Kapitel 9

~ Weihnachen mit der Familie ~

Gegen Mittag des nächsten Tages, kam Severus zu Amanda, sie aßen zusammen und verbrachten gemeinsam den Nachmittag des zweiten Weihnachtstages. Gegen halb sechs stand Amanda vor ihrem Kleiderschrank und sah sich nach einer passenden Robe um. „Hast du Wünsche", wollte sie von Severus wissen, der sich gerade ebenfalls etwas anderes anzog. „Du gefällst mir in allem gut. Ich überlasse es also dir", entgegnete er, der sich selbst eine seiner besseren schwarzen Roben anzog. „Sehr hilfreich", grinste Amanda und entschied sich dann für eine dunkelblaue, etwas schickere Robe. Severus grinste zurück. „Siehst du, dieses Problem habe ich nicht. Ich hätte höchstens noch die Wahl zwischen Schwarz und dunkelgrün", lachte er. „In Rot oder ähnlichem würdest du auch komisch aussehen." Amanda lächelte ebenfalls und setzte sich an den Schreibtisch, um das Geschenk für ihren Vater einzupacken. „Ja, solche Farben überlasse ich anderen." „Das ist nicht die dümmste Entscheidung."

Einige Momente später hatte Amanda die beiden Geschenke verpackt und in eine weihnachtliche Tüte gelegt. Dann sah sie auf die Uhr. „Hast du Lust, vorher noch spazieren zu gehen? Wo es selbst hier einmal geschneit hat, muss man das ja ausnutzen und wir haben noch zwanzig Minuten Zeit." „Ja, wieso nicht? Bevor wir nachher wieder die ganze Zeit im Warmen sitzen." „Schön. Dann lass uns gehen." Daraufhin zogen sie sich beide ihre dicken Winterumhänge an und nachdem sie die verbleibende Zeit mit einem schönen Winterspaziergang verbracht hatten, standen sie vor Carl Browns Tür. Dieser öffnete kurz nach ihrem Klingeln auch lächelnd und bat seine Tochter und ihre Begleitung in seine Wohnung. „Frohe Weihnachten!" Er umarmte Amanda, als sie ihm Flur waren und reichte Severus die Hand. „Ihr seid ja wirklich auf die Minute pünktlich." Amanda lächelte, während sie ihren Umhang auszog. „Das heißt also, dass David noch nicht da ist?!" Mr. Brown schüttelte den Kopf. „Nein, noch nicht." Severus reichte Mr. Brown die Hand und wünschte ihm frohe Weihnachten, dann zog auch er seinen Umhang aus. Dass Amandas Bruder noch nicht erschienen war, wunderte ihn überhaupt nicht. „Na der wird schon noch kommen, Pünktlichkeit gehört ja nicht so zu seinen Stärken", meinte Amanda und hängte ihren Schal auf. Ihr Vater schüttelte den Kopf. „Nicht wirklich, kommt doch rein. Möchten sie etwas trinken Professor Snape?" „Gerne", antwortete dieser. „Wein oder etwas anderes? Amanda?" „Ich hätte gern erstmal einen Tee, Wein dann später, aber ich kann ihn mir auch selber machen", antwortete sie auf die Frage ihres Vaters, welcher daraufhin nur den Kopf schüttelte. „Nein, du bist hier Gast, also mache ich das auch." Dann sah er Snape an. „Ich schließe mich Amanda an", sagte dieser ruhig. Mr. Brown nickte. „Gut, geht doch schon mal ins Wohnzimmer und setzt euch. Dann mache ich eben den Tee."

Amanda führte Severus daraufhin ins weihnachtlich geschmückte Wohnzimmer und setzte sich mit ihm auf das Sofa am Kamin neben den Tannenbaum. Dann sah sie sich die Geschenke an, welche unter dem Baum lagen und grinste Severus daraufhin an. „Du bekommst auch etwas." „Was?" Er warf auf ihre Worte hin auch einen Blick unter den Baum, denn das verwunderte ihn nun doch ein wenig. „Hm... Offensichtlich hast du Recht." „Keine Angst, Sandra bekommt auch etwas, aber freu dich doch. Ist doch sehr nett." Sie lächelte und küsste Severus kurz. „Natürlich ist es das", lächelte er. „Mich wundert es nur ein wenig. Oder sagen wir eher, es überrascht mich." „So soll es ja bei Geschenken auch sein."

