Kapitel 22

~ Silvester ~

Es war Silvester und Amanda war alleine zu Hause. Nachdem Severus ihr offenbart hatte, dass er keine Zeit haben würde mit ihr zu feiern, konnte sich Amanda auch nicht für eine Party mit jemand anderem begeistern, auch wenn sie durchaus einige Einladungen erhalten hatte. Aber das musste Severus nicht so genau wissen. Wahrscheinlich war etwas Ruhe nach dem ganzen Weihnachtstrubel auch nicht allzu verkehrt. Zwar hatte sie, wie im vergangenen Jahr, die Festtage zunächst mit Severus alleine und dann mit ihm und der restlichen Familie verbracht, aber gerade der Tag bei ihrer Mutter und ihre überschwängliche Freude über Lockharts Buch, hatten Amanda beinahe vollkommen das bisschen Erholung genommen, welches sie über die wenigen Tage gewonnen hatte.

Es war kurz nach halb eins und das Feuerwerk aus dem kleinen Dorf in der Nähe war inzwischen abgeklungen, als Amanda wieder nach drinnen ging, um sich aufzuwärmen. Gerade hatte sie sich wieder vor den Kamin gesetzt und einen Schluck von ihrem Wein getrunken, als es an der Tür klingelte. Stirnrunzelnd wer das sein könnte, stand sie auf und ging in den Flur, um zu öffnen. Vor der Tür stand ein nasser, zitternder David mit einer blutenden Platzwunde an der Wange. „David! Um Himmels Willen, was hast du denn gemacht?" Ohne auf seine Antwort zu warten schob sie ihren Bruder ins Haus und schloss die Tür. Doch David zeigte nur auf seinen Mund und schüttelte den Kopf. „Hast du dich geprügelt", wollte Amanda wissen, während sie ihn in die Küche lotste und ihn auf einen Stuhl setzte. Ihr Bruder schüttelte zwar den Kopf, doch es sah nicht ganz nach der Wahrheit aus. „Du hast dich doch nicht etwa duelliert, oder?" Mit schulderfülltem Blick nickte David. „Ich fass es nicht! Ich habe wirklich gedacht, du wärst inzwischen alt genug, um solche Dummheiten zu lassen! Wie…" Amanda machte einen grummelnden Laut, als sie die Worte, die ihr auf der Zunge lagen hinunterschluckte. „Ich bin gleich wieder da", meinte sie gepresst, ging ins Wohnzimmer und holte ihren Zauberstab. Wieder in der Küche angekommen, zauberte sie David trocken und sah sich dann die Wunde in seinem Gesicht an. „Das ist nicht so schlimm, denke ich. Ein Pflaster sollte reichen", sagte sie kühl. „Werde mal sehen, was ich bei deinem Sprachvermögen tun kann." Doch auch nach zehn Minuten und allen Gegenflüchen, die ihr einfielen, konnte David noch immer nicht sprechen. „Tja ich befürchte, du musst nach St. Mungos. Ich kann das nicht." Ihr Bruder schüttelte nur panisch den Kopf. „Ach nicht? Hast du eine bessere Idee? Erst duellierst du dich und dann Angst vor den Konsequenzen haben. Ganz toll, Mr. Brown!" Amanda machte eine kurze Pause, um Luft zu holen, als ihr ein Gedanke kam. „Gut, wenn du nicht ins Krankenhaus willst, werde ich Severus fragen, der müsste das wieder hinkriegen." Der Gesichtsausdruck ihres Bruders wurde nicht viel beruhigter. „Meinetwegen kannst du auch den Rest deines Lebens stumm rumlaufen, David. Verdient hättest du es sicher! Himmel, so etwas macht man, wenn man klein und dumm und 17 ist, nicht mehr in deinem Alter!" Kopfschüttelnd ging Amanda ins Wohnzimmer, nahm sich eine handvoll Flohpulver und warf es ins Feuer. Nachdem sie ihren Kopf in die Flammen gesteckt hatte und schließlich im richtigen Kamin in Hogwarts war, rief sie nach Severus. Hoffentlich war er auch da, dachte sie, während sie auf eine Antwort wartete.

