The white Princess


Disclaimer: Ich erzähle euch allen mal etwas, was noch keiner weiß.... Pssst. die Story gehört mir gar nicht... Wahnsinn wa? Alles der Joanne K. rowling ihres hihi. Das hättet ihr nicht gedacht, wa?

Grüße, da isser wieder. Vorab noch ein kleines Vorwort. Einige mögen die Richtung nicht, die eingeschlagen wurde, von wegen Technologie und so. Nun ja, wir sind sechzehn Jahre in der Zukunft. Wenn ich mir die Entwicklung der Computer alleine in den letzten zehn Jahren ansehe, denke ich das ist plausibel. aber keine Sorge, die Magie wird nicht zu kurz kommen ;)

Danke für eure Reviews und PM's, ich bin nach wie vor für jedes Lob und auch jede Kritik offen.

Nun war da noch was, was ich immer schreibe oder?

Ach ja... Viel Spaß! ;)


7. Der Schatten.


Er war verwirrt. Alles drehte sich in ihm. Dort waren Bilder, die er aber nicht zuordnen konnte.

Ordnung hatte keinen Sinn mehr. Dabei war sie ihm wichtig…

Er wusste nicht, warum das so war, aber Ordnung war ihm wichtig.

Die Landschaft wirkte dunkel und bedrohlich. Dennoch fürchtete er sich nicht. Sollte er sich fürchten?

Nein.

Er wusste einfach, das es hier nichts gab, das ihm gefährlich werden würde. Er selbst war die Gefahr.

Und er fühlte sich seltsam.

Er war hier, er berührte mit seinen nackten Füßen den Boden des Waldes. Spürte die Knorrigen Wurzeln, das Weiche Moos und die dünnen Ästchen auf der Haut.

Aber er war auch nicht hier. Er war irgendwo, wo es keine Wurzeln, keinen Moos und keine dünnen Ästchen gab.

Er konnte sich nicht entscheiden, wo er war. Hier oder dort.

Er war wissend und unwissend.

Lebendig und Tot.

Er war Licht und dunkel, der perfekte Gegensatz vereint in einer Hülle aus Fleisch.

Wer war er?

Wo kam er her?

Wo wollte er hin?

Was war sein Ziel?

Er wusste es und hatte es vergessen.

Das machte ihn Wahnsinnig!

Sein eigener Verstand arbeitete auf einer Ebene, die zu hoch für ihn war. Komplexe Gedanken zu unglaublich schwierigen Dingen wabberten durch seinen Geist. Er hatte Antworten und Fragen, so komplex, das er bald den Verstand verlor.

Was hatte das alles zu bedeuten?

Er kämpfte sich durch das dichte Unterholz des Waldes und trat auf eine Lichtung.

Er blickte zu den Sternen herauf, die Hell schienen. Sie verbargen alle Antworten die er begehrte.

Die Sterne wussten wer er war…

Er torkelte weiter.

Er würde es herausfinden. Er würde das Chaos in seinen Kopf unterwerfen und zur Ordnung zwingen. Er würde wieder sein was er nicht mehr war…


Es war überraschend gewesen.

War dies alles nur ein Zufall? Oder steckte eine höhere Intention dahinter?

Hermine glaubte schon lange nicht mehr an Zufälle. Sie glaubte nicht, das es Zufall war, das ausgerechnet Emily Peter gefunden hatte.

Peter… Wurmschwanz. Voldemorts Attentäter, Harrys Beschützer, sein Schatten.

Seid sie Harry ins Mungos gebracht hatte war er verschwunden. Und nun, wo Harry fort war, war er wieder aufgetaucht, dem Tode näher als dem Leben.

Er hatte Glück, das Emily nicht nur eine Hervorragende Duellantin, sondern auch eine ebenso Geschickte Heilerin war. Sie hatte es geschafft ihn am Leben zu erhalten. Doch er war noch lange nicht über den Berg.

Der Aurorentrupp der zum alten Riddle Anwesen gesandt wurde, fand nur noch eine verkohlte Ruine vor.

