Kapitel 8

~ Bescherung in Hogwarts ~

Es war noch recht früh, als Amanda aufwachte, aber irgendwie war das an Weihnachten bei ihr immer so. Vielleicht lag es doch an den bevorstehenden Geschenken. Langsam drehte sie sich zu Severus und kuschelte sich noch einmal enger an ihn. Nach der sehr stressigen Zeit direkt vor Weihnachten, hatten sie den vergangenen Heiligabend ganz gemütlich und ruhig bei Severus verbracht und so genoss Amanda nun noch die stillen Minuten vor dem Aufstehen in den Armen des Mannes, der ihr so viel bedeutete. Severus seufzte leise, als sie sich an ihn schmiegte und kuschelte automatisch ein wenig mit. Noch war er nicht ganz wach und diese verschlafene Phase wollte er noch ein bisschen genießen, bevor schließlich der Tag wieder begann.

Eine ganze Weile lagen sie so zusammen im Bett und wehrten sich gegen den kommenden Morgen. Doch dann konnte Amanda nicht mehr auf der Seite liegen und so küsste sie Severus sanft auf die Stirn und drehte sich in seinem Arm auf die andere Seite. „Ich glaube, ich muss jetzt aufstehen", murmelte dieser daraufhin leise, denn auch er konnte langsam nicht mehr ruhig liegen. Amanda grummelte etwas vor sich hin. „Wenn dich da nichts aufhalten kann", antwortete sie. „An was hast du dabei gedacht", fragte er und musste ein wenig grinsen. „Da gäbe es so einiges", sagte Amanda. „Dann nennen sie mir Beispiele, Miss Brown", raunte Snape leise an ihr Ohr, nachdem er sich etwas zu ihr gebeugt hatte. „Du könntest noch etwas mit mir kuscheln oder anderes tun, was man so im Bett tut." Amanda grinste vor sich hin, während sie das sagte. Er grinste zurück und stellte sich dumm. „Und was tut man da so?" „Och, schlafen unter anderem auch. Aber anderes Wesentliches eigentlich nicht, oder fällt dir da noch etwas ein?" „Wenn dem so wäre, würde ich ja nicht aufstehen wollen", grinste er frech, küsste sie dann aber. Amanda drehte sich zu ihm um und küsste ihn ebenfalls, während sie sanft seinen Arm streichelte. „Vielleicht haben wir da noch etwas vergessen." „Hm, vielleicht", brummte er leise und küsste sie gleich noch einmal, diesmal aber inniger und länger. Amanda seufzte leise und rückte näher zu ihm, während sie sich küssten. Sanft verteilte sie dann einige Küsse auf seinem Hals. Als sie das tat, seufzte auch Severus leise. Es war immer wieder schön, morgens neben Amanda aufzuwachen und sie bei sich zu spüren. Er streichelte ihre Seite unter ihrem Shirt hoch und küsste sie unter dem Ohr. „Frohe Weihnachten übrigens", raunte er dann samtig hinein. Amanda genoss seine Berührungen und lächelte ihn sanft an. „Dir auch sehr frohe Weihnachten, meine scheinen gerade schon sehr gut zu werden." Er grinste ein wenig. „Ja, meine fangen auch ganz gut an, bisher", antwortete er dann leise und küsste sie weiter.

Eine dreiviertel Stunde später war Snape dann schließlich doch aufgestanden und stand unter der Dusche. Er war es nicht gerade gewohnt, sich morgens schon so sehr körperlich zu betätigen, wie er es gerade vorhin noch mit Amanda getan hatte und so knurrte ihm jetzt auch schon langsam gehörig der Magen. Amanda lag noch einen Moment länger faul im Bett, bevor auch sie aufstand, sich schnell etwas überzog und dann in die Küche ging, um schon einmal das Frühstück vorzubereiten, bevor Severus im Bad fertig war und sie selbst duschen gehen konnte. Dieser brauchte nicht allzu lange, dann erschien er auch schon fertig angezogen und mit feuchten Haaren in der Küche. „Du kannst duschen gehen", sagte er, während er sie kurz küsste. „Ich mache derweil das Frühstück fertig." „So hatte ich mir das vorgestellt", meinte Amanda und drehte sich zu ihm. „Würdest du mir vielleicht einen Kakao machen? Mir ist grad nicht so nach Tee." „Ja, würde ich... Zur Feier des Tages", scherzte er ein wenig. Amanda lachte und wuschelte durch sein nasses Haar, bevor sie ihm einen Kuss auf die Wange drückte. „Da habe ich ja Glück gehabt." „Hey", lachte er etwas und strich sich das Haar wieder glatt. „Bis gleich, ich beeile mich." Mit diesen Worten ging Amanda ins Bad, duschte und zog sich an, bevor sie fünfzehn Minuten später wieder die Küche betrat.

