Kapitel 31
~ Getrübter Ferienbeginn ~
Inzwischen war es Sommer geworden und in Hogwarts würden bald die Ferien beginnen, doch in diesem Jahr war Amandas Freude darauf ein wenig getrübt. Vor einigen Tagen hatte Severus ihr geschrieben, dass er momentan etwas Zeit für sich brauchte und es besser wäre, wenn sie sich erst einmal nicht sehen würden. Im Tagespropheten hatte Amanda gelesen, dass Sirius Black zunächst in Hogwarts gefasst werden konnte, dann aber auf unbekanntem Weg entkommen war. Zwar konnte sie sich vorstellen, dass Severus das nicht sehr begeistert hatte, aber der alleinige Grund für seine schlechte Stimmung konnte das doch kaum sein, dachte sie. Eigentlich wäre Amanda gerne für Severus da gewesen, doch sie wusste, dass wenn er sie darum bat, Zeit für sich zu haben, es besser war, ihm diese auch zu geben. Dennoch wollte sie ihm etwas Gutes tun und da ihr gemeinsamer Urlaub im vergangenen Jahr so schön und erholsam gewesen war, sah sich Amanda nun nach einem passenden Urlaubsort um. Es dauerte eine Weile, bis sie etwas gefunden hatte, welches die nötige Ruhe und Erholung versprach, doch etwa eine Woche nachdem sie Severus Brief erhalten hatte, verfasste sie schließlich eine Antwort an ihn und der Umschlag war, als sie ihn schließlich ihrer Eule übergab und wegschickte, etwas dicker als gewöhnlich.
Lieber Severus,
ich hoffe, du kannst genügend Zeit für dich finden und dass es dir besser geht. Ich habe mich in den letzten Tagen nach einer anderen möglichen Erholungsmöglichkeit umgesehen, die Vorschläge, hab ich mit in den Umschlag gelegt. Du kannst ja, wenn du Zeit und Lust hast, gucken, ob dir etwas gefällt und mir dann Bescheid sagen. Es eilt aber nicht, also lass dir so viel Zeit, wie du brauchst.
Liebe Grüße
Amanda
Severus hatte die letzten Tage seine Räume nur noch verlassen, wenn es unbedingt nötig war. Der Ärger und die maßlose Enttäuschung darüber, dass Black nun doch wieder entkommen war, ließ ihn nicht zur Ruhe kommen. Er war überzeugt davon, dass Potter, seine Freunde und Lupin etwas damit zu tun hatten, doch beweisen konnte er es nicht und das ärgerte ihn nur noch mehr. Amandas Brief riss ihn allerdings ein wenig aus seiner Lethargie und er wunderte sich, warum er so dick war. Als er ihn öffnete und las, wurde er auch recht schnell aufgeklärt warum. Als er geendet hatte, warf er den Brief leise seufzend vor sich auf den Tisch und starrte ihn eine Weile gedankenverloren an. Dann beugte er sich doch wieder vor und griff nach den drei beigefügten Broschüren. Zwei davon waren Theater- und Orchester-Spielpläne und die dritte zeigte auf der Vorderseite ein kleines Haus im Grünen. Diese blätterte Severus als erstes durch. Es war ein hübsches Haus, an der Küste Irlands… Ob Amanda schon gebucht hatte? Eigentlich fühlte er sich momentan gar nicht nach Urlaub und nach Gesellschaft, doch andererseits konnte er sich auch nicht ewig verstecken und sich vor Amanda verschließen.
Noch einmal betrachtete Snape die Broschüren in seinen Händen, bevor er sie wieder zur Seite legte, aufstand und ein bisschen durchs Zimmer ging.
Bis zum Abend wusste er noch nicht, was er Amanda zurück schreiben sollte und so blieb der Brief bis zum nächsten Tag unbeantwortet. Nachmittags raffte sich Severus dann allerdings auf, ihr ein paar Zeilen zurück zu schreiben und sich bei ihr zu bedanken, dass sie sich die Mühe gemacht hatte, ihn aus seinem Tief zu holen. Er schrieb ihr jedoch auch, dass er noch ein wenig Zeit brauchen würde, um über alles nachzudenken.
Amanda seufzte leise, nachdem sie Severus Brief gelesen hatte. Viel besser schien es ihm ja noch nicht zu gehen. Dadurch, dass sie nicht wusste, was genau geschehen war und ihn so sehr beschäftigte, machte sich Amanda schon recht viele Gedanken und Sorgen und sie hoffte, dass Severus bald wieder zu seiner Ruhe zurückfinden würde. Aber sie würde ihn nicht drängen und genau das schrieb sie auch in ihrer Antwort; er solle sich so viel Zeit nehmen wie er brauche, dass noch nichts fest wäre und es auch kein Problem wäre, wenn er keine Lust zu einem Urlaub hätte.
