72. Wahn und Traum

Die nächsten Wochen wurden Emily und Harry immer noch von neugierigen Schülern belagert, doch es nahm mehr und mehr ab als sie bemerkten, dass keiner der beiden antwortete. Die Slytherins hielten sich erstaunlich zurück und allgemein blieb es recht ruhig im Schloss. Zu ruhig, wie sie später noch feststellen würden. Was das ganze wirklich für Folgen hatte, würde sich erst später zeigen. Aber fürs Erste waren Emily und Harry froh, dass es so ruhig blieb.

Das einzig Gute an dem Vorfall war, dass es die Zwillinge noch mehr zusammen geschweißt hatte, Emily verstand nämlich mit einem Mal sehr viel besser wie es Harry immer ging. Dennoch hatte Emily Schwierigkeiten sich an die neue Situation zu gewöhnen, wenn jemand sie Miss Potter nannte geschah es nicht selten, dass sie nicht darauf hörte. Die meisten Lehrer schafften es bald sie mit Potter anzureden, nur Snape blieb hartnäckig bei Evans. Emily hatte allerdings auch keine Lust mit ihm darüber zu diskutieren und so ließ sie ihn gewähren.

Nur Leo war nervös geworden, er fürchtete die Reaktion seiner Familie, während er sich gleichzeitig darüber aufregte, dass es ihn so kümmerte. Emily schaffte es ihn irgendwie zu beruhigen. Sie würden das schon zusammen durchstehen.

Ein paar Tage später traf Emily in der Bibliothek wieder auf Yuna. Auch sie hatte den Artikel im Tagespropheten gelesen.

„Ich kann gut verstehen wie es dir jetzt geht", sagte Yuna. „Es ist nicht leicht von jetzt auf gleich berühmt zu werden."

Emily sah sie verwundert an. „Was weißt du denn darüber?"

Yuna lachte. „Mehr als du ahnst. Der Name Tarjonen sagt dir nichts?"

„Nein." Emily schüttelte den Kopf.

„Umso besser. Meine Mutter ist die estnische Präsidentin für Magie. Nach ihrer Wahl wurde natürlich auch die ganze Familie ins Rampenlicht gezerrt. Meine Geschwister sind alle braver als ich, deshalb stand oft genug etwas über mich in der Zeitung." Yuna musste schief grinsen als sie sich daran erinnerte, was alles über sie zu lesen war. „Am interessantesten war oder viel mehr ist natürlich die Tatsache, dass ich lesbisch bin. Einige alte erzkonservative Säcke aus dem Ministerium hat das ganz schön aufgeregt, musst du wissen."

„Und wie bist du damit klargekommen?", fragte Emily vorsichtig.

„Mir war es ziemlich egal." Yuna zuckte mit den Schultern. „Klar, geht das nicht jedem so, aber für mich war es das Beste, wenn ich es einfach ignoriert habe. Ich habe die Artikel gelesen und sie dann weggeschmissen. Erst als sie auch über Sirje berichtet haben, wurde es schlimm. Das war nämlich ein gefundenes Fressen für alle Reporter. Allerdings war ich die meiste Zeit in Durmstrang und sie haben nicht viel herausgefunden über uns beide, so dass es am Ende wieder ging."

„Was hat deine Mutter denn dazu gesagt? Und Sirje?"

Ema hat das erstaunlich ruhig aufgenommen, sie ist da ziemlich liberal und sie hat mich bis jetzt auch immer unterstützt", erzählte Yuna. „Sirje hat sich schon schwer damit getan, dass sie plötzlich in der Zeitung stand, aber irgendwann hat sie sich dran gewöhnt. Vor allem weil eh nicht immer nur über dich berichtet wird. Irgendwann gibt es immer etwas Interessanteres."

Schon bald war das Interessantere das Trimagische Turnier und die dritte Aufgab zog die Aufmerksamkeit der Schüler auf sich. In der letzten Maiwoche mussten die vier Champions hinunter zum Quidditchfeld, dort würde ihnen etwas über die Dritte Aufgabe gesagt werden. Emily würde heilfroh sein, wenn das alles endlich wieder vorbei war.

Harry kehrte erschöpft spät abends wieder, die anderen drei hatten sich schon Sorgen um ihn gemacht. In knappen Worten erzählte er ihnen was nach der Bekanntgabe der Aufgabe, im Übrigen ein Labyrinth, passiert war. Mr Crouch war nämlich wieder aufgetaucht und Harry war zu Dumbledore gelaufen um Hilfe zu holen, während in der Zwischenzeit jemand Krum angegriffen hatte und Mr Crouch wieder verschwunden war.