Als Amanda gegangen war, machte sich Severus daran, das Frühstück fertig zuzubereiten und als sie wiederkam, stand schon alles bereit auf dem Tisch. „Das sieht toll aus, allein deswegen hätten wir David doch den Gefallen mit der Familienplanung machen sollen", grinste Amanda und setzte sich an den gedeckten Tisch. „Wieso?" Snape konnte ihr gerade nicht richtig folgen. „Weil es dann vielleicht öfter ein so tolles Frühstück geben würde." „Ich weiß nicht... dann gäbe es vielleicht eher öfter ein weniger tolles, weil zu wenig Zeit da ist", grinste Severus, als er saß. „Wieso zu wenig Zeit? Und jedes Frühstück öfter mit dir ist schon toll genug." „Hättest du jeden Morgen Zeit, für drei oder mehr Personen so ein Frühstück vorzubereiten? Ich nicht... Zum zweiten kann ich dir allerdings zustimmen." Amanda lachte. „Drei oder mehr? Moment, soweit war ich noch gar nicht. Ich dachte erst einmal an zwei." „Du hast von Familie geredet. Das schließt bei mir Kinder mit ein." „Hm, bei mir zwar nicht zwingend, aber von mir aus gerne." Sie lächelte kurz und trank einen Schluck von ihrem Kakao und nahm sich dann ein Brötchen. Auch Severus nahm sich etwas zu essen. „Ich glaube, das hat alles noch etwas Zeit." „Ich denke auch."

Zusammen frühstückten sie in Ruhe und als Amanda schließlich ihren Becher und ihren Teller geleert hatte, sah sie Severus neugierig an. „Und? Was bekomme ich geschenkt?" „Das wirst du gleich sehen...", sagte er, bevor er sich seinen letzten Bissen in den Mund schob. „Nachher oder gleich?" Sie grinste, denn natürlich war sie gespannt was sie bekommen würde. „Sobald ich mit frühstücken fertig bin. Genügt das als Antwort?" „Gerade so." Amanda schenkte sich noch einen Schluck Tee ein und trank ihn dann, während sie darauf wartete, dass Severus fertig war. Dieser stand auch kurz darauf auf und stellte seinen leeren Teller auf die Spüle. Amanda tat es ihm gleich und räumte dann noch die Lebensmittel an ihren Platz zurück. Nachdem das erledigt war, sah sie Severus grinsend an. „Jetzt?" „Du bist wie ein kleines Kind, weißt du das", grinste er und ging dann voraus ins Wohnzimmer. „Ja weiß ich, das ist Absicht. Bei dir kann ich das ja gefahrlos machen." Amanda folgte ihm in das benachbarte Zimmer. „Wie kommst du denn auf den Gedanken?" „Es wird dich schon nicht zu sehr abschrecken." Severus grinste. „Wer weiß." Dann ging er zu einem Schrank und öffnete ihn, um Amandas Geschenk zu holen.

Amanda holte Severus Geschenke schnell aus ihrer Tasche, setzte sich dann aufs Sofa und sah ihm erwartungsvoll zu. Als er zurückkam, hielt er ein verpacktes Etwas in der Hand, das man für ein Buch hätte halten können, wäre es nicht so dünn gewesen. Dann setzte er sich zu ihr aufs Sofa. „Tja... Bevor du weiterquengelst...", grinste er, „Frohe Weihnachten." Dann überreichte er ihr das Geschenk und küsste sie kurz sanft. „Vielen Dank." Sie reichte ihm eines der beiden Päckchen, die auf ihrem Schoss lagen. „Dir auch frohe Weihnachten." Dann machte sie sich daran, ihr Geschenk auszupacken, sehr gespannt was in diesem ungewöhnlichen Paket sein könnte. Auch Severus bedankte sich für sein Geschenk und die guten Wünsche und machte sich ans Auspacken. Er war gespannt, was Amanda sich dieses Jahr Schönes ausgedacht hatte.

Als das Geschenkpapier verschwunden war, hielt Amanda eine schön gestaltete Mappe in der Hand. Etwas verwundert schlug sie sie auf und fand zunächst eine Patenturkunde, welche auf ihren Namen ausgestellt war, und auf den folgenden Seiten das Rezept für Snapes Rheumagel.

