Jahr II
Warum tust du das?!
Nervös spielte Lia an ihrer Halskette herum und tappte unbewusst mit dem Fuß auf dem Boden herum.
Warum hatte ihr Vater sie nicht schon viel früher daran erinnert?! Sie konnte von Glück sagen, dass James und Sirius in der vorletzten Ferienwoche auf die Idee gekommen waren Quidditch zu spielen.
Sie hätte sonst doch glatt vergessen, dass Zweitklässler ins Team konnten! Was, wenn zwei Wochen Training nicht reichten? Aber alle sagten immer sie sei ein Naturtalent...naja, außer Sirius. Aber der war bloß beleidigt, weil er kaum viel besser war als sie. Aber gegen James hatte sie nie eine Chance gehabt...gut er war sechs Jahre älter. Und er war selbst für sein Alter gut, das wusste sie.
Frustriert seufzte Lia auf.
Wieso hatte sie bloß nicht daran gedacht?
Sie MUSSTE einfach aufgenommen werden, oder die Quidditchspieler würden ihr komplett die Show stehlen.
Nun, jedenfalls musste sie sich jetzt zusammenreißen.
Entschlossen pustete sich Lia eine Haarsträhne aus dem Gesicht und nahm ihrem Vater den Vogelkäfig ab.
"Bringen wir meine Sachen in den Zug?"
Es war wundervoll wieder im Schloss zu sein, all die gewohnten Gesichter, aber...irgendetwas fehlte doch...
Lia blickte am Tisch auf und ab.
Wieso hatte sie Matt noch nicht gesehen?
Doch, da saß er.
Ob er sie einfach nicht bemerkt hatte?
Er unterhielt sich mit einem Mädchen aus seiner Klasse.
Sie war hübsch.
Rasch wandte sich Lia ab.
Ja, klar, jetzt war er Viertklässler und war vermutlich der Meinung sich nicht mit Zweitklässlern abgeben zu müssen.
Ob ihm das Mädchen gefiel?
Vorsichtig sah sie noch einmal aus den Augenwinkeln hinüber, doch dann schüttelte sie sich.
Pah, sollte er doch machen was er wollte, sie brauchte ihn ganz sicher nicht.
In der nächsten Woche musste Lia sich nicht anstrengen um Matt und die Quidditchauswahl aus ihrem Kopf zu vertrieben, zumal sie jeden von Matts Versuchen sie anzusprechen ignorierte.
Das Probefliegen war auf Samstag angesetzt worden und bis dahin fanden ihre Lehrer genug um sie auf Trab zu halten.
Möglich, dass sie in den Ferien zu viel Zeit damit verbracht hatte mit ihrer Mutter shoppen zu gehen, sich mit Sirius zu käbbeln und sich Hochzeitskataloge mit Lily anzusehen.
Aber hey, in ihrem Leben ging es schließlich darum Spaß zu haben! Naja, und erfolgreich zu sein.
Also würde sie wohl lernen müssen...
"Puh, ich hab kein Wort verstanden!"
Es war Mittwoch und Lia und Charlot waren gerade zum Mittagessen in die Große Halle gekommen.
Der Ausbruch ihrer Freundin brachte Lily zum Lachen.
"Ach, Charlot, du KONNTEST ja auch gar nichts verstehen, du warst viel zu sehr damit beschäftigt auf Jasons Hinterkopf zu starren."
"PSSSSSST! Lia!"
Charlot war knallrot angelaufen. Lia konnte nur seufzen.
"Er ist sooo ein Idiot, Charlie!"
"Ja, aber ein niedlicher!"
Mit Charlot war wirklich nicht zu reden. Lia wusste nicht ob sie nun besonders reif, oder besonders kindlich war...
Die Matt-Ignorieren-Taktik lief gut.
Bis sie sich daran erinnerte, dass er im Quidditchteam war.
Diese Erinnerung kam, als sie mit ihrem neuen Besen auf dem Quidditchfeld stand und sich dem Gryffindorteam gegenüber sah.
Mist.
Ihr Griff um den Besen wurde immer fester, während sie zusah, wie ein Anwärter nach dem anderen Probe flog.
Das kam natürlich davon, dass sie wütend auf Matt war.
Er hatte die ganze Woche noch nicht mit ihr geredet.
Dass das ihre eigene Schuld war, ignorierte sie gekonnt.
"Celia Kenneth."
Lia schluckte heftig und musste husten.
Wie peinlich.
Als sie die Tribüne runter kletterte wurde ihr klar, dass sie es nie und nimmer schaffen würde ins Team aufgenommen zu werden.
Ihre Arme und Beine zitterten, sie hatte einen dicken Kloß im Hals und wollte sich am liebsten übergeben. Warum war sie so nervös?
Sicher, es wäre ziemlich uncool, wenn sie es versuchen und scheitern würde, aber sie würde damit zurecht kommen.
Oder?
"Also dann, rauf mit dir."
Mirco Tailor, der Quidditchkapitän lächelte ihr aufmunternd zu. So müde er auch war, er behandelte jeden so freundlich er nur konnte.
Wie befohlen schwang sich Lia auf den Besen und stieß sich ab.
Und da wusste sie es.
Sie wollte ins Team, sie wollte unbedingt ins Team.
Auf einmal war Lia überhaupt nicht mehr schlecht. Statt sich wie ein Stein anzufühlen schlug ihr Bauch Purzelbäume und sie musste grinsen.
Als Mirco den Quaffle hochwarf stürmte sie darauf zu und hielt voll auf Matt zu. Sie wich der Jägerin aus, flog eine Spirale um Matt zu verwirren und traf durch den Ring.
"Yaaay!"
Lachend warf Lia die Arme hoch und hätte fast ihr Gleichgewicht verloren.
Sie war so gut!
Nach ein paar weiteren Würfen war Lia wieder ernüchtert.
Nachdem Matt und Tally, die Siebtlässlerin, die als gegnerische Jägerin agierte, sich von ihrer ersten Verwunderung über Lias Flugkünste erholt hatten, hatte sie kaum mehr eine Chance.
Am Ende war Lia völlig aus der Puste und hatte das Gefühl unglaublich schlecht gespielt zu haben.
Seltsamerweise fühlte sie sich trotzdem gut.
"Lia?"
Sie war gerade auf dem Weg zurück zum Schloss, als Matt sie einholte. Sie dachte nicht einmal daran ihn zu ignorieren, dazu war sie einfach zu zufrieden. Was auch geschah, sie hatte eine gute Show abgeliefert.
Matt erwiderte ihr Lächeln allerdings nicht, als sie stehen blieb und sich umwandte.
Er wirkte ernst und er sah ihr nicht in die Augen.
Was nun? Wollte er ihr sagen, dass sie schlecht geflogen sei?
Immerhin hatte sie getroffen, oder? Und alle sagten immer Matt sei ein verdammt guter Hüter.
"Warum machst du das?", fragte er schließlich.
Aha. Es ging um das Ignorieren.
Trotzig sah Lia ihn an und war schon bereit für eine lange Erklärung, aber irgendwas hielt sie davon ab.
Unruhig begann sie auf den Fußballen zu wippen.
"Was...was meinst du...?"
