Kapitel 23: Judes Lied
Timothy war mehr als zufrieden mit sich, er hatte es geschafft Jude zu brechen und sie würde nichts tun können um sich ihn zu entziehen. Sie war sein Eigentum und das solange er wollte, bis zu dem Tag an dem er die Lust an ihr verlieren würde, gehörte sie nur ihm. Jedenfalls körperlich….ob ihr Herz oder ihre Gefühle einen anderen gehörten, war ihm völlig egal. Etwas wie er es war, verlangte nicht nach Liebe oder etwas ähnlichen…ganz im Gegenteil, ihm nährten alle schlechten Emotionen und es stärkte ihm von Tag zu Tag. Und in diesem Moment wurde er gleich von zwei Seiten mit Angst und Hass gefüttert. Der wahre Timothy in ihm, der vergeblich gegen ihn ankämpfte und dessen eigene Machtlosigkeit ihn in den Wahnsinn trieb und auf der anderen Seite Jude, die ihn voller Angst und Abscheu in die Augen blickte. Wenn diese Dummköpfe nur wussten, dass sie es selbst waren, die ihm all die Macht gaben, die er brauchte…..
Er packte Judes Handgelenke und drückte fest zu. Er liebte es, die alleinige Macht zu haben und besonders über einen Menschen, der eine so starke Willenskraft hatte wie Jude. Für die Schwachen Menschen hatte er nichts übrig als Abscheu. Sie waren für ihn nichts weiter als Dreck, doch Menschen wie Jude, stellten eine Herausforderung dar und es gab leider viel zu wenig von ihnen. Schon allein deswegen, würde er Jude nicht aus den Fittichen lassen.
Jude verzog das Gesicht, als sie den Druck um ihre Handgelenke fühlte. Es war als würde eine Schraubzwinge ihre Gelenke zusammen drücken und ihre Knochen zerdrücken wie Streichhölzer. Doch sie schrie nicht auf, sie biss sich auf die Lippen und versuchte den Schmerz im Zaum zu halten. Sie sah die Freude in seinen Augen und wie erwartungsvoll er sie ansah, in Hoffnung dessen die Qualen in ihrem Gesicht zu sehen….doch das wollte sie ihm nicht gönnen. Er hatte die Gewalt über sie, doch sie würde nicht vor ihm zusammen brechen und winseln. Das letzte bisschen Stolz was sie noch hatte, würde sie nicht kampflos aufgeben.
„Hmm Hmm, du bist wirklich erstaunlich Jude. Ich hatte erwartet, einen Schrei von dir zu hören….du bist wirklich eine kleine Spielverderberin….aber das macht es eigentlich nur noch interessanter." hauchte Timothy in ihr Ohr und biss ihr dann in die empfindliche Haut ihres Halses. Er spürte wie sie die Zähne zusammen biss und er wusste, er würde es nicht sofort schaffen aber zu einen bestimmten Zeitpunkt, würde er den ersehnten Schrei des Schmerzes von ihr hören. Seine Hände ließen ihre Handgelenke los und er packte sie an der Hüfte „Ich wünschte, wir beiden würden mehr Zeit haben aber ich befürchte, es wird bald jemand kommen…..aber sei nicht enttäuscht, ich werde auf dich warten. Ich will dass du weißt, dass egal wo du hingehst, ich in einer Ecke auf dich lauern werde. Du wirst keinen Schritt durch Briarcliff machen können, ohne in Angst zu leben, dass ich hinter der nächsten Tür stehen werde. Du wirst keine Nacht einschlafen können, ohne zu wissen ob ich in der Nacht zu dir kommen werde. Ich werde dich immer im Auge haben, bis zu dem Tag, an dem deine Angst dich in den Wahnsinn treiben wird."
Jude hörte seine Worte und es ließ sie vor Angst zittern. Sie wusste, früher oder später würde sie zu das werden, was alle in ihr sahen….eine Verrückte. In Jude keimten Zweifel auf, ob es sich überhaupt noch lohnen würde, gegen ihn anzukämpfen. Wie lange würde sie diesen Terror durchhalten und das ganz allein? Wenn sie jetzt schreien würde, würde ihr niemand glauben und sie würden sie in das dunkelste Loch von Briarcliff stecken oder sie mit der Elektroschocktherapie foltern und selbst danach, wäre sie immer noch hier und wäre ihm ausgeliefert. Immer mehr konnte sie verstehen, wieso Mary Eunice die Chance ergriffen hatte und versuchte ihr Leben zu beenden. Vielleicht wäre der Tod wirklich der einzige Ausweg.
Und während Jude über den Tod nachdachte, hörte eine alte Freundin ein Lied, welches sie schon einmal gehört hatte. Judes Lied der Todessehnsucht.
