64. Schöne Nacht
Ihre Lippen schmeckten nach Schnee und Punsch. Und auch wenn der Kuss etwas unbeholfen war, war es das beste Gefühl der Welt für Leo.
Emily löste sich von ihm, ein breites Lachen auf ihrem Gesicht und ein Strahlen in den Augen, das sich bestimmt auch auf seinem Gesicht widerspiegelte. Sie vergrub das Gesicht an seiner Brust und während er sie noch ein Stückchen näher zog. Beide waren still, doch in diesem Moment brauchten sie keine Worte.
Der Kuss hatte alles verändert, aber auf eine gute Art und Weise. Er hatte schon lange gewusst, was er für Emily empfand, wahrscheinlich schon länger als sie selbst. Und eigentlich hatte er auch gewusst, dass Emily in ihn verliebt war, doch er hatte es nicht glauben wollen bis sie ja sagte als er sie zum Ball fragte und dann kamen wieder die Zweifel. Bis zu dem Kuss. Jetzt schwiegen die Zweifel.
„Gehst du das nächste Mal Hogsmeade zusammen mit mir?", fragte er leise.
Emily hob den Kopf von seiner Brust, so dass sie ihn ansehen konnte. „Da musst du noch fragen? Natürlich."
Er musste lachen. Es war erstaunlich wie einfach sie in zum Lachen bringen konnte. Aber das war schon immer so gewesen, seitdem sie damals den ersten Schritt gemacht hatte und sich am ersten Abend ihm vorgestellt hatte. Er hatte nie gedacht, dass er sich eines Tages in das winzige Mädchen mit den wilden roten Haaren verlieben würde. Sie war die Erste gewesen, die ihm ohne Vorurteile begegnet war, die sich nicht von seinem Namen beeindrucken ließ.
Es war keine Liebe auf den ersten Blick gewesen, anfangs war sie nur seine beste und einzige Freundin gewesen. Ihr hatte er es zu verdanken, dass er so glücklich war in Hogwarts und so tolle Freunde in den Hufflepuffs gefunden hatte. Sie war sein Glück.
„Ich freue mich schon drauf", erwiderte er.
„Ich mich auch." Emily begann zu zittern und schmiegte sich näher an ihn.
„Ist dir kalt?" Er hatte ganz vergessen, dass sie hier draußen im Schnee standen und dass Emily in ihrem dünnen Kleid frieren musste.
„Es geht", antwortete Emily. „Es ist aber so schön hier." Sie deutete auf die leuchtenden Schwärme von Feen, die sie immer noch umschwirrten und alles in ein weiches Licht tauchten.
Er löste sich von ihr und schüttelte den Kopf. „Nix da, wir gehen wieder rein. Meine Freundin soll sich schließlich nicht erkälten."
Emily warf den Kopf in den Nacken und lachte. „Aber nur wenn ich noch eine Runde mit meinem Freund tanzen darf."
Lachend stapften sie durch den Schnee zurück und wurden beinahe von Hagrid über den Haufen gerannt, der anscheinend auch im Rosengarten gewesen war, ohne dass sie es bemerkt hatten. „Hallo Emily, Leo", murmelte Hagrid. „Schöner Abend nicht wahr? Ich verabschiede mich dann besser mal…" Und schon ging Hagrid in Richtung Ländereien davon.
„Was ist denn mit dem los?", fragte Emily. „Der Ball geht doch mindestens noch eine Stunde?"
„Keine Ahnung." Leo zuckte mit den Schultern. „Lass uns lieber die eine Stunde nutzen."
Emily warf einen Blick über die Schulter zurück in die Dunkelheit.
„Ich glaube nicht, dass Hagrid jetzt mit jemanden reden will", fügte Leo hinzu. „Was auch immer es ist."
„Wahrscheinlich hast du Recht." Emily ließ sich von ihm zurück in die Wärme des Schlosses ziehen und schon bald war Hagrid wieder vergessen.
Leo führte Emily auf die Tanzfläche, die immer noch gut gefüllt war. „Ich schulde dir noch einen Tanz", sagte er lachend.