Severus war gerade frisch geduscht und in einen Bademantel gehüllt auf dem Weg zu seinem Bett, um sich für die Nacht fertig zu machen, als er gerufen wurde und deshalb kurz zusammenzuckte, denn damit hatte er nicht gerechnet. Eiligen Schrittes ging er dann Richtung Kamin. „Amanda… Was ist", fragte er überrascht und ein wenig besorgt, denn es war alles andere als normal, dass diese sich über den Kamin bei ihm meldete und das noch zu solch einer ungewöhnlichen Uhrzeit. „Könntest du herkommen? Nur kurz…David hat Mist gebaut." Amanda klang so wütend und besorgt wie sie war. Snape rollte mit den Augen. David... Was auch sonst... „Und was ist mit ihm", fragte er dann ein wenig angefressen, aber nicht weil Amanda ihn nervte, sondern weil er ihrem Bruder nun offensichtlich auch noch helfen sollte, obwohl dieser es eigentlich alles andere als verdient hatte, bei seinem Verhalten ihm gegenüber. Amanda verstand Severus Reaktion nur zu gut. „Er kann nicht mehr sprechen und mir fällt kein Gegenfluch mehr ein." „Wieso kann er nicht mehr sprechen? Was hat dieser Vollidiot denn schon wieder angestellt?" „Ich glaube nicht, dass du das wissen willst." Kurz seufzte Amanda genervt, bevor sie weitersprach. „Er hat sich mit wem duelliert und ganz offensichtlich den Kürzeren gezogen." Mit einem missbilligenden Schnauben, gefolgt von einem schadenfrohen Grinsen richtete sich Snape aus seiner knienden Position am Kamin wieder auf. „Von mir aus, ich komme. Diesen Anblick kann ich mir nicht entgehen lassen..." „Danke", murmelte Amanda kurz und stand dann ebenfalls auf. Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass Severus sich darum kümmern musste, so würde es David ganz sicher eine Lehre sein. Dann ging sie in die Küche und begann sich erst einmal um die Wunde auf Davids Wange zu kümmern. Sie blutete inzwischen weniger, war aber erstaunlich dreckig, wobei das sehr gut zum restlichen Zustand seines Gesichts und seiner Kleidung passte. Severus trocknete indes schnell seine Haare per Zauber, zog sich an und schickte dann noch eine kurze Nachricht an Dumbledore, dann verließ er eiligen Schrittes das Schloss und machte sich auf den Weg zu Amanda. Eine knappe halbe Stunde später klingelte er an ihrer Haustür und wartete gespannt darauf, welchen Anblick David ihm gleich bieten würde.

David saß inzwischen mit versorgter Wunde, aber weiter dreckigem Gesicht auf dem Sofa und versuchte seine Sinne einigermaßen zusammen zu halten. Vielleicht hätte er doch ein oder zwei Bier weniger trinken sollen. Amanda hingegen starrte finster vor sich hin und war froh, als es schließlich klingelte. „Hallo", begrüßte sie Severus, schaffte es aber nicht, sich ein Lächeln abzuringen. „Danke, dass du dir die Mühe machst." „Hallo", entgegnete dieser ebenfalls nur recht knapp. „Nur dir zuliebe, das kannst du mir glauben... Also, wo ist er?" „Im Wohnzimmer", entgegnete Amanda. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, ging Snape daraufhin an ihr vorbei und Richtung Wohnzimmer und entledigte sich auf dem Weg dorthin seines Winterumhangs. Am Ziel angekommen warf er ihn über die Sofalehne neben David, noch bevor dieser sein Eintreten so richtig wahrgenommen hatte. Auch wenn David wusste, dass Snape da war, zuckte er doch zusammen. So schnell hatte er ihn nicht erwartet, wobei er auch kein sonderlich gutes Zeitgefühl mehr hatte. Amanda folgte Severus ins Wohnzimmer und lehnte sich wartend an die Wand neben dem Kamin. In einem großzügigen Bogen ging Severus um das Sofa und David herum und fixierte ihn mit den Augen. Mit einem hämischen Grinsen um die Lippen blieb er dann vor ihm stehen. „Ich glaube, ich bin völlig umsonst gekommen... Sie sehen ja aus wie immer, Brown. Und das war wirklich ein Duell?" Ihn weiter mit Blicken taxierend kam Snape nun langsam näher und zog währenddessen seinen Zauberstab aus seinen Roben.

