Kapitel 35

~ Das erste Training ~

Wie schon Anfang der Woche angekündigt, wollte Severus am Samstagabend mit Amandas Training beginnen. Da sie allerdings an diesem Tag bis zum Nachmittag arbeiten musste, hatte er im Vorfeld beschlossen, nicht wie zuerst vorgesehen mit Okklumentik zu beginnen, sondern mit duellieren. Er wollte, dass sie bei ihrer ersten Okklumentikstunde ausgeruht war und das konnte man nach einem Arbeitstag kaum behaupten.

Als Amanda am Samstag schließlich daheim war, sie etwas gegessen hatten und sich Amanda gerade im Wohnzimmer ein wenig auf die Couch gelegt hatte, kam Severus dazu, beugte sich über die Rückenlehne hinweg etwas zu ihr hinab und sah sie an. „Das Verdauungsschläfchen muss auf später verschoben werden…"

Zuviel Schlaf hatte Amanda in der letzten Nacht nicht gehabt und so hatte sie sich eigentlich darauf gefreut, nach dem Essen wenigstens eine halbe Stunde nichts tun zu müssen. Als Severus sie ansprach, grummelte sie etwas vor sich hin. „Wieso denn das?" „Weil wir, wie du dich vielleicht erinnern wirst, beschlossen haben, ab diesem Wochenende zu trainieren." „Och, das hab ich verdrängt", meinte Amanda leise und drehte sich um, damit sie Severus ansehen konnte. „Das kann nicht noch etwas warten?" „Nein", entgegnete Snape ruhig, aber nicht unfreundlich. „Aber ich verspreche dir, dass wir uns danach den restlichen Abend viel Ruhe und Entspannung gönnen werden… Sofern du danach überhaupt noch Zeit mit mir verbringen willst", fügte er dann noch an, denn so ganz sicher war er sich nämlich noch nicht, ob Amanda das Ganze wirklich ohne Probleme wegstecken und trennen konnte. „Hilfe, was hast du nur vor?" Amanda sah ihn ernst an. Eigentlich widerstrebte es ihr, sich nun aufzuraffen, aber da sie es versprochen hatte, erhob sie sich langsam wieder vom Sofa. „Wo gehen wir denn am besten hin? Wir brauchen ja vermutlich recht viel Platz, oder?" „Das wird von der Situation abhängen… Aber ganz egal was ich vor habe, ich kann nicht vorhersehen, wie du es aufnehmen wirst. Daher die Einschränkung. Und ich denke, wir gehen raus, in den Garten. Dort haben wir genug Platz. Okklumentik verschieben wir auf einen Tag, an dem du ausgeruhter bist." Ein wenig skeptisch sah Amanda ihn an. „Ja gut, gehen wir nach draußen. Vielen Dank. Für große geistige Tätigkeiten bin ich heute nicht mehr zu haben." „Das dachte ich mir. Trotz allem solltest du jetzt dann auch bei der Sache sein. Ein Fehler kann tödlich sein. Nicht jetzt, aber später...", entgegnete Snape, dann ging er Richtung Terrassentür und öffnete sie. „Ja, das bin ich schon. Nur ist es doch noch etwas anderes als Okklumentik von der geistigen Leistung her, oder?" Langsam folgte sie Severus nach draußen. „Ja", stimmte dieser zu.

Als sie draußen waren, sah er sich kurz im Garten um, dann drehte er sich wieder zu Amanda. „Also... Hier die Regeln. Sie gelten heute und auch für alle anderen Trainingseinheiten: Tabu ist natürlich der Todesfluch. Außerdem alle Flüche, zu denen du keinen Gegenfluch kennst. Ich will nicht, dass diese Sache hier im Krankenhaus endet. Für mich gelten diese Regeln natürlich genauso, wie für dich." Ihr Blick wurde noch ein wenig skeptischer. „Ich finde es nicht sonderlich beruhigend, dass du das so extra erwähnst, muss ich sagen." „Das ich was extra erwähne?" Severus hob fragend eine Augebraue. „Diese Regeln..." „Wäre es dir lieber, es gäbe keine?" „Nein, das nicht. Nur irgendwie hab ich das als selbstverständlich angesehen." „Schön. Umso besser." „Und nun?" Unsicher, mit dem Zauberstab in der Hand, sah sie ihn an. Severus lächelte ein wenig, dann ging er noch einmal zu ihr, küsste sie kurz und sah sie an. „Jetzt fangen wir an." Dann wandte er sich wieder ab und ging ein paar Schritte weg, während er seinen Zauberstab aus den Roben zog. „Okay", sagte Amanda dann etwas unsicher und wartete darauf, was geschehen würde. „Ich werde dich heute austesten… Ich will wissen, was du kannst", sagte Severus. Dann schloss er kurz die Augen und atmete tief durch, um sich zu konzentrieren und um die Hemmschwelle, Amanda anzugreifen, zu überwinden. Anschließend drehte er sich zu ihr um, hob den Zauberstab und grüßte vorschriftsgemäß, wie es sich vor einem Duell gehörte. Sein Gesicht war nun versteinert und völlig ausdruckslos und nicht einmal seine Augen zeigten noch eine andere Regung außer Kälte. Amanda tat es ihm gleich und sah ihn dann an. Sein Blick beunruhigte sie durchaus, aber sie blieb schweigend stehen und wartete darauf, was Severus als erstes tun würde.