Strahlend und überrascht sah sie Severus an. „Vielen Dank!" Dann wurde sie wieder ernst. „Aber das kannst du mir doch nicht einfach so geben." „Wieso nicht? Es ist meine Entwicklung und ich kann sie weiterreichen, an wen ich will", entgegnete er ruhig. „Das ist so viel..." Amanda sah ihn etwas betreten an. „Da wirkt mein Geschenk ja ganz winzig gegen", sagte sie dann noch. „Mach dir darüber keine Sorgen", küsste er sie kurz und strich ihr über die Wange. „Ich habe mich bisher über jedes deiner Geschenke sehr gefreut." Dann packte er seins vollends aus. „Ich hoffe es", sagte sie ruhig und sah ihm beim Auspacken zu, in der Hoffnung ihm würde es auch diesmal gefallen, was er bekam, auch wenn es erst das erste von zwei Geschenken war. Severus nahm das zum Vorschein gekommene Buch in die Hand und sah es sich genauer an. „Hört sich interessant an. Danke", lächelte er und küsste sie dann kurz. „Bitte, aber das Wichtige kommt erst noch..." Sie lächelte und reichte ihm das zweite Päckchen. „Noch etwas", grinste er fragend und war gespannt, was sie ihm noch schenken wollte. Als er das Päckchen entgegen genommen hatte, packte er es aus und das was zum Vorschein kam, begeisterte ihn noch deutlich mehr als das Buch. Vorsichtig nahm er das Messer aus seiner Box, um es genauer zu betrachten. „Das ist allerdings wirklich ein tolles Geschenk", freute er sich und sah sie an. Schon allein das Messer selbst war mit das Beste, was man zur Verarbeitung von Trankzutaten bekommen konnte, doch der dunkle Holzgriff, der unter anderem mit seinen Initialen verziert war, war noch ein zusätzliches Highlight. „Schön, wenn es dir gefällt. Ich dachte mir, du kannst es vielleicht ganz gut gebrauchen." Sie lächelte Severus an, denn es freute sie zu sehen, dass sie offensichtlich die richtige Wahl getroffen hatte. „Ganz sicher kann ich es gebrauchen", grinste er. Dann legte er das Messer wieder zurück in den Karton, stellte ihn beiseite und gab Amanda einen Kuss.

„Vielen Dank für dein tolles Geschenk." „Bitte", lächelte er. „Das kann die Apotheke mit Sicherheit nicht so schnell anbieten." „Nein, wohl kaum und wenn doch, kann ich sie jetzt ja verklagen." „Ja, das stimmt." Amanda grinste. „Wann musst du denn zum Mittagessen?" Severus sah kurz auf die Uhr. „In etwa einer Stunde." „Oh, so bald schon... Dann muss ich ja früher bei meiner Mutter auftauchen, als ich befürchtet habe." „Du kannst ruhig noch etwas hier bleiben, wenn du willst. Es zwingt dich keiner, so früh zu deiner Mutter zu gehen", grinste er. „Nein, ich kann ja nicht hier herumsitzen während du oben isst und kaum bist du wieder da, muss ich doch weg. Das werde ich heute, so wie jedes Jahr, über mich ergehen lassen müssen." Dann fiel Amandas Blick auf ihr Geschenk. „Du musst mir dann aber noch einmal zeigen wie es geht, ja?!" „Wenn du willst, dann zeige ich es dir noch einmal." Sie legte ihre Arme um ihn. „Das wäre gut, dann mache ich auch nichts falsch."

Severus zog Amanda etwas in seine Arme und küsste sie auf die Schläfe. Eigentlich hatte er gar keine Lust, nachher zum Festessen in die Große Halle zu gehen. „Du musst dann vorher einfach noch bei dir daheim vorbei, um deiner Mutter etwas länger zu entgehen", schlug Severus vor. „Stimmt, muss ja noch die Geschenke holen und das kann ja etwas dauern... Kommst du denn dann morgen zu mir?" „Siehst du", grinste er. „Ja, ich komme dann morgen bei dir vorbei. Du musst mir nur sagen, wann." „Wann du möchtest. Zum Mittagessen, oder willst du hier essen?" „Von wollen kann kaum die Rede sein...", antwortete Severus, denn wenn er es sich raussuchen könnte, würde er immer nur mit Amanda essen, doch das konnte er leider nicht. „Ich denke, ich werde aber zum Essen kommen, ja. Man wird mich morgen wohl kaum vermissen..." „Schön, aber nicht, dass Dumbledore sich irgendwann bei mir beschwert." Amanda lächelte und küsste Severus kurz. „Das glaube ich kaum. So wenig wie wir uns sehen", sagte er leise und hielt sie im Arm. „Heute also noch eine Stunde Zeit", sagte sie dann noch leise, denn sie trennte sich nur ungern von ihm, vor allem nicht, um nur ihre Mutter zu besuchen. „Mhm", brummte er dann. „Noch eine Stunde." Auch Severus wollte Amanda eigentlich nicht gehen lassen, vor allem weil er wusste, wie ungern sie bei ihrer Mutter war. Trotz des Unwillens auf beiden Seiten, trennten sie sich schließlich doch und Amanda verbrachte den restlichen Tag mit David bei ihrer Mutter und Severus ging seinen Verpflichtungen in Hogwarts nach.