The white Princess
Disclaimer: Nix meines, ehrlich!
Und auch hier ein neues Kap. Freut mich, das die Geschichte bisher ankommt.
Viel spaß!
3. Talente
Sam erwachte früh, da ihr MaC sie weckte. Sie hatte extra sieben verschiedene Penetrante Wecktöne einprogrammiert. Und wenn das nichts nutzte, würde ihr Magischer Computer einen Vorprogrammierten Zauber auslösen, der Sam eine eiskalte Dusche verpassen würde.
Sie war einfach ein unverbesserlicher Langschläfer!
Nach dem dritten Weckton raffte sie sich auf und stellte die Alarmvorrichtung ab.
Müde schleppte sie sich in das Bad und machte sich frisch.
Sie hasste es, immer so schwer hochzukommen! So verschwendete sie enorm viel Zeit zum lernen!
Ihre Mutter war da ganz anders.
Die schaffte es sogar vor den Hühnern aufzustehen!
Und das obwohl sie teilweise bis nach Mitternacht arbeitete.
Schläfrig betrachtete sie sich im Spiegel.
Sie kam ganz nach ihrer Mutter. Von den Gesichtszügen über die schlanke Figur bis zu den leicht lockigen Brünetten Haaren. Nur ihre grünen Augen, die hatte sie von ihrem Vater geerbt. Und die leicht verlängerten Eckzähne… zumindest hatte ihre Mutter so etwas nicht.
Doch sie fielen gar nicht auf.
Sam putzte ihre Zähne und klatschte sich eine Lage eiskaltes Wasser ins Gesicht. Mit mäßigen Erfolg…
Noch immer eher als Schlafwandlerin wanderte sie in die Große Halle, wo sie bereits von einer verboten gut gelaunten Emily erwartet wurde.
"Guten Morgen Sonnenschein, bereit für alles was kommt?", flötete die Blonde fröhlich.
"Wie kann man am frühen Morgen nur so gut gelaunt sein… ist ja ekelhaft…", grummelte Sam.
"Ach, immer noch der Morgenmuffel. Ess erst mal was, dann sieht die Welt schon anders aus."
Samantha nahm sich reichlich… vor allem vom Kaffee. Nach eineinhalb Kannen sah die Welt wirklich schon anders aus.
Gemeinsam machten die beiden Schülerinnen sich zu der ersten Stunde in ihrem letzten Jahr auf. Zaubertränke beim Stellvertretenden Schulleiter.
Severus Snape war ein strenger, allerdings exzellenter Lehrer.
Zwar war er stets sarkastisch und hin und wieder sehr arrogant, doch Sam hatte er stets mit Höfflichkeit behandelt. Außerdem galt er im Zaubertrankbereich als einer der besten auf der ganzen Welt. Es hieß er persönlich habe sogar in seiner Zeit als Doppelagent den berüchtigten schwarzen Prinzen Unterrichtet, den Ziehsohn des dunklen Lords.
Was schon der Zweite Interessante Aspekt an Snape war. Seine Zeit als Doppelagent im inneren Kreis der Todesser.
Sam konnte sich nicht vorstellen, wie das sein musste… sich den ganzen Tag verstellen. Ständig auf seine Gedanken achten, denn es war bekannt, das Voldemort ein mächtiger Legiliment gewesen war.
Einen solchen Mann zu täuschen, dafür musste man absolut kaltblütig und noch disziplinierter sein. Und das Bewunderten die Schüler an diesem Lehrer, egal wie gemein er auch werden konnte.
Man musste dazu sagen, das er seine fiese Seite erst dann Auspackte, wenn man so dumm war mindestens einen Kessel zu schmelzen.
Sam und Emily waren die besten Schüler ihres Jahrgangs. Und das honorierte der Tränkemeister, indem er sie härter ran nahm, als die anderen.
Doch gerade das mochte Sam ja an ihm. Das er nie zufrieden war und auch sie selbst anspornte sich selbst zu übertreffen.
Sie absolvierten die Doppelstunde souverän und scheiterten nicht mal an den kniffligen Wiederholungsfragen des Tränkemeisters.
