Kapitel 13
~ Zukunftsplanung ~
Mittlerweile war es Anfang August und in Hogwarts waren Ferien. So konnte Severus auch wieder mehr Zeit mit Amanda verbringen, was ihn durchaus sehr freute. Allerdings wurde diese Freude an diesem Tag ein wenig getrübt, als er die Post öffnete und Dumbledore ihm mitteilte, wer nach dem Ausscheiden von Quirinus Quirell der neue Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste werden würde – Gilderoy Lockhart.
Es war noch recht früh, als Amanda an diesem Tag nach Hause kam. Das Wetter war im Gegensatz zu den vergangenen Wochen sehr schön und so fand sie Severus auf dem Balkon sitzend. „Hallo", begrüßte sie ihn und gab ihm einen kurzen Kuss. „Hattest du einen schönen Tag?" „Hallo", antwortete er und drehte sich etwas zu ihr um. „Wie man's nimmt. Meine Post war heute nicht allzu erfreulich. Deine liegt übrigens auf dem Wohnzimmertisch. Seit wann hast du Kontakt zu einem Makler?" Er klappte sein Buch zu und legte es neben sich auf den Tisch. „Oh... wohl seit heute. Gut..." Sie lächelte ihn kurz an und ging dann ins Wohnzimmer, um ihre Briefe zu holen. „Was hast du denn unerfreuliches erfahren", wollte Amanda wissen, als sie sich schließlich neben ihn setzte und den dicken Umschlag mit der Adresse des Maklers öffnete. „Gilderoy Lockhart wird Lehrer für Verteidigung", antwortete Snape wenig begeistert, als Amanda wieder auf dem Balkon war. „Wieso ein Makler", fragte er dann interessiert nach. Amanda ließ den Brief auf ihren Schoß sinken und sah Severus ungläubig an. „Bitte was? Das ist doch nicht Dumbledores Ernst!" „Offenbar schon." „Hm, na die Mädchen werden sich vermutlich freuen und Flourish & Blotts auch, da die Schüler sicherlich alle wenigstens die Hälfte seiner Bücher kaufen müssen." „Ich darf gar nicht dran denken...", rollte Snape mit den Augen. „Diesen unausstehlichen Schnösel ein Jahr lang ertragen..." Amanda musste lachen. „Na das wird ja ein Spaß! Ich ahne es schon, aber wenn du Glück hast, ist es wirklich nur ein Jahr." „Ich hoffe es. Also... was ist jetzt mit dem Makler? Oder ist es ein Geheimnis", griff er seine Frage von vorhin noch einmal auf, denn es interessierte ihn schon, was Amanda mit einem Makler zu schaffen hatte.
„Ach so, nein. Eigentlich ist es kein Geheimnis. Ich wollte nur nicht zu viel Aufregung machen, wo noch gar nichts ist. Mir wird die Wohnung irgendwie zu klein und da dachte ich, da Felonwood ja so gut läuft, ich könnte mir mal ein paar Häuser ansehen." Sie lächelte kurz und sah Severus etwas unsicher an, denn für sie selbst war es schon ein ziemlich großer Schritt, sich mit so etwas zu beschäftigen und ganz sicher war sie auch noch nicht. „Du willst ein Haus kaufen?" Ein wenig war Severus schon überrascht, doch etwas dagegen sprach natürlich nicht. Immerhin war eine eigene Immobilie die beste Altersvorsorge, die man haben konnte. „Ob kaufen weiß ich noch nicht genau, aber so in etwa schon, ja." „Aha... Und?" Nun wollte Snape schon noch Näheres erfahren, was sich Amanda genau vorgestellt hatte. „Hier in London?" Amanda lachte daraufhin. „Severus, also ich habe nirgendwo gewonnen, dass ich mir ein Haus hier leisten könnte. Aber ich würde auch keins wollen. Etwas abgelegen und ruhig, mit nicht so vielen Nachbarn und ohne große Stadt. Die habe ich ja so schon den ganzen Tag bei der Arbeit." Während sie sprach, zog sie endgültig den Inhalt aus dem Umschlag und überflog dann das Anschreiben. „Man weiß nie", kommentierte er ihre Worte mit einem leichten Grinsen und ließ sie dann lesen. „Schön wäre es", murmelte Amanda und besah währenddessen kurz die Seiten der sechs angebotenen Häuser. „Was würde dir denn gefallen", wollte sie wissen, bevor sie sich dem ersten Angebot näher widmete. „Zeig her, dann kann ich's dir vielleicht sagen."