"Na das!"
Mit dem Arm deutete Matt auf das Quidditchfeld.
"Was? Ich habe gespielt, so wie alle anderen, die ins Team wollen! Bist du beleidigt, weil ich das erste Mal getroffen habe?!" Lia war nun wütend. Sie hatte gedacht er würde ihr gratulieren. Sich für sie freuen, oder so. Ihr vielleicht Glück wünschen.
Wieso verhielt er sich jetzt so doof?
"Beleidigt? Darum geht es doch gar nicht!" Matt holte tief Luft und ließ sie dann langsam wieder raus, wie um sich zu beruhigen, bevor er weitersprach. "Warum willst du ins Team? Willst du wieder bloß Anerkennung?"
Damit hatte Lia nun wirklich nicht gerechnet.
"Was? Wieso interessiert dich das?"
"Weil mir Quidditch wichtig ist und weil mir das Team wichtig ist! Mir ist egal was du sonst noch machst nur um beliebt zu sein, aber ich will nicht, dass du damit das Team runterziehst!"
"Was?! Ich bin GUT, klar?! Ich mag vielleicht nicht viel Erfahrung haben, aber ihr wart doch alle selbst überrascht, was ich kann!"
"Gut sein reicht aber nicht! Du musst auch hart trainieren, bist du da bereit zu? Oder wirst du das Training schwänzen, wann es dir passt? Quidditch ist kein Einzelsport, Lia! Was du tust hat Konsequenzen für das Team. Bist du überhaupt bereit dich mit anderen einzulassen? Zuzulassen, dass dich jemand kennen lernt? Dass sich jemand auf dich verlässt? Kannst du dich auf andere verlassen? ES GEHT HIER NICHT UM DICH!"
Einen langen Moment starrte Lia ihn einfach nur an. Sie war sich nicht einmal ganz sicher, dass sie verstanden hatte, was er sagte.
Aber sie war sich ganz sicher, dass es kein Kompliment war.
Ihr rasten Gedanken durch den Kopf, bis sie schließlich sagte, "Fein", sich umdrehte und zum Schloss hochging. Und Matt und seine Beleidigungen hinter sich ließ.
Lia wurde ins Team aufgenommen. Es hatten sich nicht viele für die Jägerposition beworben und obwohl die wenigen nicht schlecht waren, hatten sie doch nicht so viel Potential.
Sagte zumindest Mirco.
Lia war verdammt stolz auf sich.
Trotzdem hingen ihr Matts Worte immer noch nach.
Mit der Zeit begann sie zu verstehen, was er hatte sagen wollen.
Aber sie wollte es nicht einsehen.
Denn es würde bedeuten sich selbst in Frage zu stellen. Und was blieb ihr denn dann noch?
Das erste Training stand an und als Lia auf dem Gras des Quidditchfeldes stand wurde ihr klar, dass Mirco sein Kapitänsamt nicht für sein nettes Lächeln erhalten hatte.
Er nahm sie alle so hart ran, dass Lia nach einer halben Stunde am liebsten geheult hätte.
Sie sah absolut nicht ein, warum sie drei Runden um das GESAMTE Quidditchfeld laufen sollte!
Als sie dann völlig am Ende wieder ankam, erklärte Mirco ihr, dass sie viel zu langsam sei und ließ sie dann 20 Liegestütze machen.
Sie brach nach 10 zusammen.
Und als sie dann endlich auf dem Besen saß wusste sie kaum wie sie oben bleiben sollte, geschweige denn einen Ball befördern und schon gar nicht ihn zu fangen.
Wenn ihre Treiber nicht so unfassbar gut wären hätte sie längst ein Klatscher ausgenockt.
Und das Schlimmste war nicht einmal diese Tortur.
Das Schlimmste war dieser wissende Gesichtsausdruck, der die gesamten zwei Stunden Matts Gesicht nicht ein einziges Mal verließ.
Scheißkerl.
Es gab wohl nicht wirklich viele Leute, die Lia so gut kannten, dass sie sie als verbissen bezeichnen würden.
Lia war gerade sehr verbissen.
Wieso hatte sie sich darauf eingelassen?! Sie war dreckig, verschwitzt, ihr tat alles weh und sie konnte sich kaum noch bewegen! Und dieser verdammte Mirco hatte sie das gesamte Training lang nur angemotzt! Was dachte der sich eigentlich?!
Lia sprach kein Wort mit ihren beiden Teamkolleginnen, während sie sich duschte und umzog.
Inzwischen war ihre Wut auf Matt und Mirco schwächer geworden.
Sie war kurz davor wütend auf sich selbst zu werden.
Warum hatte sie sich das bloß angetan?
Und Matt hatte recht.
Aufgeben konnte sie jetzt nicht so einfach.
Nein, aufgeben kam auf gar keinen Fall in Frage.
Aber es beschäftigte sie noch den ganzen Abend diese eine Frage.
Warum tat sie das eigentlich?
Warum hatte sie unbedingt ins Team gewollt?
Die Trainingsfolter ging noch einige Wochen weiter.
Vermutlich hätte Lia sogar Spaß daran gefunden, es tat nämlich doch irgendwie gut sich so auszupowern, an seine Grenzen zu stoßen.
Wäre da nicht diese kleine Tatsache gewesen, dass sie eine völlige Niete war.
Und das war definitv eine völlig neue Erfahrung für Lia.
Eine, auf die sie gerne verzichtet hätte.
Sie schaffte immer noch keine 20 Liegestütze, während selbst die zierliche Sheila, ihre Sucherin, 50 schaffte.
Es ärgerte sie so sehr, dass sie so schlecht war, dass sie begann, sich abends aus dem Schloss zu schleichen und zum Quidditchfeld zu laufen um zu trainieren.
Morgens stand sie vor allen anderen auf um um den See zu joggen.
Zweimal war sie kurz davor aufzugeben.
Doch dann lief ihr jedes Mal Matt über den Weg.
Und verbissen machte sie weiter.
Dem würde sie es schon zeigen! Wegen ihr würde das Team ganz sicher nicht verlieren!
An einem nebligen Morgen Anfang Oktober ließ sich Lia nach ihrer Runde ins feuchte Gras fallen und genoss einen Moment lang die Stille.
Komisch.
Sie war nie ein sonderliches Naturkind gewesen.
Sie mochte es lieber durch die Stadt zu laufen und schöne Kleider zu tragen.
Hatte dieses eine Jahr in Hogwarts sie wirklich schon so verändert?
Die Luft roch irgendwie interessant. Nach dem See, dem Gras, der Erde, sogar ein bisschen nach dem Nebel. Dabei konnte Wasser doch gar nicht riechen, oder?
Vorhin war eine Gruppe Schüler aus dem Schloss gekommen, sie hatten ihre Koffer dabei. Lia hatte schon gehört, wie sich einige Schüler darüber unterhielten, dass sie Hogwarts verlassen würden. Ihre Familien waren wohl der Meinung sie besser vor Du-weißt-schon-wem schützen konnten. So ein Blödsinn. Ihr Vater hatte Lia gesagt, dass Hogwarts der sicherste Ort sei, weil Dumbledore der einzige war, der es mit Du-weißt-schon-wem aufnehmen konnte.