Die nächste Stunde, Geschichte der Magie, stellte sich dann jedoch als Interessanter heraus, als Sam zu hoffen gewagt hatte.
Jetzt in ihrem letzten Jahr behandelte Professor Williamson nämlich den zweiten dunklen Krieg. Jene Zeit, welche die Eltern der Schüler noch miterlebt hatten und von der man so wenig in den Büchern lesen konnte. Besonders über die letzten beiden Kriegsjahre gab es keinerlei Informationen in Büchern. Und die alten Zeitungen waren wenig aufschlussreich, da dort meist nur Populistisches Material abgedruckt worden war.
Aus den Erzählungen ihrer Mutter wusste sie jedoch, das es damals alles andere als gut ausgesehen hatte.
Williamson war damals Mitglied im legendären Phönixorden gewesen und hatte in der Schlacht bei Liverpool gekämpft und später auch in Charlstone, wo die Todesser ihre endgültige Niederlage erfuhren. Dabei hatte er den rechten Arm verloren. Dafür hatte er eine Prothese aus lebenden Stahl erhalten, wie auch Sams Onkel Charlie. Bei ihm war es allerdings nur die Hand.
Die Schüler setzten sich nacheinander hin und Williamson überprüfte die Anwesenheit.
Als er schließlich zufrieden war, begann er auch schon mit dem Unterricht.
"So meine Damen und Herren. Heute beginnen wir mit der Geschichte des zweiten dunklen Krieges. Um genauer zu sein, den letzten Teil seid dem Bruch des Waffenstillstandes im März 1994 bis zum Ende des Krieges im Mai 1999. Den ersten Teil des Krieges, vom Aufstieg Voldemorts und dem offiziellen Beginn des Krieges 1972 bis zum Waffenstillstand 1984 kennen sie ja bereits aus dem letzten Jahr."
Sam hielt Pergament und ihre Tintenlose Schreibfeder bereit um sich Notizen zu machen.
"Der Waffenstillstand endete am 19 März 1994 mit dem Angriff auf den schwarzen Prinzen in der magischen Einkaufsgasse von Edinburgh. Die Aurorenrekrutin Samantha Murphy griff den schwarzen Prinzen an, als dieser im Begriff war ein Quidditchgeschäft zu betreten. Sowohl der Prinz, als auch seine Eskorte bestehend aus Todessern und Vampiren griffen daraufhin sofort an. Der schwarze Prinz wurde schwer Verletzt und schließlich erschien Du-weißt-schon-wer persönlich und beendete die Auseinandersetzung mit einem Blutbad. Eilig zu den Todessern entsandte Diplomaten konnten den Brüchigen Waffenstillstand allerdings nicht mehr retten. Noch am selben Abend erfolgte der Vergeltungsschlag der Todesser; die zweitgrößte Offensive des Krieges. Heute wissen wir, das Rekrutin Murphy manipuliert wurde. Der Todesser Lucius Malfoy brachte sie mit flüssigen Imperius dazu, denn der Krieg kam seinen Geschäften zugute. Das fand man allerdings erst 1998 heraus, als Malfoy getötet wurde. Und zuverlässigen Quellen zufolge wusste nicht mal der dunkle Lord davon. Der Krieg wurde von da an weitergeführt. Auf der weißen Seite standen etwa vierzig Auroren und eine bis heute Unbekannte Zahl von Phönixagenten…"
Williamson grinste. Wahrscheinlich wusste er genau, wie viele dazu gehört hatten.