Reste von Muggeltechnologie und eine Menge Leichen, die nicht mehr zu identifizieren waren. Irgendetwas war dort passiert, doch Hermine wagte nicht einmal sich vorzustellen was es war, das eine solche Zerstörung anrichten konnte.

Hoffentlich irrte Peter sich… hoffentlich war Harry nicht dort gewesen…

Der Heiler kam herein und studierte eine rolle Pergament.

"Wie geht es ihm?", fragte Hermine.

Der Heiler sah auf.

"Er hat viel Blut verloren und einiges an inneren Verletzungen erlitten. Außerdem einen schweren Mentalen Schock von den Fluchenergien. Er liegt im Koma. Ob er wieder aufwacht liegt allein in Merlins Hand."

Hermine seufzte auf.

"Bitte Informieren sie mich, wenn er wieder aufwachen sollte."

"Kein Problem Mrs. Potter.", erwiderte der Heiler und musterte wieder die Pergamente.

Hermine beugte sich hinunter zu Peters blassem Gesicht.

"Wehe du stirbst mir. Harry würde das nicht gutheißen.", flüsterte sie. Dann richtete sie sich wieder auf und verlies das Krankenzimmer.

Das St. Mungo wurde noch immer repariert, nach dem Überfall am gestrigen Tag. Auch wirkte die Stimmung mehr als gedämpft.

Hermine seufzte und versuchte nicht an das zu denken, was ihr bevorstand. Etwas, das sie schon seid Jahren fürchtete.

Samantha war misstrauisch geworden. Sie hatte in der Aurorenzentrale wohl einige Sachen über ihren Vater gehört. Und sie war zu intelligent, um sich selber nicht einzugestehen, Fehler gemacht zu haben, was ihre Interpretation über ihren Vater betraf.

Außerdem hatte sie den Vampir in sich gespürt, als dieser Soldat sie gereizt hatte. Sie hatte ein Recht zu erfahren, wer ihr Vater war.

Hermine hatte immer gewusst, das dieser Tag kommen würde.

Doch sie hätte sich bessere Umstände gewünscht.

Sie aktivierte die Sprechverbindung ihres MaC's und wählte Nevilles Nummer.

Neville überglückliches Gesicht erschien kurz darauf vor ihr.

Er hatte seine Mutter wieder… es ging ihm prächtig.

"Hi Neville. Sag mal… könnten du und Ginny heute Nachmittag vorbei kommen?"

"Hi Hermine. Klar können wir… Sag mal, ist was los?"

Sein Gesicht hatte sofort von fröhlich in wachsam umgeschlagen, als er sie gesehen hatte.

Hermine verzog ihr Gesicht.

"Außer dem Angriff und Harrys verschwinden? Sam ist misstrauisch geworden. Ich fürchte… es ist soweit."

Neville wirkte ernst.

"Du wusstest, das es eines Tages passieren würde. Um ehrlich zu sein, wundert es mich, das es so lange gedauert hat."

"Mich nicht… einige Dinge übersieht man halt gerne. Glaub mir, ich spreche da aus Erfahrung."

Neville nickte verstehend.

"In Ordnung. Wir sind vorbereitet. Gegen vierzehn Uhr?"

"Ja, das ist eine gute Zeit. Bis später."

Neville verabschiedete sich und die Verbindung wurde geschlossen.

Sie machte einen Umweg und sah bei Arkanus Inc. rein, wo sie ein kleines Paket aus ihrem Privaten Labor holte.

Dann stellte sie sich dem unvermeidlichen und apparierte nach Hause.

Samantha erwartete sie bereits im Salon. Carter blieb wohl in seinem Gästezimmer.

Hermine stellte das Paket auf den Tisch und wandte sich ihrer Tochter zu, die sie streng ins Auge gefasst hatte.

Sie wollte antworten und sich nicht noch einmal Abspeisen lassen, das erkannte Hermine.

Der entschlossene Blick erinnerte sie an Harry wenn er kämpfte. Unerbittlich, nicht bereit auch nur einen Zoll nachzugeben.

"Hallo Schatz.", sagte sie schwach.

"Hallo Mum.", erwiderte Sam mit neutraler Stimme.

Hermine setzte sich.

Sie mochte es nicht um den heißen Brei herumzureden, daher sagte sie direkt, was sie bewegte.