In der Zeit, in der sein Brief zu Amanda unterwegs gewesen war und deren Antwort wieder nach Hogwarts, hatte Severus noch einige Zeit gehabt, über alles nachzudenken. Mittlerweile, als er Amandas Brief erhielt, hatte er den Entschluss gefasst, dass es nichts nützen würde, weiterhin Trübsal über diese verpasste Gelegenheit zu blasen. Hatte er sich nicht schon vor Jahren dafür entschieden, sich seiner unerwiderten Liebe Lily gegenüber abzunabeln? Er hatte jetzt Amanda und mit ihr verband ihn mittlerweile weit mehr, als nur eine Schuljungen-Schwärmerei, die nie die Chance hatte, mehr zu werden. Mit Lily verband ihn nur noch seine Schuld - die Schuld an ihrem Tod. Leise seufzend und sich diese Gedanken erneut in Erinnerung rufend, setzte sich Snape an seinen Schreibtisch, um Amanda postwendend zu antworten. Es würde ihm sicherlich gut tun, dachte er sich, ein paar Tage allein mit Amanda in Irlands Einsamkeit zu verbringen, um wieder ganz auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. Deshalb schrieb er ihr, dass er sich mittlerweile entschieden hatte und er sich über ein paar Tage Urlaub mit ihr freuen würde. Außerdem wollte er von ihr wissen, welchen Zeitraum der Ferien sie dafür genau ins Auge gefasst hatte.
Amanda hatte sich sehr über Severus Zusage gefreut und glücklicherweise war das Haus, welches sie ins Auge gefasst hatte, auch tatsächlich schon Mitte Juli für eine Woche frei. So saßen sie und Severus nun an ihrem ersten Urlaubsabend gemeinsam beim Abendessen auf der Terrasse ihres Häuschens und blickten über das Meer.
Zum Ferienbeginn hatten sie sich das erste Mal nach längerer Zeit wieder gesehen und es war Amanda durchaus aufgefallen, dass Severus ruhiger und nachdenklicher war als gewöhnlich. In der Zwischenzeit aber hatte sich dieser Umstand immer weiter gebessert, so dass sie an diesem Abend den Eindruck hatte, dass es ihm seit langem wieder einmal wirklich gut ging. „Schön, dass du dich für diesen Urlaub entschieden hast", sagte Amanda lächelnd und sah Severus an. Er lächelte ein wenig zurück. „Ja, das war eine gute Entscheidung", antwortete er dann, denn er selbst war rückblickend mindestens genauso froh, dass er sich dafür entschieden hatte. „Das finde ich auch." Sie trank einen Schluck von ihrem Wein. „Wir waren noch gar nicht am Meer, gehen wir gleich noch? Ich muss doch wissen wie kalt es ist", meinte sie schmunzelnd. „Können wir machen, sobald wir mit essen fertig sind." „Ich dachte nun auch nicht vorher", sagte Amanda und so aßen sie in Ruhe zu Ende und nachdem alles Geschirr zurück im Haus war, machten sie sich langsam auf den Weg zum Meer. Dort angekommen ließ Severus erst einmal seinen Blick schweifen. Er war froh, dass außer ihnen niemand hier war, denn es war ein recht abgelegenes Stück Strand, welches in der Nähe ihres Domizils war.
„Es sieht schon mal nicht sehr warm aus", kommentierte Amanda das Meer, welches recht hohen Wellengang hatte. „Da kann ich dir nur Recht geben. Ich glaube nicht, dass ich die Temperatur heute noch austesten möchte... Du?" „Doch, austesten schon, aber nicht schwimmen gehen", meinte Amanda grinsend und ging weiter auf das Wasser zu. „Wenn du meinst...", grinste Snape ein wenig und sah ihr dabei zu. Er selbst zog es lieber vor, sich auf einen nahe gelegenen Felsen zu setzen und das Meer erst einmal nur zu betrachten.