"Da der Phönixorden sich seid 1974 am Krieg beteiligt hat, haben wir bereits genug davon gehört. Interessanter für uns ist die Gründung der Schatten, welche letzten Endes den Ausschlag zum Sieg gaben. Es gibt dafür kein offizielles Datum, doch laut Aussage von Neville Longbottom, dem offiziellen Anführer, begannen die Schatten 1994 mit dem Training, damals eine Gruppe aus sieben Schülern der Hogwarts Schule für Zauberei und Hexerei. Offiziell wurden die Schatten das erste mal im Februar 1995 von einem Aurorentrupp gesichtet. Damals hatten diese neue Gruppierung mit den grauen Roben noch keinen Namen. Eure Professorin Virginia Longbottom sagte aus, das an diesem ersten Einsatz nur die sieben Gründungsmitglieder beteiligt waren. Die gesamte Gruppe umfasste damals jedoch siebzehn einsatzbereite Schatten. Die Stärke vor der letzten Schlacht betrug dreißig einsatzbereite Schatten, alles Schüler im Alter zwischen vierzehn und siebzehn, plus zehn ehemalige Mitglieder, welche die Schule bereits verlassen hatten und für die letzte Schlacht noch einmal in die grauen Roben schlüpften. Die bekanntesten Schatten sind ohne Zweifel Neville Longbottom, Virginia Longbottom, damals noch Weasley, Hermine Potter, damals noch Granger und Michael Corner, welcher den Oberbefehl in der letzten Schlacht führte…"
Williamson zählte noch weitere Schattenmitglieder auf. Anschließend erklärte er, wie die Schatten Organisiert waren, wie sie trainiert hatten und hob besonders die Rolle von Neville und Sams Mutter hervor, die ständig Alte Zauber recherchierte und außerdem die gesamte Logistische Leitung der Schatten übernommen hatte.
Hermine hatte ihrer Tochter niemals so viele Einzelheiten erzählt und es begeisterte die Siebzehnjährige, wie durchdacht diese Organisation gewesen war. Vor allem war ihre Mutter gerade erst dreizehn gewesen, als sie damit begonnen hatte! Absoluter Wahnsinn!
Williamson bereicherte die offiziellen Zahlen gerade mit der Schilderung eines Schatteneinsatzes, der sich mit einem Einsatz des Phönixordens gekreuzt hatte. Unbezahlbare Persönliche Eindrücke eines Zeitzeugen…
"…war es für uns nicht vorstellbar, das es sich bei diesen Schatten nur um Schüler handelte. Sie waren genau so gut gedrillt wie Auroren und kämpften dadurch entsprechend professionell. Wir vom Phönixorden waren zum größten Teil normale Zauberer mit eher dürftigen Mitteln, doch die Schatten waren von vornherein als eine Offensive Kampfeinheit gedacht gewesen und entsprechend Agil. Die gesamte Ausbildung wurde von Neville Longbottom geleitet, der als Sohn der berühmten Auroren Frank und Alice Longbottom das Kämpfen bereits mit der Muttermilch eingesogen hatte. Berühmt wurde er vor allen Dingen für das Töten eines in Hogwarts versteckten Basilisken im Jahr 1993. Weiterhin wurde er im Jahr 1995 mit dem Merlinsorden zweiter Klasse ausgezeichnet, als er vier Todesser während eines Überfalls auf das Quidditchstadion der Chudley Cannons kampfunfähig machte. Dafür erlaubte das Ministerium es ihm auch, zusammen mit Auroren zu trainieren und gestattete dem Damals fünfzehnjährigen vollen Zugang zu allen Einrichtungen der Abteilung für Magische Strafverfolgung. 1997 erhielt er den Merlinsorden erster Klasse, als er sich mit dem dunklen Lord persönlich duellierte, der bei einem Todesserüberfall auf einen Londoner Vorort erschien. Der damals sechzehnjährige schaffte es, den dunklen Lord gut zehn Minuten lang in einen Kampf zu verwickeln, bis dieser sich zurückzog als eine große Anzahl Auroren zum Ort des Geschehens Vorstieß. Er erlitt dabei schwere Verletzungen, wurde von diesem Tag an allerdings als 'der geborene Auror' in den Schlagzeilen der Presse betitelt. Einen Titel, den jeder bestätigen kann, der Longbottom einmal Kämpfen gesehen hat…"
Sam hörte Interessiert zu.