Ein bisschen fühlte Emily sich an als ob sie auf Wolken schweben würde. Diese schiere und unglaubliche Freude machte sie fast verrückt und das Lächeln war auf ihrem Gesicht eingebrannt, aber sie konnte einfach nicht anders. Sie war einfach zu glücklich.
Nur kurz sah sie am Rand Harry und Ron sitzen, die miteinander redeten und wahrscheinlich froh waren, dass sie nicht tanzen mussten. Hermine tanzte mit Viktor, Lee mit Inga, Fred gerade mit Katie Bell und George und Tamsin hatten nur Augen für einander. Dazwischen sah Emily Susan und Aidan.
Inga zwinkerte Emily zu und formte mit dem Mund „Später". Dann grinste sie breit und konzentrierte sich wieder auf Lee. Zumindest sie hatte mitbekommen, dass Leo und Emily draußen gewesen waren. Leo und Emily waren auf jeden Fall lange genug weg gewesen als, dass die Schwestern des Schicksals zum vierten Mal „Do the Hippogriff" anstimmten und dass jemand den Punsch mit Feuerwhiskey verfeinert hatte.
Es fiel nämlich erst auf als Crabbe und Goyle, die wohl den ganzen Abend nichts anderes gemacht hatten als Punsch zu trinken und missmutig dreinzublicken, durch die Eingangshalle torkelten und sich eine Ohrfeige von einer Hufflepuffsiebtklässlerin und sehr viel Ärger von McGonagall einfingen.
Fred und George schworen allerdings Stein und Bein, dass sie es nicht gewesen waren und da sie zu sehr mit ihren Freundinnen beschäftigt waren, glaubten ihnen das alle auch. Der Vorfall sorgte für viel Gelächter und viele Gerüchte über den Schuldigen, der nie gefunden wurde.
Fred und George forderten jeweils einen Tanz mit Emily ein, denen sie ihnen auch lachend gewährte. „Du und Leo?", fragte George leise und wirbelte Emily herum.
„Ja", grinste Emily. „Leo und ich." Es fühlte sich gut an, dass zu sagen. „Wie hast du das gemerkt?"
„Es haben alle schon gemerkt", erwiderte George. „Außerdem macht ihr euch die ganze Zeit schöne Augen und seid auch sonst widerwärtig süß und kitschig. Und jeder der nicht ganz doof ist, kann sich ausrechnen was ihr draußen gemacht habt."
Daraufhin trat Emily ihm kurz mit ihrem Absatz auf den Fuß, während sie weiterhin lächelte. „Entschuldige bitte, ich war einfach zu ungeschickt."
„Lektion verstanden", ächzte George. „Warum müssen Mädchen auch immer solch hohe Schuhe tragen?"
„Für solche Fälle", war Emilys trockene Antwort.
Als das Lied zu Ende war, forderte Neville sie noch auf, während Inga sich Leo schnappte. Zu Emilys Überraschung war Neville ein echt guter Tänzer, zwar nicht so gut wie Leo, aber immer noch besser als Harry. Doch sie war froh als sie wieder mit Leo tanzen konnte, auch wenn die Schwestern des Schicksals mal wieder lebhafte Musik spielte, so dass eigentlich alle irgendwie tanzten, hauptsache man hatte Spaß.
So fanden sich die beiden zwischen all ihren Freunden wieder, die aus vollem Halse und leicht schief die Texte mitsangen und einfach ausgelassen herumhüpften. Vor allem Fred, George und Angelina hatten ein paar sehr ausgefallene Tanzschritte drauf, die sie natürlich gleich vorführen mussten, während alle anderen lieber etwas mehr Abstand hielten und Tamsin sich über ihren Freund schrott lachte. Selbst Yuna, Mattis, Hermine und Viktor gesellten sich zu ihnen und ein paar Beauxbatonsschüler die irgendwer kannte und mit angeschleppt hatte.
Viel zu schnell kündigte der Leadsänger das letzte Lied an. „Dieses Lied ist für alle Liebenden unter euch", hauchte er ins Mikrofon und stimmte die ersten Töne an.
„Ein letzter Tanz?", fragte Leo und zog Emily an sich ohne ihre Antwort abzuwarten.