Und sie glaubte ihm.
So ließ sie ihre Gedanken streiften, während der Wind die Wolken über den Himmel schob.
Schließlich stand Lia auf.
Sie musste noch duschen und es war schon bald Zeit fürs Frühstück.
Als sie die Stufen zum Portal hinauf lief fiel ihr jemand auf, der in der Eingangshalle stand und sie offensichtlich beobachtet hatte.
Matt.
"Was willst du?", fragte sie bissig und stellte sich vor ihm auf.
Ein relativ ärmlicher Versuch, wenn man bedachte, dass sie über einen Kopf kleiner und erschöpft und verschwitzt war.
Doch Matt zuckte nur mit den Schultern.
"Hast du Spaß?"
"Spaß? Ich ARBEITE."
"Aha, und wieso?"
Darauf wusste Lia keine Antwort, also drehte sie sich weg und stapfte die große Treppe hoch.
Ende Oktober. Das erste Spiel.
Sie hatte immer gewusst was sie konnte, hatte immer daraufhin gearbeitet und dann sicher gesiegt.
Aber wie um alles in der Welt konnte sie jemals sicher wissen, ob sie gewinnen würde?
Es hing ja nicht nur von ihr ab. Und sie wusste auch nicht, wie gut die Ravenclaws waren.
Wie konnten die anderen wissen, dass sie gewannen?
Die Antwort auf diese Frage erhielt sie, als sie die Große Halle betrat und ihre Teamkameraden sah.
Tally starrte auf ihren leeren Teller und ihre Gesichtsfarbe wies eindeutig einen Grünstich auf.
Sheila Mason, die zierliche Sucherin, zermatschte mit geschlossenen Augen ihr Toast und schien etwas vor sich hin zu murmeln.
Den Jungs schien es besser zu gehen, nur Mirco war völlig in Trance versunken. Aber vielleicht überspielten die Anderen ihre Unsicherheit auch nur mit albernen Witzen.
Sie wussten es nicht.
Und zum ersten mal dachte Lia darüber nach, warum es solche Spiele eigentlich gab und wieso die Leute sich all diesen Stress eigentlich antaten.
Weil es SPAß machte. Und weil es SPANNEND war.
Man wusste eben nicht ob man gewann.
Aber alle gaben ihr Bestes um es zu versuchen.
Und wenn man gewann, dann war es das Größte.
Und sie wollte gewinnen.
Nun war sie tatsächlich nervös.
Und irgendwie war es ein schönes Gefühl.
Ihr war warm und schwindlig und sie war völlig ahnungslos wie dieser Tag ablaufen würde.
Sie konnte es nicht planen, es würde sie überraschen.
Die Schülermassen liefen quatschend und lachend den Pfad zum Quidditchstadion runter.
Es war ein schöner Herbsttag, kühl, aber sonnig und sie alle freuten sich auf ein spannendes Spiel, das erste Spiel der Saison.
Währenddessen hatte sich das Gryffindor-Team bereits schweigend umgezogen und saß nun versammelt um Mirco herum.
Der lief ruhelos vor ihnen auf und ab, murmelte vor sich hin und wandte sich immer wieder mit irgendwelchen Ratschlägen an den einen oder anderen.
Die Meisten davon hatte er ihnen schon zig-Mal im Training gesagt, doch niemand beschwerte sich.
Sie waren sich sicher, wenn sie etwas sagten würde das spärliche Frühstück seinen Weg nach draußen finden.
Dann war es Zeit.
Sie erhoben sich, machten sich auf den Weg nach draußen.
Die Sonne schien auf den grünen Rasen und brachte die 14 blauen und roten Gestalten zum Leuchten.
Einige kurze Momente schien die Zeit stillzustehen.
Sie standen da, der Wind blähte die Umhänge auf und fuhr ihnen durch die Haare.
Ganz kurz schloss Lia die Augen und lächelte.
Dann erfüllte der Pfiff die Herbstluft und alle Spieler schossen in die Höhe.
Das Spiel ging los.
Als sie alle da oben waren, sich auf den Quaffle stürzten und hintereinander her flogen, wurde Lia klar, was Mirco für ein guter Kapitän war.
Sie hatte kein Problem dem Spielverlauf zu folgen, wie es früher, als Zuschauer der Fall gewesen war. So oft hatte er sie mit Fragen gelöchert, während sie versuchte sich aufs Spielen zu konzentrieren, bis sie die Antworten automatisch parat hatte.
Er hatte ihr damit beigebracht worauf sie achten musste.
Der Ravenclawspieler hatte einen Klatscher abbekommen.
Blitzschnell nahm Lia wahr, dass sie näher als die anderen dran war, weil sie niedriger geflogen war.
Sofort stürzte sie sich auf den fallenden Quaffle.
Kaum hatte sie ihn und war wieder in die Höhe gestiegen, als sie die feindlichen Jäger aus den Augenwinkeln sah.
Keine Zeit zum Denken, Tally war ein Stück links, sie wartete bis die Jäger ganz nah waren, warf den den Ball zu Tally und brachte sich selbst wieder in Fangposition.
Sie hatte ihr erstes Manöver geschafft.
Doch es blieb keine Zeit zum Nachdenken, denn Mirco schoss auf das gegnerische Tor zu und Lia folgte ihm, bereit jederzeit zu übernehmen.
Hin und her ging es, ein ausgeglichenes Spiel.
Jedes Mal bebte sie förmlich, wenn der Quaffle auf die gegnerischen Ringe zuschoss.
Jedes Mal zuckte sie ängstlich zusammen, wenn Matt in Bedrängnis kam.
"DER SCHNATZ! Mason und Hollister setzen zum Sinkflug an!"
Lia wusste, sie sollte sich weiter auf ihre Aufgabe konzentrieren, doch sie konnte einfach nicht anders, als einen Blick auf die beiden Sucher zu werfen.
Ravenclaw war dieses Jahr ziemlich stark, letztes Jahr hatte Slytherin es geschafft sie zu schlagen, obwohl Hollister den Schnatz gefangen hatte, diese Chance bestand diesmal nicht, es stand 60 zu 50 für Gryffindor. Ein knappes Spiel.
Genauso knapp wie der Flug der Sucher.
"Mach schon Sheila..."
Verzweifelt biss Lia die Zähne zusammen. Hollister war verdammt gut und Mirco hatte Sheila mehr als einmal zusammengestaucht, weil sie im letzten Moment oft zurück zuckte.
Und wer würde das bei so einem Sturzflug nicht?
In diesem Moment schoss Finngian, einer der Ravenclawjäger an ihr vorbei.
Während alle abgelenkt waren hatte er sich den Quaffle geschnappt und flog auf Matt zu.
Mircos Worte fielen ihr wieder ein, nach einer seiner Standpauken.
"Warum machen wir uns dann überhaupt die Mühe zu trainieren? Wir müssen doch nur dafür sorgen, dass Sheila den Schnatz fängt." Lia saß auf der Bank und rieb dich die schmerzende Schulter. Sie war einem Klatscher zu spät ausgewichen und wollte endlich in die Krankenstation, statt sich Mircos Gerede anzuhören. Sonst würde sie gleich doch noch anfangen zu heulen.