Eigentlich konnte sich David wirklich besseres vorstellen, als Snape so hilflos ausgeliefert zu sein, während dieser seinen Zauberstab in der Hand hielt. Trotzdem nickte er und versuchte möglichst wenig seiner Abneigung zu zeigen. Severus konnte nicht umhin, seine Belustigung über den schweigenden David in einem Grinsen Ausdruck zu verleihen, während er seinen Zauberstab etwas in den Fingern drehte und gelassen fortfuhr: „Wissen sie was, Brown? Ich bin wirklich versucht, sie einfach so hier sitzen zu lassen... Komischerweise fehlt mir nichts, wenn sie zum Schweigen verdammt sind. Außerdem wäre es eine wunderbare Lehre für sie, sich das nächste Mal nicht auf ein Duell einzulassen..." Da er kaum etwas erwidern konnte, sah David Snape weiterhin nur an. Kurz schweifte sein Blick zu Amanda, welche nur den Kopf schüttelte und daraufhin Severus ansah. „Der Versuchung musste ich auch schon widerstehen." Snape erwiderte kurz Amandas Blick, dann sah er wieder David an. „Was wohl ihr Vater dazu sagen wird, wenn er erfährt, dass sie sich verbotenerweise duelliert haben...", grinste er dann unheilvoll. Nach ein paar Sekunden des Schweigens wandte er sich schließlich von David ab, entfernte sich ein paar Schritte und richtete dann den Zauberstab auf ihn. Der brauchte es ja gar nicht erfahren, dachte David bloß und hoffte nur, dass Snape nicht auf dumme Gedanken kam mit dem Zauberstab so auf ihn gerichtet, aber Amanda war ja da. Doch irgendwie war er sich nicht mehr so sicher, ob Snape das wirklich von Dummheiten abhalten würde. Aber die normalerweise vorhandene Angst, erreichte durch den Alkoholschleier kaum die Oberfläche und so sah man nur sehr wenig von ihr in seinen Augen.
Amanda sah währenddessen Severus erwartungsvoll an und hoffte, dass er das Problem lösen konnte. Das war für diesen natürlich keine allzu große Herausforderung, denn nach ein paar gemurmelten, schwarzmagischen Gegenflüchen war Davids Sprachbeeinträchtigung Geschichte - jedenfalls die, die sich nicht auf übermäßigen Alkoholkonsum zurückführen ließ. „Vielen Dank", sagte David als erstes etwas gepresst, sah Snape aber nicht weniger finster an. Amanda war nun trotz allem erleichtert, dass er wieder sprechen konnte und sie nicht doch noch ins Krankenhaus mussten. „Bedanken sie sich bei ihrer Schwester. Ihnen zuliebe habe ich es sicher nicht getan", entgegnete Severus und erwiderte Davids Blick ungerührt. „Und ich werde es auch kein weiteres Mal tun, sollten sie noch einmal auf die Idee kommen, sich grundlos zu duellieren." Während diesen Worten ließ er seinen Zauberstab wieder in seiner Robe verschwinden. „Was heißt denn hier grundlos? Sie können die Gründe ja wohl kaum wissen", erwiderte David nur. „Ich glaube kaum, dass die Gründe über Lappalien hinausgehen, Brown", entgegnete Severus scharf und sah ihn durchdringend an. „Oder wollen sie mir etwa erzählen, es bestand Gefahr für Leib und Leben?" „Darum geht es doch gar nicht", meinte David und wurde, bevor er weiter sprechen konnte, von seiner Schwester unterbrochen: „Was aber genau der einzige Grund gewesen wäre, das Ganze zu erklären und du gehst jetzt ins Bett, bevor du noch mehr Blödsinn von dir gibst." „Du willst mich einfach so rausschmeißen", wollte David wissen. „Das kannst du doch nicht machen..." „Nein, du bleibst hier und schläfst im Gästezimmer. In deinem Zustand will ich dich nicht noch einmal apparieren lassen. Wer weiß, in wie vielen Teilen du wo ankommst." „Ich kann noch sehr gut alleine nach Hause kommen", entgegnete David und stand auf diese Worte hin ruckartig auf. Doch seine Beine versagten ihren Dienst einen Moment später, so dass er wieder auf dem Sofa zusammensackte.

Auf Davids erste Worte hin schnaubte Severus nur noch kurz und verdrehte etwas die Augen. Es war wie immer sinnlos, mit ihm über irgendetwas zu diskutieren. „Sie kommen ja noch nicht einmal bis zur Tür, so betrunken wie sie sind, Brown", kommentierte er dann den weiteren Verlauf der Unterhaltung trocken. „Ich habe sie ja noch nie für besonders schlau gehalten, aber sich betrunken duellieren grenzt schon deutlich an Schwachsinn." „Ich bin ja auch hier rein gekommen", meinte David daraufhin nur knapp und stand dann etwas langsamer auf. Wahrscheinlich hatte Amanda doch Recht und es war besser, wenn er hier blieb. „Du kennst ja den Weg", sagte diese nur und sah ihn auffordernd an. Severus zog eine Augenbraue hoch und sparte sich einen weiteren Kommentar auf Davids Antwort. Stattdessen griff er wieder nach seinem Winterumhang, der noch über dem Sofa hing. David ging langsam und so zielstrebig wie möglich Richtung Flur, um nach oben und dann ins Gästezimmer zu gelangen. Amanda sah David kurz nach und dann Severus schweigend an. Der Gedanke ihn gleich wieder gehen lassen zu müssen, verursachte ein ungutes Gefühl in ihrer Magengegend. Er erwiderte ihren Blick und sah sie ein wenig fragend an. Sie kam zu ihm und blieb dicht vor ihm stehen. „Du gehst jetzt wieder, oder?" „Ich weiß nicht...", antwortete er leise und sah ihr in die Augen. Dann seufzte er leise. „Ich glaube, ich bleibe über Nacht vollends hier, wenn ich schon mal da bin. Ich hab keine Lust mehr jetzt noch zurück nach Hogwarts zu gehen." Kurz lächelte Amanda. „Diese Unlust kann ich dann ja wohl nur unterstützen." Dann sah sie ihm auch in die Augen. „Frohes neues Jahr übrigens", fügte sie noch leise hinzu. „Frohes neues Jahr", entgegnete Severus und küsste sie kurz. „Hoffentlich geht es besser weiter, als es angefangen hat." „Das nehme ich doch mal an, sonst wären wir gezwungen, uns das ganze Jahr in einer Höhle zu verkriechen, um dem Schlimmen zu entkommen." Sie grinste kurz etwas schief und umarmte Severus dann, wobei sie sich eng an ihn drückte. „Mhm", brummte Snape leise und küsste sie noch einmal kurz. „Wollen wir ins Bett? Es ist schon so spät und ich muss morgen wieder früh raus." „Ja, besser ist es. Was hast du denn vor an Neujahr?" Sie sah zu ihm auf und streichelte seinen Rücken entlang. „Eigentlich arbeiten… Aber vielleicht überlege ich mir das morgen früh auch noch anders, nach dieser kurzen Nacht." „Das wäre sicherlich eine Überlegung wert", meinte Amanda. Gemeinsam gingen sie anschließend nach oben ins Schlafzimmer und nachdem sie im Bad gewesen war, zog Amanda ihren Schlafanzug an. „Ich bin fertig im Bad, wenn du noch willst…"

