Kapitel 29
~ Babysitting ~
Die Schule hatte nun schon wieder seit einigen Wochen begonnen und der Spätherbst hatte mit Dauerregen Einzug auf Hogwarts gehalten. Dem schlechten Wetter entsprechend war auch Snapes Stimmung, denn es stimmte ihn alles andere als froh, Remus Lupin als seinen neuen Kollegen jeden Tag ertragen zu müssen. Aufgrund der Tatsache, dass er diesem auch regelmäßig seinen Wolfsbann-Trank brauen musste und dazu jedes Mal einige frische Zutaten benötigte, hatte er in letzter Zeit häufiger Briefkontakt mit Amanda als gewöhnlich. Dies war allerdings nicht weiter schlimm, denn da alle Welt nach Black suchte und Dementoren das Schulgelände bewachten und nach Sonnenuntergang auch in Hogsmeade patrouillierten, vermied es Severus, Amanda allzu oft besuchen zu gehen. Er war nicht erpicht darauf, den vermummten Kreaturen zu begegnen, auch wenn er Amanda eigentlich gern viel öfter sehen wollte, anstatt nur mit ihr zu schreiben. Nachdem Lupin mit seiner dritten Klasse den Irrwicht im Lehrerzimmer vertrieben hatte, war es allerdings ganz gut, dass sich Snape und Amanda momentan nicht allzu oft trafen, denn nachdem der Tränkelehrer erfahren hatte, dass Longbottom ihn in die Kleider seiner Großmutter gekleidet hatte, war er äußert übel gelaunt und ließ das eine Zeit lang auch jeden spüren, den er traf.
Am Wochenende nach Halloween wollten sich die beiden allerdings endlich einmal wieder treffen und Snape hatte Amanda angekündigt, bei ihr vorbeizuschauen. Doch wieder einmal lief alles anders. Nachdem der Tag selbst recht ruhig verlaufen war, überschlugen sich am Abend nach dem Festessen die Ereignisse, als die Gryffindors zurück in ihren Gemeinschaftsraum gehen wollten. Das Portrait der fetten Dame war in Stücke geschlitzt worden und offensichtlich war es Black gewesen, der versucht hatte, sich mit Gewalt Zugang zu verschaffen. Die ganze Schule wurde in Alarmbereitschaft versetzt und noch am selben Abend durchkämmten die Lehrer und Filch bis spät in die Nacht hinein das gesamte Schloss nach dem flüchtigen Gefangenen, jedoch ohne Erfolg. Wieder einmal ziemlich übellaunig, da sie bei der Durchsuchung nichts gefunden und Dumbledore erneut seine Bedenken bezüglich Lupin in den Wind geschlagen hatte, ging Snape schließlich gegen fünf Uhr morgens in seine Räume zurück, um sich für den neuen Tag frisch zu machen. Weil sich schlafen jetzt ohnehin nicht mehr lohnen würde, setzte er sich nach dem Duschen schließlich an seinen Schreibtisch und verfasste einen Brief an Amanda, in dem er ihr mitteilte, dass aus dem geplanten Treffen am baldigen Wochenende wohl doch nichts werden würde, da sie davon ausgehen mussten, dass Black womöglich erneut wagen würde, in das Schloss einzudringen. Diese Gelegenheit, seinen verhassten alten Schulkameraden in die Finger zu bekommen, wollte sich Severus nicht entgehen lassen, doch das verschwieg er Amanda geflissentlich.
Severus Brief besorgte und enttäuschte Amanda zugleich. Zum einen war es sehr beunruhigend, dass Sirius Black den vielen Dementoren erneut entwischt war und er so unbemerkt hatte in Hogwarts eindringen können und zum anderen fand sie es einfach schade, Severus nun doch nicht sehen zu können, denn ihre gemeinsame Zeit war stark reduziert, seitdem das Schuljahr wieder angefangen hatte. Zwar ließ dies und die etwas ruhigere Geschäftszeit mehr Raum für andere soziale Kontakte, aber ersetzen konnten diese Severus nicht. Aufgrund des geplatzten Treffens konnte Amanda allerdings Matthew einen Gefallen tun. Dieser war mit seiner Frau am Samstag auf einer Hochzeit eingeladen und sie konnten keinen Babysitter finden. Daher hatte er vorsichtig bei Amanda angefragt, ob sie sich nicht vorstellen könnte, für eine Nacht auf seine kleine Tochter aufzupassen. Dagegen hatte seine Chefin überhaupt nichts einzuwenden, denn Lisa war ein wirklich niedliches und liebes Baby, so dass Amanda gerne einen Tag auf sie aufpasste. Am Samstagnachmittag brachte also Mia ihre Tochter mit der halben Kinderzimmereinrichtung zu Amanda und nach einigen Minuten, um sicher zu gehen, dass auch alles da war und es ihrer Tochter gut ging, verabschiedete sich die Mutter und Amanda setzte sich mit Lisa ins Wohnzimmer um mit ihr zu spielen.
