Kapitel 27

~ Familienessen ~

Der gemeinsame Urlaub von Severus und Amanda verlief noch sehr schön und harmonisch, doch nun war er schon wieder seit etwa zwei Wochen vorbei und Amanda ging erneut regelmäßig ihrer Arbeit bei Felonwood nach. Auch Severus war langsam wieder dabei, das neue Schuljahr vorzubereiten, da es schon bald wieder losgehen würde, doch er verbrachte weiterhin sehr viel Zeit bei Amanda daheim und arbeitete dort.

Während des Urlaubs hatte diese die Überlegung geäußert, einmal ein Essen für ihre Familie zu veranstalten, da sie schließlich nie eine Einweihungsfeier für ihr Haus gegeben hatte, in welchem sie nun schon wieder eine ganze Weile wohnte. Severus hatte nichts dagegen einzuwenden gehabt und hatte ihr sogar vorgeschlagen, das Kochen zu übernehmen, damit sie sich neben der Arbeit nicht auch noch darum kümmern musste. Amanda, die sich über dieses Angebot natürlich sehr gefreut hatte, lud also gleich nach dem Urlaub ihren Vater, sowie ihren Bruder und seine Freundin Sandra zum Essen ein, welches an einem Samstagabend stattfinden sollte. Ihre Mutter hatte sie bewusst nicht eingeladen, um unnötigen Ärger zu umgehen. Sie würde Amanda einmal gesondert zu sich einladen, wenn außer ihr niemand anderes anwesend war.

Severus stand gerade in der Küche und warf die geschälten Kartoffeln in das kochende Wasser, während Amanda noch im Bad war und sich duschte. Es war mittlerweile fast sieben Uhr am Abend und in einer halben Stunde würden hoffentlich die ersten Gäste eintreffen, denn auf halb acht waren die Einladungen ausgesprochen und das Essen von Snape vorbereitet worden. Dieser widmete sich gerade wieder dem Fisch und stopfte noch kleine Sträuße Rosmarin in deren Bäuche, bevor sie zum Braten in die Pfanne kommen sollten, als Amanda frisch geduscht die Küche betrat, ihn anlächelte und kurz küsste. „Ich geh wohl besser mal den Tisch decken oder", meinte sie und ließ ihren Blick kurz über Severus bisheriges Werk schweifen. „Das wäre eine gute Idee, bevor die Gäste kommen." Er sah sie kurz an und grinste ein wenig. „Manchmal habe auch ich gute Ideen", meinte Amanda schmunzelnd und sorgte mit ihrem Zauberstab dafür, dass sich das richtige Besteck aus der Schublade auf das Tablett auf dem Küchentisch legte, bevor sie einen Schrank öffnete und sich nach einer passenden Tischdecke umsah. „Ich habe nichts gegenteiliges behauptet", entgegnete Severus, küsste sie kurz und widmete sich dann wieder dem Essen. „Das will ich auch schwer hoffen für dich." Sie nahm eine Decke aus dem Schrank und widmete sich dann den Tellern.

Während Amanda schließlich den Tisch deckte, prüfte Severus kurz die Kartoffeln und begann dann damit, die Fische anzubraten. Etwa zwanzig Minuten später waren die Kartoffeln gar und Snape nahm gerade die letzte Forelle aus der Pfanne, um sie noch ein wenig mit Zitrone zu verfeinern, als es an der Tür klingelte. „Mach du auf? Ich kann gerade nicht", rief er nach Amanda, denn er würde zuerst noch den Fisch warm stellen müssen, bevor er öffnen gehen konnte. „Ja, ich geh", rief diese in die Küche, auf dem Weg durchs Wohnzimmer. Vor der Tür stand ihr Vater mit einer Flasche Wein in der Hand und lächelte sie an. „Schön, dass du da bist. Komm doch rein. Wir gehen in den Garten", begrüßte Amanda ihren Vater. Dieser betrat das Haus und schloss dann die Tür hinter sich, bevor er seiner Tochter die Flasche gab. „Die ist aber nicht für heute Abend, oder zumindest nicht für den frühen Abend", sagte er schmunzelnd. Nachdem Amanda sich das Etikett etwas genauer angesehen hatte, verstand sie - es war ein nicht gerader günstiger Rotwein. „Danke", meinte sie lächelnd und brachte ihren Vater dann auf die Terrasse. „Du möchtest sicher einen Weißwein trinken, oder?" Dieser stimmte nickend zu. So war Amanda kurze Zeit später in der Küche und öffnete den Wein. „Guck mal, mein Vater hat uns Wein mitgebracht", berichtete sie, während sie drei Gläser einschenkte. Severus blickte kurz auf die Flasche. „Oh, das ist schön. Ein guter Wein... Ich bin dann auch gleich mit dem Essen soweit. Ich hoffe, dein Bruder ist pünktlich. Es wird nicht besser, wenn man es stundenlang warm hält." Gerade rührte er noch das Dressing für den Salat an und nachdem er es schließlich zur Seite gestellt hatte, um es kurz vor dem Servieren über den grünen Salat gießen zu können, wusch er sich die Hände. „Dann werde ich jetzt mal schnell deinen Vater begrüßen gehen..." „Tu das." In diesem Moment klingelte es erneut. „Siehst du, David ist ausnahmsweise pünktlich. Nimm doch den Wein und die Gläser mit, dann mach ich auf." Mit diesen Worten machte sich Amanda auf den Weg zur Haustür. „Sehr schön. Ja, mache ich", entgegnete Severus, nahm dann die Getränke und ging in den Garten, wo er schließlich Carl begrüßte. „Guten Abend, Severus, schön dich zu sehen", sprach dieser Snape freundlich lächelnd an.
Amanda hatte in der Zwischenzeit David und Sandra eingelassen und war mit ihnen auf die Terrasse getreten, wo sie zunächst Mr. Brown und dann Snape begrüßten. „Hallo, Professor Snape", begrüßte Sandra ihn freundlich, während David sich nur zu einem etwas neutralerem „Hallo" durchringen konnte. „Hallo Carl...", entgegnete Severus an Mr. Brown gerichtet und als Amanda mit den anderen Gästen dazugekommen war, begrüßte Snape auch die beiden höflich und für seine Verhältnisse auch freundlich. „Miss Adams, Mister Brown..." Nach einer kurzen Pause fügte er hinzu: „Da jetzt alle eingetroffen sind, würde ich sagen, gehen wir gleich zum Essen über. Es ist bereits alles fertig." Fragend sah Severus dann kurz Amanda an, was sie davon hielt. Diese nickte nur lächelnd und schenkte David und Sandra die gewünschten Getränke ein, nachdem sie sich gesetzt hatten. Snape ging indes in die Küche, machte den Salat noch schnell an und stellte dann alles auf ein großes Tablett, dass er schließlich nach draußen schweben ließ. Dort angekommen platzierte er alle Speisen auf dem Tisch, damit sich jeder selbst bedienen konnte. „So... frische Forelle, mit Zitrone und Rosmarin, dazu Petersilien-Kartoffeln und Salat. Ich wünsche guten Appetit." Mit diesen Worten stellte er das Tablett zur Seite und setzte sich dann auch selbst an den Tisch, bevor er sich ein wenig Wein einschenkte.