Bevor Amanda weiter sprechen konnte, klingelte es erneut. „Oh, ich geh mal besser aufmachen..." So stand sie auf und öffnete ihrem Bruder und seiner Freundin die Tür. Nachdem beide ihre Umhänge abgelegt hatten und auch geklärt war, dass sie ebenfalls zunächst Tee trinken wollten, gingen sie zu dritt ins Wohnzimmer. David begrüßte Snape kühl, aber bemüht höflich, während Sandra ihrem ehemaligen Lehrer freundlich einen guten Abend wünschte, bevor sie sich neben David niederließ. Auch Severus begrüßte beide höflich und ruhig, als sie eintraten. Er hoffte, dass sich David wenigstens diesen Abend benehmen konnte und nicht die ganze Stimmung verdarb.

Einen kurzen Moment später betrat dann Carl Brown wieder den Raum und nachdem alle Tassen und Tee hatten und David bereits begonnen hatte, sich über die Plätzchen herzumachen, ergriff er das Wort: „Also meinetwegen können wir auch gerne schon mit dem Geschenke auspacken anfangen." Amanda grinste daraufhin. „Am besten David fängt an, der ist sicherlich am meisten aufgeregt." „Vermutlich", merkte ihr Vater nur an. Daraufhin ließ David sich nicht zweimal bitten und nahm eines seiner Geschenke, um es auszupacken. Natürlich als erstes das größte von allen. Snape verkniff sich ein wenig das Grinsen, als er sah, wie begierig David auf die Geschenke war. Dann neigte er sich ein wenig zu Amanda und sagte leise: „In gewisser Weise merkt man schon, dass ihr Geschwister seid..." „Bei ein oder zwei Dingen vielleicht", meinte Amanda und sah David dann zu, wie er ein Spiel aus dem Geschenkpapier zog und einen noch etwas skeptischen Gesichtsausdruck machte. „Es ist eine Art Wissensspiel, David", erklärte sein Vater. „Es soll wirklich gut sein, habe ich gehört." David nickte und bedankte sich dann, bevor er sich das nächste Geschenk nahm. „Du kannst aber auch ruhig schon etwas auspacken, Amanda", merkte Mr. Brown an, woraufhin diese kurz Severus angrinste und sich dann eins ihrer kleineren Geschenke nahm, welches sich gleich wie ein Buch anfühlte und sich schließlich auch als solches herausstellte. Severus grinste und schüttelte ein wenig den Kopf, als Amanda sich auch über ihre Geschenke hermachte. In diesem Punkt merkte man wirklich, dass sie und David Geschwister waren. Freudig bedankte sich Amanda ebenfalls bei ihrem Vater, und bevor sie sich das seltsam geformte Geschenk mit ihrem Namen drauf nahm, reichte sie Severus seins. „Damit du nicht so unbeteiligt zusehen musst", meinte sie lächelnd. „Danke. Aber eigentlich wäre das wohl Aufgabe deines Vaters, die Geschenke zu verteilen", sagte er dann. „Ach nein, der sieht das nicht so eng. Was unterm Tannenbaum liegt, darf auch an denjenigen verteilt werden, dessen Namen drauf steht." Mr. Brown lachte daraufhin und sah Snape an. „Da hat Amanda Recht, sie dürfen es also gerne auspacken." „Dann bedanke ich mich", entgegnete Snape Carl Brown und packte sein Geschenk aus. Es kam ein Buch zum Vorschein, mit welchem er schon geliebäugelt hatte. „Oh... Genau das richtige", grinste er ein wenig und sah es sich dann genauer an.

Amanda schmunzelte etwas vor sich hin, während sich das Geschenk, welches sie gerade ausgepackt hatte, als ziemlich kunstvolle Glasschale herausstellte. Natürlich hatte sie mit ihrem Vater darüber gesprochen, was er Severus schenken könnte, aber das musste dieser ja nicht wissen. David hatte in der Zwischenzeit Sandra auch ihr Geschenk gereicht. Allerdings pausierte sie kurz mit dem Auspacken, während sie Snape bei Selbigem zu sah und war über seine so positive Reaktion dann doch überrascht. An einen grinsenden Snape musste sie sich einfach noch gewöhnen. Carl Brown sah derweil auch beim Auspacken der Geschenke zu und freute sich, dass er bei allen den richtigen Geschmack getroffen hatte. Bei David war dieser nicht allzu schwer zu treffen, aber was seine Tochter betraf, war das schon immer etwas schwieriger gewesen, aber bisher schien er nichts Falsches gekauft zu haben. In der Tat freute sich Amanda sehr und als sie schließlich in ihrem letzten Geschenk ein Buch entdeckte, um das sie schon länger herumgelaufen war, bedankte sie sich noch etwas überschwänglicher bei ihrem Vater. Danach war es nur noch David, der mit dem Auspacken beschäftigt war. Severus legte sein Buch schließlich zur Seite, nachdem er etwas darin geblättert hatte und trank einen Schluck Tee. Einige Momente später war David auch endlich fertig und Amanda reichte ihrem Vater ihre beiden Geschenke, wobei sie betonte, dass sie von ihr und Severus zusammen waren. Nachdem Carl Brown die beiden Päckchen ausgepackt hatte, bedankte er sich herzlich bei Amanda und Severus für das Buch und die Flaschen guten Whiskey. Anschließend widmete er sich noch Davids Geschenk.