David, der mittlerweile schon im Bett lag und gerade wieder aus seinem Halbschlaf aufgeschreckt war, musste plötzlich doch noch dringend auf die Toilette und rollte sich in eine sitzende Position, um sich dann langsam auf den Weg ins Bad zu machen. „Gut", sagte Snape, der schon seinen Pyjama trug, auf Amandas Worte hin. „Dann werde ich jetzt noch schnell gehen." Dann machte er sich auf den Weg ins Bad. Doch als er die Tür öffnete, bemerkte er, dass unglücklicherweise schon jemand anderes im Raum war… Sehr müde und geistig mehr im Bett als im Bad, saß David auf der Toilette und schreckte ziemlich zusammen, als Snape den Raum betrat. „Oh…", war das Einzige was David dazu einfiel. Auch Severus entfuhr ein kurzes, überraschtes, aber wenig begeistertes Brummen und kurz darauf war er auch schon wieder aus dem Bad verschwunden und hatte die Tür hinter sich geschlossen. Das hatte ihm ja jetzt gerade noch gefehlt! David halbnackt auf der Toilette sitzend zu überraschen… „Was ist denn nun los", wollte Amanda, die sich gerade ins Bett gelegt hatte, wissen, als Severus ins Schlafzimmer zurückwich David erledigte währenddessen sein Geschäft und schlurfte einen Moment später zurück ins Gästezimmer. Da Snape so schnell wieder verschwunden war, war David schon jetzt nicht mehr ganz sicher, ob dieser wirklich im Bad gewesen war. „Dein Bruder sitzt auf der Toilette. Auf diesen Anblick kann ich getrost verzichten", antwortete Severus, dann hörte er aber, wie David das Bad verließ und öffnete erneut die Tür, um sich nun endlich bettfertig machen zu können. Kurz lachte Amanda. „Oh, das ist ja mal blöd gelaufen. Hat er wohl vergessen, dass noch jemand anderes da sein könnte." Sie grinste ihn an. „Vermutlich", entgegnete Severus und rollte etwas mit den Augen, dann ging er ins Bad. Wenig später kam er wieder zurück und legte sich zu Amanda ins Bett. Diese seufzte leise und kuschelte sich an ihn. „Danke, dass du geblieben bist", sagte sie leise. „Wenn ich schon mal hier bin, dann bleibe ich auch…", flüsterte er, zog sie an sich und küsste sie kurz. „Schlaf gut." Sie schlang ihren Arm etwas mehr um ihn. „Du auch", murmelte sie leise und dämmerte langsam in den Schlaf hinüber. Auch Severus brauchte nicht lange bis er einnickte, denn schließlich war es mittlerweile schon weit nach Mitternacht und er hatte einen langen Tag hinter sich.