Amanda reichte ihm vier der sechs Seiten. Selbst legte sie die erste zurück auf den Tisch, da dieses Haus sicherlich nicht in Frage kommen würde und nahm sich dann die übrig gebliebene. Severus sah sich die Angebote an, als Amanda ihm die Blätter reichte. „Sieht alles ganz nett aus", sagte er nach einer kurzen Weile. „Man müsste sich das vor Ort einmal ansehen." „Ja, müsste man. Soll ich mir mal ein paar raussuchen und wir machen dann einen Termin zum Ansehen? Oder möchtest du nicht mit?" „Wenn du willst dass ich mitgehe, dann begleite ich dich." „Ich würde es schön finden, aber du musst natürlich nicht und wenn es dich nicht interessiert schon gar nicht", sagte Amanda. Das war nicht als Unterstellung gedacht, sie wollte Severus nur nichts aufdrängen. „Was hältst du von der Idee?" „Von welcher Idee? Mitzukommen? Ich habe doch gesagt, ich begleite dich, wenn du willst", entgegnete er ruhig. „Von der ganzen Haus-Idee überhaupt." „Ich denke, es ist auf jeden Fall eine Überlegung wert, wenn du in dieser Wohnung nicht mehr bleiben willst." „Auf Dauer nicht. Ich wohne ja schon ganz schön lange hier und langsam wird es Zeit für etwas Neues." „Nun, dann ist Eigentum sicher kein Fehler. Sei es jetzt eine Wohnung oder ein ganzes Haus." „Ich denke auch nicht", meinte Amanda und widmete sich dann den Angeboten des Maklers etwas genauer, um sich die Häuser herauszusuchen, welche sie sich ansehen wollte.
Einige Tage später führte die Mitarbeiterin des Maklers Amanda und Severus nun schon durch die zweite Küche an diesem Tag und die vierte insgesamt. Bisher hatte Amanda noch nichts wirklich überzeugt, aber bei diesem Haus könnte das anders werden, dachte sie, während sie kurz aus dem Küchenfenster in den Garten sah. Das Wohnzimmer, in das sie als nächstes geführt wurden, war groß genug, auch einem Esstisch Platz zu bieten, aber dennoch recht gemütlich, auch wenn sie die Farbe der Wände furchtbar fand. Aber solche Kleinigkeiten ließen sich schließlich ändern. Im oberen Stockwerk schließlich sahen sie sich zunächst das größte Zimmer an, welches Amanda sich sehr gut als Schlafzimmer vorstellen konnte, da es nach Westen lag und einen sehr schönen Ausblick auf die das Haus umgebenden Felder und Wälder besaß. Die beiden angrenzenden Zimmer waren etwas kleiner, aber doch nicht zu klein. „Die beiden kleineren Zimmer könnte man natürlich gut als Kinderzimmer verwenden", merkte die Maklerin an, während sie sich das dritte Zimmer ansahen und Amanda hörte diesen Satz nicht zum ersten Mal, während ihren Besichtigungen.
„Das Bad ist auf dem Flur gegenüber, aber ich schlage vor, ich lassen sie einen Moment alleine und warte unten, damit sie sich alles in Ruhe ansehen können." Amanda stimmte diesem Vorschlag dankend zu und als sie alleine waren, seufzte sie leise und ging zu einem der Fenster, um hinauszusehen. „Was ist", fragte Severus leise, als er sie seufzen hörte und trat neben sie. „Überzeugt es dich nicht?" „Doch, schon mehr als die anderen. Es sind nur so viele Eindrücke auf einmal", sagte sie leise und sah ihn an. „Eigentlich gefällt es mir recht gut. Was hältst du davon?" „Ich finde es auch schön. Besser als die anderen. Aber es soll ja vor allem dir gefallen", lächelte er ein wenig. „Dir aber auch. Du sollst dich ja schließlich auch oft dort aufhalten." Amanda ging ein paar Schritte im Zimmer umher, bevor sie auf den Flur trat und ins Badezimmer auf der anderen Seite ging. „Das ist in jedem Fall auch schon einmal sehr schön", kommentierte sie den großen und hellen Raum. „Ich habe ja gesagt, ich finde es schön", entgegnete er und folgte ihr dann, während er sich selbst auch weiter umsah.