„Er war nicht mehr bei Sinnen", erzählte Harry. „Er hat nur noch verrücktes Zeug gelabert. Von seiner Arbeit, seinem Sohn und Bertha Jorkins. Moody ist plötzlich aufgetaucht und Hagrid hat Karkaroff geholt wegen Krum und der hat nur Verrat gebrüllt."

„Hat Crouch sonst noch etwas gesagt?", wollte Emily wissen.

„Er hat von Voldemort geredet", erwiderte Harry mit gerunzelter Stirn. „Dass er immer stärker wird."

Die vier verfielen in betroffenes Schweigen, doch es hielt nicht lange und sie diskutierten eifrig und bis tief in die Nacht über das Ereignis. Sie kamen zu keinem Ergebnis und so beschlossen direkt am nächsten Morgen einen Brief an Sophia, Sirius und Remus zu schicken. Eigentlich wollte Harry nur Sirius schreiben, aber Emily konnte ihn überzeugen auch an die anderen beiden zu schreiben, die drei wohnten eh anscheinend zusammen. Außerdem konnte die zusätzliche Hilfe bestimmt nicht schaden.

Dennoch gingen sie in der ersten Pause zu Professor Moody und fragten ihn ob Crouch in der Nacht gefunden wurde. Doch das wurde er nicht, sagte zumindest Moody.

Emily hielt sich bei dem Gespräch im Hintergrund, was ihr einige sehr misstrauische Blicke von Moody einfing. Aber was er sagte war ihr nicht ganz geheuer, in seinen Worten steckte eine ganz schöne Portion Lügen. Log er weil er gegenüber Schülern nichts zugeben wollte oder konnte oder steckte etwas ganz anderes dahinter?

Zum Schluss gab Moody Harry noch ein paar Tipps für die dritte Aufgabe und schickte sie schnell wieder davon.

Am nächsten Morgen kam auch schon wieder die Eule mit einer Antwort von Sirius, Sophia und Remus zurück.

Harry – wie konntest du dich darauf einlassen, mit Viktor Krum in den Wald zu gehen? Schwöre mir bitte eulenwendend, dass du mit niemandem mehr nachts spazieren gehst. In Hogwarts ist jemand, der höchst gefährlich ist. Für mich ist offensichtlich, dass sie nicht wollten, dass Crouch mit Dumbledore spricht, und sie waren vermutlich nur ein paar Meter von dir entfernt in der Dunkelheit. Sie hätten dich umbringen können.

Dein Name ist nicht zufällig in den Feuerkelch geraten. Wenn dich jemand angreifen will, dann hat er jetzt seine letzte Chance. Bleib immer in der Nähe von Emily, Ron und Hermine, verlass abends nicht mehr den Gryffindor-Turm und wappne dich für die dritte Aufgabe. Übe Schockzaubern und Entwaffnen. Ein paar Hexereien können auch nicht schaden. In dieser Crouch-Sache kannst du nichts tun. Halt dich bedeckt und pass auf dich auf. Ich erwarte deinen Brief mit dem Versprechen, dass du dich nicht wieder draußen rumtreibst. Sirius

Emily – für dich gilt genau das gleiche. Pass auf dich auf und hilf Harry.

Harry- dir viel Glück für die dritte Aufgabe. Remus

Emily – ich kann mich den Worten von Remus und Sirius nur anschließen. Ich habe dir noch ein paar Zauber aufgeschrieben, die du mit Harry üben kannst. Ich hoffe sie helfen. Schreibt uns sofort wenn noch etwas passiert. In Liebe Sophia

Harry – ich drücke dir die Daumen. Du schaffst das schon.

„Bisschen heuchlerisch oder?", fragte Emily. „Bei dem was die angestellt haben. Aber ich kann sie auch verstehen."

„Sie machen sich nur Sorgen um euch", rief Hermine. „Genauso wie Moody und Hagrid. Also hört auf sie."

„Das ganze Jahr hat keiner versucht mich anzugreifen", sagte Harry. „Niemand hat mir auch nur ein Haar gekrümmt-

„Ja ne, ist klar", schnaubte Emily. „Ist ja nur so, dass jemand deinen Namen in den Feuerkelch geworfen hat."

„Warum hat mich dann keiner umgelegt als ich mit Krum im Wald war?", widersprach Harry energisch.