Amanda reichte ihrem Vater die Kartoffeln, der sich daraufhin einige auf seinen Teller legte. „Es riecht sehr gut", lobte Sandra Snapes Essen, nachdem sie sich kurz bei Amanda bedankt hatte, die gerade den Fisch verteilt hatte. „Ich hoffe, es schmeckt auch gut", entgegnete dieser auf das Kompliment hin und lächelte kurz ein wenig, bevor er sich auch bei Amanda für den Fisch bedankte und sich danach ein paar Kartoffeln nahm. Sehr begeistert war David über den Fisch nicht, dennoch meckerte er nicht und begann, wie alle anderen auch, mit dem Essen. „Oh, entschuldigt. Natürlich dürft ihr auch etwas trinken", meinte Amanda einen Moment später und hob ihr Glas. „Auf einen schönen Abend und vielen Dank, dass ihr gekommen seid." Carl tat es seiner Tochter gleich. „Vielen Dank, dass wir kommen durften", entgegnete er aber. Auch Severus hob sein Glas und prostete den anderen zu. „Zum Wohl", wünschte er, dann stellte er es wieder ab und begann, bedächtig und sorgfältig den Fisch zu zerlegen.

Einige Zeit später stellte Amanda ihre Teller ein Stück von sich und sah Severus lächelnd an. „Danke das war sehr lecker. Und? Gibt es auch Nachtisch?" Lediglich Sandra aß noch den letzten Rest ihrer Kartoffeln. „Was würdest du tun, wenn ich nein sage?" Er grinste ein wenig und trank dann einen Schluck Wein. Auch er war gerade mit essen fertig geworden und war sehr zufrieden mit dem, was er die letzten Stunden zubereitet hatte. Den Kommentar, der ihr auf der Zunge lang, verkniff sich Amanda gerade noch und antwortete stattdessen: „Dann würde ich es immer noch für ein sehr gutes Essen halten, wenn auch ohne süßen Abschluss." Amüsiert grinsend lauschte Carl der Unterhaltung zwischen Snape und seiner Tochter. „Also ich bin gerade sehr satt und bräuchte nicht unbedingt ein Dessert", meinte er dann ruhig. „Da hörst du's... Dein Vater wünscht gerade kein Dessert." Severus funkelte sie ein wenig herausfordernd, aber belustigt an, denn er sah ihr an, dass ihr gerade ein ganz anderer Kommentar auf der Zunge gelegen hatte. Dann fuhr er fort: „Aber wenn du unbedingt willst, dann bekommst du heute noch Nachtisch..." Dieser Kommentar war eindeutig zweideutig gemeint, doch hörte man es nicht an seinem Wortlaut. Aber da sich Snape denken konnte, was Amanda gerade unausgesprochen ließ, spielte er darauf an, während er sich vom Tisch erhob. „Will noch jemand gleich Dessert?"