Einige Minuten später entschuldigte er sich dann in die Küche, da er sich noch um das Abendessen kümmern musste. Daraufhin versuchte Amanda herauszufinden, was ihr Bruder genau geschenkt bekommen hatte, doch der war so sehr damit beschäftigt, die Sachen Sandra zu zeigen, dass Amanda nur das große Spiel erbeute konnte und es schließlich öffnete um herauszufinden, wie die Spielregeln waren. Nachdem sie sich einen groben Überblick verschafft hatte, sah sie sich die Fragenkarten an und stellte fest, dass sie sehr unterschiedlich schwer waren. „Also an manchen Fragen wird David aber kläglich scheitern", meinte sie leise zu Severus und zeigte ihm eine besonders schwierige. „Hm", brummte dieser, als er sie las. „Dann hat es vielleicht noch einen Lerneffekt. Ich glaube nämlich auch nicht, dass er diese Frage beantworten könnte." „Ja, vielleicht..." Amanda fand als nächstes einige Sportfragen. „Hm, an diesen Quidditchfragen würde ich wiederum scheitern. Grundsätzlich hört es sich aber ganz lustig an." Er grinste. „Da brauchst du mich auch nicht zu fragen. Das ist überhaupt nicht mein Fachgebiet." „Aber Davids vermutlich. Vielleicht sollten wir das nachher einfach mal testen." Sie sah Severus an. „Was meinst du?" „Können wir tun", lächelte er ein wenig. „Ich habe nichts dagegen." „Ich werde das nachher mal vorschlagen." Dann lehnte Amanda sich etwas näher zu ihm. „Guck mal die beiden sind aber niedlich zusammen", meinte sie und sah zu David und Sandra hinüber, die gerade die Köpfe zusammengesteckt hatten und sich eines von Davids Geschenken genauer ansahen. Severus sah kurz zu den beiden hinüber und grinste dann Amanda ein wenig an. „Findest du?" „Ja", flüsterte sie. „So jung und unschuldig, keine Sorgen und total ineinander verschossen." Ihre Aussage wurde gerade auch noch durch ein gemeinschaftliches Kichern von David und Sandra unterstützt. „Hm", brummte Snape und fuhr leise fort: „Es gibt eindeutig Dinge hier im Raum, die ich niedlicher finde." Er musste daraufhin ein wenig grinsen. Etwas skeptisch sah Amanda Severus an. „Ich hoffe du meinst nicht mich." Er lachte ein wenig. „Wieso nicht?" „Ich bin schon ein wenig alt, um noch niedlich zu sein, findest du nicht?" „Was möchtest du dann sein, wenn nicht niedlich? Alt", grinste Severus fragend und scherzend. „Wenn ich alt bin, bist du ja schon ein Greis", meinte Amanda und sah ihn an. „Vielleicht eher süß als niedlich." „Oh... Männer werden mit dem Alter nur interessanter... Frauen dagegen hässlich", konterte Snape, doch ernst meinte er das natürlich eher weniger. „Dann von mir aus... süß... Wenn du das bevorzugst." „Hässlich??? Na dann such dir besser schon mal eine jüngere Frau, hast ja genug Auswahl in Hogwarts", entgegnete sie gespielt eingeschnappt. „Die sind alle minderjährig. Außerdem...", raunte er dann leise etwas an ihr Ohr und hauchte ihr einen kleinen Kuss auf den Hals. „Außerdem ist es mir wichtiger, die Frau hat etwas im Köpfchen, als nur ein schönes Gesicht. Warum sollte ich dann umsatteln, wenn ich bei dir beides haben kann..." Amanda grinste und küsste ihn kurz. „Na dann hab ich ja gerade noch einmal Glück gehabt."

David hatte aus dem Augenwinkel durchaus gesehen, was gerade bei Snape und Amanda passierte, aber er beschloss es besser soweit es ging zu ignorieren und sich lieber mit seiner Freundin zu beschäftigen. „Wenn du es so nennen willst", grinste Severus ein wenig. „Wie sollte ich es denn stattdessen nennen", wollte Amanda wissen. In der Zwischenzeit war Carl Brown mit dem Kochen fertig geworden und trug nun gerade die erste Schüssel ins Wohnzimmer, um sie auf den gedeckten Tisch zu stellen. „Wir können dann gleich essen", sagte er, während er zurück in die Küche ging. David und Sandra erhoben sich daraufhin und gingen hinüber zum Esstisch. „Ich weiß es nicht... Es ist schön, wenn du es als Glück betrachtest", küsste er sie noch einmal kurz, dann stand er auf. „Natürlich", sagte Amanda, bevor sie sich ebenfalls an den Tisch setzte.