„Weil es eher wie ein Unfall aussieht wenn du während des Turniers stirbst", erklärte Hermine ungeduldig. „Aber wie auch immer, du musst jetzt dringend anfangen für die dritte Runde zu trainieren."

Und so verbrachte Emily die meiste Zeit mit Harry, Hermine und Ron im Schloss, während die meisten draußen das schöne Wetter genossen und die ersten anfingen für die Prüfungen zu lernen. Inga, Leo und all die anderen zeigten großes Verständnis dafür, dass Emily jetzt soviel Zeit mit Harry verbrachte und Emily war ihnen echt dankbar. So genoss sie die wenige Zeit, die sie mit ihnen verbrachte umso mehr, vor allem weil sie weder von den Hufflepuffs und Neville, noch von den Weasleys irgendwelche lästigen Fragen befürchten musste. Außerdem schienen Fred und George genug mit ihrem eigenen mysteriösen Projekt beschäftigt und Ginny hatte eine neue Freundin in Ravenclaw gefunden.

Sophias Liste mit den Zaubern war echt hilfreich und in der Bibliothek stöberten Hermine und Emily genug Zauber für Harry auf. Am meisten übte Harry den Schockzauber, auch wenn es bedeutete, dass Emily, Ron und Hermine jeden Tag unzählige blaue Flecken davon trugen, weil sie mal wieder wie ein gefällter Baum umkippten.

Sie unterbrachen ihre Stunden nur um wieder zum Unterricht zurückkehren. Laut Emilys Meinung konnten sie allerdings auch auf manche Stunden verzichten, aber Hermine ließ das natürlich nicht zu. Emily hatte auch nichts anderes von ihr erwartet. Dafür erntete Emily genug missbilligende Blicke von Hermine, weil sie den Unterricht nutzte um mit Inga und Leo zu quatschen, Kräuterkunde war ja schließlich auch nicht so wichtig.

In Alte Runen merkte Emily mit einem Mal, dass etwas nicht stimmen konnte. Irgendwas fühlte sich nicht richtig an und sie hatte ein ungutes Gefühl. Es war so als ob Harry sich von ihr entfernen würde, als ob er für einen Moment weit weg sein würde, als ob sich das Band zwischen ihnen dehnen würde. Normalerweise spürte sie nämlich immer unterbewusst, dass Harry ihr nahe war, aber jetzt nicht. Hinzu kamen pochende Kopfschmerzen, bei denen sie sich nicht sicher war ob es Harrys oder ihre eigene waren.

Hermine sah Emily schon besorgt an. Emily kritzelte hastig Harry auf ein Stück Pergament und schmiss es in einem unbeobachteten Moment ihr zu. Mit gerunzelter Stirn las Hermine es, doch sie schien zu verstehen was Emily ihr sagen wollte, denn für die ganze Stunde über verschwanden die Falten nicht von ihrer Stirn.

Nach der Stunde stürzte Emily sofort davon in Richtung Nordturm, wo sich der Klassenraum für Wahrsagen befand. Doch sie traf nur auf Ron, der ihr erzählte, dass Harry gegangen war um in den Krankenflügel zu gehen. Also rannte Emily, dicht gefolgt von Ron und nun auch Hermine, dorthin, nur um festzustellen, dass Harry niemals bei Madam Pomfrey gewesen war.

Ratlos drehte Emily sich zu den beiden anderen um.

„Ich habe keine Ahnung wo er sein könnte", erwiderte Ron mit einem Schulterzucken.

„Das Schloss ist riesig", fügte Hermine hinzu. „Und die Karte hat Professor Moody noch, oder?"

Emily nickte. Wenigstens fühlte sich ihre Verbindung zu Harry wieder normal an und die Kopfschmerzen wurden auch weniger. Mittlerweile war Emily sich sicher, dass ihre eigenen Kopfschmerzen gewesen waren, da sie viel zu intensiv waren. Aber was genau diese ausgelöst hatte, wusste sie nicht.

„Lass uns zum Essen hinunter gehen", sagte Hermine. „Harry wird schon wieder auftauchen. Oder ist etwas nicht ihm in Ordnung?"

„Es fühlt sich alles wieder normal an", antwortete Emily zögerlich.

„Na siehst du", sagte Ron. „Harry braucht wahrscheinlich nur ein paar Minuten Ruhe und kommt bald wieder."