Ohne ihr viel Zeit zu lassen, schleuderte Severus ihr sogleich ein Expelliarmus entgegen, nachdem sie ihn gegrüßt hatte. Er hatte sich vorgenommen, Amanda von Anfang an unter Druck zu setzen und sie wenn möglich auch dazu zu zwingen, selbst anzugreifen und sich nicht nur zu verteidigen. Sein erster Zauber war allerdings absichtlich leicht zu blocken gewählt, denn er wollte sie nicht gleich zu Beginn völlig überfordern. Im ersten Moment erschrak Amanda doch, blockte Severus Fluch dann aber noch im richtigen Augenblick. Ohne mit der Wimper zu zucken schickte der sogleich zwei weitere, aber immer noch einfache Zauber in kurzer Folge hinterher, um ihr keine Ruhepause zu gönnen. Erneut reagierte Amanda, konnte aber so schnell und vor lauter Schreck keinen Fluch gegen Severus finden. Außerdem hatte sie durchaus noch ein gewisses Problem mit dem was sie hier taten. Severus entging nicht, dass er sie langsam immer weiter in die Defensive drängte, doch machte er vorerst so weiter. Als nächstes feuerte er den ersten ernstzunehmenden Fluch auf sie ab, doch auch dieser war noch vergleichsweise leicht abzuwehren, da er Amanda bisher den Gefallen getan hatte, auf ungesagte Zauber zu verzichten. Mit einem ausgesuchten Schildzauber blockte Amanda auch diesen Fluch, obwohl sie die Wucht des Zaubers schon sehr viel deutlicher spürte. Auch wenn es ihr widerstrebte, sprach nun sie ihren ersten Zauber aus, der natürlich ebenfalls recht harmlos war, aber sie konnte doch Severus nicht wirklich verfluchen!

Es war ein Leichtes für Snape, diesen zu blocken und er verschwendete nicht viel Zeit darauf. Völlig unbeeindruckt, oder vielmehr eher zufrieden, dass Amanda nun endlich aus ihrer Defensive aufgewacht war, feuerte er einen neuen Fluch zurück. Diesmal allerdings mit der Tücke des Ungesagten. Zu überrascht, um noch reagieren zu können, wurde Amanda dieses Mal vom Fluch getroffen und konnte plötzlich ihre Zunge nicht mehr bewegen und damit auch nicht mehr sprechen. Mit einem leicht erschrockenen Gesicht und durchaus auch etwas beschämt sah sie Severus an. Ein süffisantes und boshaftes Grinsen umspielte sofort seine Lippen, doch entgegen seines bedenklichen Gesichtsausdruckes war der Fluch mit einem Wink seines Zauberstabs sofort aufgehoben. „Jetzt... Wird es erst richtig ernst", sagte er dann und feuerte, kaum hatte er geendet, sogleich den nächsten ungesagten Fluch ab. Gerade noch im letzten Moment, konnte Amanda den folgenden Fluch mit einem leicht panischen Gesichtsausdruck abwehren. Das Einzige was ihr als Gegenwehr so plötzlich einfiel war ein „Stupor", bei dem ihr im gleichen Moment klar war, dass Severus darüber nur lachen konnte. Mit einem simplen Abwehrzauber schaffte es dieser auch, dem Fluch zu entgehen, woraufhin er erneut dazu ansetzte, Amanda weiter zu fordern und an ihre Grenzen zu treiben. Seine Flüche wurden immer tückischer und gefährlicher und die Tatsache, dass er nun nur noch ungesagte Zauber benutzte, erschwerte das Ganze noch zusätzlich. Nicht nur einmal musste er deshalb einen gerade gesprochenen Fluch wieder rückgängig machen, weil Amanda ihn nicht rechtzeitig abwehren konnte.