Oh ja, sie hatte einmal als Kind gesehen, wie Neville in der Zentrale mit den anderen trainiert hatte. Es war eine Überfallsituation, zehn Kampferprobte Auroren gegen ihren Onkel Neville. Er hatte sie fertig gemacht, als wäre es ein Kinderspiel. War Flüchen ausgewichen als würde er tanzen, hatte seine Umgebung manipuliert und zu seinem Vorteil benutzt, Flüche mit dem Stab abgewehrt wie eine Nebensächlichkeit. Er galt als der größte Lebende Duellant der Welt. Und er übte immer noch weiter!
"Miss Potter, lassen sie doch die Klasse an ihren Gedanken Teilhaben.", meinte Williamson und sah sie missbilligend an, da sie scheinbar zu Abwesend wirkte.
"Verzeihung Professor, ich musste nur an einen Trainingskampf zwischen Onkel Neville und zehn Auroren denken, den ich mir als Kind einmal mit ansehen durfte."
Williamson grinste.
"Und, wie war es?"
Sam erwiderte das grinsen.
"Er hat sie alle Kampfunfähig gemacht. Er war brillant!"
Der Lehrer lachte.
"Sie werden es in der nächsten Stunde wahrscheinlich am eigenen Leib erfahren, denke ich."
Williamson wandte sich ab und schritt zur Tafel.
"Bis zur nächsten Stunde recherchieren sie bitte eine Vollständige Liste der Schattenmitglieder und ermitteln ihre Funktionen innerhalb der Organisation. Dann werden wir über den schwarzen Prinzen sprechen und wie es dazu kam, das er gegen seinen Ziehvater agierte. Die Stunde ist beendet."
Die Schüler standen auf und genossen anschließend ihre Freistunde, ehe es zu Verteidigung für die dunklen Künste ging.
Sam bemerkte die Aufregung unter den Schülern. Sie würden immerhin von einer Lebenden Legende Unterrichtet werden.
Sam war nicht aufgeregt. Für sie war es nur Onkel Neville, der nette Babysitter, der sich gerne dümmer stellte als er war, seine Frau ärgerte und Sam heimlich Schokofrösche zugesteckt hatte, wenn ihre Mutter nicht hinsah.
Sie setzten sich gespannt in den Klassenraum und schon rauschte Neville hinein.
"Moin, Moin Leute. Bücher und Schreibkram weg, das werdet ihr nicht brauchen. Sam, das gilt besonders für dich, keine Diskussionen!", sagte er und Setzte sich auf den Tisch.
Er sah die Schüler an und grinste Schelmisch.
"Ich hab echt keine Ahnung, was für n' Eierkopf auf die Idee gekommen ist, mich hierher zu versetzen, aber da haben wir alle mal Pech gehabt. Ich bin Neville, und so nennt ihr mich auch. Der erste der 'Professor Longbottom' sagt, den lass ich das Klo der maulenden Myrte scheuern. Und nun lasst die Taschen liegen und folgt mir!"
Er stand abrupt auf und führte die verdutzten Schüler zum Raum der Wünsche.
Wer nicht dem Duellierclub angehörte, kannte den Raum natürlich nicht, so waren einige Recht erstaunt. Doch auch die anderen sahen sich neugierig um, denn der Raum sah anders aus als normal. Kein Weicher Boden und überall waren Hindernisse und Deckungsmöglichkeiten.
"Wer sich Verteidigen möchte, der muss das im Schlaf beherrschen. Sich die Zauber zu notieren bringt euch nichts. Deshalb werde ich euch mal ein wenig in praktischer Anwendung unterweisen. Wichtiger als die Zauber, ist die Fähigkeit sich in einem Kampf zu bewegen. Und das bringe ich euch bei. Hier werden wir Überfälle üben. Und damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, möchte ich gerne eine Demonstration abhalten. Wer möchte mich überfallen?"
Emily meldete sich natürlich als eine der ersten. Und auch Sam schloss sich an. Immerhin war sie gut im Training. Außerdem meldeten sich noch Janosch Jennings, Marco Lessing und Sven Trautmann, alles Mitglieder des Duellierclubs.
"Schön, eine Fünf zu eins Situation. Ein wenig Unfair von mir, aber was soll man machen?"