Severus, der aufgrund seiner veränderten Wochenendplanung wieder ziemlich schlechte Laune um sich herum verbreitet hatte, entschied sich währenddessen samstagnachmittags doch um und beschloss, Amanda nun doch noch zu besuchen. Er hatte sich mehrmals dabei ertappt, wie er, am Schreibtisch sitzend, mit den Gedanken nicht bei der Sache war und so konnte es schließlich nicht das ganze Wochenende weitergehen. Wenn er schon nicht arbeiten konnte, weil er dauernd an Amanda dachte, dann konnte er auch gleich zu ihr gehen. Also machte er sich schließlich, nachdem er Dumbledore über seine Abwesenheit informiert hatte, eine halbe Stunde bevor es dämmerte auf den Weg zur Apparationsgrenze und zu Amanda. Dabei ahnte er jedoch nicht, dass diese ihr Wochenende nun schon anderweitig verplant hatte.
Lisa hatte vor ein paar Minuten festgestellt, wie faszinierend Zeitungspapier raschelte und so war Amanda gerade zum wiederholten Male dabei, ein Stück davon vor ihrem Gesicht zu zerknüllen und sich über Lisas große Augen dabei zu freuen, als es an der Tür klingelte. Da Amanda sie nicht einfach so alleine lassen wollte, stand sie auf und hob das kleine Mädchen auf ihren Arm, um mit ihr gemeinsam zur Tür zu gehen. Ein paar Momente später hatte sie geöffnet und war doch überrascht, Severus zu sehen. Eigentlich hatte er doch abgesagt. Snape, der Amanda gerade freudig begrüßen wollte, gefror der Gesichtsausdruck für einen Augenblick, als sie die Tür öffnete und ein Baby auf dem Arm trug. Dann wechselte sein Ausdruck zwischen Erstaunen und Verwunderung, woher plötzlich dieser Säugling kam. „Ich komme wohl ungelegen", brachte er schließlich noch etwas verwirrt heraus, obwohl er ursprünglich eigentlich vor gehabt hatte, sie mit einem normalen Hallo zu begrüßen. Einen Moment sah Amanda Severus nur schweigend an. Sein Kommentar irritierte sie etwas. „Nein, gar nicht. Das ist Matthews Tochter und ich passe heute auf sie auf", erklärte sie die Situation und trat einen Schritt zur Seite, um Severus einzulassen. „Aha", entgegnete dieser nur und trat dann aber ein, allerdings nicht ohne das Kind auf ihrem Arm weiter mit den Augen zu fixieren. „Ja, die beiden sind auf einer Hochzeit", erzählte Amanda während sie die Haustür schloss. Auf Severus seltsames Verhalten ging sie erst einmal nicht ein, sondern sah ihn lediglich an. Währenddessen blickte Lisa den fremden Mann, der da gekommen war, mit großen Augen an. „Und wie lange... hast du das Kind", wollte Severus dann von Amanda wissen und wandte ihr seinen Blick zu. Eigentlich hatte er nicht vor gehabt, in der kurzen Zeit, die er hier sein konnte, sie auch noch mit einem Baby zu teilen. „Bis morgen Vormittag, aber keine Sorge, so kleine Kinder gehen ja früh ins Bett am Abend. Also ich freue mich übrigens eigentlich sehr, dich zu sehen, mal so am Rande bemerkt." Fragend sah sie Severus an, denn noch immer stand er mit Umhang und Schal vor ihr, als sei er noch nicht sicher, ob er wirklich bleiben sollte. „Na hoffentlich schlafen sie dann auch", entgegnete dieser nur trocken, denn auf eine weitere Nacht ohne Schlaf in dieser Woche konnte er getrost verzichten. Dennoch begann er nun, seine warmen Sachen abzulegen, denn er hatte keinerlei Bedürfnis, bei der Dunkelheit und Kälte wieder zurück nach Hogwarts zu gehen und sich mit Dementoren herumzuschlagen, nur weil hier Matthews Nachkommenschaft anwesend war. „Es zwingt dich niemand hier zu bleiben, Severus", meinte Amanda inzwischen schon ein Stück angekratzt. Mit solcher Laune hätte er auch beinahe in Hogwarts bleiben können, dachte sie für einen Moment. Snape, der gerade seinen Schal vom Hals wickelte, hielt bei ihren Worten einen Moment inne und sah sie an. „Es tut mir leid, dass ich nicht gerade Freudensprünge über die Anwesenheit dieses Kindes mache. Soll ich wieder gehen? Wäre dir das lieber", entgegnete er dann etwas bissig. Was wollte sie? War es nicht schon genug, dass er sich zum Bleiben entschied, trotz dieses Kindes, das ihn möglicherweise davon abhalten würde, die Stunden mit Amanda richtig zu genießen? Immerhin bemühte er sich schon nach Kräften, seinen gesammelten Unmut und der Enttäuschung darüber, nicht mit ihr alleine zu sein, nicht zu äußern. Amanda seufzte leise und sah Severus an. „Nein natürlich wäre mir das nicht lieber. Ich habe doch schon gesagt, dass ich mich freue dich zu sehen. Nur musst du wohl mit der Situation leben, denn ich habe dem Babysitting erst zugesagt, nachdem du eigentlich abgesagt hattest und jetzt komm rein, ich hab keine Lust mit dir über solchen Kleinkram zu diskutieren", meinte Amanda abschließend und ging dann ins Wohnzimmer zurück. Sie kannte Severus inzwischen wirklich schon zu lange, um sich von so etwas die Laune allzu sehr verderben zu lassen.