So saßen alle fünf kurze Zeit später beim Essen und genossen die leckeren Speisen. „Wollen wir vielleicht gleich Davids neues Spiel ausprobieren", schlug Amanda vor, als sie mit dem Nachtisch fertig war. Ihr Vater war auch schon fertig mit dem Essen und sah sie an. „Ja, ich finde das ist eine sehr gute Idee, wenn die anderen auch Lust dazu haben." David sah noch nicht ganz begeistert aus. „Dann verlieren wir doch sowieso!" Amanda runzelte daraufhin die Stirn. „Wir würden natürlich in gemischten Mannschaften spielen, sonst ist es ja unfair." „Also ich finde, es ist eine gute Idee", sagte Sandra dann etwas schüchtern und sah in die Runde. „Tja David, da bist du wohl überstimmt", meinte Amanda. „Wieso? Snape hat auch noch nichts gesagt..." „Für sie immer noch Professor Snape, oder allenfalls Mr. Snape, Mr. Brown..." ,entgegnete dieser. „Und ich habe nichts dagegen, das Spiel zu spielen. Allerdings sind wir fünf Leute und daraus lassen sich schlecht 2 Gruppen bilden", gab er dann noch zu bedenken. „Na ja wir brauchen ja auch jemanden, der die Fragen stellt, so wie ich die Regeln verstanden habe", warf Amanda ein. „Das kann dann doch Professor Snape machen, der hat da ja Übung." Dieser grinste daraufhin ein wenig süffisant. „Vermissen sie meinen Unterricht so sehr, dass ich ihnen jetzt auch noch Fragen stellen soll, Mr. Brown?" Dann trank er einen Schluck, bevor er fortfuhr. „Sofern sich niemand anderes bereiterklärt den Spielleiter zu machen, werde ich es tun. Andernfalls... bilde ich einfach eine Gruppe mit ihrer Freundin, Mr. Brown. Dann kann sich ihre Schwester mit ihnen herumärgern." Daraufhin grinste er Amanda ein wenig schadenfroh an, meinte es allerdings nicht böse.

„Ich werde die Aufgabe des Spielleiters übernehmen, dann könnt ihr alle spielen", schlug Carl Brown vor und sah dann seine beiden Kinder an. „Ich finde das ist gut und die Gruppenaufteilung gefällt mir auch. Na ja, auch wenn Severus und Sandra dann sicherlich gewinnen werden", warf Amanda ein. David hingegen gefiel diese Aufteilung gar nicht sonderlich. „Eigentlich würde ich lieber mit Sandra spielen", sagte er dann und ignorierte Snapes Worte einfach. „Ich glaube nicht, dass es dann sehr fair wäre", merkte sein Vater an. „Hm, okay. Dann spiel ich mit Amanda", meinte David dann wenig begeistert. „Sie wissen auch nicht was sie wollen, Brown", kommentierte Snape Davids Worte. „Vorhin haben sie sich noch lauthals beschwert, dass sie verlieren würden, gegen ihre Schwester und mich. Andererseits... Jetzt werden sie einfach gegen mich und ihre Freundin verlieren", grinste er ein wenig. Amanda lachte. „Hey Moment mal! Ich bin auch noch da!" „Du zählst offensichtlich nicht", warf David ein. Mit einem Wink seines Zauberstabs zauberte Mr. Brown das Geschirr zurück in die Küche. „Ich hole schon einmal das Spiel, während ihr euch einigt", sagte er, stand dann auf und ging hinüber zum Tannenbaum. „Das weiß ich", grinste Severus Amanda an und lachte dann ein wenig, nachdem er weiter gesprochen hatte. „Aber ich bin trotzdem siegessicher." Von der Seite sah sie Severus an. „Ach? Ist das so? Dann setz dich besser mal zu Sandra, sonst wird das nichts mit dem gewinnen." David gab Sandra noch einen kurzen schüchternen Kuss auf die Wange und stand dann auf, um mit Snape Plätze zu tauschen. Carl kam zurück an den Tisch und machte sich daran, das Spiel aufzubauen. „Ja, allerdings. Trotzdem viel Glück", sagte Severus noch, bevor er aufstand und sich neben Sandra setzte.