Neville grinste und schützte die anderen Schüler mit einem Neutralschild. Dann zeigte er den Angreifern eine Form von Schockzauber, den sie im Kampf benutzen sollten.
"Das ist der einzige Angriffszauber, der erlaubt ist Der Witz daran ist, das er an verschiedenen Körperstellen anders wirkt. Trifft man den Kopf, ist Feierabend. Am Arm kriegt man nur n' fiesen Schlag. Der Körper kann bis zu dreimal getroffen werden, ehe man ohnmächtig wird. Weiterhin dürfen alle Verteidigungs, Illusions und Transportzauber genutzt werden, die ihr kennt. Ich drehe mich um und zähle bis fünfzehn. Verteilt euch und greift mich an!"
Er drehte sich um und begann laut zu zählen.
Sam hatte das Terrain vorher gut sondiert, genau wie Emily.
Sie wählten ihre Deckung so, das sie zu allen Seiten ausweichen und neue Deckungen finden Konnten. Lessing war nicht so schlau. Von seiner Deckung aus konnte er nur nach hinten und nach links. Die anderen beiden hatten sich ebenfalls in nicht sehr günstige Positionen Manövriert.
Neville zählte zu Ende und drehte sich um.
Ruhig schlenderte der Auror ins Schussfeld.
Trautmann feuerte als erster. Viel zu früh.
Neville wich locker aus und feuerte ein kleines Steinchen gegen den Angreifer. Dann richtete er seinen Stab nach links und schockte den völlig überraschten Sven, der nun an der Stelle stand. Das Steinchen war ein Portschlüssel gewesen… raffiniert…
Nun eröffneten auch Lessing und Jennings das Feuer, doch Neville wehrte die Schocker lässig mit seinem Stab ab. Auch die beiden hatten viel zu früh gefeuert.
Lessing war schnell erledigt, denn er konnte die Deckung nicht verlassen. Seine schlechte Wahl wurde ihm zum Verhängnis.
Jennings erwischte Neville, als er den Kopf aus der Deckung streckte.
Sam spannte ihren Körper an. Das Adrenalin begann durch ihre Venen zu Pumpen.
Neville kam auf die beiden zu, konnte sie allerdings noch nicht sehen.
Noch nicht… warten Sam…
Emily nickte und die beiden sprangen aus ihrer Deckung, schnelle Flüche gegen den Auror feuernd, der einen Teil abfing und selber Deckung suchte.
Sam und Emily hechteten von Deckung zu Deckung und feuerten dabei Flüche auf Neville ab. Sie versuchten, ihn von zwei Seiten in die Zange zu nehmen.
Doch der Auror war zu gut. Er bewegte sich zwischen den Deckungsmöglichkeiten wie ein Schatten.
Plötzlich tauchte er vor Sam auf. Noch ehe sie reagieren konnte, war sie geschockt worden.
Nun kümmerte Neville sich um Emily, die zwar gute Gegenwehr leistete, allerdings nicht gut genug.
Dreißig Sekunden später war auch sie geschockt und das Spiel vorbei. Es hatte keine zwei Minuten gedauert.
Neville belebte seine Kontrahenten mit einem Enervate und holte die anderen Schüler herbei.
"Die drei Herren haben nicht verstanden, was ich möchte. Sie hingen statisch an ihrer Deckung und waren total unbeweglich. Außerdem haben sie viel zu früh angefangen Flüche zu werfen, so das ich sie in Ruhe ausmachen und ausschalten konnte. Die beiden Damen waren da schon schlauer. Sie ließen mich nah genug herankommen, so das ich schnell auf die Flüche reagieren und Deckung nehmen musste. Sie haben sich bewegt und mich dabei beschossen und dadurch gezwungen, mich ebenfalls zu Bewegen. Außerdem haben sie versucht mich in die Zange zu nehmen, ein guter Schachzug. Durch mein Jahrelanges Training konnte ich sie dennoch ausschalten, allerdings eine sehr gute Leistung von Sam und Emily. Damit kommen wir auch zum Kern der Sache. Wer steht, stirbt. Das ist eine Regel im Kampf die unumstößlich ist. Eine Alte Schattenweisheit. Jetzt stellt euch alle in eine Reihe bitte."