Noch etwas verstimmt wickelte Snape seinen Schal vollends ab, hängte ihn auf und folgte Amanda schließlich ins Wohnzimmer. Dort sah er sich kurz um und entdeckte sogleich die Zeitungsknäuel und weitere Dinge, die offensichtlich mit dem Baby ihren Weg ins Haus gefunden hatten. Er musste sich gestehen, dass er sich, beim Gedanken an dieses Kind, in seiner Haut gerade nicht sonderlich wohl fühlte. Amanda legte Lisa zurück auf ihre Spieldecke, hob die Zeitung auf und gab ihr stattdessen ihre Rassel, bevor sie wieder aufstand und Severus ansah. „Möchtest du einen Tee oder etwas anderes zu trinken?" Lisa hielt währenddessen ihr Spielzeug in beiden Händen und drückte es dann an ihren Mund, um darauf herumzukauen, als es dabei anfing zu rasseln, sah sie es überrascht an. Snapes Blicke ruhten noch einen Moment lang auf dem kleinen Mädchen und als sie ihre Rassel so erstaunt ansah, zuckte unweigerlich und auch eher ungewollt einer seiner Mundwinkel nach oben, während er sich selbst schon Amanda zuwandte. „Ja, Tee wäre gut", antwortete er. Amanda war seine Reaktion nicht entgangen und sie hoffte, dass sich Severus Verhältnis zu Lisa im Laufe des Abends noch verbessern würde. „Irgendwelche Wünsche?" „Nein, keine bestimmten." „Gut", meinte Amanda und wendete sich dann Richtung Küche, um sich um den Tee zu kümmern. Doch bevor sie losgehen konnte, fasste Snape sie am Arm und hielt sie noch einen Moment zurück. Daraufhin drehte sich Amanda noch einmal zu ihm um und sah ihn fragend an. Severus lockerte nun seinen Griff wieder ein wenig, blickte ihr in die Augen und ging einen Schritt auf sie zu, sodass er direkt vor ihr stand. „Ich habe noch gar nicht richtig hallo gesagt", sagte er dann ruhig und etwas leiser als gewöhnlich, dann küsste er sie kurz. „So... Jetzt kannst du Tee machen gehen." „Das fällt dir ja früh auf", erwiderte sie und gab Severus ebenfalls einen Kuss, bevor sie wirklich in die Küche ging. „Besser spät als nie", erwiderte dieser nur noch, dann ging er zur Couch und setzte sich, während er darauf wartete, dass Amanda wieder zurückkam.
Während diese sich um den Tee kümmerte, spielte die kleine Lisa weiter mit ihrer Rassel und nahm hin und wieder auch ihre Beine zur Hilfe. Schließlich schlug sie das Spielzeug ein paar Mal mit einer Hand auf den Boden, aber nach einigen Malen entglitt es ihr und flog weg. Einen Moment sah das Mädchen sich verdutzt um, bevor es sich auf den Bauch drehte, auf der Suche nach dem Spielzeug. Doch sie hatte es so weit weggeworfen, dass sie es nicht erreichen konnte und auch nicht sah wo es lag. Severus beobachtete das Spiel der Kleinen und als sie die Rassel weggeworfen hatte, war er gespannt, was sie nun tun würde. Er bemerkte, dass sie sie offenbar suchte, allerdings nicht fand und überlegte sich, ob er nun aufstehen sollte, um sie ihr wieder in die Hand zu geben. Vermutlich, so dachte er, würde sie bloß anfangen zu schreien, wenn er es nicht tun würde, doch andererseits hatte er auch keinerlei Ambitionen, sich mit dem Baby zu beschäftigen. Kurz abwägend, was er nun tun sollte, saß er noch einen Moment da, doch dann stand er auf und ging zu Lisa. Er hatte sich entschieden, dass Schreien eindeutig das größere Übel wäre und so bückte er sich und hob schließlich die Rassel auf, die dabei ein paar leise Geräusche machte. Daraufhin drehte sich Lisa zu den Geräuschen um und sah Snape groß und erwartungsvoll an, gespannt darauf, was der große Mensch mit dem interessanten Ding in der Hand nun tun würde. Severus sah das Mädchen an, kniete sich dann zu ihr runter und hielt ihr das Spielzeug hin. „Hier… Und schmeiß es das nächste Mal gefälligst nicht so weit weg", sagte er dann ruhig und kühl. Lisa nahm ihm die Rassel ab und biss erneut hinein, doch Snape war kaum aufgestanden, da hatte sie das Spielzeug schon wieder weggeworfen und sah ihn dann erwartungsvoll an. Er blickte daraufhin ein wenig genervt zurück, denn eigentlich hatte er nicht vor gehabt, ständig dieser Rassel hinterherzulaufen und sie der Kleinen zurückzubringen, doch offenbar blieb ihm nichts anderes übrig, wenn er nicht wollte, dass sie schrie. Noch einmal bückte er sich, hob sie auf und gab sie Lisa zurück, dabei verkniff er sich gerade noch so einen bissigen Kommentar, da er sich bewusst war, dass das Mädchen ihn sowieso nicht verstehen würde. Aber ihm war anzusehen, dass er an diesem vermeintlichen Spiel gerade alles andere als seinen Spaß hatte. Er war schließlich weder Babysitter noch Laufbursche. Das kleine Mädchen nahm wieder ihr Spielzeug, doch durch Snapes finsteres Gesicht war sie doch etwas beeindruckt und spielte erst einmal mit sich alleine weiter. Als Amanda den Raum betrat, war Severus gerade wieder auf dem Weg zum Sofa zurück. „Alles in Ordnung", wollte sie wissen und stellte dann das Tablett mit dem Tee auf den Couchtisch. „Jetzt wieder, ja", entgegnete Severus innerlich zufrieden und setzte sich wieder. Zum Glück hatte das kleine Mädchen endlich begriffen, dass er nicht gekommen war, um ihr das Spielzeug hinterher zu tragen. „Wieso? Was war denn los?" Sie schenkte sich und Severus Tee ein und setzte sich dann zu ihm. „Ich wurde nur dazu genötigt den Rassel-Bringdienst zu spielen. Aber nach dem zweiten Mal hat sie wohl kapiert, dass ich darauf keinerlei Lust habe. Jetzt nagt sie wieder brav vor sich hin." Er blickte kurz zu Lisa, die gerade wieder an ihrem Spielzeug schnullte, dann bedankte er sich noch bei Amanda für den Tee.