"Tut mir Leid Sam… ich hätte das schon vor Jahren machen sollen…"

"Du wolltest mir die Illusion nicht kaputt machen… das verstehe ich.", erwiderte Sam. Ihre Stimme war nun weicher geworden.

"Ich hätte wissen müssen, das du es verstehst… Allerdings müssen wir noch eine kleine Weile warten."

"Warum?", fragte Sam, nun wieder eine Spur Angriffslustiger.

"Dein Vater war… kompliziert. Ich könnte dir niemals in Worten erklären, wie er wirklich war. Aber ich kann es dir zeigen."

Hermine öffnete das Paket und holte ein Denkarium daraus hervor.

Sam staunte.

"Ein Denkarium… wow, ich habe noch niemals eines gesehen."

Hermine lächelte leicht.

"Um deinen Vater zu verstehen, musst du erleben, wie er war. Was er war. Es wird nicht leicht. Außerdem sollte deine Sicht nicht zu eindimensional sein. Wir warten auf Ginny und Neville. Wir drei kannten ihn am besten… du solltest ihn auch aus ihrer Sicht sehen."

Sam nickte, wirkte nun allerdings ein wenig unsicher.

Sie warteten eine Weile, dann schellte es an der Tür.

Hermine stand auf und lies ihre Freunde hinein.

Sie sahen sich vielleicht nicht mehr so oft, wie früher einmal. Dennoch waren die drei noch immer ein unschlagbares Gespann. Sie trafen sich immer dann, wenn ihre Arbeit Zeit dafür lies. Und auch zu anderen Zwecken, als nur der fröhlichen Konversation.

"Hi ihr beiden. Nun wird es ernst."

Ginny umarmte ihre Freundin und sah sie anschließend fest an.

"Wir packen es schon."

Hermine nickte nur.

Sie nahmen am Tisch Platz, wo Sam bereits wartete.

Sie war sehr zurückhaltend, was Ginny und Neville verstehend zur Kenntnis nahmen.

"Also, dann wollen wir mal.", meinte Neville, grinste schief und stellte ein Fläschchen auf den Tisch.

Ginny tat es ihr gleich und auch Hermine holte ein Fläschchen hervor.

Sie entkorkte die drei Flaschen und füllte ihren Inhalt in das Denkarium. Dann richtete sie ihren Stab darauf und murmelte eine Komplizierte Beschwörung.

Als sie fertig war, sah sie auf.

"Bist du bereit Sam?"

Diese nickte zögernd.

Hermine wandte sich an Ginny und Neville.

"Bis gleich.", meinte sie nun nahm die Hand ihrer Tochter.

Dann berührte sie die Oberfläche der vermischten Erinnerungen und beide wurden in das magische Gefäß gesogen.

Sie landeten in einem dunklen Raum.

Hermine lächelte.

"Nun dann… du wirst auch einiges über Ginny, Neville und mich erfahren. Lass uns beginnen. Dein Vater… willst du wissen wie ich ihn kennen gelernt habe?"

"Ja…"

"Na, dann mach dich mal auf was gefasst.", erwiderte Hermine grinsend.

Der Raum wurde hell. Man erkannte einen halb zerstörten Straßenzug. Eine Gestalt pirschte hastig durch die Straßen. Sie trug eine graue Kampfrobe und eine Maske. Man konnte eindeutig erkennen, das es ein Mädchen war.

"Das bin ich in meiner Schattenuniform. Ja, so sah das damals aus.", meinte Hermine leicht amüsiert.

"Deine Figur hast du allerdings gut behalten.", meinte Sam und sah von der Jüngeren Version ihrer Mutter und ihrem Gegenwärtigen selbst hin und her.

"Das verstehe ich als Kompliment."

Sam sah sich um.

"Wo sind wir hier?"

"Das ist Haddowfield in Wales. Es hat hier einen Kampf gegeben… eigentlich gibt es noch einen Kampf. Wir Schatten haben uns zurückgezogen, nachdem die Auroren eindeutig in Vorteil waren. Dumbledore und der schwarze Prinz haben sich hier zum ersten Mal duelliert. Ich wurde von der Hauptgruppe getrennt und versuchte den versprengten Todessern aus dem Weg zu gehen. Eigentlich müsste…"

Sie hörten etwas rauschen.

