Kapitel 17: Ein Triumpf ohne Erfolg
Die Flammen loderten auf, als der Körper von Arden von ihnen eingeschlossen wurde und anfing zu verbrennen. Mit kalten Augen starrte Timothy, oder das was er nun wieder war auf das Feuer, welches die Reste von Arden für immer von dieser Welt entfernen würden. Timothy war mehr als froh, dass er dieses Ende für Arden gewählt hatte. Es gab nichts weiter zu tun, als die Leiche zu entsorgen und nach diesen Abend, wäre er auch zu mehr nicht in der Lage gewesen. Der innere Kampf mit Howard hatte an seinen Kräften gezehrt und er sehnte sich nach Erholung. Selten hatte er einen solch starken Kampf kämpfen müssen. Er hatte den wahren Timothy Howard unterschätzt und seine starken Gefühle für Jude, ein Fehler den er nicht wieder machen würde.
Anfangs war er so wütend über die verlorene Kontrolle, dass er Jude sofort den Kopf hätte abreißen können. Für einen Moment wollte er ihr nachlaufen und sie in tausend kleine Einzelteile zerreißen, doch die Erschöpfung war zu groß und jetzt, im Nachhinein war er froh das er es nicht tat. Im Laufe der vielen Jahrhunderte hatte er viele Körper bewohnt. Männer, Frauen und sogar manchmal Kinder und selten stieß er auf Widerstand. Die Menschen waren schwache und dumme Kreaturen mit denen man spielen konnte, wie es einem gefiel. Es war leicht ihnen seinen Willen aufzuzwingen und sie zu willenlosen Slaven zu machen. Ja, es war leicht….manchmal zu leicht und es gab Zeiten, da war es fast langweilig. Doch heute, stieß er das erste Mal nach so langer Zeit auf Widerstand und wenn er genau über alles nachdachte, dann gefiel es ihm sogar. Es gab wieder eine Herausforderung und vielleicht würde es mehr Spaß bringen, als er es für möglich gehalten hätte.
Mit einem eiskalten Grinsen, sah er wie das Feuer seine Arbeit tat und nichts mehr als einen Haufen Asche von Arden übrig ließ. Mit einem Gefühl der Vorfreude auf das was alles noch kommen würde, drehte sich Timothy um und verließ das Krematorium.
Seine Gedanken kreisten um Jude und das was er als nächstes mit ihr tun würde. Schon als er sie das erste Mal sah, damals noch im Körper von Jed Potter, erkannte er was für eine Frau sie war. Sie war eine Frau voller Wiedersprüche, Fehler und dunkler Geheimnisse, welche sie unter einem Habit versuchte zu verbergen. Doch sie war auch eine unglaublich starke Persönlichkeit und wenn er damals nicht schnell einen neuen Körper gebraucht hätte, so wäre sie seine erste Wahl gewesen. Er war sich sicher, dass er als Schwester Jude viel Spaß gehabt hätte. Aber vielleicht war es auch besser so, wie es jetzt war. Er würde mehr Spaß haben mit ihr zu spielen, als sie zu sein.
Als er in seinem Zimmer ankam, ließ er sich auf sein Bett fallen und fühlte neben seiner Erschöpfung noch etwas anderes….er fühlte sich unbefriedigt. Das war eigentlich das, was ihn noch wirklich wütend machte. Das kleine Zwischenspiel mit Jude sollte sein großer Erfolg sein und war geschehen? Gerade in dem Moment, als er spürte wie er kommen würde, da wurde er dessen beraubt. Verdrängt aus dem Körper, der nun sein Eigentum war hatte er nichts von dem Gespürt, was ihm zugestanden hätte. Er hatte Jude verführt und sie war bereit gewesen sich ihn hinzugeben. Es war sein Triumpf und Howard hatte ihn gestohlen. Ein Mann der nicht einmal eine nackte Frau angesehen hätte, ohne das ihm die Schamesröte ins Gesicht stieg, hatte seinen großen Moment gestohlen.
„Du blöder Hurensohn hättest sie schon vor Jahren haben können." murmelte er unzufrieden.
Timothy würde dafür noch bezahlen, vielleicht schon sehr bald. Müde streckte er sich auf dem Bett aus und schloss die Augen. In seinem Hinterkopf konnte er das schreien von Timothy hören und er spürte die kläglichen Versuche, die er unternahm um wieder die Herrschaft über seinen Körper zu bekommen.
„Noch einmal gelingt dir das nicht du Bastard."
Er verdrängte Timothys Stimme aus seinen Kopf und schlief ein.