Etwa eine halbe Stunde später klingelte eine sehr aufgelöste Sandra an Amandas Haustür. Ihr war natürlich klar, dass es schon sehr spät war, aber nachdem David vorhin auf der Party einfach verschwunden war und seine Freunde kurz darauf etwas von einem Duell erzählt hatten, war Sandra besorgt genug, um Amanda aus dem Bett zu holen. Als es klingelte, schreckte Snape wieder aus dem Schlaf und er brauchte einige Sekunden, um sich klar zu machen, was ihn da gerade geweckt hatte. Doch dann stand er leise und vorsichtig auf, um Amanda nicht zu wecken, nahm seinen Zauberstab und verließ das Zimmer, um an die Haustür zu gehen. Leise brummend drehte sich Amanda um, als Severus aufstand und das Zimmer verließ. Sandra schreckte etwas zurück, als Snape die Tür öffnete und mit dem Zauberstab plötzlich vor ihr stand. Mit ihm hatte sie nun gar nicht gerechnet. „Oh, Professor Snape. Die späte Störung tut mir Leid, aber ist David vielleicht hier?" „Miss Adams", kommentierte Severus ihr Erscheinen nicht gerade begeistert, denn er war müde, doch er ließ währenddessen seinen Zauberstab wieder sinken. Fahrig fuhr sich Sandra durch die Haare. Sie war wirklich besorgt um David, vor allem weil sie ihn schon so lange nicht finden konnte. „Ist David hier", fragte sie erneut besorgt. Snape seufzte leise, dann ließ er sie eintreten. Mit einem Wink seines Zauberstabs erleuchtete er ein wenig den Hausgang, damit sie nicht im Dunkeln standen. „Ihr Freund ist hier und liegt angetrunken im Gästezimmer", beantwortete er ihr dann ihre Frage. „Aber es geht ihm gut, ja? Seit wann ist er denn hier?" „Besser als er verdient hat, dieser Knallkopf", sagte Severus etwas unmutig, denn er hatte nicht gerade die Hoffnung, dass David aus dieser Sache seine Lehren ziehen würde. Dann fuhr er fort: „Er ist seit etwa eineinhalb Stunden hier." „Das ist gut", sagte Sandra erleichtert. „Soll ich ihn wieder mitnehmen?" „Ich vermute, er schläft seinen Rausch aus. Aber tun sie, was sie wollen. Ich würde jetzt gerne wieder ins Bett gehen." Ein wenig unsicher sah Sandra ihren ehemaligen Lehrer an. „Ich würde gerne noch kurz mit David reden, aber ich kann dann auch alleine wieder gehen. Ich will sie ja nicht noch länger stören." „Dann bitte…", sagte Snape und ging dann voran, die Treppen wieder hoch. Oben angekommen zeigte er Sandra noch das Gästezimmer, in dem David schlief, bevor er selbst wieder im Schlafzimmer von Amanda verschwand. „Danke", murmelte Sandra noch kurz und betrat dann Davids Zimmer. Sie setzte sich zu ihm aufs Bett und schüttelte ihn kurz an der Schulter. „Hey! David!" Dieser kam langsam aus dem Schlaf wieder zu sich und es dauerte eine ganze Weile bis er verstand, dass ihn da gerade Sandra angesprochen hatte. „Wasn", wollte er verschlafen wissen. „Wie was? Was hast du denn bitte gemacht? Du kannst doch nicht einfach verschwinden und ein paar Minuten später erfahre ich irgendwas von einem Duell und du bist nicht auffindbar! Also was war los?" Er grummelte vor sich hin. „Nichts… alles in Ordnung. Lass mich doch schlafen", murmelte er vor sich hin. Inzwischen ziemlich wütend sah Sandra ihren Freund an und stand auf. „Gut! Wenn du willst… Aber glaub bloß nicht, dass du morgen mit nem Kater bei mir auftauchen brauchst! Hoffe du hast mächtig Kopfschmerzen!" „Ja ja…", meinte David nur im Halbschlaf. Nun noch gereizter verließ Sandra schließlich das Zimmer und machte sich auf den Weg nach draußen.

Als Severus sich wieder zu Amanda legte, drehte sie sich wieder zu ihm. „Was ist denn los", wollte sie leise und sehr verschlafen von ihm wissen. „Nicht so wichtig", entgegnete Snape leise und nahm sie wieder in den Arm. „Miss Adams hat deinen Bruder gesucht. Lass uns weiterschlafen." „Okay…", murmelte sie, kuschelte sich an ihn und schlief einen Moment später wieder ein. Auch Severus fielen recht schnell wieder die Augen zu und aufgrund der kurzen Nacht schlief er am nächsten Morgen für seine Verhältnisse auch ungewöhnlich lange. Doch um kurz nach neun Uhr erwachte er schließlich langsam und seufzte leise, während er Amanda wieder etwas mehr in den Arm nahm, sich an sie kuschelte und ihr einen kleinen Kuss gab. Es war einfach schön, morgens neben ihr aufzuwachen… Amanda grummelte leise, als sie durch Severus Berührungen langsam wach wurde. „Morgen", murmelte sie verschlafen und kuschelte sich noch etwas tiefer in seine Arme. „Morgen", entgegnete er ihr flüsternd und streichelte sie sanft ein wenig. Nach kurzem Schweigen fuhr er fort: „Gut geschlafen?" „Mhm. Etwas kurz zwar, aber mit dir kann ich ja nur gut schlafen." Müde blinzelte sie ihn an und lächelte sanft. Snape lächelte zurück. „So geht es mir auch." Dann küsste er sie sanft. Sie strich seine Seite entlang und erwiderte seinen Kuss. „Ich sollte David rausschmeißen gehen", sagte sie dann leise und löste sich etwas von Severus, um sich zu strecken. „Dilemma…", murmelte Severus. „Ich will dich nicht gehen lassen, aber andererseits gönne ich es deinem Bruder auch, wenn du ihn weckst." Er grinste ein wenig, dann zog er Amanda noch einmal an sich und küsste sie. „Ich kann ja gleich wieder kommen", flüsterte sie grinsend in sein Ohr, gab ihm einen kurzen Kuss auf den Mund und schälte sich dann langsam aus der Bettdecke, um aufzustehen. „Gute Idee", grinste er daraufhin zurück und sah ihr ein wenig nach, als sie das Schlafzimmer Richtung Gästezimmer verließ.