Sie lächelte ihn an und setzte sich auf den Rand der Badewanne, um die Umgebung etwas auf sich wirken zu lassen. „Es wäre auch nicht so viel zu machen wie bei den anderen und die Umgebung ist schöner, gerade mit dem kleinen Wald hinterm Haus." „Ja. Es ließe sich sicherlich sehr gemütlich herrichten." „Kann ich mir auch vorstellen. Ich sehe mir noch mal kurz das größere Zimmer an", meinte Amanda, stand auf und ging über den Flur zurück in das größte Zimmer in dieser Etage. Es war wirklich sehr schön und wenn sie das alles mit den anderen Zimmern kombinierte, konnte sie sich wirklich langsam vorstellen, hier zu wohnen. „Ich gehe schon mal runter. Ich möchte mir das Haus von außen noch etwas genauer ansehen", entgegnete Snape daraufhin und machte sich dann auf den Weg die Treppen hinunter.
Wenige Minuten später folgte sie ihm in den Garten und holte ihn kurz darauf ein. „Eigentlich freu ich mich neben dem Platz am meisten auf den Garten", meinte sie und lächelte Severus an. „Das glaube ich dir aufs Wort. Einer der Vorteile, die das Landleben hat." „Welche wären denn da noch?" „Die Ruhe..." „Das stimmt." Sie lächelte und gab ihm einen Kuss. „Willst du noch etwas ansehen? Einen Keller zum Kessel sprengen gibt es leider nicht, da musst du mit den Kerkern in Hogwarts Vorlieb nehmen", fügte sie noch grinsend hinzu. „Ich habe nicht vor, hier Kessel zu sprengen", entgegnete er. „Und nein, ich habe alles gesehen was ich wollte." „Gut, dann lass uns gehen." Sie verabschiedeten sich von der Maklerin und Amanda machte mit ihr aus, sich zu melden, sobald sie sich entschieden hätte. So gingen sie und Severus nach Hause um die vielen Eindrücke ein wenig sacken zu lassen.
Es dauerte einige Zeit, bis sich Amanda zu einer Entscheidung durchgerungen hatte, aber nun, wo sie den Mietvertrag unterschrieben hatte, fühlte sie sich sehr gut und freute sich schon auf das neue Haus. Es war schließlich das letzte geworden, da es sowohl ihr als auch Severus am Besten gefallen hatte.
Während sie durch die Winkelgasse zurück zu Felonwood lief, grübelte Amanda schon darüber nach, was sie alles am Haus ändern müsste und wie sie ihren Umzug am besten organisieren würde. Da sie so in Gedanken war, hätte sie Emily Primes, eine alte Schulkameradin, die gerade vor ihr ging, beinahe nicht gesehen. Mit einigen schnelleren Schritten holte sie die junge Frau vor sich jedoch noch ein und sprach sie an: „Emily?" Auf diese Worte hin drehte sich die angesprochene Frau herum und als sie Amanda erkannte, lächelte sie und begrüßte sie ebenfalls: „Amanda! Das ist ja schön, dich mal wieder zu sehen. Ich bin schon so oft an deinem Geschäft vorbeigelaufen, aber entweder hatte ich keine Zeit, oder du warst nicht da." Amanda lächelte. „Das kann ja beinahe nicht sein, dass ich mal nicht da war. Schön, dass wir uns dann jetzt getroffen haben. Wie geht es dir?" Ihr wurde erst jetzt bewusst, dass Emily ganz offensichtlich schwanger war, denn sie trug schon einen recht runden Bauch mit sich herum. „Oh ganz gut, aber ich bin froh wenn das hier", sie streichelte über ihren Bauch, „in sechs Wochen vorbei ist. Langsam fühl ich mich wie eine Tonne und dass es so warm ist, macht es nicht besser." Erneut lächelte Amanda. „Bist du schon aufgeregt? Es ist doch dein erstes Kind, oder?" Emily schüttelte den Kopf und grinste kurz. „Nein, das zweite. Der andere kleine Knirps ist jetzt eineinhalb und gerade mit seinem Papa bei Gringotts. Aufgeregt also nicht wirklich, nur gespannt ob, es nun ein Mädchen wird, oder nicht." „Wow, schon das Zweite. Bei mir ist ja noch nicht mal eins in Planung", lachte Amanda. „Auf jeden Fall Herzlichen Glückwunsch." „Vielen Dank, und wieso nicht in Planung? Ich dachte, du hast einen Mann." „Ja, das schon, aber wir haben darüber noch so gar nicht gesprochen."