Es tat WEH!
Vermutlich hätte sie sich ihre Aussage lieber verkneifen sollen.
"Hör zu, Kenneth. Was meinst du wohl was passieren würde, wenn wir alle uns nicht mehr für das Spiel interessieren und Mason den Schnatz nicht fängt?"
"Dann haben wir verloren, genauso wie sonst auch."
"Und die Punkte, die wir hätten haben können?"
Lia lief rot an. Ihr war klar, dass sie sich mit ihrer genervten Aussage zum Affen gemacht hatte.
"Das hier ist ein Turnier, es geht nicht nur um ein gewonnenes Spiel. Selbst der beste Sucher kann nicht jeden Schnatz fangen und deshalb wirst du so viele Punkte machen wie du kannst!"
Sie würde Mirco schon zeigen, dass sie nicht so dumm war Punkte zu verschenken.
Rasch wendete sie ihren Besen und schoss hinter Finnigan her, hinter ihr kam Mirco angeflogen, dem Finnigan den Ball abgenommen hatte.
Lia kam an Finnigan heran und warf einen Blick zu Mirco rüber, der ihr ein Zeichen gab. Sie verstand und flog unauffällig unter Finnigan, so, dass sie in seinem toten Winkel war.
Als Mirco sich auf den gegnerischen Jäger stürzte ließ dieser den Quaffle fallen. Lia fing ihn und flog so schnell sie konnte nach oben und auf die Torstangen der Ravenclaws zu.
Ein anderer Jäger kam von einer Seit auf sie zu, Finnigan von der anderen. Mirco war unbemerkt an den beiden vorbei geflogen.
Nun schoss Lia auf den linken Torring zu, um dann im letzten Moment den Besen hochzuziehen und dabei Mirco den Ball zuzuwerfen, der ihn locker in den rechten Ring warf.
"MASON HAT DEN SCHNATZ!"
Ravenclaws wie Gryffindors fuhren herum und erblickten Sheila, den Arm im Triumph nach oben gestreckt.
Mirco wandte sich zu Lia und klopfte ihr lachend auf den Rücken.
Gemeinsam flogen sie zum Rest des Teams und feierten ihren Sieg.
"220 ZU 50! DAS WAR EIN DURCHWEG SPANNENDES SPIEL, DAS UNS DIE BEIDEN TEAMS DA GELIEFERT HABEN!"
Lia stand in einer Ecke des Gemeinschaftsraumes, in einer Hand ein Butterbier und lachte über Sheila und den Treiber Keith Flynn, die auf einem der Tische einen ziemlich albernen Tanz vollführten.
Matt lehnte sich neben sie an die Wand.
"Und, Spaß gehabt?"
Lia verdrehte die Augen.
"Ja, habe ich. Was dagegen?"
"Nein, sollte ich?"
Lia hob die Brauen, sah Matt jedoch immer noch nicht an.
"Hast du mir nicht noch vor ein paar Wochen einen Vortrag darüber gehalten?"
Sie nahm einen Schluck aus ihrer Flasche, mit der sich am liebsten nach Matt geworfen hatte.
Der blöde Kerl konnte einem echt jede Stimmung vermiesen.
Matt schüttelte den Kopf.
"Ich hab nie gemeint, dass du keinen Spaß haben sollst."
Er lächelte schief und rieb sich etwas verlegen den Nacken.
"Schau mal, Lia, du bist jemand der sich richtig ins Zeug legt, wenn er sich einmal was in den Kopf gesetzt hat. Aber du musst auch immer was davon haben. Und wenn du genug hast hörst du auf.
Ich liebe Quidditch und ich liebe mein Team. Unser Team. Mir war egal was sonst deine Motive sind, aber Quidditch... Mir gefiel einfach der Gedanke nicht, dass du diese Dinge, die mir so wichtig sind nur tust um Bewunderung zu bekommen."
Jetzt lächelte er Lia an, die inzwischen doch zu ihm gesehen hatte.
"Ist dir eigentlich klar, dass du nicht ein einziges Tor geschossen hast?"
Was?
Was sollte das denn bitte?
"Oh fein, willst du mir das jetzt unter die Nase reiben?", fragte sie gereizt.
"Nein. Ich bin stolz auf dich."
Er grinste.
Lia starrte ihn nur an.
"Ich bin stolz auf dich, weil du an das Team gedacht und nicht dich selbst in den Mittelpunkt gestellt hast."
Matt klopfte ihr auf die Schulter und verschwand dann im Gedränge.
Verwirrt sah Lia ihm hinterher.
Dieser Kerl, war der verwirrendste Mensch, dem sie je begegnet war. Irgendwann würde er sie nochmal verrückt machen.
Statt sich den Kopf über Matts verwirrende Gedankengänge zu zerbrechen, begab sich Lia lieber in die Menge und tanzte zu der Musik, des laut aufgedrehten Radios.
Fairness und Teamgeist
Das nächste Spiel der Saison war Slytherin gegen Hufflepuff.
Den Gryffindors gefiel der Ausgang gar nicht.
Irgendwie hatten es die Slytherins geschafft noch fieser zu spielen als je zuvor.
Die Huffs konnten noch so viele Strafstöße zugesprochen bekommen, drei verletzte Spieler konnten sie nicht ausgleichen.
Das Ergebnis war eine Niederlage mit 30 zu 360.
Nachdem die Schlangen gleich zu Beginn den Sucher ihrer Gegner ausgeschaltet hatten, konnten sie in aller Ruhe ihren sicheren Sieg auskosten.
Zwei Klatscher und ein gut gezielter Quaffle lösten auch das Hüter Problem und wenige Minuten später landete ein Jäger der Hufflepuffs mitten in den Tribünen.
"Das können die doch nicht zulassen! Dafür sollten sie disqualifiziert werden!", wetterte Keith und sein Freund Malcolm grummelte zustimmend. Doch sie alle wussten, das da nicht viel zu machen war. Wo auch immer die Slytherins ein solches Verständnis für Fouls herbekommen hatten, sie hatten es jedes Mal geschafft Professor Chandler, den Schiedsrichter im richtigen Moment abzulenken.
Das Gryffindor-Team saß noch zusammen auf der Tribüne und sah zu, wie unten auf dem Feld die Verletzten notdürftig versorgt und dann zum Krankenflügel gebracht wurden.
"Wenn wir die Schlangen besiegen kommt uns das Ergebnis eigentlich zu gute. Aber ehrlich gesagt will ich am liebsten gar nicht gegen die spielen müssen."
Die anderen verstanden nur zu gut, wie Tally sich fühlte.
Sheila sah leichenblaß zu, wie der ohnmächtige Sucher Stephen Kells vom Feld getragen wurde.
Matt klopfte ihr beruhigend auf die Schulter, doch viel besser sah er auch nicht zu. Die Slytherins hatten gezeigt, dass Hüter und Sucher ihre bevorzugten Opfer waren.
In den nächsten Wochen ließ Mirco sie alle auf den verschiedensten Positionen spielen. Niemandem gefiel der Gedanke gegen die Slytherins spielen zu müssen.
Zunächst spielten sie ohnehin gegen Hufflepuff und dieses Spiel war ein einziger Witz.