Amanda lachte daraufhin kurz und sah erst Lisa und dann Severus an. „Na ich weiß nicht, ob du dir den Erfolg wirklich zuzuschreiben hast, vielleicht hatte auch sie grade keine Lust mehr", meinte sie schmunzelnd und trank einen Schluck Tee und als hätte Lisa sie gehört, fiel ihr die Rassel erneut aus der Hand. „Ich zweifle nicht daran", entgegnete Severus daraufhin nur noch, dann nahm auch er seine Tasse in die Hand und trank etwas. Sie grinste ihn an und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Dann ist es ja gut", sagte sie und stand auf, um Lisa auf den Schoß zu nehmen, damit keiner von beiden dauernd aufstehen musste um ihr Spielzeug wieder aufzuheben. Als sie sich mit Lisa wieder neben Severus setzte, drückte sie dieser die ebenfalls aufgehobene Rassel in die Hand und trank noch etwas von ihrem Tee. „Also, wie kommt es, dass du es doch hierher geschafft hast", wollte Amanda dann von Severus wissen. Der betrachtete noch einmal das Kind, dann begann er kurz und bündig zu erzählen: „Ich konnte einfach nicht mehr vernünftig arbeiten, weil ich ständig daran gedacht habe, dass ich eigentlich dich sehen will und deshalb bin ich gekommen. Es hat also keinen besonderen Grund, wie du siehst." Diese Worte brachten Amanda zum Lächeln. „Und ich bin so blöd und habe nicht mal ausschließlich Zeit für dich." Sie küsste ihn kurz sanft auf den Mund. „Tja... Das ist allerdings Pech." Er lächelte ein wenig. „Aber damit müssen wir jetzt wohl beide leben." „Ja, scheinbar. Aber ich finde im Moment geht das auch ganz gut und in einer Stunde etwa kriegt die Kleine hier Abendbrot und dann ist Schlafenszeit. Dann bin ich für dich alleine da." Lisa hatte, da sie nun auf dem Schoß saß, viel Spannenderes zu tun, als sich mit ihrer Rassel zu beschäftigen und so sah sie erst einen Moment Severus an und spielte dann mit Amandas Robe. „Das hört sich gut an, muss ich sagen." Severus grinste ein wenig und gab Amanda einen kurzen Kuss. Irgendwie fand er es seltsam, dass dieses Kind noch mit anwesend war, deshalb hielt er sich mit Zärtlichkeiten gerade noch sehr zurück und freute sich schon auf den späteren Abend, an dem sie endlich alleine sein konnten.
„Wollen wir dann nachher noch etwas kochen? Ich habe noch nichts Richtiges gegessen heute." Was Zärtlichkeiten anging, ließ sich Amanda kaum durch Lisas Anwesenheit beeindrucken. Allerdings war sie durch das Ziehen an ihrem Haar sehr beeindruckt und zog Lisas Hand heraus. „Hey, das ist nicht zum Ziehen da", beschwerte sie sich und spielte daraufhin lieber mit der kleinen Hand, damit diese nicht wieder auf Abwege gelangte. „Ja, können wir", antwortete Severus und mit einem Blick auf die Kleine fügte er dann noch an: „Wo schläft sie eigentlich?" „Im Gästezimmer natürlich, was dachtest du denn?" „Ja, keine Ahnung. Wenn ich das wüsste, würde ich schließlich nicht fragen, oder?" „Vermutlich nicht." Sie lächelte kurz und trank noch von ihrem Tee. In der folgenden Stunde tauschten sich Amanda und Severus über die Geschehnisse der vergangenen Wochen aus, bis es schließlich für Lisa Zeit für das Abendessen und das Bett war. „Ich komm gleich wieder, ja", meinte Amanda, nachdem sie die leere Milchflasche auf den Küchentisch gestellt hatte und zusammen mit Lisa aufgestanden war. „Ja, ist gut. Soll ich schon mal anfangen mit kochen, oder warten?" „Wie es dir lieber ist. Ich weiß nicht wie lange das dauert hier, auch wenn Mia gesagt hat, dass sie ganz lieb ist." „Dann geh ich schon mal kochen. Sonst sitze ich bloß hier rum." Nach diesen Worten erhob sich Severus auch und glättete kurz seine Roben, bevor er Amanda wieder ansah. „Dann guck mal ob du etwas leckeres findest", sagte sie, lächelt ihn an und küsste ihn kurz. „Bis gleich dann." Mit diesen Worten verließ sie die Küche und ging nach oben, um Lisa ins Bett zu bringen. Severus hingegen machte sich erst einmal ein Bild davon, was Amanda an Nahrungsmitteln gerade alles vorrätig hatte und dann fing er an zu kochen. Etwa eine viertel Stunde später betrat Amanda wieder die Küche. „So, ich hoffe sie schläft nun auch wirklich gleich, immerhin hat sie einen ganz müden Eindruck gemacht hat." Sie ging etwas näher zu Severus, um zu sehen, was er gerade tat. „Kann ich noch irgendwas tun?" „Ja, den Tisch decken", grinste er ein wenig. „Ich bin gleich soweit." Er hatte sich zum Essen für Pasta mit Salat entschieden, da das recht schnell zu kochen ging. Sie beugte sich zu ihm, um in den Topf sehen zu können. „Gut, wollen wir hier essen oder im Wohnzimmer?" „Wie du willst." Amanda nickte und lehnte sich kurz noch dichter zu ihm, um einen Kuss auf seinen Hals zu hauchen. „Ich bin sehr froh, dass du da