Emily sah sie überrascht an. „Amanda, du bist achtundzwanzig, da wird es langsam mal Zeit." „Ach was, jetzt übertreibst du aber. Ich fall ja nicht übermorgen tot um." Sie grinste kurz, doch Emily sah sie weiter ernst an. „Das vielleicht nicht, aber was machst du denn, wenn dein Herr dir erzählt, dass er gar keine Kinder möchte und du aber auf jeden Fall? Dann wird es langsam doch Zeit, über Konsequenzen nachzudenken."
Der fröhliche Ausdruck verschwand etwas aus Amandas Gesicht. Wäre das wirklich ein Grund, sich von Severus zu trennen? Sie war sich nicht sicher und schüttelte dennoch den Kopf. „Nein, ich denke nicht." „Wenn ich du wäre, würde ich auf jeden Fall gut darüber nachdenken. Wenn dir mit vierzig einfällt, dass du gerne Kinder hättest und er nicht, dann ist es zu spät." „Hm, ja vielleicht", erwiderte Amanda darauf lediglich. „Ich glaub, deine Familie ist im Anmarsch", sagte sie dann lächelnd, als sie Emilys Mann und ein kleines Kind auf sie zulaufen sah. „Tatsächlich", sagte Emily lächelnd und nachdem Amanda sich noch kurz mit ihrem Mann unterhalten und den kleinen Jungen kennen gelernt hatte, verabschiedeten sie sich voneinander und Amanda ging sehr nachdenklich zurück zu Felonwood.
Als sie am Abend nach Hause kam, beschäftigte sie die Begegnung noch immer sehr und so war sie froh, dass Severus gerade kochte und sie noch einige Minuten alleine duschen und ihren Gedanken nachhängen konnte. Kurz nachdem das Essen fertig war, war auch Amanda wieder angezogen und setzte sich zu Severus an den gedeckten Tisch auf dem Balkon. Dann bedankte sie sich fürs Kochen und wünschte ihm einen guten Appetit, bevor sie mit dem Essen begann.
Severus war schon bei Amandas Ankunft aufgefallen, dass heute irgendetwas anders war, als es hätte sein sollen. Hatte sie nicht heute den Mietvertrag unterzeichnet und müsste sich darüber freuen? Oder war sie nun doch unsicher, ob es das Richtige war, gleich ein ganzes Haus zu mieten? Ab und an über Belangloses redend, aber weitestgehend schweigend aß er anschließend das Essen, als Amanda wieder vom Duschen zurückgekehrt war. Er wollte sie erst später fragen, was ihr durch den Kopf ging, denn vielleicht war es nicht gerade das passende Thema, um beim Abendessen darüber zu reden.
Als die Teller leer waren und sie Severus mit einem Wink des Zauberstabs in die Küche zurückgezaubert hatte, trank er noch einmal einen Schluck und sah sie dann an. „Bist du nicht mehr sicher, ob es das Richtige war, das Haus zu mieten? Du wirkst so nachdenklich." Amanda wendete sich wieder zu Severus, denn sie hatte gerade in Gedanken in die Ferne gestarrt. „Doch schon. Ich freu mich, dass nun alles unter Dach und Fach ist und ich nächste Woche mit allem anfangen kann", antwortete sie auf seine Frage. Sie wusste nicht, wie sie ihm den Grund für ihre Nachdenklichkeit am Besten erklären sollte, da sie sich selbst nicht einmal sicher war, was sie darüber dachte. „Und wieso bist du dann so abwesend", forschte er weiter nach, denn es war nur allzu offensichtlich, dass irgendetwas sie sehr beschäftigte.
