Kapitel 12: Nur ein Handgriff

Unter Schock starrte Jude auf den älteren großen Mann auf der Liege und konnte sich keinen Millimeter bewegen. Arthur Arden lag gefesselt und geknebelt auf der Liege, auf der er zuvor unzählige Menschen „behandelt" hatte. Angst, Panik und Unverständnis waren in das Gesicht des alten Mannes geschrieben, als er Jude mit weitaufgerissenen Augen ansah.

Jude versuchte etwas zu sagen aber sie brachte einfach kein Wort heraus. Sie blickte in die angsterfüllten Augen von Arden. Sie verabscheute dieses Monster so sehr…ja, sie hasste ihn. Sie hasste ihn aus der Tiefe ihres Herzen und dennoch, wollte sie sich nicht einmal annährend vorstellen, was Timothy mit ihm vorhatte. Gerade als sie den Blick abwenden wollte, spürte sie Timothys starke Hände auf ihren Schultern und wie er sie drängte den Raum zu betreten.

„Kommen Sie schon Judy, wir wollen doch nicht dass uns jemand stört." Timothy schloss die Tür hinter sich und stellte sich dann mit einem breiten Lächeln vor Jude „Das meine Liebe Judy, ist eine Privatvorführung und nur für unseren Spaß bestimmt." Er legte seine Hand langsam auf Judes Wange und streichelte sie sanft während er sie prüfend ansah „Weißt du….ich nehme an, ich kann du sagen, schließlich kennen wir uns schon sehr lange. Weißt du, das hier wird zum einen ein Test für dich meine Liebe und zum anderen eine Beseitigung von überflüssigen Ballast."

Jude spürte Timothys eiskalte Hand auf ihrer Haut und fühlte einen eisigen Schauer über ihren Rücken laufen. Die ganze Zeit über sah sie Timothy in die Augen, sie wollte keine Schwäche zeigen….nicht schon wieder. Sie würde nicht sein Spielzeug werden. Und während Jude versuchte den Blick Timothys Stand zu halten, ließ er langsam ihre Wange los und ging um sie herum. Von hinten lehnte er seinen Kopf auf Judes Schulter und sah zu Arden „Fragst du dich warum er hier ist? Warum ich ausgerechnet ihn entsorgen will, statt einen Patenten der nicht weiter auffallen würde? Ich sage es dir. Er ist ein Verräter, er hat mich verraten und versucht hinter meinen Rücken diese dumme kleine Nonne zu befreien. Das ist die Strafe wenn man sich gegen mich stellt. Und ich muss sagen, es kommt mir sehr gelegen. So kannst auch du gleich miterleben, wie es Menschen ergeht, die nicht für mich sind. Sagen wir, es ist eine Lektion für dich und ein kleiner Anstoß das Richtige zutun …..denn….." Timothy umfasste Jude an der Taille und zog sie sich zu sich heran. Er konnte ihren schönen runden Hintern gegen seine bereits vorhandene Erektion fühlen und konnte es kaum erwarten, über sie herzufallen wie ein ausgehungertes Tier. Er leckte mit seiner Zunge über ihren Hals bis hin zu ihrem Ohr und knabberte kurz daran „…..denn…..wenn du dich gegen mich stellst, dann weißt du nun was mit dir passiert und ganz ehrlich, ich will deinen Körper nicht auf dieser Liege zittern sehen, sondern unter mir."

Jude biss sich so fest sie konnte auf die Lippen und betete er würde seine Hände von ihr nehmen. Nicht weil sie Angst hatte oder weil sie sich unwohl fühlte. Nein, genau das Gegenteil war der Fall und Jude hasste sich dafür. Das da, war nicht der echte Timothy. Er war ein Teufel, ein Monster. Warum reagierte ihr Körper auf seine Berührungen. Jude fühlte ein Kribbeln das ihren ganzen Körper durchströmte und besonders stark, fühlte sie es zwischen ihren Beinen.

Nein, nein, nein…..das ist nicht richtig. Ich sollte nicht so fühlen…..ich darf nicht…das ist falsch'

Ein lüsternes Grinsen bildete sich auf Timothys Gesicht, als er sah wie Jude sich auf die Lippen biss. Er leckte mit seiner Zunge über ihr Ohr und genoss es zu spüren, wie sich Gänsehaut auf ihre so zarte Haut bildete.

„Nun Judy….vielleicht kommen wir beide doch schneller voran als ich dachte. Ich kann spüren wie es dich erregt, wenn ich dich berühre. Vielleicht sollten wir es gleich tun….hmmm….? Aber ich glaube, dann stirbt der alte Mann auf der Liege an einem Herzinfarkt und das würde keinen von uns Spaß machen." Timothys Hände umfassten Jude noch fester und er blickte zu Arden, der nun nicht mehr nur voller Angst die beiden ansah sondern auch voller Abscheu „Sieh ihn dir an Judy. Sieh ihn dir genau an. Er hat Angst vor dir und weißt du warum? Er weiß, dass du der Schlüssel zu seinem Leben bist. Du allein, entscheidest wann der Schalter umgelegt wird. Der Apparat ist auf Höchststufe gestellt, das heißt wir werden den guten Arden sprichwörtlich grillen."

Jude atmete tief durch und versuchte nicht in Panik auszubrechen. Sie war vollkommen verwirrt und zerstreut. Nie zuvor hatte sie so viele verschiedene Gefühle gleichzeitig erlebt. Angst, Panik, Abscheu, Ärger, Wut und Hass aber auch gleichzeitig Erregung, Lust, Neugier und Verlangen.

„Komm schon Judy, es ist ganz einfach. Du musst nur den Hebel umlegen…..nicht mehr. Dieser Mann ist ein Schlächter, du tust der Welt damit einen Gefallen. Denk an alles was er dir angetan hat und dann leg den Hebel um. Zeig mir den dunklen Fleck in deiner Seele! Lass es raus und seit endlich einmal frei."

Judes Blick fiel auf den großen Hebel. Es wäre nur eine einzige Handbewegung, nur eine! Langsam setzte sich Jude in Bewegung und ging an der Liege vorbei. Arden begann wie wild hin und her zu zappelt und versuchte zu schreien, doch alles war vergebens. Judes Hand griff wie von selbst, nach den großen Hebel.

Nur ein Handgriff.'