Amanda grinste vor sich hin bei Severus Worten. Scheinbar hatte er auch ohne Worte verstanden, was sie im Kopf gehabt hatte. „Ich hätte gerne auch etwas", sagte Sandra etwas schüchtern. David nickte lediglich und Carl schüttelte den Kopf. „Nein, ich nicht. Danke." „Gut, dann also dreimal..." Daraufhin ging Severus in die Küche, allerdings nicht bevor er mit einem Wink des Zauberstabs alle leeren Teller und das restliche Geschirr auf das Tablett und weiter Richtung Küche gezaubert hatte. Er selbst war auch noch satt genug, sodass er noch keinen Nachtisch wollte. Ein wenig später kehrte er schließlich mit drei Schalen, gefüllt mit leckerem Früchtedessert, zurück und stellte es vor David, Sandra und Amanda hin. „Normalerweise soll man ja nichts essen, wenn der Koch nicht mitisst", kommentierte Amanda Severus Enthaltsamkeit. David hielt in seiner Essbewegung kurz inne und sah seine Schwester skeptisch an, bevor er etwas langsamer weiter aß. Severus grinste gespielt boshaft, als hätte er das Essen vergiftet und als er sah, wie David kurz inne hielt, musste er lachen. „Soll ich vorkosten", fragte er dann Amanda mit äußerst samtiger Stimme, während er noch immer in ihrer Nähe stand und sich etwas zu ihr hinunterbeugte. Sandra ließ sich von dem Gespräch nicht beeindrucken und aß weiter. Amanda drehte sich zu Severus um. „Ja, bitte." Sie hielt ihm einen gefüllten Löffel entgegen. Er zog daraufhin die Augenbrauen etwas hoch, aß dann jedoch die angebotene Kostprobe. „Vorzüglich", sagte er kurz darauf. „Wer hat das bloß gemacht?" Dann ging er ein wenig schalkhaft grinsend zurück zu seinem Platz und setzte sich hin. „Tja, das muss jemand gewesen sein, der gut kochen kann", antwortete Amanda grinsend. David beäugte Snape noch immer etwas skeptisch, während er aß. „So wird's wohl gewesen sein", antwortete Snape noch immer etwas belustigt und trank dann einen Schluck Wein. Dann bemerkte er, dass Carls Glas fast leer war. „Noch Wein, Carl", fragte er ihn deshalb höflich, denn schließlich sollten seine und Amandas Gäste nicht auf dem Trockenen sitzen. „Oh, ja gerne. Vielen Dank." Nachdem Severus ihm eingeschenkt hatte, wendetet sich Carl an seinen Sohn: „David, was macht eigentlich deine Arbeit so?" David sah von seiner Schale auf und dann seinen Vater an. „Eigentlich ist es ganz gut." „Stimmt es, dass Lockhart sein Gedächtnis verloren hat?" David nickte daraufhin nur, denn er fand, dass es wesentlich interessantere Gesprächsthemen gab. „Bitte", antwortete Snape und verfolgte dann das Gespräch zwischen Vater und Sohn. Als Lockharts Name fiel, musste er sich ein leichtes Grinsen verkneifen, denn noch immer fand er es recht amüsant, dass ihn sein eigener Gedächtniszauber getroffen hatte, welchem er auch seinen ganzen Ruhm verdankte. „Wurde denn versucht, das Gedächtnis der Leute, die er geschädigt hat, wieder herzustellen?" David zuckte mit den Schultern. „Kann schon sein, ich habe damit auf jeden Fall nichts zu tun." „Mama streitet das sicherlich alles ab und tut so, als wäre Lockhart das arme Opfer", mischte sich Amanda ein. Carl nickte. „Ja, wahrscheinlich. Gibt es denn schon jemanden neues für seine Stelle", wollte er an Snape gerichtet wissen.

Severus hob ein wenig die Augenbrauen und setzte sich etwas aufrechter hin, bevor er anfing zu sprechen, denn er wurde nicht gerne daran erinnert, wer sich bald als Lehrer in Hogwarts herumtreiben würde. „Ja, allerdings", antwortete er deshalb nur knapp, aber nicht unfreundlich. Er hatte schon mehr als einmal Dumbledore davor gewarnt, Remus Lupin einzustellen, seit er vom Vorhaben des Direktors erfahren hatte, doch ohne Erfolg. Der Werwolf würde kommendes Schuljahr sein Kollege werden. „Oh, das ist ja schön. Wird sicherlich auch nicht leichter, bei dem großem Verschleiß." „Nein, das wird es in der Tat nicht", bestätigte Severus und fuhr dann etwas trocken fort: „Allerdings wird es diesmal wenigstens nicht schwer sein, den Vorgänger würdig zu ersetzen, denn jeder Zweitklässler versteht mehr von Verteidigung gegen die dunklen Künste als Lockhart. Es sei denn, er hatte in der ersten Klasse gerade bei eben diesem Unterricht." Amanda, ihr Vater und Sandra lachten, während es David eher für einen von Snapes gemeinen Scherzen hielt. „Es ist ja zu hoffen, dass dieser Lehrer länger als ein Jahr bleibt", meinte Carl schließlich. „Das ist wohl Ansichtssache", murmelte Amanda leise vor sich hin, bevor sie noch einen Schluck Wein trank. „Was ist, Mr. Brown", sah Snape David an, als er nicht lachte und stichelte ihn ein wenig. „Sind sie zum Lockhart-Sympathisanten mutiert, seit er sich seine letzten, wenigen Reste Verstand aus dem Hirn gepustet hat?" Dann wandte er sich wieder Carl und dessen Kommentar zu und ergänzte ihn um ein paar Worte. „Sofern er die nötige Kompetenz aufweist, das Fach ordentlich zu unterrichten." Dass er Lupin auf den Tod nicht ausstehen konnte und er deshalb auch nicht gerade erpicht darauf war, dass er länger als ein Jahr blieb, verschwieg er an dieser Stelle lieber, denn es ging niemanden etwas an. „Eigentlich hatte ich kaum eine andere Antwort erwartet", meinte Carl grinsend, während sich David fast zeitgleich etwas patzig verteidigte: „Ich bin kein Lockhart-Sympathisant." „Ach nein? Sondern", forschte Severus daraufhin ein wenig nach und amüsierte sich innerlich ein wenig, dass sich David gleich so angegriffen fühlte. Er kam tatsächlich immer noch nicht damit klar, dass seine Schwester etwas mit seinem ehemaligen, am meisten gehassten Lehrer angefangen hatte. „Nichts sondern, ich muss ja nur nicht den Humor aller hier teilen, oder?" Amanda schüttelte über David kurz den Kopf und trank ihr Weinglas leer. Sandra sah ihren Freund von der Seite an und stellte dann ihre Dessertschüssel zurück auf den Tisch. „Nein, das müssen sie in der Tat nicht", antwortete Snape mit Bedacht und sah ihn an. Einen Kommentar, dass er die Vermutung hatte, dass es weniger am Humor selbst, sondern an ihm, der diesen spitzfindigen Kommentar geäußert hatte, lag, dass David nicht gelacht hatte, verkniff sich Severus dabei und nahm stattdessen sein Weinglas zur Hand, trank einen Schluck und blickte kurz in die Runde. „Da habe ich ja Glück gehabt", meinte David nur trocken und widmete sich dann Sandra und fragte sie leise etwas. „Was war eigentlich in Hogwarts wirklich los im letzten Schuljahr, Severus. Man hat so viele Gerüchte gehört, aber irgendwie nichts Konkretes", wandte sich Carl schließlich wieder an Snape. Während Amanda auf Severus Antwort wartete, schenkte sie ihren Gästen, Severus und schließlich sich selbst noch etwas Wein nach.

