Kapitel 25
~ Gemeinsamer Urlaub ~
Seit einer Woche waren nun in Hogwarts Ferien und endlich hatte auch Amanda eine ganze Woche Urlaub. Severus hatte ihr zu Weihnachten eine fünftägige Reise in einen mittelalterlichen Turm geschenkt und darauf freute sie sich schon seit Wochen. Nun war es Montagmorgen und sie packte gerade die letzten paar Sachen zusammen, während Severus noch einmal nach Hogwarts gegangen war, da er etwas vergessen hatte. Zum Abschluss legte Amanda noch zwei Bücher in ihren Koffer, verschloss ihn und zauberte ihn nach unten in den Flur, bevor sie sich noch einmal im oberen Stockwerk umsah, um sicher zu gehen, dass sie alles bis zum Freitag alleine lassen konnte. Im Erdgeschoss sah Amanda sich ebenfalls noch einmal um, bevor sie sich aufs Sofa setzte und noch in dem kleinen Prospekt, der ihr Reiseziel anpries, zu lesen. Die kleinen Bilder zeigten einen sehr schönen kleinen Garten, sowie ein gemütliches Wohnzimmer. Auch die Aussicht, die man aus dem hohen Turm hatte, war sehr beeindruckend und das römisch angehauchte kleine Badehaus im Garten machte einen sehr verlockenden Eindruck. Noch einmal las sie die historischen Informationen über den Turm und seine Umgebung, auch wenn Severus sicherlich bald wieder da sein würde.
Zehn Minuten später klingelte Severus auch schon an der Tür und kam herein. Er hatte sich noch etwas zum Lesen besorgt, denn Zeit würden sie im Urlaub genug dafür haben. „Bist du fertig", fragte er Amanda, nachdem er das Buch in seinem Koffer verstaut hatte und ins Wohnzimmer trat. Amanda lächelte ihn an. „Ja bin ich. Meinetwegen kann es losgehen." „Also gut, dann komm", lächelte er zurück. Auch er freute sich schon sehr auf ein paar gemeinsame Tage mit Amanda, fernab vom Alltag. Vor allem nach den anstrengenden und nervenaufreibenden letzten Schulwochen konnte ein wenig Erholung alles andere als schaden. Amanda gab Severus einen kurzen Kuss und nahm dann ihren Koffer und machte sich auf den Weg zur Tür. Dort wartete sie auf ihn und verschloss, nachdem er das Haus verlassen hatte, die Haustür, sah ihn dann erwartungsvoll an und nahm seine Hand. „Ich bin sehr gespannt." „Ich auch", grinste er, dann apparierten sie gemeinsam in die Ferien.
Auf der Burg angekommen, wurden sie begrüßt und anschließend zu ihrem Turm gebracht, in dem sie die nächsten fünf Tage wohnen würden. Eine mit Schindeln überdachte Holzaußentreppe führte entlang des viereckigen, alten und mit Efeu bewachsenen Gemäuers zum Eingang empor, wo man schließlich in einen gemütlichen Wohnraum trat. Von dort aus gelangte man über eine enge, hölzerne Wendeltreppe einen Stock höher, ins Schlafzimmer. Ein kleiner Geheimgang führte schließlich noch auf das Dach des Turms, von wo aus man eine prächtige Aussicht über die Täler und Wälder der Umgebung hatte. Quer durch den Kräutergarten, der den Turm umgab, ging es dann noch in das kleine Badehaus, welches den Bewohnern des Turms zusätzlich zur Verfügung stand.