Die Schüler taten wie ihnen geheißen und Neville schritt sie ab.
"Okay, bin im Bilde. Und jetzt üben wir die drei Grundlegendsten Ausweichtechniken. Ich mach es vor, ihr macht es nach. Und Jammern nützt nix, ich hab schon andere klein gekriegt. Als erstes der so genannte Hechtausfall. Seht genau hin…"
Neville duckte sich blitzschnell und sprang Lang gestreckt zur Seite. Geschickt rollte er sich ab und kam auf die Knie, den Zauberstab im Anschlag.
"Im Kampf und auch im Duell ist die Richtige Art sich zu Bewegen das wichtigste. Ihr müsst wissen, wie man sich abrollt, mit welchen Körperteilen ihr Stürze am Besten abfangen könnt, ohne euch zu verletzen. Und natürlich wie ihr wieder auf die Beine kommt und sofort kampfbereit seid. Und ja, ich weiß das es euch alle ankotzen wird, aber es gehört nun mal mehr zum Kämpfen, als sich gegenseitig Zauber auf den Arsch zu jagen. Diese Lektion unterscheidet den Dilettanten vom Profi, also passt gut auf!"
Er zeigte den Sprung noch einmal und erklärte genau, was man zu beachten hatte, wie man den Sprung abfing und wieder auf die Knie kam.
Das lies er sie dann üben.
Ständig ging er rum und korrigierte seine Schüler, bis die Stunde Schließlich endete.
Sie verließen den Raum der Wünsche mit einer hübschen Sammlung blauer Flecke und schlechter Laune.
Nur Emily schien begeistert von dem Training.
"Ich wäre nie darauf gekommen. Neville ist echt genial! Die nächste Stunde wird hoffentlich wieder so cool…"
Sam kommentierte das ganze nicht sondern rieb sich lieber ihre Schmerzenden Gelenke.
Dann kamen sie endlich in Gemeinschaftsraum an und ließen sich erleichtert in den weichen Sesseln nieder.
Niklas, der seinem Cousin Max bei den Hausaufgaben half sah sie an und grinste breit.
"Erste Stunde bei Dad gehabt? Lasst mich raten…"
Er stand auf, warf sich in eine Umwerfende Nevillepose.
"Wer steht stirbt, diese Regel ist unumstößlich!"
Niklas ahmte Haltung und Tonfall seines Vaters so perfekt nach, das die meisten von Sams Klassenkameraden ihn verdutzt ansahen. Nur Sam und Emily lachten sich schlapp.
"Ja, das waren genau seine Worte.", brachte sie hervor.
Niklas schnalzte mit der Zunge.
"Ist klar. Ihr seid nicht zu beneiden. Der wird euch zwei Monate lang echt hart ran nehmen. Ich hab den Zirkus schon hinter mir."
Er wandte sich wieder seinem Cousin zu und zeigte ihm die Handbewegung für den Schwebezauber.
Samantha und Emily setzten sich an ihre Hausaufgaben, wobei sie es sich einfach machten und Hermine nach einer Liste der Schattenmitglieder und ihren Funktionen fragten. Die MaC's waren schon geniale Geräte.
Nachdem Sam ihre Anfrage gesendet hatte, ging auch schon der Vibrationsalarm ihres Magischen Computers los.
Sie öffnete die Illusion der Benutzeroberfläche und nahm das Gespräch an.
Das Gesicht ihrer Mutter baute sich vor ihr auf. Sie wirkte nachdenklich.
"Hi Schatz, hast du vielleicht Zeit?"
"Worum geht es Mum?"
Hermine lächelte leicht.
"Um ein sehr Interessantes Magisches Problem, welches sich mir stellt. Ich würde sehr gerne deine Meinung dazu hören."
"Wie Interessant denn? Wieder Merlinspreis Interessant?"
"Ich würde eher sagen, gruselig Interessant."
Sam hob eine Augenbraue.
"Das klingt ja viel versprechend."
Tatsächlich, die Aussage ihrer Mutter hatte sie sehr neugierig gemacht.