„Ein letzter Tanz", flüsterte sie dennoch.
Es war ein langsames Lied und der Sänger sang irgendwas über die Magie der Liebe während sich rundherum die Paare fanden. Emily schlang vorsichtig ihre Arme um Leos Hals und sie drehten sich zu der Musik. Es war ungewohnt so nah mit jemand zu tanzen, aber es war schließlich Leo mit dem sie tanzte und so machte es doch wieder Spaß. Das Gefühl wie auf Wolken zu schweben kehrte wieder zurück, genauso wie die Schmetterlinge im Bauch.
Doch jetzt hatte sie die Gewissheit, dass Leo genauso empfand wie sie. Der Kuss war das wundervollste was ihr passiert war und so stellte sie sich auf die Zehenspitzen und drückte ihre Lippen kurz auf die seinen.
Leo zuckte kurz zusammen, als ob er nicht damit gerechnet hätte, dass Emily ihn mitten auf der Tanzfläche küssen würde, doch dann erwiderte er den Kuss. Aber die, die noch hier waren, hatten sowieso nichts bemerkt, denn sie waren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt.
Eine letzte Drehung, ein letzter Akkord, ein letzter Schlag der großen Uhr, dann war das letzte Lied zu Ende und damit auch der Yule Ball. Es war ein bisschen als ob man aus einem Traum aufwachen würde als der Applaus für die Schwestern des Schicksals ertönte und Dumbledore sich bei ihnen bedankte und den Ball offiziell für beendet erklärte. Überall hörte man viele Rufe, dass man noch weiterfeiern wollte und Emily war sich sicher, dass in so manchem Schlafsaal und Gemeinschaftsraum die Party heimlich noch weiter gehen würde.
Langsam leerte sich die Große Halle und Emily verabschiedete sich noch von Yuna und Mattis.
„Ich vergesse Quidditch nicht", versprach Yuna Emily noch bevor sie das Schloss verließ und sich auf den Weg zum Schiff machte, wo die Schüler von Durmstrang untergebracht waren.
„Ich auch nicht", sagte Emily grinsend.
Hermine tauchte in der Eingangstür auf, wahrscheinlich hatte sie sich gerade noch von Viktor verabschiedet. Ihr Blick fiel auf Ron, der schon dabei war mit Harry nach oben zu gehen und rauschte an allen vorbei.
George und Tamsin zogen an Emily und Leo vorbei. „Ich bringe dich natürlich noch bis zur Tür", sagte George gerade zu ihr.
Tamsin lachte. „Und einen Gute Nacht Kuss willst du bestimmt auch noch."
„Ja, den auch." George klimperte mit den Wimpern. „Bei so einer schönen Frau."
„Emily, wenn Kerle so anfangen zu reden, dann wollen sie immer etwas", riet Tamsin lachend. „Aber gute Nacht euch beiden."
„Gute Nacht und lass dich nicht erwischen, George", rief Emily ihnen nach.
„Ich doch nicht!"
„Wir sollten uns dann auch auf den Weg machen", meinte Emily seufzend. „Auch wenn ich überhaupt keine Lust dazu habe." Allerdings musste sie danach gähnen und die Worte kamen nicht mehr so ernsthaft rüber wie sie es gerne gehabt hätte.
Leo bot ihr seinen Arm an, den sie dankend annahm, jedoch nicht ohne ein paar Meter weiter anzuhalten und ihre hohen Schuhe auszuziehen. Jetzt musste sie zwar ihr Kleid raffen, damit sie nicht auf den Saum trat und war mal wieder viel kleiner, aber langsam brachten ihre Füße sie um.
Auf dem Weg redeten und lachten sie über die Ereignisse des Abends und viel schneller als erwartet, kamen sie am Porträt der Fetten Dame an. In den Nischen drumherum verabschiedeten sich die letzten Pärchen für die Nacht, auch im Gemeinschaftsraum spielten sich ähnliche Szenen ab. Leo und Emily waren bestimmt nicht das letzte Paar, das sich in dieser Nacht gefunden hatte.
„Vielen Dank für den schönen Abend", flüsterte Emily als sie am Fuß der Treppe zu den Mädchenschlafsälen standen.