Amanda stand auf dem Dach und genoss die Aussicht auf die Landschaft, die in helles Sonnenlicht getaucht war. Sie war gerade mit dem Auspacken fertig geworden und wollte nun sehen, wo sie sich genau befanden. Severus trat wenig später zu ihr, nachdem auch er sich alles angesehen hatte und mit dem Auspacken fertig war. „Und? Gefällt es dir", fragte er leise und ließ wie sie den Blick ein wenig über die sommerliche Umgebung schweifen. „Ja sehr. Auf solche Ideen kannst du öfter kommen." Sie legte einen Arm um ihn und gab ihm einen kurzen Kuss. Snape lächelte. „Vielleicht tu ich das auch." „Ich hätte nichts dagegen." Amanda ließ ihren Blick etwas schweifen. „Auch eine sehr schöne Umgebung. Ich kann es noch gar nicht richtig glauben, dass ich dich nun so lange ganz für mich alleine habe." „Fünf Tage... Nur Zeit für dich", sagte Severus leise, stellte sich hinter Amanda und legte die Arme um sie. „Und danach haben wir immer noch das Wochenende..." Sie seufzte und lehnte sich an ihn. „Ja, das stimmt. Das ist sehr schön."
Schweigend genoss Snape ein wenig die Ruhe und die Aussicht vom Turm, bis er wieder zu sprechen begann. „Und was machen wir jetzt noch mit dem restlichen Tag?" „Wir könnten uns doch etwas die Umgebung ansehen. In dem Wald dort drüben ist es sicherlich nett und etwas kühler, als hier mitten in der Sonne. Wir könnten auch etwas zu essen mitnehmen und picknicken", schlug sie vor und sah Severus von der Seite an. „Gute Idee", lächelte dieser, denn so langsam wurde es ihm wirklich warm in seinen schwarzen Roben und in der prallen Sonne stehend. „Dann mal los..." Amanda löste sich von ihm und machte sich auf den Weg zurück in den Turm. Im Schlafzimmer zog sie ihre Robe aus, denn obwohl es noch nicht ganz Mittag war, war es so warm, dass es mit Robe kaum auszuhalten sein würde, auch im Wald nicht. „Du willst so bleiben", wollte sie von Severus wissen, der das Zimmer betreten hatte. „Gute Frage...", entgegnete der und sah sie dann kurz schweigend an. Eigentlich ging er ungern ohne in eine Robe gekleidet zu sein, aus dem Haus, doch bei diesen sommerlichen Temperaturen war diese Option wirklich eine Überlegung wert. Vor allem auch, weil es durchaus möglich war, dass sie Muggeln begegnen könnten. „Gib dir einen Ruck, Severus. Es wird ziemlich heiß werden und du kannst mir nicht sagen, dass es in deiner Kleidung besonders kühl ist." Sie lächelte ihn an. Snape seufzte etwas, dann knöpfte er seine Robe auf und hängte sie über einen Stuhl. „Ich könnte nicht als Muggel leben... Man fühlt sich so nackt ohne Robe." Er grinste ein wenig. „Komm, lass uns gehen", sagte er dann. Amanda musste lachen. „Also nackt siehst du dann doch noch anders aus. Ich finde, du bist noch sehr angezogen." Sie machte sich aber schon mal auf den Weg nach unten. „Das hoffe ich, dass es zu völlig nackt noch einen Unterschied macht", entgegnete Severus und folgte ihr. Nachdem sie sich noch etwas zu essen für ein Picknick besorgt hatten, machten sie sich auf den Weg und begannen, die Gegend etwas zu erkunden.