"Ich denke ich kann gleich einmal vorbei kommen."
"Das wäre nett, Emily kann gerne mitkommen wenn sie will."
Sam sah ihre beste Freundin fragend an, doch diese schüttelte energisch den Kopf.
"Mir den ganzen Abend irgendwas über Logarhytmische Terme und asynchrone Phasenreduktionen um die Birne ballern lassen? Nee, ich verzichte dankend.", meinte sie mit einem grinsen.
Hermine grinste und auch Sam konnte sich ein lächeln nicht verkneifen.
"Dann also alleine. Bis gleich Mum."
"Bis gleich."
Sam beendete die Verbindung und versetzte ihren MaC in den Bereitschaftsmodus.
"Also Emily, ich bin dann weg. Wenn Ginny fragt wo ich bin, dann weißt du ja Bescheid."
"Alles Klärchen.", erwiderte die blonde mit einem verschmitzen grinsen. "Das heißt ich hab Gelegenheit ganz in ruhe Nickis süßen Hintern anzuchecken."
Sam lachte.
Emily schwärmte schon seid ihrem vierten Jahr heimlich für Nikodemus Smith, einen Halbblütigen Slytherin aus ihrem Jahrgang. Doch bisher hatte sie noch nicht den Mut aufgebracht, ihn um eine Verabredung zu bitten.
Sam machte sich auf den Weg nach Hogsmeade und hing weiterhin ihren Gedanken über Emily und Nick nach.
Sie persönlich mutmaßte ja, das dieser ebenfalls auf Emily stand… wie ein dutzend weiterer Jungs. Aber keiner traute sich, sie anzusprechen, da sie für ihr Temperament und ihre Duellierkünste bekannt war.
Das sie einen aufdringlichen Bewerber einmal bis in die nächste Klassenstufe geflucht hatte, verbesserte diesen ruf auch nicht.
Sam erreichte die Apparationsgrenze und verschwand mit einer Drehung.
Sie erschien zuhause und wurde sofort von ihrer Mutter begrüßt.
"Hallo mein Schatz. Wie war der erste Tag?"
"Anstrengend. Wir hatten unsere erste Stunde bei Neville…"
Hermine lachte.
"Lass mich raten… wer steht stirbt? Das ist ein Gesetz?"
Sam schüttelte amüsiert den Kopf.
"Das scheinen ja alle schon zu kennen…"
"Oh, du weißt ja gar nichts. Er hat mich Jahrelang gepiesackt. Und ich mache die Übungen immer noch. Das hält jung und gesund.", erwiderte Hermine lächelnd.
Sam musste nun wirklich lachen.
"Also, was hast du interessantes bekommen?"
"Sieh selbst."
Hermine deutete auf den Arbeitsplatz, der von vier vernetzten Stationären MaC's beherrscht wurde.
Zwei waren mit Wertanalysen beschäftigt, der dritte mit einer Suchaufgabe und der vierte zeigte ein magisches Wellenformmuster.
"Oh ha… Crucio und Avaada Kedavra. Meine Güte diese Werte sind vielleicht verdreht…"
"Ja, doch das Phänomen kenne ich schon. Das deutet auf eine riesige Kraftquelle hin. Genauer gesagt auf eine hochkomprimierte magische Quelle, ein Phänomen das bei enorm mächtigen Zauberern vorkommt. Das erste mal habe ich es beim schwarzen Prinzen gesehen. Und auch dein Vater hatte diesen Punkt der Macht erreicht. Ich selbst bin ebenfalls ein gutes Beispiel und bei dir wird es auch bald soweit sein."
Sam hob verwundert eine Augenbraue. Eine unbewusste Geste, die sie schon immer benutzt hatte.
"Und wieso habe ich noch nie davon gehört?"
"Ich hab es nie Publiziert.", erwiderte ihre Mutter Achselzuckend. "Wirf mal einen Blick auf die Wellenform. Das ist das wirklich interessante."
Sam richtete ihre Aufmerksamkeit auf den MaC und besah die Wellenform.