"Ah, ja. Da kommt er."

Ein schwarzer Schemen stürzte aus dem Himmel auf die Straße.

Es gab einen gewaltigen Knall, so das Sam zusammenzuckte. Asphaltsplitter schossen umher.

Sam hatte sich hingeworfen, wohl rein Instinktiv.

"Keine Sorge, das sind nur Erinnerungen.", meinte Hermine grinsend.

Sam stand verlegen auf und musterte das Bild das sich ihr bot…


Sam musterte das Jüngere Selbst ihrer Mutter, wie sie sich dem Krater näherte.

Es war ein bizarrer Anblick. In dem Loch lag ein Körper in einer schwarzen Seidenrobe. Er atmete noch.

"Was ist passiert?"

"Ein mächtiger Stoßfluch hatte ihn in die Luft befördert. Er hat sich mit einem Ganzkörperschild geschützt und den Aufprall so überlebt.", erwiderte ihre Mutter und grinste leicht.

"Man kann sagen, er war ein Geschenk des Himmels, das ich leider nicht reklamieren konnte."

Sam sah ihre Mutter erschrocken an, doch diese lachte.

"Er liebte es, wenn ich ihn ein wenig gestichelt habe…"

Die Jüngere Hermine hatte sich unterdessen niedergekniet und untersuchte den Bewusstlosen.

Dann vernahmen sie gedämpfte Stimmen von irgendwoher.

Die Jüngere Hermine levitierte den Bewusstlosen in ein leer stehendes Haus und legte einige Schutzzauber darauf.

Anschließend entledigte sie sich ihrer Maske und verwandelte ihre Kleidung.

Sie spähte durch eine Öffnung in der Wand hinaus auf die Straße.

Samantha musterte ihren Vater, der sehr zerschlagen aussah. Er begann sich zu regen und stöhnte leise auf.

„Sei bitte still… sie werden uns sonst finden.", flüsterte die Junger Hermine eindringlich.

Sams Vater verstummte.

Die Junge Hermine duckte sich und kniete neben dem Verletzten nieder.

Fußgetrappel und undeutliche Stimmen wurden laut.

Die Junge Hermine hielt den Atem an und drückte den Verletzten an sich.

Dieser fletschte seine Verlängerten Eckzähne, gab aber keinen laut von sich.

Als die Gefahr vorüber war, atmeten beide aus.

Die Junge Hermine stand auf und überprüfte die Lage. Dann beugte sie sich über ihren Vater und murmelte einige Heilzauber.

Sie überprüfte die Ergebnisse und lächelte zufrieden, ehe sie ein weiteres Mal die Lage überprüfte.

Sams Vater schlug die Augen auf… zum ersten mal sah sie diese Augen voller Leben.

Es war ein entschlossener, ein erbarmungsloser Blick.

Er setzte sich auf und kam auf die Beine.

Die Junge Hermine fuhr herum, als sie das Geräusch hörte.

„Bist du wahnsinnig, bleib liegen!", zischte sie.

„Geht schon.", erwiderte er.

Sam wunderte sich, das sie nicht den kleinsten Anflug von Schmerzen hörte.

„Dein Vater besaß schon immer eine überragende Selbstkontrolle.", kommentierte die ältere Hermine.

Er setzte sich an eine Wand und musterte dann seine Retterin.

„Wer bist du?", fragte er in die gespannte Stille hinein.

„Hey, ich hab dich gerettet, ich stelle die Fragen.", schoss das Mädchen zurück.

„Mein Name ist Harry Anguifer.", erwiderte er. „Und nun sag mir deinen Namen. Ich würde es als äußerst unhöfflich empfinden, wenn einer Vorstellung keine Gegenvorstellung folgen würde."

Sam wunderte sich… Anguifer?

Die beiden blickten sich an, die Junge Hermine eindeutig verdattert, der junge Harry eindeutig belustigt.

„Und? Wie heißt du nun unbekannte Retterin?"

„Ich äh… Granger, Hermine Granger."