Der nahe gelegene Wald war dicht, kühl und einsam. Hand in Hand gingen sie den schmalen Waldweg entlang und genossen die Stille. Nachdem sie eine ganze Weile gegangen waren, kamen sie an eine Lichtung mit einer Wiese und einem kleinen Bach. „Wollen wir hier essen? So langsam hätte ich schon Hunger." „Ja, gute Idee. Dann wird der Korb auch etwas leichter, wogegen ich rein gar nichts einzuwenden hätte", antwortete Snape und stellte den Picknickkorb auf der Wiese ab. „Ich hätte ihn auch ein Stück getragen, aber du wolltest das ja nicht", meinte Amanda grinsend und holte die Decke aus dem Korb, um sie auf der Wiese auszubreiten. „Nein. Mein Stolz hat mir das verboten", grinste Severus und setzte sich hin, bevor er begann, den Inhalt des Korbs auf die Decke zu packen. „A ha, dein Stolz." Amanda lachte noch einmal kurz, setzte sich schließlich zu ihm und half ihm beim Auspacken. „Mhm", bestätigte Severus noch einmal schmunzelnd, dann schenkte er ihnen beiden etwas zu trinken ein. Es war schön, so zusammen ungestört den Tag zu verbringen. „Danke." Amanda trank einen Schluck und ließ den Blick über die Lichtung streifen. „Hier kann man es auch länger aushalten. Ich hätte mal mein Buch mitnehmen sollen." „Ja, das stimmt. Wieso Buch? Reicht es nicht, dass du mich hast?" Severus zog eine Augenbraue hoch, doch eigentlich war seine Aussage eher scherzhaft gemeint. Dann trank er etwas, denn so langsam hatte er wirklich Durst. Amanda grinste und beugte sich zu ihm, um ihn zu küssen. „Mhm, eigentlich schon, aber wer weiß, so auf Dauer... Vielleicht hab ich ja Angst, dass du nicht spannend genug für die ganze Woche bist und will mir lieber was aufheben." Severus stellte das Glas weg, zwang sie mit sanfter Gewalt auf den Rücken, küsste sie und sah er ihr in die Augen. Dann raunte er ihr ins Ohr, während ein leichtes Grinsen seine Mundwinkel umspielte: „Ich denke nicht, dass das nötig ist." Kaum war das gesagt, richtete er sich wieder auf und trank noch einen Schluck, als wäre nichts gewesen. Grinsend erhob sie sich wieder auf. „Offensichtlich nicht." Sie nahm Severus das Glas aus der Hand und küsste ihn innig, während sie seine Seite entlang streichelte. Er brummte leise und seufzte dann ein wenig, als sie ihn so überfiel, dann legte er sich auf den Rücken und zog sie mit sich nach unten, während er ihren Kuss erwiderte. Es hatte ihm die letzten Wochen so gefehlt, Amandas Nähe zu spüren.
„Ich dachte, der Nachtisch kommt erst nach dem Essen", meinte Amanda und sah ihm grinsend in die Augen. „Das ist die Vorspeise", grinste Severus daraufhin frech. „Und die kommt bekanntlich vor dem Essen..." „Mhm. Ach so ist das", murmelte sie leise und hauchte einen Kuss auf seinen Hals. Brummend bejahte Severus, streichelte sie sanft und küsste sie noch einmal zärtlich und lange. „Ich bin aber doch eher für Nachtisch zu haben, der ist in der Regel süßer, als die Vorspeise." Amanda lächelte und küsste ihn noch einmal sanft. Severus seufzte. „Also gut", grinste er dann ein wenig und ließ wieder von ihr ab. „Dann lass uns mal essen..." „Das ist auch besser, sonst schwächel ich nachher noch und das willst du sicher auch nicht." Amanda grinste und nahm sich etwas vom mitgebrachten Essen. „Das wäre unschön, das stimmt", sagte Severus grinsend und griff dann auch nach etwas zu Essen. Einige Zeit später lag er dann schließlich satt wieder auf der Decke, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und blickte gen Himmel. Amanda hatte gerade die letzten Sachen zurück in den Korb gelegt und legte sich dann mit dem Kopf auf seinen Bauch. „Wenn ich zu schwer bin, musst du es sagen", meinte sie ruhig. „Mhm", brummte Snape, legte dann einen Arm etwas um sie und seufzte leise. So könnte es doch wirklich jeden Tag sein, dachte er sich. Amanda umfasste seinen Arm mit einer Hand und seufzte ebenfalls leise. Mit geschlossenen Augen genoss sie das Gefühl von Severus Nähe und der sie umgebenden Sommerluft. Durch die Sonne und das viele Essen wurde sie allerdings langsam überraschend müde. Auch Severus ging es nicht anders, auch er wurde durch das leckere Essen gerade schläfrig. „Wenn ich jetzt nichts tue, dann schlafe ich ein", murmelte er schließlich. „Das macht nichts... Ich auch." „Hm...", brummte er daraufhin nur noch. Offenbar hatte Amanda auch keine Ambitionen, sich gerade groß zu bewegen und er eigentlich auch nicht. Also blieben sie weiter regungslos so liegen und genossen dösend das schöne Sommerwetter.