Einen kurzen Moment später betrat Amanda Davids Zimmer und ging gleich hinüber zum Bett und schüttelte ihn an der Schulter. „Hey, David! Aufstehen!" Ihr Bruder grummelte vor sich hin und drehte sich auf die andere Seite. Amanda seufzte. „David! Los, aufstehen! Ich habe lange genug für dich Hotel gespielt." „Och nö… nich so laut…" Die Augen verdrehend, griff sie nach der Bettdecke und zog sie weg. „Los! Aufstehen und anziehen! Wenn du nett bist, kriegst du auch noch Frühstück." „Hey!" David sah sie wütend an, griff nach der Decke und verkroch sich wieder darunter. „Zehn Minuten", meinte Amanda nur streng und etwas lauter, als sie es vielleicht gewöhnlich getan hätte. Daraufhin verließ sie das Zimmer, ging zurück ins Schlafzimmer und setzte sich wieder aufs Bett. „Ich glaube, er hat einen dicken Kater", meinte sie leicht grinsend zu Severus. Der setzte sich etwas auf, als Amanda sich zu ihm setzte und grinste ein wenig schadenfroh. „Das geschieht ihm recht. Ist er aufgestanden?" „Nein, er hat mich angegrummelt und gemeint, ich solle nicht so laut sein." Die Schadenfreude war ihr unverkennbar anzusehen. „Hab ihm gesagt, wenn er in zehn Minuten aufsteht, bekommt er auch noch Frühstück. Also mal sehen." Amanda beugte sich zu Severus hinunter und küsste ihn innig. „So lange bleibst du doch auch noch, oder?" „Was denkst du denn", raunte Severus und zog sie, während er ihren Kuss erwiderte, zu sich. „Dass du dir den Spaß vermutlich nicht entgehen lassen wirst", meinte sie grinsend und schlang danach ihre Arme um ihn, während sie ihn küsste. „Exakt. Außerdem", redete Severus zwischen einigen Küssen weiter, „muss ich es doch ausnutzen, dass ich dich wieder einmal sehe…" Bei diesen Worten grinste er ein wenig und fuhr ihr mit den Händen unter ihr Oberteil und streichelte sanft über ihre nackte Haut. „Was gibt es denn da auszunutzen, hm", wollte sie leise von ihm wissen und strich dann mit ihren Fingerspitzen seine Wirbelsäule entlang. „Was wohl", raunte Snape leise und küsste sie erneut auf den Mund, bevor er anfing, kleine Küsse auf ihren Hals zu hauchen. Leise seufzend legte sie den Kopf zur Seite und fuhr durch seine Haare. „Vielleicht sollte ich David doch ohne Frühstück nach Hause schicken…" „Der ist bestimmt schon wieder eingeschlafen", murmelte Severus schon ein wenig erregt und küsste sie weiter, während seine Hände zärtlich über ihren Körper fuhren. „Und wenn nicht, steht er gleich hier in der Tür", wand sie leise ein, legte sich aber näher zu ihm und küsste sanft seinen Hals, denn so ganz glaubte sie das nicht. „Dann soll er wieder verschwinden", entgegnete er, denn die Lust auf Amanda war gerade größer als die Vernunft. Außerdem war es langsam an der Zeit, dass David ihre Beziehung akzeptierte, mit allem, was dazugehörte.

Eigentlich wollte Amanda sich auch viel lieber mit Severus als mit David beschäftigen, doch sie ahnte, dass es aus erzieherischer Sicht nicht gut wäre, ihn jetzt einfach weiter schlafen zu lassen. Innig küsste sie Severus, bevor sie sich langsam von ihm löste, um aufzustehen. „Hm, ich weiß nicht so recht." Severus seufzte leise. Ein seltsames, unangenehmes Gefühl, was ein wenig an Enttäuschung erinnerte, machte sich schlagartig in ihm breit, als sich Amanda von ihm löste und ihn quasi zurückwies. Er sah sie an und konnte den gefühlten Beigeschmack in seinem Blick nicht ganz verbergen, auch wenn er gleichzeitig wusste, dass Amanda im Grunde Recht hatte und er deshalb auch nicht gleich versuchte, sie zurückzuhalten. Auf sein Seufzen hin, drehte sich Amanda um und sah Severus an. Sein Blick überraschte sie und führte dazu, dass sie sich doch wieder zu ihm wendete und ihn zärtlich küsste. „Tut mir Leid", sagte sie leise und streichelte über seine Wange. „Ich kann mir auch Besseres vorstellen, aber sonst lernt er ja nie daraus." „Hm ja", brummte Snape daraufhin nur und setzte sich dann etwas im Bett auf. Denn wenn Amanda nun aufstand, wollte er auch nicht mehr länger im Bett liegen bleiben. Amanda hatte gerade ein schlechtes Gewissen, dass sie sich und Severus den Morgen von David vermiesen ließ. Sie legte einen Arm um Severus, küsste ihn und sah ihm dann in die Augen. „Ich mach es wieder gut, ja?" Er sah sie an. „Es gibt nichts wieder gut zu machen… Du hast ja Recht. Man sollte deinen Bruder nicht noch belohnen für seine Leichtsinnigkeit und Dummheit." Dann strich er ihr kurz durch die Haare und stand auf. Amanda sah ihn an und seufzte leise, bevor sie dann selbst aufstand. „Du bist auch immer vernünftig. Da macht man mal zweideutige Andeutungen und dann…" Leicht schmunzelnd nahm sie sich eine Strickjacke aus dem Schrank um diese überzuziehen. „Wäre es dir lieber gewesen, wenn ich dich mit sanfter Gewalt zurück ins Bett gezerrt hätte?" Ein wenig grinsend ging er nach diesen Worten Richtung Bad und hoffte, dass er dort diesmal nicht David auf dem Klo vorfinden würde. „Vielleicht", rief sie ihm nach und betrat dann den Flur, um zu sehen, wie weit David schon war. Doch dieser lag wie zu erwarten gewesen war noch immer im Bett und war wieder eingeschlafen. „David! Es reicht! Aufstehen! Jetzt!" Mit einer schnellen Handbewegung hatte sie erneut die Decke von ihm gezogen und ließ sie auf den Boden neben dem Bett fallen. „Zieh dir was an! Es gibt Frühstück." Mit diesen Worten verließ Amanda das Zimmer und ging danach nach unten in die Küche, um sich um das Frühstück zu kümmern.

