Montag, 4. Dezember

Montag, Montag... Er hasste Montage! Warum war Montag so weit entfernt von Freitag, Freitag aber so nah dran an Montag? Da war bestimmt mal irgendwas schief gelaufen beim Erfinden der Woche! Hmpf. Und heute war auch noch der 4. Dezember - die 4 war in Japan eine Unglückszahl, und auch in China, wenn er sich recht entsann. Daher keine vierten Stockwerke in Hochhäusern und panische Angst vor dem Hotelzimmer mit der Nummer 444. Ach, was soll's!

Fröhlich vor sich hin pfeifend schloss Severus die letzten Knöpfe seines Hemdes, warf sich den Umhang über und ging beschwingt zum Frühstücken in die Große Halle.

Doch irgendetwas war heute faul. Minerva starrte schlecht gelaunt in ihren Schwarztee, Rolanda kommentierte noch im Halbschlaf ein imaginäres Quidditchspiel und Filius baute lustlos schiefe Türmchen von Pisa in seiner Porridge-Schüssel.

„Guten Morgen zusammen!", rief Severus ihnen zu und ließ sich lächelnd in seinen Stuhl fallen. „Kann mir bitte jemand die Butter reichen?"

Minerva verschluckte sich an ihrem Tee und hustete sich beinahe die Organe aus dem Leib, aber Severus beachtete sie nicht weiter und nahm das Objekt seiner Begierde von Dumbledore entgegen.

„Dankeschön, Albus!"

„Sehr gern, mein Junge! Hast du gut geschlafen?"

„Brillant!", mampfte Severus zwischen zwei Bissen Toast. „Aber so leid es mir tut, ich muss jetzt zum Unterricht und kann nicht weiter mit dir plauschen! Tschüsschen!"

Dumbledores Augen funkelten belustigt.

Der Tag war wirklich seltsam, stellte Severus weiterhin fest. Sogar die Schüler benahmen sich ungewöhnlich! Nie sprangen sie auf seine Witze an und dabei guckten sie auch noch so misstrauisch - gerade so als sei mit ihm etwas nicht in Ordnung! Was für ein Blödsinn, ihm ging es bestens! Nur schade, dass er die Kirschwasser-Praline aus seinem Kalender nicht für abends aufgehoben hatte - die war so köstlich gewesen!