Amanda war gerade wirklich fast eingeschlafen, als lautes Lachen sie zurück in die Realität holte. Das nächste was sie hörte, war ein Fuß, der gegen einen Ball trat, welcher einen Moment später wieder auf dem Boden auftraf. Kurz darauf waren zwei Kinderstimmen zu hören, die sich lachend etwas zuriefen. Amanda grummelte leise vor sich hin. „Gut, dass wir auf den Nachtisch verzichtet haben", meinte sie trocken. Auch Severus seufzte, als er Geräusche hörte. Wieso mussten gerade jetzt Leute kommen und dann auch noch Kinder? „Ja, allerdings", antwortete er dann leise und versuchte sich unter Amanda etwas zu strecken. Noch nicht ganz wach richtete sich Amanda auf und blinzelte in die Sonne, gerade noch rechtzeitig, um den Ball der Kinder zu fangen und zu verhindern, dass sie oder Severus davon getroffen wurden. Das ältere der beiden Kinder stand ein paar Meter weiter und sah sie erschrocken an. Der Junge war etwa fünf und hatte sie beide scheinbar vorher nicht wahrgenommen. Amanda lächelte freundlich und warf ihm den Ball zurück, woraufhin der Junge leise „Danke" murmelte und wieder zu seiner Schwester und seinen Eltern zurück lief, welche sich gerade den Bach ansahen. Auch Severus setzte sich nun wieder auf. „Kinder... Das hat mir ja gerade noch gefehlt in den Ferien...", murmelte er ein wenig genervt, denn viel lieber hätte er jetzt noch weiter die Ruhe und die Stille der Umgebung genossen. „Ach komm, so schlimm ist es ja nun nicht und sie sind bestimmt bald wieder weg", meinte Amanda und rieb sich den Schlaf aus den Augen, während sie weiter die kleine Familie beobachtete. „Na ja, immerhin hätten sie uns schon fast einmal mit dem Ball umgenietet", entgegnete Severus und nahm sich dann noch einmal etwas zu trinken. „Na das kann ja mal passieren, außerdem hätten sie dich eher nicht getroffen." Sie lächelte und gab ihm einen kurzen Kuss. Daraufhin grinste er ein wenig. „Wäre es so gewesen, hätte ich sie sicher auch nicht so angelächelt, wie du vorhin." „Er hat lieb Danke gesagt." Amanda lächelte Severus an und trank ebenfalls einen Schluck. Das kleine Mädchen der Familie hatte indes gerade angefangen mit dem Ball zu spielen und kam dabei weiter in ihre Nähe, ohne dass sie etwas davon merkte. „Das will ich doch schwer hoffen. Gehört sich schließlich auch so", antwortete Snape und beobachtete dann das Mädchen, welches vielleicht gerade einmal drei Jahre alt war, wie es noch etwas unbeholfen mit dem Ball spielte. „Na, wenn man so klein ist, kann man das in der Aufregung schon mal vergessen." Amanda saß etwas hinter Severus und sah ihm zu, wie er das Mädchen beobachtete. Dieses hatte gerade den Ball aus Versehen fallen gelassen, welcher nun auf ihre Decke zu rollte und nur zwei Meter davor zum stehen kam. Die Kleine lief dem Ball hinterher und erst nachdem sie ihn aufgehoben hatte, bemerkte sie Snapes Blick und sah ihn erschrocken an, blieb aber einen Moment stehen und blickte zurück. Dann lächelte sie kurz, drehte sich um und lief zu ihren Eltern zurück. „Aufregung