Kapitel 2
~ Geschenke für David ~
Am frühen Abend des nächsten Tages waren Amanda und Severus in der Winkelgasse unterwegs, auf der Suche nach einem kleinen Geschenk für David. „Vielleicht sollten wir mal bei Flourish & Blotts gucken", schlug sie Severus schließlich vor, nachdem sie schon ein paar Läden vergeblich abgeklappert hatten. „Die Teenwiz finden wir aber eher am Zeitungsstand", entgegnete dieser daraufhin sarkastisch grinsend. Amanda lachte. „Ich hoffe, dass er inzwischen darüber hinaus ist." „Na, wir werden es ja heute Abend sehen", grinste Severus. „Wenn er eine Freundin hat, sollte man ja meinen, dass er jetzt zur Praxis übergegangen ist. Allerdings auch möglich, dass er nun zu den anonymen Briefeschreibern an dieses Dr. Winter-Team gehört." Bei diesem Gedanken musste er ein wenig lachen. „Ich hoffe nicht und was die Praxis angeht, ich will es gar nicht so genau wissen." „Ich auch nicht, das kannst du mir glauben."
Amanda betrat schließlich das Buchgeschäft. „Ich würde etwas Praktisches ganz gut finden irgendwie." Im Laden angekommen sah sich Severus kurz um. „Wie wäre es mit einem Kochbuch. Das hat er dringend nötig, wenn er alleine überleben will." „Hm, an sich eine gute Idee, aber meinst du, er kann das besser lesen, als ein Trankrezept?" Sie sah ihn skeptisch an, ging dann aber hinüber zu den Haushaltsbüchern. „Vielleicht gibt es ja extra was für besonders untalentierte Menschen. Kochen für Idioten oder so etwas", grinste er und begann dann das Regal mit Kochbüchern zu durchforsten. „Kochen für Männer", sagte Amanda daraufhin nur leise und grinsend, während sie sich ebenfalls dem Angebot zuwendete. Severus sah sie mit hochgezogener Augenbraue an. „Das habe ich gehört." Dann wendete er sich jedoch wieder den Büchern zu. „Das macht nichts..." Sie nahm ein interessant aussehendes Buch aus dem Regal und schlug es auf. „Ja, das sehe ich...", sagte er, während er nachsah, was für ein Buch sie gefunden hatte. Amanda sah von ihrem Buch auf und Severus an. „Du bist doch die sehr positive Ausnahme. Ich finde das hier schon ganz gut, auch wenn die Rezepte mich noch nicht so überzeugen." Sie reichte ihm das Buch. Er nahm es und blätterte es durch. „Hm", brummte er nebenher. „Etwas unpassend für einen Single-Haushalt, würde ich sagen." Dann stellte er das Buch wieder zurück ins Regal.„Ja, aber es wird schwierig da etwas passendes zu finden", meinte Amanda und nahm sich ein anderes, viel versprechend aussehendes Buch. „Ja, vermutlich schon", entgegnete Snape. „Ansonsten müssen wir uns noch nach etwas anderem umsehen." „Ja, nur habe ich keine Ideen für etwas anderes." Amanda überflog noch einmal die Buchrücken und nahm sich diesmal ein recht dünnes aus dem Regal. „Wir könnten uns ja noch ein bisschen umschauen hier", schlug Severus vor. „Hm, ja okay." Amanda stellte das Buch zurück und drehte sich um, um sich im Geschäft umzusehen. „War das auch nichts Passendes?" „Nein, nichts wirklich gutes." „Gibt es vielleicht irgendwas, was er liest, außer irgendwelchen sinnentleerten Heftchen", wollte Severus danach von ihr wissen. Kurz überlegte Amanda. „Nein, ich glaube nicht. Ich befürchte, er liest nur so viel, wie er dringend muss. Wobei ihn das Richtige vielleicht auch motivieren könnte." „Hm", brummte Severus und ging dann mit ihr ein wenig im Laden herum, auf der Suche nach Inspiration. Es fiel ihm schwer, sich in David hineinzuversetzen, denn er selbst hatte schon immer gerne und viel gelesen und so war es ihm völlig unverständlich, wie man nur lesen konnte, wenn man keine andere Wahl hatte.