Am liebsten hätte sich Amanda irgendwie herausgeredet, aber sie wusste nur zu gut, dass Severus das sofort durchschauen würde. „Ich habe heute Nachmittag eine Schulkameradin mit ihrer Familie getroffen", sagte sie dann schließlich ruhig und sah Severus an. „Und?" Snape hob fragend eine Augenbraue, denn noch wusste er nicht, was an diesem Aufeinandertreffen so ungewöhnlich gewesen sein sollte, dass es Amanda noch jetzt so stark beschäftigte. Sie seufzte leise und wusste nicht recht, wie sie anfangen sollte. „Ach sie bekommt bald ihr zweites Baby und dann sind wir eben auf das Thema gekommen und mir ist aufgefallen, dass ich mir da noch gar nicht richtig Gedanken drüber gemacht habe." „Aha", war das einzige, was Snape dazu sagen konnte im ersten Moment. Er war doch zu sehr über den Grund ihrer Stimmung überrascht. Damit hatte er nicht gerechnet. „Genau", meinte Amanda leise. Er musste ja nicht unbedingt wissen, was Emily noch alles gesagt hatte. „Und... Jetzt machst du dir also Gedanken und bist deshalb so nachdenklich", hakte er dann doch noch nach, denn irgendwie hatte er das Gefühl, dass das erst die halbe Wahrheit war. Sie nickte. „Es ist doch ein wichtiges Thema. Emily hat auch gesagt, ich würde doch nicht jünger werde und sollte mir Gedanken darüber machen." „Und? Was ist bei den Gedanken bisher herausgekommen", fragte er ruhig. „Dass ich mir darüber Sorgen mache, was du über das Thema Kinder denkst", antwortete Amanda leise und wich seinem Blick aus.
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Er sah sie ruhig an, ohne erkennbares Zeichen, was er gerade dachte. „Und was genau bereitet dir diesbezüglich Sorgen?" Das interessierte ihn nun wirklich, denn schließlich hatten sie noch nie ernsthaft über dieses Thema gesprochen, sodass Amanda tatsächlich nicht wusste, wie er dazu stand. „Wenn wir uns da nicht einer Meinung sind." „Was wäre, wenn dem so wäre?" Nun bereitete sich doch langsam ein mulmiges Gefühl in Snapes Magengrube aus. Würde sie ihn verlassen wollen, sollten sie nicht einer Meinung sein?!? „Darüber mach ich mir ja auch noch Gedanken." Amanda sah ihn an. Es war schon komisch, da waren sie schon so lange zusammen und hatten noch nie über Kinder geredet und sie hatte sich auch noch gar keine Sorgen darum gemacht. Severus schwieg für einen kurzen Moment und sah sie an. „Heißt das jetzt, dieses Treffen hat den Wunsch nach Kindern in dir wachgerufen..." Es war eine Mischung aus Anmerkung und Frage, die er aussprach. Offensichtlich war es so, denn sonst würde sie sich wohl kaum so viele Gedanken machen, dachte sich Snape. „Es hat mich nachdenklich gemacht und vermutlich..." Amanda zögerte, es war schon noch etwas anderes es schließlich auszusprechen. „...ist mir bewusst geworden, dass ich schon gern Kinder hätte, irgendwann..." „Hm", brummte Severus daraufhin nur, denn er wusste gerade nicht so recht, wie er weiter mit diesem Thema umgehen, oder was er dazu noch sagen sollte.
Einen Moment schwieg Amanda. Sie hatte durchaus etwas Angst vor dem, was er darüber dachte, denn eigentlich konnte sie sich weder ein dauerhaftes Leben ohne Kinder, noch einen Verzicht auf Severus deswegen vorstellen. „Wir sollten irgendwann darüber reden", meinte sie dann leise. „Das tun wir doch gerade... Oder nicht?" Er sah sie fragend an. „Doch schon... Nur vielleicht brauchst du Zeit, um darüber nachzudenken." „Nein. Ich denke, ich kenne meinen momentanen Standpunkt zu diesem Thema ganz genau", entgegnete er ruhig. „Ja? Und?" Unsicher sah sie ihn an. Severus atmete ruhig und tief durch, bevor er begann. „Ich halte es zum jetzigen Zeitpunkt für keine gute Idee, Kinder in die Welt zu setzen. Ganz abgesehen von meinen persönlichen Gründen, spricht auch bei dir einiges dagegen. Du hast noch Schulden und dir gerade ein Haus gemietet. Ich finde, du solltest erst einmal abwarten, ob sich das finanziell alles weiter so fortentwickelt wie bisher. Abgesehen davon... Wer sollte das Kind aufziehen? Du arbeitest viel und lange und ich bin in Hogwarts und dort unabkömmlich. Des Weiteren..." Snape machte eine kurze Pause, denn nun kam ein etwas empfindlicheres Thema. Dann fuhr er, ein wenig ernster und mit einem Hauch Bitterkeit in der Stimme fort. „Du weißt, dass meine Kindheit nicht besonders glücklich war. Das möchte ich meinen Kindern, sollte ich jemals welche haben, ersparen. Und da ich mich als Vater nicht besonders geeignet fühle, sollte ich es vielleicht auch unterlassen, einer zu werden."