Eigentlich wollte Severus noch einen trockenen Kommentar auf Davids Worte hin abgeben, doch als Carl sich mit seiner Frage an ihn wandte, atmete er stattdessen tief durch, um kurz darüber nachdenken zu können, was er nun antworten sollte und seine Miene wurde etwas ernster. „Ich weiß nicht, ob du das wirklich hier und jetzt hören willst, Carl", entgegnete er dann, mit einem kurzen und bedeutsamen Seitenblick auf die beiden Jüngsten am Tisch, die sich gerade unbeschwert und leise miteinander unterhielten. Severus war sich nicht sicher, ob er ihnen diese Unbeschwertheit mit der beunruhigenden Wahrheit über das letzte Schuljahr jetzt schon rauben sollte, denn noch wusste keiner, wann Voldemort einen erneuten Vorstoß wagen würde. „Ich denke schon, dass ich es wissen möchte. Es ist hier niemand mehr zu jung, denke ich." Zwar hatten ihn Snapes Einwände kurz nachdenklich gestimmt, aber dennoch hatte Carl sich dafür entschieden, denn schließlich waren David und Sandra erwachsen. „Gut, wie du meinst", entgegnete Snape daraufhin ruhig und sachlich und sah dann kurz zu Amanda, bevor er wieder Carl ansah. Dann fuhr er ruhig und ernst fort. „Ich weiß nicht, was der Prophet alles geschrieben hat, oder was du über andere Kanäle erfahren hast... Deshalb sollte ich, bevor ich deine Frage beantworte, erst einmal wissen, was du über die Kammer des Schreckens weißt." „Nun ja, ich habe natürlich davon gehört. Als ich in Hogwarts war, waren kurz zuvor schreckliche Dinge deswegen passiert und soweit ich weiß, wurde auch jemand deswegen der Schule verwiesen, aber wirklich viel mehr weiß ich auch nicht. Und zu den aktuellen Sachen habe ich nur gehört, dass es Angriffe auf Schüler gab, die daraufhin versteinert wurden, aber wer das getan hat, konnte auch niemand sagen." Sandra und David hatten inzwischen von ihrem Gespräch aufgesehen und hörten nun interessiert zu. Amanda beschäftigte sich zur Ablenkung etwas mit ihrem Weinglas, denn immerhin kannte sie die Geschichte schon. Severus nickte kurz, wie zur Bestätigung, dass er verstanden hatte, was Carl gerade erzählt hatte, dann antwortete er: „Es gibt diverse Geschichten, bis vor kurzem von Professor Binns noch als Legenden ohne Hand und Fuß bezeichnet, die sich um die Kammer des Schreckens ranken... Es heißt, dass Salazar Slytherin selbst sie ins Schloss eingebaut hatte, bevor er es aufgrund der Streitereien mit den anderen drei Gründern verließ. Wie du... wie ihr sicherlich alle wisst", verbesserte sich Snape, denn er hatte bemerkt, dass nun auch Sandra und David aufmerksam zuhörten, „vertrat Slytherin die Ansicht, dass nur Zauberer reinen Blutes würdig seien, Magie zu erlernen und da er sich damit gegen die anderen drei Gründer nicht durchsetzen konnte, baute er die Kammer ein. Er schloss darin ein Monster ein, welches irgendwann von seinem wahren Erben dazu benutzt werden sollte, um die Schule von diesen Leuten zu reinigen, die es nach Slytherins Meinung nicht würdig sind, Magie zu studieren." Severus machte eine kurze Pause, dann fuhr er ruhig und ernst fort. „Es ist richtig, dass die Kammer vor fünfzig Jahren schon einmal geöffnet wurde. Damals starb ein Mädchen und ein Schüler wurde dafür zur Rechenschaft gezogen und der Schule verwiesen. Danach hörten die Angriffe auf, bis zum vergangenen Schuljahr. Das Monster wurde wieder freigelassen und nicht von dieser Person, die damals deswegen der Schule verwiesen wurde, denn sie war es schon damals nicht gewesen." „Und wer war es stattdessen", wollte David ungeduldig wissen. „Was ist es für ein Monster?" „Warte doch einen Moment, David. Severus wird sicherlich auch das erzählen", meinte Carl und sah den Tränkemeister auffordernd an. „Das werde ich ihnen gleich erzählen Mr. Brown und ich fürchte, es wird ihnen nicht gefallen", entgegnete Snape nur und es war ihm anzusehen, dass auch er gerade einiges lieber täte, als diese Tatsachen auszusprechen, denn er wusste, dass es der Stimmung nicht gerade zuträglich sein würde. „Nun, das Monster in der Kammer war ein Basilisk, um ihre zweite Frage zu beantworten. Öffnen kann sie, wie die Legende schon sagt, nur Slytherins Erbe selbst und gerade jener hat es auch in beiden Fällen getan. Vor fünfzig Jahren war ein gewisser Tom Riddle in Hogwarts. Er war es, der die Kammer damals geöffnet und nach dem Tod der Schülerin dafür gesorgt hatte, dass ein Unschuldiger dafür büßen musste. Heute, oder vielmehr im vergangenen Schuljahr war es wieder eben jener, der die Kammer öffnete. Glücklicherweise kam diesmal allerdings niemand ernsthaft zu Schaden und nun ist die Kammer, oder vielmehr das Monster darin, für immer unschädlich gemacht." „Und was ist mit diesem Tom Riddle passiert? Ich habe noch nie von ihm gehört", fragte Sandra in ihrer gewohnt schüchternen Art. Carl und David sahen zunächst sie und dann wieder Snape an. Amanda seufzte nur leise, denn sie kannte die Antwort und ahnte, welchen Effekt sie haben würde. Severus verzog bei Sandras Frage seine Lippen zu einem gequälten Lächeln, denn auch er wusste nur zu gut, dass Sandra Tom Riddle sehr wohl kannte, allerdings unter einem gänzlich anderen Namen. Dann antwortete er ruhig, aber recht ernst: „Was genau mit Tom Riddle passiert ist, das lässt sich nur vermuten... Und ich befürchte, sie haben schon mehr von ihm gehört, als ihnen lieb ist, Miss Adams... Tom Riddle ist heute der, dessen Name nicht genannt werden darf. Der dunkle Lord ist Tom Riddle, Miss Adams." Nach diesen Worten atmete Severus kurz hörbar durch, dann fuhr er fort. „Er hat damals, als er die Kammer wieder schließen musste, sein sechzehnjähriges Ich durch schwarze Magie in einem Tagebuch konserviert. Durch... diverse Kanäle... gelangte das Buch in die Hände einer Erstklässlerin, derer er sich dann bemächtigt hat. Sie sehen also Miss Adams, dass es sich schwierig gestaltet, den Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen…", sagte Snape ein wenig sarkastisch und Amanda, die ihn gut genug kannte, war wohl auch in der Lage, seinen bitteren Unterton herauszuhören.