Auf Amandas Worte erwiderte Snape nichts mehr, sondern begann sich leicht grinsend zu waschen, während er zuhörte, wie David von ihr angebellt und aus dem Bett gescheucht wurde. Als er im Bad fertig war, zog er sich eine frische Robe an und verließ das Schlafzimmer. David hatte sich in der Zwischenzeit mit einem sehr dicken Kopf und Groll auf Amanda aus dem Bett gequält und als er sich anziehen wollte, stellte er fest, dass seine Robe vollkommen dreckig war und erbärmlich stank. So zog er lediglich seine eigentlich auch dreckige Hose wieder an und machte sich noch immer verschlafen auf den Weg nach unten. Kaum hatte er das Zimmer verlassen, hörte er, wie vermutlich Snape das Schlafzimmer verließ und er beeilte sich, die Treppe herunter zu kommen, um wenigstens noch eine halbe Minute länger vor ihm Ruhe zu haben. Amanda hatte inzwischen den Tisch gedeckt und alles darauf gestellt, was sich zum Frühstücken eignete. Da sie nicht mit Besuch gerechnete hatte, beschränkte es sich ausnahmsweise nur auf Brot, Toast und Belag. Als David die Küche betrat, war sie gerade dabei, ihm einen Trank gegen die Kopfschmerzen zusammenzumischen. „Schön, dass du es dann doch noch wieder ins Reich der Lebenden geschafft hast." David kommentierte diese Worte nur mit einem Grummeln und ließ sich auf einen Stuhl fallen. Kurz darauf betrat Snape den Raum und wollte sich setzen, doch dann merkte er, dass David schon seinen Platz gegenüber von Amanda in Beschlag genommen hatte. Mit gekräuselten Lippen, aber ohne etwas dazu zu sagen, setzte er sich deshalb auf den Platz neben ihm und ließ kurz den Blick über den jungen Mann wandern. „Den Weg ins Bad haben sie heute morgen offensichtlich auch noch nicht gefunden, Brown", merkte er dann zynisch an, denn David sah alles andere als frisch aus und roch auch dementsprechend leicht unangenehm nach kaltem Rauch und Restalkohol. „Ich hab ja nicht mal gefrühstückt", murmelte er vor sich hin. Wirklich Hunger hatte er eigentlich auch nicht, aber er wollte Amanda nicht noch mehr verärgern, denn irgendwo wusste er schon, dass er ziemlich Mist gebaut hatte.