Amanda tat ihr Bestes, um Severus zumindest ein wenig die Stirn zu bieten und nicht von jedem Fluch getroffen zu werden. Wenigstens hin und wieder schaffte sie es auch, selbst einmal aktiv zu werden und sich zu wehren, aber etwa nach einer halben Stunde war sie ziemlich außer Atem und es fiel ihr immer schwerer, sich noch einigermaßen standhaft zu halten. Severus entging es nicht, dass sie langsam zu schwächeln begann und er wollte es nicht zu weit treiben, deshalb wurde die Frequenz seiner Angriffe immer größer, bis er schließlich zu keinem neuen Angriff überging und darauf wartete, was Amanda nun tun würde. Sie atmete tief durch und sah ihn dann erwartungsvoll an. War das nun alles gewesen? Einen kurzen Moment zögerte Severus, denn er überlegte, ob er diesen letzten Test wirklich noch durchführen sollte, oder ob es für heute genug war. Doch dann feuerte er wirklich noch einen letzten Fluch auf sie ab, um zu testen, ob sie auch mit dem völlig Unerwarteten rechnete. Amanda hatte sich für einen Moment nach einem wegfliegenden Vogel umgesehen, sodass der Fluch sie vollkommen unerwartet traf. Ihr Kopf fühlte sich plötzlich durch den Imperiusfluch ganz weich an und sie wusste plötzlich gar nicht mehr, was sie tun könnte. Severus hielt den Fluch aufrecht. Er spürte, dass er saß und genau das hatte er auch erwartet. Ohne auch nur ein Wort laut auszusprechen, befahl er Amanda nun, ihm ihren Zauberstab auszuhändigen. Seine dunklen Augen fixierten sie. Er wollte wissen, ob sie sich nun wehrlos ihrem Schicksal ergeben, oder dagegen ankämpfen würde.

Als würde sie sich im Traum selbst zusehen, ging sie auf Severus zu und hob ihre Hand, um ihm ihren Zauberstab zu geben. Doch irgendetwas war komisch, meldete sich in ihrem breiigen Kopf eine Stimme. Wieso tat sie das? So zuckte ihre Hand einen Moment zurück, bevor sie Severus schließlich doch den Zauberstab gab. Da stimmte doch etwas ganz und gar nicht im Moment… Als Amanda kurz zurückzuckte, forderte Snape noch einmal mit Nachdruck den Zauberstab ein, den er schließlich auch bekam. Er steckte beide zurück in seine Robe, dann ging er zurück zum Haus. Amanda ließ er vorerst stehen, doch als er an der Terrassentür war, hieß er sie schließlich an, sich auf einen Stuhl zu setzen und zu warten. Amanda tat zunächst, was der Fluch ihr befahl, doch je länger sie auf dem Stuhl saß, desto lauter wurde die Stimme die sich fragte, warum und was sie dort eigentlich tat. Sie wollte nicht dort bleiben, sie wollte aufstehen… Das schwammige Gefühl wurde etwas weniger und gleichzeitig wurde der Wunsch aufzustehen immer größer. Doch einen Moment später war es wieder vollständig da und plötzlich war es Amanda ziemlich egal was sie tat, wo sie war oder gar warum sie dort war.

Severus, der mittlerweile ins Haus gegangen war, spürte, dass sich Amanda nicht kampflos in ihr Schicksal fügen wollte und darüber war er froh. Allerdings war es noch nicht an der Zeit, den Fluch aufzuheben, deshalb zwang er ihr mit jeder Gegenwehr erneut und umso vehementer seinen Willen auf, dass sie draußen sitzen bleiben sollte. Für Amanda war es im Moment ein ständiges hin und her zwischen Gleichgültigkeit und Aufstand, doch je länger sie versuchte sich zu wehren, desto länger wurden die Phasen der Gleichgültigkeit. Noch immer sah sie sich selbst auf diesem Stuhl sitzen. In einem Moment war es ihr egal und vollkommen normal und im nächsten machte sie es wütend und sie wünschte, sie würde aufstehen. Als Severus im Haus mit dem fertig war, was er tun wollte, kam er wieder ins Freie. Zwei Meter von Amanda entfernt blieb er stehen, dann zog er erneut beide Zauberstäbe aus den Roben und befahl ihr gleichzeitig wieder aufzustehen. Das tat Amanda dann auch, noch immer mit dem seltsamen Gefühl im Kopf. Mit einem Wink seines Zauberstabs hob Snape schließlich den Zauber auf, in der Erwartung, dass ihre Verwirrung nicht gerade nachlassen würde, nach dieser minutenlangen Fremdkontrolle. Aus diesem Grund sagte er vorerst einmal gar nichts, sondern ging nur einen Schritt Richtung Tisch und legte dann ihren Zauberstab darauf ab. Dann sah er sie wieder an.