In der Abteilung für junge Erwachsene sah sich Amanda schließlich etwas genauer um, bis ihr schließlich ein Buch ins Auge fiel, über das sie grinsen musste. Sie nahm es in die Hand, um es sich genauer anzusehen. Der Inhalt gab in etwa das wieder, was sie sich vorgestellt hatte und so las sie grinsend einige Zeilen. Snape war gerade noch in einer anderen Ecke der Buchhandlung gewesen und kam gerade zu Amanda zurück. Ihr über die Schulter schauend fragte er, was sie da gerade gefunden hatte, weil sie sich so amüsiertes. „In jedem Fall etwas lustiges..." Sie schlug das Buch zu, damit er den Titel, Wie das mit den Bienen und den Blumen wirklich ist,lesen konnte. „Schau mal rein, sehr lehrreich - für manche." Amanda grinste und reichte Severus den Band. Als Snape den Titel gelesen hatte, musste er lachen. „Da sind wir wohl in etwa über das gleiche Thema gestolpert", sagte er grinsend, nahm ihr das Buch ab, hielt ihr aber stattdessen ein anderes in knallgrüner Farbe hin, dessen Titel Sex für Grünschnäbel war.
Amanda musste auch leise lachen und sah sich Severus Buch genauer an. „Na das hier ist schon mal deutlicher." Sie blätterte etwas weiter und sah Severus mit einem leicht fiesen Grinsen an. „Also ich finde, wir nehmen eins davon. Er wird sich bestimmt freuen über ein paar Anwendungstipps." Ihr Grinsen wurde immer schadenfroher. „Oh und natürlich eine Flasche Verhütungstrank, sonst bin ich nachher Schuld, wenn etwas passiert."
Severus blätterte grinsend das Blümchen-Buch durch. „Du weißt, dass ich nichts dagegen einzuwenden habe", grinste er und blickte dann wieder zu ihr. Als er sah, wie schadenfroh sie grinste, kam er zu ihr und gab ihr einen kurzen Kuss, was in der Öffentlichkeit noch immer so gut wie nie vorkam, aber gerade war ihm einfach danach. „Hätten wir noch mehr Zeit, würde ich den Trank sogar persönlich brauen", grinste er. Amanda lächelte ihn an. „Das glaub ich dir, aber jetzt muss er mit einem von mir leben. Na ja er nicht so richtig..." Kurz sah sie auf das Buch in ihrer Hand. „Ich finde wir nehmen das hier. Er ist ja schon erwachsen, da ist das mit den Blümchen ja mal vorbei." Sie grinste. „Na ja oder er möchte es mal werden, wenn er groß ist." „Gut", schmunzelte Snape und stellte das andere zurück ins Regal. „Dann hätten wir ja schon mal etwas." „Nehmen wir noch das eine kleine Kochbuch dazu? Ich fand es ganz gut, da stehen zumindest so die ganz grundlegenden Sachen drin, damit ihm wenigstens die Nudeln nicht anbrennen." „Ja gut."
Amanda holte noch schnell das Kochbuch und ging dann mit Severus zur Kasse, um zu bezahlen. Nachdem das erledigt war, machten sie sich zusammen auf den Weg zu Felonwood um den Trank zu holen. „Davids Freundin ist sicherlich auch sehr begeistert", meinte Amanda und grinste. „Bestimmt", feixte Severus. „Ob ich noch eine Widmung in das Kochbuch schreiben soll?" Sie lachte. „Na wenn du es nicht lassen kannst... Dann hätte es sich auch gelohnt, nicht auf das Einpacken zu warten." „Ich weiß es noch nicht genau. Wenn ich das tue, verbrennt er es wohl bei nächster Gelegenheit. Wäre schade um das Buch." „Ein wenig kannst du es dir ja noch überlegen und wenn, reißt er vielleicht höchstens die Seite heraus." Schmunzelnd hielt sie für Severus Felonwoods Tür auf. Er ging hinein. „Mal sehen... Vielleicht beschränke ich mich auch auf ein paar nett formulierte Worte." Er grinste. „Ich hoffe, dass du dich auf nette Worte beschränkst", sagte sie ruhig und begrüßte dann erst die beiden anwesenden Kunden und anschließend den verwunderten Matthew, dem sie erklärte, dass sie nur etwas vergessen hatte, bevor sie mit Severus ins Lager ging. „So, mal sehen..." Einen Moment stand sie zwischen den Regalen und dachte nach. „Ich hätte neulich nicht alles so toll umräumen sollen, da findet man nichts wieder."