Amanda war fertig mit dem Kopfschmerzmittel, stellte es vor David auf den Tisch und räumte danach die Zutaten zurück in den Schrank, bevor sie sich ebenfalls setzte. „Guten Appetit", wünschte sie den beiden Männern. David begann nicht gleich zu essen, sondern betrachtete mit Verachtung den Becher mit dem Trank vor sich. Dieser roch schon von weitem so abartig, dass er sich den Geschmack erst gar nicht vorstellen wollte, trotzdem stürzte er den Inhalt einen kurzen Moment später hinunter. Daraufhin verzog er angewidert das Gesicht und sah Amanda an. „Äh… was hast du mir denn da nur gegeben?" Ganz unbeteiligt sah diese ihn an. „Was gegen deinen Kater natürlich. Stell dich nicht so an, damit wird es besser. Irgendwann zumindest." Etwas hämisch grinste sie David an und nahm sich dann einen Toast. Auch Snape konnte sich bei dieser letzten Unterhaltung ein boshaftes Grinsen nicht verkneifen und nahm sich ein Stück Brot. Schon alleine wie der Trank ausgesehen hatte, konnte er sagen, dass ihn Amanda absichtlich möglichst abscheulich zusammengemixt hatte und er konnte es ihr nicht verübeln, geschweige denn tat ihm David deshalb leid. Weiterhin schweigend und Davids Ausdünstungen möglichst ignorierend, belegte er sein Brot und begann schließlich zu essen, nachdem er noch guten Appetit gewünscht hatte. David aß nur wenig und saß die meiste Zeit nur schweigend am Tisch und war bemüht seinen Schwindel und die Übelkeit zu unterdrücken. Während er so vor sich hindämmerte, dachte er über den vergangenen Abend nach. Wie ein Schlag traf ihn die Erkenntnis, dass Sandra da gewesen war und er sie wohl sehr rüpelhaft weggeschickt hatte. „Oh mist…", murmelte er vor sich hin. Amanda sah von ihrem Teller auf und sah ihn an. „Das ist wohl deine Erkenntnis des Tages würde ich sagen." Snape grinste und schnarrte dann. „Tja Brown… Ist ihnen mittlerweile wieder eingefallen, wie viel Mist sie innerhalb von wenigen Stunden zu bauen imstande waren?" Snape ignorierend sah er seine Schwester an. „War Sandra noch hier?" „Also bei mir nicht", meinte sie ein wenig überrascht. Severus indes behielt sich eine Antwort vor, denn er war gespannt, ob David nun ihn fragen würde, da Amanda ihm keine Auskunft geben konnte. „Komisch", dachte David laut. Er hätte schwören können, dass sie ihn geweckt hatte und ziemlich wütend war, als sie gegangen war. Zwar sah Amanda ihn fragend an, sagte jedoch nichts mehr und aß stattdessen weiter. Snape sah kurz danach Amanda und dann David an, bevor er einen Schluck Tee trank und ein wenig den Kopf schüttelte. Es war wirklich unfassbar, dass der Junge nicht einmal mehr mit Bestimmtheit wusste, dass seine Freundin in der vergangenen Nacht noch hier gewesen war. Das würde noch einmal Ärger geben, wenn er sie wieder traf… Doch Severus sah es auch nicht ein, wieso er David hätte aufklären sollen, wenn er ihn nicht fragen wollte, ob er etwas wusste. David hing noch weiter seinen Gedanken nach und kaum waren Snape und Amanda fertig mit dem Frühstück, wollte er sich auch schon auf den Weg machen. Vorwiegend, um wieder ins Bett zu kommen, denn Amandas Trank hatte noch gar nichts bewirkt. „Ich werde dann mal gehen", sagte er und erhob sich langsam. „Gut", meinte Amanda lediglich. David verließ daraufhin die Küche und ging nach oben, um seine Robe zu holen. „War Sandra hier", wollte Amanda von Severus wissen, nachdem David den Raum verlassen hatte. „Natürlich. Das habe ich dir doch gesagt. Muss ich dir auch noch so einen ekligen Trank zusammenkippen, wie du deinem Bruder gegeben hast?" Snape grinste ein wenig frotzelnd, weil sie sich offensichtlich nicht mehr an ihre nächtliche, kurze Unterhaltung erinnerte, die sie nach Sandras Besuch geführt hatten. Amanda grinste. „Nein ich glaube nicht. Das muss ich wohl im Halbschlaf nicht richtig mitgekriegt haben. Und was heißt hier eklig… Mittelalterlich wäre vielleicht der angebrachtere Ausdruck dafür." David betrat wieder die Küche, um sich zu verabschieden. „Ich geh jetzt", kündigte er an. „Vielen Dank für die Hilfe." „Dann vergessen sie mal nicht, vorher einen großen Strauß Blumen zu kaufen, bevor sie sich wieder in die Nähe ihrer Freundin trauen, Brown", grinste Severus ein wenig boshaft in Davids Richtung. Er wollte ja mal nicht so sein und David völlig ohne Vorwarnung in die Höhle der Löwin schicken. „Oh, dann war Sandra doch da?" Er sah Snape an. Das hätte er ja auch ruhig sagen können, als er gefragt hatte. „Das ist wohl offensichtlich, oder", kommentierte Amanda Davids Frage. Dieser grummelte kurz etwas vor sich hin. „Hm, danke. Schönen Tag dann noch." „Natürlich war sie da", sah Severus ihm direkt in die Augen. „Und da sie mich ignoriert und ihre Frage nicht an mich gerichtet hatten, hielt ich es nicht für nötig, sie zu beantworten." Ein leichtes Grinsen umspielte seine Lippen, dann wandte er sich an Amanda. „Ich muss auch so langsam gehen… Es ist schon spät." „So spät ist es doch noch gar nicht", fand Amanda und sah Severus an. David dachte, dass er wohl kaum Zeuge dieser Unterhaltung werden musste und machte sich auf den Weg zur Tür, um nach Hause zu apparieren. Als David verschwunden war, grinste Snape ein wenig. „Was willst du tun, um mich aufzuhalten?" „Da würde mir sicherlich etwas Überzeugendes einfallen", antwortete Amanda schmunzelnd, räumt die drei Teller zusammen und stand auf um sie wegzustellen. „Ich bin gespannt", entgegnete Severus, half ihr aber dann, den Tisch wieder leer zu räumen.

Amanda hatte das letzte Glas Marmelade wieder an seinen Platz gestellt und das Geschirr spülte sich gerade selbständig, während Severus mittlerweile daneben stand und es abtrocknete. Sie legte einen Arm um ihn und stellte sich auf die Zehnspitzen, um ihm ins Ohr flüstern zu können: „Dafür gibt es auch einen Zauber, oder möchtest du deine wenige Zeit lieber weiterhin damit verschwenden?" Severus brummte leise, stellte den Teller weg, den er in der Hand hielt und legte das Geschirrtuch daneben. Dann drehte er sich zu Amanda um und zog sie an sich. „Eigentlich nicht", raunte er dann, blickte ihr in die Augen und küsste sie schließlich. Amanda sah zu ihm auf und lächelte. „Dann ist ja gut", meinte sie leise, nahm seine Hand und zog ihn mit sich Richtung Treppe.