manche Partys sind mittlerweile schon legendär."
„Glaub ihr das ruhig", versicherte Emily Yuna. „Inga kommt aus dem Haus, das die besten Partys feiern kann."
Yuna grinste. „Besteht die Chance so eine mal zu erleben?"
Inga zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung wann die nächste ist. Normalerweise feiern wir immer am Jahresanfang und unsere Siege im Quidditch…"
„Die praktisch nie vorkommen, weil Gryffindor immer besser ist", unterbrach Emily Inga lachend. „Wer hat letztes Jahr den Pokal gewonnen?", fügte sie noch hinzu als Inga ihr die Zunge herausstreckte.
„Ich vermisse Quidditch", seufzte Yuna.
„Ich auch", murmelte Emily sehnsüchtig während Inga nur lachte. „Ich finde wir sollten ein Spiel organisieren."
„Ich wäre sofort dafür", erwiderte Yuna freudestrahlend.
Doch bevor sie weiter planen konnten, tauchte Hermine bei ihnen auf, allerdings ohne Krum. „Hallo Hermine", sagte Emily erstaunt.
„Hallo", murmelte Hermine und zog Inga und Emily hinter sich her, weg von den Jungen. „Ich hab euch schon gesucht."
„Was ist denn passiert?", hakte Emily besorgt nach.
„Ron", erwiderte Hermine düster. Dann erzählte sie, dass sie sich mal wieder mit Ron gestritten hatte, weil er etwas gegen Viktor hatte. „Er glaubt, dass ich etwas mit dem Feind anfange!"
„Und hast du etwas mit ihm angefangen?", fragte Inga. „Nicht mit dem Feind, sondern mit Viktor." Als sie ein vernichtender Blick von Hermine traf, errötete sie. „Sorry, ich wollte nicht so unsensibel sein."
„Lass mich raten, Ron hat wieder was angestellt", meldete sich Ginny jetzt zu Wort, die gemerkt hatte, dass die drei sich in eine Ecke verzogen hatten. Außerdem sprachen Hermines zorngerötete Wangen Bände. Hastig erklärte Hermine auch Ginny was passiert war.
„Er ist ein Idiot", stellte Ginny fest. „Das hat er schon des öfteren bewiesen. Aber um ihn mal in Schutz zu nehmen, bis jetzt ist er noch jedes Mal vernünftig geworden."
„Das hat aber meistens seine Zeit gedauert", fügte Emily fest.
„Er macht mich wahnsinnig", sagte Hermine und war drauf und dran sich durch die Haare zu fahren bis sie sich daran erinnerte, dass sie ihre Haare für diesen Abend kunstvoll zusammen gesteckt hatte. „Ich weiß gar nicht warum ich mich überhaupt noch über ihn aufrege, ich sollte den Abend einfach genießen und ihn mir nicht von Ron verderben lassen."
„Weise Worte", sagte Inga mit einem Nicken. „Es ist schließlich die Nacht des legendären Yule Balls, die Nacht von der wir noch unseren Enkelkindern erzählen werden."
Jetzt erschien auch auf Hermines Gesicht ein kleines Lächeln. Inga mochte zwar manchmal etwas Unüberlegtes sagen, aber sie schaffte es auch immer wieder alle aufzuheitern.
„Lee hat Inga nach einem Date gefragt", erzählte Emily um Hermine wieder auf andere Gedanken zu bringen.
Inga grinste breit, während Hermine und Ginny sie beglückwünschten. „Im Übrigen, schaut ein gewisser Jemand die ganze Zeit zu dir rüber", sagte Inga zu Emily. „Mensch, unauffälliger geht's wohl nicht, oder?", schimpfte Inga als sich alle drei umdrehten und in die Richtung schauten die Inga meinte.
Emily errötete tiefrot als sich ihr Blick mit dem von Leo traf, der immer noch bei Harry, Ron und jetzt auch Neville stand. Er warf ihr allerdings nur ein Lächeln zu.
„Ihr seid so süß." Ginny grinste Emily an.
Emily murmelte nur etwas Unverständliches, während ihre Wangen ungefähr immer noch die gleiche Farbe wie ihr Kleid hatten.
„Lasst uns wieder zurück gehen", schlug Hermine vor. „Viktor sucht mich bestimmt schon. Ich wollte eigentlich gar nicht so lange wegbleiben.."
Gemeinsam gingen die vier Mädchen wieder zurück zu den anderen Jungen. Leo reichte Emily das Glas Punsch, dass sie hastig herunterstürzte. Sie hatte gar nicht gemerkt wie viel Durst sie hatte, aber da die meiste Zeit des Abends mit Tanzen verbracht hatte, war das wohl auch kein Wunder.
Harry und Ron waren in der Zwischenzeit wieder verschwunden, irgendwo nach draußen, wie Neville berichtete. Dafür erschien Viktor, der tatsächlich auf der Suche nach Hermine war. Er stellte sich allen vor und Emily bemerkte erstaunt, dass er ein ganz ruhiger und bescheidener Mensch war, dem man nicht anmerkte, dass er ein berühmter Star war.
„Du bist die Vreundin von Erminne", sagte Viktor zu Emily, die Stimme gefärbt vom tiefen bulgarischen Akzent. „Ich hab dich sehen in der Bibliothek mit ihr."
Emily nickte. „Ja, die bin ich. Ich bin Emily."