Sandra sah noch erschrockener aus als David und Carl. „Oh... natürlich", war das Einzige, was sie hervorbrachte. „Das ist allerdings sehr beunruhigend", meinte Carl und sah Snape ernst an. David hingegen schwieg und grübelte kurz darüber nach, ob Snape eine Rückkehr von Du-weißt-schon-wem begrüßen würde oder nicht. Amanda hingegen nahm nur schweigend Severus Hand und drückte sie sanft. Severus erwiderte Amandas Händedruck und schwieg, genauso wie David. Auf Carls Worte hin nickte er nur kurz und bedächtig, denn was er gerade erzählt hatte, war ja nur die Spitze des Eisberges. Von den Ereignissen des letzten Jahres hatte er schließlich nichts erzählt. „Ja, das ist es allerdings", sagte er dann doch noch, denn es war wohl besser, wenn er der ganzen Sache noch etwas die Brisanz nahm. Er wollte schließlich niemanden unnötig stark beunruhigen. „Dennoch ist momentan noch kein Grund zur Panik vorhanden. Die Ereignisse lassen darauf schließen, dass der dunkle Lord irgendwo körperlos dahinvegetiert und nun wieder versucht, zu alter Macht zu gelangen. Da es ihm allerdings bisher glücklicherweise nicht gelungen ist, sich einen eigenen Körper zu beschaffen, ist die Gefahr noch nicht allzu groß. Das könnte sich allerdings bald ändern... oder eben erst in Jahren. Niemand kann mit Sicherheit sagen, was die Zukunft diesbezüglich bringt, nur dass wir wachsam bleiben müssen." Severus sah kurz Amanda an und drückte ihre Hand noch einmal sanft. „Aus diesem Grund... hoffe ich, dass diese Informationen vorerst unter uns bleiben", sagte er dann noch und blickte in die Runde. „Bis es neue, beunruhigendere Anzeichen gibt..." Snapes Blick blieb auf Carl ruhen, denn dieser wusste, wovon er gerade redete. Etwas ängstlich dreinblickend hatte Sandra Davids Hand genommen, der sie daraufhin beruhigend streichelte. „Du hast doch gehört, es ist nichts konkretes", meinte David leise zu ihr. „Es macht mir aber trotzdem Angst", protestierte Sandra. Carl sah Severus einen Moment ernst an und nickte dann. „Das sollte uns dann eine ernstere Warnung sein", sagte er ruhig. „Hoffen wir, dass es noch etwas auf sich warten lässt", sagte Amanda auf die Worte ihres Vaters hin und sah Severus kurz an. Dieser sagte dazu jedoch nichts mehr, denn Amanda wusste schließlich, dass er alles andere als scharf darauf war, dass Voldemort zurückkehrte. Stattdessen drückte er ihre Hand noch einmal kurz und erhob sich von seinem Platz. „Ihr entschuldigt mich kurz..." Dann ging er ins Haus.