„Also doch keine Widmung", wollte er noch von ihr wissen, bevor auch er kurz Matthew zur Begrüßung zunickte. Im Lager ließ er dann den Blick schweifen, um nach den Verhütungstränken Ausschau zu halten. Ein wenig später griff er in ein Regal, holte eine der Phiolen raus, die dort standen, schüttelte sie kurz und sah sie genauer an, dann sagte er zu Amanda: „Ist es das, was du suchst?" „Das wollte ich damit nicht sagen", meinte sie noch, als Severus ihr bereits die kleine Flasche hinhielt. „Was würde ich nur ohne dich machen", lächelte sie. „Noch immer suchen", grinste er und kam dann zu ihr. Als er sich kurz vergewissert hatte, dass Matthew gerade nicht im Anmarsch war, küsste er sie sanft. „Oder schwanger werden, weil ich den Trank nicht finde." Sie legte einen Arm um ihn und küsste ihn etwas inniger. „Na ja, besser du pflanzt dich fort, als dein Bruder", grinste Snape und küsste sie auch noch einmal, während er einen Arm um ihre Hüfte legte. „Darauf hast du ja auch definitiv mehr Einfluss." Amanda sah in seine Augen. „Und? Was ist nun mit der Widmung?" „Auf die Fortpflanzung deines Bruders? Sicherlich nicht... Bedauerlicherweise." Er grinste. „Hm... Na ja... Gib her... Ich glaube, ich kann mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen." „Nein, auf meine Fortpflanzung." Amanda grinste und reichte ihm das Buch. „Darauf schon, das stimmt." Dann nahm er das Buch, gab ihr dafür den Trank und setzte sich an ihren kleinen Schreibtisch. Nachdem er die Feder genommen und noch kurz überlegt hatte, schrieb er eine kurze Widmung ins Kochbuch. Sie lautete Ich hoffe um die Gesundheit Ihrer Gäste Willen, dass Sie besser kochen, als Tränke brauen können. Zur Not empfehle ich Ihnen wieder Nachhilfestunden bei Ihrer Schwester und war mit Snapes Unterschrift versehen, wie sie auch unter jeder Klausur zu finden war.
Währenddessen hatte Amanda die beiden andern Sachen mit einem Zauber in Geschenkpapier verpackt und sah Severus über die Schulter. „Ich hoffe das auch", meinte sie auf die Worte in seiner Widmung nur und schmunzelte. „Für mich unterschreibst du aber schöner", merkte sie beim Blick auf seine Unterschrift noch an. „Das ist ja etwas anderes. Dir schreibe ich nicht als Lehrer, sondern als Privatperson." Er legte die Feder wieder weg und klappte das Buch zu, nachdem die Tinte getrocknet war. Dann zog er Amanda etwas zu sich, stand auf und küsste sie noch einmal sanft. Diese erwiderte seinen Kuss und lächelte ihn dann an. „Bring mich nicht auf Ideen, sonst kommen wir heute nicht mehr zu David."
„Auf welche Ideen denn", raunte er leise, bevor er sie noch einmal küsste. Aber eigentlich wusste er genau, was sie meinte. „Zum Beispiel dir die Farbe meiner neuen Unterwäsche näher zu bringen", sagte sie leise und grinsend, bevor sie Severus noch einen zärtlichen Kuss gab und sich dann vom ihm löste, um das andere Buch vom Schreibtisch zu nehmen und ebenfalls zu verpacken. „Neue Unterwäsche", fragte er sogleich interessiert grinsend, ließ sie aber los, wenn auch ein wenig widerwillig. „Mhm", bestätigte sie ihre vorherigen Worte und packte währenddessen das Buch mit ihrem Zauberstab ein.
Nun näherte sich Severus von hinten und raunte ihr leise ins Ohr. „Das hättest du mir jetzt nicht erzählen dürfen." Kurz zuckte Amanda zusammen und grinste dann. „Wieso nicht", wollte sie wissen. „Weil ich jetzt gerne auspacken und nachsehen würde...", grinste Severus und hauchte ihr dann einen sanften Kuss unters Ohr. Daraufhin schloss Amanda die Augen und seufzte leise. „Da musst du dich wohl noch ein wenig gedulden." „Meinst du, das kann ich", flüsterte Snape mit samtiger Stimme in ihr Ohr, während er weiter kleine Küsse auf ihren Hals hauchte. Genüsslich lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter. „Das wirst du wohl müssen." Und sie würde es auch müssen. „Bedauerlicherweise", sagte er leise. „Mhm... aber ich laufe ja nicht weg." Sie drehte sich um und küsste ihn innig. „Das hoffe ich doch."
„Lass uns gehen, sonst kommen wir zu spät und das zögert den Abend nur hinaus." Severus seufzte, dann ließ er von Amanda ab. „Von mir aus", sagte er dann, denn er musste sich gerade wirklich zwingen, mit ihr zu David zu gehen. Er hatte gerade vielmehr Lust, den Abend weiter alleine mit Amanda zu verbringen. „Ich kann mir auch besseres vorstellen, aber du weißt doch wie das mit der Vorfreude ist", sagte sie leise nah an seinem Ohr. „Hm ja", brummte er. „Dann komm. Gehen wir."