„Was ist passiert?", fragte er sie.

„Das sollte ich dich fragen. Immerhin bist du aus heiterem Himmel auf die Straße geklatscht.", erwiderte sie bissig.

„Nun, ich bin in einen Kampf geraten und ein wirklich mächtiger Stossfluch hat mich erwischt."

Diese Erklärung schien auf Anklang zu stoßen, da ihr Blick weicher wurde.

„Ja, diese Todesserattacken nehmen immer mehr zu. Jeden Tag mehr und mehr Angriffe…"

Die gegenwärtige Hermine lächelte verträumt.

„Wir sollten weiter."

Die Szenerie wurde dunkel.

„Was soll man sagen… es war Krieg, eine andere Zeit. Wir nahmen ihn bei uns Zuhause auf. Er kam dann nach Hogwarts. Er erzählte mir, er hätte bisher Privatunterricht genommen und wolle nun den offiziellen UTZ machen. Ich fand ihn anziehend und wir flirteten viel miteinander…"

Hermine lächelte.

„Doch immer wieder fielen mir Kleinigkeiten auf, die ihn von normalen Zauberern unterschieden. Nicht nur, das er ein Genie war und in wirklich jedem Magischen Fach glänzte, nein, da war auch seine Art. Hin und wieder kalt und unnahbar, dann wieder normal. Er hat mir zwei mal das Leben gerettet… und dann kam der Tag, an dem ich herausfand, wer er wirklich war… das wird nicht leicht Sam… für mich war es nicht leicht."

Es wurde wieder heller.

Sam erkannte den Raum der Wünsche. Das Jüngere ich ihrer Mutter entwaffnete gerade ihren Vater, der sie kalt musterte und humpelte.

Doch der Entwaffnungszauber hatte ihn nicht umgeworfen.

„Bist du also letztendlich von alleine drauf gekommen, trotz aller Zweifel.", sprach er sanft.

Sam erschreckte sich bei dem kalten Blick in den Augen ihres Vaters.

„Du bist der Prinz… du bist der Mörder meines Vaters und meines besten Freundes.", zischte Hermine hasserfüllt.

Sams Augen weitete sich entsetzt.

„W… was?"

„Mörder? Ich gebe zu, das ich schon viele umgebracht habe, doch muss ich dich leider korrigieren. Ich habe nicht angegriffen. Dein Vater hat mich mit diesem Muggelding verletzt. Wie sollte ich denn deiner Meinung nach Reagieren?", erwiderte Harry höhnisch grinsend.

Sam hörte nicht mehr zu, sondern musterte ihre Mutter entsetzt.

Diese senkte den Kopf.

"Es ist wahr… er war… der schwarze Prinz."

Sams Gedanken rasten, ließen sich nicht mehr ordnen.

Dort stand er… ihr Vater… der schwarze Prinz, welcher sich im Krieg auf ihre Seite geschlagen hatte… und doch hatte er unglaubliche Gräueltaten begannen…

Er lachte und Sam hörte wieder zu.

„Du solltest Neville mal sagen, das er bei Gelegenheit mal seine Eltern fragen sollte, wie der Waffenstillstand wirklich gebrochen wurde. Aber nun zu einem anderen Thema. Was hast du denn nun vor?"

Er grinste und wirkte so unglaublich Selbstsicher, obwohl er unbewaffnet war.

„Willst du mich an Dumbledore ausliefern? Der weiß wer ich bin. Und immerhin ist das hier neutrales Gebiet. Dein Angriff ist ein Verstoß gegen die Spielregeln."

Sam erkannte Unsicherheit im Gesicht der Jungen Hermine.

„Allerdings habe ich eine bessere Idee, was wir machen könnten.", sprach er noch mit einem breiten lächeln

Sam konnte es nicht fassen, wie unglaublich schnell er sich zu bewegen vermochte.

Der Schockzauber den die Junge Hermine gegen ihn abfeuerte, prasselte wirkungslos gegen eine Wand.

Er war innerhalb von Sekunden hinter ihr, entwand ihr seinen Zauberstab und machte sie Kampfunfähig.

„Also, was mache ich nur mit dir…?", fragte er gespielt nachdenklich.