Einen kurzen Moment sah Carl Severus nach, bevor er sich ebenfalls erhob. „Mich bitte auch kurz." Dann folgte er Severus ins Haus und wartete schließlich im Wohnzimmer auf ihn, denn er hatte doch noch die eine oder andere Frage, die er nicht vor seinen Kindern klären wollte. Amanda hingegen versuchte das Gespräch zwischen den Verbliebenen nach diesem beunruhigenden Thema etwas aufzulockern. Severus war indes ins Bad gegangen und sah dort in den Spiegel, während er sich auf das Waschbecken stützte und kurz leise seufzte. Er fragte sich, ob es wirklich richtig gewesen war, das alles zu erzählen… Vor allem Sandra und David. Amandas Bruder steckte das ganze offenbar ganz gut weg, doch seine Freundin eher weniger. Gerade das hatte er nicht beabsichtigt, aber nun war es zu spät. Nachdem er seinem Spiegelbild noch ein paar Sekunden regungslos in die Augen gestarrt hatte, riss er sich schließlich wieder los, wusch sich noch schnell die Hände und ging wieder Richtung Garten. „DAS macht die Geschichte mit Black nicht gerade weniger beunruhigend würde ich sagen", meinte Carl ruhig und drehte sich vom Regal um, als er hörte wie Snape den Raum betrat. Der blieb stehen, als er Carl bemerkte und sah ihn an. „Nein...", antwortete er dann nur schlicht, denn über Black redete er noch weniger gern als über Lupin. „Und die Situation ist wirklich nicht so ernst, wie du sagst?" Ein wenig tat Carl diese Frage leid, denn es zeugte nicht gerade von viel Vertrauen, aber das Thema war zu ernst, um auf so etwas Rücksicht zu nehmen. Snape seufzte leise und man sah ihm an, dass er diese Frage mit reichlich Unwillen zur Kenntnis nahm, doch statt zu antworten krempelte er nur ein wenig unwirsch und wortlos den linken Ärmel seine Robe hoch und entblößte seinen Unterarm, sodass Carl ihn sehen konnte. „Zufrieden", fragte er dann ein wenig gepresst, denn schließlich war er niemand, der die Dinge schön redete und Carl hatte ihm gerade eben dieses und noch anderes unterstellt. „Es tut mir Leid. Ich musste nur sicher gehen. Ich wollte dir nicht unterstellen, etwas zu verheimlichen", meinte Carl, nachdem er seinen Blick kurz über Snapes Arm hatte schweifen lassen, wo noch immer schwach die Umrisse des Dunklen Mals zu sehen waren. Severus zog seinen Ärmel wieder herunter und sah Carl an. „Ich sehe keinen Grund, warum ich diese Sache beschönigen sollte." „Das ist gut", sagte Carl knapp. Er hoffte, Severus würde ihm diese Nachfrage nicht allzu übel nehmen.

Für einen kurzen Moment schwieg Snape, denn er dachte nach, ob er Carl auch erzählen sollte, was im letzten Schuljahr geschehen war, dann entschloss er sich kurzerhand dafür. Es war besser wenn er wusste, dass dies kein einmaliger Vorfall gewesen war. „Allerdings habe ich etwas verschwiegen, da es nicht Bestandteil der Antworten auf deine Fragen waren", begann er schließlich, dann fuhr er ruhig und ernst fort. „Da du das mit dem Tagebuch nun weißt, halte ich es für besser, wenn du auch gleich erfährst, dass das schon der zweite Vorfall in diese Richtung war. Die Gefahr ist also nicht zu unterschätzen Carl. Auch wenn es erst einmal reicht, dass dein Sohn und Miss Adams nur von einer Sache wissen. Das Mädchen ist schon beunruhigt genug." Carl atmete tief durch. Das war selbstverständlich noch beängstigender. „Und meine liebe Tochter kommt natürlich nicht auf die Idee, mir etwas davon zu sagen." Denn er ging davon aus, dass Amanda von allem wusste. „Aber was David und Sandra angeht, hast du Recht. Besser sie wissen erst einmal nicht mehr." „Sie hielt es für besser, dich nicht damit zu belasten. Ich hatte es ihr freigestellt." Carl seufzte kurz. „Dabei bin ich doch der Vater und der, der sich Sorgen machen sollte, nicht meine kleine Amanda." „Tja, wir alle werden älter Carl", entgegnete Snape daraufhin nur und grinste kurz, dann fragte er: „Gibt es noch etwas, dass du mir unter vier Augen sagen willst?" „Nein, eigentlich nicht. Pass nur weiter gut auf sie auf." „Gut, dann können wir ja zurück zu den anderen gehen", sagte Snape ruhig. „Und letzteres versteht sich von selbst", fügte er dann noch hinzu, bevor er Carl mit einer Handbewegung aufforderte, mit ihm wieder nach draußen zu gehen.

