Kapitel 5: Willkommen in meiner Welt

Timothy wusste nicht wo er war, um ihn herum herrschte nichts als Dunkelheit. Er fühlte sich verloren und war voller Furcht. Wieso war er an so einem Ort? Stets hatte er seinen Herren gedient und ein gottesfürchtiges Leben geführt. Wie konnte Gott es zulassen, dass er an so einem Ort kam? War er tot? War das sein Leben nach dem Tod? Einsam und allein gefangen in einer endlosen Dunkelheit, ohne einen Ausweg. Timothy fühlte sich wie ein wehrloses kleines Kind, als er sich verzweifelt umsah. Er wusste nicht wie lange er schon an diesem Ort war, Zeit schien keinerlei Bedeutung zu haben. Waren es Sekunden oder Jahre? Er hatte weder ein Gefühl für Zeit noch für seinen eigenen Körper, es war als wäre er nicht vorhanden. Immer wieder sah sich Timothy verzweifelt und suchte einen Lichtblick….nur einen winzigen kleinen Lichtblick. Doch egal wie oft er sich umsah oder versuchte von der Stelle zu kommen, alles blieb Dunkel. Voller Angst und Unwissenheit was mit ihm geschehen war, begann Timothy Howard lauthals in die Dunkelheit zu schreien.

„Wo bin ich? Wo bin ich? …"

Immer wieder schrie er diese Frage in die Dunkelheit, bis er plötzlich ein seltsames Lachen vernahm. Er konnte nicht erkennen von wem es kam oder auch woher. Es war ein Lachen, wie es Timothy nie zuvor gehört hatte. Es war furchteinflößend und unmenschlich. Wenn er jetzt die Art des Lachens beschreiben sollte, so würde er es nicht können. Kein Wort dieser Welt könnte auch nur annährend beschreiben, was er hörte.

„Wo bin ich? Wer bist du? Wo bist du?" rief Timothy und hoffte dieses grauenerregende Lachen würde verschwinden und tatsächlich begann es zu verstummen. Für einen Moment war es wieder ganz still, bis eine laute verzerrte Stimme zu ihm sprach. Der Klang der Stimme versetzte ihn in Angst und Schrecken, diese Stimme war nicht Menschlich.

„Wo ich bin? Du kannst mich doch sehen, verehrter Monsignore. Ich bin überall…..Ich bin die Dunkelheit die dich umschließt und langsam Stück für Stück verschlingen wird. Ich bin das, was ihr einfältigen Menschen als den Teufel bezeichnet und jetzt, bin ich du. Dein Körper gehört jetzt mir, ebenso deine Seele."

Mit jedem Wort, wurde Timothy panischer. Er wollte weg…..einfach weg aber er vermochte keinen Schritt zu gehen. Wieder begann das schreckliche Lachen durch die Dunkelheit zu schallen.

„Oh Timothy, du bist ein so armseliger und dummer Mensch. Glaubst du wirklich du könntest mir entkommen? Ich kann deine Angst spüren, ich habe immer deine Angst gespürt. Du bist ein so leichtes Opfer für mich gewesen, genau wie dieses dumme kleine Mädchen."

Angst! Ja, das war genau das was Timothy in diesen Moment verspürte. Er hatte eine Todesangst, nicht nur vor dieser Stimme, er hatte Angst vor diesem Ort. Was wäre wenn er diesen Ort nie wieder verlassen würde? Eine Ewigkeit gefangen in der Dunkelheit…allein. Für immer allein an diesen schrecklichen Ort!

„Was willst du von mir?" schrie Timothy mit zitternder Stimme.

„Was ich von dir will? Nur deinen Körper, nicht mehr. Keine Sorge Timothy, du wirst nicht für alle Ewigkeit in der Dunkelheit gefangen sein. Sagen wir, du hast Karten in der ersten Reihe gewonnen. Von diesen Moment an, wirst du alles was ich sehe, alles was ich fühle gemeinsam mit mir erleben. Doch du wirst unfähig sein, die Geschehnisse zu beeinflussen. Bis zu dem Tag, an dem ich deinen Körper verlassen werde, bist du dazu verdammt dein Leben nur als stiller Beobachter zu sehen."

Ein plötzliches helles Licht verdrängte die Dunkelheit und Timothy brauchte einen Moment um zu verstehen, was hier gerade geschehen war. Er konnte wieder alles sehen und er wusste genau wo er war. Er war im Gemeinschaftsraum von Briarcliff und das erste was er dort erblickte war Jude. Seinen Rara Avis. Er wollte sich bewegen und zu ihr gehen, aber egal was er tat, sein Körper gehorchte ihm nicht mehr.

„Du hast es offenbar nicht verstanden Timothy, dieser Körper gehört dir nicht mehr. Du wirst alles was du erlebst, nur noch als eine Art Zuschauer erleben. Und jetzt, wenden wir uns der lieben Jude zu. Ich muss sagen, ihren Körper zu bewohnen hätte auch seinen Reiz gehabt, leider sind starke Menschen wie diese Schlampe nicht leicht unter Kontrolle zu bekommen. Wollen wir mal sehen, wie stark sie wirklich ist und was sie alles aushalten kann. Willkommen in meiner Welt, Timothy Howard."