„Und du bist ihre Svester?", fragte Viktor jetzt Ginny und sah die beiden Mädchen irritiert an als sie einen Lachanfall bekamen.
„Warum glauben eigentlich immer alle Leute, dass alle Rothaarigen miteinander verwandt sind?", stöhnte Ginny.
„Yuna hat den gleichen Fehler auch schon gemacht", erklärte Emily lachend. „Aber nein, wir sind keine Schwestern.
Jetzt musste auch Viktor lachen. „Sorry. Erminne, vir sollten tanzen gehen, bevor ich mich mehr blamiere." Er reichte ihr seinen Arm und führte eine wieder aufgemunterte Hermine auf die Tanzfläche.
„Willst du auch tanzen?", fragte Leo.
„Natürlich." Emily ließ sich von Leo auf die Tanzfläche ziehen. In der Nähe tanzten George und Tamsin engumschlungen, während sein Zwillingsbruder und Angelina nirgends zu sehen waren. Dafür sah Emily Yuna und Mattis, kurz darauf tauchten auch Lee und Inga wieder auf.
Die Schwestern des Schicksals stimmten zum dritten Mal an diesem Abend „Do the Hippogriff" an und mittlerweile konnte Emily den Text auch. Es war das beliebteste Lied der Band und so störte keinen die Wiederholung, im Gegenteil die Tanzfläche wurde noch voller. Selbst ein paar der Lehrer waren noch da.
Alle tanzten fröhlich umher, alle Tanzschritte vergessen, so dass Leo Emily nur ausgelassen herumwirbelte. Obwohl ihr schon ein bisschen schwindelig war, hatte sie jede Menge Spaß. Irgendwann stolperte Emily über ihre eigenen Füße und knallte gegen Leos Brust, der trotz der hohen Schuhe, immer noch ein ganzes Stück größer war als sie.
Sofort hielt Leo sie fest, damit sie nicht ganz umfiel und beide mussten lachen. „Sollen wir eine Pause machen?", fragte er leise. „Und vielleicht kurz nach draußen gehen?"
Emily nickte und gemeinsam suchten sie sich einen Weg durch die tanzenden Schüler. In der Eingangshalle war es gleich viel leiser und nicht so stickig warm wie in der Großen Halle, auch wenn hier immer noch viele Schüler waren. Das große Tor nach draußen stand immer noch offen und so schlüpften sie hindurch.
Es schneite immer noch und Lichterfeen schwirrten durch die Luft. Als zusätzliche Dekoration erstreckte sich vor dem Portal nun ein Rosengarten und Emily meinte auch einen Brunnen zu hören. Irgendjemand musste das alles in den letzten Stunden herbeigezaubert haben, denn bei der Schneeballschlacht war das alles noch nicht hier gewesen. Die Schneeballschlacht kam ihr so weit weg vor, dabei war es doch erst ein paar Stunden her.
Die Schneeflocken fielen auf ihre nackten Schultern, aber merkwürdigerweise war Emily gar nicht so kalt. Wahrscheinlich hatte jemand einen Wärmezauber über den Rosengarten gelegt, damit keiner der Schüler erfror.
Vorsichtig streckte sie eine Hand aus um die Schneeflocken zu fangen und unwillkürlich schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie mochte den Schnee, wenn alles unter einer dicken Schicht weißen Pulvers versteckt war und es still wurde. Gleichzeitig liebte sie allerdings auch die Sommer, wenn die Nächte kurz waren und die Luft trocken und heiß.
Sie spürte Leos Blick auf ihr und riss sich aus ihren verworrenen Gedanken. Er lächelte und sie runzelte die Stirn. „Warum lächelst du so?", fragte sie vorsichtig. „Habe ich etwas im Gesicht?"
Sein Lächeln wurde breiter. „Nein, mit deinem Gesicht ist alles in Ordnung. Es ist wunderbar. Du sahest nur so – so – so süß aus, wie du da selbstvergessen standest, Püppchen."
„Oh." Wieder wurde Emily rot. Dann bemerkte sie, dass er sie Püppchen genannt hatte. Es war schon lange her, dass jemand sie so genannt hatte und irgendwie mochte sie es, dass es nur Leo war, der sie so nannte. Alle anderen schienen den Spitznamen nämlich endlich vergessen zu haben. „Danke", setzte sie noch hinterher als sie ihre Sprache wiedergefunden hatte. Das Kribbeln in ihrem Bauch wurde wieder stärker.
„Emily", begann Leo und kam einen Schritt auf sie zu, so nah, dass sie den Kopf in den Nacken legen musste um zu ihm aufzusehen. „Ich muss dir etwas sagen-"
„Ich auch", platzte es mit einem Mal aus Emily heraus bevor sie wirklich darüber nachdenken konnte was sie gesagt hatte. So ein Moment würde wahrscheinlich nie wieder kommen. „Aber du zu erst."
„Ich hab mich in dich verliebt." Leo sah aus als hätte er seinen ganzen Mut zusammen genommen um Emily diesen Satz sagen zu können und er atmete tief durch während er Emily gespannt beobachte.
Niemals war Emily glücklicher als in diesem Moment und sie hätte jetzt den größten und hellsten Patronus aller Zeiten erschaffen können. Statt einer Antwort, stellte Emily sich auf die Zehenspitzen und umfasste sein Gesicht sanft mit ihren Händen. In Leos Augen sah sie, dass er erkannt hatte, was Emilys Antwort war und er zog sie näher zu sich.
Und dann küsste er sie.