Eine ganze Weile sah Amanda Severus nur an. Natürlich hatte er mit seinen ersten Bedenken Recht, es gab sicherlich bessere Vorraussetzungen, aber sofort wollte sie ja auch keine Kinder. Momentan ging es ihr mehr um seine grundsätzliche Meinung, welche mit seinen letzten Worten doch recht deutlich zum Ausdruck kam. „Wieso denn ersparen? Du hast dein Verhalten doch selbst in der Hand." „Sicherlich. Dennoch könnte ich einem Kind nicht das bieten, was es verdient. Jedenfalls jetzt nicht. Kinder bringen große Verantwortung mit sich und man sollte sie nicht einfach aus einem plötzlichen Wunsch heraus in die Welt setzen." Er sah sie ruhig an, obwohl ihn das Thema gerade doch deutlich mehr beschäftigte, als er nach außen hin zeigte. Er konnte nicht einschätzen, was Amanda von seinem Standpunkt hielt und das hinterließ ein mulmiges Gefühl.
„Es ist jetzt nicht so, als wäre mir das nicht bewusst, wie viel Verantwortung das bedeutet und auch nicht, als hätte ich gerne sofort ein Kind. Es geht mir eher um das Grundsätzliche." „Und was wäre die Konsequenz daraus, wenn ich dir jetzt sagen würde, ich möchte keine Kinder?" Snape sah sie ruhig an, auch wenn er innerlich alles andere als das war. Nun war es ausgesprochen, was ihm eigentlich schon die ganze Zeit durch den Kopf spukte, seit dieses Gespräch begonnen hatte. Leise seufzte Amanda. Ihr konnte man wohl auch ansehen, dass ihr das Thema recht nah ging. „Ich weiß es nicht." „Das ist schlecht." „Wäre dir lieber, ich würde sagen, dass ich dich dann irgendwann deswegen verlasse", wollte sie von ihm wissen. „Nun, dann könnte ich wenigstens den Tatsachen ins Auge sehen. So weiß ich gar nichts", entgegnete er. „Dann ist nein deine Antwort", fragte sie leise. „Antwort auf welche Frage?" „Auf Kinder." „Nein. Die Antwort habe ich dir vorhin schon gegeben. Die Frage ist jetzt bloß, welche Konsequenzen du daraus ziehst."„Dass ich abwarte und hoffe, dass du deine Meinung irgendwann änderst? Ich weiß es nicht, Severus."Dieser seufzte. „Ich gehe mal davon aus, du willst nicht sofort Kinder. Vielleicht reden wir ein anderes Mal erneut darüber." Irgendwie schien dies gerade eine etwas ausweglose Situation zu sein.
Amanda machte diese Situation vor allem Angst. Ihr war Severus so wichtig, dass sie sich nicht vorstellen konnte, ohne ihn zu leben, aber könnte sie dafür auch auf Kinder verzichten? Aber würde sie auf Severus verzichten können, um Kinder haben zu können? „Vielleicht...", sagte sie nur leise und sah an Severus vorbei in die sah sie an. Was sollte dieses vielleicht nun schon wieder?!? „Sag mir was du willst, Amanda. Wenn du jetzt weiterreden willst, dann bitte. Solange es nur den Effekt hat, dass ich deine Nachdenklichkeit zerstreuen kann. Das gibt mir nämlich das Gefühl, dass du mir noch immer etwas verschweigst", sagte er ernst und mit einer gewissen Schärfe in der Stimme. Etwas an dieser ganzen Situation mochte er gerade ganz und gar nicht. „Ich verschweige dir nichts. Hätte ich das getan, würden wir diese Diskussion jetzt nicht führen", erwiderte sie und sah Severus wieder an. „Ich möchte mich einfach nicht irgendwann entscheiden müssen", sprach sie unsicher weiter. „Ich möchte auch nicht, dass du dich irgendwann gegen mich entscheidest, Amanda", entgegnete er, diesmal allerdings wieder deutlich sanfter. Der Gedanke, dass sie das Thema Kinder irgendwann entzweien könnte, nagte schwer an ihm. „Wieso meinst du, du wärst kein guter Vater", sprach sie ein vorheriges Thema an. „Ich könnte mich nicht so um das Kind kümmern, wie ich es gerne möchte und wie es das verdient hätte", antwortete er. Zudem wusste er selbst am Besten, wie er mit seinen Schülern in Hogwarts umging und so wollte er auf keinen Fall sein eigenes Kind großziehen.