hin oder her... Es gehört zur guten Erziehung, die leider einigen fehlt", merkte Severus an, während er weiter mit seinem Blick der Kleinen folgte. Als der Ball zu ihnen rollte, beobachtete er sie ungerührt weiter, was sie nun tun würde. Als sie schlussendlich kurz lächelte und zurück zu ihren Eltern lief, konnte Snape nicht anders und musste ein wenig amüsiert grinsen. „Gut, dass du es sonst mit schon älteren Kindern zu tun hast", meinte Amanda und musste auch über das kleine Mädchen lächeln, welches inzwischen zusammen mit ihren Eltern langsam die Lichtung wieder verließ. „Wieso?" Fragend wandte sich Severus nun zu Amanda um. „Na weil die in der Regel einfach durch ihr Alter etwas mehr erzogen und weniger Kind sind." Daraufhin musste Snape ein wenig lachen. „Da wäre ich mir mal nicht so sicher..." „Insgesamt ist es sicherlich so." Amanda sah ihn etwas schmunzelnd an, aber innerlich konnte sie nicht verschweigen, dass sie Severus Meinung etwas besorgte. Mit dieser Abneigung Kindern gegenüber, würde er kaum eigene haben wollen. „Wenn du das sagst...", entgegnete dieser daraufhin lediglich noch, dann trank er noch einmal einen Schluck. „Ich denke schon. Und du findest so kleine Kinder kein bisschen niedlich?" So ganz konnte sich Amanda das nicht vorstellen. „Das kommt ganz darauf an... Ich habe schließlich nicht gesagt, dass ich sie nicht niedlich finde", antwortete Severus und sah sie dann mit hochgezogener Augenbraue ein wenig fragend an. „Wieso fragst du das?" Irgendwie konnte er es sich schon denken, welche Intention dahinter steckte und das weckte unschöne Erinnerungen an ihr letztes Gespräch über das Thema Kinder, doch andererseits konnte er nicht umhin, ihr diese Frage zu stellen. „Weil ich sie niedlich finde und ich mir bei deinen Worten nicht vorstellen kann, dass du das auch tust. Nichts weiter." „Ich habe nur gesagt, dass Kinder von Anfang an ordentlich erzogen werden sollten, sonst nichts." „Solange es dabei dann noch Kinder bleiben, würde ich dir wohl zustimmen." Amanda sah Severus an. Eigentlich wollte sie gar nicht groß darüber diskutieren. Er erwiderte kurz ihren Blick, bevor er ruhig antwortete. „Keine Angst... Ich weiß selbst genau, was es heißt, nicht Kind bleiben zu können... Ich habe nicht vor, meinen Kindern dasselbe anzutun, sollte ich jemals welche in die Welt setzen..." Dann stand er auf, trat ein paar Schritte zur Seite, um nicht mehr auf der Picknickdecke herumzustehen und sah Richtung Bach. Auch er wollte über dieses Thema nicht mehr unbedingt weiterreden und sich damit den lang ersehnten Urlaub vermiesen. „Das meinte ich eigentlich gar nicht", erhob sich Amanda ebenfalls. „Ich werde mir mal den Bach ansehen gehen", sagte sie dann und ging an Severus vorbei in Richtung des Wassers. Dieser war kurz davor, noch etwas auf ihre Worte hin zu erwidern, ließ es dann aber doch sein und sah ihr lediglich hinterher. Leise seufzend vertrat er sich dann ein wenig die Beine, entfernte sich jedoch nicht allzu weit von der Decke.