„Hmmm, ein weiterer Gedächtniszauber wäre wohl sinnlos. Es ist nur eine Frage der Zeit bis du mich erneut durchschaust. Allerdings könnten wir… Ja, das ist es."

Er ergriff sie und beide verschwanden.

Der Raum verdunkelte sich wieder.

Hermine sah ihre Tochter nicht an.

"Er nahm mich mit in das Anwesen von Voldemort… deinem Großvater… nun ja, in gewisser Weise. Harry war von Voldemort adoptiert worden… Wie dem auch sei, ein Tag vor dieser Erinnerung war der schwarze Montag…"

Sam starrte in Nichts.

"Der Doppelschlag der Todesser… zwei Truppen… eine gegen den Orden, eine etwas später gegen das Ministerium…", murmelte sie.

"Genau.", stimmte Hermine zu.

"Voldemort erbeutete an diesem Tag eine Prophezeiung, sich selbst und seinen Ziehsohn betreffend. Diese war der Grund, weshalb der schwarze Prinz sich von den Todessern abwandte."

Ein neues Bild erschien.

Sam erkannte diese Gestalt mit Schaudern. Zu oft hatte sie Beschreibungen gelesen. Blutrote Augen, Kalkweiße Haut und Rabenschwarzes Haar. Voldemort…

Sie spürte Angst vor diesem… Mann war das falsche Wort… vor dieser dunklen Kreatur.

Vor ihm schwebte das kleine graue Abbild einer Frau, die sehr exzentrisch gekleidet war. In etwa wie eine Romanische Wahrsagerin. Sie trug eine Unglaublich dicke Brille und leierte in einem harten monotonen Ton einige Worte herunter.

„Der eine mit der Macht den dunklen Lord zu bezwingen naht heran… Jenen geboren die ihm drei Mal die Stirn geboten haben, geboren wenn der siebte Monat stirbt. Und der Lord wird ihn als sich ebenbürtig zeichnen, ehe die Dunkelheit der Erwählten verschlingt. Doch durch das neue Blut wird der Erwählte der Dunkelheit entfliehen, und doch stets im Herzen tragen. Und er wird eine Macht erlangen, die der schwarze Lord nicht kennt. Der schwarze Lord wird mit dem erwählten Kämpfen, denn keiner kann Leben, wenn der andere überlebt… Jener mit der Macht den Lord zu bezwingen naht heran…"

Dumpf vernahm Sam diese Worte, die einst das Schicksal ihres Vaters weißgesagt hatten.

Nun erkannte sie auch ihre Mutter, die Verängstigt in einem Stuhl gegenüber Voldemort saß… und ihren Vater daneben, der irgendwie nachdenklich wirkte.

„Interessant, dann hat Dumbledore mich also doch nicht angegriffen, das dachte ich mir schon fast."

„In der Tat mein Junge. So wie es aussieht habe ich mir selbst meinen größten Feind geschaffen."

Sam erschauderte bei dieser Stimme, die so unglaublich hoch war… und doch so verführerisch und lockend.

Der schwarze Prinz stieß einen Laut des Bedauerns aus.

„Wie bedauerlich. Das bedeutet also, dass sich unsere Wege endgültig trennen. Nun, wenigstens bekomme ich einen starken Gegner."

Sam konnte es nicht fassen….

Das waren Vater und Sohn! Und trotzdem schienen sie die Tatsache, das sie zu Todfeinden bestimmt worden waren wie eine Nebensächlichkeit zu sehen.

Das Bild wurde wieder dunkel.

"Du verstehst sicher, wie entsetzt ich war, als ich das mit ansehen musste. Ich konnte sie nicht verstehen. Ich kann sie bis heute nicht verstehen, aber von da an begann ihr Kampf gegeneinander. Sie… sie wirkten dann immer wie normale Väter und Söhne, die gemeinsam Quidditch spielen, anders kann ich es nicht beschreiben.

Hermine seufzte schwer und setzte sich auf den Boden.

Sam setzte sich neben sie und versuchte noch immer zu verstehen, was sie gerade gesehen hatte.