Carl nickte und ging dann wieder nach draußen auf die Terrasse, wo Sandra und Amanda gerade über eine von Davids Arbeitsgeschichten lachten. „Oh da seid ihr ja wieder", meinte Amanda und lächelte Severus und ihren Vater an. „Ja", lächelte Snape kurz zurück, dann ließ er den Blick kurz über den Tisch schweifen, ob noch genügend zu trinken da war, oder ob er gleich noch etwas Nachschub holen sollte. „David hat vorgeschlagen, dass wir ein Kartenspiel spielen könnten, welches er neulich gelernt hat. Habt ihr auch Lust", wollte Amanda von ihrem Vater und Severus wissen. Carl nickte daraufhin. „Ja, gerne." „Natürlich, wieso nicht", erwiderte Severus und setzte sich dann wieder auf seinen Platz, da noch genügend Getränke vorhanden waren. „Schön." Amanda zauberte schnell ihr Kartenspiel auf den Tisch und sah dann ihren Bruder an. „So, David. Dann erzähl mal!" „Okay, also jeder bekommt erst einmal fünf Karten", begann David zu erklären. Snape und die anderen hörten Davids Schilderungen zu und kurze Zeit später versuchten sie sich auch schon an einer ersten Runde des Spiels. Da das Spiel nach dem ersten Durchgang allen Spaß machte, spielten sie eine ganze Weile weiter und Severus war froh, dass dies die allgemeine Stimmung wieder etwas anhob und lockerte. Doch ihm fiel auf, dass nicht nur das Spiel diesem Zweck diente, sondern auch der Alkohol und das vor allem bei Amanda.

Da David das Spiel schon vorher kannte, führte er momentan auch, doch abgesehen von Sandra störte dass weder Amanda noch ihren Vater. Amanda war froh darüber, dass sie hier alles so friedlich zusammen saßen und Spaß hatten, dieses Spiel zusammen zu spielen. Frustriert legte sie nach einer weiteren Runde ihre Karten auf den Tisch. Dieses Mal hatte ihr Vater gewonnen und sie nur knapp verloren. Als sie nach ihrem Glas griff, stellte sie fest, dass es leer war. „Könntest du mir bitte den Wein geben, Severus", bat sie ihn, denn dieser saß am nächsten an der Flasche. „Ich könnte schon, ja... Aber findest du nicht, dass du so langsam auf etwas nicht Alkoholisches umsteigen solltest", wollte dieser daraufhin wissen, griff aber dennoch nach der Flasche. Einen Moment lang sah Amanda Severus nur schweigend an. Dann sah sie das Glas vor sich an und überlegte kurz. „Nein, ich denke nicht und wenn, kann ich das auch sehr gut alleine entscheiden." Snape sah sie einen Moment lang schweigend an. „Gut, wie du meinst. Aber erzähl mir dann morgen nichts von wegen Kopfweh und Kater", sagte er dann und stellte die Flasche vor Amanda auf den Tisch. Dann sah er demonstrativ wieder weg und nahm sein eigenes Glas zur Hand, in dem allerdings mittlerweile nur noch Wasser war. Er machte durch sein Verhalten keinen Hehl daraus, dass er es nicht für richtig hielt, wenn sie nun weiter Alkohol trank, doch wollte er darüber nicht weiter mit Amanda diskutieren oder gar streiten. David war diese kleine Diskussion natürlich nicht entgangen und er grinste kurz in sich hinein, während er darauf wartete, dass sein Vater die Karten für die nächste Runde austeilte. „Von dem Bisschen kriegt man doch keine Kater", meinte Amanda trotzig und schenkte sich dann noch etwas Wein ein. Es ärgerte sie, dass sich Severus da einmischte. Immerhin war sie alt genug um zu wissen, wie viel sie vertragen konnte und brauchte niemanden, der sie daran erinnerte. „Wir werden sehen", entgegnete Snape nur ruhig. „Ich habe keine Lust, mit dir darüber zu diskutieren." Dann sah er Carl auffordernd an, denn für ihn war die Sache damit erledigt. Amanda war schon jetzt betrunken genug, dass sie unsachlich wurde und das reichte ihm als Beweis, dass es genug Alkohol war, den sie getrunken hatte. „Gibst du bitte", fragte er dann ihren Vater, um deutlich zu machen, dass für ihn das Thema damit beendet war. Amanda grummelte noch kurz vor sich hin. Zumindest hatte Severus durch seinen Kommentar erreicht, dass ihre Laune verdorben war. Trotzdem versuchte sie sich nichts anmerken zu lassen, nachdem ihr Vater die Karten ausgeteilt hatte und sie weiterspielten. Auch Severus ließ nach außen hin nicht erkennen, dass ihn Amandas Verhalten verärgerte und das nicht nur, weil sie ihm so trotzig widersprochen hatte, obwohl er es nur gut mit ihr meinte. Eigentlich hatte er geplant gehabt, den Abend noch schön ausklingen zu lassen, nachdem die Gäste gegangen waren, doch die Lust verging ihm immer mehr, je beschwipster Amanda wurde, denn er fand es alles andere als reizvoll, eine angetrunkene Frau zu verführen. Also würde der etwas andere Nachtisch heute ausfallen, den Amanda beim Essen noch angedeutet hatte. Zudem nagte das Gespräch mit Carl noch ein wenig an ihm, auch wenn er es ihm eigentlich nicht übel nehmen wollte, was er gesagt und gefragt hatte.