Kells und der Hüter Cole waren zwar wieder dabei, doch fit war etwas anderes. Die Wochen im Krankenflügel hatten sie ausgelaugt und ihnen Trainingszeit geraubt.
Gryffindor gewann 250 zu 30.
Als Mirco sich beim Hufflepuff Kapitän entschuldigen wollte, schüttelte der nur den Kopf und zog eine Grimasse.
Sie alle wussten wie es ihm ging: Hufflepuff hatte keine Chance mehr zu gewinnen. Besser sie verloren auch weiterhin, als Slytherin gewann den Pokal.
Ende Februar stand dem Gryffindor-Team das gefürchtete Spiel bevor.
Wochenlang hatten sie härter trainiert als je zuvor.
Selbst wenn sie zwei Spieler verlieren sollten, müssten ihre Chancen gegen Slytherin zu gewinnen gut stehen.
Dennoch waren sie nervöser als je zuvor, als der große Tag anbrach.
Die Decke der Großen Halle spiegelte die Stimmung der Schülerschar wider. Graue Wolken bedeckten den Himmel und niemand konnte genau sagen, ob sie Regen bringen würden, oder der Tag trocken blieb.
Das Frühstück verlief still und als die Spieler sich erhoben um in die Umkleiden zu gehen, folgten ihnen die Blicke aller Schüler. Alle waren gespannt, was der Tag bringen würde und zumindest die Hufflepuffs wollten wie die Gryffindors selbst die Schlangen geschlagen sehen.
So sehr die Ravenclaws die Slytherins auch für ihre neue Taktik verachteten, ein Sieg der Gryffindors würde ihre eigenen Chancen mit großer Wahrscheinlichkeit zunichte machen.
In der Gryffindorkabine herrschte bedrücktes Schweigen. Nicht einmal Mirco wusste was er noch sagen sollte.
Schließlich schüttelte er nur den Kopf.
"Ihr wisst so gut wie ich, worum es hier geht. Also, gebt euer Bestes."
Draußen auf dem Feld wurde der Jubel der Zuschauer von einem starken Windzug fast unhörbar gemacht. Mirco schluckte. Als wäre es nicht schon genug, dass sie es mit einem unberechenbarem Gegner zu tun hatten, nun spielte auch noch das Wetter verrückt.
Nach dem Startpfiff dauerte es eine Weile, bis sich die Spieler gefangen und an den starken Wind gewöhnt hatten. Dadurch lief das Spiel nur langsam an.
Lia kam es so vor, als wollten die Slytherins sie in Sicherheit wiegen, als sie problemlos den Quaffle durch einen der Torringe warf und damit den Spielstand auf 50 zu 10 zu ihren Gunsten erhöhte.
Doch es blieb nicht lange dabei.
Etwa eine Viertelstunde nach Beginn des Spiels begannen die Angriffe. Wie erwartet galten sie zunächst nur Sheila.
Die flinke Sucherin wich den Angriffen eine ganze Weile geschickt aus und nach jedem neuen Angriff stürzten sich Jäger und Treiber von einer neuen Welle der Wut angetrieben auf ihre Aufgaben.
Schließlich stand es 70 zu 20, als ein Raunen durch die Menge ging und Nathan Drake, der Kommentator nur noch in sein Mikrofon stottern konnte.
Lia selbst hatte die Szene zufällig beobachtet und starrte nun völlig geschockt auf den abstürzenden Körper ihres Kapitäns.
"ICH...ICH GLAUB'S NICHT...ALSO, WENN MICH NICHT ALLES TÄUSCHT, DANN HAT MIRCO TAILOR SO EBEN HELDENHAFT ZWEI KLATSCHER ABGEFANGEN, DIE EIGENTLICH FÜR SEINE SUCHERIN BESTIMMT WAREN!"
Er irrte sich nicht.
Sheila schien gerade den Schnatz entdeckt zu haben und bemerkte die beiden auf sie abgefeuerten Klatscher nicht.
Mirco dagegen hatte sie sehr wohl entdeckt und war todesmutig losgestürzt um Sheila zu beschützen.
So wie Lia Mirco einschätzte, war es weniger Mut, als viel mehr völlige Gedankenlosigkeit gewesen, die ihn dazu bewog solch eine Heldentat zu begehen.
Er dachte nur daran, dass Sheila den Schnatz fangen musste, nicht an die Auswirkungen, die das für ihn haben würde.
Durch die ganze Aufregung war der Schnatz verschwunden.
Tally setzte den Strafstoß um, während unter ihnen, der inzwischen wieder halbwegs das Bewusstsein zurück erlangende Mirco versuchte die Krankenschwester von seiner Gesundheit zu überzeugen. Dass er dabei lallte und kaum einen vernünftigen Satz zusammenbrachte schien seine Glaubhaftigkeit nicht unbedingt zu unterstützen.
Jedenfalls stellte sie ihn schließlich mit einem Zauber ruhig.
Das Gryffindorteam hatte nun zwar einen Jäger weniger, doch Tally bewies wieder einmal, dass sie ein ausgesprochenes Temperament besaß.
Für gewöhnlich schob sie dieses auf spanische Wurzeln und in diesem Fall war ihr Team mehr als dankbar für diese Wurzeln.
Zusammen mit Lia traf sie zwei weitere Male und verwandelte noch einen Strafstoß.
Es stand 100 zu 30, als Lia, kurz vor ihren eigenen Torringen nur knapp einem Klatscher auswich.
"Pass auf, Lia!"
Als sie sich zu Matt umdrehte um ihn darüber aufzuklären, dass sie sehr wohl in der Lage war auf sich selbst aufzupassen, kam der zweite Klatscher angeschossen und um Lia herum wurde alles schwarz.
Als Lia aufwachte lag sie im Krankenflügel und die Abendsonne färbte die weißen Laken orange.
Neben ihr im Bett schnarchte ihr Kapitän friedlich vor sich hin.
"Du bist wach."
Matt und Sheila betraten mit zwei Flaschen und einer Schachtel Süßigkeiten das Krankenzimmer.
"Für euch.", meinte Sheila leise und stellte eine Flasche und die Schachtel auf Lias Nachttisch, während Matt die andere Flasche neben Mirco abstellte.
"Mit offizieller Erlaubnis der Oberschwester versteht sich."
Es war Butterbier und Lia war dankbar für das süße Getränk, das den Schwindel zumindest ein wenig vertrieb.
Sie saßen eine Weile schweigend da, bis Lia schließlich die unausweichliche Frage stellte.
"Wie ist es ausgegangen?"
Matt zuckte müde die Schultern.
"Die Schlangen haben Sheila ausgetrickst und den Schnatz erwischt. Aber nicht bevor Tally ihnen alleine noch drei Bälle reingehauen hatte."
Sheila sah zu Boden und murmelte Entschuldigungen, doch Matt schüttelte nur den Kopf.
"Sie haben dich mit einer SCHLANGE beworfen, Sheila!"
Lia starrte ihn verdutzt an.
"Sie haben was?"
"Es war nur eine Illusion.", erklärte die Sucherin. "Aber ich hab mich trotzdem tierisch erschreckt."