Und vor allem… warum? Warum hatte ihre Mutter sich mit dem Prinzen eingelassen?

Das war nicht ihre Art!

"Du fragst dich, wie es kam das ich so jemanden geheiratet habe.", flüsterte Hermine und lächelte versonnen.

"Das kam nicht von heute auf Morgen, das kann ich dir sagen. Oh Mann… er hatte sich da einige Dinge geleistet… mich so was von auf die Palme gebracht. Aber sehen wir es uns an."

Sie besuchten noch mehr von Hermines Erinnerungen.

So erfuhr Sam alles, von dem Eid, den Angriff mit dem Illuminatus. Alle diese Kleinigkeiten, die dazu führten, das die beiden ein Paar wurden.

Sie hörte wie ihr Vater sprechen konnte… charmant, schmeichlerisch wie dunkler Samt. Arrogant und Hochnäsig wie ein Kaiser. Sie sah ihn Kämpfen und fürchtete sich vor seiner Kraft und Skrupellosigkeit. Sie erfuhr über den Generalablass und erlebte ihn zum ersten mal so, wie er wirklich war.

Das alles verwirrte Sam.

Dann kam eine Erinnerung, die eindeutig nicht Hermine gehörte, denn nur Neville und Harry waren da.

Es war am Hogwartssee. Die Sonne war bereits hinter den Berggipfeln verschwunden.

Harry saß auf einen großen Stein und starrte auf das Wasser, während Neville seinen Zauberstab lässig in der Rechten wirbelte und mit der linken flache Steine über den See springen lies.

"Tja, ein Stündchen noch, dann ist dein Freigang beendet. Dann geht es wieder hinein in das Illustre Vergnügen mit einem Haufen Irrer im Vasallenraum zu schmoren.", meinte Neville und suchte sich einen neuen Stein.

Harry stieß ein genervtes Knurren aus.

"Warum mache ich diesen Zirkus noch mal mit?", fragte er.

"Weil es Tradition bei Hochzeiten in Hogwarts ist. Wohlgemerkt eine, die Slytherin eingeführt hat.", erwiderte Neville belustigt.

"Entspricht leider den Tatsachen. Traditionen können wirklich auf das Gemüt schlagen. Nun ja, bevor ich wieder in dem engen Raum schmoren muss… was hältst du von ein wenig Übung? Ich werde dem Wahn anheim fallen, wenn ich nicht bald etwas sinnvolles tun kann!"

"Klingt gut, was hast du dir Vorgestellt?"

"Wir werfen uns Flüche zu und fangen sie ab, ich denke das könnte eine nette Abwechslung sein."

Neville legte den Kopf schief.

"An welche Flüche dachtest du?"

Harry lachte.

"Um die Sache ein wenig Interessant zu Gestalten schlage ich Passusflüche vor."

Neville überlegte eine Weile und willigte ein.

Sie stellten sich gegenüber und begannen damit sich Abwechselnd mit Non Verbal ausgeführten Passusflüchen zu beschießen.

Sie steigerten das Tempo allmählich.

"Und, wie fühlst du dich in Bezug auf die Hochzeit? Zwei mal werden wir noch wach, Hossa! Dann ist Heiratstag!", meinte Neville und feuerte dabei ununterbrochen weiter.

"Um ehrlich zu sein, das weiß ich selbst nicht. Ich denke mal zu fünfundzwanzig Prozent Aufgeregtheit und zu fünfundsiebzig Prozent Unsicherheit. Vielleicht auch vierzig zu sechzig. Ich kann es wirklich nicht definieren…"

"Also ich würde mich garantiert null zu hundert fühlen.", meinte Neville grinsend.

Sam sah erstaunt zu, wie diese beiden eine lockere Unterhaltung führten und dabei das Tempo ihrer Flüche immer weiter steigerten.

Und noch kein Fluch hatte die Deckung des anderen durchbrochen… Unglaublich!

"Ganz ehrlich, ich wundere mich immer wieder.", gab Harry zu.

"Worüber?"

"Darüber, das ich mich so gut mit dir Unterhalten kann."

"Danke, ich mag dich auch du Schnuggelchen!", erwiderte Neville schnurrend.

Harry lachte kurz.