„Nein, ich danke dir." Und wie ein wahrer Gentleman verbeugte sich Leo vor ihr und küsste ihren Handrücken.
Emily musste leise lachen und gab ihm noch einen schnellen Kuss. „Gute Nacht." Dann raffte sie ihr Kleid wieder zusammen und lief die Treppe hoch. Die anderen Mädchen waren mittlerweile auch schon zurückgekehrt, außerdem hatten es sich Inga und Ginny auf Emilys Bett bequem gemacht.
„Emily, da bist du ja", rief Inga ihr entgegen. „Wir haben schon auf dich gewartet." Ihre Augen funkelten neugierig.
Statt einer Antwort, durchquerte Emily den Raum und ließ sich zwischen Inga und Emily auf ihr Bett fallen, immer noch ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht.
„Aha", kommentierte Inga das Ganze. „Ich glaube ich weiß was passiert ist. Aber ich will alle schmutzigen Details hören."
„Es gibt keine schmutzigen Details", erwiderte Emily während Ginny und Hermine lachten.
„Na dann eben alle Details", forderte jetzt Ginny immer noch lachend.
„Fein." Emily seufzte und stand wieder auf. „Lasst mich nur eben umziehen und dann könnt ihr meinetwegen alles hören. Aber nur wenn ihr mir auch alles erzählt was euch passiert ist."
„Deal", antwortete Hermine für alle.
„Beeil dich", rief Inga Emily noch hinterher als Emily im Bad verschwand.
Im Bad zog Emily als erstes alle Haarnadeln aus ihrer Frisur heraus, die am Ende der Nacht mittlerweile ziemlich pieksten. Kurz darauf folgte ihr Kleid, dass sie sorgfältig an einen Haken neben dem Spiegel hing. Sie betrachtete sich im Spiegel, die Haare fielen in Wellen bis auf ihre Schultern hinab, während ihre Schminke ein bisschen verlaufen war. Ihre Augen hatten einen seltsamen Glanz, obwohl sie eigentlich schon ziemlich müde war. Dennoch lag auf den für ihr schmales Gesicht etwas zu vollen Lippen immer noch ein breites Lächeln, das sie einfach nicht abschütteln konnte.
Schnell machte sie sich fertig und schlüpfte in ihren Schlafanzug um dann in den Schlafsaal zurückzukehren.
„So, rückt mal raus mit euren Geschichten", sagte Inga
„Dann fang an." Emily machte es sich neben Hermine bequem.
Inga grinste und begann zu erzählen, was sie Emily bereits ein paar Stunden zuvor gesagt hatte. „Ich kanns auf jeden Fall kaum erwarten."
„Lee ist cool drauf", meinte Ginny. „Und wenn er Fred und George besucht hat, dann war er auch immer nett."
„Ist er immer noch so schüchtern?", wollte Emily wissen.
„Nö." Inga schüttelte den Kopf. „Ich glaube, dass hat er jetzt überwunden. Er redet ziemlich viel." Sie grinste. „Aber er ist ja schließlich auch Kommentator. Genug von mir, was lief bei Neville und dir?"
Ginny zuckte mit den Schultern. „Er war sehr nett und ich bin wirklich froh, dass er mich gefragt hat. Aber mehr als Tanzen ist da echt nicht gelaufen. Also keine spannende Geschichte zu erzählen, auch wenn es ein schöner Abend war. Emily?"
Emily errötete während Inga wissend grinste. „Jetzt tut nicht so als ob ihr nicht schon alle wüsstet was passiert ist…"
Jetzt war es an Ginny und Hermine zu grinsen. „Naja, jetzt kann ich es mir auf jeden Fall denken", fügte Hermine hinzu.
Also erzählte Emily wie Leo sie nach draußen geführt hatte und sie sich geküsst hatten. „Ihr seid so süß zusammen", quietschte Inga, was ihr einen vernichtenden Blick von Emily eintrug.
„Ich freu mich für euch beiden", meinte Ginny ehrlich.
„Ich mich auch", sagte Hermine. „Aber ihr seid doch zusammen, oder?"