Allein die Erinnerung ließ das Mädchen erschaudern.
Lia wusste von Sheilas Angst vor Schlangen, sie hatte es mal bei einem Training erzählt.
"Wieso hat denn niemand etwas unternommen?!"
"Chandler hat es nicht gesehen, als er zu mir sah, war die Illusion weg."
"Aber irgendetwas müssen wir definitiv unternehmen."
Matt starrte auf Lias Bettdecke, aber seine Stimme war entschlossen.
Lia nickte und Sheila sagte: "Lasst uns warten bis Mirco aufwacht, bevor wir etwas entscheiden."
Etwas verlegen betrachtete sie den leise schnarchenden Jungen im Nachbarbett und Lia konnte es sich nicht verkneifen Matt anzugrinsen. Es wäre schon sehr verwunderlich, wenn sich die schüchterne 15-jährige nach so einer Aktion NICHT in ihren Kapitän verlieben würde.
Wer weiß, vielleicht ließ sich da ja was machen...aber zunächst waren die Slytherins wichtiger.
Mirco erwachte einige Stunden später.
Die Fackeln im Krankenflügel waren entzündet worden und Lia las bei Kerzenlicht Quidditch im Wandel der Zeiten, das Matt ihr mitgebracht hatte.
Stöhnend setzte sich der Siebtklässler auf und rieb sich die Stirn.
Lia klappte ihr Buch zu und legte sich zur Seite.
"Auch mal wach? Du hast bestimmt acht Stunden geschlafen."
"Das Spiel?"
"Wir haben verloren. 130 zu 180. Diese miesen Schlangen haben Sheila mit der Illusion einer Schlange abgelenkt."
Mirco fluchte herzhaft, dann entdeckte er Lias Verband und fragte sie danach.
"Klatscher. Ich hab wenigstens keinen Aufstand gemacht, als sie mich wegbringen wollten.", zog sie Mirco auf.
Dieser grummelte nur und griff in die Süßigkeitenschale.
"Verdammte, miese, widerliche..."
"Schon klar. Aber Worte bringen uns auch nicht weiter.", kommentierte Lia Mircos Beschimpfungen, als diese immer ausgefallener wurden.
"Die Frage ist woher die wussten, wovor Sheila Angst hat."
"Das gilt es herauszufinden. Und wer ihnen hilft."
Wenn es den anderen Gryffindors auffiel, wie viel Zeit ihr Quidditchteam zusammen verbrachte, so behielten sie ihre Fragen für sich.
Das nächste Spiel der Saison war Hufflepuff gegen Ravenclaw, das letzte, wohl alles entscheidende Spiel Ravenclaw gegen Slytherin würde erst im Mai stattfinden. Bis dahin mussten sie herausgefunden haben, wie die Slytherins an ihre Informationen kamen und wie es für sie möglich war, während des Spiels solche Fouls durchzuführen.
Der Tag des Ravenclaw/Hufflepuff Spiels war ungewöhnlich kalt für März, aber klar.
Kleine Frostblumen malten Muster an die Fenster des Schlosses und Rauchwölkchen bildeten sich vor den Mündern der Schüler, die zum Stadion liefen.
In Jacke und Schal gepackt stand Lia auf der Außenseite der Tribüne, gleich neben einem kaum erkennbaren Loch in der Außenhülle.
Fröstelnd rieb sie ihre Hände aneinander.
"Kalt?"
Matt war gerade durch das Loch geklettert und lehnte sich nun neben ihr an die Wand.
"Etwas.", gab Lia zu. "Alles bereit?"
"Alle auf ihren Posten." Er wühlte in seiner Jackentasche und hielt dann Lia ein paar Handschuhe hin. "Hier. Deine kleinen Hände werden zwar wahrscheinlich drin versinken aber besser als nichts."
Er grinste sie an und Lia wurde ein wenig rot.
"Danke..."
Rasch steckte sie die Hände in die tatsächlich viel zu großen Handschuhe und merkte wie ihre Hände langsam begannen wieder aufzutauen.
"Also dann, ich zieh wieder los."
Lia sah Matt hinterher und versuchte nicht darüber nachzudenken, dass er ihre Hände auch anders hätte wärmen können.
Schließlich schüttelte sie ihren Lockenkopf und zog eine Grimasse.
Ehrlich, sie sollte aufhören die Bücher zu lesen, die ihre Mutter ihr gab.
Oder ihre Filme zu sehen.
Ihre Mum wäre sicher total begeistert von Matt. Hatte sie ihn ihr eigentlich mal am Bahnsteig gezeigt? Vermutlich nicht. Charlot, Megan und Suse waren ja immer mit ihr im Abteil, daher konnte sie ihrer Mutter direkt zu Beginn der ersten Ferien ihre Freundinnen vorstellen.
Und Charlot war sogar im Sommer bei ihr gewesen.
Aber Matt hatte sie irgendwie in ihren Erzählungen immer eher ausgelassen...
Vermutlich weil sie wusste, wie ihre Mum reagieren würde.
Ein Junge, Schatz? Hm...wie ist er denn so? Magst du ihn? Oh Schatz, ich bin sicher du würdest ihm den Kopf verdrehen! Als ich deinen Vater kennen gelernt habe...
Und dann würde sie stundenlang von ihrer Jugendliebe erzählen, bis sie schließlich mit allen möglichen Tipps für Lia endete.
Aber Lia wollte gar nicht...SOWAS mit Matt...
Sie waren einfach nur gute Freunde.
Und sie war viel zu jung für sowas.
Außerdem mochte sie Sirius!
Eine Tatsache, die sie bisher verdrängt haben mochte, die nun, da Sirius aus dem Spiel war, jedoch sehr viel angenehmer geworden war.
Während Lia so vor sich hingrübelte kam Matt zusammen mit Tally zurück.
"Wie läuft das Spiel?", fragte Lia, als die beiden neben ihr standen.
"Keine Ahnung.", erwiderte Tally.
"Ich glaube Ravenclaw ist in Führung.", meinte Matt. "War schon einer von den anderen hier?"
Lia schüttelte den Kopf und Matt fluchte leise.
"Das muss nichts heißen, Matt. Die Leute im Schloss werden einige Zeit brauchen. Und die Tribünen-Leute werden vermutlich ihr Glück erst später haben."
"Oder gar nicht.", gab Matt zurück.
Dann verabschiedeten sich die Beiden und Lia war wieder allein.
Warum musste sie ausgerechnet diesen langweiligen Job bekommen?
Sie wäre viel lieber bei den Leuten, die versuchten in den Slytherin Gemeinschaftsraum zu kommen, oder wenigstens bei den Lauschern unter der Tribüne.
Selbst Tally und Matt hatten einen spannenderen Job als Boten.
Die folgenden 1 ½ Stunden verliefen nicht sonderlich viel aufregender und als sich nach Ende des Spiels alle an Lias Posten versammelten, war die Ausbeute gering.
"Ich musste mich ordentlich zusammenreißen um diesen arroganten Dreckssäcken nicht eine rein zu würgen, aber außer den üblichen dummen Sprüchen haben die nichts von sich gegeben", brummte Keith niedergeschlagen.