bist", murmelte sie leise in sein Ohr, bevor sie sich langsam abwendete, um den Tisch zu decken. Severus genoss diese Berührung und antwortete daraufhin leise und samtig: „Ich auch." Dann wandte er sich wieder dem Essen zu und goss das Dressing über den Salat. Amanda holte noch eine Flasche Wein und öffnete sie. „Also ich bin soweit", meinte sie und setzte sich dann demonstrativ an den Tisch. „Ich auch. Nimmst du den Salat? Dann fülle ich die Teller..." „Ja, mach ich." Sie erhob sich noch einmal und nahm die Schale mit dem Salat von der Arbeitsfläche und stellte sie auf den Tisch. Severus schöpfte währenddessen die Pasta in ihre Teller und stellte sie danach an ihre Plätze, bevor er sich selbst setzte. „Also dann... Guten Appetit", sagte er schließlich. „Danke, dir auch." Sie aßen gemeinsam und als Amanda fertig war, sah sie Severus lächelnd an. „Es war sehr lecker." „Danke." Er lächelte zurück. „Und was machen wir jetzt?"
Mit ihrem Zauberstab sorgte Amanda dafür, dass das Geschirr begann, sich abzuwaschen. „Was möchtest du denn gerne machen?" „Oh, ich hätte da so einige Ideen", grinste Severus ein wenig vielsagend. „Zum Beispiel?" Amanda stand auf, trat hinter ihn und legte ihre Hände auf seine Schultern. Severus legte daraufhin seine auf ihre und streichelte sie sanft ein wenig, dann legte er den Kopf in den Nacken und sah zu ihr hoch. „Zum Beispiel... Könnten wir erst einmal wieder ins Wohnzimmer gehen..." Sie gab ihm einen Kuss und lächelte dann. „Das ist eine gute Idee", meinte sie und ließ von ihm ab, um die beiden Gläser und den Wein vom Tisch zu nehmen. „Schön. Das finde ich nämlich auch", grinste Snape ein wenig belustigt, dann folgte er ihr nach nebenan. Im Wohnzimmer angekommen zog er Amanda mit sich auf die Couch, nachdem sie Gläser und Wein auf dem Tisch abgestellt hatte. Amanda seufzte, als sie die Arme um Severus legte und sich an ihn kuschelte. „Es merkt bestimmt keiner, wenn du einfach hier bleibst die nächsten paar Wochen oder?" Da sie sich so wenig sehen konnten seit einigen Wochen, vermisste sie Severus Nähe meist mehr als sie sich eingestehen wollte und erst in solch ruhigen, gemeinsamen Minuten wurde ihr das volle Ausmaß ihrer Sehnsucht bewusst. „Ich wünschte, es wäre so", antwortete Severus leise und hielt Amanda fest im Arm. Auch ihm wurde erst jetzt in diesem innigen Moment so richtig bewusst, wie sehr er sie vermisst hatte. „Irgendwann einmal, hoffentlich." Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: „Oder ich entführ dich einfach und versteck dich in meinem nicht vorhandenem Keller." Sie schmunzelte bei ihren letzten Worten. „Es würde mich wahrscheinlich nicht einmal jemand vermissen..." Severus streichelte Amanda sanft eine Haarsträhne hinters Ohr und sah ihr in die Augen. „Geschweige denn Lösegeld zahlen, ich glaube das ist ein guter Plan", meinte sie mit einem schelmischen Ausdruck in den Augen. Severus lächelte etwas. „Gut möglich, ja..." Sie nahm seine Hand in ihre. „Nur Dumbledore ist da. Da könnte der Haken sein an der Sache." „Das wäre vielleicht auch der Einzige, der mich vermissen und nicht so ohne weiteres gehen lassen würde." Amanda musste kurz lachen. „Das ist ganz schön gemein, aber die Gryffindors würden vermutlich ne Party schmeißen und ich denke Malfoys Sohn würde dich auch vermissen nachdem was du so erzählt hast von ihm." „Vermutlich. Allerdings würde dann ein neuer Hauslehrer kommen, bei dem er sich genauso versuchen würde einzuschleimen, daher kein großer Unterschied." „Da suche ich hier nach positiven Gründen und du zerschmetterst sie gleich wieder", meinte sie lachend und umschloss seine Hand mit ihrer. „Ich weiß nicht, ob ich das als positive Gründe ansehen soll, ehrlich gesagt", entgegnete Severus, küsste sie aber kurz. „Viel bessere kann ich dir aber nicht bieten, zumindest was das betrifft." „Ich verlange auch nicht, dass du mir Gründe bietest, die irgendetwas mit der Schule zu tun haben... Ich brauche gar keine Gründe, um bei dir sein zu wollen..." „Das vereinfacht die Sache natürlich erheblich", sagte Amanda ruhig und küsste Severus dann zärtlich. „Für mich bist du auch Grund genug." Er lächelte und erwiderte ihren Kuss. „Das freut mich", flüsterte er anschließend und strich ihr durchs Haar. „Mich auch." So harmonisch verbrachten sie den restlichen Abend, bis beide müde waren und beschlossen, ins Bett zu gehen. Im oberen Flur angekommen, wandte sich Amanda zunächst zum Gästezimmer. „Ich sehe noch mal eben nach der Kleinen", meinte sie und öffnete dann leise die Tür. „Mhm, ist gut", brummte Severus daraufhin nur, während er gerade im Begriff war, ins Schlafzimmer zu gehen, um sich fürs Bett umzuziehen.