Amanda zog dagegen kurz vor dem Wasser ihre Sandalen aus und machte einige Schritte durch die Brandung. Es war wirklich recht kühl und gerade zweifelte sie daran, ob sie sich überhaupt mal hier ins Wasser trauen würde. Mit ihren Schuhen in der Hand, kam sie zu Severus zurück und setzte sich neben ihn. „Durchaus kühl." „Vielleicht ist es unter Tage angenehmer...", gab Snape daraufhin zu bedenken, denn immerhin war es mittlerweile Abend und auch die Lufttemperatur nicht mehr die wärmste. „Hoffentlich, sonst wird das kein Badeurlaub für mich." „Ich denke, der Urlaub wird auch ohne Baden schön", lächelte er sie ein wenig an. Sie sah ihn von der Seite an. „Da bin ich mir auch ziemlich sicher." „Schön. Wollen wir noch etwas am Strand entlanglaufen, oder lieber hier sitzen bleiben?" „Lieber noch ein Stück gehen nach dem tollen Essen." „Gut. Das ist mir auch lieber", stimmte Severus Amanda zu und erhob sich dann wieder von seinem Platz. Dann hielt er ihr die Hand hin, um auch sie zum Aufstehen zu bewegen. Amanda nahm sein Angebot an, so dass sie schließlich Hand in Hand den Strand entlang liefen.
Nach einem ausgedehnten Spaziergang und nachdem sie noch den Sonnenuntergang ein wenig beobachtet hatten, kehrten sie schließlich in der Dämmerung wieder zu ihrem Feriendomizil zurück. „Wenn wir heute Nacht nicht gut schlafen, dann weiß ich auch nicht", sagte Snape mit einem leichten Grinsen, als sie das Haus betraten. „Nach dieser exzessiven Frischluftzufuhr..." „Dann könnte es höchstens noch an dem neuen Bett liegen", wendete Amanda ein. „Aber viel andere Gründe gibt es da eher nicht." „Denkst du, das wird einen maßgeblichen Einfluss auf dein Schlafverhalten haben?" Er zog sie ein wenig an sich und sah ihr in die Augen, als die Tür hinter ihnen verschlossen war. Sie grinste und sah ihn ebenfalls an. „Das kommt wohl ganz darauf an." „Auf was denn", wollte er von ihr wissen und sah sie ein wenig süffisant lächelnd an. „Auf die Menge an Ablenkung, würde ich sagen", antwortete sie schmunzelnd. „Und was genau fällt in diese Begriffskategorie", fragte Severus raunend weiter, während er Amanda noch etwas näher an sich zog und seine Lippen ihrem Ohr näherte. „So einige Dinge", meinte sie leise, dicht an seinem Hals. „Nennen sie mir Beispiele, Miss Brown...", raunte Snape weiter und fuhr dabei schon mit sanftem Druck über ihren Rücken, während er genießerisch ihren Atem auf seinem Hals registrierte. „Küssen, deine Hände, nur als Beispiele", antwortete sie ebenso gedämpft. „Ich denke, dem muss ich noch etwas tiefer auf den Grund gehen", entgegnete Severus daraufhin, während seine Lippen an Amandas Hals, unter ihrem Ohr sanft entlang strichen. Tief atmete er anschließend ihren Duft ein und schloss für einen Moment die Augen. Es war wunderschön, mit ihr im Arm hier zu stehen... Daraufhin seufzte Amanda leise, während ein Kribbeln ihren Rücken entlang wanderte und sie mit ihrer Hand sanft durch seinen Nacken fuhr. „Lass uns ins Schlafzimmer gehen", flüsterte Snape schließlich, denn langsam stand ihm dann doch der Sinn nach mehr Bequemlichkeit. „Das ist vielleicht gar nicht so schlecht", meinte Amanda ebenfalls, nahm dann seine Hand und zog ihn mit sich Richtung Schlafzimmer. Severus folgte bereitwillig und als sie angekommen waren, zog er sie erneut in seine Arme und küsste sie innig und lange.
Amanda seufzte, fuhr seinen Rücken entlang und machte sich daran, seine Robe zu öffnen. „Das ist schon mal ziemlich gute Ablenkung", sagte sie schließlich leise in sein Ohr und hauchte dann einen Kuss auf die Stelle Hals darunter. Snape brummte leise und zustimmend, während seine Hände unter ihr Oberteil und seine Lippen über ihren Hals glitten. Das war es allerdings, dachte er sich. Es dauerte einen Moment doch schließlich schob Amanda Severus die Robe von den Schultern. Daraufhin küsste sie zärtlich die dünne Haut über seinem Schlüsselbein, während sie mit einer Hand über seinen entblößten Oberkörper strich. Er seufzte leise und genüsslich, als sie ihn so berührte. Nun, da er schon fast völlig nackt war, wollte auch er mehr von Amandas Körper haben und zog ihr deshalb das Shirt über den Kopf. Kurz darauf fiel auch noch ihr Rock zu Boden... Sie legte ihre Hand in seinen Nacken und zog ihn zu einem innigen Kuss zu sich, während sie ihn mit sich auf das Bett zog.