Amanda hatte nach Severus Anmerkung nur noch zwei Gläser Wein getrunken und war dann auf Wasser umgestiegen, denn so langsam merkte sie, dass sie zu deutlich die Kontrolle über ihre Handlungen verlor. Sie spielten alle zusammen noch einige Runden, bis David und Sandra aufbrechen wollten und Carl sich ihnen anschloss. Schließlich, nachdem sich alle drei verabschiedet hatten, ging Amanda zurück auf die Terrasse, um die restlichen Gläser und Knabbereien vom Tisch zu räumen. Schweigend half ihr Severus dabei und fing dann noch an, in der Küche ein wenig für Ordnung zu sorgen, nachdem alles von draußen wieder im Haus war. Währenddessen räumte Amanda noch die Polster wieder an ihrem Platz und kam dann zurück in die Küche. „Was wollte denn mein Vater vorhin von dir", wollte sie ruhig wissen. „Er wollte wissen, ob ich bei meinen Erzählungen nicht untertrieben habe", antwortete Severus wahrheitsgemäß, während er mit einem Zauber dem Geschirr befohl, dass es sich von selbst abwusch. „Oh, hm ja, er macht sich Sorgen", meinte sie nachdenklich und sah Severus an. „Danke fürs Aufräumen, aber war nicht abgemacht, dass ich das mache?" „Das machen wir uns alle", entgegnete er und steckte seinen Zauberstab wieder weg. „Du kannst den Rest machen." „Gut. Du kannst auch schon nach oben gehen, wenn du müde bist. Musst nicht auf mich warten", meinte Amanda, während sie sich daran machte, die restlichen Sachen in der Küche aufzuräumen. „Wie du meinst. Dann gehe ich jetzt ins Bad." „Ich will dich nicht rausschmeißen, nur auch nicht unnötig wach halten, wenn du lieber schon ins Bett möchtest." „Ich werde ins Bad gehen. Dann stehe ich dir beim Aufräumen auch nicht im Weg rum", antwortete Severus noch einmal, doch wenn er ehrlich war, lief es gerade gar nicht so, wie er es sich eigentlich vorgestellt hatte. Der ganze Abend hatte schon solch eine unglücksselige Tendenz gezeigt und die setzte sich nun noch weiter fort, obwohl die Gäste schon gegangen waren. Er wollte allerdings auch nicht aussprechen, dass er gerade viel lieber die Zeit noch mit Amanda verbringen wollte, als schon alleine das Bett vorzuwärmen. „Hm, okay. Ich beeile mich auch." Wenn auch etwas gedämpft merkte Amanda durchaus, dass etwas nicht stimmte, auch wenn sie nicht so sagen konnte, was es war. Trotzdem räumte sie weiter die Küche auf, um möglichst schnell bei Severus sein zu können. „Gut", antwortete dieser lediglich noch, dann ging er ins Bad und machte sich bettfertig. Etwa zehn Minuten später lag er schließlich im Bett, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und starrte ein wenig nachdenklich die Decke des Zimmers an. Fünf Minuten später betrat auch Amanda das Bad, zog sich um und begann sich zu waschen. Bis auf das Geschirr, welches sich allein abwusch und in den Schrank stellte, war die Küche wieder aufgeräumt. So kam sie einen Moment später auch ins Schlafzimmer und legte sich zu Severus ins Bett. Der sah kurz zu ihr, als sie zu ihm unter die Bettdecke stieg. „Da bist du ja schon", sagte er dann ruhig und leise. „Ja, da bin ich schon. Das Geschirr putzt sich ja selber." Dann drehte sie sich zu ihm, um sich an ihn zu kuscheln. „Ja, das stimmt", antwortete Severus leise und als sie sich an ihn geschmiegt hatte, atmete er tief durch, nahm dann seine Arme hinter dem Kopf hervor und legte einen um sie und den anderen auf seinen Bauch. „Mhm", stimmte Amanda Severus noch zu. Eigentlich spürte sie, dass da noch etwas Ungeklärtes zwischen ihnen war, aber sie war plötzlich viel zu müde, um noch darüber reden zu können. So war sie sehr viel schneller als gewöhnlich an seiner Seite eingeschlafen. Severus streichelte ihr ein wenig über den Arm und als er merkte, wie ihr Atem alsbald langsam und regelmäßig wurde, seufzte er leise. Soviel war also vom gemeinsamen Abend ohne Gäste übrig geblieben... Mit diesen Gedanken im Kopf löste er sich kurz von ihr und blies die Kerze aus, die noch auf seinem Nachttisch brannte. Dann versuchte auch er einzuschlafen.