So ließ Emily sich von den beiden mitziehen, doch in der Großen Halle kam McGonagall auf sie zu und nahm sie bei Seite.

„Professor Dumbledore hat mich gebeten Sie zu Ihm ins Büro zu schicken", sagte McGonagall. „Keine Sorge, es ist nichts passiert."

Dennoch sah Emily ihre Hauslehrerin irritiert an, nickte aber und machte sich dann so schnell wie möglich auf dem Weg zum Büro. Vielleicht hatte es ja mit Harry zu tun und tatsächlich traf sie ihren Bruder dort wieder.

„Geht's dir gut?", fragte sie sofort.

„Alles okay", erwiderte Harry und winkte ab.

„Entschuldigung Professor Dumbledore." Emily wandte sich verlegen an den Schulleiter.

„Nichts geschehen wofür man sich entschuldigen müsste", sagte Dumbledore. „Setz dich, Emily. Du fragst dich bestimmt warum ich dich habe rufen lasse."

Emily nickte und nahm neben Harry auf dem Sofa Platz, wie sie es in letzter Zeit relativ oft getan hatte.

„Harry, würdest du so freundlich sein und deiner Schwester erzählen was du geträumt hast?"

Harry sah nicht begeistert alles noch einmal erzählen zu müssen, gehorchte aber dennoch. „Ich bin Wahrsagen eingeschlafen und hab von Voldemort geträumt. Wurmschwanz kam auch vor und Voldemort hat irgendwas davon gefaselt, dass sein Fehler ausgemerzt sei. Allerdings hat er Wurmschwanz gefoltert und ich bin aufgewacht."

„Ich habe Harry gerade noch erklärt, dass seine Narbe schmerzt weil er wegen des Fluches eine besondere Verbindung zu Voldemort hat", erklärte Dumbledore nachdem Emily sich von ihrem Schock erholt hatte. „Hast du etwas gespürt, Emily?"

Emily schüttelte den Kopf. „Nein, nur dass etwas mit Harry nicht okay ist. Es fühlte sich so an als ob das Band gedehnt werden würde, weil Harry ganz weit weg ist. Und dann habe ich fürchterliche Kopfschmerzen bekommen."

„Ah, das Band der Seelenverwandten", sagte Dumbledore und faltete die Hände über seinem Bart zusammen. „Es passiert selten, dass ein Band zu belastet wird und da ist eine ganz natürliche Reaktion, dass du Kopfschmerzen bekommen hast, Emily. Lass dir ruhig etwas von Madam Pomfrey dafür geben. Aber es bedeutet auch, dass du keine Verbindung zu Voldemort hast."

„Warum dass denn? Ich war doch auch dabei als er uns angegriffen hat", widersprach Emily.

„Seine Intention war mit seinem ersten Fluch nur Harry zu treffen", erwiderte Dumbledore. „Doch wie ihr wisst, hat der Fluch zurück geschlagen und bevor Voldemort dich angreifen konnte, hat es ihn selbst erwischt. Emily, du spürst nur was Harry auch spürt."

„Also werde ich keine Visionen von Voldemort haben?"

„Wenn du es so nennen magst, ja. Voldemort weiß nichts von dem Band zwischen euch und das soll auch so bleiben", warnte Dumbledore sie noch eindringlich.

„Glauben Sie, dass Voldemort stärker wird?", fragte nun Harry leise.

„Ich kann euch nur sagen was ich vermute", antwortete Dumbledore. „Während der Jahre, in denen Voldemorts Macht immer größer wurde", sagte er, „sind immer wieder Menschen verschwunden. Bertha Jorkins ist dort spurlos verschwunden, wo Voldemort mit Sicherheit zum letzten Mal war. Auch Mr Crouch ist verschwunden … und das auch noch auf unserem Gelände. Und jemand Drittes ist verschwunden, ein Fall, den das Ministerium, wie ich leider sagen muss, für unwichtig hält, denn es geht um einen Muggel. Sein Name war Frank Bryce, er lebte in dem Dorf, in dem Voldemorts Vater aufwuchs, und er wurde seit August letzten Jahres nicht mehr gesehen. Ihr seht, ich lese die Muggelzeitungen, im Gegensatz zu den meisten unserer Freunde im Ministerium.

Dumbledore sah Harry und Emily mit sehr ernster Miene an. „Diese Fälle von verschwundenen Personen scheinen miteinander in Verbindung zu stehen. Das Ministerium ist da anderer Meinung."