Die dunklen Flüche waren perfekt kanalisiert worden… und außerdem…
"Merkwürdig… Station vier, messe die Abstände zwischen den Amplituden der aktuellen Wellenformen!", befahl die Schülerin.
"Vierzehn Komma drei Nanometer", erwiderte eine kühle Frauenstimme.
"Toleranzen?"
"Die Toleranz liegt bei plus minus null Prozent."
Sam musterte die Wellenform erstaunt und sah dann zu ihrer Mutter auf.
"Null Prozent Abweichungen… ein völlig ebenmäßiges Muster… das ist doch…"
"Nicht möglich, ich weiß."
Sam dachte fieberhaft nach.
Wenn ein Magier einen Zauber ausführte, dann hatte dieser stets eine charakteristische Wellenform. Diese wurde gestaltet durch Konzentration, aufgewendete Energie, wie der Zauber gebündelt wurde und auch wie mächtig der Magier war. Doch diese Wellenform war stets leicht unregelmäßig. Außerdem schwächte sie ab, je mehr Zeit verging. Doch hier war das nicht der Fall. Die Form war völlig gleichmäßig und blieb bis zum Schluss gleich stark. Das bedeutete, alle Variablen Faktoren waren zu Konstanten geworden, was wiederum nur einen Schluss zu lies…
"Diese Zauber wurden künstlich hergestellt…"
"Das ist mein Mädchen. Zu diesem Schluss bin ich auch gekommen."
Sam war von den Socken. Es war so, als hätte sie festgestellt, das die Welt doch eine Scheibe sei.
"Aber… aber das ist doch unmöglich… wo kommt diese Aufzeichnung her?"
"Vom Tatort eines Verbrechens. Ich kenne die Hintergründe nicht, doch das werde ich noch erfragen."
Sams Gedanken rasten.
Was ihre Mutter da hatte war… Sensationell. Absolut sensationell um genau zu sein.
Hermine setzte sich und rief nach Miffi.
Als die Hauselfe erschien orderte sie Tee für beide, der Augenblicklich serviert wurde.
Hermine nahm einen Schluck aus ihrer Tasse.
"In Ordnung. Nun weißt du was wir gefunden haben. Kommen wir nun zum Interessanten Teil."
Sam nahm ebenfalls einen Schluck und blickte ihre Mutter nachdenklich an.
"Wie kann man etwas derartiges umsetzen. Zunächst braucht man eine starke magische Quelle."
Hermine nickte.
"Bei diesen Werten kommen eigentlich nur zwei Dinge infrage. Antiralit oder Magnesin. Magnesin muss allerdings geladen werden… daher denke ich, das Antiralit am wahrscheinlichsten ist."
"Ja… doch dann muss man das ganze noch bündeln. Außerdem muss man der Energie eine Form geben. Das stellt einen vor viele Probleme."
"Du meinst den Dopplereffekt?"
"Ja. Ohne ein Bewusstsein würde sich die Bindung doppeln. Außerdem kann man Magie nicht in eine Form zwingen, ohne Konzentration. Zumindest nicht derartige Mengen an Energie wie in dieser Wellenform."
Hermine nickte.
"Das ist wahr… andererseits muss es sich um ein sehr stabiles Bewusstsein handeln. Bedenke, keinerlei Unebenheiten."
"Wie wäre es mit einem MaC?", fragte Sam.
"Möglich. Allerdings kenne ich keinen MaC der so hoch entwickelt wäre. Magie zu lenken erfordert ein Komplexes Bewusstsein."
"Stimmt…"
Sie dachten eine weile nach… dann grinste Hermine.
"Am besten erstellen wir erst mal einige Theoretische Modelle. Daran können wir zumindest schon mal das unwahrscheinliche Ausschließen und das wahrscheinliche weiter untersuchen."
"Gute Idee."
Also setzten sich die beiden Frauen vor einem MaC und begannen alle Möglichkeiten aufzuzählen um daraus Theoretische Modelle zu erstellen…
So, des war's für diese Woche. Frohe Ostern und lasst euch nicht die Eier bemalen!
Gruß
Dat Z.