So leise wie möglich betrat Amanda das Gästezimmer und sah in dem kleinen Bett nach, ob Lisa auch schlief und alles in Ordnung war. Tatsächlich schlief das kleine Mädchen friedlich auf dem Rücken, seinen Schnuffelbären in der Hand und sah, wie Amanda fand, furchtbar niedlich aus. Sie ging zurück in den Flur und hinüber ins Schlafzimmer, wo Severus gerade Licht gemacht hatte. „Severus, komm mal. Das musst du dir ansehen", sagte sie leise, denn die Tür zum Gästezimmer war noch offen. „Was denn", fragte dieser, folgte ihr dann aber, wenn auch etwas widerwillig, zurück in den anderen Raum. „Ist das nicht absolut niedlich", wollte sie von Severus wissen, als sie an Lisas Bett standen. Severus sah hinein und seine Augen brauchten einen Moment, bis sie sich an das Halbdunkel des Raumes gewöhnt hatten. Als er jedoch erkannte, wie Matthews Tochter friedlich schlafend in ihrem Bett lag, musste er unweigerlich ein wenig schmunzeln. Es war wirklich niedlich. Dann flüsterte er, bevor er sich wieder Richtung Tür wandte: „Erinnert mich etwas an ein anderes, aber etwas größeres Mädchen... das ich auch schon mit einem Teddybären schlafen gesehen habe." Mit einem amüsierten Grinsen auf den Lippen machte er sich daraufhin wieder auf den Rückweg ins Schlafzimmer. Auf seine Worte hin lächelte Amanda, sah noch kurz zu Lisa und verließ dann ebenfalls den Raum und folgte Severus. „Ich hoffe diese Erinnerung weckt andere Gefühle, als das eben." „Welche Gefühle soll's denn wecken", wollte Severus wissen, hängte seine Robe über einen Stuhl und sah dann Amanda an. „Ich weiß nicht, andere eben. Kann dir doch nicht vorschreiben was du fühlen sollst", sagte sie ruhig, während sie sich die Robe auszog. „Deiner Aussage entnehme ich aber, dass du von mir erwartest, dass ich unterschiedliches empfinde... Daher musst du mir ja irgendwelche Gefühle unterstellen..." Auch Snape zog sich weiter aus und dann seinen Pyjama an.
Mit ihrem Schlafanzughemd in der Hand hielt Amanda in ihren Bemühungen sich weiter umzuziehen inne und sah Severus an. „Ich gehe mal davon aus, dass du für mich etwas empfindest", sagte sie ruhig. Severus grinste ein wenig und sah Amanda erneut an. „Wer sagt denn, dass ich für dieses Baby nichts empfinde", wollte er dann wissen. „Keiner, eigentlich." Schließlich zog sie ihr Oberteil über, die Diskussion verwunderte sie durchaus. „Siehst du", entgegnete er, ging dann aber zu ihr hin und zog sie in seine Arme. „Aber um dich zu beruhigen, natürlich empfinde ich etwas für dich." Severus schmunzelte ein wenig, denn natürlich wusste er, dass er sie eigentlich in diesem Punkt nicht beruhigen musste, schließlich wusste Amanda gut genug, wie viel er für sie empfand. Sie sah zu ihm auf. „Na das hoffe ich doch." „Ich hoffe, du hoffst nicht nur, sondern weißt das auch." Dann küsste er sie kurz. „Ich geh mal noch schnell ins Bad" „Ja, ich weiß es." Amanda lächelte. „Gut..." Als Severus im Bad war, zog sich Amanda noch zu Ende um und machte schnell das Bett fertig. Nachdem sie sich schließlich auch gewaschen hatte, legte sie sich zu Severus ins Bett. Der nahm sie in die Arme, sobald sie sich hingelegt hatte und küsste sie kurz. Es war schön, endlich einmal wieder neben ihr einschlafen zu können. „Schlaf gut. auch ohne Teddy", flüsterte sie und kuschelte sich in seine Arme. „Das sollte ich eigentlich eher dir wünschen", entgegnete Severus leise. „Ich habe doch meinen großen Teddy hier", sagte Amanda grinsend. „Tja und ich habe meine Teddy-Phase hinter mir." „Solange du deine Brownie-Phase beibehältst ist mir das nur recht." „Hm...", brummte Snape daraufhin. „Ich denke, die werde ich noch ziemlich lange beibehalten." Dann grinste er ein wenig, drückte Amanda sanft an sich und küsste sie. „Ich hoffe doch sehr", murmelte sie und erwiderte seinen Kuss. „Mhm...", bestätigte Severus, küsste sie weiter und streichelte etwas über ihre nackte Haut unter dem Oberteil. Amanda strich einige Haare aus seinem Gesicht und fuhr dann, während sie ihn küsste, in seinen Nacken um ihn dort zu streicheln.