Einen Moment starrte Amanda weiter auf eine Stelle, während sie sich innerlich wieder sammelte. Dann holte sie einmal tief Luft, schüttelte kurz ihren Kopf und sah dann Severus schweigend kann. Das war wirklich unheimlich und nicht lustig gewesen! Doch im Moment musste sie erst noch mal alles verarbeiten, bevor sie wieder etwas sagen konnte. Langsam ließ sie sich wieder auf den Stuhl sinken. Severus gewährte ihr noch einen Augenblick, um sich wieder zu finden, dann ergriff er das Wort. Mittlerweile waren seine Stimme und seine Gesichtzüge wieder normal und nicht mehr die ihres Lehrers. „Für heute sind wir fertig. Ich habe dir ein Bad eingelassen. Wenn du willst…" Amanda schüttelte erneut den Kopf und zog ihre Beine auf den Stuhl und zu sich an den Körper. „Gerade nicht", brachte sie nur leise hervor. Noch immer fühlte sie sich etwas komisch. Daraufhin nickte Severus nur kurz. „Kann… ich sonst etwas für dich tun", wollte er dann ruhig und leise von ihr wissen. Er fühlte sich im Moment mindestens genauso schlecht wie sie, doch er versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen. Er versuchte dem Drang zu widerstehen, zu ihr zu gehen und sie in den Arm zu nehmen, denn er wusste genau, dass er selbst es gewesen war, der dafür verantwortlich war, dass sie nun so vor ihm saß. Sie würde sicherlich nicht wollen, dass er sie nun in den Arm nahm. „Nein, schon gut. Ich brauch nur fünf Minuten." Amanda war nicht böse auf Severus, schließlich hatte sie gewusst, auf was sie sich eingelassen hatte, doch dieser Fluch hinterließ ein seltsames Gefühl, vor allem weil sie so hilflos gewesen war und so vollkommen ausgeliefert. Snape nickte. „Ich bin im Haus, wenn du mich suchst", sagte er dann und ging wieder zurück ins Wohnzimmer.

Tatsächlich dauerte es einige Minuten bis Amanda zurück ins Haus kam. „Es tut mir leid, ich habe mich wirklich bemüht", sagte sie ruhig, nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte. Severus, der die ganze Zeit in Gedanken versunken im Wohnzimmer gestanden hatte, erwiderte ruhig und gefasst: „Es muss dir nichts leid tun…" Er hatte erwartet, dass sie so reagieren würde und doch war es ein schreckliches Gefühl. Das wollte er Amanda allerdings nicht sagen… „Tut es aber. Ich bin so hilflos." Danach setzte sie sich leicht frustriert auf das Sofa. „Du hast dich für's erste gut geschlagen. Es war meine Absicht, dich möglichst stark unter Druck zu setzen. Ich wollte sehen was du kannst und wie du reagieren wirst." „Na das war ja nicht sehr glorreich dann", meinte sie trocken und sah dabei auf ihre Hände. „Das hat für den Anfang auch keiner verlangt. Ich jedenfalls nicht", entgegnete Severus und sah sie an. Ich aber eigentlich schon, dachte Amanda bei sich. Ein wenig mehr hatte sie von sich selbst schon erwartet. Auf Severus Worte schwieg sie nur eine Weile, bevor sie schließlich aufstand und zu ihm hinüber ging.

Severus wollte sich gerade zu ihr setzen, weil sie nichts mehr erwiderte, doch dann stand Amanda auch schon auf und kam auf ihn zu. Fragend und abwartend sah er sie an. Sanft nahm sie seine Hand und drückte sie kurz. „Das werden ja schöne Wochenenden werden in nächster Zeit, wie mir scheint", sagte sie dann leise. Severus seufzte leise und zog sie behutsam etwas zu sich, als sie seine Hand ergriffen hatte, dann nahm er sie in den Arm. „Ich könnte mir auch schöneres vorstellen", sagte er schließlich leise. Auch er hatte keinen Spaß daran, Amanda so zu triezen und zu quälen. „Schon gut. Wir schaffen das bestimmt." Sanft drückte sie sich an ihn. Zum Teil hatte Severus ihr ganz schön Angst gemacht während der Übung, aber das wollte sie ihm nicht sagen, da sie vermutete, dass es ihn sehr berühren würde. Er nahm sie daraufhin fest in den Arm, küsste sie kurz auf die Haare und schloss für einen Moment die Augen. Er hatte gerade das unbestimmte Gefühl, Amanda festhalten zu wollen... festzuhalten und nicht mehr loszulassen.