Die Zwillinge schwiegen als Antwort nur.

„Emily, darf ich bitten zu gehen? Ich möchte mit Harry noch ein paar Worte wechseln." Dumbledore brach die Stille. „Deine Antworten waren allerdings sehr hilfreich."

„In Ordnung." Ein bisschen wunderte sich Emily schon was der Schulleiter noch mit Harry besprechen wollte, aber so wie sie Harry kannte, würde er es ihr und den beiden anderen danach erzählen. Also verabschiedete sich wieder von Dumbledore und kehrte in den Gemeinschaftsraum zurück.

Emily musste nicht lange warten bis ihr Bruder wieder auftauchte und ganz sie es erwartet hatte, erzählte er ihnen alles. Harry war in eine Erinnerung von Dumbledore in einem Denkarium gestürzt und hatte drei Gerichtsverhandlungen miterlebt.

Die erste war die von Igor Karkaroff, der die Namen von Todessern verriet, Rookwood und Snape. Laut Dumbledore war Snape allerdings mittlerweile auf ihrer Seite und er vertraute ihm.

In der zweiten wird Ludo Bagman als Todesser angeklagt, aber freigesprochen, obwohl er Rookwood Informationen besorgt hatte.

Barty Crouch jr. Verhandlung war die dritte. „Sie haben ihn angeklagt Auroren gefoltert zu haben", erzählte Harry leise. „Sein Vater war der Richter und er hat seinen eigenen Sohn direkt nach Askaban geschickt. Ganz wie Sirius und Sophia erzählt haben."

Dann berichtete er noch was Dumbledore ihm und Emily über Voldemort gesagt hatte.

„Sogar Dumbledore glaubt, dass Du-Weißt-Schon-Wer stärker wird?", fragte Ron.

„Ja." Emily nickte zur Bestätigung.

„Und er glaubt Snape? Obwohl er weiß, dass Snape ein Todesser war?"

„Ja", erwiderte diesmal Harry.

„Aber was ist das für ein Gerichtssystem, wenn Bagman aufgrund seiner Beliebtheit frei kommt, obwohl, wie du sagst, Informationen an Rookwood weitergegeben hat, ein Vater seinen eigenen Sohn verurteilen darf, gerechte Strafe hin oder her, und der gleiche Mann einen anderen Mann ohne Verhandlung nach Askaban schickt?" Das war gerade dass was Emily in diesem Moment am meisten aufregte. Die Zaubererwelt hatte auch ihre dunklen Seiten, wie sie immer mehr feststellen musste.

Sie schrieben noch einen Brief an Sophia, Sirius und Remus und diskutierten bis spät in die Nacht, bis Hermine sie alle ins Bett scheuchte, damit sie morgen früh zum Üben aufstehen konnten.

Anstatt für die Prüfungen zu lernen, übten sie lieber mit Harry alle möglichen Zauber. Harry war es peinlich, dass er sie vom Lernen abhielt, doch Ron übte lieber mit ihm als zu lernen und Emily und Hermine sahen es von den praktischen Seite.

„So kriegen wir wenigstens gute Noten in Verteidigung gegen die Dunklen Künste", meinte Hermine. „Im Unterricht hätten wir nie soviel darüber gelernt."

„Außerdem falle ich lieber durch eine Prüfung als dass du ausgerechnet jetzt doch von einem Drachen oder so was gefressen wirst. Oder dich im Labyrinth verläufst", kam es lakonisch von Emily.

Und so übten sie, bis es sogar McGonagall zu bunt wurde sie immer auf den Fluren herumlungern zu sehen und ihnen erlaubte ein Klassenzimmer zu benutzen. Von Sirius und Sophia kamen fast täglich Briefe mit hilfreichen Tipps, nichts schien momentan so wichtig zu sein wie Harry durchs Turnier zu bringen. Remus war wieder auf Arbeitssuche unterwegs.

Der vierundzwanzigste Juni rückte immer näher und dieses Mal fühlte Harry sich ruhiger als vor den beiden letzten Aufgaben, denn dieses Mal hatte er wirklich alles in seiner Macht stehende getan um sich vorzubereiten. Dafür verfiel Emily immer wieder in nervöse Anfälle, die sonst eher untypisch waren, aber dank Leo und Inga schaffte sie es meistens sich wieder zu beruhigen.

Aber auch die Schule erfasste wieder die altbekannte Aufregung und es wurde nicht besser als endlich der Tag der dritten Aufgabe kam.