"Nun ja, auch darüber, das ich dich nicht in den Boden Fluche, obwohl ich nicht gerade selten ein geradezu unglaubliches Bedürfnis danach verspüre."

Nun lachte Neville.

"Ich denke, wir sind uns ähnlicher als wir glauben. Immerhin, wir verfolgen unsere Ziele entschlossen. Und wir beide verstehen den Zweck von Notwendigkeiten. Andererseits bist und bleibst du ein Sadistischer Penner!"

"Wohl wahr. Und du bleibst ein Prolet!"

"Arschloch!"

"Gossenkind!"

"Arithmantiklehrer!"

"Glaubst du damit kann man mich beleidigen?"

"Schau dir van der Suis' Gehaltscheck an."

"Okay… das geht durch... Vergissmich!"

"Ey! Das ist unter der Gürtellinie!"

"Ich weiß."

Sam sah die beiden Männer an, die sich nun einen Strom aus Flüchen entgegenschleuderten und abfingen und lauschte ihrer Konservation.

"Waren die immer so?", fragte sie verwundert.

Hermine grinste.

"Nein, nur zusammen… na ja, zumindest dein Vater. Die konnten das Stundenlang. Ich habe immer gesagt, das er das kultiviertest Kindergartenkind ist das ich kenne."

Nach der ohne Zweifel Grausamen und kalten Facette ihres Vaters und dieser, nun ja, irgendwie Liebevollen Facette gegenüber ihrer Mutter war dies nun ein völlig neues Gesicht an ihm. Eines, welches Sam irgendwie gefiel.

Vielleicht… nur vielleicht, konnte sie sich doch mit dem Gedanken anfreunden, das dies ihr Vater war, das dies sein wahres Wesen war. Vielleicht war es doch nicht so schlimm…

"Sag mal Harry, wie wird das ganze enden?", fragte Neville gerade.

Harry schwieg eine Weile.

"Wer tötet, wird getötet. Wer das Schwert schwingt, wird durch das Schwert sterben. So wird es Enden, auf die eine oder andere Weise."

Neville dachte eine Weile nach.

"Kriegst du deinen alten Herren wirklich klein?", fragte er schließlich.

"Das kann ich nicht sicher beantworten. Doch wo wir gerade bei Verhältnissen waren, die Chancen stehen fünfzig, fünfzig."

"Und das ist wirklich realistisch?"

Harry antwortete mit einem resoluten nicken.

Neville wirkte irgendwie erleichtert.

"Schluss! Wir müssen zurück, oder dein Alter wird uns reinholen.", meinte er.

Die Erinnerung verblasste.

Sam sah noch immer nachdenklich drein.

Sie hatte nun viel erfahren. Sie hatte den Krieg gesehen, so wie diejenigen die daran Teilgenommen hatten ihn gesehen hatten.

Sie hatte den Schrecken und die Gräuel gesehen, zu der Menschen fähig sind. Sie kannte das aus dem Geschichtsunterricht, dennoch war ihre Vorstellung ein wenig zu romantisiert gewesen.

Große Taten, vollbracht von großen Männern und Frauen… das mochte stimmen, aber keiner von ihnen war Freiwillig so geworden.

Und der Krieg brachte Menschen hervor wie ihren Vater… eine verdrehte Wesenheit, mit obskuren Vorstellungen.

Er war ein Kind dieses Krieges, er repräsentierte den gesamten Wahnsinn, der damals geherrscht hatte.

Sie konnte ihn nicht verurteilen für das was er war.

Und sie konnte ihre Mutter nicht verurteilen, dafür das sie ihn geliebt hatte. Er war ein guter Mensch… auf seine Weise. Auf eine Weise, die sie vielleicht niemals begreifen würde…

Hermine wirkte verunsichert, so als ob sie ein Urteil erwarten würde.

Sam sah sie an, unfähig etwas zu sagen.

"Es gibt noch einiges, das wir sehen müssen. Warte noch, ehe du dir ein Urteil bildest."

Sam konnte nur nicken und erwartete die nächste Erinnerung…


So, das wars erst mal ;)

Freue mich von euch zu hören

Gruß

dat Z.