In der Zwischenzeit war Amanda am Bach angekommen und sah kurz dem Wasserlauf zu. Dann beugte sie sich hinunter, um sich die Hände zu waschen. Das Wasser war angenehm kühl und klar. Auch Severus kam nun langsam Richtung Bach gelaufen, denn irgendwie hatte er das Gefühl, als ob nun wieder irgendetwas zwischen ihm und Amanda stand und dem wollte er nicht noch zusätzlichen Nährboden geben, indem er ihre Nähe vermeintlich mied. Ein wenig empfand Amanda das Gespräch auch als Belastung, aber das war das Thema Kinder für sie immer, weshalb sie es vermied, sich damit zu beschäftigen. Sie hatte noch kurz etwas ihre Arme gekühlt und erhob sich langsam wieder. Schweigend trat Severus indes neben sie, die Hände in den Hosentaschen verborgen und sah ins Wasser. Amanda sah in diesem Moment seine Schemen darin und zuckte vor Schreck zusammen, doch durch das abschüssige Ufer am Bach rutschte sie dadurch aus und fiel ins kühle Nass. Einen kleinen erschrockenen Schrei konnte sie sich dabei nicht verkneifen. Das Wasser war nicht tief, aber durch den Sturz wurde ihr Rock vollständig nass. Noch im Bach sitzend sah sie zu Severus auf. „Hey! Du kannst mich doch nicht so erschrecken!" Trotz allem musste sie lachen. Auch Severus schreckte zusammen, als Amanda plötzlich ausrutschte und in den Bach fiel, doch nach kurzem Schrecken musste auch er ein wenig lachen. „Ich wollte dich überhaupt nicht erschrecken... Tut mir leid." Er hielt ihr die Hand hin, um ihr wieder aufzuhelfen. „Hast du dir weh getan", fragte er auch sogleich besorgt nach. „Kein Problem. Nein, alles in Ordnung", meinte sie noch immer lachend, nahm dann aber seine Hand und zog ihn kraftvoll zu sich.
Überrascht, dass sie so kräftig an seiner Hand zog, musste Severus mit einem Fuß reflexartig nachsetzen, um zu verhindern, dass er selbst auch noch im Wasser landete. „Willst du mich auch noch reinziehen", entfuhr es ihm, bevor er Amanda schließlich herauszog. Tropfend stand sie schließlich vor ihm. „Ja so ähnlich war eigentlich mein Plan gewesen", meinte sie grinsend. „Na zum Glück hat dieser Plan nicht funktioniert", grinste er ein wenig zurück. „Da ist es wohl nur die Frage, für wen das hier Glück ist. Zum Glück ist es ja warm." Lächelnd sah sie zu ihm auf. „Für mich natürlich. Ja, aber trocken zaubern wäre vielleicht trotzdem eine Überlegung wert, oder nicht?" „Du willst ja nur nicht, dass mich jemand anderes in einem nassen, klebenden Rock sieht", meinte sie grinsend. „Aber du hast schon recht." „Ich will auch nicht, dass du trotz Sommer vielleicht krank wirst." „Na, das glaub ich eher weniger. Aber lieb, dass du dir Sorgen machst." Amanda gab ihm einen kurzen Kuss und ging dann zurück zur Decke, um sich wieder trocken zaubern zu können. Severus folgte ihr und noch bevor sie ihr Ziel erreicht hatte, hatte er selbst seinen Zauberstab aus der Hose gezogen und sie trocken gezaubert. Natürlich merkte sie das und drehte sich daraufhin zu ihm um. „Vielen Dank, das hätte ich nun auch noch geschafft", beschwerte sie sich mit einem Grinsen. „Aber ich war schneller", grinste er zurück, kam auf sie zu und nahm sie dann in den Arm. „Das scheint wohl so. Wollen wir noch ein wenig weiter gehen?" „Du meinst spazieren? Gern..." Amanda konnte sich ein kurzes Grinsen nicht verkneifen. „Ja ich meinte weiter spazieren gehen, was dachtest du denn?" „Nichts. Das war so etwas wie eine rhetorische Frage", antwortete Severus und ging Richtung Picknickdecke. Dort angekommen begann er, das restliche Zeug wieder einzupacken, das noch auf der Decke stand. Amanda folgte ihm und legte dann schließlich die Decke zusammen und räumte sie zurück in den Korb. „Jetzt ist der Korb auch leichter", meinte sie schmunzelnd. „Ja, zum Glück", lächelte Snape und nahm ihn schließlich in die Hand. „So... In welche Richtung soll's gehen?" „Lass uns doch noch ein wenig geradeaus gehen und dann in einem großen Bogen zurück vielleicht?" Sie drückte seine Hand und sah ihn lächelnd an. „Ok. Gute Idee." Severus küsste sie noch einmal kurz, dann gingen sie weiter, bevor sie sich nach einer Weile schließlich wieder ihrer Unterkunft näherten.
