Kapitel 1: Nur ein weiterer Patient
Sie wusste nicht was es war, aber dieses Gefühl der Erlösung verschwand und Mary Eunice hatte das Gefühl in ein weiteres dunkles Loch gefallen zu sein. Ihr Körper fühlte sich schwer an und ihre Handgelenke und Knöchel schmerzten. Schmerzen? Wieso fühlte sie Schmerzen? Langsam kam sie zu sich und öffnete die Augen. Sie starrte an die dunkle graue Decke und versuchte sich zu bewegen aber es gelang ihr nicht. Sie stöhnte auf und versuchte sich aufzurichten, doch sie konnte ihren Körper nicht anheben.
‚Wo bin ich?'
Irritiert sah Mary Eunice an sich herunter und bemerkte, dass sie gefesselt auf einem Krankenbett lag. Sie wusste sofort wo sie war und sie geriet in Panik. Sie versuchte verzweifelt ihre Arme loszureißen, doch es gelang ihr nicht.
„Was ist hier los?" rief sie und bemerkte erst jetzt, dass sie nicht allein war. Eine große ihr wohl bekannte Gestalt erhob sich neben ihr und sie erkannte Dr. Arden der mit einen traurigen und gleichzeitig tadelnden Blick auf sie herab blickte.
„Sie haben allen hier einen großen Schrecken eingejagt."
Mary Eunice begann zu weinen, sie wollte das alles nicht mehr, sie wollte frei sein.
„Was hat das alles zu bedeuten?" fragte die junge Frau weinerlich.
Arden setzte sich zu ihr auf das Bett und seufzte „Sie haben versucht sich umzubringen Mary Eunice, man hat Sie vorläufig als Patientin aufgenommen." Er nahm ihre kleine Hand in seine und sprach weiter „Aber keine Sorge, Sie werden nicht lange Patientin hier sein."
Plötzlich fiel ihr alles wieder ein. Das Böse in ihr, die Gräueltaten die sie begangen hatte und auch wer Dr. Arden wirklich war. Sie ballte die Hände zu Fäusten und sah den älteren Mann verabscheuungswürdig an.
„Fassen Sie mich nicht an! Nehmen Sie ihre dreckigen Hände weg von mir. Ich weiß genau wer Sie sind…..Sie…Sie Monster. Sie sind nicht Dr. Arden, Ihr Name ist Hans Gruper…ich weiß alles und endlich sehe ich alles ganz klar. Sie sind ein Kriegsverbrecher und ein Mörder. Ich weiß alles." Mary Eunice schrie so laut, dass sie sich selbst erschreckte. Nie zuvor hatte sie solch einen Ausbruch der puren Wut erlebt.
Das freundliche Gesicht von Arden verzog sich und er ließ ihre Hand los „Was reden Sie da?"
„Sie wissen was ich meine, ihr Name ist Hans Gruper. Ich werde allen sagen wer und was Sie sind." Immer noch quollen Tränen aus ihren Augen und sie spürte wie ihr Herz immer schneller schlug.
Ardens Gesicht wurde zu einer dunklen Maske und er stand auf, abschätzend sah er auf die junge Frau herab „Tatsächlich! Und Sie glauben wirklich, dass man einer Verrückten Glauben schenken wird? Sie haben versucht sich umzubringen und wir beide wissen warum. Sie haben viele schlimme Dinge hier getan Mary Eunice und Sie wollten ihr schlechtes Gewissen beruhigen. Sie nennen mich einen Mörder? Wir beide wissen, dass Sie selbst eine Mörderin sind und eine Vergewaltigerin."
Mary Eunice schluckte schwer und schüttelte den Kopf „Nein…..nein, das war ich alles nicht. Es war der Teufel in mir! Ich wollte dass alles nicht, ich bin kein böser Mensch. Ich….."
Sie wurde unterbrochen, als die Tür zu ihrem Zimmer aufging und Monsignore Timothy Howard und eine Nonne eintraten.
„Wie ich sehe, ist unser neuster Schützling wach. Dr. Arden wie geht es unserer Mary Eunice?" Timothy Howard lächelte die junge Frau an und sah dann zu Arden.
„Sie redet wirres Zeug. Ich glaube, Sie ist schwerer Gestört als wir dachten." Sagte der ältere Mann und sah wieder zu Mary Eunice.
„ICH BIN NICHT GESTÖRT!" schrie Mary Eunice „Ich weiß viele Dinge die hier geschehen sind, auch über Dr. Arden. Bitte Monsignore hören Sie mir zu. Ich sah alles…ich weiß alles. In den letzten Monaten sind hier ganz schreckliche Dinge geschehen."
Timothy zog die Augenbrauen hoch und sah die junge Frau fragend an „Verzeihen Sie bitte, aber mir stellt sich gerade sie Frage warum Sie versucht haben sich das Leben zu nehmen, statt mit dieser Erkenntnis zu mir zukommen."
Wieder begann Mary Eunice bitterlich zu weinen „Ich konnte nicht! Ich wollte das alles nicht! Er war in mir…der Teufel…..er war in mir."
Die andere Nonne die mit Howard den Raum betrat zog die Augenbrauen hoch und sah die andere Frau zweifelnd an. Schon wieder eine Nonne, die hier ihren Verstand verloren hatte.
„Mary Eunice, Sie waren nicht vom Teufel besessen! Sie haben wie mir scheint doch mehr psychische Probleme als wir dachten. Aber keine Sorge, hier in Briarcliff sind Sie nun unter ihres Gleichen. Gleich morgen beginnt ihre Therapie. Dr. Arden wird Ihnen eine besondere Behandlung zukommen lassen."
Und plötzlich sah Mary Eunice etwas, was ihr das Blut in den Adern zu Eis gefrieren ließ.
„Nein…..nein…..bitte geh doch endlich weg." Weinte sie, als sie in die Augen des Monsignore sah. Sie sah es sofort.
„Bitte, wer soll gehen?" fragte die Nonne neben Timothy und stellte sich neben Mary Eunice ans Bett.
„Er!" sie sah zu Timothy Howard und flüsterte der Nonne zu „Der Teufel ist in ihm. Er muss seinen Körper gewechselt haben."
Arden, Howard und die Nonne, sahen sich alle gleichzeitig an. Für sie stand eines fest, die junge Frau hatte Wahnvorstellungen.
„Beruhigen Sie sich meine Liebe, hier sind Sie in guten Händen."
Alle drei drehten sich um und verließen das Zimmer. Noch lange nachdem die Tür geschlossen war, hörte man die Schreie von Mary Eunice durch die Flure von Briarcliff.