Durch die ausgetauschten Zärtlichkeiten dauerte es noch einige Zeit, bis Amanda und Severus schließlich in den Schlaf fanden. Trotzdem wachte Amanda am nächsten Morgen früh auf und noch mehr schlafend als wach kuschelte sie sich an Severus, der mit dem Rücken zu ihr lag. Der seufzte leise im Schlaf, als er Amandas Körper an seinem spürte und tastete nach ihrem Arm. Sie legte einen Arm um ihn und griff mit ihrer Hand nach seiner und gerade als Amanda dachte, sie könne wieder einschlafen, wurde sie von einem Geräusch gestört. War das etwa Lisa gewesen, die weinte? Doch da kein weiterer Laut folgte, beruhigte sie sich erst einmal und entspannte sich wieder. Severus hatte von diesem Geräusch noch nichts mitbekommen und schlief friedlich weiter, als er Amandas Hand spürte. Tatsächlich war diese auch fast wieder eingeschlafen, als sie erneut ein Geräusch hörte und dieses Mal war sie sich sicher, dass es von Lisa stammte. Leise seufzte sie. Da würde sie wohl in jedem Fall aufstehen müssen. Langsam und vorsichtig löste sie sich wieder von Severus, in der naiven Hoffnung, ihn durch ihr Aufstehen nicht zu wecken. Der seufzte leise und erst schien es so, als ob er nicht aufwachen würde, doch als Amanda jedoch an der Tür und im Begriff war, sie möglichst leise zu öffnen, murmelte Snape: „Wo willst du hin?" Amanda drehte sich mit dem Türgriff in der Hand um und sah ihn an. „Zu Lisa. Die ist aufgewacht. Schlaf ruhig weiter." „Hm", brummte Severus daraufhin nur noch missmutig, sagte jedoch nichts mehr. Es wäre ihm lieber gewesen, wäre Amanda bei ihm liegen geblieben. „Tut mir Leid", sagte diese noch leise, bevor sie in das andere Zimmer ging, um sich um Lisa zu kümmern. Natürlich wäre sie auch gerne länger bei Severus geblieben, aber sie konnte schließlich nicht ihre Verantwortung dem kleinen Mädchen gegenüber vernachlässigen.
Da Amanda nun weg war, drehte sich Snape noch ein wenig im Bett hin und her, doch ein paar Minuten später stand auch er auf, denn was sollte er nun noch liegen bleiben? Er war wach und auch noch alleine im Bett... So stand er also auf, ging ins Bad, wusch sich und nachdem er sich angezogen hatte, machte er sich schließlich auf in die Küche, um schon einmal Frühstück zuzubereiten. Amanda war dort gerade dabei, Lisa die Flasche zu geben, als Severus das Zimmer betrat. „Guten Morgen, Tee hab ich schon gemacht und der Tisch ist auch gedeckt, können also dann gleich essen." „Ok, ist gut. Dann muss ich also nichts mehr tun?" „Wenn du noch Eier oder etwas anderes gekochtes essen möchtest, dann schon. Ansonsten darfst du dich gerne einfach hinsetzen", meinte sie und lächelte ihn an. „Du willst nichts? Eier, Speck?" „Nein, ich nicht, danke." „Ok. Dann warte ich am Tisch, bis du fertig bist." Mit einem kurzen Blick auf Lisa ging Severus daraufhin ins Esszimmer. Amanda nickte kurz und einen Moment später hatte das kleine Mädchen fertig getrunken und Amanda konnte mit ihr aufstehen und sie auf die Decke im Wohnzimmer legen, bevor sie sich zu Severus an den Tisch setzte und ihm einen kurzen Kuss gab. „Hast du gut geschlafen", wollte Amanda wissen, während sie sich eine Scheibe Brot nahm. „Abgesehen davon, dass ich gerne anders wach geworden wäre, ja...", antwortete dieser und bediente sich auch. „Ja ich auch, aber das ließ sich kaum ändern", meinte sie knapp. Eigentlich musste er ja nicht noch immer darauf hinweisen, dass ihn Lisas Anwesenheit störte. „Das habe ich auch nicht behauptet." „Nein hast du nicht." Sie trank einen Schluck Tee. „Wie lange hast du heute denn Zeit", wollte Amanda dann noch wissen. „Bis zum frühen Abend. Aber ich will wieder über der Schlossgrenze sein, sobald es dämmert." „Ja das kann ich verstehen. Nähere Bekanntschaft als zwingend nötig muss man ja mit den Dementoren wirklich nicht machen." Lisa begann nun vor sich hinzuquengeln. Ihr passte es nicht, einfach so allein gelassen worden zu sein. Leise seufzte Amanda und stand auf, um sie auf den Schoß zu nehmen, um danach in Ruhe weiter frühstücken zu können. „Eben. Ich kann sehr gut darauf verzichten", bestätigte Severus, dann biss er von seinem Brot ab. Als er Lisa quengeln hörte und Amanda auch noch aufstand, seufzte er kaum hörbar, aber ein wenig genervt. Er wusste schon, warum er selbst keine Kinder mochte, dachte er sich.