„Meinst du zeitlich?" „Das auch", entgegnete Severus knapp. „Und noch?" Amanda wollte verstehen, warum er daran zweifelte, dass er ein guter Vater sein konnte. „Menschlich gibt es sicherlich auch geeignetere Personen als mich", beantwortete er ihre Frage nach kurzem Schweigen etwas gepresst. Wie sollte er einem Kind beibringen, wie es soziale Kontakte knüpfen und sich auch dementsprechend verhalten konnte, wenn er selbst es nie richtig gelernt hatte. Wie konnte er selbst einem Kind genug Vaterliebe entgegenbringen, wenn er so etwas selbst nie wirklich erfahren hatte? Er liebte Amanda, daran hatte Severus gar keine Zweifel, doch zu viele Selbstzweifel nagten an ihm, als dass er sich gerade bewusst für Kinder entscheiden konnte und das war ihm für einen kurzen Moment auch anzusehen. Kurz sah sie seine Unsicherheit und ein wenig hatte sie schon vermutet, dass dies auch ein Grund für seine Haltung war. „Es gibt aber sicherlich auch sehr viel schlimmere", meinte Amanda dann ruhig. „Ich denke, alle Eltern müssen sehr viel lernen, wenn es irgendwann soweit ist." Er atmete hörbar aus. „Vielleicht hast du Recht. Und vielleicht ändere ich meine Meinung auch irgendwann. Aber momentan sehe ich mich nicht als Vater." Kurz schwieg er, dann kam ihm aber noch ein Gedanke. Vielleicht half dies Amanda, mit ihren Bedenken zurechtzukommen. „Sollte... es allerdings passieren, dass du aus irgendeinem Grund unverhofft schwanger wirst, würde ich natürlich zu dir stehen und zu unserem Kind." Er sah sie an. „Das soll jetzt allerdings keine Aufforderung zum ungeplant schwanger werden sein." „Das würde ich wohl kaum tun, zumindest nicht absichtlich." Wirklich zufrieden war Amanda nicht, aber sie musste natürlich Severus Meinung akzeptieren und hoffte, er würde es sich noch einmal anders überlegen. „Jetzt wäre es auch ein schlechter Zeitpunkt. Vielleicht in ein paar Jahren." „Gut", sagte er leise. „Ich habe es wie gesagt nicht kategorisch ausgeschlossen." „Immerhin eine gute Sache." Amanda seufzte. Am Ende war das Gespräch fast noch anstrengender geworden, als sie erwartet hatte.
Severus sah sie an und stand dann auf. Auch er fand das Gespräch anstrengend und noch wusste er nicht so genau, ob er nun mit dem Ausgang zufrieden sein sollte, oder nicht. Am liebsten hätte er Amanda gerade in den Arm genommen, doch auch da war er sich nicht sicher, ob das eine gute Idee wäre, würde er es tun. Verwundert sah sie ihn an. Wieso war er gerade aufgestanden? Langsam erhob sie sich ebenfalls und trat um den Tisch herum, um Severus ansehen zu können. Er erwiderte ihren Blick und kam dann auf sie zu. Als er bei ihr war, zog er sie, wenn auch etwas zögerlich, in seine Arme. Daraufhin lehnte sich Amanda an ihn. „Ich möchte nicht, dass das zwischen uns steht", sagte sie leise. „Das möchte ich auch nicht", flüsterte er und hielt sie fest. „Ich liebe dich, Amanda." „Ich dich auch", sagte sie leise und hielt sich an ihm fest.
