Kapitel 16: Wieder zurück
Voller Entsetzen hatte Timothy zusehen müssen, wie das was ihn beherrschte, die Frau verführt hatte, die immer einen ganz besonderen Platz in seinem Herzen hatte. In seinem Herzen, seinen Kopf und in seinen Träumen. Er sah wie Es sie berührte, an Stellen die Timothy nicht einmal in seinen kühnsten Träumen gewagt hätte zu berühren. Wie ein stiller Beobachter, konnte Timothy nichts tun außer zusehen, wie es seine Jude besaß…..in jeder Hinsicht. Und nach und nach begann Timothy etwas zu fühlen, was er so niemals zuvor gefühlt hatte. Eifersucht! Als Mann der Kirche, hätte er niemals an eine derartige Beziehung denken können. Er wusste, er und Jude hätten niemals so zusammen sein können, aber er wollte auch nicht, dass ein anderer Mann ihr so nahe war.
Mit jeder Sekunde die verging wurde Timothy eifersüchtiger und auch wütender. Wütend auf sich, weil er so schwach war. Wütend auf den Dämon in ihm, der die Frau seiner Träume besaß. Wütend auf Jude, weil sie sich ihm voll und ganz hingab. Und je mehr seine Wut stieg, je mehr begann er wieder die Kontrolle über seinen Körper zu gewinnen. Er war nicht länger nur ein Beobachter, er begann zu fühlen was Es fühlte und es überwältigte ihn. Er konnte sie fühlen! Ihre weiche warme Haut, die nasse Hitze die ihn umgab an einer Stelle, die für immer von keiner Frau berührt hätte werden sollen. Es lag ein seltsamer Geruch in der Luft und es steigerte sein Verlangen, er ließ ihn geradezu hungrig nach mehr werden. Judes lautes und tiefes Stöhnen drang nun direkt in seine Ohren und es war das unglaublichste und sinnlichste Geräusch welches er jemals vernommen hatte. Er wusste nicht wieso er sich so von seinen Körper leiten ließ, aber er tat es. Er hätte sofort aufhören sollen, doch er konnte es nicht. Nie zuvor hatte er etwas Derartiges gespürt und als er schließlich Judes lauten erotischen Schrei hörte, kam er tief in ihr und hatte für einen Moment das Gefühl den Verstand zu verlieren. Es war so unglaublich und Timothy würde niemals in Worte fassen können, was er in diesem Moment fühlte. Er zitterte am ganzen Körper, ihm war heiß und er fühlte eine Wärme in seinem ganzen Körper, wie er sie nie zuvor erlebt hatte. Sein Herz raste wie Wild und sein Atem war schnell und schwer. Er fühlte sich erschöpft und doch in einer seltsamen Art und Weise zufrieden.
„Ohhh Jude!" sagte er leise und legte seinen Arm um sie.
Als Jude sich langsam umdrehte und Timothy mit großen Augen ansah, konnte er ihre eigene Verwirrung sehen. Er blickte ihr für einen Moment in die Augen und studierte ihr Gesicht. Er hielt Jude immer für eine unglaublich schöne Frau aber jetzt raubte sie ihn geradezu den Atem. Ihr Gesicht war gerötet und ihr langes blondes Haar fiel wild über ihre Schultern.
„Timothy?" fragte sie ungläubig und drehte sich nun ganz zu Timothy um. Sanft legte sie ihre Hand auf seine Wange und sah ihn an „Du bist es wirklich!"
Gerade als er ihr antworten wollte, spürte er einen heftigen Schmerz in seinen ganzen Körper und es ließ ihn zurück taumeln. Er hielt sich den Kopf und hatte das Gefühl zu verbrennen „Oh Gott nein, nicht schon wieder!" stammelte er unter Schmerzen.
Jude sah ihn völlig hilflos an und trat näher „Timothy….was ist los?"
Doch kaum trat Jude einen Meter an ihn heran, da hob er seine Hand und schrie sie an „Nein Jude! Bleib weg! Ich kann nicht…ahhhhhh…..ich kann Es nicht aufhalten. Es ist stark…so stark. Verschwinde Jude, los!"
Jude wurde asch fahl und wusste sofort, was seine Worte zu bedeuten hatten „Nein Timothy, du bist stärker. Bitte, lass Es nicht wieder gewinnen!" rief sie und sah zu wie Timothy auf seine Knie zusammen brach.
„Ich kann Es nicht aufhalten…..Es ist zu mächtig und Es ist wütend! Bei Gott, verschwinde hier Jude….ich kann es nicht mehr lange zurück halten." Unter Schmerzen stand Timothy wieder auf und packte Judes Gesicht zwischen seine Hände „Ich weiß nicht, ob ich Es noch einmal zurückdrängen kann. Bitte Jude, wenn ich nicht wieder komme, dann….ahhhhhhhhhh…" wieder durchfuhr Timothy ein unmenschlicher Schmerz und er hatte das Gefühl sein Kopf würde platzen „…..dann bring mich um! Du musst mich töten Jude…..das bin nicht mehr ich, verstehst du? Und nun verschwinde! LOS!" schrie Timothy und warf Jude ihr Nachthemd entgegen.
Jude war wie versteinert und wollte Timothy sagen, dass es einen anderen Weg geben würde und dass sie ihn niemals töten würde, doch kaum trat sie einen Schritt an ihn heran, da begann ihr Körper zu Eis zu erstarren.
„Du verfluchtes kleines Miststück…." Mit einem keuchenden Atem und kalter Stimme, blickte Timothy zu Jude und sie erkannte sofort, dass das nicht Timothy war. Es war wieder zurück und blickte sie mit den kalten und durchdringenden Augen des Teufels an „….du kleine falsche Hure! Ich habe dich wohl unterschätzt und auch diese Memme Howard. Nun sei es drum…..noch einmal passiert mir das nicht." Noch erschöpft von dem Inneren Kampf stand er mit wackligen Beinen auf und grinste Jude bösartig an „Er hatte recht, du solltest verschwinden, sonst reiße ich dir deinen verdammten Kopf ab. Ich gebe dir genau 5 Sekunden um zu verschwinden…..5…..4…."
Noch zu geschockt und hilflos über das Gesehene, schnappte sich Jude ihr Nachthemd und lief den langen Flur entlang ohne sich umzudrehen. Sie lief und lief und zog sich in aller Eile dürftig ihr Nachthemd über. Die Flure in Briarcliff waren dunkel und verlassen, genau wie ihre Seele in diesen Moment. Sie lief in den Frauentrakt und flüchtete in ihre Zelle. Und kaum war sie dort, brach Jude weinend auf den kalten Boden zusammen. Sie konnte und wollte nicht begreifen, was alles geschehen war. Sie betete, dass alles nur ein böser Traum war obwohl sie wusste das alles was geschehen war, die Realität war. Was sollte sie jetzt tun? Würde Timothy das Böse vielleicht doch besiegen? Und wenn nicht, was würde jetzt mit ihr geschehen? Irgendwann schlief Jude auf den kalten Fußboden ihrer Zelle ein und wusste nicht, wie es weiter gehen sollte.