Emily runzelte die Stirn. „Natürlich. Wieso fragst du?" Dann dämmerte es ihr langsam. „Viktor hat dich geküsst…"
Hermine murmelte etwas, was man durchaus als Ja verstehen konnte und ließ die Haare ins Gesicht fallen.
„Er hat dich geküsst, ihr seid aber nicht zusammen", fasste Ginny es zusammen.
„Psscht", zischte Hermine mit einem Seitenblick auf Lavender und Parvati, die selbst noch laut miteinander quatschen.
„Willst du denn mit ihm zusammen sein?", hakte Emily nach.
„Keine Ahnung", murmelte Hermine miserabel. „Ich mag Viktor."
„Ich höre da ein ganz großes Aber." Inga zog die Augenbraue hoch. „Aber du magst jemand anderes viel lieber."
„Wir haben uns wieder angeschrien. Ich hab ihm gesagt er soll mich nicht als letztes fragen", erzählte Hermine. „Ron hat das überhaupt nicht verstanden."
„Er ist ein Idiot, auch wenn ich mich wiederhole", erwiderte Ginny mitfühlend. „Vor allem wenn es um solche Sachen geht. Allerdings muss ich ja manchmal zugeben, dass er auch seine guten Seiten hat."
„Ohja, ich hasse Lasse zwischendurch auch gerne mal", fügte Inga hinzu. „Er kann genauso ein Idiot sein wie Ron, auch wenn er acht Jahre älter ist. Ist denen glaube ich angeboren."
Ein winziges Lächeln zeigte sich auf Hermines Gesicht. „Ich weiß aber immer noch nicht was ich tun soll."
„Schau, was sich mit Viktor entwickelt", schlug Ginny leise vor. „Ihr müsst ja nicht gleich heiraten."
„Eure Zeit zusammen ist sowieso begrenzt", sagte Inga. „Wenns schlecht läuft, dann seht ihr euch wenigstens nie wieder. Und nur weil Ron dich nicht bemerkt, musst du ja nicht als Nonne leben."
Die Mädchen mussten bei der Vorstellung leise lachen.
„Viktor scheint wirklich nett zu sein und er mag dich. Ginny und Inga haben Recht, lass es einfach auf dich zukommen", erwiderte Emily.
Für einen Moment sah es so aus als ob Hermine noch tausend Fragen stellen wollen würde, doch dann nickte sie. „Vielleicht sollte ich aufhören mir so viele Gedanken zu machen."
„Nun", begann Inga langsam. „Das sind Worte von denen ich nie gedacht habe, dass Hermine Granger sie aussprechen würde." Doch das belustigte Funkeln ihrer blauen Augen sagte allen, dass sie es nicht ernst meinte.
Als Antwort warf Hermine ihr eins Kissen ins Gesicht, auch wenn sie lachen musste. Inga schmiss das Kissen natürlich sofort zurück, nur dass es allerdings Emily und nicht Hermine traf. Innerhalb von Sekunden war die schönste Kissenschlacht im Gange, denn Ginny konnte schließlich nicht unbeteiligt am Rande sitzen und Emily wollte unbedingt Rache üben.
Da Inga aber nicht wirklich zielen konnte, flog schon bald das erste Kissen hinüber zu Lavender und Parvati, die zurückzuschlagen. Es gab viel Gekreische und Gelächter, ein Kissen ging kaputt und Federn verteilten sich über allen, während alle Gedanken an Liebeskummer und Herzschmerz verschwanden.
Gerade als Inga meinte, dass sie so etwas öfters machen sollte, kam eine der Vertrauensschülerinnen herein und schickte die Mädchen wieder in ihre Betten. Es war nämlich schon zwei Uhr nachts ohne dass es eine von ihnen bemerkt hatte.
Ginny kehrte in ihren eigenen Schlafsaal zurück, während Inga bei Emily schlief. „Ich finde es sollte öfters solche Bälle geben", murmelte Inga als endlich alle Lichter gelöscht, die Mädchen in den Betten lagen und zum ersten Mal seit langen alles ruhig und still war.
Emily dachte an die Tänze und an Leo. „Finde ich auch."