"Und wir sind nicht in den Gemeinschaftsraum gekommen. Filch ist da rumgeschlichen, so dass wir kaum wirklich Gelegenheit hatten was auszuprobieren."
"Wir brauchen das Passwort."
"Selbst, wenn wir das haben, müssen wir bis zum nächsten Spiel warten."
"Und wir wissen immer noch nicht wonach wir suchen!"
"Vielleicht doch."
Sheila hatte bisher nachdenklich auf ihrer Unterlippe herum gekaut, doch nun schien sie zu einem Entschluss gekommen zu sein.
"Ich hab was gehört, was interessant sein könnte. Als ich unter der Tribüne durchlief hat Nott was zu irgendwem anders gesagt. Ich hab nur hingehört, als ich mitbekam wie er meinte 'Die dämlichen Hufflepuffs hätten nicht verlieren müssen, wenn sie wüssten was WIR wissen.' dann hat er dämlich gelacht, der andere hat was gesagt und dann kam das interessante: 'sie sind aber auch alles Weicheier. Schreiben immer brav alles auf, posaunen ihre Termine aus und heulen sich bei den anderen aus. Selbst die Ravenclaws sind kaum besser.' Dann war er zu weit weg um noch was zu hören."
"Also spionieren sie rum", sprach Malcolm die Gedanken aller aus.
"Würde mich nicht wundern, wenn sie sich das Training der anderen ansehen."
"Und dabei müssten sie zu erwischen sein", vervollständigte Mirco Tally's Gedanken.
Viel weiter kamen sie zunächst nicht, da sich Schritte näherten. Als sie sich umwandten sahen sie Finnigan und Bones, die Kapitäne von Hufflepuff und Ravenclaw auf sie zukommen. Beide hatten sich umgezogen und geduscht, wie die nassen Haare bewiesen.
"Hey."
Finnigan blieb vor der Gruppe stehen und steckte die Hände in die Hosentasche. Bones stand neben ihm.
"Wir wissen, dass ihr was ausheckt, gegen die Schlangen. Wir wollen helfen."
Die Gryffindors sahen alle zu ihrem Kapitän, der sich nachdenklich durch die Haare fuhr.
Schließlich sagte er: "Gut. Es geht uns schließlich alle was an. Allerdings müssen wir uns darauf einigen wer das Sagen hat, sonst gibt das nur Chaos."
Seine Teamkameraden warfen sich wissende Blicke zu. Mirco versuchte zwar es sich nicht anmerken zu lassen, doch allen war klar, wie ungern er das Ruder jetzt abgeben würde.
Seinen Kapitänskollegen schien dies auch bewusst zu sein, denn Bones sagte sofort lächelnd: "Schon gut, Mirco, niemand macht dir die Führung streitig. Merlin weiß, wie gern ich dir das überlasse und Clive hier hat schließlich immer noch ein Team zu trainieren."
Finnigan nickte zustimmend und Mirco konnte sich ein erleichtertes Seufzen nicht ganz verkneifen.
"Gut, dann lasst uns einen etwas weniger frostigen Ort zum Besprechen finden."
In den folgenden Wochen trainierten die Ravenclaws in dem Bewusstsein, dass sie beobachtet wurden.
Ihre Aufgabe bestand darin, die Slytherins soweit möglich zu irritieren, in ihrer Gegenwart von nicht vorhanden Schwächen zu berichten und mehr Fehler als nötig zu machen.
In der Zwischenzeit hatten sich die Gryffindors und Hufflepuffs aufgeteilt.
Eine Gruppe sollte Orte ausfindig machen, von denen aus die Slytherins die Trainings der anderen Teams beobachten konnten und sie, wenn möglich, dort auf frischer Tat ertappen.
Lia gehörte zu der Gruppe, die weiterhin die Slytherins des Teams so weit wie möglich belauschten. Doch immer wieder schienen die Slytherins einen Weg zu finden plötzlich zu verschwinden.
"Was gäbe ich dafür, wenn ich all die Geheimgänge kennen würde, die James und Sirius immer benutzt haben", murmelte Lia eines Nachmittags, als sie, Tally und zwei Huffelpuff Mädchen wieder einmal vor einem ausgestorbenen Gang standen, in dem sich eigentlich drei Jungen befinden müssten.
Doch dann hatten sie Glück.
Keith konnte in der Jungentoilette Gesprächsfetzen aufschnappen, die schließlich dazu führten, dass sie herausfanden, wo die Slytherins ihren Beobachtungsposten hatten und von da an ging es bergauf.
Endlich war der Zeitpunkt des letzten Quidditchspiel des Jahres gekommen.
Und diesmal waren nicht nur die Ravenclaws nervös.
Der Plan war ausgefeilt und alle wussten was sie zu tun hatten.
Als das Spiel begann, begaben sich Matt, Tally und eine Gruppe Hufflepuffs erneut unter die Tribüne, auf der die Slytherins Platz genommen hatten, doch diesmal kannten sie ihr Ziel. Sie wussten, wer dafür zuständig war Chandler abzulenken und würden nun selber für Ablenkung sorgen.
Lia und Sheila standen am Rand der Lehrertribüne, bereit alle Ergebnisse des Tages zu bündeln und zu präsentieren.
Bones hatte inzwischen das Passwort des Slytherin Gemeinschaftsraumes herausgefunden und seine Gruppe machte sich daran, dort weitere Beweise zusammen zu sammeln.
Weder Lia, noch Sheila, die einzigen, die dazu Gelegenheit gehabt hätten, nahmen viel von dem Spiel wahr. Sie wussten nur, dass die Verwirrungstaktik und die geheimen Trainings gewirkt hatten. Die Slytherins schafften es nicht, die Ravenclaws auf dem falschen Fuß zu erwischen und offensichtlich hatte auch Matts Gruppe Erfolg, denn Professor Chandler pfiff diesmal so oft, dass die Slytherins ihre Ausschalttaktik ändern mussten.
"IST DAS DER SCHNATZ?"
Erschrocken sahen Lia und Sheila sich an.
Wenn das Spiel jetzt zu Ende ging und die Slytherins in ihren Gemeinschaftsraum zurückkehrten würden sie Bones und seine Gruppe treffen!
"Ich lauf hoch."
Noch bevor Lia Sheila davon abhalten konnte, war diese losgelaufen, die Treppe hinunter, aus dem Stadion und rauf zum Schloss.
"Man wird sie sehen!" Ängstlich blickte Lia ihrer Freundin hinterher, doch sie durfte ihren Posten doch nicht verlassen!
"Lia! Wo ist Sheila!"
Lia fuhr herum und erblickte einen keuchenden Mirco, der gerade von der anderen Seite der Treppe herauf gestolpert kam.
"Sie ist zum Schloss gelaufen um Bones zu warnen!"
Lia war mehr als erleichtert Mirco zu sehen. Irgendwie war sie sich sicher, dass er das schon in Ordnung bringen würde.
"Sie kennt das Passwort doch gar nicht!" Frustriert stöhnte Mirco auf. Dann seufzte er und setzte sich wieder in Bewegung.
Lia hörte gerade noch, wie er murmelte "Jetzt weiß ich wenigstens wozu dieses ganze Gelaufe gut war" und konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. Dass Mirco sich des Sinns seines Trainings selber nicht bewusst sein sollte, war urkomisch.