So sehr Amanda auch hoffte, dass Voldemort da bleiben würde wo er war und zwar am besten für immer, sprachen doch alle Zeichen dagegen. Daher wollte sie diese Übungen machen und das vor allem um Severus ein wenig zu beruhigen. Wenn sie wehrhafter war als jetzt, dann würde er sich vielleicht nicht ganz so viele Sorgen machen. „Okklumentik wird nicht viel besser werden, oder?" „Ich weiß nicht", antwortete Severus leise, dann löste er sich wieder ein wenig von ihr und sah sie an. „Ich weiß nicht, ob du es als angenehmer empfinden wirst, wenn ich in deinen Geist eindringe und darin herumstöbere." „Zumindest nicht viel besser als das eben, befürchte ich." „Das denke ich auch." Amanda nickte nur und drückte ihren Kopf an seine Brust. Sie brauchte seine Nähe noch für einen Moment. Severus kam diesem stummen Wunsch nur allzu gerne nach und nahm sie wieder fester in den Arm. Auch ihm tat es gerade sehr gut, sie bei sich zu spüren, denn es zeigte ihm, dass sie ihn für das, was er getan hatte, nicht allzu sehr verabscheute. „Würdest du mit baden kommen", wollte Amanda schließlich von ihm wissen, denn alleine wollte sie nicht gehen. „Ja. Wenn du willst, dann komme ich gern mit", antwortete er leise. „Wenn du nicht mitkommst, möchte ich nicht gehen." „Das Wasser wird ohnehin schon kalt sein." Er lächelte ein wenig. „Aber lass uns trotzdem gehen…" „Na, ein wenig zu kaltes Wasser lässt sich ja schnell beheben", meinte sie. „Ja, das stimmt. Also komm… Dann lass uns gehen." Amanda nickte und zusammen gingen sie nach oben ins Badezimmer. Dort stieg ihr sofort ein sehr angenehmer Kräutergeruch aus dem Badewasser in die Nase, während der Raum in sanftes Kerzenlicht getaucht war. Lächelnd drehte sie sich zu Severus um. „Du bist ja lieb, vielen Dank." Er lächelte ein wenig und sah sie an. „Als kleine Entschädigung… Für den zuvor geraubten Verdauungsschlaf." „Sehr rücksichtsvoll. Falls ich gleich einschlafe, musst du mich vorm Ertrinken bewahren bitte", meinte sie schmunzelnd und griff nach Severus Robe, um sie zu öffnen. „Ich denke, das werde ich tun." Er schmunzelte ein wenig, dann sah er sie an, zunächst allerdings ohne Anstalten zu machen, ihr beim Ausziehen zu helfen. Langsam fuhr sie fort und schob schließlich ihre Hände unter seine Robe, um diese von seinem Körper zu schieben. Als seine Robe zu Boden geglitten war, zog Severus Amanda an sich und küsste sie kurz sanft unter dem Ohr, dann begann auch er, sie auszuziehen. Amanda seufzte leise und strich mit ihren Händen über Severus entblößten Oberkörper und seinen Rücken. Der genoss ihre Berührungen sehr und hielt noch einmal einen Moment inne, bevor er ihr schließlich ihre mittlerweile geöffnete Robe von den Schultern schob. Kurz half sie ihm dabei, bevor sie einige zarte Küsse auf seinen Oberkörper hauchte. Severus seufzte leise, dann küsste er sie sanft, bevor er ihr auch noch den Rest ihrer Kleider auszog. Kurz griff Amanda noch mal nach ihrem Zauberstab und zauberte das Wasser wieder auf eine angenehme Temperatur, bevor sie Severus zur Wanne zog und mit ihm hinein kletterte. Als sie im Badewasser saßen, zog dieser Amanda an sich und schlang seine Arme um sie. „So kannst du mir bestimmt nicht ertrinken", sagte er dann leise und lächelte ein wenig. „Das glaube ich auch", meinte sie und seufzte dann leise, während sie die Augen schloss und Severus Arme streichelte.