Zwar bemerkte Amanda Severus Missmut, überging ihn aber, denn das würde nur zu einem Streit führen, oder in jedem Fall würde es ihre Laune verderben. Mit Lisa zusammen, war das Essen ein wenig schwieriger, so dass Amanda ihr ein Stück Brot in die Hand drückte, mit dem diese sich dann auch friedlich beschäftigte. „Könnte ich auch ja", antwortete sie Snape noch. „Es ist lästig, dass sie ums Schloss herum postiert wurden. Ich fürchte, Black wird nicht so dumm sein und sich von ihnen fangen lassen", fügte Severus noch hinzu und aß dann weiter. „Wenn er es geschafft hat, ihnen schon zwei Mal zu entwischen, wird er sich kaum nun von ihnen fangen lassen, befürchte ich." Lisa hielt Amanda das Brot nun hin und sah sie groß an. Diese lächelte daraufhin und nahm es ihr wieder ab, doch das Baby griff wieder danach, was Amanda dazu bewegte es grinsend vor ihrem Gesicht hin und her zu bewegen. Das brachte Lisa zunächst zum Quieken und dann zum Lachen. „Eben. Meine Rede", entgegnete Snape trocken, trank einen Schluck Tee und beobachtete ein wenig Amanda und das Baby. Irgendwie war es schon niedlich anzusehen, wenn das kleine Mädchen so lachte, doch andererseits...
Einen Moment spielte Amanda noch weiter mit Lisa, bevor sie Severus ansah. „Ich verstehe ohnehin nicht, was er in Hogwarts wollte. Ich meine, er kann doch froh sein aus Askaban raus zu sein." „Hm", brummte dieser nur kurz und sah seine Tasse an, nach der er kurz darauf griff. Dann fügte er an: „Ich kann es mir schon denken..." „Ja? Was denn? Es kann ja kaum schon wieder mit Harry Potter zu tun haben." Amanda musste nach ihren Worten schmunzelnd Lisas Hand aus ihren Haaren ziehen, denn das kleine Mädchen fand diese scheinbar sehr interessant und hatte kräftig daran gezogen. „Doch, davon ist auszugehen. Nur deshalb sind die Dementoren da. Was sonst soll Black nach Hogwarts treiben", entgegnete Severus sofort etwas angeschlagen, da er Black genauso wenig ausstehen konnte, wie Potter.
Amanda sah wieder auf und war nun etwas ernster. „Ich hab keine Ahnung was es sonst sein könnte, vermutlich hast du Recht." „Sicherlich habe ich Recht. Er hat schließlich auch Potters Eltern an den Lord verraten..." Überrascht sah sie Severus an. „Wirklich? Das auch noch...Gut, dann macht es natürlich noch mehr Sinn." „Ja. Allerdings weiß Potter nichts davon", entgegnete Snape knapp. „Das hoffe ich doch, sonst ist der arme Junge doch vollkommen verängstigt!" Sie selbst fand es schon beunruhigend. Auf diesen Kommentar rollte Snape nur genervt ein wenig mit den Augen, verkniff sich allerdings eine Antwort. Stattdessen zog er es vor, sich noch einmal Tee nachzuschenken. Amanda schwieg daraufhin ebenfalls besser und beschäftigte sich lieber noch etwas weiter mit Lisa, während sie nebenher ihr Brot aufaß. „Und? Was hast du heute noch so vor", wechselte Severus kurze Zeit später das Thema, um die Situation für sie beide wieder etwas zu entspannen. „Meine Zeit mit dir verbringen, wenn du noch bleiben möchtest. Matthew wollte Lisa gegen halb zehn abholen." Lächelnd sah sie Severus an. „Schön. Das trifft sich ja gut", lächelte er ein wenig zurück. „Ja, das finde ich auch. Wäre gerne etwas spazieren gegangen im Wald, aber das Wetter sieht ja nicht sehr viel versprechend aus." Kurz drehte sich Severus zum Fenster und sah hinaus. „Ja, das stimmt. Aber man kann auch im Regen ein wenig spazieren gehen... Danach ist das Baden umso schöner." Er grinste ein wenig. „Nur der Wind sollte nicht gehen..." „Könnte hier schwierig werden, aber wir können ja gleich sehen wie es ist", meinte Amanda schmunzelnd, dann aßen sie und Severus noch gemeinsam zu Ende. Etwas später kam auch schon Matthew vorbei, um seine Tochter wieder abzuholen und Severus und Amanda konnten den restlichen Tag die Zweisamkeit genießen.