Kurze Zeit später war wieder Entwarnung: Der Schnatz war entkommen.
Langsam trudelten die verschiedenen Teams ein, doch von Mirco und Sheila fehlte jede Spur.
Als schließlich eine zweite Jagd nach dem Schnatz begann musste eine Lösung her.
Tally wandte sich an den Hufflepuff Kapitän, doch sie hatte noch kaum den Mund geöffnet als der schon den Kopf schüttelte.
"Keine Chance. Ich hab gleich von Anfang an gesagt, ich will hier gar nicht das Sagen haben. Wieso machst dus nicht? Du bist die Älteste hier und du hast das nötige Selbstbewusstsein..."
"Und die Selbstbeherrschung einer wütenden Bärin", unterbrach ihn Keith und heimste dafür einen ordentlichen Schlag auf den Hinterkopf von Tally ein.
Doch im Grunde hatte er Recht.
Schließlich war es Bones, der die Entscheidung traf.
"Warren, du machst das."
Verblüfft starrte Matt ihn an.
"Wieso ich?"
Keith lachte und Malcolm gab Matt einen Stoß.
"Bones hat recht. Uns ist allen klar, dass du nächstes Jahr Mirco ersetzen wirst." Er grinste und ignorierte dabei Matts bösen Blick völlig.
Doch Matt gab nach.
"Also, her mit den Beweisen. Tally, Bones, ihr kommt mit mir. Ich geh da nicht alleine hoch."
Er schluckte, doch dann setzte er sich entschlossen in Bewegung und erklomm mit seinen beiden Begleitern die letzten Stufen der Lehrertribüne.
Lia und die anderen bekamen von dem Gespräch da oben nichts mit, sie konnten jedoch sehen, wie ihre junge Hauslehrerin die drei stirnrunzelnd abfing, dann überrascht stutzte und sie vor sich her zum Direktor scheuchte.
"Wenn sie erstmal an der Gonagall vorbei sind haben wir gewonnen", murmelte Keith, doch Lia schüttelte den Kopf.
"Wenn die eine Ungerechtigkeit wittert, gnade dem Unruhestifter. Erst Recht, wenn es um Quidditch geht."
Keith sah sie überrascht an, doch er musste ihr zustimmen.
Es dauerte nicht lang, da kam ihr Trupp breit grinsend herunter.
"Die können sich auf was gefasst-", begann Matt, doch da erscholl bereits Professor Dumbledores ruhige Stimme magisch verstärkt im Stadion.
"AUFGRUND EINIGER FRAGEN BITTE ICH DAS QUIDDITCHTEAM DER SLYTHERINS, SOWIE REGULUS BLACK UND TOMAS BLETCHLEY IN MEIN BÜRO. DANKE."
Diese Aussage sorgte für einige Aufregung im Stadion.
Während die angesprochenen Slytherins wütend dreinsahen, stand eine kleine Gruppe Hufflepuffs und Gryffindors unterhalb der Lehrertribüne und sah sehr zufrieden aus.
Ein wahrer Erfolg
An diesem Abend gab es beim Abendessen eine Ansage des Direktors, die mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen wurde.
"Es wurden der Lehrerschaft heute Beweise vorgelegt, die zu einer neuen Entscheidung des Quidditchsiegers führen."
Dumbledore musste sich räuspern, damit das aufgekommene Getuschel abebbte.
"Slytherin wird der Pokal aufgrund von unfairen Tricks und Spionage aberkannt. Außerdem ziehe ich ihrem Haus 250 Punkte ab."
Diesmal dauerte es weitaus länger die jubelnden und buhenden Schüler zur Ruhe zu bringen. Als er es schließlich geschafft hatte sprach der Direktor weiter.
"Da ihre Vorgehensweise über ihre eigenen Spiele hinaus Folgen hatte, ist es uns nicht möglich auf faire Weise einen Sieger zu ermitteln. Ich bitte sie zu verstehen, dass es daher in diesem Jahr keinen Quidditchsieger geben wird. Ich danke ihnen."
Eine ganze Weile war es still in der Großen Halle. Nur die Slytherins hissten und tuschelten durcheinander.
Plötzlich sprang Finnigan auf und rief: "Gemeinsame Siegesparty in der Großen Halle!"
Und der Jubel der drei Häuser, die sich in diesem besonderen Spiel als Sieger sahen, machte es den Lehrern unmöglich diese Feier zu verbieten.
Es hätte ihnen ohnehin niemand zugehört.
Und so kam es, dass an diesem Abend die Große Halle in blau, rot und gelb erstrahlte, entlang der Wände lange Tische mit den köstlichsten Speisen bereit standen, eine Live Band spielte und mehr als 150 Schüler lachten, aßen, tanzten und die Große Halle mit einem unglaublichen Lärm füllten.
"Wo steckt unser Kapitän denn schon wieder?", fragte Tally und stützte genervt die Hände in die Hüften.
Keith grinste sie an und erwiderte: "Tja, ich würde mal sagen, er steckt da, wo er auch heute morgen schon war, als wir ihn gesucht haben...oder hast du Sheila schon irgendwo gesehen?"
Als Tally ihn verblüfft ansah wurde sein Grinsen noch breiter und schließlich schüttelte sie resigniert den Kopf. "Du kannst einem wirklich auf die Nerven gehen, Flynn."
"Weißt du, HENDERSON, das macht meinen Charme aus", gab Keith zurück. Dann verbeugte er sich galant und hielt ihr die Hand hin.
"Wie wäre es zur Ablenkung, wenn Sie mit mir tanzen würden, schöne Frau?"
Und zu seiner eigenen Verwunderung nahm Tally seine Hand und zerrte ihn mit zur Tanzfläche.
Lia sah den beiden kichernd hinterher.
"Ehrlich, ich liebe dieses Team", sagte sie zu niemand bestimmten.
"Wundervoll, da ich Teil dieses Teams bin, gehe ich davon aus, dass du liebend gerne mit mir tanzen würdest."
Lia starrte auf diese Aussage hin den grinsenden Matt ziemlich verblüfft an und wurde schon wieder rot.
Doch dann willigte sie kichernd ein und die beiden folgten Tally und Keith.
"Es gibt doch wirklich keinen schöneren Ort als Hogwarts"
"DAS war ein wirklich unmöglich tolles Jahr."
Lia streckte sich seufzend im Gras aus und genoss die warme Sommersonne.
Charlot sah sie zweifelnd an.
"Das würde ich auch gerne sagen, aber wenn ich an die Verwandlungsprüfung denke-"
Doch bevor sie ihren Satz beenden konnte, hatte Lia sich zum See gebeugt und ihre Freundin mit einer Ladung Wasser zum Schweigen gebraucht.
"Hör bloß auf mit den Prüfungen! Vorbei ist vorbei, jetzt heißt es Spaß haben!"
Und wenige Minuten später waren sowohl sie selbst, wie auch Charlot pitschnass und ließen sich erschöpft zurück ins Gras plumpsen.
"Es gibt doch wirklich keinen schöneren Ort als Hogwarts."
Lächelnd stimmte Lia ihrer Freundin zu.
